16. September 2026

Faktencheck: Ist Radfahren klimaschädlicher als Autofahren?

Fast alles, was wir Menschen tun, ist umwelt- und klimaschädlich, zum Beispiel Fleisch essen, Auto fahren, Rad fahren, zu Fuß gehen, Fleisch essen. Und selbst verständlich ist die Produktion von E-Autos nicht CO2-neutral, genauso wenig wie die von Fahrrädern oder Schuhen oder Regenschirmen. 

Autoreifenabrieb schadet der Atemluft, Brems- und Reifenabrieb von Fahrrädern auch, vermutlich sogar Schuhsolenabrieb. Und wer sich anstrengt, atmet CO2 aus. Doch das eine Verhalten ist eben weniger klimaschädlich oder umweltzerstörerisch als das andere. Auf die graduellen Unterschiede kommt es an, und die sind teils groß. Jüngst schlossen Benziner-Fans mit innerlichem Hurra aus einer Studie der TU München, dass man weiter mit fossilen Brennstoffen durch die Welt dieseln kann, weil E-Autos bei der Herstellung ja doch nicht CO2-neutral sind. Hat eigentlich auch nie jemand behauptet. Sie reduzieren den CO2- Ausstoß gegenüber fossil betriebenen Autos demzufolge aber immerhin um 41 Prozent (mehr dazu weiter unten). Aber das soll hier nicht das Hauptthema sein. Schon 2022 geisterte ein Artikel durch die Medien, der behauptete: Radfahren sei klimaschädlicher als Autofahren. Damals habe ich diesen Artikel zerlegt. Zum Wiederlesen: 

Die Lüge: Die Schweizer Handelszeitung ließ Reiner Eichberger unter dem Titel "Klima: Manch ein Auto schneidet besser ab als das Velo oder der ÖV" seine Behauptungen aufstellen, dass Radfahrende mehr essen müssen und damit fürs Klima schlimmer seien als vier Menschen, die zusammen in einem 5-Liter-Auto fahren. Dass der Vergleich bei Autos mit mehr Verbrauch und nur einem Insassen nicht funktioniert, kann man bereits erschließen und steckt auch in der Titelformulierung. Guckt man genauer hin, erweist sich die Konstruktion als gänzlich irreal, bleibt aber als Wahrheit bei denen hängen, die nur ungenau lesen und gerne den Radfahrenden eins reinwürgen.  

Nähern wir uns der Wahrheit: In Deutschland verbrauchen Autos durchschnittlich nicht 5, sondern 7,5 Liter pro 100 Kilometer. Und in einem Auto sitzen nicht 4, sondern im Durchschnitt 1,45 Personen. Ein Liter Benzin verbrennt zu etwa 2,4 kg CO2, die vom Autor angenommen fünf Liter auf 100 km verbrennen zu knapp 12 kg CO2 und unsere realen 7,5 Liter zu knapp 17 kg CO2. Der Artikelautor geht von einem Energieverbrauch eines radfahrenden Menschen für 100 km von 2.500 Kilokalorien aus, die durch zusätzliche Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden müssten, und setzt das mit 1 kg Rindfleisch gleich, dessen Produktion 13,3 kg CO2 verursache. Beim Vergleich mit dem 5-Liter-Auto verursacht ein Radler unter dieser Bedingung 1 kg CO2 mehr. Beim Vergleich mit vier Autoinsassen, auf die sich der CO2-Ausstoß es Autos dann verteilt, hat der Radler keine Chance mehr. Vergleicht man aber den CO2-Ausstoß des Rindfleisch essenden Radlers mit nur einem Fahrer eines 7.5-Liter-Autos, dann verursacht der Radler auf 100 km immerhin schon mal 4 kg CO2 weniger, als der Autofahrer. 

