25. Mai 2026

Mit App die Radsicherheit messen

Die TU Berlin hat vor einigen Jahren eine Handy-App für Radfahrende entwickelt, die eine Fahrt und damit auch gefährliche Situationen misst und dokumentiert. 

Die App heißt SimRa (Sicherheit im Radverkehr) und findet sich im Apple Shop und im Google Play Store. Sie ist zwar für Berlin entwickelt, und die Daten kann man (wenn man will) an die TU Berlin schicken, aber sie lässt sich genauso gut in Stuttgart oder in jeder anderen Stadt nutzen, weil sie per GPS feststellt, wo man ist. Man muss natürlich Lust haben, sie vor jeder Radfahrt zu starten. 

Sie zeichnet auf, an welchen Stellen wir halten, warten, plötzlich bremsen, beschleunigen oder einen Ausweichschlenker machen müssen. Schließt man die Fahrt ab, fragt sie manchmal, warum man an einer Stelle gebremst hat oder ausgewichen ist. Solche Daten sind nach Einschätzung der Uni aussagekräftiger als Unfallstatistiken. Sie können helfen, die Radinfrastruktur zu verbessern, wenn eine Stadt das will und sie nutzt. 

2022 hat SimRa den 1. Deutschen Fahrradpreis in der Kategorie Service und Kommunikation gewonnen. Für Stuttgart zeichnet auf der Seite Jan Lutz als Ansprechpartner. 

 

 

 

23. Mai 2026

Pluralistische Ignoranz und Radfahren

Das Wort pluralistische Ignoranz bedeutet, dass man selber denkt, die Mehrheit der Menschen verhalte sich anders - meist asozialer - als man selbst. Tatsächlich aber ticken in den meisten Fällen die meisten Menschen so wie man selber auch. 

Dieser Fehleinschätzung begegnen wir Radfahrenden sehr oft und wir begehen sie auch oft.  Beispiel: Ein Radler (es hätte auch eine Fußgängerin sein können) erklärt mir, an den Zebrastreifen in der Eberhardstraße halte doch kein Radler an. Gefragt, ob er selbst immer anhält oder zumindest langsam tut, damit Fußgänger:innen rüber können, bekräftigt er absolut glaubwürdig, natürlich bremse er und halte auch. So auch ich. Ich mache immer langsam, sodass alle, die wollen, über den Zebrastreifen gehen können, und halte gegebenenfalls an. Abgesehen von den Fällen, wo eine Verkehrssituation mich den Fußgänger nicht rechtzeitig hat wahrnehmen lassen oder wo ich seine Gehabsicht falsch eingeschätzt habe. Passiert sicher nicht nur mir, sondern auch anderen. 

21. Mai 2026

Neuer Bordstein bringt Verschlechterung fürs Fahrrad

Die weit verbreiteten drei-Zentimeter-Bordsteine sind Hindernisse für den Radverkehr, vor allem dann, wenn sie tatsächlich fünf Zentimeter hoch sind. 

Beispielsweise in Heumaden in der Korianderstraße, wo es an der Bildäckerstraße (bei der Kirche) auf den Radweg Richtung Böckelstraße hoch geht (Karte unten). Da wurde unlängst ein alter hoher kantiger Bordstein durch einen niedrigeren abgerundeten Bordstein ersetzt. Der Vorteil der vorigen Lösung war aber: Es gab eine Asphaltanrampung (Bild 2). Die gibt es jetzt nicht mehr. Und deshalb gibt es jetzt  einen Rums. Denn der Bordstein ist nicht nur drei Zentimeter, sondern grob gemessen, fünf Zentimeter hoch. Der Straßenbelag senkt sich zum Bordstein hin ab, und bei Regen sammelt sich da Wasser. Auch der angesammelte Dreck verhindert, dass wir genau sehen können, wie hoch der Bordstein ist. Das kann beim Einbiegen und schräger Anfahrt dann auch mal zu einem Sturz führen, vor allem, wenn es dunkel ist. 

19. Mai 2026

Wird das Königsträßle Fahrradstraße?

Seit sechs Jahren diskutiert die Lokalpolitik darüber, ob das Königsträßle, das in Degerloch die Waldau mit Schönberg verbindet, Fahrradstraße werden soll, kann und darf.  Heute steht im zuständigen Gemeindratsausschuss  STA eine Entscheidung an. 

Fahrradstraße bedeutet Tempo 30.  Auf der Waldau gilt derzeit Tempo 30 und außerhalb im Wald Tempo 40. Und an Sonn- und Feiertagen darf dort gar nicht mit dem Auto gefahren werden. Dem Gemeinderat wurde am 5. Mai von der Verwaltung ein Kompromissvorschlag vorgelegt, wonach das Königsträßle bis zum Haus des Waldes Fahrradstraße wird und auf der Reststrecke bis Schönberg 40 km/h gefahren werden darf. Das Sonntagsfahrverbot bleibt.  Das sehen der ADFC und Teile des Gemeinderats anders. Denn eigentlich ist die gerade Strecke durch den Wald eine gute Radfahrstrecke, die auch von Jugendlichen genutzt werden kann, die auf der Waldau Sport machen oder zur Schule gehen. Und natürlich von Radpendelnden und Alltagsradfahrten zwischen Schönberg, Birkach, Plieningen und Stadtmitte. Der Radverkehr auf dieser Strecke (Hauptradroute 3) wird noch zunehmen, wenn entlang der Jahn- und Pischekstraße der Radweg fertig ist. 

