21. Juni 2018

Damit die Fahrräder von den Geländern wegkommen

Fahrräder gibt es, die Entwicklung zu mehr Radverkehr ist nicht mehr umkehrbar. Es werden mehr werden. Und wer Rad fährt, will sein Fahrrad auch mal abstellen.

Im Grunde ist es ganz einfach. Wenn man Radfahrenden keine Radbügel an wichtigen Zielen anbietet, dann werden die Räder dort angeschlossen, wo es gerade geht. Irgendwo. So wie hier früher am Geländer der Rathaustreppe. Ich gebe zu, ich habe den Artikel nur wegen dieses historischen Fotos geschrieben.

19. Juni 2018

Die spinnen, die Prager

In Prag ist der Konflikt zwischen Radfahrenden und Fußgänger/innen zugunsten der Fußgänger ausgegangen, und natürlich zugunsten des Autos. 

Weil die Prager Altstadt zu eng ist für drei Verkehrsformen - Auto (Busse/Bahnen), Fußgänger und Fahrrad - hat man das Radfahren zwischen 10 und 17 Uhr verboten. Und zwar, weil in den letzten zehn Jahren in Prag zu viele das Fahrrad als Alternative zum Stau für sich entdeckt haben, man aber keine Radinfrastruktur angelegt hat. Mit der Folge, dass sich Radfahrende ihre Wege suchten und in der Altstadt auch über große Plätze fuhren (nach Einschätzung von Fahrrad-Aktivist Vratislav Filler ohne große Konflikte) und oftmals auf Gehwegen.

17. Juni 2018

Autos und Fahrräder gezählt auf der Alten Weinsteige

Im Bezirksbeirat Degerloch ist ein Antrag der Grünen gescheitert, den Schleichverkehr auf der Alten Weinsteige wirkungsvoll zu unterbinden. Die Polizei versprach aber, öfter zu kontrollieren. 

Eine solche Kontrolle hat Mitte April stattgefunden. Die Stuttgarter Zeitung hat darüber berichtet. Die Polizei zählte damals zwischen 15 Uhr und 18.30 Uhr 42 Autofahrende, die verwarnt wurden, 10 weiter seien aus Kapazitätsgründen davongekommen. Alle die mit dem Fahrrad rauf und runter radeln haben das Gefühl, es sind deutlich mehr. Deshalb haben engagierte Radler/innen am vergangenen Freitag zwischen 15:30 Uhr und 17 Uhr Traubenzucker verteilt und gezählt: Radler rauf, Radler runter, Autos rauf, Autos runter. Insgesamt fuhren in den anderthalb Stunden knapp über 100 Autofahrer/innen auf der Alten Weinsteige an den Verbotsschildern vorbei. Das Ergebnis im einzelnen:

15. Juni 2018

Eine Radinfrastruktur, die sich anfühlt wie ein SUV

Wie steigert man wirklich den Radverkehr? Und warum klappt das mit der Art von Radförderung, wie wir sie derzeit praktizieren, nicht? 

Dass man was für die eigene Gesundheit und die Umwelt tut, reicht als Argument nicht aus, das Rad zu nehmen. Schnelligkeit interessanterweise auch nicht. Gerade in Großstädten legen Menschen Wege mit dem Auto zurück, die mit dem Rad viel schneller zu bewerkstelligen wären. Alles unter drei Kilometer sowieso, alles unter fünf Kilometer auch, wenn die Parkplatzsuche und der Weg vom Parkhaus zum Ziel noch dazukommt, den Stau nicht mit eingerechnet. Dass sie mit dem Fahrrad schneller und stressfreier zum Ziel kommen, wissen allerdings viele gar nicht, denn sie fahren ihre kleinen Strecken mit dem Auto.

13. Juni 2018

Fast tot am Rosensteinbunker

Warum fahren manche Radler bei Rot? Weil sie nach der falschen Ampel gucken. 

An einem Sonntag wurde ich mit vielen anderen Rosensteinbunker Zeugin, wie eine Frau fast von der Stadtbahn umgefahren worden wäre. Sie hat zwei furchtbare, aber psychologisch leicht zu erklärende Fehler gemacht. Gerade für Ortsunkundige ist die Ampelanlage am Rosensteinbunker oft schwer zu durchschauen. 

Denn Radstreifen und Fußgängerüberweg verlaufen hier parallel, sind aber mit unterschiedlichen Ampeln versehen, die auch nicht gleichzeitig Grün bekommen.

