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26. Januar 2026

Immer noch keine Schneeketten fürs Fahrrad

Immer wenn Schnee liegt, nehmen die Zugriffszahlen auf meinen Artikel von 2017 zu, der mit Schneeketten fürs Fahrrad überschrieben ist. 

Damals habe ich danach gesucht, wie man Fahrradreifen für ein paar Schneetage ausrüsten kann, wenn man sich keine Spike-Reifen aufziehen lassen will, mit denen man dann die meiste Zeit im Winter auf Asphalt herumnagelt. Seitdem hat sich eigentlich nichts getan. Es gibt keine Schneeketten für Fahrräder im Handel zu kaufen, wenngleich es vielversprechende Erfindungen gegeben hat. Das Angebot von Slipnot bleibt für mich undurchsichtig. Die üblichen Onlinehändler bieten inzwischen Kabelbinder-Varianten für schmalere Reifen an, die teils mit Spikes versehen sind (etwa auch bei eBay). Und der Tipp, Kabelbinder zwischen den Speichen um die Reifen zu ziehen, existiert weiterhin. Der Vorteil, man bekommt vielleicht im Schnee und sogar auf Eis Gripp, allerdings nicht durchgehend, sondern eben nur alle paar Reifenzentimeter. Und man kann sie eben  nur verwenden, wenn man keine Felgenbremse, sondern Bremsscheiben hat. Das anbringen und dann wieder abmachen, dauert zudem einige Zeit. Das macht man nicht in einer Minute vor und nach der Fahrt. 

Eigentlich schade, dass die Industrie nichts entwickelt. Allerdings erkenne auch ich, dass es nicht so einfach ist, für die unendlich vielen Varianten von Fahrradreifen eine Kette zu entwickeln, die man aufziehen kann und die dann auch noch unter die teils knapp bemessenen Schutzbleche passt. Die Winterradler von Oulu am Polarkreis fahren übrigens mit Spike-Reifen. Aber da liegt der Schnee ja auch Wochen  bis Monate lang. Einen Überblick über Spike-Reifen gibt es auf Fahrrad.de 




19 Kommentare:

  1. Bei Autos gibt es Schneeketten für "unendlich viele Varianten" von Reifen.

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    1. Ja, du sprichst den Gedanken aus, den ich beim Schreiben auch hatte, aber nicht hingeschrieben habe, weil ich sofort dachte: Im Winter fahren mehr Leute Auto als Fahrrad (ohnehin fahren mehr Leute Auto als Fahrrad im Alltag) und deshalb gibt es da mehr Abnehmer:innen als unter Radfahrenden. Es würde sich vermutlich nicht lohnen, viele Varianten vorzuhalten.

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    2. Interessant! Funktioniert(e) aber offenbar nur als System. Das heißt man müsste, wenn man sich damit einen Reifenwechsel sparen wollte, den Basisreifen immer fahren.
      Dass ich davon zum ersten Mal höre, obwohl ich nun wirklich viel auf Seiten und Publikationen zu Fahrradmaterial unterwegs bin, erklärt wohl, dass es auch schon wieder eingestellt wurde.

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    3. P.S. : Das sollte in den Faden über retyre....

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    4. Ich hätte erstmal Vorbehalte gegen (auch teilweise) "lose" Ketten an den Rädern, schon weil sich etwas verfangen könnte (an der Fahrbahn oder am Rad). Davon ab haben Fahrräder ja meist nur eine Spur und sind eher deutlich leichter als Autos. Beim (einspurigen) Rad geht es also weniger um Traktion vor und zurück, sondern mindestens genauso um Seitenführung. Durch das geringe Gewicht muss die Fläche "griffiger Teile am Reifen" im Vergleich zu Autos auch kleiner sein damit der Druck ausreicht. Beides spricht für Spike-Reifen.

      Vielleicht lohnt sich noch ein Vergleich, was bei Motorrädern verfügbar ist (die allerdings auch wieder schwerer sind).

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  2. Man kann auch einfach großzügig den Luftdruck reduzieren, für mehr Grip. Ganzjährig brauchbar sind auch Semi-Slicks, wie zB. der Schwalbe Hurricane.

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    1. Hilft auf Eis nix. Und darum geht's hier.

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    2. Ich fahre seit einigen Jahren solche Reifen (aktuell Conti Grand Prix Urban) ganzjährig in und um München. Die Gummimischung ist auf überfrierender Nässe besser als vieles andere, man kann wirklich fahren. Scnnee ist auch kein Problem.
      Was nicht geht sind die wieder zugefrorenen Buckelpisten die es auf manche nicht geräumten Abschnitten gibt, und natürlich alle Schwellen und Kanten über die man in Stumpfen Winkel geführt wird.

