Auch wenn man mit modernen Pedelecs eigentlich jeden Anstieg hochkommt, mag sich die eine oder der andere entschließen, das Rad den steilsten Abschnitt doch hoch zu schieben. Oder der steile Pfad ist so schmal, dass man lieber schiebt. Und das wird anstrengend.
Deshalb haben Pedelecs eine Schiebehilfe, die bis zu einer Geschwindigkeit von 4 bis 6 km/h das Rad antreibt (man kann sich vom Rad damit zu Fuß regelrecht den Hang hoch ziehen lassen). Sie Funktion ist aber meistens irgendwo versteckt, und wenn man sie selten nutzt, dann fällt einem meist nicht ein, welche Taste das jetzt war, wenn man es braucht. Hat man ein Smartphone dabei, kann kann man immerhin noch mal kurz recherchieren.
Die meisten dürften mit einem Bosch-System radeln. Aber auch Bosch hat Dutzende verschiedene Lenker-Displays mit unterschiedlichen Bedienelementen. Um die Schiebehilfe zu aktivieren, muss man beim Bosch Smart System (Purion) an der linken Lenkereinheit die Minustaste drücken (Bild ganz oben). Das ist am senkrechten Element ganz unten. Hält man sie zwei Sekunden gedrückt, ist die Schiebehilfe an. Solange man die Taste gedrückt hält, bekommt man den Schub. Zum Stoppen lässt man die Taste los. Dann dauert es zehn Sekunden, bis man wieder radeln kann. Um die Schiebehilfe schnell abzustellen, drückt man das Plus. Bei den älteren Purion-Displays befindet sich die Walk-Taste am unteren Rand des Displays. Übrigens, stellt man mitten im Hochschieben die Schiebehilfe ab, rollt das Rad dennoch meist nicht gleich zurück. Das System blockiert das Rückwärtsrollen für zehn Sekunden. Eine Hilfe beim Antreten am Berg hat das System auch. Man drückt die Schiebehilfe und tritt dabei aufs Pedal. Bei den alten Boschsystemen mit dem großen Display über der Lenkerstütze und der kleinen Bedieneinheit links am Lenker ist es der Knopf am oberen Rand (Bild rechts).Beim Schimano-Steps-System geht das ähnlich. Man drückt die untere Minus-Taste solange, bis auf dem kleinen Display ein Fußgänger erscheint oder das Wort Walk oder Gehen. Dann drückt man das Minus erneut, und der Motor schiebt mit bis zu (flotten) 6 km/h an. Lässt man die Taste los, stoppt das Rad. Um wieder in den Fahrmodus zu wechseln, drückt man die Plus-Taste.
Bei den neueren Modellen von Panasonic (Fit Remote) gibt es eine Schiebehilfetaste, die entweder oben oder seitlich an der mit dem Daumen erreichbaren Bedieneinheit platziert ist. Es erscheint auf dem Display für zwei Sekunden irdendwas, was wie Schiebehilfe oder ein Fußgänger aussieht. Innerhalb dieser Sekunden drückt man und hält dann die Plus-Taste und der Motor schiebt solange, bis man sie loslässt. Und Achtung: Bei Panasonic-Motoren ist die Kraft der Schiebehilfe vom eingelegten Gang abhängig, und es empfiehlt sich an steilen Strecken, einen kleinen Gang einzulegen. Ist ein hoher Gang eingelegt, hat der Motor eventuell nicht genug Kraft, das Pedelec den Hang hochzuschieben.
Ich empfehle, vor einer längeren Tour die Schiebehilfe zu suchen und mal kurz auszuprobieren. Dann klappt es auch bei Stress vor einem hohen Bordstein oder ein paar Stufen oder einer steilen Treppenrampe.


