25. Oktober 2020

Fahrrad statt Ersatzwagen

Eine gute Idee. Die Schwabengarage bietet Kund:innen, die ihr Auto zur Repatatur bringen, auch Fahrrädeer an. 

Sie haben ein Pedelec für Frauen und eins für Männer dort stehen. Manchmal ist es ja so, dass der Weg von der Werkstatt zur Arbeit ein kurzer ist, den man gut mit dem Fahrrad bewältigen kann, man kommt sogar viel schneller zum Ziel als mit öffentlichen Verkehrsmitteln und meist auch als mit einem Leihwagen. Auch für Menschen, die die meisten Wege in der Stadt mit dem Fahrrad machen, aber noch ein Auto haben, das zum Tüv muss, ist das ein gutes Angebot.

 



23. Oktober 2020

Ortseingangsschilder für den Radverkehr - gute Sache

In Zuffenhausen und Stammheim passt zwar die Infrastruktur nicht so richtig zum Sicherheitsgefühl von Radfahrenden, die fahren lieber auf Gehwegen, oder fehlt ganz. Aber eines ist top: die Wegweisung.

All die hübschen Umwege über Nebenstraßen, die uns Radler:innen von dern Hauptverkehrsstraßen fern halten sollen, sind inzwischen an fast jeder Ecke auch hilfreich ausgeschidlert. Und besonders nett finde ich die Ortseingangsschilder, die man für uns Radfahrende aufgehängt hat, weiß-grün und rechteckig. Vom  Feldweg kommend, erfahre ich, dass ich jetzt in Stammheim angekommen bin. Sehr gut. 

21. Oktober 2020

Nur mal schnell zum Bäcker

Radfahrende sind auch keine anderen Menschen als Autofahrende. Auch sie stellen ihr Rad gern mal direkt vor dem Laden ab. 

Es ist erlaubt, Fährräder auf dem Gehweg abzustellen, wenn sie niemanden behindern. Das kann aber auch Ansichtssache sein. Hier sehen wir ein Fahrrad vor dem Hafendörfer in der Eberhardstraße. Es gibt Radständer, die aber eigentlich nur eine Werbefläche sind. Könnte man aber benutzen. Davor stehen Regioräder, wo auch meist eine Lücke fürs Fahrrad ist. So wie das Rad hier steht, können sich nicht zwei Menschen an den Außentisch setzen. (Wollen offenbar gerade keine.) 

19. Oktober 2020

Automatische Fahrradgarage in Reutlingen

Bei Bosch Global in Reutlingen ist Anfang Oktober eine automatische Fahrrad-Garage eröffnet worden. 

Man muss nur sein Fahrrad hinein schieben, dann wird es verarztet, also alleine in der Garage verstaut. In den Turm passen 122 Fahrräder. So ermuntert der Betrieb seine Mitarbeiter:innen, mit dem Fahrrad zu Arbeit zu kommen. Unterstützt wurde das Projekt mit Fördergeldern des Landesverkehrsministeriums mit 275.000 Euro.

Na, wann ist bei uns in Stuttgart die erste Firma so weit und stellt so einen Parkautomaten für Fahrräder auf? 

17. Oktober 2020

Fahrradpanik in Feuerbach und Weilimdorf

Der Gemeinderat hat es zwar beschlossen, aber die Bezirke lehnen es ab: Fahrradstraßen. So geschehen in Feuerbach und Weilimdorf.

Und zwar mit dem Argument, Fahrradstraßen seien gefährlich für Fußgänger:innen. Ach so? Da, wo Autos fahren sind Radfahrer:innen saugefährlich für Fußgänger:innen, insbesondere Kinder, nämlich auf der Fahrbahn? Hingegen sind sie nicht gefährlich, wenn sie auf Gehwege geschickt werden und dort radeln, wie es etwa auf der Theo zwischen Kienestraße und Bolzstraße geschieht oder auch gern vor Schulen? Sehr schräg!

Darum geht es: Der Zielbeschluss Fahrradstadt sieht vor, dass in allen Stadtteilen meindestens eine Fahrradstraße ausgewiesen wird. Nun kam die Verwaltung mit einer konkreten Planung nach Feuerbach und Weilimdorf.

15. Oktober 2020

Darf man auf den Gleisen weiterradeln?

