24. Juni 2017

Eine Fahrradstraße ist verschwunden

Es ist keine Überraschung, jedenfalls nicht für die, die meinen Blog lesen. Vor gut einem Jahr habe ich geschrieben, dass die Hauptradroute 1 umorganisiert wird, wenn das Dorotheenquartier rund um Breuninger fertig ist. 

Diesen alten Artikel haben in den letzten Tagen erbitterte Radfahrende kommentiert. Aus gutem Grund. Zwar ist der Verlust der Fahrradstraße vorhergesagt, aber nun halt doch eine Überraschung. Vor allem aber ist die Alternative, der Radweg Holzstraße keine Verbesserung, sondern eher ein schlechter Witz. Radfahren durch die City bleibt ein Hindernislauf, wie das Video unten auch wieder zeigt.

22. Juni 2017

Das muten wir Müttern mit Kindern zu, wenn sie nicht Auto fahren?

Manchmal frage ich mich, ob wir eigentlich noch richtig ticken. Haben wir denn komplett vergessen, worum es in unserer Gesellschaft geht? Um Menschen. 

Da drängeln Autos durch eine schmale Straße. Eine Mutter ist mit ihren beiden Kindern unterwegs. Sie fährt Fahrrad mit einem Kinderanhänger. Ihre etwas ältere Tochter sitzt auf einem Kinderfahrrad.

Schön, dass die Mutter sich diese Reise so zumutet, statt mit dem SUV hier durch zu rammeln. Aber sie kommt kaum vorwärts, weil ihr ständig Autos den Raum nehmen. Ständig hält sie an, guckt sich nach ihrem Kind drüben auf dem Gehweg um.

Elektrische Minifahrzeuge - die noch nicht bedachte Zukunft

Künftig werden noch mehr Geräte mit weniger als vier Rädern durch unsere Straßen rollen als nur Fahrräder.

Nämlich Geräte für eine elektrisch unterstützte Mobilität auf städtischen Strecken, die man in der Stadtbahn mitnehmen kann, schnell ins Auto hebt, mit denen man Treppen hochkommt.

Zum Beispiel so was wie dieser Scooter SXT light. Sein Besitzer findet das Teil praktischer als ein Fahrrad. Man kann es blitzschnell zusammenklappen und in der Stadtbahn unter den Sitz schieben. Mit so einem Teil kann man durch ganz Deutschland (durch die Welt) reisen und hat in jeder Stadt ein niederschwelliges individuelles Fortbewegungsmittel. Der Tretroller ist mit einer mächtigen Antriebselektronik ausgestattet, die den Fahrer zügig voranbringt. Nur fahren darf er damit eigentlich nirgendwo, weder auf der Fahrbahn, noch auf Radwegen, noch auf dem Gehweg.

21. Juni 2017

Fahrradwerkstatt von Geflüchteten sucht Räume in Stuttgart Süd

Der Freundeskreis Flüchtlinge Stuttgart-Süd möchte eine ehrenamtliche, soziale Fahrradwerkstatt einrichten. 

Dort sollen alle Fahrräder repariert werden, die gebracht werden. Dafür sucht die Fahrradwerkstatt im Süden einen Raum. 

Im Stuttgarter Süden befinden sich drei Unterkünfte für Flüchtlinge, in denen zwischen 360 und 400 Bewohner/innen leben. Engagierte ehrenamtliche Helfer/innn unterstützen die Geflüchteten Menschen im Viertel wie in vielen anderen Stadteilen dabei, sich möglichst schnell zu integrieren. 

20. Juni 2017

Werbefahrräder

Die Werbung hat das Fahrrad entdeckt. Fahrräder sind als Werbeträger billiger als Autos, und sie lassen sich vor Geschäften abstellen.

Oder auch an Ständern in der Fußgängerzone. Man besorgt sich ein Schrottrad, malt es an und versieht es mit einem Hinweisschild auf das eigene Geschäft.

Kostet so gut wie nichts, die Werbefläche muss man ja auch nicht mieten. Und so stehen statt (womöglich von einer Stadt verbotener Aufsteller) auf einmal Fahrräder vor Läden und transportieren ihre Werbebotschaft: Seht her, ich bin umweltbewusst und verkaufe Klamotten.

Ist das eigentlich erlaubt?

18. Juni 2017

Böse Baustellenüberraschung am Rosensteinbunker

Am Rosensteinbunker waren Fußgweg und Radweg wegen einer Baustelle komplett gesperrt. Radler und Fußgänger suchten sich eigene Wege.

Der Neckardamm ist einer der meistbefahrenen Radlerstrecken in Stuttgarts. Die Strecke ist schwierig genug, stellenweise für Radler nur freigegeben, kein Radweg. Und alle stehen sie lange an der Kombi-Ampel für Fahrrad und Fußgänger am Rosensteinbunker herum. Der Weg war noch am Feiertag für alle unterbrochen.  Macht aber nichts, denn Fußgänger und Radfahrer kommen überall durch. Sie sind ja Pfadfinder. Sie sind es gewohnt, für sich selber zu sorgen.

16. Juni 2017

Eigentlich nur noch ein Autospielplatz

Eigentlich ist das ein Shared Space, der Abschnitt der Tübinger Straße zwischen Österreichischem Platz und Rotebühlplatz. Parken ist verboten.

Nur dass die Autos so dick und groß sind, dass sie den meisten Platz belegen. Vor allem, wenn sie stehen. Und sie stehen exzessiv. Und lang.