Bevor ich zum Rindfleisch komme, müssen wir noch einen Irrtum ausräumen: Nur ein Prozent der mit dem Auto gefahrenen Stecken sind länger als 100 km. Meistens bewegen sich Autofahrende auf kurzen Strecken durch die Stadt, teils so kurz, dass der Motor nicht einmal richtig warm wird und mehr Kraftstoff verbraucht. Nach meiner Erfahrung verbraucht man in der Stadt mit dem Auto je nach Verkehrsdichte, Ampelstopps und Fahrweise 1 bis 3 Liter mehr als auf der Autobahn. Im Durchschnitt können 8,5 Liter auf 100 km bei Stadtfahrten angenommen werden, also knapp 20 kg CO2. Und genau das - die Autofahrten in der Stadt - sind die Wege, mit denen man die Wege der Radfahrenden vergleichen kann. Es sind die Strecken zwischen 3 und 15 km, für die man das Auto stehen lassen und aufs Fahrrad umsteigen kann. Da sackt der Autofahrer in der CO2-Bilanz dann doch noch deutlicher gegen den Radfahrer (der Rindfleisch isst) ab. 

Richtig ist, das Essen spielt bei unserer Klimagasbilanz eine Rolle. Allgemein sagt man, dass zwei Drittel der CO2-Emission des Fahrrads einschließlich seiner Herstellung auf die Produktion der zusätzlichen Nahrung entfällt. Die Annahme, dass Radfahrende ihren zusätzlichen Kalorienbedarf nur mit Rindfleisch decken (also größeren Rindfleischstücken bei ihren Mahlzeiten), ist allerdings so absurd, dass der Autor schnell noch den sehr viel geringeren CO2-Schaden der Milch geißelt und auch veganes Essen als erstaunlich CO2-intensiv bezeichnet. Wenn man von extremen Ernährungen absieht, dann liegt die Klimaschädlichkeit von Essen zwischen 5,3 kg CO2 pro 500 Kilokalorien für Boef Stroganoff und 0,271 kg CO2 für Kartoffelpuffer mit Apfelmus (hier der Klimarechner fürs Essen). Weder das eine noch das andere isst man ständig. Der Durchschnitt der Klimaschädlichkeit unseres Essens liegt bei Curryhuhn mit Gemüse mit rund 0,98 kg CO2. Würde der vom Autor angenommen Radler seinen zusätzlichen Kalorienbedarf von 2.500 Kilokalorien auf diesem Durchschnittslevel decken, käme er auf knapp 5 kg CO2 für die 100 km, was sich schon erheblich von den vom Autor angenommen 13 kg CO2 für Rindfleisch unterscheidet. 

Und sowohl Autos wie Menschen verbrauchen ganz unterschiedliche Mengen Treibstoff. So mancher SUV verbraucht bis zu 17 Liter auf 100 km. Eine mittelgroße Frau verbraucht grob gerechnet auf 100 km 2.200 kcal, während ein Mann 2.800 kcal verbraucht (siehe hier.). Eine kleine Frau dürfte kaum 1.800 kcal zusätzlich benötigen, ein großer muskulöser Mann vielleicht 3.600. Im Auto spielt das keine Rolle, auf dem Fahrrad schon. Die kalorienbedingte CO2-Bilanz von Frauen fällt  tendenziell besser aus als die von Männern. Allerdings setzt das voraus, wir würden tatsächlich nur so viel essen, wie wir auch verbrennen. Das tun wir aber nicht. Radfahren wird gerne als Mittel zum Abnehmen angepriesen, woraus wir schließen dürfen, dass viele Menschen, die Auto fahren, deutlich mehr essen, als sie an Kalorien verbrauchen. In unseren Breiten suchen Menschen permanent nach Wegen, dieses Zuviel durch Bewegung abzuarbeiten. Wir Radfahrenden wissen, dass Radfahren nicht per se schlank macht, sondern nur dann, wenn man auch etwas weniger isst als man verbraucht. Das klappt oder es klappt nicht. Allerdings haben Radfahrende weniger Fressattacken als durch Büro und Autofahrten gefrustete Menschen, weil die Bewegung im Gehirn Glücksgefühle erzeugt, die das Bedürfnis auf Süßes und auf Alkohol reduzieren. Ich denke, wir dürfen davon ausgehen, dass Leute, die meistens Fahrrad statt Auto fahren, sich im Lauf ihres Lebens nicht ganz so viele Pfunde anfressen, wie das etliche Menschen tun, die nur mit dem Auto fahren. Die Kalorien, die autofahrende Menschen sowieso mehr zu sich nehmen als sie brauchen, verschlechtern ihre C02-Bilanz erneut dem Radfahrer gegenüber. Diesen Vergleich habe ich übrigens bereits 2015 schon mal aufgemacht. 