Wer die Nordbahnhofstraße stadtauswärts hoch radelt, stößt auf dieses Schild. Der Autoverkehr muss nach rechts abbiegen, aber Radfahrende dürfen weiterfahren

Blogleser Wolfgang hat mir diese Fotos geschickt, verbunden mit der Frage, ob man hier tatsächlich auf den Gleisen radeln soll. 

Man soll und man kann. Unter dem Einfahrtverboten-Schild hängt eine Freigabe für Radfahrende. Sie meint nicht eine Fahrt auf dem Gehweg, sondern auf der Fahrbahn, die hier von Schienen belegt ist.

13. Oktober 2020

Pop-DOWN--Rad-Streifen

Der Pop-Up-Radstreifen auf der Theodor-Heuss-Straße verschwindet wieder. Er wird "demarkiert". 

Es wird also alles wieder so, wie es vorher war, mit kleinen Verbesserungen allerdings. 

So werden die Parkplätze auf der Theo jeweils reichts von den Radstreifen nicht wieder hergestellt. Dort darf nicht mehr privat geparkt werden und wir radeln  auf dem zu schmalen Radstreifen wenigstens nicht mehr in der Dooring-Zone. Die Flächen werden teils durch Radabstellanlagen oder anderes belegt. Die alten Radfahrstreifen werden rot oder vielleicht auch blau eingefärbt. Und ab Kienestraße, wo der Streifen (Richtung Bahnhof)  endet, sollen Radzeichen mittig auf den rechten Fahrstreifen gemalt werden, um Radfahrenden und Autofahrenden zu zeigen, dass hier Rad gefahren wird. Die Ausleitung aus dem Radstreifen Richtung Rotebühplatz zur Ampelanlage soll etwas leichter befahrbar werden, ein Poller kommt weg, damit auch Lastenräder durchkommen. 

Alles nix Großes, es ist auch nur eine Übergangslösung bis zum Bau der dort geplanten breiten geschützten Radfahrstreifen, für die die Verwaltung noch in diesem Jahr eine konkrete Planung vorlegen wird, nachdem der Gemeindrat sie im Prinzip schon beschlossen hat.

11. Oktober 2020

Der Schaltkastenstreich

In der Böblinger Straße in Heslach ist das neue Jugendhaus mit der Stadtteilbibliothek fertig. Alles sehr schön, nur nicht für Fußgänger:innen und Radfahrende. 

Denn mitten auf dem Gehweg steht ein Schaltkasten. Er macht den schönen neuen und breiten Gehweg schmal. Mit dem Kinderwagen kommt man nier nicht durch, mit dem Rollstuhl schon gleich gar nicht. Außerdem sieht es grottenhässlich aus. Da beauftragt man einen Architekten, da beschäftigt sich die Politik mit der Gestalt des Gebäudes, und dann steht davor so ein Trum, das Graffiti anzieht, weil es eben hässlich ist. Das hat schon was von Schildbürgerstreich, oder Schaltkastenstreich.

9. Oktober 2020

Silence Ride für Weilimdorf

Zweirat und ADFC stellen ein Ghostbike für den getöten Radfahrer in Weilimdorf auf. Das geschieht heute Abend. Abfahrt 16:30 Uhr am Feuerseeplatz. 

Anfang September ist es zu einem Abbiegeunfall in Weilimdorf gekommen. Der 72-jährige Radfahrer wurde schwerst verletzt und verstarb später. Eine BMW-Fahrerin war von der Rappachstraße nach rechts in die Engelbergstarße eingogen und hatte dabei den Radfahrer umgefahren, der geradeaus fuhr. So meldet es die Stuttgarter Zeitung unter dem Titel "Radfahrer stößt mit Auto zusammen", ohne mehr Einzelheiten zu nennen. Tatsächlich scheint es genau umgekehrt gewesen zu sein. Die Autofahrerin ist mit dem Radfarher zusammengestoßen, den Fehler hat vermutlich sie gemacht.

Hier der Zeitplan des Zweirats und ADFC für den Ghost-Bike-Fahrt nach Weilimdorf.

7. Oktober 2020

Das Fahrrad vor Diebstahl schützen

Je mehr Fahrräder bei uns in Stuttgart unterwegs sind, darunter viele neue, desto mehr wird jetzt auch geklaut. Der perfekte Diebstahlschutz fehlt noch. Aber man kann einiges tun, um das zu verhindern. 