17. Mai 2026

Nur eine Kleinigkeit, aber hilfreich

An der Ecke Marktstraße/Eberhardstraße, wo ein Teil des Schwabenzentrums abgerissen wurde und Bauzäune stehen, hat sich etwas verbessert. 

Die Werbeplanen an den Bauzäunen wurden vor ungefähr zwei Wochen entfernt. 

Jetzt können Radfahrende in beide Richtungen sehen, ob hinter der Ecke ein Fahrrad (oder verbotenerweise ein Auto) herankommt. Sie tauchen nicht mehr so unvermutet vor einem auf. Zwar sollte man unübersichtliche Kurven mit dem Fahrrad nicht schneiden (und die meisten habe ich hier als sehr aufmerksame erlebt), aber mit dem Rad legt man sich halt dann doch mal gern ein bisschen in die Kurve. Alle, die hier radeln, können nun weiter voraus blicken als bisher, und das ist immer gut.  

Vielen Dank dafür. Und danke an den (mir bekannten) Stadtrat der Grünen, der sich darum kümmern wollte.  

15. Mai 2026

So haben wir aber nicht gewettet

Im Schlossgarten ist der Grillplatz mit angrenzender Picknickfläche zu beiden Seiten des gemeinsamen Rad- und Fußwegs fertiggestellt. Eine schöne Aufenthaltsfläche. 

Allerdings haben wir uns das nicht nicht so vorgestellt, dass nun sofort Leute mit ihrem Auto hinfahren, völlig regelwidrig und verbotenerweise über einen Rad- und Gehweg, und am Grillplatz parken. Diese beiden Autos habe ich am Dienstag, dem 12. Mai um 19 Uhr dort stehen sehen. 

Wir sind es ja gewohnt, dass etliche Fahrer solcher großen, dicken und aggressiv gestalteten Autos keinen Respekt von Radwegen und Gehwegen haben und die gesamte Stadtfläche als Fahrwege und Parkplatz missverstehen, aber dass die jetzt auch so schnell den Weg mitten in den Schlossgarten gefunden haben, finde ich schon erschreckend. Sie sind dabei einige hundert Meter über einen gemeinsamen Geh- und Radweg gefahren, und das obgleich Autos niemals weder auf einem Radweg noch auf einem Gehweg gefahren oder geparkt werden dürfen. Der gesamte Schlossgarten ist per Verkehrszeichen als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen. Nur an wenigen Stellen verlaufen Geh- und Radweg mal getrennt. 

Ich hoffe, das reißt nicht ein, und wenn doch, dass die Polizei hier abends und am Wochenende rigoros kontrolliert und Bußen verhängt. Es reicht schon, dass immer wieder Autos von Landtagsabgeordneten illegal auf dem Rad- und Gehweg an der Oper stehen, ohne dass dem wirklich Einhalt geboten wird (obgleich es einen Parkplatz und eine Tiefgarage gibt). Der Schlossgarten muss nicht auch noch voller Autos stehen. Das zeigt eindrucksvoll auch dieses Video von Blogleserin Annette, das sie am Tag der Wahl des neuen Ministerpräsidenten aufgenommen hat. Es ist im Bereich des Rad- und Fußwegs alles in ungeheuerlichem Ausmaß zugeparkt. Und das geht halt auch nicht. 

13. Mai 2026

Wenn sich Rad- und Fußweg kreuzen

In Wangen im Allgäu kreuzen sich in der Grünanlage ein ausgeschildeter Radweg und ein ausgeschildeter Gehweg. Ich frage mich, wer Vorrang hat, wenn Radfahrer und Fußgängerin gleichzeitig an der Kreuzung ankommen. 

Muss die Fußgängerin warten oder der Radler? Beachten wir als Radfahrende Paragraf 1 der StVO, der Rücksichtnahme und Vorsicht verlangt, dann dürfte es nicht zu Zusammenstößen zwischen Menschen zu Fuß und Menschen auf Fahrrädern kommen. Denn alle würden aufeinander achten, ins besondere wir Radfahrende auf den Fußverkehr. Anderseits: Blöde Dinge passieren. Ein Fußgänger guckt nicht, eine Radlerin sieht ihn bei Regen nicht rechtzeitig, ein Kind rennt einer Gruppe von Spazierengehenden voraus und plötzlich über den Radweg. Eigentlich passiert immer alles, was passieren kann. Und dann stellt sich die Frage: Wer hätte hier jetzt eigentlich Vorfahrt oder Vorrang gehabt? Wer haftet?