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30. Juni 2026

Asphaltierte Radwege sind kein Problem für die Natur

Auch in Stuttgart diskutieren wir Radfahrenden immer wieder mit Stadt, Forstwirtschaft und Naturschutzverbänden darüber, ob ein viel beradelter Weg im Wald asphaltiert werden darf. 

Der Naturschutz scheint dem Ausbau des Radwegnetzes entgegenzustehen. Tatsächlich zeigt ein umfangreiches Gutachten zu Radwegen in Naturschutzgebieten in Mecklenburg-Vorpommern, über das Klimaaktiv berichtet, dass es keine negativen Auswirkungen auf Bodenversiegelung und Wasserhaushalt gibt, wenn man Radrouten mit einem gebundenen Belag baut, also beispielsweise asphaltiert. Die Untersuchungen wurden an mindestens fünf Jahre alten Radwegen bei verschiedenen Untergründen durchgeführt, darunter Sand, Mergel, Moore, Kreide. Man hat auch unterschiedliche Bauweisen untersucht wie Pflaster, Asphalt, gebundene (also verklebte) Wege und Beton und das im Sommer und im Winter. 

Das Ergebnis lautet: Der Radweg mit gebundener Decke ist ein Bodensigel ohne versiegelnde Wirkung.

Die Untersuchungen (mehr Datenmaterial und Bericht hier) widerlegen das Argument, ein asphaltierter Radweg habe eine negative Auswirkung auf den Boden. Es konnte unter den Wegen keine Veränderung des Wasserhaushalts festgestellt werden. Gebundene Radwege können den Untergrund sogar vor extremen Verdichtungen schützen. Denn auch ungebundne Radwege, also unsere Schotterstecken in unseren Wäldern, verdichten den Untergrund und das Ausmaß der Verdichtung durch Fahrräder wird dabei offenbar deutlich unterschätzt. 

Also, asphaltierte Radwege in freier Natur sind sogar besser als Schotterwege. 

In der Studie, die mir vorliegt, heißt es: "Auf allen Bodenstandorten lässt sich unter gebundenen Radwegedecken keine Negativveränderung des Wasserhaushalts ableiten. Eine Versiegelungswirkung kann, ausgehend von den ermittelten natürlichen Wassergehalten, nicht nachgewiesen werden. Der Vergleich des Einflusses der gebundenen und ungebundenen Befestigungen auf den natürlichen Wasserhaushalt bestätigt nicht die üblichen Annahmen, dass die Pflasterbauweise und die ungebundene Decke ein Beispiel für ökologisches Bauen sind. Der Radweg mit gebundener Decke ist ein Bodensiegel ohne versiegelnde Wirkung."

Wir selber sehen das, wenn wir bei Regen auf Waldwegen radeln. Da stehen die Pfützen drauf. Oftmals haben wir zudem eine über Jahrzehnte in die Höhe gewachsene Aufschüttung von Schotter. Auch diese müssen von der Oberfläche her entwässert werden, weshalb sie sich zum Rand senken und, wie zum Beispiel im Greutter Wald (Foto), von kleinen Gräben begleitet werden. Der Untergrund darunter dürfte mittlerweile stark verdichtet sein. 

Es gibt kein Umweltschutzargument mehr gegen das Asphaltieren einiger viel benutzter Radrouten durch den Wald. Für uns und die Stadt Stuttgart bedeutet dass, dass wir die wichtigen tangentialen Radrouten, die durch den Wald führen, beispielsweise zwischen Vaihingen und Weilimdorf  oder zwischen Degerloch und Sillenbuch oder Hedelfingen ruhig alltagstauglich machen und asphaltieren können (nicht alle Waldwege natürlich, sondern nur die, die als Radrouten dienen). Es gibt kein Umweltschutz-Argument dagegen. 

25 Kommentare:

  1. Na, da finden wir noch andere Gegenargumente!
    /Satire

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  2. Wenn ich zu Fuß im Wald unterwegs bin, möchte ich keine geteerten Wege haben. Und mit dem Fahrrad stören mich die Schotterwege, wie sie in Stuttgart sind, nicht. Ganz im Gegenteil, sie machen eine schönere Waldatmosphäre als geteerte Wege.

