19. März 2026

So sieht es mit dem Radverkehr in Stuttgart aus

Stuttgart baut seit 15 Jahren die Radinfrastruktur aus mit dem erklärten Ziel, den Radverkehr bis 2030 auf 25 Prozent beim Modal Split zu steigern. 

Schließlich hat es 2019 auch einen Zielbeschluss des Gemeinderats dazu gegeben. Anfang März veröffentlichte die die Stadt einen langen Bericht. Demzufolge konnte der Radverkehr zwischen 2017 und 2023 stadtweit trotz aller Bemühungen nur von 8 auf 9 Prozent gesteigert werden. Das ist das Ergebnis einer Befragung, bei der die teilnehmenden Haushalte für einen bestimmten Stichtag danach gefragt werden, welche Wege sie wie zurückgelegt haben. In der Woche radeln demnach deutlich mehr Menschen als am Wochenende, was dafür spricht, dass Fahrräder für Alltagswege genutzt werden, für Fahrten zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufen. 2017 war der Freizeitradelverkehr noch höher. Das Deutschlandticket hat es den Leuten wohl erleichtert, ihre Wochendausflüge mit dem Zug zu machen. Außerdem wurden in Stuttgart vor allem Alltagsradrouten ausgebaut. Allerdings ist 2023 ja nun auch schon wieder drei Jahre her. Die Zahlen sind also nicht aktuell. 

17. März 2026

Umlaufsperren oft nicht mehr zeitgemäß

Zwei Sperrgitter, jeweils eines nach links und eines nach rechts versetzt, sollen in der Regel verhindern, dass Kinder aus seinem Seitenweg heraus auf eine Fahrbahn laufen oder Radfahrende zu schnell auf einem querenden Weg fahren. 

Sie dienen dazu, Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern drastisch runterzubremsen. Das kann an einigen Stellen durchaus nötig und sinnvoll sein. Für Menschen mit Kinderwagen oder in Rollstühlen stellen sie dabei jedoch oft ein Hindernis dar, das nicht einfach zu überwinden ist. Auch mit breiten Fahrrädern, etwa Dreirädern und Lastenrädern oder mit Rädern mit Kinderanhängern kommt man zuweilen kaum oder gar nicht durch. Die Stadt Osnabrück will zahlreiche Wege wieder besser nutzbar machen (auch für den Radverkehr) und darum überprüfen, ob die Umlaufsperren zu eng sind und nicht mehr den heutigen Anforderungen an Berrierefreiheit entsprechen oder ob sie ganz weg können, und ruft die Bevölkerung dazu auf, Probleme zu melden. 270 Ulaufsperren sind der Stadt Osnabrück bekannt, es könnte aber noch mehr geben, von denen die Stadt nichts weiß. 

Das Land Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr in einem Erlass festgestellt, dass Sperrpfosten und Umlaufgitter auf Radverkehrsflächen eine Gefahr darstellen und entfernt werden sollen.

16. März 2026

Richtige Haltung auf dem Fahrrad testen

Wer sich zeigen lassen will, welche Haltung auf dem Fahrrad die richtige ist, kann sich morgen, Dienstag, ab 17 Uhr in der Villastraße 14 einfinden. 

In der Fahrradwerkstatt Alf Cycling Bar lädt Eurorad zu einem kostenlosen Event ein. Experten von Canyon wollen Einblicke geben und ein Gewinnspiel machen. Verpflegung gibt es auch. Es richtet sich an alle Fahrradinteressierten. Hier kann man sich anmelden. (Datum der Veranstaltung: 17.03.2026)

Vielleicht sehen wir uns ja. 




15. März 2026

Radweg ohne Nutzungspflicht mit neuem Schild

Oberhausen hat ein neues Schild eingeführt, um Radfahrenden und vor allem Autofahrenden zu zeigen, dass der Radweg nicht benutzungspflichtig ist, man also auch auf der Straße radeln kann. 

Darüber berichtete der SWR. Grund ist, dass diese alten Radwege auf Gehwegen neben den Fußgängerbereichen und in der Dooringzone der Beifahrenden oft nicht gut sind, zu schmal, zu holprig und eben auch zu gefährlich. Deshalb steht an ihnen auch nicht mehr das blaue Radwegschild. Radfahrende dürfen auch die Fahrbahn benutzen. Das aber scheinen etliche Autofahrende nicht recht eingesehen zu haben, sie gingen davon aus, dass Radfahrende auf diese Gehwegflächen mit anderem Pflaster gehören. Es gab Streitereien. Manche Autofahrende meinen ja auch, Radfahrende würde Radwege nicht benutzen, sie wissen nicht, dass manche nicht benutzt werden müssen, weil sie schlecht und gefährlich sind. Das Verkehrszeichen soll die Verhältnisse erklären. 

Eine gute Idee, finde ich. Ein ähnliches Schild würde auch bei fürs Radfahren nur freigegebenen Gehwegen helfen, Autofahrenden klar zu machen, dass die keine Radwege sind und Radfahrende auf der Fahrbahn radeln dürfen. 

Das Foto stammt vom Service-Port der Stadt Oberhausen und wurde von Tom Thöne gemacht. Auf das Thema aufmerksam gemacht hat mich Blogleser Hans-Jürgen. 



13. März 2026

Wie soll der Vorplatz am Hauptbahnhof aussehen?

Der Arnulf-Klett-Platz zwischen Hauptbahnhof und Königstraße muss neu gestaltet werden, wenn der Bahnhof fertig ist. Privatautos sollen nicht mehr fahren, dafür sollen Fußgänger:innen und Radfahrende Platz bekommen. 

