7. März 2026

Körschtalbrücke soll Radweg bekommen

Die Körschtalbrücke zwischen Möhringen und Fasanenhof ist marode und muss erneuert werden. Sie ist bisher eine reine Autobrücke. Das soll sich ändern. 

Beim Neubau soll die Forderung des ADFC und des Gemeinderats erfüllt werden, neben der Fahrbahn einen Geh- und Radweg anzulegen. Dann kommt man zu Fuß und mit dem Fahrrad direkt von Möhringen zum Fasanenhof, ohne ins Körschtal hinunter und drüben wieder hinauf radeln oder gehen zu müssen. Wie die Stuttgarter Zeitung meldete, hat das Landesverkehrsministerium klargestellt, dass auf der Westseite der neuen Brücke ein vier Meter breiter Betriebsweg angelegt werden soll, der als Geh- und Radweg genutzt werden kann. Allerdings muss die Stadt die Zuführungen zur Brücke für den Rad- und Fußverkehr selber planen und bauen. Die Entwurdsplanung für die Brücke soll im Sommer abgeschlossen sein, und wenn der Bund das Ganze genehmigt, kann mit dem Bau frühestens 2028 begonnen werden. Die Kosten für die Schnellstraßenbrücke werden auf 35 Euro Millionen geschätzt. 

5. März 2026

Wann kommt denn nun Tempo 30 in Stuttgart?

In der Fachzeitschrift "Straßenverkehrstechnik" ist in der Ausgabe 1/2026 ein Stadtentwicklungskonzept für Stuttgart veröffentlicht worden, das sich mit der Einführung von Tempo 30 auf den meisten Straßen Stuttgarts beschäftigt. Für Geschäftsstraßen mit viel Fuß- und Radverkehr soll Tempo 20 gelten. 

Das hat die Stuttgarter Zeitung  (Bezahlschranke) veranlasst, zu fragen, ob OB Nopper das Gutachten gegenüber dem Gemeinderat zurückhält. Denn vorgelegt wurde es noch nicht. Die Verwaltung antwortete, dass die Detailuntersuchungen noch nicht abgeschlossen seien und ein Konzept vor der Sommerpause vorgelegt werde. Das scheint aber so nicht ganz richtig zu sein, denn - wie die Stuttgarter Zeitung (SPlus)  anschließend berichtet - hat die beauftragte Planungsgesellschaft das Gutachten bereits im September 2024 fertig gestellt (siehe auch hier). Gemeinderatsmitglieder fordern jetzt, dass es vorgelegt wird. 

Dass OB Nopper gegen Tempo 30 ist, ist bekannt. 2022 hatte der Gemeinderat gegen seinen Willen beschlossen, dass Stuttgart der Städteinitiative für Tempo 30 beitritt. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten ist nicht nur gut für den Autoverkehrsfluss, für Radfahrende und für den Lärmschutz, es rettet vor allem Leben. In Stuttgart wurden im vergangenen Jahr 9 Menschen im Straßenverkehr getötet, darunter sechs Fußgänger:innen. In Helsinki gab es dagegen kein einziges Todesopfer, denn dort hat man den Autoverkehr verlangsamt. 

Der ADFC Stuttgart hat zum noch nicht ganz bekannten Stadtgeschwindigkeitskonzept eine Stellungnahme vorgelegt und an die Politik geschickt, in dem er das Konzept begrüßt. Auch Tempo 20 seien für Radfahrende in stark von Fußverkehr benutzten Straßen akzeptavel (in der Tübinger Straße beim Gerber haben wir das ja schon).  

3. März 2026

Feldwege sind keine Alternative zum Flughafentunnel

Seit 2021 beschäftigt der Flughafentunnel und die Befahrbarkeit mit dem Rad das Bündnis Filder intensiv. Nun ist der Tunnel für sieben Monate für jeglichen Verkehr gesperrt, weil er renoviert werden muss. 

Radfahrende wünschen sich, dass sie die kurze Verbindung zwischen Bernhausen/Filderstadt und Plieningen/Stuttgart unter dem Flughafen Echterdingen hindurch problemlos nutzen können. Aber für einen Radweg neben zwei Richtungsfahrbahnen ist kein Platz. Der Autoverkehr müsste auf eine Richtungsfahrspur verzichten. Dafür gab es bisher keine politische Mehrheit. Deshalb hat man den Radfahrenden eine Ertüchtigung der Feldwege um den Flughafen herum versprochen. Das aber ist illusorisch. Die Strecke ist zeitweise schlicht nicht befahrbar, weil die Wege auch landwirtschaftlich genutzt werden. 

1. März 2026

Begegnungskurve auf Radweg entschärft

Auf der Hauptradroute 1 in Kaltental beim Vogelsang hat die Stadt den Schwenk des Zweirichtungsradwegs hergerichtet. 

Entschärft wurde vor allem die Ecke bei der Einfahrt in die Verschwenkung stadtauswärts (Foto unten). Die Grünflächen-Spitze mit Bordstein ist weg. Man fährt also sehr viel leichter rein. Andere Änderungen gegenüber vorher sind schwerer zu erkennen. Breiter scheint der Weg nicht geworden zu sein, auch der Kurvenradius ist nicht flacher geworden. Die Bordsteine sehen teils neu gesetzt aus. Der Gulli, der sich da am Rand befindet, war vorher auch dort am Rand. Und die Kanalabdeckung (Foto oben) befindet sich immer noch mitten auf der Fahrspur stadteinwärts. 

