13. November 2019

Bahnunterführung schön gemacht

Blogleser Matthias hat mir Fotos von einer Unterführung für Radfahrende und Fußgänger/innen in Eislingen geschickt. 

Er schreibt: "Hier eine vorbildliche Radunterführung in Eislingen. Sie geht unter der Bahnlinie hindurch und verbindet die Stadteile."

Wenn ich mir die Fotos so anschaue, die bei Nacht gemacht wurden, finde ich dfas Ganze auch sehr schön.

11. November 2019

So sieht in Stuttgart eine autofreie Innenstadtstraße aus

Verkehrsschilder, die die Eberhardstraße für jeglichen privaten Pkw-Verkehr verbieten, stehen im halben Dutzend herum. Egal. 

Autofahrer fahren. Sehen keine Verkehrzeichen. Parken. Überall. Ich habe mich jetzt mehrere Viertelstunden dorthin gesellt, zuletzt am vergangenen Dienstag gegen zwölf Uhr. Und so sieht in Stuttgart eine fürs Autofahren verbotene Straße aus:

9. November 2019

Üben, üben, üben ...

Wir wissen es alle: Es ist besser für Kinder, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Elterntaxis sind verheerend für die kindliche Entwicklung. 

Der VCD veranstaltet seit zwölf Jahren jedes Jahr im Oktober Aktionstage "Zu Fußg zur Schule und zum Kindergarten." Ein Tag, von dem wir in Stuttgart nichts gespürt haben. Das Portal "Straße zurück erobern" hat die Projektleiterin Stephanie Päßler interviewt.

7. November 2019

Radverkehr bleibt Stiefkind der Verkehrsforschung

2,2 Milliarden Euro werden pro Jahr vom Staat für Forschungen zum Thema Autoverkehr ausgegeben. Jetzt soll es mal 1,2 Millionen Euro für den Radverkehr geben.

Sie sollen laut dem Bundesverkehrsminister zum kommenden Sommersemester in drei Professuren fließen, die sich mit dem Radverkehr beschäftigen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das ist ein Anfang, bleibt aber ein eklatantes Missverhältnis zum finanziellen Aufwand, mit dem der Autoverkehr wissenschaftlich begleitet
wird. Von Gleichbehandlung keine Spur.

6. November 2019

Lkw-Fahrer tötet Radlerin in Fußgängerzone

Geschehen in Wismar. Eine 16-Jähre radelt am Morgen zur Schule. Durch die Fußgängerzone, wo Radfahren erlaubt ist. Es regnet. Ein Lkw kommt von links. Der Fahrer überfährt die Schülerin und tötet sie.

Das sind Unfälle wo mir das Blut in den Adern gefriert. Eltern verlieren ihre Tochter, weil ein Lkw-Fahrer durch eine Fußgängerzone fährt, einen geschützten Raum, wo Autos nichts zu suchen haben, und wenn doch, dann nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen: 3 bis 5 km/h. 

5. November 2019

Mit Fahrradhelm riskanter radeln

Fahrradhelme können Leben retten. Aber Fahrradhelme können bei ihren Träger/innen auch die Risiksofreudigkeit erhöhen.

Der Spiegel berichtet von einer Studie, die in Deutschland und Kanada vorgestellt wurde. Man hat sie nicht im Straßenverkehr gemacht, sondern bei einem Glücksspielexperiment. Probanden, die einen Fahrradhelm auf dem Kopf hatten, gingen höhere Spielrisiken ein. Denen hatte man gesagt, der Helm diene nur als Träger für eine Kamera, die die Augenbewegungen protokolliert. Dennoch fühlten sie sich sicherer. Dabei war ihre gemessene Hirnaktivität geringer als bei den Probanden ohne Helm. Das heißt, jemand, der einen Fahrradhelm trägt, wägt die Risiken mit weniger Hirnschmalz, also weniger gründlich ab, als jemand, der keinen trägt.

3. November 2019

So geht das gar nicht!

Eine Radampel schickt die Radler in den Abbiegeverkehr der Autos, die auch Grün haben.  

So geschieht es auf dem linksseitigen Neckartalstraßenradweg Richtung Reinhold-Maier-Brücke. Blogleserin Tanja hat mir geschrieben, weil sie jeden Arbeitstag auf dem Rückweg von Ludwigsburg nach Cannstatt an der Reinhold-Maier-Brücke ins Grübeln gerät.

Von Ludwigsburg her kommt ein Zweirichtungsradweg zur Reinhold-Maier-Brücke. Man passiert vorher eine Tankstelle, die man auch überleben muss. Dazu Tanja: "Zwei Mal umgefahren, mehrere Vollbremsungen, unendliche Beleidigungen." Die größere Gefahr kommt aber noch.

1. November 2019

Radweg weggeplättelt

Gehwege müssen repariert werden, neue Platten wurden verlegt, aber nun endet die Radführung plötzlich. 