Es gibt mittlerweile leichtere Pedelecs. Das "Bosch-Standard" Pedelec liegt zwar immer noch bei 28-36kg, aber es gibt endlich auch Leicht-Pedelecs mit Mittelmotoren die für Steigungen leistungsstark genug sind. Selbst mit Bosch Motoren (der SX Mittelmotor) aber noch besser mit TQ oder Specialized/Mahle. Pedelecs ohne Vollausstatung gibt es schon unter 10kg, mit Vollausstattung ab 15kg. Selbst wenn man nicht so viel ausgeben will gibt es z.B. das Cube Editor Hybrid, in Vollausstattung 19kg(!) und aktuell vereinzelt neu für unter 2000 Euro zu haben (Abverkauf altes Modelljahr).
AntwortenLöschenWarnen muss man aber vor Nabenmotoren die man im neunen Modelljahr 2027 auf günstigeren "Leicht-Pedelecs" findet, insbesondere wenn sie ohne Drehmomentsensor an der Kurbel kommen wie der neue Bosch Nabenmotor. Denn der Drehmomentsensor ist nicht nur wichtig für das "natürliche Gefühl" sondern für das Anfahren am Berg. Da der Nabenmotor dort ohnehin Nachteile hat potenzieren sich diese ohne Drehmomentsensor, ist also nichts für Stuttgart...
Das bedeutet nicht das Nabenmotoren immer schlechtger sind, die haben auch Vorteile (z.B. bei S-Pedelecs im Norddeutschen Flachland), doch empfehlen würde ich nur Systeme mit Drehmomentsensor an der Kurbel.
Danke, interessante Ergänzung!
LöschenDanke für den Hinweis, bei Shimano ( vielleicht liegt es am Alter) gibts keine Bremsfunktion. Rollt sofort wieder zurück. Auch ist der Motor (E6100) so schwach, dass erst ein kleiner Gang überhaupt nennenswert antreibt. Vor den Berg hochziehen, würde ich da nicht sprechen.
AntwortenLöschenSpricht viel dafür, Deinem Rat zu folgen und die Funktion auszuprobieren.
christo.
... ich dachte, die Schiebehilfe wäre in erste Linie für Situationen wo man gar nicht fahren kann, also Rampen aus Unterführungen , um Umlaufsperren an Steigungen, ...
AntwortenLöschenDas sind oft stellen an denen sich einige Radfahrende schwer tun aufzusteigen und los zu fahren. In den Situationen ist ein schweres Rad ein echter Nachteil.
Ich benutze die ganz gerne zum Rollern, ohne mich abstoßen zu müssen. Im höchsten Gang ergeben sich bei mir fußgängertaugliche 6 Km/h. Man sollte nur zum los radeln wieder in einen niedrigen Gang zurück schalten.
AntwortenLöschenHatte bisher noch keine Steigung bei der ich den Schiebemodus gebraucht hätte weil ich mit Motor problemlos alles radelnd schaffe was ohne Motor unmöglich wäre. Z.B. den Stich durch den Wald zw. Heineweg und Heinestr.
AntwortenLöschenDer interessante Usecase ist für mich eher vom Keller die Treppen hoch schieben. Und da funktioniert das nur so semi. Man muss dafür die richtige "Technik" drauf haben, dass das Rad auf den Stufen nicht durchdreht. Sprich das Hinterrad gegen die Treppe drücken oder das Vorderrad etwas anheben. Aber so richtig befriedigend habe ich das noch nicht raus. Tipps welcome!
Danke für den interessanten Hinweis, Helmut. Dass man mit der Schiebehilfe Kellertreppen hochkommt (wenn auch nicht ideal), habe ich mir nicht vorstellen können. Die Frage wäre, ob man auf der Kellertreppe per Brett eine glatte Bahn herstellen könnte. Oder ob man eine dieser Fahrradrampen installieren kann, wie man sie von Treppen im öffentlichen Raum kennt. Ich habe mal ein Haus gesehen, das so eine Rampe zumindest für die fünf Stufen zur äußeren Haustür installiert hatte.
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