Wer klaut? Es klauen Banden, die Fahrräder in den Osten verkaufen, es klauen Leute, die gerade schnell ein Fahrrad brauchen, und es klaut der neidische Nachbar. Am besten kann man sich gegen Gelegenheitsdiebe schützen. Man schließt das Fahrrad mit einem stabilen Faltschloss oder einer stabilen Kette an einem Radbügel an. Wenn man das Rad länger oder über Nacht draußen stehen lässt, dann ist ein zweites Schloss gut, etwa ein Felgenschloss. Zwei Schlösser knacken, vor allem, wenn eines davon ein Zahlenschloss und das andere eines für einen Schlüssel ist, das macht niemand auf die Schnelle. Mit Bolzenschneidern kriegt kriegt man allerdings alles auf. Je schwerer die Kette, desto größer muss der Bolzenschneider sein.

5. Oktober 2020

Das verkehrte Augenmaß

Derzeit ist viel von Augenmaß die Rede. Wir ahnen, bei welchem Thema. Ausbau des Radverkehrs mit Augenmaß. Dieses Augenmaß ist begrenzt durch den Rahmen einer Windschutzscheibe. 

Mit diesem Augenmaß sieht man breite Straßten von breiten Autos besetzt. Am Straßenrand parken überall Autos. Es gibt aber auch ein anderes Augenmaß. Das denkt sich den Verkehrsraum von der Hauswand aus, aus der Perspektive eines Fußgängers oder einer Fußgängerin, am besten eines Kindes. Unter diesem Blickwinkel stehen keine Autos mehr am Straßenrand, die dem Kind den Blick verstellen, wenn es die Straße überqueren will. Wir sehen neben dem  Gehweg Fahrräder fahren, dann kommt die Stadtbahn oder ein Bus. Und erst dann sehen wir Autos. Und die parken nicht am Straßenradn, sondern auf Privatgrundstücken und in Tiefgaragen und Parkhäusern.

Die Zeit eröffnet diesen neuen Blick unter Berufung auf einen Bundestagsantrag der Grünen. Der Antrag lautet, dass Autos nur noch dort abgesstellt werden dürfen, wo das Parken ausdrücklich erlaubt ist. Bislang ist es nämlich umgekehrt. Überall, wo kein Verbotsschild steht, darf am Bordstein (nur einem hohen Bordstein) geparkt werden.

3. Oktober 2020

Die hohe Kunst des Radfahrens

Radfahren kann jeder und jede. Nö. Manche können's nicht, manche wollen's nicht, weil sie es mental nicht schaffen. Was ein und dasselbe ist.

Die, die es in der Kindheit nicht gelernt haben, könnten es lernen, wenn sie wollten, aber sie wollen nicht. Sie haben Angst. Schlicht Angst. Große Angst. Angst haben ist ja auch sehr schick. Wozu sie überwinden, wenn sie mich an dem hindert, was ich eh nicht machen will: Radfahren. Angst ist gemütlich. Sie führt direkt ins Auto. Dabei ist nichts ist so leicht zu überwinden wie Angst. Beispielsweise durch Gewöhnung. Spinnenphobien, Klaustrophobie in Fahrstühlen, Velophobie sind leicht zu heilen. Man setzt die Patient:innen den Angstauslösern aus. Aber manche brauchen ihre Angst, umd "ich kann nicht" sagen zu können.

1. Oktober 2020

Wann gilt das Tempolimit auch für Radfahrende?

Berlin führt auf der für Autos gesperrten Friedrichstaße eine Geschwindigkeitsbegegrenzung für Fahrräder ein. Berlin ist der Meinung, damit Neuland zu betreten. 

Aber wir in Stuttgart haben schon lange ein Tempo-20-Schild nur für Radfahrende stehen, nämlich in der Lautensschlager Straße, wenn man von der Bolzstraße her gegen die Einbahnrichtung fährt. Das Foto oben habe ich 2014 aufgenommen. In Berlin will man die Radler:innen auch kontrollieren. Allerdings radeln eh die meisten dort nicht schneller als 20 km/h (Berlin ist keine Stadt der Pedelecs wie Stuttgart) und würde man mit Messgeräten kontrollieren, müssten sie eine Toleranz von 10 km/h einrechnen und der Radler schon mit mehr als 30 km/h unterwegs sein. So schnell fahren höchsten eins paar Renndadler:innen in einer Innenstadt.