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    1. Es geht nicht darum, alle Wege zu teeren. Und es gibt viele Radfahrende - wie ich aus Gesprächen weiß - die es stört, wenn sie bei schlechtem Wetter auf Schotterwegen zur Arbeit und nach Hause radeln müssen. Die Fahrräder und die Klamotten verdrecken dabei, der Untergrund ist unberechenbar. Und es gibt im Wald bereits geteerte Wege für alle, etwa beim Bärenschlössle.

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    2. Ich habe schon verstanden, dass nicht alle Wege geteert werden sollen. Und ich weiß auch, dass es bereits geteerte Wege im Wald gibt. Ich bin viel im Wald unterwegs ;-)

      Nur, weil es etwas schon gibt, heißt es ja nicht, dass es gut ist.

      Wenn man mit vielen Menschen spricht, bekommt man viele unterschiedliche Meinungen. Meine Meinung ist ganz klar: Keine geteerten Waldwege!

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    3. ... Wege die von so vielen Radfahrern im Alltagsverkehr genutzt werden, dass man über eine Asphaltdecke nachdenken kann, sollten für Spaziergänger eh nicht zu attraktiv sein. ich denke die meisten Alltagsradler freuen sich wenn weniger Spaziergänger wegen der schönen Waldatmosphäre dort spazieren gehen, es fährt sich einfach entspannter. Außerdem findet man unter diesen Spaziergängern sind sicher einige die meinen flotte Alltagsradler würden den Erholungswert eines solchen Weges einschränken.
      Daher denke ich dass Alltagsradwege eine gebundene Deckschicht brauchen, und wenn der Weg durch den Wald führt ist es gut, dass die Versiegelung die dadurch entsteht keine wirkliche Wirkung hat.

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    4. @Anonym: Deine Argumentation ist die, die Christine bei Auto vs. Radfahrer immer ablehnt: Der Stärkere verdrängt den Schwächeren.

      Und Bedenke, es gibt auch Alltagsfußgänger. Und oft keine Alternative zu dem dann geteerten Weg. Wobei der Punkt schwierig allgemein zu beantworten ist.

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    5. nein ich will niemanden verdrängen, Wenn aber das Argument dass ein aspaltierter Radweg weniger attraktiv für Spaziergänger ist, weil der nicht dem Charakter des Waldes entspricht gebracht wird, dann ist es doch legitim zu sagen, dass es bei einem Alltagsradweg nicht von Nachteil ist wenn Spaziergänger auf echten Waldwegen und nicht auf dieser Strecke laufen.
      Ich bin als Radfahrer auch nicht gegen gute Verbindungen fürs Auto, nur weil ich finde, dass eine 14m breite Fahrbahn die Strecke für den Radverkehr unattraktiv macht, dann fahre ich da nicht. Und von Menschen die gerne durch den Wald laufen erwarte ich halt, dass sie nicht gegen den Ausbau einer Strecke sind nur weil sie meinen das dort dann spazierengehen nicht mehr so toll ist. Ich will keineswegs alle Waldwege ausbauen, nur die, die eine echte Bedeutung im Alltagsverkehr haben. Das hat dann auch einen Bündelungseffekt der die Wege die für Spaziergänger interessant sind von Alltagsradlern entlastet, denn die fahren lieber einen minimalen Umweg wenn man dort dafür gleichmäßiger fahren kann.
      Alltagsfußgänger sind auf den Wegen die ich so im Kopf hab kein Problem, manchmal sehe ich einen (immer den gleichen) der die > 5km durch den Wald wirklich zu Fuß läuft und nicht so aussieht als würde der gerade seinen Sport machen, aber der läuft auch so, dass Radler einfach vorbei fahren können. Die Spaziergänger tun das eben oft nicht. Und wenn ein Weg so stark frequentiert wird dass Alltagsfußgänger und Alltagsradler dort in Konflikt geraten dann muss man den eben ein bisschen breiter machen und eine Linie auf den Boden malen. Mir fällt jetzt aber kein solcher Weg durch einen Wald ein.
      Ich will also explizit keine Verdrängung und schon gar kein Recht des Stärkeren. Ich muss allerdings zugeben, dass ich reine Radwege außerhalb geschlossener Ortschaften vermisse, denn es finden sich immer Fußgänger die auf Rad /Fußwegen so laufen dass Radfahrer extrem im Reisetempo eingeschränkt werden, und ich meine nicht Wanderwege sondern kleine Grüppchen auf Wegen die als Radweg gebaut und beworben wurden. um es klar zu sagen, das ist eine kleine Minderheit der Fußgänger!

