Seiten

12. Juni 2026

Bitte etwas mehr Respekt vor dem Radverkehr!

Einfach mal Durchfart-verboten-Schilder aufstellen, weil die Straße zu schmal ist für den Autoverkehr, und sie damit zugleich für den Radverkehr zu sperren, das geht nicht. Das  darf heutzutage nicht mehr vorkommen. 

Immer mal wieder, so auch gestern, wird auf der Tübinger Straße beim Gerber die Durchfahrt verboten. Dann stehen da plötzlich die weißen runden Schilder mit rotem Rand ohne ein Rad frei darunter herum. Das bedeutet, auch für den Radverkehr verboten. Warum aber diese drastische Maßnahme, ist nicht erkennbar. 

Dies ist die Hauptradroute 1, hier radeln täglich Tausende durch. Die Haupt-Autoroute, die B27 oder B14, sperrt man ja auch nicht mal so zwischendurch komplett. Da überlegt man sich, wo der Verkehr lang fließen soll. Das, bitte schön, muss man sich auch überlegen, bevor man Durchfahrtsverbote auf der Hauptradroute 1 aufstellt. Es ist immer wieder dasselbe Problem: Nur an Autos gedacht, an Fahrräder nicht, so als gäbe es die gar nicht. Ich bin ziemlich sauer. 

Klar, dass sich kein einziger Radfahrer und keine einzige Radfahrerin an die Beschilderung hält. Sie existiert für sie nicht. Man radelt weiter, so hätten diese Verkehrszeichen keinerlei Bedeutung für den Radverkehr. Und ich bin überzeugt, dass viele Radler:innen auch glauben, dass das Durchfahrtverbot für sie nicht gilt. Man kann ja problemlos durch fahren. Räder sind so schmal, sie kommen durch, wo Autos nicht durchkommen. Natürlich halten sich auch viele Autofahrendende nicht dran. Als ich durchradelte, hupten sich zwei Autofahrer an, der eine war gerade durchgefahren, der andere wollte gerade in den Abschnitt reinfahren.  

So geht das nicht! 

 Es wird dringend Zeit für mehr Kenntnis über den Radverkehr und für mehr Respekt vor dem Radverkehr.

8 Kommentare:

  1. Das ist die Krux mit unverständleicher oder sogar falscher Beschilderung. Es erzieht zur Missachtung. Wenn immer und immer weider derselbe Fehler gemacht wird, wird irgendwann einfach alles ignoriert. So erzieht man Regelmissachtung.
    Karin

    AntwortenLöschen
  2. Hm ja, also ich wollte heute abend um 22.20 da durch fahren, und tatsächlich kommt man da mit dem Fahrrad nicht durch. Es steht ein ein riesiger mobiler Kran mitten auf der Strasse, um einen grossen gelben Baukran aufzubauen. Das ganze nimmt so viel Platz ein, dass links nur ein schmaler Pfad übrig bleibt für Fussgänger, die sich da durchquetschen. Also deswegen wollt das totale Fahrverbot für alle. So wie ich das auf dem Foto sehe, gilt es von heute (Freitag 12. Juni) 20 Uhr bis am Samstag morgen um 07.00 Uhr, also wohl so lange bis das Aufstellen des gelben Baukrans dauert / fertig ist.
    Es wäre natürlich nett gewesen, wenn da eine Umleitung für Fahrradfahrende ausgeschildert wäre. Ortskundige realisieren schnell, dass man über die Krummestrasse das Problem easy umfahren kann.

    Grüsse, Andreas

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. PS: Also die zeitliche Beschränkung steht under dem Halteverbot für Autos, aber wohl sollte diese auch für die Durchfahrt / Fahrverbot gelten? Würde auf jeden Fall Sinn machen. Wäre interessant zu wissen, wer hier den Fehler gemacht hat: Die Baufirma, die Kranfirma, die Firma die die Schilder aufstellt, oder das Amt, oder Kommunikationsprobleme zwischen all diesen Betiligten?
      Grüsse, Andreas

      Löschen
  3. Schon so oft thematisiert: Die Verwaltung in S. will's nicht. Solange kein drastischer Druck von der Verwaltungsspitze, sprich OB kommt, wird das so bleiben. Stuttgart ist, was Fahrradfahren angeht ein lost place. Wer das Thema ernst nimmt, greift hier durch, Stuttgart verteilt Placebos.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. P.S. Bin gerade in Paris. Was sich da in den letzten 10 Jahren zu Gunsten des Fahrads getan hat, ist enorm. Autospuren entfernt, Radstreifen mit und auch ohne bauliche Trennung und viel grüne Bepflanzung auf verbreiterten Gehwegen angelegt. An der Nordseite der Seine entlang noch altes Stauchaos, aber sonst sehr ruhig und vor allem auch langsamer Verkehr - auch unter der Woche. Wer will, der kann. Ich weiß die Bürgermeisterin in P. hat mehr Gestaltungsmöglichkeiten als ihr Pendant in D, aber wir haben in BW grundsätzlich keine schlechten Voraussetzunge.

      Löschen
    2. Lieber Mathy, das glingt gut. Hast du ein paar Fotos und möchtest mir (und damit uns allen hier) deine Eindrücke schildern? Dann schreib mir ne Mail.

      Löschen
  4. Kann es sein, dass die Beschilderung jetzt geändert wurde? Beim durchradeln ist mir an dieser Stelle ein Fußgängerverbotsschild aufgefallen und Autofahrende versuchen sich in beide Richtungen mit ihren PKWs durchzudrücken. Also schlimmer als vorher.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich denke, die Beschilderung ändert sich täglich (ich war aber gestern und heute nicht dort) und ist relativ zufällig, jedenfalls nicht konsistent.

      Löschen