11. Juni 2018

Tennis sperrt Radweg

Auf dem Killesberg findet das Weißenhofturnier statt. Für alle Radfahrenden sichtbar hat am Samstag der Mercedes-Cup begonnen, ihre Radroute ist nun unterbrochen. 

Radler werden hier hier regulär durch den Parkplatz an der Feuerbacher Heide geführt. Allerdings jetzt nicht mehr. Autos und Tennis sind wichtiger, zumindest fühlen sie sich so.

Wer auf dem Fahrrad vom Kochenhof kommt, wird gar nicht vorgewarnt und hängt im Zaun am Ende des Parkplatzes. Wer von Botnang her kommt, sieht die Lage so wie auf dem Foto, das mir Blogleser Jörg geschickt hat. Ein schmaler Gehweg führt hier immerhin noch direkt an der Straße entlang, auf dem sich keinesfalls zwei Radler begegnen sollten. 

9. Juni 2018

Der Radentscheid ist auf dem Weg

Heute geht es los mit der Unterschriftensammlung für einen Radentscheid in Stuttgart. Und zwar bei den Radaktionstagen am Stand des Zweirats. 

Wer sich mehr Sicherheit, mehr Radwege, mehr Radförderung, mehr Radabstellanlagen in Stuttgart wünscht, kann ab heute unterschreiben, sowohl auf den Listen, die ausliegen, als auch auf denen, die man sich von der Internetseite des Radentscheids herunterladen kann.  20.000 Unterschriften werden benötigt, damit er in einen Bürgerentscheid mündet und alle Stuttgarter /innen darüber abstimmen können, wie es mit dem Radverkehr weitergehen soll.

Das geht übrigens nicht nur Radfahrende etwas an, sondern auch diejenigen, gerne Rad fahren würden, wenn es eine bessere Infrastruktur gäbe, es sich jetzt aber noch nicht trauen.

7. Juni 2018

Bequemes Stehen an Ampeln erleichtert das Warten

Das ist ein Foto der langsamsten Ampel Stuttgarts am Tagblattturm. Was das Warten hier fast angenehm macht, zeigt das Bild. Man kann bequem seine Füße auf dem Bordstein abstützen.

Solche Bordsteine brauchen wir eigentlich an all den Ampeln, wo Radler/innen lange warten müssen. Sie erleichtern das Stehen, wie man sieht. Die Haltegriffe am Ampelmast sind auch schön, nützen aber bestenfalls einem einzigen Radler, manchmal keinem, denn die Masten stehen oft so dicht am Bordstein, dass man mit dem Vorderrad auf die Fahrbahn gerät.  Und das irritiert Autofahrende ziemlich, auch wenn sie genug Platz hätten.

5. Juni 2018

Radaktionstage mit Radsternfahrt und Fotowettbewerb

Am kommenden Wochenende finden wieder die Radaktionstage statt. Da treffen sich jedes Jahr Radfahrende auf dem Schlossplatz mit Vertreter/innen der Stadtverwaltung und des Gemeinderats. 

Fahrradhersteller und Verbände stellen sich dar. Die Polizei informiert über Fragen der Sicherheit, der Fahrradbeauftragte ist da, es wird alte und neue Fahrräder zu sehen geben und so weiter.

Am Samstag sind die Stände von 11 bis 19 aufgebaut und besetzt. Ich selber werde Samstagnachmittag und Sonntagnachmittag da sein.

Am Sonntag  haben Radfahrende die Möglichkeit, an der Radsternfahrt unter dem Motto "Fahrrad statt Feinstaub" teilzunehmen. Ziel der Touren von Marbach, Herrenberg, Göppingen und anderen Städten sind die Fahrradaktionstage in der Innenstadt.

3. Juni 2018

Gehwegradler auf Kollisionskurs

Die AWS, also die Abfallwirtschaft Stuttgart, hat mir einen Brief geschrieben. Jeden Tag sind die dicken orangefarbenen Müllautos in engsten Straßen unterwegs. 

Müllleute ziehen die Mülleimer aus den Hauseingängen über den Gehweg zum Auto. Blöd, wenn jetzt ein Radfahrer den Gehweg runter saust. Es soll schon mehrfach zu Situationen gekommen sein, wo alle - Müllmänner und Radler - schnell reagieren mussten. Kritische Situationen nennt man so was. Muss nicht sein, finde ich. Die AWS zeigt übrigens zugleich sehr viel Verständnis für uns Radfahrenden auf Stuttgarter Straßen.

