12. November 2018

Radabstellen leicht gemacht

Da ist man in Chile in der Atacama-Wüste doch schon ein bisschen weiter als wir vielerorts in Stuttgart. 

Blogleser David hat mir aus dem Valle de la Luna dieses Foto geschickt. Der mit dem Rad anreisende Tourist kann sein Fahrrad sicher an Bügeln anschließen. Muss auch sein, denn Laternenmasten, Bäume, Geländer oder Fenstergitter gibt es hier keine.

Sehr gut.

10. November 2018

Stuttgarter Familien stürzen sich auf Lastenradförderung

Dreihundert Familien haben im Oktober den Zuschuss der Stadt beim Kauf des Lastenrads in Höhe von insgesamt 2.000 Euro beantragt. Jetzt muss der Gemeinderat nachlegen. 

Das Geld, das die Grünen im Haushalt für die Förderung für Familien beantragt haben, betrug eine Viertelmillion Euro. Das reicht nur für 165 Familien und Lastenräder. Die Stadt hat aber festgelegt, dass alle, die sich im Oktober anmelden, auch Geld bekommen. Erst ab November sollte das Windhundprinzip gelten (wer zuerst kommt, kriegt zuerst). Ich hatte schon den Verdacht, dass es im Oktober schon mehr sein würden, als wir fördern können.  Die Grünen wollen aber, dass alle die volle Summe bekommen.

9. November 2018

Es wird kalt und nass

Alle Jahre wieder. Und sofort sind auch die Artikel da, die Gründe fürs Radfahren im Winter aufzählen.

Sieben, acht, zehn oder zwölf gute Gründe, jetzt nicht nicht wieder den Autoschlüssel zu nehmen, zählen verschiedene Zeitungen auf. Die geschliffensten Gründe stammen dieses Jahr von bike-bild. Radfahren ist gesund, Radler kommen schneller durch den Berufsverkehr, Radfahren hält fit und schlank, Radfahrende lernen ihre Umgebung kennen, Radler leisten einen Umweltbeitrag, Radfahren spart Geld, Radfahren spart Platz, Radfahren verbessert die Gehirn-Aktivität, Radfahrer entschlacken den Autoverkehr und das Rad ist auf dem Vormarsch.

Na, wenn das nicht genügend gute Gründe sind, sich die Handschuhe anzuziehen ...

8. November 2018

Radfahrer absteigen!

Das ist ein Schild, das in der Straßenverkehrsordnung nicht vorkommt.  Es ist allerdings im Verkehrszeichenkatalog unter Teil 7, Zusatzzeichen aufgeführt. Dennoch bedeutet es nichts. 

Eine Zuwiderhandlung wird nicht bestraft, es gibt nichts dazu im Bußgeldkatalog. Die Bedeutung des Zeichens bleibt damit nebulös, wie Bernd Sluka in seiner unnachahmliche Art ausführt. Es handelt sich nämlich um ein Zusatzzeichen (also so etwas wie "Rad frei" unter dem Fußgängerschild), das unter einem Gebots- oder Verbotsschild hängen muss und dort Radfahrenden etwas erlaubt, was der Anordnung des Verkehrszeichens widerspricht.

7. November 2018

Anarchie auf der Alten Weinsteige

Der Städtische Vollzugsdienst hat auf Antrag des Bezirksbeirats Süd den Autoverkehr kontrolliert, der zumeist völlig regelwidrig die Alte Weinsteige rauf und runter fährt. 

Die Alte Weinsteige ist eine wichtige Radstrecke, denn es gibt eigentlich keine andere direkte Verbindung von Stuttgart Mitte und Süd nach Degerloch hinauf. Wer selbst nur im Auto sitzt, kann sich das nicht vorstellen, aber ich sehe: Es fahren viel mit ihren Pedelecs hoch, übrigens auch immer noch viele mit Normalrädern, die die sportliche Herausforderung suchen. Noch mehr radeln da hinunter. Der Autoverkehr auf der einseitig zugeparkten schmalen Straße bringt Radler/innen hier regelmäßig in Bedrängnis.

6. November 2018

Ich fahre doch nur Fahrrad

Ich bin keine Radfahrerin, ich fahre nur Fahrrad. Das Rad ist für mich ein Verkehrsmittel, mit dem ich besser in die Stadt und durch die Stadt komme. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Entscheidung fürs Fahrrad fiel vor zwölf Jahren, als es Pedelecs gab, mit denen ich meinen Berg hochkomme. Schnell habe ich gemerkt, dass Radfahren mehr ist als nur eine Bewegung von A nach B. Es ist eine Lebensart, eine Freiheit und, leider für viele, hauptsächlich Nicht-Radler, auch noch ein politisches Statement. Und das macht es schwierig.

5. November 2018

Bitte Wenden!


Verkehrwendekonferenz Süd
Freitag, 16. November 2018, 12.30 - 19.00 Uhr Gewerkschaftshaus, Stuttgart

Theoretisch wissen wir, wie Verkehrswende geht - aber wie gehen wir sie praktisch an? Wie sieht die lebenswerte Stadt der Zukunft aus? Wie kommt mehr Bewegung auf die Straßen und in Veränderungsprozesse? Wie begeistern wir Menschen für andere Mobilitätsformen?