Noch eigentlicher ist das hier Teil der Hauptradroute 1 längs durch Stuttgart. Einen Alternativweg gibt es nicht.

14. Juni 2017

Solar-Rad im Deutschlandtest

Er ist gestartet. Rainer Idler aus Stuttgart will mit einem Fahrrad mit Anhänger längs durch Deutschland fahren. 

Das Besondere. Auf dem Anhänger ist ein Solarmodul gebaut. Das Ziel: Selbstversorgung.

Der Anhängerist mit Batterien vollgeladen und per Stecker wird auch auch der Akkus am Fahrrad aufgeladen. Das Fahrrad war bei der letzten Critical Mass zu sehen. Noch nicht ganz fertig. Es handelt sich um ein Gobax-Fahrrad aus Mössingen, und zwar ein älteres Modell noch mit Gangschaltung. Der Anhänger ist ein Carla-Anhänger der Firma aus Freiburg. Er besitzt ebenfalls  einen Motor. Die ganze Konstruktion ist eine Entwicklung von Gobax. Rainers Reise können wir auf Twitter verfolgen.

12. Juni 2017

Radfahrende müssen eigentlich belohnt werden

Das schreibt Eva Wolfangel in Spektrum.de. So groß ist nämlich ihr gesellschaftlicher Nutzen. Oder er wäre es, wenn man Radverkehr wirklich fördern würde. 

Auch sie klappert in ihrem Artikel  die Fakten ab, die auch ich hier immer wieder nenne, von den Unfallzahlen und -gründen bis zu den wirtschaftlichen Aspekten. Der Autoverkehr kostet die Volkswirtschaft 15 Cent pro Kilometer, der Radverkehr bringt der Gesellschaft einen Gewinn von 16 Cent pro Kilometer. Das haben die Forscher Stefan Gössling (Uni Lund) und Andy Chol (Uni Queensland) errechnet.

"Wer gewisse Regeln ignoriert, erhöht die eigene Sicherheit", stellt der Dresdner Verkehrswissenschaftler Randelhoff dem entgegen.

10. Juni 2017

Radfahren in Stuttgart feiert Geburtstag

Heute vor vier Jahren habe ich mit diesem Blog, Radfahren in Stuttgart, begonnen. 

Blogleser Philipp hat mir kürzlich folgenden Brief geschrieben und dazu dieses Foto geschickt.

"Guten Tag Frau Lehmann,
ich bin fleissiger Leser ihres Blogs. Auch wenn ich mich darin noch nie zu Wort gemeldet habe, bin ich vom Nutzen für uns Radler überzeugt. Ich Teile die meisten Ihrer Ansätze und bin von Ihrem Engagement beeindruckt.
Seit 11 Jahren bin ich jetzt täglich auf Stuttgarts Straßen unterwegs. Wenn ich zurück blicke hat sich vieles zum Guten entwickelt. Gerade in der Wahrnehmung andere Verkehrsteilnehmer uns Radler gegenüben haben wir deutlich an Stellenwert gewonnen. Das Radeln im Stuttgarter Straßenverkehr ist sicherer geworden. Natürlich muss noch viel passieren. Aber auch dank Ihrer Arbeit sind wir auf einen guten Weg. Im Angang habe ich Ihnen eine Stelle in Stg-Botnang, Ortseingang von Feuerbach kommend, angehängt. Ich denke das Foto ist selbst erklärend.  Jedes mal wenn ich dort vorbei komme muss ich an ihren Blog denken.
Viele freundliche Grüße von Philipp B. " 
Vielen Dank. 

8. Juni 2017

Wenn der Dienstwagen Teil des Gehalts ist ...

Radfahrer sind Arschlöcher. Sagt einer, der es wissen muss, ein Wiener Autofahrer. Einer, der seine täglichen zwei Kilometer zur Arbeit im Auto zurücklegt und findet, dass Radfahrer ihn nur aufhalten. 

Das erzählt Mathias Winterer in der Wiener Zeitung und kommt ins Nachdenken. Was für eine aus der Zeit gefallene Geisteshaltung. 

Er resümiert: "Zu sehr haben wir uns an die Blechlawine gewöhnt. (...) Zu lange ignorierte die Politik das Problem. (...) Schon zu lange ist unsere komplette Wirtschaft von der Autoindustrie abhängig – direkt oder indirekt. Und das ist das wahre Problem. Die Geisteshaltung des Manns am Würstelstand soll gar nicht aussterben. Auch wenn sie in einer aufgeklärten, urbanen Welt ziemlich anachronistisch wirkt. Sie wird gebraucht. Noch!"

Kommt uns hier in Stuttgart vertraut vor?

6. Juni 2017

Baustellenumleitungen immer noch mangelhaft

So kann man Baustellen für Radfahrende auch einrichten. Diese Bilder hat mir Blogleser Jan aus Berlin geschickt. 

Dem Autoverkehr hat man eine Spur genommen, damit die Radspur ordentlich um die Baustelle geführt werden kann. Der Gegenverkehr in dieser Straße wird durch eine Seitenstrecke umgeleitet. Vorbildlich, obgleich Berlin ja nicht immer so vorbildlich bei der Sicherheit von Radfahrern ist.

Sowas habe ich in Stuttgart noch nie gesehen.
n der Olgastraße müssen sich Radler bergauf seit Monaten von der versiegenden Radstreifen mit deutlich winkenden linken Armen in den Autoverkehr drängen.