29. September 2020

Innenstädte brauchen mehr Diversität

Autofrei ist die Rettung der Innenstädte. Wer die Wirtschaft ankurbeln will, legt Radwege an. Das hat London bewiesen.

Berlin hat jetzt mal die Friedrichstraße für Autos gesperrt. Eigentlich seltsam, dass man damit so lange gwartet hat. Für Autos gibt es parallele Straßen und die Friedrichstraße  ist ein Touristenpflaster.  

Aber autofrei reicht nicht, uns selbst davon sind wir noch weit entfernt. Innenstädte brauchen mehr Diversität. Die Zeit der großen Kaufhäuser ist vorbei, die stehen schließlich in jedem Stadtzentrum, aber Städte müssen was zum Entdecken bieten, und dafür brauchen sie Fußgänger:innen und Radfahrende, die es auch entdecken.

27. September 2020

Helfen Schutzstreifen auf Landstraßen?

Erhöhen Schutzstreifen auf Landstraßen das Sicherheitsgefühl?
Bei uns sind sie nicht erlaubt, getestet werden sie aber jetzt auf der Strecke zwischen Plattenhard und Waldenbuch. Das teilte der Bundestagsabgeordnete Mathias Gastel mit.

Es mag sein, dass sie mehr Radfahrende bewegen, die Fahrbahn zu nehmen und dort zu fahren. Allerdings werden sie es nur dann ein zweites oder drittes Mal tun, wenn sie von Autofahrende dabei nicht in hohem Tempo überholt werden, ohne dass der Autofahrer oder die Autofahrerin die zwei Meter Abstand hält.

25. September 2020

Für Radler das permanente Off-Road-Gefühl

Die Schlaglöcher und Gullideckel sind immer dort, wo man will, dass die Radler fahren. 

Vor allem Autofahrende sind vielfach der Ansicht, dass Radfahrende so weit rechs wie möglich fahren sollten. Und manche lassen sich auch in den Rinnsteinbereich abdrängen. Also auf die Fläche neben dem Bordstein, wo die Gullideckel sind.

23. September 2020

Kreisverkehr, ja - oder doch lieber nichtt?

"Was hältst du den von einem Kreisverkehr an der Stelle?", werde ich immer wieder gefragt. Ich antworte immer: "Kreisverkehre gehören zum Gefährlichsten, was es für Radfahrende gibt."

Auch wir auf Fahrrädern mögen Kreisverkehre. Man muss nämlich nicht an einer Ampel halten, man kann meistens reinrollen, durchrollen und rausrollen. Wenn das Gespräch weitergeht, dann sage ich meistens: "Das liegt daran, dass die meisten den Kreisverkehr am äußersten rechten Rand durchradeln. Und wenn eine Autofahrer innen überholt und die nächste rausfährt, dann ist der Radfahrer tot, falls er eigentlich weiter herumradeln wollte." - "Ja, das stimmt", höre ich dann, "das habe ich bei dir gelesen."

21. September 2020

Jugendlicher Radfahrer fährt Kind auf Gehweg an

Es wird dringend Zeit, dass die Stadt Stuttgart Radfahrenden auf den Fahrbahnen ein gutes Angebot macht. Die Flucht auf den Gehweg ist gefährlich für Fußgänger:innen. 

In Degerloch ist am Donnerstagabend ein offenbar jugendlicher Radfahrer auf der Löwenstraße in Degerloch zwischen Königsträßle und Ahornstraße zwischen zwei geparkten Autos hindurch von der Fahrbahn auf den Gehweg gefahren - warum auch immer - und hat dort ein Kind auf einem Kinderrad umgefahren. Das Kind kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Und das Schlimme, der Radfahrer ist Richtung Sportplätze geflüchtet. 

Die Polizei sucht Zeug:innen, die bei der Identifizierung des Radfahrers helfen können. (Weiteres hier.)  Wir alle wünschen dem Kind gute Besserung vollständige Genesung. Ich bin in Gedanken bei den Eltern, die sich Sorgen machen und vermutlich auch wütend sind.

Dies ist kein typischer Unfall.