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    6. Aus der Betrachtungsweise unterschiedlicher Nutzung kann ich das Argument nachvollziehen, hier kollidieren Wünsche miteinander. Aber: "ich wünsche generell keine asphaltierten Waldwege (denn der Wald ist erst mal für Fußgänger da)" ist recht global. Es gibt ja auch viele Kraftfahrstraßen durch den Wald. Sollen die auch weg? Oder ist das eher: "da kann man eh nichts machen. Aber ich will das, was übrig ist, nicht auch noch an Radfahrende verlieren"? Es geht ja nicht um viele Wege, nur um fehlende wichtige Verbindungswege. Es gibt zum Beispiel vom Stuttgarter Südwesten keine asphaltierten Wege nach Renningen oder Magstadt. Mit dem Rennrad fährt man hier grundsätzlich über recht ungemütliche und schnell befahrene Kreisstraßen. Ein Beispiel für eine wirklich nützliche Verbindung, die ja schon existiert, ist der HR1 nach Böblingen auf der ehemaligen Panzerstraße.

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  3. "und das Ausmaß der Verdichtung durch Fahrräder wird dabei offenbar deutlich unterschätzt. "
    Sind es wirklich ausschließlich die Fahrräder ? Oder trägt auch der auf diesen Wegen erlaubte KFZ-Verkehr ( z.B des Forstbetriebs) seinen Teil dazu bei ?

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    1. In der Studie geht es um Fahrräder. Bei uns im Wald dürften auch Wirtschaftsfahrzeuge der Forstwirtschaft auf den Wegen fahren und sie noch mehr verdichten.

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  4. Liebe Frau Lehmann,

    leider ist der Schluss, den Sie nach dem Lesen der zitierten Studie ziehen, so nicht korrekt. Ihre Aussage aus der Überschrift, asphaltierte Radwege seien "kein Problem für die Natur" lässt sich aus der von Ihnen zitierten Studie an keiner Stelle herauslesen und ist meiner fachlichen Einschätzung nach sogar falsch.

    Vorab:
    1. Ich bin selber passionierter Radfahrer, besitze kein Auto und erledige alles mit dem Rad oder dem ÖPNV. Ich fahre viel lieber auf glatten, asphaltierten Radwegen, als auf wassergebunden Wegedecken.
    2. Als studierter Landschaftsökologe habe ich mich mit besagter Studie vor zwei Jahren ausführlich befasst, da ich sie zunächst auch als gutes Argument für den asphaltierten Radwegebau in unserer Kommune betrachtet habe. Damals ging es um die Diskussion der "versiegelten" Radwege durch Landschaftsschutzgebiete.

    Die Studie untersucht nur zwei bodenphysikalische Größen: den Wassergehalt der Böden unterhalb der verschiedenen Wegedecken und die Bodenverdichtung. Nicht untersucht werden Flora, Fauna, Klima/Luft, das Wirkungsgefüge zwischen diesen sowie Lebensräume. Eine Bodenfeuchte-Messung sagt nichts über Biodiversität, Habitate, Zerschneidung oder Lebensgemeinschaften aus.
    Hinsichtlich des Wassergehalts kommt die Studie zum Schluss, dass der Wassergehalt bei den gebundenen Wegedecken in etwa derselbe ist, wie in 20m Abstand zu den Wegen. Der Wasserhaushalt (dynamische Prozesse, wie Versickerung, Abfluss, Verdunstung, Grundwasserneubildung) wird nicht untersucht.
    Die Studie kann die Frage "Weg vs. kein Weg" gar nicht beantworten, da sie zumeist hochverdichtete Vergleichsflächen heranzieht. Die Vergleichsproben mit 20m Abstand zu den Wegen wurden nämlich überwiegend auf Ackerflächen genommen, die durch die Befahrung mit schweren Landmaschinen in der hier untersuchten Tiefe selbst stark verdichtet sind.
    Außerdem wird die Wurzelzone der untersuchten Böden nicht in die Berechnung einbezogen. Die Zone, in der viel Leben im Boden stattfindet.

    Asphaltierte Radwege in freier Natur sind also nur besser als Schotterwege, wenn Sie die Verdichtung und den Wassergehalt, aber nichts anderes betrachten. Sie sind nicht "besser" für die Natur, wie sie suggerieren. Das gibt die Studie nicht her.