Fährt man, was ohnehin alles ziemlich fragwürdig geregelt ist, über die Theo (dazu muss man die Fußgänger-/Radampel benutzen) zum Haus der Wirtschaft und will Richtung Unicampus weiter, dann gurkt man zunächst mit großen Fragezeichen im Kopf (eine eindeutige Beschilderung fehlt) die Willi-Bleicher-Straße auf dem Gehweg entlang und am Haus der Wirtschaft vorbei. Dann stößt man auf einen Zebrastreifen.

30. Oktober 2019

Des Radlers 7. Sinn: Linksabbiegen

Für Radfahrende ist ds Linskabbiegen das größte Abenteuer auf ihren Wegen. Und es geht an jeder Kreuzung anders.

Für Autofahrende ist das Linksabbiegen klar und einfach geregelt. Sie tun es von der Fahrbahn aus, mal auf einer eigenen Linksabbiegerspur, mal von einer gemeinsamen Geradeaus-Linksabbiegespur aus. Sie haben Ampelschaltungen dafür. Und es ist immer die gleiche Sorte Ampeln.

Für Radfahrende ist Linksabbiegen ein Abenteuer. Sie stoßen auf ein Dutzend verschiedener Infrastrukturformen dafür. Sie stoßen auf drei verschiedene Ampelsysteme. An jeder Kreuzung ist es anders geregelt. An manchen Kreuzungen wechseln die Systeme sogar. Oft kann man als Radfahrender auch gar nicht links abbiegen. Und so geht's:

28. Oktober 2019

Eberhardstraße autofrei und keiner merkt's

Wir haben jetzt eine autofreie Fahrradstraße. Aber davon merken wir gar nichts.

An den Einfahrten in die Eberhardstraße zwischen Hegelhaus und Breuninger hängen die Schilder schon. Sie sagen: Niemand darf in die Fahrradstraße reinfahren, außer Taxis, Behinderte und bis 11 Uhr der Lieferverkehr. Aber das sieht niemand. Wer rein will, fährt einfach rein. Und das sind  recht viele. Am Donnerstag waren das im Zeitrum von 12:47 bis 12:55 Uhr neun Pkw, zwei Motorräder und ein Fahrrad. Nur die Radlerin durfte reinfahren, alle andern nicht.

26. Oktober 2019

Verkehrte Verkehrswelt

Der Überholdruck eines Autofahrers führt zu einem Unfall, aber die Polizei sieht die Schuld beim Radfahrer.  

So offenbar geschehen in Böblingen. Ein Blogleser schildert mir, er sei in Böblingen auf der Fahrbahn auf die ihm bekannte Kreuzung Postplatz Richtung Stuttgarter Straße zugeradelt. Autofahrende können hier gleich nach rechts abbiegen (das Ganze hat optisch einen Kreisverkehrscharakter). Wenn man als Radfahrender geradeaus in die Stuttgarter Straße weiter will, radelt man deshalb besser nicht ganz rechts am Rand, sondern mittiger auf der Fahrbahn, damit ein Autofahrer einen nicht links überholen und beim rechts Rausfahren umnieten kann. 

24. Oktober 2019

Sind Radwege die Lösung?

Egal, was die Stadt plant, Radstreifen oder Radwege, es führt zu Diskussionen. Diese Diskussion halte ich für wichtig. 

Was brauchen wir, damit der Radverkehr zunimmt? Und was brauchen wir, wenn wir einen regen Radverkehr haben: Wege, baulich von der Fahrbahn und Gehwegen getrennt, oder Straßenmalerei auf den Fahrbahnen? Was hat wirklich Zukunft, und was ist die Zukunft?

Der ADFC fordert geschützte Radwege, denn sonst radeln nur die Mutigen, nicht aber die Menge an Menschen, die man braucht, um Innenstädte zu entlasten. Die subjektive Sicherheit ist entscheidend dafür, ob der Radverkehr zunimmt. 80 Prozent der Radler wollen autoverkehrsfern radeln.

22. Oktober 2019

Die Essener Polizei betrachtet den Radverkehr

Es gibt auch Polizeibeamte, die die Welt nicht nur aus Sicht des Autofahrenden sehen. So die Polizei Essen in dieser Pressemitteilung

Sie beklagt, dass die Verkehrsunfälle von Radfahrenden, die auf Gehwegen fahren, zunehmen. "Häufig benutzen Radfahrer den Gehweg aus Angst vor dem Pkw-Verkehr", heißt es da. Und weiter: "Jede Verkehrsart benötigt Verkehrsraum, der Autofahrende die Straßen, der Radfahrende die Radwege und Fußgänger den Gehweg. Der Radfahrer empfindet die Benutzung der Fahrbahn gemeinsam mit dem Autoverkehr oft als zu gefährlich und weicht dann auf den Gehweg aus. Dabei hat er mit seiner Einschätzung nicht einmal Unrecht. Zu hohe Geschwindigkeiten der Autos, zu wenig Seitenabstand, parallel geparkte Autos zum Radfahrstreifen verhindern, dass der Weg für Radfahrer sicher ist."

