27. September 2020

Helfen Schutzstreifen auf Landstraßen?

Erhöhen Schutzstreifen auf Landstraßen das Sicherheitsgefühl?
Bei uns sind sie nicht erlaubt, getestet werden sie aber jetzt auf der Strecke zwischen Plattenhard und Waldenbuch. Das teilte der Bundestagsabgeordnete Mathias Gastel mit.

Es mag sein, dass sie mehr Radfahrende bewegen, die Fahrbahn zu nehmen und dort zu fahren. Allerdings werden sie es nur dann ein zweites oder drittes Mal tun, wenn sie von Autofahrende dabei nicht in hohem Tempo überholt werden, ohne dass der Autofahrer oder die Autofahrerin die zwei Meter Abstand hält.

25. September 2020

Für Radler das permanente Off-Road-Gefühl

Die Schlaglöcher und Gullideckel sind immer dort, wo man will, dass die Radler fahren. 

Vor allem Autofahrende sind vielfach der Ansicht, dass Radfahrende so weit rechs wie möglich fahren sollten. Und manche lassen sich auch in den Rinnsteinbereich abdrängen. Also auf die Fläche neben dem Bordstein, wo die Gullideckel sind.

23. September 2020

Kreisverkehr, ja - oder doch lieber nichtt?

"Was hältst du den von einem Kreisverkehr an der Stelle?", werde ich immer wieder gefragt. Ich antworte immer: "Kreisverkehre gehören zum Gefährlichsten, was es für Radfahrende gibt."

Auch wir auf Fahrrädern mögen Kreisverkehre. Man muss nämlich nicht an einer Ampel halten, man kann meistens reinrollen, durchrollen und rausrollen. Wenn das Gespräch weitergeht, dann sage ich meistens: "Das liegt daran, dass die meisten den Kreisverkehr am äußersten rechten Rand durchradeln. Und wenn eine Autofahrer innen überholt und die nächste rausfährt, dann ist der Radfahrer tot, falls er eigentlich weiter herumradeln wollte." - "Ja, das stimmt", höre ich dann, "das habe ich bei dir gelesen."

21. September 2020

Jugendlicher Radfahrer fährt Kind auf Gehweg an

Es wird dringend Zeit, dass die Stadt Stuttgart Radfahrenden auf den Fahrbahnen ein gutes Angebot macht. Die Flucht auf den Gehweg ist gefährlich für Fußgänger:innen. 

In Degerloch ist am Donnerstagabend ein offenbar jugendlicher Radfahrer auf der Löwenstraße in Degerloch zwischen Königsträßle und Ahornstraße zwischen zwei geparkten Autos hindurch von der Fahrbahn auf den Gehweg gefahren - warum auch immer - und hat dort ein Kind auf einem Kinderrad umgefahren. Das Kind kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Und das Schlimme, der Radfahrer ist Richtung Sportplätze geflüchtet. 

Die Polizei sucht Zeug:innen, die bei der Identifizierung des Radfahrers helfen können. (Weiteres hier.)  Wir alle wünschen dem Kind gute Besserung vollständige Genesung. Ich bin in Gedanken bei den Eltern, die sich Sorgen machen und vermutlich auch wütend sind.

Dies ist kein typischer Unfall.

19. September 2020

Das Auto ist ein unehrlicher Partner

Wer schnell radelt, muss den Lenker fest halten und wird durchgerüttelt.

