20. November 2017

Kitty, der Compagnon

Das ist ein Kettler Alu-Sportrad. Der Rahmen ist silbern, das elegant geformte untere Rohr sieht aus, als wäre es später hinzugefügt worden.

Der oder die es heute fährt, ist ziemlich eigenwillig und stylisch unterwegs, wie man am Helm und am Sattelbezug sieht. Es sieht aus wie ein heiß geliebtes Alltagsrad, das alles mitmacht.

Kettler baut seit 1978  im Saarland Alu-Räder und war damit Pionier für leichte Fahrräder aus Deutschland. Nach Darstellung der Firma wurde bei Kettler das erste Alu-Rad überhaupt montiert. Heute bietet Kettler natürlich auch E-Fahrräder an.

Das Fahrrad habe ich  in der Bolzstraße gesehen.


19. November 2017

Eine Autostraße wird zugunsten der Natur gesperrt

Seit 28. Oktober ist der Vicinalweg im Greutterwald für den Autoverkehr gesperrt. Dafür hat eine Initiative lange gekämpft. Darüber habe auch ich berichtet.

Bis 1963 gab es hier nur einen Forstweg. Dann wurde der Weg für die damaligen SEL-Beschäftigten freigegeben. Sie durften morgens zu ihren Firmenparkplätzen fahren und abends zurück. Früher fuhr man solche Strecken schnell und ohne Rücksicht auf die Natur. Im Lauf der Jahrzehnte änderten sich Besitzverhältnisse und die Einstellung zur Natur. Der Greutterwald ist Naturschutzgebiet. Die Fahrberechtigung richtete bei der Krötenwanderung ein Massaker an.

18. November 2017

Radparkplätze: hinfahren oder hin schieben?

Auch im neu gestalteten Hospitalvierel sind auf dem Gehsteig Radbügel montiert. Fein. 

Der Bordstein ist aber dort, wo sie stehen, so hoch, dass man absteigen muss oder die Felgen riskiert. Egal, könnte man sagen, absteigen muss man ja sowieso, um das Fahrrad reinzustellen.

Das bedeutet aber eben immer für Radfahrer, dass sie auf der Fahrbahn für Autos bremsen, still stehen, absteigen und das Rad quer zur Fahrbahn auf einen Gehweg heben. Hier kein sonderlich großes Problem, weil der Autoverkehr nicht von hinten kommt. Aber in der Kuhnstraße beim SWR ist das durchaus ein Problem, wenn Radler auf der Fahrbahn halten (siehe Abschnitt unten).

17. November 2017

Stuttgart kann Fahrradstraße

Positive Bilanz nach einem Jahr Fahrradstraße. Die Tübinger Straße zwischen Marienplatz und Paulinenbrücke wird so bleiben.  Die Vorfahrtregelung für Radfahrende hat sich bewährt. 

Die Sorge des Ordnungsamts vor auf der Vorfahrtstraße rasenden Radlern  hat sich als unbegründet erwiesen. Die Fahrradstraße Tübinger Straße ist ein Erfolg. Es fahren sehr viel weniger Autos und viel mehr Fahrräder dort als vorher. Die Straße ist ruhiger geworden. Das gefällt auch den Anwohnern und Laden- und Restaurantbetreibern. Ein paar Mängel gibt es noch, aber es muss und kann auch nicht alles perfekt sein in einer quirligen Stadt wie Stuttgart Süd.

2009 gab es hier so viele Radlerunfälle (bei deutlich weniger Radfahrern als heute), dass der Bezirksbeirat und die Politik die Notwendigkeit erkannten, hier eine Fahrradstraße in Angriff zu nehmen. Seit den Sommerferien vergangen Jahres gibt es sie als Vorfahrtstraße für Radfahrende mit Anlieger frei für Autofahrer.

16. November 2017

Taga, das Kindertransportrad

Kinder kann man mit Fahrrädern gut transportieren. Es gibt viele Varianten. Dieses kleine elektrobetriebene Fahrrad habe ich in der Eberhardstraße gesehen. 

