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12. Juli 2026

Neuordnung des Radverkerhs am Max-Eyth-See - Status der Verwirrung

Die Bodenmalerei ist schon halbwegs fertig, aber die Verkehrszeichen fehlen noch. Das schafft Verwirrung. 

Wir werden uns  - bis die Verkehrsschilder stehen - fragen, wo wie nun wirklich radeln sollen und dürfen. Der Neckardamm soll nur noch für den Fußverkehr da sein, wie das Fußgängerpiktogramm auf dem Boden sagt. Wir Radfahrenden sollen nach der Aubrücke gleich rechts abbiegen und auf dem breiten Klinkerweg aufseiten der Stadtbahnline auf der anderen Seite um den See herum radeln. Was sogar eine Abkürzung ist. So wurde es 2022 vom Gemeinderat beschlossen (Karte ganz unten, gepunktelte Linie). Die Brücke, die im Entwurf gepunktelt eingezeichnet ist, wird eher nicht kommen, wir radeln also weiterhin durch die Marina, die vorn und hinten Schranken hat, zum Wehr Hofen. 

Dieser Weg ist aber derzeit sonntags noch per Schild für den Radverkehr gesperrt und zudem (anders als der Neckardamweg) als Gehweg mit Radfreigabe ausgausgeschildert. Hier gilt derzeit also immer Schrittgeschwindigkeit, was für eine Radroute absolut nicht geeignet und mit dem Rad nicht fahrbar ist. 

Sonnstags aber ist die Hofener Straße für den Autoverkehr gesperrt und für den Radverkehr offen (damit die Fußgänger:innen auf dem Gehweg ohne Radverkehr gehen können), und wird an sonnigen Sonntagen massenhaft genutzt. Die einzige für den Ausflugsverkehr naheligende Fortführung geht auf dem Feldweg am Ruderclub vorbei und unter der Aubrücke durch zum Max-Eyth-See. Auf dem Damm durfte man auch sonntags radeln (mit der gebotenen Rücksicht auf Fußgänger:innen). Und der Dammweg ist nicht als Gehweg ausgeschildert (für Kraftfahrzeuge verboten). Es gilt also nicht das Schrittgeschwindigkeitsgebot. 

Wenn sie mal fertig ist, ist die Neuordnung vermutlich gut. Der Klinkerweg ist war schlecht, hat aber keine Wurzelaufwerfungen wie der Uferweg. Er hat ein paar Bodenmarkierungen für Rad- und Fußverkehr in Richtung Aubrücke bekommen, in Gegenrichtung (zum Wehr Hofen) aber noch nicht. Es fehlt an der Gabelung auch der Hinweis, wo man jetzt lang radeln soll oder darf. Man muss sich hier rechts halten. Ich nehme an, die Bodenmarkierungen kommen noch. 

Dann radelt man aufseiten der Stadtbahnschienen am Max-Eyth-See entlang bis der Asphalt wieder beginnt. Vor der Marina kommt man auf den Dammweg zurück.

Und hier lösen wir uns dann in Luft auf. 

Denn nach links auf den Dammweg dürfen wir nicht, ein Fußgängerzeichen auf dem Asphalt sagt uns das. Nach rechts zu dem Bereich der Marina aber auch nicht, denn dort ist ebenfalls bislang nur ein Fußgängerzeichen auf dem Boden zu sehen, aber kein Radzeichen. Von der Hofener Schleuse kommt allerdings die der Radweg, der an der Schranke der Marina endet und führt hierhier. Ein Radverkehrswegweiser zeigt außerdem nach links auf den Neckardamm (letztlich Richtung Hänbgebrücke). Hier ist also noch alles völlig unklar. 