20. Oktober 2019

Das bringt doch dem Radfahrer nichts

Also lassen wir das mit dem Radweg. Der hat eh keinen Anfang und kein Ende. Da radelt doch niemand.

Mit solchen Argumenten werden Maßnahmen fürs Radfahren gerne wegdiskutiert. Bis heute wird immer wieder der Radfahrstreifen entlang der Waiblinger Straße infrage gestellt. Da radelt doch niemand. Stimmt nicht. Ich habe bei einer Fahrt im Auto als Beifahrerin zu unwirtlicher Zeit und bei unwirtlichem Wetter Radfahrende gesehen, die am Autostau vorbei die Waiblinger Straße Richtung Fellbach fuhren.

18. Oktober 2019

Wie reden wir eigentlich miteinander?

Ich verzichte auf die Klingel. Ich rede stattdessen mit den Menschen, egal ob sie zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind.

Wenn ich auf einem gemischten Geh-/Radweg einen Fußgänger oder eine Fußgängerin überholen möchte, dann lasse ich den Freilauf surren und sage: "Ich fahre jetzt links an Ihnen vorbei." Oder wenn ich eine etwas unorganisierte Familie vor mir habe, dann sage ich: "Ich würde jetzt mal versuchen, rechts an Ihnen vorbeizufahren." Im Vorbeifahren bedanke ich mich. Das mache ich auch bei Radfahrenden so, die mir etwas verträumt erscheinen, wenn ich sie überholen möchte.

16. Oktober 2019

Wenn Radfahrer mit Autos verwechselt werden

Wie fühlt sich ein Radfahrer, und wie sieht er für andere aus? Das sind zwei Fragen, die sich der Verkehrsökologe, Jochen Eckart, in Karlsruhe stellt. 

Wie die Klimarreporter berichten, wurde dafür das Sensorbike erntwickelt. Es erfasst beispielsweise Längsneigung, Windgeschwindigkeit, Fahrbahnoberfläche, Seitenabstände, Bremsbeschleunigunge, aber auch Luftschadstoffe, Lärm und Wetter. Damit wollen die Karlsruher Forscher(innen?) herausfinden, wie viel Energie ein Radfahrer aufbringt und wie stressig seine Fahrt verläuft, kurz: wie sich Radfahrende fühlen. Das Sensorbike nimmt gewissermaßen die Perspektive der Radfahrerin ein. Mit den Erkenntnissen könnte man Radwege bequemer und stressfreier gestalten, wenn man das will.  

Aber noch spannender ist eine andere Frage, um die es den Forschern geht.

14. Oktober 2019

Wenn es schwierig wird, endet der Radstreifen

Deutsche Taktlosigkeit, schreibt Burkhard auf Twitter und zeigt dabei dieses Foto von Lindau. Warum eigentlich enden unsere Radfahrstreifen immer vor Kreisverkehren? 

Das sei eine Kapitulation vor jeder ambitionieren Knotenpunktgestaltung und erzeuge Unsicherheit. Kein Wunder, dass manche Radler/innen auf den Gehweg ausweichen. Ja, das habe ich auch schon bemängelt und vom Amt zur Antwort bekommen, man dürfe in Deutschland Radfahrstreifen nicht in einen Kreisverkehr hinein und (möglichst mittig) durch in hindurch führen, wie man das in den Niederlanden macht.

12. Oktober 2019

Die Ästhetik des E-Scooter-Abstellens

Man wundert sich. Man fragt sich. Was ist im Kopf des Rollermieters vorgegangen, als er den E-Scooter abstellte?

Rücksicht auf Fußgänger/innen spielt dabei keine Rolle. Es scheinen vor allem ästhetische Kriterien zu gelten.

Bei allem, was wir tun, wirken Kriterien, meist unbewusst. Wenn es im Raum gechieht, sind es die Kriterien der Gemometrie. Ordentlich und schön soll es aussehen. Rechte Winkel und parallele Linien müssen hergestellt werden. Könner/innen drücken mit Abweichungen vom rechten Winkel darüber hinaus ästhetisches Feingefühl aus. Einfach so an die Wand gequetscht, sieht der E-Scooter jedenfalls nicht gut aus. Das wirkt ängstlich, beflissen und defensiv. Fahrräder werden so hingesellt, aber E-Scooter sind keine Fahrräder und ihre Lenker/innen sind auch keine Radfahrer/innen.

Bei der Raumgestaltung durch das Abstellen des E-Scooters steht der Mieter oder die Mieterin nun allerdings vor diversen ästhetischen Herausforderungen.