21. April 2021

Radfahrende leben in einer verkehrten Welt

Etwas schräg ist das schon. Wer von Vaihingen bergab nach Heslach radelt, sieht sich an der Engelboldstaße  und am Waldeck neuen Fahrbahnmarkierungen gegenüber. 

Man soll langsam machen, weil offenbar zu viele Autofahrende nicht bemerken, dass rechts hinter ihnen auf dem Radfahrstreifen ein Radfahrer oder eine Radlerin angesaust kommt, und unbekümmert rechts abbiegen und dabei den Menschen auf dem Fahrrad umnieten. Es dient dem Schutz der Radfahrenden, und jeder Unfall wengier an der Stelle, bei dem Radfahrende verletzt werden, ist ja auch gut. Aber es befremdet eben doch, dass Radfahrende  aufgefordert werden, die schweren Fehler nicht umsichtiger Autofahrer:innen vorsorglich auszugleichen. Der Rotstreifen soll laut Aussagen der Stadt allerdings auch Autofahrende warnen und ihnen zeigen, dass sie einen Radstreifen überqueren. 

19. April 2021

Neuer Steg über den Neckar ist fertig.

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, dass der unter der neuen Eisenbahnbrücke untergehängte Steg für Fugänger:innen und Radfahrende aufgemacht wird. 

Er ersetzt den Holzsteg über den Neckar, den man nie beradeln durfte, auf dem aber viele nicht vom Rad abgestiegen sind, aber nicht den Elefantensteg, der führt also nur ans andere Neckarufer, nicht auch noch über die Straße. Das kommt dann später. 

17. April 2021

Die Bremer Campagne für Gelassenheit im Straßenverkehr

In Bremen ist eine Campagne im vergangene Sommer schief gegangen, die alle Verkehrsteilnehmer:innen zu einem freundlicheren Umgang ermahnen sollte. 

Gezeigt wurden auf blauen Plakaten typische Konfliktsituationen, in denen einer der beiden wie ein Rohrspatz schimpfte. Darunter die Zeile: "Auch wenn du Recht hast, #fahrrunter."  Das haben vor allem viele Radfahrende als "runter von der Fahrbahn" und als gegen sie gerichtet verstanden, wie die taz berichtete. Ende September startete die zweite Campagne, die nun positive Beispiele eines rücksichtsvollen Miteinanders von Rdaler:innen und Autofahrer:innen zeigt. Das dürfte weniger Aufregung erzeugen als die Campagne der Scheimpfwörter.

15. April 2021

Hurtig über die Straße - Senior:innen bitte üben!

Es ist nämlich so, dass alte Menschen, allemal mit Rollator, nicht so schnell bei Grün über einen Fußgängerüberweg kommen wie junge Menschen. Da wird es meist schon Rot. 

Die sogenannten Räumzeiten rechnen das mit ein, das heißt, es wird für den Autoverkehr erst dann wieder Grün, wenn nach menschlichem Ermessen auch derjenige vom Überweg runter ist, der ihn betreten hat, kurz bevor die Fußgängerampel auf Rot springt. Man muss aber schon mit 4,32 km/h (1,2 m/s) gehen (Quelle), was nicht gerade langsam ist. Das mag für einen alten Menschen dann eben nicht ausreichen. 

13. April 2021

Taugt der Heusteig als Fahrradstraße?

Die Heusteigstraße ist eigentlich eine gute Radroute vom Lehen zur Innenstadt. Aber sie ist nicht wirklich angenehm. 

Ich bin die Heusteigstraße früher sehr viel geracdelt, aber inzwischen meide ich sie, weil die Straße reichlich Tücken bereithält. Das Pflaster ist uneben, man quert zwischen Lehenstaße und Immehofer Straße zahlreiche 3-Zentimeter-Bordsteine mit brüchigen Anrampungen. Es gibt eine richtige Stopper-Ampel, an der man lange steht, und der Asphalt ist uneben, an Kreuzungen gibt es zwsichen Immenhofer und Wilhalmstaße Kopfsteinfplaster und hoppelige Schmuckelemente, und Engstellen gibt es auch noch.

11. April 2021

Weiße Linien

Über diese Radstreifenmarkierung amüsieren wir uns immer wieder. Sie befindet sich an der Einmündung der Ludwigstraße in die Johannesstraße.

Weiße Linien dürfen doch eigentlich nicht überfahren werden. Oder? Doch, sie dürfen. Schauen wir uns diese Busspur an, die sich in der Epplestraße in Degerloch befindet. Sie beginnt auch mit einem gekrümmten weißen Streifen.