Von dieser Hängebrücke, dem Max-Eyth-Steg, dürfen wir übrigens auch nicht mehr die Kurve runter auf den Neckardammweg fahren. Das verbieten uns die Bodenmarkierungen. Aber auch hier fehlen noch die Schilder. Und solange die fehlen, gilt das alles ohnehin nicht als verpflichtend.  Diese Brücke ist allerdings eine durchaus wichtige Radverbindung mit Freiberg, Zuffenhausen und darüber hinaus. Ob sie über den Geradeausweg an die neue Radroute angebunden wird oder nicht, habe ich mir leider gestern nicht angeschaut. Mit dem Rad kann man die Austraße auf der dem Max-Eyth-See gegenüberliegenden Neckarseite bequem radeln, für eine Verbindung nach Hofen oder Münster/Cannstatt braucht man die Brücke nicht. Allerdings hat die Abfahrt von der Brücke  es vor allem Standardradfahrenden erleichtert, mit Schwung den steilen Weg nach Freiberg hinauf anzugehen. 

So wie es jetzt gerade aussieht, wird das alles zu ziemlicher Verwirrung unter den Radelnden führen, die hier heute am Sonntag unterwegs sind. Den Damm sollen sie nicht nehmen, der Weg, den sie nehmen sollen, ist aber verboten. Stellt sich uns die Frage, was gilt. Gelten Bodenmalereien auch ohne Verkehrsschilder oder nicht. 

Rechtlich ist es so, dass Bodenpiktogramme ohne Verkehrsschilder nur eine Empfehlung sind. Wir dürfen also durchaus noch auf dem Neckardamm am Max-Eyth-See entlang radeln. Ob die Radfahrenden das aber auch so einschätzen, möchte ich bezweifeln. Die Bodenmarkierungen haben etwas sehr zwingendes, das Schild rechts oben am Klinkerweg mag dabei übersehen werden. Nur die wenigsten dürften wissen, dass die Piktogramme alleine nichts bedeuten und immer nur die Verkehrsschilder gelten. 

Die Polizei wird sehr nachsichtig sein müssen, falls sie da kontrolliert. Radfahrende sind keine Verkehrsregelspezialist:innen, und manchmal ist es auch die Polizei nicht. Wir hatten das schon einmal 2016 im Schlossgarten, dass die Polizei irrtümlich meinte, Piktogramme auf dem Boden seien eine rechtsverbindliche Trennung in Radweg und Gehweg, und den Radfahrenden nach der Brücke die Fahrt nach rechts verbot und sie zur Platanenallee schickte. Ohne Verkehrszeichen aber geht das nicht, und die waren da nie geplant, weil der Schlossgarten auf fast allen Verkehrsflächen gemeinsamer Geh- und Radweg ist. Deshalb wurden die Markierungen auf Drängen der Stadt wieder entfernt.  

Ich hoffe, am Max-Eyth-See läuft das besser. 

Übrigens mögen wir Radfahrende uns einen Abbau der Umlaufsperren auf beiden Seiten der Durchfahrt unter der Aubrücke wünschen, aber Fußgänger:innen (und etliche Radler:innen) wünschen sich das nicht, denn wenn Radfahrende da zu schnell reinfahren, dann gibt es zuverlässig Zusammenstöße. Und dass alle vernünftig, vorausschauend und rücksichtsvoll sind und langsam da reinfahren, wenn man sie nicht zwingt, ist illusorisch. Weil die eine Umlaufsperre auf der Seite des Ruderclubs abgesägt wurde, haben Bauarbeiter da einfach oirgenwas über den Stumpf gelegt und mit einem stein beschwert. Nachts kann man das eigentlich kaum erkennen. Am Samstag, also gestern, war das abgeräumt und es ragt nun der Stumpf des Rohrs der Sperre fünf Zentimeter aus dem Boden. Das ist noch schlechter zu sehen. Hoffentlich bringt es keinen Radler zu Fall. 

Sowas nenne ich einen gefährlichen Eingriff in Straßenverkehr. Eine Bake wäre hier notwendig gewesen. Sie sollte schnellstens hinkommen. 

Und es gilt auf diesem Weg keine Schrittgeschwindigkeit, der Weg ist kein Gehweg, auch kein Radweg, sondern ein Fahrweg (wie ein Feldweg), der für den Kraftverkehr verboten ist, außer für Anlieger, die zum Parkplatz des Golf- und des Ruderclubs wollen. Und das gilt bis zur Brücke und eigentlich sogar danach auch, denn es gibt keine Beschilderung, die den Dammweg als Gehweg mit Radfreigabe ausweist. Er ist ein Fahrweg. 
 


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