Radfahrende bekommen von ihrem Fahrzeug sofort eine Rückmeldung, wie schnell sie unterwegs sind. Sie spüren den Fahrtwind. Ihnen ist schon mal das Hinterrad weggerutscht, weil sei den Bremsweg unterschätzt haben. Sie haben das Klacken einer Autotür neben sich gehört und sind erschrocken, denn wäre die Tür eine Sekunde früher aufgegangen, wären sie reingefahren und gestürzt, weil sie zu dicht an den geparkten Autos entlang gefahren sind. An den doch recht häufigen Alleinunfällen bei Radfahrenden sieht man leider auch, dass das Fahrrad ein sehr ehrlicher Partner ist, der die Konsequenzen von Fehlern sofort spürbar macht. Kinder, die auf Schotter ausgerutscht sind, wissen für immer, dass man auf Schotter vorsichtig radeln muss. Die meisten Radfahrende wissen auch, dass sie selber schmerzhaft stürzen, wenn sie nicht auf Fußgänger:innen achten und mit ihnen zusammenstoßen und fahren entsprechend vorausschauend.

Die verhexte Umgebung der Autofahrenden

17. September 2020

Schön!

Die Hauptradorute 1 hat in Heslach eine neue Überfahrt über die die Burgstallstraße, dort, wo die Tankstelle ist.

Der Vorteil, die Einfahrt zur Tankstelle kreuzt nicht mehr die Radroute auf dem Bürgersteig und die Kurven, die man radeln muss, sind weniger eng. Der Besondere Vorteial aber sind die Induktionsbereiche, mit denen man Grün anfordert, sobald man darüber radelt. Auf dem Foto oben sind sie als routenförmige Ritzen im Asphalt zu erkennen, sie decken beide Seiten des Pfostens ab. Und wie ich sehen konnte, kommt das Grün dann auch ziemlich schnell, wenn nicht sofort.

Irritationen können allerdings die Drücker an den Ampelmasten auslösen.

15. September 2020

Achtung Fußgänger! Achtung Fahrräder!

Die neue Haltestelle Staatsgalerie ist eröffnet. Besucher:innen des Planetarium können jetzt direkt rüber gehen. Über die Hauptradroute 1 hinweg, die hier als Radweg parallel zum Gehweg verlegt ist

Fußgänger:innen müssen aufpassen, wenn sie über den Radweg gehen. Er ist für sie optisch rot gekennzeichnet. Das sagt klar: Radler:innen haben Vorrang. Allerdings sind Radfahrend hier zügig untewegs und Fußgänger:innen auch manchmal ziemlich verpeilt. Deshalb warnen die weißen Streifen uns Radfahrende vor dieser Gefahrenstelle.

13. September 2020

Man glaubt es nicht!

Sie parken im Halteverbot. - Wieso? Da ist doch eine Parkplatzmarkierung. Und die Sperrstreifen fangen da vorn an. - Aber da vorn steht das Schild Halteverbot mit dem Pfeil rückwärts. - Aber ich bin doch hier. 

Die Gedankengänge von Autofahrenden sind wunderlich. Im Grunde ist völlig klar, dass hier am Bordstein nicht geparkt werden darf, damit die Radfahrenen auf dihrem Radstreifen genug Platz haben. Ihnen kommen mämlich hier andere Radfahrende entgegen. Aber weil eine kleine Ecke nicht auch noch überdeutlich als Verbotsbereich gekennzeichnet ist, ignoriert der Autofahrer oder die Autofahrerin das Halteverbotsschild, das natürlich auch Parken verbietet, obgleich es deutlich sichtbar ist, wenn es auch etwas weiter entfernt steht.

11. September 2020

Gericht verbietet Pop-up-Radwege in Berlin

Kaum sind sie da und zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Radfahrenden, sollen sie schon wieder weg? So will es zumindest das Berliner Verwaltungsgericht.

Es bestehe "ernstlicher Zweifel an der Rechtmäßigkeit" für die acht temporären Radwege, hat das Verwaltungsgericht auf Eilantrag eines AfD-Abgeordneten entschieden. Die Verkehrsverwaltung müsse die Beschilderung abbauen. Das meldet der Spiegel. Selbstverständlich wird die Stadtverwaltung Widerspruch einlegen, berichtet der Tagesspiegel und zugleich aufschiebende Wirkung beantragen.