Autofahrende müssen den Bewegungsmangel zusätzlich abarbeiten. Wer viel im Auto sitzt, geht dann vielleicht im Büro Treppen oder macht Sport, womöglich im energieintensiv klimatisierten und mit CO2-intensiv produzierten Stahl-Geräten, Duschen und Sauna ausgestatteten Fitnessstudio, läuft Marathon, geht schwimmen in beheizten Bädern und Hallenbädern, oder fährt am Wochenende 100 km mit dem Fahrrad. Damit kommt er schnell auf einen ähnlichen, wenn nicht sogar deutlich größeren zusätzlichen Kalorienbedarf im Vergleich zum Alltagsradler (der oder die statt Auto Rad fährt), was wir zum CO2-Ausstoß durchs Autofahren getrost dazu addieren dürfen. Nun machen auch manche Radfahrer:innen zusätzlich Sport, aber ein Gutteil ihres Bewegungsbedürfnisses decken sie auf ihren Alltagswegen, die Autofahrende im Auto zurücklegen. Und sich nicht bewegen und körperliche Anstrengungen vermeiden, ist ja keine Alternative, denn Bewegungsmangel macht krank und auch die Medizin produziert jede Menge CO2: Medikamentenherstellung, Medikamentenverpackungen, Arzneimitteltransporte, Krankenhaustechnik, Autofahrten zu Ärzt:innen, der CO2-Ausstoß eines Krankenwagens auf Blaulichtfahrt (noch fahren die wenigsten elektrisch) und so weiter. Alltagsradler:innen sind außerdem im Durchschnitt gesünder als Autofahrende, nehmen also weniger medizinische Dienste in Anspruch. 

Erstaunlicherweise ist der Autor des Handeszeitingsartikels nicht auch noch in die Falle getappt, dass Radfahrende schneller atmen als regungslose Autofahrer:innen. Abgesehen davon, was Menschen mehr oder weniger essen, atmen sie auch unterschiedlich viel CO2 aus. Je nach Körpermasse und Aktivität sind das zwischen 168 und 2.040 kg CO2 pro Jahr. Beim Radfahren atmet man also mehr CO2 aus. Allerdings trägt das CO2, das Tiere und Menschen ausatmen nicht zum Klimawandel bei, weil es Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs ist, der darauf beruht, dass wir Nahrung verarbeiten, die zu Lebzeiten (als Pflanze für Tiere oder als Gemüse für uns) das CO2 aus der Luft gefiltert hat. Was unsere Nahrungsaufnahme (also das mehr oder weniger Essen) dennoch gefährlich fürs Klima macht, ist der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden (und dessen Produktion) bei der intensiven Landwirtschaft, auch für die Tierfutterproduktion, die Abholzung von Regenwäldern, um dort Rinder grasen zu lassen (die auch noch viel Methan produzieren) und der Transport von Obst, Gemüse, Futter, toten Tieren und Fleisch über den halben Globus mithilfe von Motoren, die fossile Treibstoffe verbrennen. 