Eine Mutter hat ihre beiden Kinder darin transportiert. Es wird von taga als ultimatives Familien-Bike gebaut und vertrieben. Es gibt das Rad für ein oder zwei Kinder, und es kostet ohne Elektroantrieb um die tausend Euro und mit um die 1.500 Euro, was für ein Lastenrad vergleichsweise billig ist. Es versteht sich allerdings auch nicht als Lastenrad, sondern als reines Kindertransportrad. Es ist sozusagen gerade einer Crowdfunding-Aktion entsprungen und dürfte noch nicht weit verbreitet sein.

Es gibt natürlich noch andere, auch innovative Kindertransporräder, aber über die schreibe ich ein andermal.


15. November 2017

Gut gefegt - Gelbe Karte wirkt

Das Laub ist weg in der Beregaufkurve der Liststraße, schon seit Montag. Das freut alle, die dort täglich rauf radeln.

In diesem Fall hat die Stadt Stuttgart auf eine Gelbe Karte reagiert. Es ist schön zu sehen, dass dieses Instrument funktioniert, auch wenn es ein paar Tage gedauert hat, bis die rutschige Kurve vom nassen Laub freigeräumt wurde. (Das Foto hat Blogleserin An Druschka gemacht.)

Das mit der Gelben Karte ist ein einmaliges Instrument der Stadt Stuttgart für eine direkte Bürgerbeteiligung, für Ideen und für Beschwerden. Sie funktioniert so:

14. November 2017

Es wird nie wieder so werden wie früher

Ich lebe in Stuttgart seit über 50 Jahren. Ich war Kind in einer Straße, in der so wenige Autos parkten, dass wir Ball spielen konnten.

Ich bin über die Felder zur Schule geradelt. Heute bringt man Kinder im SUV vors Schultor. Und der Kessel hat sich mit unvorstellbar vielen Autos gefüllt. Gehwege sind zugeparkt. Muss das so bleiben: die Stadt für immer eingefroren im Status Quo? Als ob eine Stadt immer bliebe, wie sie gerade ist, verteidigen wir Autospuren und Parkplätze wie ein Menschenrecht.

Aber, Städte, die sich nicht entwickeln, sterben. Noch nie ist es irgendwo auf der Welt so geblieben, wie es gerade ist.  Wir alle - auch die Politik, auch der Gemeinderat und die Stadtverwaltung - kommen nicht in eine lebenswerte und lebendige Zukunft, wenn wir das Auto zum Maßstab machen. Wir können auch nicht so tun, als müsste der Stadtraum nur zwischen Autos und Fußgängern und Öffentlichen Verkehrsmitteln aufgeteilt werden. Radfahrer sind auch noch da und gehen nicht mehr weg.

12. November 2017

Wieso Parkhaus, ist doch ein Radweg da

Manche nennen sie inzwischen Kunstparker. die Falschparker. In der Holzstraße sind sie immer da, auf beinahe jeder freien Fläche. 

Dieser Porsche-Fahrer scheint für sich die Entscheidung getroffen zu haben, dass bei Regen niemand Rad fährt. Er hat das Auto am Samstagvormittag (gestern) auf dem Radweg Holzstraße (Hauptradroute 1) abgestellt. Ihm war wohl klar, dass er da nicht hingehört, denn er hat die Warnblinkanlage angestellt. Die Einfahrt zur Tiefgarage befindet sich gleich daneben. Aber bezahlen wollte der Porschefahrer nicht. Sich auch nicht der Mühen unterziehen, mit Parkscheinautomaten zu hantieren. "Nur kurz was besorgen." Als ich dazu kam, hatte eine Radfahrerin angehalten und machte ein Foto. Ein Autofahrer hatte sich quer in die Ausfahrt aus Dorotheenqurtier gestellt und offenbar die Polizei geholt, die auch gleich eintraf.

11. November 2017

Schauzer, der Rote

Auch solche Räder fahren in Stuttgart. Das ist ein Pedelec von Moustache. Stabil und ergonomisch gut durchdacht.

Auffällig ist die Lenkergestaltung. Alles sieht bequem aus. Der Name Moustache bedeutet auf Französisch "Oberlippenbart". Es gab mal einen Lenkertyp, der Moustache hieß (gebogen wie ein Schnauzer mit spitzen Enden). Die Firma sitzt in den Vogesen und stellt eben solche und andere Elektro-Fahrräder her. Auffällig sind sie allemal.