    Natürliche Prozesse und Auswirkungen werden in der Studie nämlich nicht untersucht. Dazu zählen, neben den oben in Klammern aufgezählten, mikroklimatische Funktionen, Biodiversität, Barrierewirkung, etc. Ein aufgeheizter asphaltierter Weg kann für Klein- und Kleinstlebewesen z.B. eine Barrierewirkung haben.

    Eine richtigere Überschrift als Zusammenfassung der Studie wäre: Asphalt ist für die Unterbodenfeuchte nicht schlechter als Schotter.
    Ein Fazit, das man meiner Meinung nach aus der Studie mit Blick auf den Radwegebau ziehen könnte, ist z.B.: Wenn man sich schon dafür entschieden hat, irgendwo einen Radweg zu bauen, dann kann man ihn auch asphaltieren, wenn man in unmittelbarer Nähe zum Radweg den entsprechenden Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft umsetzt. Ein Radwegebau hat aber immer eine negative Auswirkung auf die Natur.

    Da ich beruflich im Natur- und Klimaschutz tätig bin und mich gleichzeitig für den Radverkehr engagiere, habe ich nach dem Lesen dieser Studie beschlossen, primär die Ausweisung von Radwegen auf bereits vorhandener, asphaltierter Infrastruktur zu fordern. Erst wenn nachgewiesen wird, dass das keinesfalls möglich ist, sollte man sich überhaupt mit einer Neuversiegelung befassen.

    Viele Grüße

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    1. Danke für diese ergänzenden Informationen. Darf ich zurückfragen, ob sich nicht Schotterwege, die ja hauptsächlich aus Steinchen bestehen, nicht auch ziemlich aufheizen und eine Barriere darstellen könnten. Habe ich mich nämlich beim Schreiben auch schon gefragt.

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    2. Es gibt mehrere Gründe für das stärkere Aufheizen von asphaltierten Wegen gegenüber Schotterwegen. Der wichtigste ist die Farbe. Der meist dunkle Asphalt nimmt mehr Energie auf, als heller Schotter. Außerdem ist ein Schotterweg nicht so "dicht", wie eine Asphaltoberfläche. Das verringert seine Wärmeleitfähigkeit und -kapazität. Die Wärme kann nicht so gut tief ins Material eindringen. Diese geringe "Dichte" bzw. die vorhandenen "Poren" im Gegensatz zum Asphalt sorgen zudem dafür, dass mehr Wasser im Material vorhanden ist und eine bestimmte, wenn auch geringe, Verdunstung und somit Abkühlung auf der Oberfläche stattfinden kann. Schotterwege heizen sich also nicht nur weniger stark auf, sondern kühlen auch viel schneller wieder ab, als Asphaltwege.
      Man könnte zwar sagen, dass sich beide Oberflächen auf ähnliche Temperaturen erhitzen, aber dass Schotter viel schneller abkühlt, während Asphalt noch lange heiß bleibt, auch wenn keine Sonne mehr drauf scheint. Ich habe mal den Satz gelesen: Wenn ein Radweg in voller Sonne liegt, ist ein heller Belag oder Beschattung oft wichtiger als die Frage „Asphalt oder Schotter“ allein.

      Mit Blick auf Ihren Blogbeitrag: Sowohl Schotter- als auch Asphaltwege sind "ein Problem" für die Natur.

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    3. Danke. Der Mensch und sein Mobilitätsbedürfnis ist ein Problem für die Natur. wobei der schmale Radweg jeden Vergleich mit der parallelen Autobahn oder Schnellstraße (das wäre bei der Wildparkstraße, die in Stuttgart dringend einen parallelen Radweg braucht, der Fall) gut besteht.

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    4. Wobei mir noch einfällt, dass die Hitze im Sommer auf einem asphaltierten Radweg negativ wirkt, im Herbst, Winter und Frühjahr aber eher nicht.