Was der Artikel gar nicht vergleicht, ist die CO2-Bilanz der Herstellung von Fahrzeugen. Ohne Frage kostet auch die Herstellung von Fahrrädern CO2, weil Stahl oder Aluminium viel Energie verbrauchen. Aber das ist vergleichsweise wenig. Autos produzieren bei der Herstellung zwischen 4 und 25 Tonnen CO2. E-Autos sind übrigens auch nicht der Sprung nach vorn, vor den Radler. Denn E-Autos rechnen sich in der CO2-Bilanz erst nach rund 30.000 km, sie stoßen halt nur beim Fahren kein CO2 mehr aus, bei der Produktion aber sehr wohl, nämlich bis zu 11 Tonnen. Ein Fahrrad erzeugt, je nach dem, ob es aus Stahl oder Aluminium (das 10-fache) oder Holz ist, sehr unterschiedliche Mengen Treibhausgase. Man geht im Durchschnitt von 96 kg CO2 pro Fahrrad aus, bei einem E-Rad von 134 kg CO2. E-Räder verschlechtern also die Klimabilanz des Fahrrads, allerdings nicht erheblich. Und da Pedelecs weniger Fahranstrengung erfordern, ist der Kalorienbedarf bei Pedelecfahrenden geringer, um noch eimal zu der absurden Rechnung der Handelszeitung zurückzukehren. Verschweigen wollen wir aber hier nicht, dass auch Alltagsradler:innen oftmals ein Auto besitzen, das sie nur sehr viel seltener fahren. Die rund 11 Tonnen CO2 fürs Autobauen haben also auch sie auf dem Buckel. 

Was der Autor auch nicht ins Verhältnis setzt, sind die CO2-Kosten für die Infrastruktur für Autos einerseits und Fahrräder andererseits. Ohne dass ich versuche, diese Rechnung jetzt aufzumachen, ist offensichtlich, dass der Straßenbau samt Betonkonstruktionen für Brücken und Tunnel und für die vielen Stellplätze im Straßenraum unverhältnismäßig viel mehr CO2 produziert als ein Radweg oder ein Radstreifen auf der Fahrbahn oder Fahrradbügel. Die Fläche, die frei würde, wenn nicht überall Autos führen oder stünden, könnte überdies mit Bäumen und Büschen bepflanzt werden, die CO2 aus der Luft aufnehmen. Und, worauf ein Kommentator unten hinweist, auch den CO2-Abdruck für die Herstellung des Sprits ist nicht zu dem der Herstellung von Nahrung ins Verhältnis gesetzt. 

Fazit: Die Grundthesen des Artikels beruhen auf extremen und unrealistischen Annahmen, es wird bewusst so gerechnet, dass das Autofahren besser dasteht, wobei übrigens neben Radfahrenden auch die öffentlichen Verkehrsmittel in Misskredit gebracht werden, nebenbei auch mit dem Vorwurf, deren Klimabilanz werde schön gerechnet. Bei allem Verständnis für Misstrauen in gängige Überzeugungen und Lust an der Gegenthese, schätze ich diesen Handeszeitungs-Artikel als bewusste Provokation und kalkulierten Klick-Bringer ein, ohne Rücksicht darauf, ob die gedankliche und faktische Grundlage stimmt. Am Ende bleibt nur hängen: Haha, Radfahren ist klimaschädlicher als Autofahren! Und das - finde ich - sollten Medien nicht tun, wenn sie das Vertrauen in sie nicht restlos verspielen wollen.  