Dieses hier stand auf der Königstraße vorm Wittwer. Satteltaschen und Lenkerkorb passen wunderbar zum Fahrrad. Ganz offensichtlich wird es für so gut wie alle Fahrten in der Stadt genutzt und ist aufs Einkaufen und Transportieren vorbereitet.

10. November 2017

Zu viel Laub auf den Radstreifen und Radwegen

Seitdem es regnet, sind die Laubmassen auf den Radstreifen und Radwegen rutschig und gefährlich geworden. Die Reinigung lässt oft auf sich warten.

Je fahrbahnferner eine Radspur oder ein Radweg ist, desto mehr Laub bleibt liegen oder sammelt sich. Autos wehen die Blätter beim Fahren an den Straßenrand. Radler rascheln durchs Laub, solange es trocken ist. Jetzt rutschen sie auf schmierigen Blättern aus oder müssen vom Radstreifen herunter. Das ist zum Beispiel in der Liststraße der Fall. So sah es hier gestern aus.

9. November 2017

Süß!


Das Foto stammt von Blogleser Philipp. 

Werbung mithilfe des Fahrrads ist einfach und billig. Solange das Fahrrad fahrbereit ist, ist es auch erlaubt. Sie dürfen nur nicht wie Blei mit platten Reifen für Wochen irgendwo stehen.

In diesem Fall fühlt sich das Fahrrad sicherlich immerhin  nicht missbraucht für falsche Inhalte.

8. November 2017

Sieh zu, wo du bleibst!

Rund um den Bahnhof herum sind Radfahrende im Prinzip eingeplant, ihre Wege fallen allerdings immer wieder plötzlich einer Baustelle zum Opfer. Gerade ist das an der Türlenstraße der Fall. 

Interessanterweise gibt es für Rollstuhlfahrer ein Umleitungsschild. Das ist sehr schön. Denn deren Verzweiflung ist groß, wenn sie an solche Baustellen kommen. Steht die Abschrankung vor dem Zugang zum Radweg, werden Radfahrer mal kurz zu Fahrbahnradlern, wie man an diesem Pizzafahrer sieht. Auch wenn er mit dem Rad gar nicht über die Kreuzung am Arnulf-Klett-Platz fahren darf. Aber das merkt er erst, wenn er dort ist.

6. November 2017

Feuer und Wasser

Obgleich die Marke Electra heißt, ist dieses Fahrrad kein elektrisches. Pedelecs gibt es allerdings von dieser Marke auch. 

Dieses Modell nennt sich Townie, und soll ein Stadtrad sein, mit dem Farmer zum Markt fahren, zwischendurch einen Kaffee trinken und durch die Nachbarschaft rollen. Die aufrechte Position verschafft laut Hersteller-Rhetorik einen besseren Überblick über die Welt und die Möglichkeit, den Fuß, wann immer man will, auf den Boden zu setzen.

Jedenfalls ein individuelles Fahrrad, das von seiner Besitzerin zudem noch liebevoll ausgestattet und personalisiert wurde, rote Klingel, Lenkerkorb mit Blümchen. Es stand in einem Ständer oben an der Blumenstraße.

Dahinter steht ein gelbgoldenes Fahrrad, auf dessen Rahmen "Ozean" steht. Sieht alt aus. Dazu habe ich nichts im Internet gefunden, habe aber auch nicht tagelang recherchiert. Jemand von euch kann hier sicher weiterhelfen.

4. November 2017

Radfahrer schützen sich gegenseitig

Je mehr Fahrräder auf der Straße unterwegs sind, desto weniger Radfahrende werden in Unfälle verwickelt und dabei verletzt oder getötet. 

Das weiß man eigentlich schon lange. Aber es wird auch von einer Studie aus den USA belegt,  über die das enorm-Magazin berichtet. Eine hohe Zahl von Radfahrenden macht die Straßen sicherer für Radfahrer, weil Autofahrer generell ihr Tempo drosseln müssen und lernen, mit Radfahrern zu rechnen. Um die Zahl der Radfahrer zu erhöhen, das hat die Studie auch wieder einmal festgestellt, braucht es Radwege, auf denen sich Radler sicher fühlen. Ein größeres Radwegenetz sorgt für mehr Radfahrten. Die steigen teilweise sogar außerordentlich. So hat Portland dem Bericht zufolge gut 50 Prozent mehr mehr Radwege geschaffen, damit aber die Zahl der Radfahrten um 400 Prozent gesteigert.