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  5. Ja, ist definitiv umweltfreundlich, nachhaltig und vorteilhaft für eine 'Verkehrswende', wenn endlich auch die Wälder mit Radwegen asphaltiert werden, und im Gegenzug das vorhandene Straßennetz - natürlich wegen der subjektiven Sicherheit - exklusiv dem Auto überlassen wird.
    Perfekte Lösung und alle zufrieden:
    - Autoindustrie, weil, infolge der strukturellen Untauglichkeit von Waldradwegen für 24/7/365 Betrieb, die Vorhaltenotwendigkeit für's eigene Auto nicht angetastet wird
    - Radlobbys, weil der Trend zur so wichtigen 'Baulichen Separation nach Niederländischem Vorbild' gestärkt wird
    - Autofahrer:innen, weil so, zumindest saisonal, das zeitraubende Stadt-Umland Stauproblem gemildert wird
    - IHK und Unternehmerlobbys, weil der Erreichbarkeitsradius für die Akquise von Arbeitskräften erweitert wird (autogerechte Stauentlastung)
    - Tiefbauer und Asphaltindustrie, weil so angesichts der noch relativ umfangreichen forstwirtschaftlichen Flächen (im Volksmund 'Wald') eine nachhaltige Verstetigung von Aufträgen stattfinden kann
    - Laternenhersteller, weil absehbar als nächstes (subjektive Sicherheit Geschlechtergerechtigkeit und so ...) eine adaptive Beleuchtung des anwachsenden forstwirtschaftlichen Radwegenetzes gebraucht wird (Vorbild Fahrradhauptstadt Münster, ->'smart forrest')
    - Öko- und Biolog:innen, weil das Ausmaß der negativen Waldbeeinflussung ja regelmässig evaluiert werden muss
    - ...
    - ...
    Und nicht zuletzt:
    wenn das bald vollständig radbefreite (ehemals allgemeine bald dann Auto-exklusive) Straßennetz erfolgreich weiteres Wachstum beim MIV induziert, die Sommertemperaturen dementsprechend Richtung 45°C wandern, können wir uns doch auch mal anerkennend freuen über die schönen neuen kühl-schattigen Rad-Asphaltflächen in unseren 'Wäldern', weshalb das Ganze dann auch noch perfekt als Klimaanpassungsmaßnahme vermarktet werden kann.
    Alfons Krückmann

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  6. Wenn man ein paar Waldwege vernünftig asphaltiert kann man sich möglicherweise sogar einige Fahrradstrassen oder Radwege parallel zu Hauptstraßen sparen. Das Königstraße etwa müsste m. E. nicht unbedingt Fahrradstrasse werden, wenn man einen (!) der Waldwege zwischen Schönberg und Waldau asphaltiert. Auch die Neue Weinsteige braucht keine Radspur,wenn man den Wernhaldenweg ab dem Königstraße asphaltiert. Dazu noch einen der Waldwege zwischen Sillenbuch und Ruhbank. Dazu den Belag auf Dobelsträssle und steilem Bopser erneuern und das ganze ein bissle abflachen wäre schon viel.

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    1. Vergiss nicht die soziale Sicherheit. Waldwege sind kein Ersatz für eine bei Nacht für Kinder und Jugendliche und Frauen stressfrei befahrbare Wege. Sie sind eine Hilfe für Weitstrecken-Radpendler:innen auf Tangentialstrecken wie Wildparkstraße. Gäbe es einige gut ausgebaute Radstrecken, die rund um Stuttgart die Stadtteile verbinden, könnte das sogar Radverkehr produzieren und Autoverkehr verringern.

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    2. ... genau darum geht es auch, der Bedarf ist relativ gering, aber ein paar Strecken wären sehr Vorteilhaft.
      Auf gut genutzten Pendlerstrecken ist auch das Sicherheitsgefühl höher weil man zu den Hauptzeiten nie allein unterwegs ist, taugt nicht für den Heimweg nachts aber pendeln kann man und auch Frau durch den Wald.
      Daher halte ich die Diskussion um den Charakter des Waldes für falsch, es geht nicht darum flächendeckend Forstwege zu asphaltieren, sondern darum einzelne Strecken für den Alltagsverkehr fit zu machen.

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  7. Im Waldgebiet zwischen Weilimdorf Botnang Stuttgart West und Stuttgart Süd sind alle Straßen Kraftfahrstraßen, die für Radfahrer gesperrt sind. Es gibt nur die Waldwege die zum großen Teil mit minderwertigen Kalksplitt bestreut sind. Bei Trockenheit staubig und zerfallend, bei Nässe matschig, an Gefällestrecken stark ausgeschemmt. Radfahrer die von Rohr, oder Vaihingen nach Feuerbach, oder Weilimdorf pendeln kann man an extrem mit Kalkschlamm verschmutzten Fahrrädern erkennen. Das verschleißt eine Kettenschaltung viel stärker und nach der Ankunft muss man sich dann umziehen.