9. April 2021

Benachteiligen völlig autofreie Städte Frauen?

Wenn wir, wie Theresa Brückner es in ihrem Artikel tut, die Stadt aus weiblicher Perspektive betrachten, dann ändern sich unsere Ansprüche an sie.

Über die Frage, warum unsere Städte autofrei ein Gewinn für uns sind (leise, ungefährlicher, mehr Platz, mehr Bäume, mehr Sozialkontakte) habe ich schon oft geschrieben, und das kann man in dem Artikel auch alles noch mal lesen. Brückner wirft aber noch eine zweite Frage auf: Benachteiligen autofreie Städte Frauen? Ist die Vision sexistisch? Huch! Das müssen wir uns genauer anschauen.

7. April 2021

Radfahren mit Baby

Eine Schwangerschaft ist kein Grund, mit dem Radfahren aufzuhören. Bewegung ist immer gut. Und Schwangerschaft ist ja auch keine Krankheit. 

Und auch das Familienleben nach der Geburt erfordert nicht unbedingt ein Auto. Tatsächlich aber stellen viele jungen Familien ihre Mobilität vom Fahrrad aufs Auto um, wenn das erste Kind kommt. Die neu entstehende Lastenfahrrad-Kultur hilft aber vermutlich inzwischen, dass mehr Menschen beim Fahrrad bleiben.

Es gibt eine Internetseite, die sich mit Radfahren mit Baby im Bauch und später dann im Anhänger oder Lastenfahrrad beschäftigt.

5. April 2021

Radwegweiser nach dem Wanderwegprinzip

Bei Wegweisern gibt es eine klare Hierarchie. 

Oben und groß die Schilder für Autofahrende, darunter kleiner die für Radfahrende, darunter winzig die für Fußgänger:innen. 

Klar, Autos fahren schnell, ihre Insassen müssen die Schilder auf weite Entfernung sehen können. Fahrräder fahren langsamer. Allerdings so viel langsamer fahren sie auf vielen Straßen auch nicht als Autos. Und wer sich nicht schon auskennt, muss anhalten und die Wegweiser studieren, denn im Heranrollen ist die Schrift nicht so schnell lesbar. Wanderer/innen können anhalten um den Schilderbaum herumgehen und dann ihre Richtung einschlagen.

3. April 2021

Abbiegeunfall in Degerloch

Geh- und Radwege sind gefährlich, vor allem, wenn man sie linksseitig befährt. Linksabbiegende Autofahrer achten nämlich nicht auf Radler. 

Am vergangenen Donnerstag war hier ein Radfahrer linksseitig auf dem Geh- und Radweg auf der Jahnstraße Richtung B27 unterwegs. Ein Skoda-Fahrer ist in gleicher Richtung unterwegs und biegt nach links in den Hans-Neuffer-Weg ab. 

2. April 2021

Hofener Straße wird zu Ostern problematisch

Letzten Ostern wurde die Hofener Straße am Neckar schon ab den Osterfeiertagen für den Autoverkehr gesperrt. Das passiert heuer wohl nicht. 

Denn wir haben einen anderen Oberbürgermeister, der das nicht anordnet. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde auch nicht mehr rechtzeitig behandelt. Das Ordnungsamt prüft.

Eigentlich wird die Hofener Straße erst ab 1. Mai für den Autoverkehr gesperrt. Dann dürfen Radler:innen nicht mehr auf dem Gehweg radeln, der gehört dann ganz allein den Menschen zu Fuß. Letztes Jahr haben wir beobachtet, dass gerade zu Corona-Zeiten in den Osterferien viele Leute daheim bleiben, aber raus wollen. Sie nutzen die städtischen Naherholungsgebiete. 

31. März 2021

Auf dem Land geht nix ohne Auto

Und wer keines hat, kommt halt nicht raus aus dem Kaff. 

In ländlichen Gegenden und Dörfern haben neunzig Prozent der Leute Autos. In Großstänten sind es um die fünfzig Prozent. Bei den Haushalten wird das noch deutlicher. Nur drei Prozent der Haushalte mit mehreren Personen haben kein Auto zur Verfügung. Und in vielen stehen zwei bis drei Autos (Quelle). Denn der Öffentliche Verkehr ist so schwach, dass es ohne Auto nicht geht.

29. März 2021

Wenn Radfahrende das Tempo des Autoverkehrs bestimmen

Was passiert, wenn Politik und Verwaltung mit dem Ausbau der Radinfrastruktur trödeln? Dann radeln wir eben überall.

Das bremst das Tempo des Autoverkehrs auch und schafft mehr Sicherheit für uns.

