29. April 2026

Kritisieren geht immer

Es gibt Blogposts von mir, da eskaliert die Kritik an uns Radfahrenden, wenn ich ein notorisches Fehlverhalten von Autofahrenden thematisiert habe. 

Ich schreibe immer wieder auch über Fehlverhalten von Radfahrenden - GeisterradelnGehwegradelnohne Licht fahren etc -, suche dabei aber auch nach Erklärungen, warum Radfahrende bestimmte Regeln verletzen. Sie sollen aber keine Entschuldigungen sein, denn ich bin en Fan davon, sich an Verkehrsregeln zu halten. Allerdings weiß auch ich, dass es manchmal nicht geht, weil der Radweg plötzlich aufhört und ich nicht erkenne, wie es weitergeht, aber nicht auf eine Temp-50-Fahrbahn radeln will, weil ich Angst habe. Und selbst das Ohne-Licht-Radeln ist mir schon passiert, weil ich aus versehen das Licht ausgestellt hatte, das ich allerdings, nachdem mich jemand darauf hinwies, gleich wieder anstellen konnte. Erklärungen für Fehlverhalten im Straßenverkehr gibt es immer. Jede und jeder, der falsch parkt, bei Rot fährt, eine Straßensperrung missachtet, an verbotener Stelle links abbiegt (und in die Stadtbahn kracht) hat jeweils gute Gründe dafür, warum das jetzt "ausnahmsweise" sein muss. Und das gilt für Autofahrende und Radfahrende gleichermaßen. Allerdings scheinen die Gründe unterschiedlich zu sein. Autofahrende und Fußgänger:innen geben als Gründe meist an, Zeit sparen zu wollen, Radfahrende hingegen Sicherheitsgründe und Energiesparen (vor allem Starten ist anstrengend). 

Was wir einander vorwerfen - Autofahrende und Radfahrenden gegenseitig - sei hier mal aufgelistet. 

27. April 2026

Gut beschilderte Baustelle am Pflasterrondell

Pflasterrondell also nennt man offenbar bei der Stadt die runde Fläche am unteren Ende der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Allee, meist Platanenenallee genannt.  Dieses schöne Wort steht jedenfalls auf dem Schild im Rosensteinpark, das uns warnt, die Allee runter zu radeln. 

Ich habe jedenfalls sofort verstanden, was für eine Stelle das Schild meint. Wenn man der Warnung glaubt, kann man hier (auf dem Foto links) runter fahren zum geschwungenen Geh-/Radweg durch den Schlossgarten, der am Grillplatz vorbei führt. Wenn man dem Schild nicht so ganz glaubt und denkt, naja, die Allee ist ja andethalb Kilometer lang und vorher komme ich sicher runter, radelt weiter. Kurz vor Komplettsperrung des Pflastersteinrondells mit den beiden Rossbändier-Skulpturen (von 1848), wird man in der Tat per Umleitung nach links über einen Schotterweg zum geschwungenen Weg abgeleitet. Je weniger Radler:innern diesen unbefestigten Weg fahren, desto besser für den Untergrund. Die Beschilderung finde ich gut und aufmerksam uns Radfahrenden gegenüber. Das ist ja in Stuttgart nicht immer so. 

25. April 2026

Warum klappt das mit den Schildern so schlecht?

Fährt man die Breitscheidstaße Richtung Westen, stößt man an der Johannesstraße auf diese Sperrung der Fahrbahn in Fahrtrichtung.

Ich sehe groß das rote Schild mit dem weißen Querstrich, das Einfahrtverbot bedeutet. Aber reicht der Platz nicht eigentlich fürs Fahrrad? Haben die die Freigabe fürs Fahrrad nur wieder vergessen oder ist es wirklich so gemeint.?Ach so, ja! Auf den zweiten Blick sehe ich unter dem Einfahrverbotsschild auf der linken Straßenseite das kleine weiße Schild, dass den Weg für uns Radfahrende freigibt. 