Und der Busverkehr bleibt. So die Stadt Stuttgart. Die Verlegung des City-Rings ist bereits beschlossen. Der Autoverkehr soll nicht mehr vor dem Hauptbahnhof vorbei rauschen. Was auch dem Radverkehr eine Chance gibt. 

Bisher gibt es nur diese Visualisierung der Stadt Stuttgart. Aber so wird das hoffentlich nicht aussehen. Der Wettbewerb, der ausgeschrieben werden soll (GRDrs-156/2024), wird hoffentlich ein Konzept zeigen, das dem Klimawandel - vor allem der Überhitzung der Städte - gewachsen ist und für den Radverkehr ernstzunehmende Streckenführungen bringt. Allerdings gibt es hier unterirdische Bauten (Stadtbahnhaltestellen, S-Bahn und Klettpassage), weshalb man nicht so einfach Bäume pflanzen kann. Dennoch ist eine Pflastersteinwüsste nicht mehr zeitgemäß.  Und ob der Autoverkehr wirklich bis zur Einmündung Lautenschlagerstraße geführt werden muss, stelle ich auch in Frage. Die Lautenschlagerstraße braucht man für den privaten Autoverkehr als Durchgangsstraße zum Bahnhof eigentlich auch nicht. Es gibt andere Möglichkeiten von ihr abzufahren. Den Ladengeschäften dort täte eine Fahrradstraße (ohne Pkw-Freigabe) und Fußgängerzone gut. 

11. März 2026

Neue Weinsteige dauert noch

Seit ungefähr sechs Jahren wird die Stützmauer an der Neuen Weinsteige erneuert und in diesem Zuge ein breiter Gehweg angelegt, der auch für den Radverkehr bergauf freigegeben werden soll. 

Fertig sollte das Ganze 2024 sein und begleitet wurden die Baumaßnahmen nicht nur von temporären Verengungen der zwei Richtungsfahrbahnen auf der Neuen Weinsteige in eine und zahllosen Diskussionen mit Anwohnenden, die um Parkplätze kämpften und gegen einen "Radweg" waren, befeuert auch von Artikeln der Stuttgarter Zeitung gegen die Millionen die für einen Radweg ausgegeben werden sollten. Was alles falsch war. Denn ein Radweg war nie geplant, aber der Gehweg muss hergestellt werden und zwar in begehbarer Breite. Denn seit Jahren wird er von Autos so zugeparkt, dass man buchstäblich nicht drauf gehen kann. Richtig teuer wird es wegen der Parkplatzbuchten, die extra hergestellt werden, damit es noch ein paar öffentliche (kostenlose) Autostellflächen gibt. Derzeit ruht die Baustelle, die im Lauf der Jahre von oben nach unten gewandert ist, wieder. Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung (Bezahlschranke) ist die Baufirma insolvent und es muss eine neue gesucht werden. Im Frühjahr soll weiter gearbeitet werden. Deshalb haben Autofahrende derzeit nur eine Richtungsfahrspur zur Verfügung. Radfahrende natürlich auch, falls sie hier hoch radeln, was allerdings selten ist  und bei zwei Richtungsfahrspuren wesentlich angenehmer als bei nur einer. 

9. März 2026

Handzeichen im Straßenverkehr

Radfahrende müssen Handzeichen geben, bevor sie abbiegen. Übrigens nur davor und nicht während des ganzen Abbiegevorgangs. 

Inzwischen ist es erlaubt, das Handzeichen durch eine Blinkeranlage am Fahrrad zu ersetzen. Aber es gibt noch andere Handzeichen mit denen man kommunizieren kann. Im Autoverkehr ist der Einsatz von Handzeichen weitgehend verloren gegangen, weil man sich gegenseitig hinter getönten Scheiben nur noch schlecht sieht. Und wenn ich beim Ranradeln an eine Kreuzung nicht sehe, ob ein Autofahrer, der von rechts kommt und anhält, mich durchwinkt, dann bremse auch ich und halte an. Und wenn ich schon stehe, dann warte ich solange, bis er losfährt, was manche Autofahrende nicht kapieren, weshalb ich dann winke. Denn sollte der Autofahrer plötzlich doch fahren, während ich glaube, er hält, und selber fahre, kann ich mich vor Gericht nicht darauf berufen, dass ich den Eindruck hatte, er wolle mich durchlassen, weil er stand. Ich muss sein Handzeichen deutlich gesehen haben. Und selbst dann kann der Autofahrer oder die Fahrerin leugnen. 

Juristisch ist es so, dass man mit einem Handzeichen, mit dem man auf die eigene Vorfahrt verzichtet, eigenmächtig die Verkehrsregeln außer Kraft setzt. Dazu ist man als Privatmensch nicht befugt. Der andere, dem man etwas gewährt, kann sich also nicht darauf berufen, wenn es wegen eines Missverständnisses dann doch zu einem Zusammenstoß kommt. Für ihn gelten immer die Verkehrsregeln. Deshalb nehme ich es so gut wie nie an, wenn ein Autofahrers an einer Kreuzung anhält und mir Vorfahrt gewährt, obgleich ich sie nicht habe. Das ist zwar nett, aber sich an die gültige Verkehrsregel halten (rechts von links) wäre für mich einfacher. Ich bin auch schon mal von einem Autofahrer umgenietet worden, bei dem ich dachte, er habe mich gesehen. 

Mein Dankeshandzeichen hingegen, sehen Autofahrende sehr deutlich, etwa, wenn sie mir in beidseits zugeparkten Straßen Vorrang geben (und in einer Einfahrtenlücke warten).