Wir haben es im vergangenen Sommer gesehen, und ich schätze, wie werden es auch diesen Sommer wieder sehen: Die Leute kaufen sich Fahrräder (sehr oft Pedelecs), weil sie entschlossen sind, damit nicht nur in er Freizeit, sondern auch im Alltag zu fahren. Und die fahren erst einmal auf der Fahrbahn.

27. März 2021

Gefährliche Falle auf dem Schutzstreifen


Hier ist fast eine Radlerin zu Fall gekommen. Sie drehte sich nach einem Lkw um, der zu dicht überholen wollte, und geriet an der Kante des Asphalts ins Schlingern. 

In der Olgastraße, wurde der Gehweg an die Fahrbahn vorgezogen. Der Asphalt musste aufgefräst werden. Es liegt hier aber auch ein Schutzstreifen, und das Radeln auf einer zwei-Zentimeter-Kante ist eben nicht so ohne. Es herrscht Sturzgefahr. Nun müssen Radfahrende nicht auf einem Schutzstreifen radeln, genau hier sollten sie sich auch unbedingt den Platz nehmen, der auch kleine Lenkerschwenker verzeiht. Das allerdings verstehen viele Autofahrende es nicht, wenn Radfahrende am linken Rand oder neben dem Schutzstreifen radeln. Die Stadt sollte so schnell wie möglich hier den Asphalt wieder einebnen und die Gefahrenstelle entschärfen. 

25. März 2021

Autoverkehr macht Pflaster kaputt

Die Lautenschlagerstraße ist wieder schön. Allerdings eher optisch. Radelt man darauf entlang, wirkt der Untergrund gar nicht eben. Man spürt die Spalten zwischen den Steinen. 

Und lange werden sie nicht so plan liegen wie jetzt. Autoreifen hebeln solche Pflastersteine vor allem dann aus ihren Löchern, wenn sie gedreht werden, also beim Abbiegen, Einbiegen oder beim Kurbeln zum Einparken. Schwere Lkw treiben die Steine außerdem auseinander.

23. März 2021

Die Professorin fürs Radfahren

Karlsruhe hat seit Anfang des Monats eine neue Professorin für Radverkehr an der Hochschule.

Sie ist in Baden-Württemberg die einzige. Bundesweit gibt es sieben solcher Stiftungsprofessuren.

Wie die online-Seite meinKA berichtet  kommt die Verkehrswissenschaftlerin, Angela Francke, aus Dresden. Dort hat sie an der Technischen Universität unter anderem über ganzjähriges Radfahren, über Verkehrspychologie und über das Mobilitätsverhalten von Menschen mit Migrationserfahrungen. 

21. März 2021

Legitimiertes Gehwegradeln


Radelt gefälligst auf dem Gehweg! Das sagt diese Bodenmalerei auf der Türlenstraße Richtung Heilbronner Str. 

Der Bordstein ist mit einer Asphaltrampe versehen. Das erweckt bei Radfahrenden und bei Autofahrenden den Eindruck, sie müssten hier radeln. Müssen sie aber nicht. Der Gehweg ist nur für Radler freigegeben, kein Radweg.

Auf der mehrspurigen Fahrbahn sehen wir eine Busfahrspur. Die ist für Taxis freigegeben, nicht aber für Radfahrende. Warum eigentlich nicht? Okay, der Gehweg ist breit, Fußgänger:innen sind hier wenige unterwegs. Aber noch breiter ist die Busspur, auf der wir bis zur Kreuzung vorfahren könnten.

19. März 2021

Wir wollen uns sicher und akzeptiert fühlen - Fahrradklimatest des ADFC

Die Ergebnisse des Fahrardklimatests des ADFC für das vergangene Jahr sind da. Grundsätzlich hat sich nicht viel verändert. 

Es tut sich nicht viel in Sachen Ausbau, die Planung dauert zu lange, man sieht nur wenig neue Radinfrastruktur auf der Straße. Immer noch massiv bemängelt wird, dass die Städte lasch mit Falschparkern umgehen und die Baustellenumleitungen viel zu wünschen übrig lassen. Am wichtigsten sind den Radfahrenden ein gutes Sicherheitsgefühl (81 %), die Akzeptanz durch andere Verkerkehrsteilnehmende (80 %) und ein konfliktfreies Miteinadner von Auto- und Radverkehr (70%). Und da gibt es immer noch viel zu tun. Die Breite der Radwege und -streifen wird von Jahr zu Jahr kritischer bewertet. Die Radfahrenden wollen immer dringender eine sichere und bequeme Radinfrastruktur. Auch in den Gewinnerstädten ist noch viel Luft nach oben.