9. September 2020

Polizei kontrolliert Radler auf der Königstraße

Die Polizei hat erneut Radfahrende in der Fußgängerzone kontrolliert. Am Dienstag gegen zehn Uhr standen sie mit großem Aufgebot am Schlossplatz beim Wittwer. 

Schon Ende August kontrollierte sie die Calwer Straße und die Bereiche der Königstraße am Bahnhof und am Rotebühlplatz. Im August wurden auch Radfahrende angehalten, die verbotenerweise durch den Höhenpark Killesberg fuhren.

Ein Blogleser hat mir von der jüngsten Kontrolle berichtet und auch die Fotos geschickt. Er berichtet, die Polizei habe sich von denen, die auf der Königstraße nicht vorm Rad gestiegen waren, den Führerschein oder Ausweis zeigen lassen und auch Bußgelder verhängt.

7. September 2020

Und wieder mal sind die Radfahrenden die Gekniffenen

Ein bisschen Mist bleibt es halt doch. An der Schleuse Tübinger Straße zur Feinstraße ist eine Baustelle entstanden.

Die Radfahrstreifen wurden alle beide auf die Seite der Kirche verlegt, man kommt sich hier jetzt entgegen. Das ist zwar auch nicht ideal, aber es geht für eine Baustelle.

Allerdings, wer stadtauswärts radelt stößt oft genug auf ein Auto, das im Parkverbot (eigentlich ist es ein Halteverbot) an der Ausleitung, also halb oder ganz auf dem Radstreifen parkt. Entweder der Streifen Richtung Marienplatz wird auf fünfzig Zentimeter verschmälert, oder man mus ganz auf den Streifen des entgegenkommenden Radverkehrs auseweichen.

5. September 2020

Fahrradhelme sind nicht für Zusammenstöße mit Autos gebaut

Fahrradhelme sind nicht dafür ausgelegt, Zusammenstöße mit Autos abzumildern. Sie werden so auch gar nicht getestet.

Das sagt  Eric Richter, Entwicklungsmanager von Giro, in einem Artikel von Forbes (nur Englisch). Radfahrer sollten sich nicht auf Fahrradhelme verlassen. Helme würden nicht entworfen, um die Schwere von Unfällen zu mildern und die Chancen der Radfahrenden zu verbessern. Es gebe so viele Möglichkeiten und Variabln bei einem Unfallsgeschehen, etwa Geschwindigkeit des Autos, Aufprallwinkel und die Gestalt des Fahrzeugs, dass man nicht alle Eventualitäten berechnen könne.

3. September 2020

Krass, was da herumsteht

Eine Runde zu Fuß durch Stuttgart Süd und Mitte, und ich muss schon sagen, es steht viel zu viel auf den Gehwegen herum. 

Vor allem Motorräder, Mopeds und E-Scooter. Auch Fahrräder, aber die sind die einzigen, die auf Gehwegen stehen drüfen, solange Fußgänger:innen noch gut Platz haben, um an ihnen vorbei zu kommen. Alles andere darf dort nicht stehen. Für sehbehinderte sind das Stolperfallen, für Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen sind es Hindernisse und für Rollstuhfahrende oft sogar unüberwindliche Hindernisse.

Motorräder sind Kraftfahrzeuge, und die dürfen auf Gehwegen nicht abgestellt und geparkt werden. Und die E-Scooter sollten wir auch verbannen.

1. September 2020

Parkplatzsuche ist teuer

In deutschen Städten suchen Autofahrende im Durchschnitt 41 Stunden im Jahr nach Parkplätzen. Das berichtet die Welt unter Berufung auf eine Studie eines Mobilitätsdienstleisters.

In Stutttgart sucht man im Durchschnitt 51 Stunden. Das kostet nicht nur Lebenszeit und in diesen zwei Tagen auch noch Nerven, sondern auch viel Geld, sowohl die Eigentzümer:innen eines Autos, als auch die Stadt und die Stadtgessellschaft. Die Parkplatzsuche verursacht pro Autofahre rund 1.000 Euro im Jahr, wenn man die verschwendete Zeit, den Kraftstoffverbrauch und die Abgasbelastung betrachtet, auf ganz Deutschland bezogen errechnet Inrix 40 Milliarden Euro, die uns die Parkplatzsucherei kostet.