Die „Verkehrswendekonferenz Süd“ lädt alle Bürger/innen, Initiativen und Fachleute ein, die sich nicht nur in Stuttgart, sondern in ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus für die Verkehrswende interessieren bzw. engagieren. Hier  kann man sich anmelden. Es sind dabei, unter anderen:

3. November 2018

Ein schönes Ampel-Rätsel

Blogleser Michael aus Gablenberg hat der Sammlung von kuriosen Ampeln für Radfahrende noch eine hinzugefügt. Jeden Tag, wenn er die Aspergstraße hochfährt und an die Planckstraße kommt, fragt er sich, wie er sich verhalten muss. 

Die Autos haben eine Haltelinie,  von der aus sie auf die Autoampel schauen. Der Radler sieht hinter dem Fußgängerüberweg (und damit knapp hinter der Autoampel) aber einen Aufstellplatz für Radler. Soll er nun dorthin fahren, an der roten Autoampel vorbei? Vor allem aber durch die Fußgänger hindurch, die gerade grün haben? Tut er das, sieht er rechts (weißer Pfeil auf dem Foto) auf dem Gehweg eine kleine Radlerampel. Aha. Also ist er richtig. Beide Ampeln werden gleichzeitig grün.

Michael hält jedoch vorsichtshalber an der roten Autoampel, also an der Haltelinie für Autos. Muss er das?

2. November 2018

Radrouten bremsen Radler aus

Warum kriegen wir Radfahrenden immer die winkligen Strecken mit Z-Übergängen angeboten? Das bremst uns jedes Mal total aus. 

Wer von Degerloch nach Möhringen will, hat viele Möglichkeiten. Die Wegweiser aus dem Degerlocher Zentrum schickt Radfahrende durch die Löwenstraße in die Schöfflenstraße auf die eine von zwei Brücken, die über die B27 führen. Ist man drüber, sieht man sich diesem kleinen Radlerpfeil gegenüber.

30. Oktober 2018

Gullilöcher auf Gefällestrecke - Gefahr schnell beseitigt


Von Sonnenberg kann man die Christian-Belser-Straße nach Heslach runter sausen. Ziemlich steil. 

Bisher war das ein Schlaglochparadies, jetzt wurde sie asphaltiert und enthält nur noch eine Gefahrenstelle. Denn die Gullis wurden nicht angehoben auf Fahrbahnniveau, sie bilden Löcher im Asphalt. Sie liegen, wie Blogleser C. nachgemessen hat, bis zu fünf 6 Zentimeter tiefer als der Belag. Das Gefälle beträgt hier zehn Prozent.

29. Oktober 2018

Das Paradoxon des Radverkehrs

Radwege und Radstreifen dienen dem Komfort des Autoverkehrs. Aus Gründen der Sicherheit sind sie unnötig. Sie fühlen sich nur sicherer an. Das ist das große Paradoxon der Radverkehrsförderung. 

Wir setzen auf Radwege, um mehr Leute, vor allem Kinder, Jugendliche und Alte aufs Fahrrad zu bringen. Es gilt als gefährlich, sich mit dem Rad unter Autos zu mischen.  Aber eigentlich ist es nur stressig. Denn wir bekommen direkt die Aggressionen mancher Autofahrender zu spüren, wir werden manchmal knapp überholt. Tatsächlich trauen sich Unerfahrene eben nicht auf die Fahrbahnen. Sie träumen von Radwegen und Radstreifen. Und sie brauchen sie auch. Ohne Radrouten, die sich sicher anfühlen, erreichen wir in unsere Stadt diejenigen nicht, die Angst haben vor dem Autoverkehr, aber eigentlich gern Rad fahren würden. Sicherer, als wir denken, sind wir auf Fahrbahnen unterwegs. Diese These untermauert Thomas Schlüter eindrucksvoll auf seinem Blog über Radverkehrsunfälle und Zusammenstöße. Also bitte erst lesen, dann diskutieren!

27. Oktober 2018

So kann man was machen

Man kann ja eh nix tun ... die da oben! Stimmt nicht. Man kann sehr wohl was tun.  In Stuttgart gibt es einige sogar recht wirkungsvolle Methoden. Das muss nicht mal viel Zeit kosten. Man muss es nur machen. 

Dich stört, dass der Radweg deiner Kinder zu Schule von eine Baustelle unterbrochen wird, dass das Laub auf dem Radstreifen nicht verschwindet, dass ständig Autos auf dem Gehweg vor deiner Tür parken, dass an einem Bordstein eine Schwelle für Kinderwagen oder Rollatoren fehlt ... Bürger/innen haben derzeit mehr Macht und finden mehr Gehör als jemals zuvor. Bei Fahrradthemen kannst du dich an mich wenden. Du kannst eine Gelbe Karte an die Stadt schreiben, du kannst zum Bezirksbeirat gehen, du kannst den Stadträt/innen schreiben.  Du kannst Aktionen machen und Demos planen. Wie das geht und wie es wirkt, beschreibe ich jetzt.