27. Februar 2026

Die Autos im Schwabtunnel bleiben wohl

Am vergangenen Dienstag war der Schwabtunnel Thema im Gemeinderatsausschuss und in einer Bezirksbeiratssitzung von Süd und West. 

Die Entscheidung über den beantragten Verkehrsversuch fällt vermutlich im Sommer. Die Stadtverwaltung stellte ausführlich dar, dass eine versuchsweise Sperrung des Tunnels von Süd nicht nach West nicht erlaubt und nicht möglich sei, weil die Autoverkehrsmengen dann auf den anderen Strecken so enorm zunehmen würden, dass es zu Problemen käme, beispielsweise auch auf der Hohenzollernstraße, die gerade einen neuen Radfahrstreifen bergauf bekommen hat. Er werde dort um 63 Prozent (ich schätze, um 3.400 Autofahrten) zunehmen. Der Einwand, man müsse für einen zukünftigen reduzierten Autoverkehr planen und bei einer Tunnelsperrung suchten sich Autofahrende auch völlig andere Wege in den Westen, wiesen die Vertreter der Stadt mit dem Argument zurück, dass die Verkehrsmengen so groß seien, dass auch bei angenommenen verringertem Autoverkehr die Straßen überlastet seien, die als Alternative zur Verfügung stünden, etwa die Böheimstraße, der Marienplatz, die Hohenzollernstraße und die Hasenbergsteige (siehe Foto 3). 

25. Februar 2026

Kleine Radfahrgeschichte

Vorurteile gegen Pedelec-Radelnde gehen immer. Vor allem, wenn man auf einem alten mechanischen Göppel sitzt. 

Am vergangenen Sonntag radelte ich vom Rudern (meinem Sport) heim und überholte im Akademiegarten hoch zum Übergang über die Planie einen älteren Herrn auf einem Normalrad. Er musste aus dem Sattel, um den Anstieg hoch zu kommen. Wir warteten dann beide auf Grün an dem Einbieger auf die Planie und fuhren schließlich rüber auf die große Mittelinsel, wo man ja noch mal warten muss. Er fuhr nach links und ich konnte mich rechts am Mast an dem Haltegriff festhalten. (Das Foto ist ein Symbolbild.) 

Er schaute mich an und sagte: "Den habe ich extra für Sie freigehalten." Ich antwortete: "Das ist aber nett von Ihnen." Er sagte: "Nein, das habe ich nicht so gemeint. Sie strengen ja ihre Muskulatur gar nicht an." Die Logik dahinter blieb mir dunkel, aber ich antwortete: "Ich bin gerade 20 Kilometer gerudert und fahre insgesamt 23 km mit dem Fahrrad." Er musste grinsen und meinte: "Okay. Na dann." Genehmigt. 

Das Schöne am Radfahren ist, dass man solche lustigen Dialoge führen kann, wenn man an Ampeln wartet. Und um das Vorurteil "faule Pedelec-Radler:innen" etwas abzumildern: Es gibt inzwischen genügend Untersuchungen, die zeigen, dass der allgemeine Fitnesseffekt mit E-Rädern genauso hoch ist wie mit Normalrädern im Alltagsgebrauch. Zum einen weil man damit unerschrockener steile Steigungen hochfährt (was ich auf dem Heimweg machen muss) und weil die meisten Menschen, die gerne Rad fahren, mit Pedelecs öfter fahren und weitere Strecken radeln. Gerade im Alter ist das Pedelec eine gute Möglichkeit, vom Auto unabhängig und dennoch mobil zu sein. Also kein Grund, Pedelec-Radelnde über die Maßen zu verachten. Dass es Pedelec-Wochenendradelnde im Schneckentempo gibt, sei unbestritten. Und selbstverständlich hat der alte Herr meine Bewunderung, dass er mit dem Normalrad unterwegs ist und seine Muskulatur in Gang hält. Ob er allerdings damit die Alte Weinsteige hochradelt, wage ich zu bezweifeln. 

23. Februar 2026

Wie geht es weiter mit dem Schwabtunnel?

Morgen, Dienstag, ist der Schwabtunnel zuerst am Vormittag Thema im STA (Gemeinderatsausschuss) und am Abend in einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksbeiräte Süd und West im Rathaus.  

Das Problem: Auch wenn im Schwabtunnel auf der Bergaufstrecke von Süd nach West inzwischen etwas weniger verbotenerweise überholt wird, werden Radfahrende auf der Fahrbahn im Tunnel immer noch recht oft überholt, teils eng und gerne auch von mehreren Autos in Reihe. Wie der ADFC in einer Mitteilung sagt, vor der Neugestaltung mit genopptem Mittelstreifen und Tempo 30 etwa einmal die Woche, jetzt etwa ein Mal alle anderthalb Wochen. Für Radfahrende, die sich fürchten, und für Schulkinder wurden die Gehwege für den Radverkehr freigegeben. Das ist kein befriedigender Zustand. Deshalb haben die Grünen und PULS einen Antrag gestellt, in sie fordern, dass die Stadt die Sperrung des Tunnels für den Autoverkehr von Süd nach West und die Einrichtung einer Umweltspur für Busse und Fahrräder prüft und einen Verkehrsversuch durchführt. Darum geht es in den Sitzungen des Gemeinderatsausschusses und der Bezirksbeiräte.