Auf der Böblinger Straße wird am Südheimer Platz die Stadtbahnhaltestelle verlängert. Deshalb ist sie dort gesperrt. Autofahrende werden im Vorfeld umgeleitet.
Das allerdings interessiert sehr viele Autofahrende überhaupt nicht. Sie fahren trotz unübersehbarer Sperren und Verbotsschilder durch die Burgstallstraße und blockieren die Fahrradstraße für Radfahrende.
Sie blockieren natürlich auch sich selbst, weil die Straße für diese Massen an Autos im Gegenverkehr gar nicht ausgelegt ist. Und sie zwingen dann Radfahrende anzuhalten und abzuwarten, bis der eine Autofahrer rückwärts rangiert hat, der andere über den Gehweg ausgewichen und der dritte in eine Einfahrtenlücke gefahren ist. Das geht jetzt seit Montag so. Und in den ersten Tagen muss das Chaos perfekt gewesen sein, bis hin zu Staus. Das wird auch noch ganz lange so gehen, denn die Baustelle auf der Böblinger Straße soll noch Monate dauern. Der illegale Autoverkehr wird vermutlich etwas weniger werden, aber nicht aufhören. Es sei denn, die Polizei würde sich da mal ein paar Abende zwischen 17 und 17:30 Uhr hinstellen, was wir Radfahrende ja kaum zu träumen wagen.
Falsch beschildert ist der Abschnitt übrigens auch noch. Stadteinwärts am Südheimer Platz dürfen auch Fahrräder nicht durch. Da steht kurz und bündig ein Durchfahrtverbotsschild (ohne Radfreigabe). Und das gilt immer für alle Fahrzeuge, auch für Fahrräder. Das kann aber nicht so gemeint sein. Radfahrende können nirgendwo anders hin, sie befinden sich auf der Hauptradroute 1 und radeln selbstverständlich an dem Schild vorbei (Radfahrer halten sich ja an keine Regeln). Die meisten von uns Radfahrenden haben sich leider mittlerweile daran gewöhnt, dass bei Einfahrtsverboten und Durchfahrtvserboten im Rahmen von Baustellenbeschilderungen oder Umleitungen das "Rad frei"-Schild regelmäßig vergessen wird, solche Schilder also gar nicht für sie gelten können. Ich finde: Sowas sollte bei uns wirklich nicht mehr vorkommen! Übrigens lässt die Schranke bei Autoverkehr auch den Fußgänger:innen keinen Platz mehr, obgleich sie sich auf einer verkehrsberuhigten Straße bewegen. Sie weichen aus und stolpern rechts an der Schranke vorbei. Mit Kinderwagen geht das natürlich nicht. Auch die beiden Spaziergänger:innen mit dem Hund ließen erst die Autos durch, bevor sie weitergingen. Auch Radfahrende warten jetzt stadteinwärts immer wieder an der Schranke (Hindernis auf ihrer Seite), bis der illegale Autoverkehr durch ist. Und dieser Radfahrer (Doppelbild unten) war über das Autogeschiebe so entsetzt oder verblüfft, dass er am Schild stehen blieb und demonstrativ darauf deutete. Erschreckend fand ich schon die Menge von Autofahrenden, die teils sehr skrupellos und schwungvoll die Verbote ignorieren. Einige dürfen in den Straßenabschnitt hinein, wenn sie da wohnen oder jemanden besuchen. Aber die meisten fuhren durch.Dabei kommt es auch zu brenzligen Situationen mit Radfahrenden. Diese Radlerin musste abrupt bremsen, weil der Autofahrer aus seiner Seitenstraße mit Vorfahrt achten kommend so absorbiert war von seinem illegalen Manöver in den Gegenverkehr hinein, dass er nicht mehr auf Radfahrende achten konnte. Zum Glück sind Radfahrende ja sehr aufmerksam, übrigens auch engelsgeduldig (richtig stoisch!) angesichts des Autogeschiebes, wie ich beobachten konnte.
Ich stand da eine knappe Dreiviertelstunde gestern zwischen 16.45 und 17:25 Uhr. Die 35 Beispiele auf den Fotos und den beiden Kollagen zeigen lange nicht alle, die ich fotografiert habe, und ich habe nicht alle fotografiert, die durch fuhren. Das ging gar nicht.Es gab einige Autofahrende, die angesichts der Schilder und Sperren nicht reinfuhren, gefühlt 1 von 10. Am Südheimer Platz stieg ein Autofahrer aus, weil er mich hatte fotografieren sehen und sprach mich an. Ich erklärte, dass ich die Situation beobachte, man dürfe ja hier nicht reinfahren, übrigens auch die Radfahrenden nicht, aber das sei falsch beschildert. Er war der Meinung, ich würde ihn und alle anderen anzeigen und hielt zwei andere Autofahrer an, um ihnen zu sagen, dass ich sie anzeige. Ich erklärte den drei Herren, dass ich niemanden anzeige, sondern nur einen Blogbeitrag schreibe (und Nummernschilder oder Personen sind da nicht zu identifizieren). Diese drei Autofahrer übrigens drehten dann tatsächlich um und fuhren nicht illegal auf der Burgstallstraße weiter.
Deshalb denke ich: Eine Polizeikontrolle auch nur mitBelehrungen und ohne Strafzettel ein paar Mal hintereinander zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends würde viel bewirken. Ich finde schon, dass die Stadt Stuttgart und die Polizei Radfahrende auf ihren Straßen schützen muss. Autofahrende haben sehr viele andere Straßen zur Verfügung, wir haben nur diese eine Hauptradroute 1 für uns. Und wir wollen doch auch nicht, dass entnervte Radfahrende (entweder weil sie Angst haben oder weil sie sonst in Autostau stecken) den Gehweg nehmen, so wie dieser Radler.
Bitte, liebe Stadt und liebe Polizei, kümmert euch darum, dass die Regeln eingehalten werden, und ergänzt das Verkehrszeichen am Südheimer Platz mit einem "Rad frei".







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