Sie hat mir diese Fotos geschickt und schreibt: " ... nicht immer ist der Weg mit dem Fahrrad problemlos zu meistern. Verparkte Radwege, Stau, Baustellen und allerlei andere Hindernisse erschweren ein sicheres Vorwärtskommen und viel zu oft entstehen dadurch gefährliche Situationen für Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

1. Juni 2018

Bitte Radler-frei zur Alten Weinsteige - Degerloch

In Degerloch ist es ja nicht einfach für Radfahrende. Kürzlich hat mich jemand gefragt, wie man eigentlich aus der Epplestraße runter in die Alte Weinsteige kommt? 

Wer sich nicht auskennt, fährt so zur Alten Weinsteige hinunter. Denn, um den anderen Weg zu finden, muss man sich verteufelt gut auskennen in Degerloch. Das fängt schon an der Fußgänger-/Radlerampel an der Oberen Weinsteige/Epplestraße an. Sie trägt Radzeichen in der Streuscheibe. Doch der Gehweg drüben ist nicht für Radfahrende freigegeben. Weder nach links zur Josefstraße, noch nach rechts Richtung Alte Weinsteige. Hält man sich an die Verkehrsregeln, muss man hier absteigen und schieben. Oder vielleicht auch nicht.

31. Mai 2018

Stadtradeln vom 9. bis 29. Juni - jetzt anmelden

Im Vergangenen Jahr war Stuttgart zum ersten Mal dabei beim Stadtradeln. Dieses Mal wollen wir vorne mitradeln. Wir haben nämlich echt Fahrradkultur hier. 

Auf der Seite Stadtradeln haben sich bereits etliche Teams angemeldet. Meines heißt Grünradeln. Wer sich anmelden will, geht auf Stadtradeln, sucht die Stadt Stuttgart, klickt auf "hier registrieren" und kann dann entweder als Team-Kapitän/in ein eigenes Team anmelden oder sich bei einem der schon bestehenden einschreiben. Mitmachen können alle, die in Stuttgart wohnen, zur Schule gehen oder einem Verein angehören. Es gibt geschlossene Teams, beispielsweise eines Unternehmens oder solche wie meines oder das der Critical Mass oder andere, wo sich Einzelne anschließen können. In zehn Tagen geht es los.

29. Mai 2018

Verkehrsregeln sind nur für Autos gemacht

"Wir wollen Gerechtigkeit in Sicherheitsfragen, nicht Gleichheit. Ein Fahrrad hat weniger Gewicht als ein Auto, es fährt nicht so schnell, und der Radfahrer hat eine bessere Rundumsicht. Fahrrad und Auto sind nicht dasselbe, und das müssen wir berücksichtigen, wenn es um die Verkehrsregeln geht."

Das sagt die Geschäftsführerin von Velo Québec, Suzanne Lareau, in einem Artikel von Lloyd Alter, der sich mit der Frage beschäftigt, ob eigentlich wirklich für Radler dieselben Verkehrsregeln gelten müssen wie für Autofahrer. Tatsächlich sind Räder leichter, schmaler und wendiger als Autos, Radfahrende haben keine B-Säulen im Blickfeld, sie sitzen höher als Autofahrer und sie hören andere Verkehrsteilnehmer besser. Und Radfahrer riskieren keine Zusammenstöße, weil sie dabei selbst stürzen, sich also selbst verletzen. Daraus folgt: Man muss sie nicht so oft Anhalten lassen wie Autos. Man könnte sie wie hier in Lindau, an v vielen Ampeln, an denen Autofahrer wegen ihrer Breite halten müssen, auch bei Rot fahren lassen.

27. Mai 2018

Schilderrätsel

Wer dieser Tage die König-Karls-Brücke Richtung Stuttgart fährt, sieht sich immer wieder anderen Schildern gegenüber. Das hier hat mir Blogleser Holger geschickt. 

Es wirft schon einige Fragen auf. Nicht dass wir meinen, der Radweg werde hier zu einer fünfspurigen Straße umgewidmet. Aber wieso steht es mit  seinem Sockel eigentlich auf dem Radweg und ragt in Kopfhöhe quer? Das ist eine Zweirichtungsradweg, hier brauchen Radfahrende Platz. Und wieso steht es auf dieser Seite?  Die Autospuren, die es betrifft sind doch auf der anderen Seite der Brücke. Oder hat man es nur abgestellt, um es später für diese Seite zu verwenden?