13 Kommentare:

  1. ... schlimm ist, dass der Herr einen Professoren Titel hat und daher seine Thesen auch in Welt oder anderen Artikeln zu finden sind.
    Bei den Radlern die ernsthaft um die 100 km an einem Tag zurücklegen, und das mehrmals die Woche und nicht nur als Radtour / Ausfahrt dürften billige Kohlehydradquellen wie Nudeln die Hauptquelle für die Energie sein. In einer andren "Zerlegung" des ursprünlichen Artikels wurden dann die Nudeln mit den im Artikel genannten Energiequellen (Rindfleisch und nur Tomaten) verglichen und da sind halt dann auch Größenordnungen dazwischen.
    Ich behaupte sogar, dass manch ein Grillenthusiast mehr Fleisch ist als 95% der Alltagsradler mit Wegen über 20 km.
    Was mich am meisten stört ist, dass die Aussagen des Artikels gern zitiert werden, auch von gelernten Journalisten und die hanebüchenen Randbedingungen nicht betrachtet werden.
    Eigentlich beschreibt der Herr Professor ja sogar sehr gut, dass Alltagsradler in ihrer CO2 Bilanz in aller Regel sehr gut da stehen, eben weil sie nur dann schlechter als ein Autofahrer da stehen können wenn komplett unrealistische Annahmen getroffen werden, die es im akademischen Fall gibt aber im echten Leben keine Rolle spielen.
    Nur diese Lesart hab ich außerhalb der Rad Bubble noch nicht gesehen.

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    1. Die komplett unrealistischen Annahmen sind im akademischen Fall komplett unhaltbar. Die gehen bestenfalls am sprichwörtlichen Stammtisch durch.

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    2. Hallo Hannes
      Dann nennen wir es halt "theoretischer Grenzfall" was ziemlich genau beschreibt, dass man zwar Bedingungen definieren kann, in denen die Annahme zutrifft, diese Bedingungen selber aber unwahrscheinlicher ist als 3 mal hintereinander mit den selben Zahlen den Jackpot der Lotterie zu gewinnen.
      Was bleibt ist, dass viele die Aussage lesen aber die Kopfstände die der Autor gemacht hat um zu zeigen dass seine Aussage wahr sein kann ignorieren.
      Wenn jemand einem anderen eine Million in bar verspricht wenn diese eine Person jeden Tag 100 km mit dem Rad fährt und eine Diät mache soll bei der die meiste Energie über Tomaten oder Rindfleisch zugeführt werden muss (Der Basisbedarf darf mit einer Durchschnittsernährung gedeckt werden) und gleichzeitig alle anderen die in der Straße wohnen täglich 100 km in vollbesetzten Kleinwagen mit sparsamster Fahrweise, fahren müssen, dann würde jeder erkennen, dass es keine einzige Person in D A oder CH gibt, die diese Kriterien erfüllt.
      Und diesen Gedankengang, dass man mal plausibilisiert was notwendig ist, dass Radler in der CO2 Bilanz schlechter da stehen als Autofahrer (Betriebsemisionen, Herstellung und Entsorgung wird ignoriert, CO2 Einfluss der Produktion und des Transportes nur bei Lebensmitteln, nicht aber beim Kraftstoff betrachtet....) fehlt quasi in allen Artikeln die die Veröffentlichung zitieren.


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  2. Ich finde, dass wir (u.a.) viel zu oft das Framing "irgendwas" je Kilometer Strecke durchgehen lassen, wobei "irgendwas" hier der der (mittelbare) CO₂-Ausstoß ist aber gerne auch Unfallzahlen oder anderes genommen und so scheinbar ins Verhältnis gesetzt wird.
    Das ist aus meiner Sicht grundsätzlich falsch, weil die typischerweise genutzte Mobilitätsart alles andere als unabhängig von den gemachten Distanzen ist. Wenn ich weitgehend zu Fuß, mit Rad oder auch öffentlich unterwegs bin oder sein will, sorge ich auch (sehr viel deutlicher) dafür dass meine wichtigen Wege sowohl kurz sind als auch gut funktionieren. Verglichen mit Menschen die das nicht tun werden diese Menschen also im Durchschnitt wesentlich weniger Kilometer machen als Menschen die ihre wichtigsten Wege mit Kfz machen. Selbst innerhalb der selben Verkehrsart ist die Vergleichsbasis haltlos falsch, vergleicht man zum Beispiel Pendler innerorts (nur Stadtverkehr) mit solchen die von weiter entfernt einpendeln: bei letzteren wird es je km weniger CO₂-Ausstoß geben (unter Verbrennern) und wohl auch weniger Unfälle.