    Ich erwarte schon, daß zwischen Stadtteilen direkte bei jeder Witterung befahrbare Radverkehrsverbindungen angeboten werden.

    Mich regt auf, daß es wenn es um Radverkehrsverbindungen im Wald geht immer ökologische Diskussionen gibt, während für den Kfz Verkehr ohne große Diskussion Bäume gefällt werden und die Straßen immer breiter werden. Warum bekommt der umweltfreundlichste Verkehr die schlechtesten umwegigsten und topografische ungünstigen Wege?

    Ich meine am Schattenring sind das über 8 Fahrspuren. Aber den mit dem Auto anreisenden Erholung Suchenden werden asphaltierte Parkplätze an der Wildparksttaße angeboten. An der Madentalstraße ist der Parkstreifen auf über einen km asphaltiert. Wenn diese Flächen entsiegelt und dafür die Radverkehrsverbindungen asphaltiert würden, gäbe es in Summe weniger versiegelte Fläche.
    Besser wäre es wenn bei den Kraftfahrstraßen etwa Platz für den langsamen Verkehr abgezwakt würde. Dann hätten auch Stellaroller und andere Leichtkraftfahrzeuge direkte Verbindungen.

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    1. Danke. So sehe ich das auch. Zumal Asphaltwege im Lauf der Zeit hellgrau werden und damit den geschotterten Waldwegen ähneln.

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    2. danke, ein kommentar mit echten Argumenten für echte Strecken, ohne Schreckenszenarien.
      Was noch dazu kommt. große Asphaltflächen wie Parkplätze sind massive Versiegelungen, Radwege sind so harmlos weil sie so schmal sind, dass sich das Wasser von beiden Seiten des Weges sehr schnell wieder unter dem Weg trifft, je breiter die Fläche desto später passiert das und bei sehr breiten Flächen eben nicht mehr in den relevanten Schichten. Dazu kommt natürlich, dass Autobahnen und für viel LKW Verkehr geeignete Fahrbahnen einen bis in einige Meter tiefe verdichteten Unterbau haben, den gibt es bei Radwegen nicht.

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    3. Ja.
      Zügige komfortable und sichere für den Radverkehr nutzbare Verbindungen zwischen Stadt und Umland, sowie auf den Tangenten müssten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
      Warum das nicht der Fall ist erschießt sich bei der Betrachtung der Entwicklung des Systems des Automobilismus.
      Das Ausweichen in Wald und Wiese verstärkt dummerweise genau diesen Automobilismus, der ja für die vielen Garstigkeiten der gegenwärtigen Verkehrssituationen und für einen Großteil der Versiegelungen (incl. Zersiedelung, Suburbanisierung, Regionen der weiten Wege, Destruktion des Schienenverkehrs, etc.) verantwortlich ist.
      Also:
      Bock -> Gärtner
      Besser:
      'reclaim the streets'
      Alfons Krückmann

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  8. Brutal schlammig die Waldwege von November bis April. Fahre täglich über Hasenbergsteige von S-West, via Bärenseen nach Büsnau. Die Strecke ist teilweise als Fahrradweg ausgewiesen, aber bis auf ein kleines Stück nicht asphaltiert. Mein Fahrrad, meine Schuhe sind im Winter immer komplett eingeschlammt, da ich nur am WE dazu komme es zu reinigen.
    Bin mir etwas unschlüssig ob eine Asphaltierung gut wäre, einerseits wäre es dann deutlich wenig dreckig und bequemer zu fahren, andererseits verändert es schon den Charakter des Waldes und hat negative Auswirkungen auf das Ökosystem (siehe obigen Beitrag). Z.B. ist wohl für viele Kleintiere ist ein Schotterweg ein kleineres Hindernis als ein Asphaltierter weg. Also, der Schlamm gehört halt einfach dazu, zu einem immersiven Naturerlebnis im Wald. Ausserdem fährt es sich bei Schnee und Eis deutlich einfacher auf Waldwegen. Auf asphaltierten Strassen entsteht aus Schnee bald blankes Eis; auf Schotterwegen versickert das Schmelzwasser hingegen schnell, ohne Eis zu bilden. D.h. auf asphaltierten Radwegen im Wald müsste es dann auch einen Winterdienst geben, was wohl in S noch nie wirklich funktioniert hat....

    Grüsse, Andreas

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