Es steht falsch, nämlich auf der linken Seite, wo die Verkehrszeichen nur die Anordnung auf der rechten Straßenseite wiederholen und bekräftigen. Gülitge Verkehrszeichen müssen rechts stehen, was bei Radwegen oft auch nicht klappt. Aber hätte man es nicht wirklich einfach rechts aufstellen können? Und müsste die Radfreigabe auf beiden Seiten hängen?   

Auch wir Radfahrenden erfassen Verkehrszeichen und Schilder im Rollen, so wie Autofahrende. Und auch wir gucken auf die Fahrbahn und das Verkehrsgeschehen, die vor uns liegen. Wir wollen nicht anhalten müssen, um uns die Verkehrszeichen, die an einer Baustelle stehen erst einmal erklären zu müssen. 

Jedenfalls. hier dürfen wir gegen die Eihnbahnstraße weiterradeln. Immerhin. 

23. April 2026

Alles noch komplizierter am Charlottenplatz

Am Charlottenplatz wird die Fahrbahn auf der Charlottenstraße erneuert. Deshalb ist die Querung für Radfahrende und Fußgänger:innen beengt und schwierig. Das ist Ende April aber vorbei. Jedoch ist der Durchgang zur Urbanstraße noch lange gesperrt. 

Der Übergang von der Ecke Esslinger Straße zur Ecke Stadtpalais ist noch einmal enger geworden. Fußgänger:innen und Radfahrende müssen sich die bisherige Radspur teilen. Und das sind zu Hauptverkehrszeiten sehr viele, ansonsten viele. Zum Glück dürfte das bald vorbei sein. Dass dann auf der Charlottenstraße bergab ein Radfahrstreifen angelegt worden sein wird, dürfen nicht hoffen. 

Schlimmer ist, dass es am Stadtpalais für uns Radfahrende nicht so weitergeht, wie bisher gewohnt und das für sehr lange. Der Verbindungsweg zur Urbanstraße ist gesperrt. Und den linksseitigen Gehweg an der Charlottenstraße dürfen wir nicht rauf radeln, genauso wenig wie hinunter. Er ist fürs Radfahren nicht freigegeben. Ich habe jedenfalls vor ein paar Tagen kein Fußgängerschild mit Radfreigabe gesehen. Kurioserweise ist man - wie Stuttgarter Zeitung schreibt (Bezahlschranke)- bei der Stadt davon ausgegangen, dass dieser Gehweg als Umleitung taugt und dienen soll. 

22. April 2026

Keine Gerechtigkeit für die Radlerin

Wir sind in unserer Gesellschaft offenbar gut darauf trainiert, Autofahrenden Recht zu geben, auch wenn die Radfahrerin im Recht war. Das unterläuft viel zu oft auch der Polizei. 

Der ADFC Duisburg erzählt eine ungeheuerliche Geschichte. Zwei Autos stellen den Radweg und die Umfahrung über die Fahrbahn (oder den Gehweg) zu, ein Mann holt die Radlerin handgreiflich vom Rad, weil er meint, sie habe beim Durchfahren zwischen den Autos ein Auto gestreift. Die Polizei ignoriert das Fehlverhalten der Autofahrer und die Handgreiflichkeit des Passanten und verhängt ein Ordnungsgeld gegen die Radfahrerin.  

20. April 2026

Ein nützliches Detail

Wo man aus dem Wald runter auf den Radweg entlang der Böblinger Straße in Kaltental kommt, befindet sich seit kurzem eine blaue Markierung. 

Wir Radfahrenden hätten die nicht gebaucht, aber sie ist nützlich, um Fußgänger:innen davor zu warnen, dass sie einen Radweg betreten und auf ihm gehen würden. Solche Hinweise für Fuoßgänger:innen sind durchaus notwendig, weil sie die Verkehrszeichen nicht sehen und Flächen, auf denen nicht Auto gefahren wird, gerne auch mal für Gehwege halten. 