    Das Framing "irgendwas" je km bringt also immer einen starken Bias in Vergleiche. Aus meiner Sicht müsste die Vergleichsbasis also "je Weg" sein oder die systematischen Unterschiede nachvollziehbar kompensieren.

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  3. Sehe ich auch so. Wenn ich Zahlenmaterial habe, bemühe ich mich die Dauer des Unterwegsseins ins Verhältnis zu dem Irgendwas zu setzen.

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    1. Evlt wäre es mal eine wissenschafltiche Studie wert, die Jahres CO2 Bilanz von Alltagsradlern im Vergleich zu Alltags PKW Nutzern zu stellen. (mit Zwischengruppen der Anteiligen Nutzung)
      Da könnten dann die Aspekte der unterschiedlichen Lebensführung mit analysiert werden. Wer mit dem Rad fahren will, wählt ggf einen Wohnort der dafür geeignet ist (kurze Wege, günstige Wege zum Arbeitsplatz) und wird möglicherweise auch in vielen anderen Aspekten Lebensentscheidungen treffen die eher in Richtung CO2 Einsparung gehen.
      Was beim Vergleich Rad / KFZ dazu kommt, dass das Rad deutlich geringere Emissionen pro gefahrenen km verursacht und zusätzlich auch noch dafür sorgt dass die Nutzer schauen insgesamt geringere Distanzen zurücklegen zu müssen.
      Ein Radfahrender Professor käme nicht auf die Idee für die Vorlesungen die er halten muss quer durch die Schweiz zufahren. der hätte eine Wohnung am Arbeitsort.

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  4. Ich sehe das Problem weniger im abstrusen Inhalt des Handelszeitungsartikels, sondern eher in der oligarchischen Struktur 'unserer'(?) Medienlandschaft.
    Die Verlegerfamilien spielen meist in der Milliardärsliga, ansonsten in der Multimillionärsliga mit Vermögen ab(!) 10hoch 8 €.
    Familie Ringier wird (ohne Gewähr) auf knapp 2 Mrd., (also 2.000 mal 1 Million) geschätzt.
    Zeitweise gab es auch ein Zusammenwachsen mit der Multimilliardärsfamilie der Springer SE, was typisch geworden ist ein der von finanzieller Verwandtschaft und Verschwippschwägerung geprägten Struktur 'unserer' Medienoligarchen.
    Uns so haben dann die Think-Tanks und Lobbyorganisationen der großen Player leichtes Spiel ihre Desinformationspropaganda via Oligarchenmedien mit Millionenreichweite unter die Leute zu bringen.
    Siehe der Hype um die lächerliche 'Studie' der 100 Lungenärzte anlässlich der kriminellen Abgasmanipulation unserer systemrelevanten Autoindustrie (Adventskrerzen schädlicher als Dieselabgase...). Millionen Menschen wurden dadurch die Lebensspanne verkürzt, zig tausendfach wurden Immunkrankheiten (Asthma, Neurodermitis, ...) Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen, Demenz, usw. induziert und/oder verstärkt.
    Eine medienkritische Aufarbeitung der div. Strategien des Kleinarbeitens und der systematischen Verharmlosung und Kontextverschiebung dieses massenmörderischen Kapitalverbrechens hat leider nie stattgefunden.
    Ähnliches zB bei den Klassikern der Desinformationskampagnen seitens der Tabak- und Fossilindustrien.
    Die ursprünglich linke Kritik an der 'Lügenpresse' unserer Oligarchen-Konzerne hat nach wie vor seine Berechtigung, nur halt nicht im Sinne der gegenwärtigen Rechtsruckpropaganda von Pegida bis AfD, sondern im Sinne von Aufklärung und grundlegenden Menschenrechten.
    Derartige Desinformationskampagnen lassen sich aber auch positiv lesen:
    die Backlash-Desinformationskampagnen sind ein Zeichen für das Erstarken der Skepsis und Ablehnung gegenüber den zahlreichen negativen Auswirkungen der 'Automobilen Gesellschaft', deren Vorzüge auf je individueller Ebene längst von der Flut der vielschichtigen und gravierenden Nachteile auf gemeinschaftlicher Ebene überlagert worden sind.
    Der Automobilismus hat seit Aufkommen der Umweltschutzbewegungen in den späten 70er Jahren und verstärkt seit der Gegenbewegungen zur profitgetriebenen Klimazerstörung mit u.a. Fridays for future und zahlreichen anderen Protestbewegungen, sowie mit der steigenden Zustimmung zu alternativen Mobilitätskonzepten, Risse bekommen.
    Mittlerweile wird die lange unumschränkte Hegemonie der internalisierten automobilen Denkweisen und der automobil bestimmten Lebenspraxen verstärkt hinterfragt und von Konzepten menschengerechter/umweltgerechter Mobilität aufgeweicht.
    Ansonsten würden solche bizarren Kampagnen nicht für notwendig gehalten.
    Freuen wir uns also, dass die Autolobby nun schon beginnt zu derart billigen und bizarren Lügenkampagnen zu greifen.
    Noch wird weiterhin autogerecht geplant (Vorbild Niederlande, etc.), aber Ansätze wie zB in Paris, oder wie auch die globale Renaissance der Straßenbahnen in immer mehr Städten, etc. etc. lassen bereits in Ansätzen erkennen, dass die 'Autodämmerung' unter der Oberfläche bereits begonnen haben könnte. Wirkliche Gefahr für die Welt des Automobilismus geht nicht vom autogerechten Radwegebau aus, sondern vom Verlust der normativen Kraft einer Positiverzählung einer heilen automobilen Gesellschaft.
    Es braucht Beharrlichkeit und die Bereitschaft die zahlreichen Nachteile des MIV klar und regelmäßig zu benennen, um mit den zwingend notwendigen Push-Maßnahmen gegen den metastasierenden Autoverkehr das Fenster für eine Mobilitätswende (nicht nur automobile Antriebswende) zu öffnen.
    Alfons Krückmann