31. August 2020

Der richtige Fahrradsattel hilft

Ich schätze, viele, die jetzt im Sommer erstmals auf längeren Fahrradtouren unterwegs sind, stellen fest: Das tut weh. Der Sattel passt nicht.

Wenn der Hintern weh tut, nicht aufgeben, sonderen einen anderen Sattel suchen, der passt! Das ist nicht immer leicht, aber möglich. Frauen brauchen nicht grundsätzlich andere Sättel als Männer, sie brauchen beispielsweie keine breiteren, sie müssen aber unter Umständen auf andere Details achten.

29. August 2020

Miteinander statt gegeneinander

Verkehrsfragen werden offenbar am liebsten als Konkurrenz diskutiert, als Kampf um Raum und ungestörtes Vorankommen.

Für Autos gibt es viele Straßen und auf sie zugeschnittene Ampelschaltungen, für Zufußgehende gibt es Gehwege und Überwege. Das Charakteristische dieser beiden Infrastrukturen: Es gibt sie schon sehr lange, sie sind - vor allem für Autos - durchgängig und ausgefeilt. Die Infrastruktur für Radfahrende ist dagegen lückenhaft, brüchig und mit permanenten Systemwechseln verbunden. Sie ist jung. Das Fahrrad ist das dritte Verkehrsmittel, dass zwischen Fußgängerwegen und Autostraßen hin und her geschoben wird. Radler stören Autofahrer, und sie stören Fußgänger. Aber sie können nichts dafür. Für sie sind, auch bei uns in Stuttgart, die Wege nicht angelegt.

27. August 2020

Gilt der Überholabstand auch bei Radfahrstreifen?

Radfahrstreifen Möhringen
Auf Twitter ist im Juli eine Diskussion darüber entstanden, ob Radfahrstreifen Teil der Fahrbahn sind und mithin der Überholabstand gilt. 

Der ADFC vertritt die Ansicht, dass er überall gilt, auch für Radfahrende auf Radfahrstreifen. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Verkehr handelt es sich bei Radfahrstreifen um Sonderwege, die nicht Teil der Fahrbahn sind, weshalb aus rechtlicher Sicht kein Überholvorgang vorliegt. (VwV-StVO zu § 2 StVO zu Abs. 4 Satz 2 unter I. 3)

Dazu hat der  Grünen-Bundestagsabgeordneten Gelbhaar  eine Anfrage an das Verkerhsministeirum gestellt, aber keine Antwort erhalten. Es gibt aber eine Antwort von der Unfallforschung der Versicherer.

25. August 2020

Es ist noch nichts geschwätzt

Oder anders gesagt: Autofreie Innenstädte lösen Panik in unserer autoverliebten Gesellschaft aus und scheitern immer wieder an der Angst der Politik.

Was der neue grüne OB von Hannover erlebt, ist durchaus typsich und gilt auch für Stuttgart. Sobald Straßrenrandparkplätze im Innenstadtbereich reduziert und einzelne kleine Straßen für den Autoverkehr gesperrt werden sollen, treten die Händler:innen und deren Verbände auf den Plan und beschwören den Untergang des Innenstadthandels. Die Gedankenwelt, in der sie und die ihnen verbundenen politischen Parteien leben, sieht aus wie in den Neunziger Jahren und beinhaltet die Sehnsucht nach den siebziger Jahren. Das heißt: Man fährt mit dem Auto in die Innenstadt und stellt es am besten mitten auf einem Marktplatz ab, zumindest aber am Straßenrand vor der Drogerie, wo man ein Schampoo kaufen möchte.

Wenn das nicht geht, wird das Schampoo im Internet bestellt, so die Dauerdrohung.