      Welliges Blankeis geht nur mit Spikes. Da ich aber auf meinen 25km nur kurze Abschnitte habe die nach einem Schneefall länger in dem Zustand sind, ist der normale Reifen die bessere Wahl.
      Ich wohne in Obberbayern und haber weder Ketten fürs Auto (in einigen Jahrzehnten nicht gebraucht) noch Spikereifen fürs Rad.
      Ideal ist das nicht, und die Probleme die es im Winter gibt wären mit ein bisschen Winterdienst lösbar, denn es sind nicht die Schneetage die schlimm sind, sondern die Wochen danach in denen es noch kalt ist und sich Eisdecken auf den nicht geräumten Flächen breit machen, und weil Radhauptrouten auch mal durch Wohngebiete fahren die "aus Umweltgünden" weder geräumt noch gestreut werden, hat man dann halt Pech gehabt.

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  3. Vor einigen Jahren hab ich mir Spikes von reTyre gekauft. Leider heuer im Herbst nicht aufgezogen und die letzten Jahre erst 1x richtig im Einsatz gehabt.
    Bei normalem Wetter fahre ich mit dem normalen Straßenmantel. Wenn es dann doch mal schneit oder eisig ist, werden in 2-3 Minuten die beiden Spikemäntel mit Reißverschluß aufgezogen.
    Gruß Thomas

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    1. kannst du uns einen Link zum Verkäufer dieser Spike-Mäntel geben?

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    2. Hallo Christine,
      Ich hab mal gegooglet und das hier gefunden - das System hatte ich mir auch schonmal online vor ein paar Wintern angeschaut... Klingt interessant.
      https://www.elektrofahrrad24.de/blog/modulares-reifensystem-retyre
      Grüße Karsten

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    3. Edit: Der neuste Kommentar vom August 2025 auf der Seite darunter besagt, sie haben das System eingestellt. Auf der Herstellerseite ist auch nichts mehr davon zu finden.
      https://www.retyre.eco/sustainable-tyres/bikes/
      Grüße Karsten

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  4. Wie sieht es aus mit der Räumung der Fahrradwege vom Schnee? Ist es diesmal besser?
    Grüsse, Andreas

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    1. Es wäre in der Tat gut, wenn RAdwege wirklich geräumt würden. Allerdings radelnd wir ja auch durch Nebenstraßen oder steile Stuttgarter Nebenstraßen runter, und die werden eben erst mittags halbwegs geräumt. Also wenn Schnee dort liegt, wo es keine Radwege gibt, wir aber radeln, ist uns auch nicht geholfen, wenn die Radwege geräumt werden.

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    2. In solchen Zeiten sollte man eben gefahrlos auch auf Hauptverkehrsachsen radeln können, die rechtzeitig zum morgendlichen Berufsverkehr geräumt sind...

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    3. Das "in solchen Zeiten" kann m.E. gern wegfallen.
      Ein relevanter Teil (nicht nur) der Winter Probleme rührt doch daher, dass Radverkehr im "Abseits" stattfindet und nach den Wünschen von Teilen der Rad-community auch explizit im Abseits stattfinden soll. Rechtzeitig die für den Radverkehr vorgesehenen Nebenstraßen, Parkwege, Waldstrecken, etc. zu räumen ist ziemlich illusorisch.
      Ein Teil der separierenden Radinfra wird ja beim Schneeräumen sogar komplett unbrauchbar gemacht (''Schutz'-streifen, Radfahrstreifen usw), da dort der geräumte Schnee landet, der ja nun mal irgendwo hin muss.
      Da zunehmend und recht rigoros aufs 'Separationskonzept' gesetzt wird, ist wohl auch nicht damit zu rechnen, dass die Akzeptanz für Radfahrende auf Fahrbahnen steigt. Eher das Gegenteil ist wahrscheinlich.
      Da muss dann wohl oder übel von den wenigen Menschen, die ohne das übliche Verfahren von 'Autos besitzen als Rückfallsicherheit' leben, ein Winter geeignetes Zweit- oder Drittrad vorgehalten werden?
      Wer allerdings an das motorisierte Fahren gewöhnt ist wird ausgerechnet im Winter wohl kaum auf den Motor verzichten wollen, so dass das im Hinblick auf Kosten und Ressourcenverbrauch eigentlich nicht so optimal ist.
      Dass die Fahrradindustrie über Normierungen das Aufziehen von Ketten/Spike-Überziehern ermögllicht ist m.E. eher unwahrscheinlich, da der Trend weg geht von Normierungen und hin zu proprietären untereinander möglichst inkompatiblen und ggf. eher kurzlebigen 'Systemen'. Felgengrößen Reifenart und Reifengrößen, auch Tretlager, Steuersätze, selbst Ventile usw. sind immer stärker de-normiert, was aus verschiedensten Gründen nicht nur für die Umwelt (Nachhaltigkeit Reparierbarkeit), sondern vor allem auch für die Verbraucher:innen eine zu kritisierende negative Entwicklung darstellt.
      Vermutlich gibt es auch nur wenige Lobbys, die ein ernsthaftes Interesse an 24/7/365 Radverkehr haben?!
      Auch für Vielradler:innen soll das vorgehaltene Auto / die vorgehaltenen Zweitautos ein must-have bleiben.
      Alfons Krückmann