2. November 2017

Hoffnung auf den direkten Weg - Cannstatt

Blogleser Rolf hat sich Gedanken gemacht, wie man die Radfahrer vom Wilhelms-Platz in Cannstatt zum Radweg König-Karls-Brücke bekommt.

Seine Idee: Man führt den Radweg nicht am rechten, sondern am linken Autofahrbahnrand entlang. Das erleichtert den Radfahrenden das Links-Abbiegen Richtung Radweg König-Karls-Brücke. Und sie stören dabei auch den Geradeausverkehr Richtung Tunnel nicht.

Ich selber wünsche mir hier übrigens eine direkte Linksabbiegespur vom Radweg auf der Brücke aus Richtung Schönestraße. Denn die würde ich gerne entlang radeln, statt mich auf dem Neckardamm durchzuhoppeln. Derzeit kommt man da aber nur hin, wenn man ein halbes Dutzend Ampeln überquert, an denen man insgesamt sicher fünf Minuten steht.

1. November 2017

Mit dem Rad kann man ...

... viel mehr transportieren, als man immer so denkt.

Für den Transport kleiner Hunde beispielsweise gibt es Körbe mit Deckel, damit er nicht rausspringt.  Kindersitze gibt es natürlich sowieso, hinten und vorne vor dem Lenker oder zwischen Lenker und Fahrer. Anhänger für größere Lasten gibt es auch, sogar Lastenfahrräder. Aber so manche Kleinigkeit oder mancher Einkauf, manches Kind oder manches Fahrrad wird dann doch auch mal schnell anders transportiert.

Polizei weggucken, wir nur schmunzeln, nicht nachmachen!

31. Oktober 2017

Feinstaub ist für Autofahrer selbst am gefährlichsten

 Mooswand, Cannstatter Str 
Wer regelmäßig mit dem Auto pendelt, womöglich über die Autobahn, setzt sich einer sehr hohen Dosis von Feinstaub aus. Sie ist viel höher als die Dosis für Anwohner an viel befahrenen Straßen. 

Das hat der Verkehrswissenschaftler Marc Lücke für die Sendung nano herausgefunden. Er hat die Feinstaubwerte im Auto gemessen. Unterstützen wollte niemand seine Forschung, also haben er und sein Institut sie selbst finanziert. Was herauskam hat ihn als Auto-Pendler selbst sehr erschreckt: In der Kabine sammelt sich mehr Feinstaub als irgendwo sonst. Autofahrer setzen vor allem sich selbst einem hohen Risiko aus. In ihrem eigenen Interesse täten sie gut daran, das Auto vor allem an Tagen mit Feinstaubalarm wirklich nicht zu benutzen.

30. Oktober 2017

Wie erklär ich's dem Politiker?

 Karlsruhe
Radfahren ist gefährlich, Radler halten sich an keine Regeln, da fährt doch niemand Fahrrad, also bauen wir keinen Radweg, Tempo 30 geht nicht, weil es den Verkehrsfluss bremst ... 

Auf diese und weitere Vorurteile antwortet eine Handreichung für Fahrradbauftragte und alle, die sich für den Radverkehr einsetzen. Sie ist im Oktober erschienen. Hier ein paar Punkte:

Radfahren ist gefährlich? Eher nicht. Zwischen 1990 und 95 kamen zwischen 68 und 105 Radler ums Leben, 2010 bis 2015 waren es 42 bis 53 Radfahrende, und das, obgleich mehr Menschen Rad fahren. Kinder und Jugendliche radeln heute sicherer als früher. 1990 verunglückten 16.628 Kinder mit ihren Rädern (107 tödlich), 2015 waren es 9.065 (17 tödlich). Das Risiko tödlich zu verunglücken ist generell beim Radfahren im Vergleich zu anderen riskanten Tätigkeiten eher gering. Zum Beispiel ertrinken jährlich rund 310 Menschen, was in etwa der Zahl der getöteten Radfahrer entspricht, nur dass man sehr viel seltener (nur im Sommer bei schönem Wetter) schwimmen geht als man aufs Fahrrad steigt. Hinzu kommt die gesundheitsförderne Wirkung des Radfahrens. Es verlängert das Leben.