Unsere Städte sind nicht für Frauen geplant und gebaut, sondern für Männer. Was auch daran liegt, dass in den zuständigen Ämtern Männer das Sagen haben.
Frauen haben weniger Freiheit in der Mobilität als Männer. So lautet der Titel des Landes Baden-Württemberg über den Bericht über eine Studie zum Mobilitätsverhalten.
Der Studie zufolge haben Frauen komplexere Wegeketten und begleiten öfter andere Personen, oft Kinder oder Großeltern. Doch unser Verkehrssystem unterstützt sie dabei nicht. U-Bahnen mit Treppen und irgendwo einem Aufzug, der nicht funtkoniert, behindern Frauen mit Kindern und Kinderwagen, aber auch Rollstuhlfahrende und Menschen mit Rollatoren. Frauen müssen ihre Wege mit Kindern in Öffentlichen Verkehrsmitteln richtigehend planen: Wo funktioniert der Aufzug, wo können sie halbwegs treppenfrei umsteigen? Unsere Städte und Verkehrswege sind nicht für Frauen geplant, die Familienarbeit machen. Und sie werden von Männern geplant. Auch wenn in den Abteilungen von Planungsämtern Frauen sitzen, solange sie eine Minderheit sind und solange die Chefs alle Männer sind, werden und können sie keine Verkehrsplanung vorschlagen und durchsetzen, die die besondere Lebenswirklichkeit von Frauen berücksichtigt: Sicherheit, Barrierefreiheit und Platz und Sicherheit für Kinder auf Gehwegen und Radwegen.
Euch regelmäßigen Leser:innen meines Blogs ist das nicht neu. Der öffentliche Raum ist nicht für Frauen konstruiert, sondern für Männer. Autostraßen dienen dem Berufsverkehr, nicht den Wegen, die Frauen machen. Frauen verursachen zugleich weniger Unfälle und begehen weniger Verkehrsdelikte, sie stellen im öffentlichen Raum eine geringere Gefahr für andere dar, fühlen sich selbst aber oftmals in Gefahr. Verkehrsminister Hermann kommentiert die Studie so: "Es darf nicht als normal angesehen werden, dass zum Beispiel ein 16-jähriges Mädchen nur dann am Abend aus dem Haus darf, wenn ein Elternteil sie hinterher abholen kann. Unsicherheit im öffentlichen Raum können wir als Gesellschaft nicht akzeptieren." Frauen wagen sich tatsächlich nicht überall hin, bleiben zu Hause, verzichten auf Unternehmungen (was statistisch nicht erfasst wird) und trauen sich auch weniger, Fahrrad zu fahren, wenn die Infrastruktur fehlt. Für Frauen ist das Auto eine Schutzhülle. Sie haben allerdings weniger oft ein Auto zur Verfügung als Männer. Auch wenn die Angst nicht immer faktisch begründet sein mag, so haben Frauen durchaus gute Gründe, mehr Angst vor Belästigung zu haben als Männer. Und ihre Wege durch die Stadt sind hindernisreicher. Das könnte man ändern, wenn man wollte.







