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2. Oktober 2026

Die lustige Fahrrad-Ampel von Scharnhausen

Blogleser Johannes hat mich auf eine Ampelanlage aufmerksam gemacht, die auf den Fildern bei Scharnhausen steht. Um zum Drücker zu kommen, muss man vom Fahrrad absteigen und zum Mast gehen. 

Die Ampel steht dort, wo die Plieninger Straße in die Scharnhauser Straße übergeht und soll es ermöglichen, dass man von den Feldern vom Flugplatz her kommend auf der Reutlinger Straße Richtung Norden nach Heumaden, Ruit und Kemnat oder nach rechts Richtung Scharnhausen oder aber nach links in die für den Pkw-Verkehr gesperrte Scharnhauser Straße fahren kann. 

Der Mast mit der Ampel, dem Stoppzeichen und dem Drücker steht allerdings im Grünen eine Fahrradlänge neben dem Feldweg, der in die Straße einmündet.

Zwischen Feldweg und Ampelmast befindet sich ein unbefestigter Untergrund aus je nach Wetter Schlamm, Pfützen und Grasboden. Man kann also nicht einfach mit dem Fahrrad einen Schlenker fahren und auf den Drücker drücken. Man muss absteigen. Und nicht nur das: Man muss das Fahrrad abstellen und zum Mast hingehen. Und dann aber hurtig zum Rad zurücksprinten und aufsteigen, denn die Ampel wurde in diesem Fall sofort grün. 

Dieser Radler (Viererbild) schiebt sein Fahrrad zum Drücker hin, weil es keinen Fahrradständer hat, drückt, dreht sich dann mit dem Rad nach links weg und schiebt eine Kurve, um hinter der Haltelinie auf die Ampel gucken zu können. Die ist aber inzwischen - sehr schnell - grün geworden und springt schon wieder auf Rot, als er bereit ist, drüber zu radeln. Sehr lustig. Allerdings, womöglich braucht man den Drücker auch gar nicht. 

Nach meiner Beobachtung springt die Ampel auch auf Grün, wenn man den Drücker nicht betätigt. Ohnehin handelt es sich nicht um eine Radampel, sondern um eine, die auch für den vierrädrigen motorisierten Verkehr gilt, der aus dem Feldweg herausfahren will, beispielsweise landwirtschaftliche Fahrzeuge. Und deren Fahrer:innen teigen sicher nicht aus, um auf den Drücker zu drücken. Es sieht für mich so aus, als sei die Ampel in den Umlauf der anderen Ampeln an der Kreuzung eingebunden. Zumindest tagsüber. Als Radlerin würde ich jetzt gerne wissen, wann man den Drücker braucht und wann nicht, bevor ich die Reise ins Grün unternehme. Ob es sich also um einen Fake-Drücker handelt, von denen wir etliche in Stuttgart haben, ohne dass man es ihnen ansieht, oder nicht. 

Immerhin ist diese Stelle von einer Stadtverwaltung als bedeutend genug für den Radverkehr erachtet worden, um hier eine Querung über die Landstraße zu schaffen. Es waren auch einige Radler:innen unterwegs, während ich dort herumstand. 

Dieser Feldweg ist, wie man auf den Wegweisern sieht, Teil der Radrouten in Stuttgart. Die Wegweiseung ist etwas veraltet (und verschmutzt), denn sie bietet den Weg nach links, nach Plieningen nicht an, der aber jetzt für Radfahrende durchaus attraktiv ist, weil die Scharnhauser Straße für den privaten Autoverkehr gesperrt ist. Auch wenn das etliche Pkw-Fahrende ignorieren (als ich da radelte, waren es drei), radelt es sich dennoch relativ autoarm auf dieser Straße. 

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Wirklich gut die Kreuzung aber nicht für den Radverkehr organisiert. Wir müssen zu viel grübeln. Wozu der Drücker? Soll ich da jetzt wirklich absteigen und hingehen? Bei solchen weit entfernten Drückern würde ich mir den Hinweis per Zusatzschild wünschen, zu welchen Uhrzeiten die Schaltung in den Umlauf eingebunden ist und zu welchen nicht. (Also beispielsweise: Grün anfordern zwischen 22 und 5 Uhr.) 

Radfahrende würden eine solche freundliche Geste sicher positiv vermerken. Sie wäre etwas so Besonderes, dass sicherlich nicht nur ich, sondern auch bundesweit die Presse darüber schreiben würde. Eine ausgesprochen kostengünstige positive Stuttgart-Werbung. 

8 Kommentare:

  1. Jürgen Thomas (Berlin)2. Oktober 2026 um 12:36

    Versuch einer Erklärung: Laut OSM liegt der Feldweg auf Stuttgarter Gebiet; unmittelbar östlich davon verläuft die Gemeindegrenze zu Ostfildern. Die Kreuzung selbst gehört zu Ostfildern; lediglich die LSA am Ende der Scharnhauser Straße steht noch auf Stuttgarter Gebiet. Vielleicht waren die Absprachen zwischen Stuttgart und Ostfildern (oder dem Landkreis) vor wie vielen Jahren auch immer nicht genau genug, oder die weitere Entwicklung wurde nicht beachtet (wofür auch die verschmutzte und veraltete Wegweisung sprechen könnte).

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  2. Schöne Erklarung. Nur nicht für die seltsame Ampel und deren Schaltung.

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  3. Das ist wirklich ein lustiger Artikel geworden. Trotz dieser Ampelanlage und der sich anschließenden, für den Radverkehr nicht ganz ungefährlichen Straße nach Kemnat, liegt das ganze eben doch auf meiner schnellstmöglichen Fahrradroute zur Arbeit, die eben trotz allem noch weiteren Optimierungsbedarf hat, vor allem in puncto Sicherheit. Von den Fakedrückern in Stuttgart wusste ich bisher auch noch nichts...

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    1. Abgesehen davon, dass man diese Ampeldrücker vielleicht man tief in der Nacht braucht, dienen sie wohl auch dazu, ungeduldige Fußgänger:innen und Radfahrende zu beruhigen. Man kann auf den Drücker hauen, wenn man kein Grün kriegt und sich denken, dass man es nun bald bekommt.

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  4. Niemand erwartet von Autofahrern , das sie aussteigen und einen Knopf drücken..
    Damit ist es bei Bedarfsampeln ( d.h ohne feste Umlaufzeiten) notwendig , das Sensorik (z.B. Induktionsschleifen) verbaut wird, um Autos zu erkennen. Und da könnte die Gemeindegrenze dann eine Rolle spielen: Stuttgart hätte die Sensorik bauen müssen, hat das aber dann doch nicht gemacht, Ostfildern hat wegen Bedarfsampel einen Masten mit Drücker (als billigste Lösung) gesetzt.

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  5. Da sind Induktionsschleifen auf der Fahrbahn erkennbar. Daher wird die Ampel wohl "ab und zu" auch von alleine auf Grün schalten. Und wem es wohl nicht schnell genug geht, kann ja dann zusätzlich über den Drücker grün anfordern.
    Gruß Markus

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    1. Dann geht es mit dem Grün aber so schnell, dass man hurtig aufs Rad springen und starten muss.

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  6. Fascinating post. Thank you for sharing. Warm greetings from Montreal, Canada ❤️ 😊 🇨🇦

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