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28. Oktober 2026

Der neue Vaihinger Steg nach einem Jahr

Erstaunlich, wie lange manches dauert, bis es fertig ist. Immerhin ist der neue Fauststeg über die Rottweiler Straße schon ein Jahr lang befahrbar. 

Aber ein bisschen unfertig sieht die Auffahrt zum Steg über die Kaltentaler Abfahrt von der Faust-/Paradiesstraße immer noch aus.  Immerhin ist jetzt das Pflaster komplett. Aber es fehlt wohl noch ein Geländer. Das provisorische Verkehrszeichen "Gehweg, Rad frei" ist von der rechten auf die linke Seite gewandert. 

Was aber besonders auffällt: An dem Handlauf sind Fahrräder angeschlossen. Offensichtlich fehlen hier, in der Nähe der Stadtbahnhaltestelle, Radbügel. Mobile Radbügel gab es mal in der Fauststraße, Ecke Ernst-Kachel-Straße (Foto habe ich leider keines). Die gibt es aber nicht mehr. Jetzt parken da Autos (Bild 2). Wenn die Kaltentaler Abfahrt saniert worden ist (was im November passieren könnte und vermutlich auch für uns Radler:innen mit Behinderungen einhergeht), sollen in Bezug zur Haltestelle wieder Radbügel aufgestellt werden. 

Wie ich in meinem Bericht vor einem Jahr bemerkt habe, wurde der Steg für den gemeinsamen Fuß- und Radverkehr geplant, ausdrücklich auch als Radbrücke. Er sollte breit genug sein und radgemäße Kurven haben. Auch das Geländer ist höher als ein reines Fußgängergeländer. Doch als gemeinamer Geh-/Radweg ist er nicht ausgeschildert worden, sondern eben nur als Gehweg, auf dem Radler:innen fahren dürfen, allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit (auch dann, wenn da niemand  zu Fuß unterwegs ist). Das hält kein Mensch ein, es geht nicht, bedeutet aber, dass wir Radfahrende uns, wie auf 140 weiteren Kilometern in der Stadt ständig in der Illegalität bewegen, weil wir auf langen Strecken nicht Schrittgeschwindigkeit fahren können. Passiert da was, wird die Polizei uns immer unterstellen, wir seien schneller als 7 km/h gefahren. Und das sind wir in der Regel auch. Und wenn die Polizei anfängt, auf den 140 km freigegbener Gehwege die Schrittgeschwindigkeit zu kontrollieren und durchzusetzen, dann verdammt sie uns dazu, nicht schneller mit dem Fahrrad voranzukommen als zu Fuß. Und wenn sie das tut, dann muss die Stadt sofort für alle freigegebenen Gehwege eine Alternative anbieten, auch für diesen Steg, die auch von Schüler:innen gefahren werden werden. 

Solche für den Schulverkehr wichtige Radbrücken (im Mischverkehr mit Fußgänger:innen) müssen auch als Radwege ausgewiesen werden, wenn wir die Radverkehrspolitik der Stadt ernst nehmen sollen. 


1 Kommentar:

  1. Man machts sichs halt als Stadt gern bequem und betreibt Verantwortungsverschiebung. Statt gescheiter Radinfrastruktur Notlösungen. Und sich dann brüsten mit "wir haben doch etwas für den Radverkehr getan und jetzt beschweren sich diese Undankbaren auch noch".
    Man fragt sich dann schon, was die Verkehrsplaner eigentlich von Beruf sind.
    Karin

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