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    4. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man sich "normierte" Reifenüberzieher vorstellen soll ohne auf die Vielfalt bei Reifen zu verzichten. Ich finde insgesamt die Idee von "Reifen zum Überziehen" fragwürdig (und wenn man Funktionalität mal als gegeben annimmt wegen der mechanischen Belastungen wahrscheinlich auch nicht nachhaltig). Wie in einem anderen Beitrag genannt, scheint es sowas sogar mal was gegeben zu haben in einer Form die die offensichtlichen Probleme beim Reifensitz behandelt.

      Dazu gibt es heute wesentlich mehr Auswahl bei Spike-Reifen als früher, wesentlich günstiger und verfügbarer sind sie auch geworden.

      Was die Normierung von Felgengrößen und Reifen angeht, kann ich deine Kritik ehrlich nicht nachvollziehen. Bei Felgengrößen für ausdrücklich alltagstaugliche Räder (aber auch sonst) gibt es heute sogar (deutlich) weniger übliche Varianten als früher (im Grunde sehr weitgehend 700C, also "28er"). Und die Maßhaltigkeit ist besser, insbesondere wenn man Teile nimmt die für Tubeless geeignet sind. In meinem Keller weichen davon nur ein 25 Jahre altes MTB (26), Kinderräder (26 und 24), ein Vorderrad an einem Liegerad (451C) und Räder an Anhängern ab.
      Warum mehr verfügbare Reifenarten ein Problem sein sollen verstehe ich auch nicht.
      Was Ventile angeht, habe ich zum Glück schon lange kein klassisches Fahrradventil benutzen müssen und habe ja auch die freie Wahl. Bei neueren Typen (Click) habe ich mir nur gemerkt, dass es kompatibel sein soll.
      Tretlager habe ich schon oft genug gewechselt (an verschiedenen Rädern, danach an den Rädern nicht mehr weil das bessere Teil eben nicht kurzlebig war). Ein einziges Mal war es dabei nicht völlig einfach das Teil zu beschaffen: für ein Stadtrad aus den 1980ern. Einen Steuersatz musste ich noch nie wechseln, dafür würde ich sicherlich erstmal zum Fachhändler (dort aber auch erwarten, dass es erledigt werden kann).

      Im übrigen: Ich finde es schon OK mein Rad für Alltagsfahrten wintertauglich zu machen (bei mir heißt das Schutzbleche, mehr Augenmerk aufs Licht, je nach Rad auch Winterreifen). Beim Auto erwarten Leute auch nicht, dass es ohne Winterreifen geht.

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  5. Ich habe jetzt das dritte Jahr für den "Hochwinter" Spike Reifen auf die Laufräder des Alltagsrades gezogen. Mit dem richtigen Werkzeug ist das viel einfacher als man es sich denkt. Der wesentliche Punkt ist Werkzeug zu nutzen der das bei der Montage unterstützt, nicht nur einfache "Reifenheber" zum Abziehen. So etwas heisst "Reifenmontagezange" oder "Reifenwulstheber", aber die Begriffe sind noch nicht standardisiert also immer die Produktbeschreibung anschauen.

    Hier ein Video das den "Kool Stop Tire Jack" zeigt:
    https://www.youtube.com/watch?v=OCIlMddb4mg

    Damit geht das mühsamste beim Reifenwechsel, das Aufziehen, sehr viel einfacher. Mittlerweile gibt es so etwas auch kombiniert mit Reifenheberfunktioon, ich benutze den "Topeak Tire Lever Team Issue", kostet 11,49€ bei bike-discount und ist kompakt und leicht. Habe ich jetzt in der Werkzeugtasche bei jedem Fahrrad, denn auch bei Pannen muss der Mantel ja runter und rauf. Damit geht der "Komplettwechsel" in 20-30 Minuten. Um eine ausreichende Zahl von Kabelbindern zu montieren braucht man mehr Zeit und hat weniger Sicherheitsgewinn.

    Spike Reifen in der einfachsten Version von Schwalbe bekommt man bei Bike-Discount für 27,99 Euro, alles in allem kostet diese Winterausstattung also weniger als 70 Euro und eine Stunde "Arbeit" pro Jahr.

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