Das einfachste Mittel ist:
Die Gelbe Karte. 

25. Oktober 2018

Radstreifen für Hartgesottene - Viertelstundenreportage vom Wilhelmsplatz

Am Wilhelmsplatz in Stuttgart (nicht in Cannstatt) sind die Radstreifen neu gemacht und teils neu verlegt worden. 

Kommt man vom Tagblattturm wird man an  der Fußgängerampel immer noch mitten in die Fußgänger auf den uralten roten Radweg geleitet.
Da spazieren jede Menge Leute. Die Radampel ist jetzt klein und steht einem vor der Nase. Schön.
Gar nicht schön ist es aber, wenn man von der anderen Seite kommt. Das ist ein Parcour für Fortgeschrittene. Und einer Ampel, an der man gut 3 Minuten steht.

23. Oktober 2018

Wohin mit dem Fahrrad am Friedhof?

Man kann auch mit dem Fahrrad zum Friedhof fahren. Dort findet man dann allerdings oft keine Radabstellanlagen. 

Zum Beispiel am Friedhof Steinhaldenfeld gibt es zwar viel Platz am Haupttor, aber gar nichts, um ein Fahrrad anzuschließen. Es bleibt nur das Zaungitter. (Sieht super aus.) Man kann es auch mit den Schubkarrenhaltern versuchen.

Nicht alle Hinterbliebenen und Friedhofsbesucher/innen müssen unbedingt mit Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, es gibt auch welche, die Fahrrad fahren können und wollen. Man muss ja keine Massen an Radabstellanlagen aufstellen, aber ein paar wären nicht schlecht.

22. Oktober 2018

Ein Pflegedienst will mehr Touren mit dem Fahrrad fahren

Pflegedienste sind viel unterwegs, meist im Auto. Sechs Frauen der Häuslichen Kinderkrankenpflege e.V. Stuttgart wollen das anders machen. 

Darum haben wir uns am Samstagnachmittag an der Kirche St. Maria bei der Paulinenbrücke getroffen zum Radfahren und zum Reden. Zuerst ging es auf Pedelecs von Conny Krieger und Extra Energy zu einer kleinen Tour durch den Stuttgarter Süden: Achtung, nicht zu dicht an geparkten Autos radeln, Dooring-Gefahr! Und im Kreisverkehr nie am äußeren Rad fahren, sondern mitten auf der Spur drum herum! Und natürlich stand auf dem Radstreifen zum Kreisverkehr an der Olgastraße ein Auto. Ja, da darf man auf der Fahrbahn drum herum fahren. 

21. Oktober 2018

Und so stehen wir und stehen und stehen ...

Wer entlang der Heilbronner Straße in Fahrtrichtung rechts von Zuffenhausen zum Pragsattel radelt, stößt auf diese Baustelle. Der Radweg ist nicht mehr befahrbar. 

Also rüber über die Fußgängerampel (ohne Radzeichen auf der Streuscheibe) auf die andere Seite. Allerdings reicht die Grünphase nicht aus. Als ich mich durch die Z-Schranke gequält hatte, sprang die Ampel für die andere Fahrbahn auf Rot. Und da stand ich nun. 1 Minute .... 2 Minuten ... 3 Minuten ... 4 Minuten ...

19. Oktober 2018

Er stößt keine Abgase aus, er atmet sie nur ein

Die Stuttgarter Zeitung berichtet von einem Treffen mit Leser/innen-Beirät/innen, bei dem es auch ums Radfahren in Stuttgart geht. Ein Beirat radelt täglich von Botnang nach Fellbach und zurück.

Er lässt inzwischen das Auto stehen und bevorzugt das Pedelec, weil es damit schneller geht. Aber er beschwert sich darüber, dass die Stadt den Radfahrenden keine Strecken fernab von Autos anbietet. Seitdem erlebe er den Feinstaub neu, zitiert ihn die Zeitung, "man beißt auf Diesel". Darüber solle die Zeitung mehr berichten.

Ich kann ihn nur beglückwünschen, dass er diese weite Strecke (ca. 16 km,) mit dem Fahrrad fährt und nicht mehr mit dem Auto. Was ihm im Auto nicht aufgefallen ist: Er hat auf jeder Strecke die 1,5- bis 3-fache Menge an Luftgiften eingeatmet, während er in der Kabine saß und sich durch den Stau quälte.

18. Oktober 2018

Das Schild ist weg

Das verblasste Radweg-Schild an der Ecke Böblinger/Schikardstraße in Heslach ist weg.

Offenbar war es doch nur ein vergessenes Schild, keines, das noch eine Bedeutung hatte.

Die Verwaltung hat es nun abgenommen. Vielen Dank dafür. Jetzt muss noch ein Zusatzschild hin, das Radlern die Geradeausfahrt in die Böblinger Straße erlaubt. Und es muss da eine anständige Radführung her, die die Radler rechts an den Autos entlang nach vorn zur Ampel führt, damit sie nicht im Autostau stehen. Am besten samt Radlerampel, die das Geradeausfahren auf der Böblinger Straße den Radfahrenden erlaubt.