Dies würden wir uns ganz dringen wünschen für den Auf- und Abgang vom Ferdinand-Leitnersteg aufseiten des Planetariums. Der Abgang ist zweigeteilt, die eine Seite (die für Fußgänger:innen einen Umweg bedeutet) ist nur für Fußgänger:innen, die andere Seite - die direkt Auf- und Abfahrt ist ein reiner Radweg. Er ist so ausgeschildert. Kommt man von unten, muss man eigentlich etliche Hindernisse überwinden und geht an dem rot umrandete Runde Schild vorbei, dass Fußgänger:innen den Weg verbietet. Dies verstehen jedoch viele Fußgänger:innen nicht. Vor allem diejenigen nicht, die hier zum ersten Mal gehen. Sie sehen die Schilder nicht, verstehen das Verbottschild für Fußgänger wegen des Fußgängerzeichen darauf oft auch noch falsch, nämlich als Gehwegzeichen, und laufen hier unter oder rauf. Das Radfahrende hier durchaus schnell bergab rollen, bringen sie sich auch noch in Gefahr. Wenn  Radler.innen, vor allem mit Normalrädern, hier den Schwung mitnehmen, um leichter hochzukommen, sehen sie sich durch Fußgänger:innen jäh ausgebremst, zuweilen bis zum Anhalten. Ein Antritt am Berg ist aber für alle Radfahrenden nicht nur unangenehm, sondern kann auch schwierig werden. 

Hier wäre eine blaue Markierung als Radweg hilfreich. Allerdings gehört der Schlossgarten dem Land, und das müsste sich entschließen, hier etwas zu tun. Die Radfahrenden würden danken. 

18. April 2026

Bambus-Fahrrad selber bauen

Alle Jahre wieder: Blogleser Stefan bittet mich, darauf hinzuweisen, dass auch dieses Jahr wieder im Werkstatthaus Stuttgart ein Kurs zum Bau von Bambusfahrradrahmen stattfindet. Vorbesprechung ist am 9. Mai, um Anmeldung wird gebeten. 

Hier sein Text: 

In diesem Kurs baust du unter professioneller Anleitung deinen eigenen Bambus-Fahrradrahmen für dein Traum-Gravelbike bzw. Trekkingrad. Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff mit hervorragenden Eigenschaften für den Rahmenbau. Das Material ist sehr stabil und besitzt dennoch eine gewisse Eigenfederung. Rahmengöße und Symmetrie werden individuell angepasst. Durch den natürlichen Wuchs des Bambus, sowie die jeweilige Bearbeitung und Gestaltung der Verbindungen entsteht ein hochwertiges Unikat. Wir werden für den Rahmenbau erforderliche, handwerkliche Techniken anwenden wie sägen, Teile in eine Rahmenlehre einpassen, verkleben, Gewebe einlaminieren, schleifen und lackieren. Wir unterstützen im Anschluss an den Kurs gerne beim Aufbau deines vollständigen Fahrrads (also Schaltung, Bremsen, Laufräder und so weiter) mit Rat und Tat. Wie das vor sich geht, kann man auf dieser Webseite sehen. 


AmSamstag den 9.5.2026 findet um 15:00 Uhr eine Vorbesprechung für den Workshop im Werkstatthaus Stuttgart statt, bei der wir neben einer Einführung und der Terminabsprache auch die Rahmengrößen festlegen. Eine Anmeldung zum Kurs sollte daher bis spätestens zu diesem Termin erfolgen.

Kosten: Verdiener:innen: 600 Euro und Nichtverdiener:innen: 500 Euro
KURSBEGINN: 12.06.2026
Termine: 5 Blöcke (Freitag/Samstag) nach gemeinsamer Absprache am 9.05.26

Kursleitung: Miki Günter, Michl Schmidt
Anmeldung: https://werkstatthaus.net/werkstaetten/bildhauerei/
Fragen bitte an Michl Schmidt: bildhauerei@werkstatthaus.net