1. März 2019

Ein Jahr Lastenfahrrad - Heinz Blaschke berichtet

Vor genau einem Jahr, hat Steinmetz Heinz Blaschke ein vom Land gefördertes Lastenfahrrad in Betrieb genommen und ist damit inzwischen 5.900 km gefahren. 

Nach Blaschkes Berechnungen ersparte er damit dem Kessel rund 2,2 Tonnen CO2. Er schreibt mir: "Das Lastenfashrrad hat mir Planungssicherheit zurückgegeben." Er fährt damit zu kleinen Reparaturen mit Gabzubehör (Laternen, Weihwasserkessel), transportiert kleine Grabsteine, Material oder Postpakete, fährt zu Kund/innen und Arbeitsstellen und Behörden und weiß immer, wann er dort ankommt.


Heinz Blaschke mit Winne Hermann
Allerdings, so schreibt er, muss man Fahrten im Stadgebiet mit schwerer Last vorbereiten. Die Ladung muss so verstaut werden, dass sie nicht hin- und her rutscht, und sie muss festgezurrt werden, wie auf einem Lkw. Und manche Fahrten Richtung Süden, wie nach Vaihingen, Sonnenberg oder Degerloch sind eine Herausforderung. Der Akku verkliert schnell Energie. Die Christian-Belser-Straße (von der Böblinger nach Sonnenberg) hinauf muss es zusammen mit Helfern geschoben werden, und bei der Rückfahrt treppelt er ohne elektrische Unterstützung, damit er, wenn er sie braucht, noch ein bisschen Restakku-Ladung hat. Mit den Stadtbahnen fahren geht nicht. Er hat es mit der Zacke versucht, aber das Lastenfahrrad war zu lang für den Fahrradwagen, und die Rampe am Marienplatz zu steil für eine Person. Alle anderen Himmelsrichtungen - Fellbach, Gerlingen, Ludwigsburg oder Remseck - stellten dagegen gar kein Problem für den Akku dar.

Nach Heinz' Erfahrung ist es sinnvoll, zunächst mit nicht so schweren Lasten anzufangen, bis man sich an die 130 kg Zuladung traut. Die Reaktionen der Leute sind unterschiedlich.

"Das Lastenfahrrad", so Heinz Blaschke, "erweckt bei bei den Fußgängern und Radfahrern Interesse. Der Autofahrer steht dem Lastenrad oft misstrauisch bis ablehnend gegenüber. Man sieht das Lastenrad als Hindernis oder als verhasstes Symbol des Wandels der Stadtgesellschaft und nicht als Ergänzung des Güterverkehrs. Mit Lkw-Fahrern habe ich aber keine schlechten Erfahrungen gemacht."

Für den Betrieb sei es eine wirtschaftlich gute Lösung, meint Heinz. 4000 Euro habe er gespart, weil er die Wege nicht mit Auto oder Lkw zurückgelegt hat, mit eingerechnet, Benzin, Werverlust, Reifen, Versicherung und Wiederbeschaffung. Nach seiner Erfahrung steigen Mitarbeiter auff das Lastenrad, die einen Bezug zum Radfahren haben, die anderen wollten das nicht, schließlich habe man als Handwerker schon ausreichend Bewegung. Allerdings sorgt "das Radfahren für Stressabbau, Abstand zur Hektik ds Halttags und gute Laune. Wir zeigen mit dem Lastenra, dass unser Betrieb innovativ ist un den Wandel in der Mobilität aktiv mitgestaltet. Das Lastenfahrrad hat zur Entwicklung unseres Fahrradständers, dem pateniterten RadStein, aus heimischem Naturstein geführt."



Kommentare:

  1. Gabzubehör => Grabzubehör
    Stadgebiet => Stadtgebiet
    verkliert => verliert
    Werverlust => Wertverlust
    auff => auf
    ds => des
    Halttags => Alltags
    Lastenra => Lastenrad

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  2. Lastenfashrrad => Lastenfahrrad
    pateniterten => patentierten

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  3. Grad wollte ich es auch schreiben, die Rechtschreibfehlerdichte in diesem Blog ist oft schlimm. Erstaunlich bei einer Autorin.

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