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  5. ums klima geht es seit der <> mir in deutschland rationalerweise nicht mehr, nur noch um laerm, platz und umwege, die den tag den nicht-pkw-benutzer versauen.

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  6. Wenn der Artikel am Beginn behauptet, Atmen sei klimaschädlich, dann ist das schlicht falsch. Klimaschädlich ist zusätzlicher CO2-Austoß durch Verbrennen fossiler Energien.

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    1. Stimmt, wir atmen ja nur aus, was wir vorher an CO2 aufgenommen haben. Danke für den Hinweis. Habe es korrigiert.

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    2. Wir nehmen CO₂ überwiegend mit der Atemluft auf, etwa 0,04 % der eingeatmeten Luft. Die ausgeatmete Luft enthält dagegen ungefähr 4–5 % CO₂. Dieses „zusätzliche“ CO₂ entsteht beim Stoffwechsel aus den in der Nahrung enthaltenen Kohlenstoffverbindungen: Der Körper baut Kohlenhydrate, Fette usw. ab. Der darin enthaltene Kohlenstoff wird im Stoffwechsel letztlich zu CO₂ oxidiert.
      Die Aussage „Wir atmen nur aus, was wir vorher an CO₂ aufgenommen haben“ ist deshalb wörtlich falsch. Richtig wäre: „Wir atmen CO₂ aus, dessen Kohlenstoff wir zuvor – überwiegend über die Nahrung – aufgenommen haben.“

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    3. Danke für die Erklärung. Steht allerdings etwas verkürzt auch im Artikel. 😊

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  7. Nach Eichbergers Logik verursacht eine Person, die in einem 2m²-Plastikzelt wohnt mehr CO² als jemand, der in einem 1000m² großen Anwesen aus Naturmaterialien lebt.

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