Geht so jedenfalls gar nicht. Radwege sind keine Stellflächen für Straßenschilder.

25. Mai 2018

Esslingen und Plochingen arbeiten an Radschnellwegen

Wenn man sich die Pläne der anschaut, sieht man, wie schwierig es ist, echte Radschnellwege durch unseren Autobahndschungel zu legen. 

Esslingen, Altbach, Deizisau, Plochingen und Reichenbach haben sich auf ein Schnellradwegkonzept veständigt und schon mal drei Varianten durchs Neckartal vorgeschlagen, noch bevor die Machbarkeitsstudie fertig ist.

Die Pläne sind zunächst einmal nur Diskussionsgrundlage für einen längeren Beratungsprozess, aber schon mal interessant anzuschauen. Denn man erkennt, dass es praktisch nicht möglich ist, durchgängige Radwege oder auch Schnellwege zu bauen, die nicht an irgendeiner Stelle in Radstreifen versickern oder schwierige Straßen kreuzen. Wie die Esslinger Zeitung berichtet, ist man sich aber wenigstens einig, dass der Radverkehr eine echte Chance ist, den Autoverkehrskollaps abzuwenden.

23. Mai 2018

Zählstelle zählt nicht mehr

Die Zählstelle an der König-Karls-Brücke ist schone eine Weile dunkel. Sie zeigt nicht nur den Stand der Radfahrenden nicht mehr an, sie zählt seit dem 15. Mai auch nicht mehr. 

So sieht es jedenfalls aus, wenn ich das hier anschaue. Null Fahrräder an der König-Karls-Brücke am 22. Mai. bei eco-public. Was der Link der Stadt Stuttgart immer noch  tapfer unter "Gestern" anzeigt, ist der Wert vom 15. Mai (Stand vom 22 Mai). Ich weiß, dass jemand der Stadt eine Gelbe Karte geschrieben hat.

Der König-Karls-Brücke dürften damit in der Gesamtjahresbilanz, wenn man den Tagesdurchschnitt zugrunde legt, bis gestern mindesten 15.000 Radler entgangen sein. Wahrscheinlich eher mehr, denn es waren schöne Tage und Wochenenden dabei, die viele Radfahrende auf die Straße gelockt haben.

22. Mai 2018

Frontal 21 guckt auf die Fahrradstadt Stuttgart

Wer nichts besseres vorhat, könnte heute Abend um 21 Uhr im ZDF Frontal 21 gucken. Es geht auch ums Radfahren

Die Redaktion hat sich gefragt, wieso es zum Beispiel in Stuttgart mit dem Radverkehr nicht so recht vorangeht, wo die Stadt doch "grün regiert" wird.  Im Lauf der Recherche wurde dem Reporter klar, dass es der Gemeinderat ist, der in Stuttgart über den Radverkehr entscheidet. Wir standen an der geplanten Hauptradroute 2 Wangen-Hedelfingen, und ich habe ihm erklärt, warum es die immer noch nicht gibt. Weil nämlich im zuständigen Ausschuss (UTA) für die Strecke entlang der Ulmer- und Hedelfinger Straße bisher zwar einmal eine Mehrheit zustande kam, die aber für eine neue Prüfung wieder gekippt wurde. Hier der Link zur Mediathek. Der Film beschäftigt sich unter anderem mit Stuttgart, zum großen 'Teil aber mit Berlin, Kiel und London.

21. Mai 2018

Kluge Stadtplanung hilft

Blogger David Grünewald ist mit dem Fahrrad in Groningen gewesen und berichtet beeindruckt und begeistert. 

Eine kluge Stadtplanung entkrampft die Verkehrsverhältnisse und steigert den Fahrradanteil enorm. Es ist nicht so sehr die Frage, ob von vorn herein Platz für Radwege da ist, sondern, wie man den Platz unter den Verkehrsteilnehmer/innen verteilt. Wenn man sich Davids Fotos anschaut, sieht man, dass in Groningen die Verkehrswende gelungen ist. Viele Straßen für die Autos sind nicht mehr so breit, dafür haben Radler und Fußgänger mehr Platz bekommen. Radfahren ist nicht nur ziemlich sicher, sondern fühlt sich vor allem auch so an. Viel mehr will ich zu seinem Bericht nicht sagen, lest ihn am besten selbst.