18. Juni 2026

Seltener Respekt vor Geh- und Radweg

An den Gleisen beim Leuze wurde Anfang Juni gearbeitet. Die zuständigen Firmen haben ihre Autos dabei vorbildlich abgestellt. Nicht auf dem Gehweg und nicht auf dem Radweg. 

Weder der Fußverkehr noch der Radverkehr wurde behindert. Gut. So viel Aufmerksamkeit für die Mobilität, die nicht im Auto stattfindet, sehen wir nicht häufig in Stuttgart. Deshalb lobe ich das hier, auch wenn das Auto Abstellen auf Grünstreifen auch nicht ideal ist. Ich verstehe den Stress von Bauarbeitern, aber der Weg zu den Asphaltflächen vor dem Leuze wäre jetzt auch nicht so weit gewesen. 


Weniger Feeling für den Radverkehr hatte im März das Schilder-Team auf der Theodor-Heuss-Straße. Obgleich es zwei Autofahrspuren gibt, stellte es Auto und Anhänger auf dem Radweg ab. Es war nicht zur Hauptverkehrszeit, sondern mittags. Ein Stau auf der Theo wäre nicht entstanden. Mir wurde unwirsch zugerufen, ich könne ja drum herum radeln. Allerdings geht es für mich einen Bordstein runter und danach muss ich den wieder hoch fahren. Nicht gut. Und auch nicht erlaubt. 

16. Juni 2026

Wofür Fußgänger:innen Radfahrende hassen

Menschen zu Fuß mögen den Radverkehr auf ihren Wegen nicht, manche hassen ihn regelrecht. Und viele fühlen sich unsicher oder haben Angst, wenn Radfahrende eng an ihnen vorbeipfeifen. 

Heute wird es also ernst für uns selbst. Ich möchte einen kritischen Blick auf das Verhalten von Radfahrenden werfen. Leute, die viel zu Fuß gehen, haben mich schon gefragt, ob es denn nicht auch für Radfahrende einen Mindestabstand beim Passieren von Fußgänger:innen gibt, so wie für Autofahrende beim Überholen von Fahrrädern. Und ich vermute, wir alle haben schon mal den Kopf geschüttelt über Radler:innen, die ellbogeneng an Fußgänger:innen vorbei witschen. Die meisten von uns nehmen natürlich Rücksicht, so wie die meisten Autofahrenden auf uns Rücksicht nehmen. Aber ein paar verderben ja immer die Stimmung. Ich kenne Leute, die nicht mehr durch den Schlossgarten spazieren, weil die Radler:innen sie nicht nur stressen, sondern ihnen regelrecht Angst machen. 

Im Grunde gilt für uns Radfahrende: Was ich nicht will,  das mir ein Autofahrer antut, sollte ich auch dem Fußgänger nicht antun. Das heißt, wir sollten ihn oder sie nicht erschrecken, ängstigen und wegscheuchen

14. Juni 2026

Tausend Meter in Stuttgart und "Halt die Fresse!"

Kann mal jemand den Autofahrenden sagen, dass ihnen nicht die gesamte Stadt einschließlich aller Fußgängerzonen, Radfahrstreifen, Gehwege und Fahrradstraßen gehört und sie uns einfach vertreiben dürfen? 

Auf Tausend  Metern zwischen Charlottenplatz und Cottastaße hatte ich an einem Freitag im Mai gleich drei Begegnungen der dritten Art, die mir wieder mal deutlich gemacht haben, wo mein Platz in der Stuttgarter Verkehrswelt ist - nicht dort, wo ein Autofahrer gerade lang will - und dass ich die Fresse halten soll. 

12. Juni 2026

Bitte etwas mehr Respekt vor dem Radverkehr!

Einfach mal Durchfart-verboten-Schilder aufstellen, weil die Straße zu schmal ist für den Autoverkehr, und sie damit zugleich für den Radverkehr zu sperren, das geht nicht. Das  darf heutzutage nicht mehr vorkommen. 

Immer mal wieder, so auch gestern, wird auf der Tübinger Straße beim Gerber die Durchfahrt verboten. Dann stehen da plötzlich die weißen runden Schilder mit rotem Rand ohne ein Rad frei darunter herum. Das bedeutet, auch für den Radverkehr verboten. Warum aber diese drastische Maßnahme, ist nicht erkennbar. 

Dies ist die Hauptradroute 1, hier radeln täglich Tausende durch. Die Haupt-Autoroute, die B27 oder B14, sperrt man ja auch nicht mal so zwischendurch komplett. Da überlegt man sich, wo der Verkehr lang fließen soll. Das, bitte schön, muss man sich auch überlegen, bevor man Durchfahrtsverbote auf der Hauptradroute 1 aufstellt. Es ist immer wieder dasselbe Problem: Nur an Autos gedacht, an Fahrräder nicht, so als gäbe es die gar nicht. Ich bin ziemlich sauer. 

Klar, dass sich kein einziger Radfahrer und keine einzige Radfahrerin an die Beschilderung hält. Sie existiert für sie nicht. Man radelt weiter, so hätten diese Verkehrszeichen keinerlei Bedeutung für den Radverkehr. Und ich bin überzeugt, dass viele Radler:innen auch glauben, dass das Durchfahrtverbot für sie nicht gilt. Man kann ja problemlos durch fahren. Räder sind so schmal, sie kommen durch, wo Autos nicht durchkommen. Natürlich halten sich auch viele Autofahrendende nicht dran. Als ich durchradelte, hupten sich zwei Autofahrer an, der eine war gerade durchgefahren, der andere wollte gerade in den Abschnitt reinfahren.  

So geht das nicht! 

 Es wird dringend Zeit für mehr Kenntnis über den Radverkehr und für mehr Respekt vor dem Radverkehr.

10. Juni 2026

Die bizarrste Kreuzung Stuttgarts

Sie befindet sich am Tagblattturm, wo die Hauptradroute 1 die Tor- und Steinstraße quert.  Satt dem Radverkehr Vorrang zu geben, hat die Stadt dem Autoverkehr Vorfahrt gegeben. 

Zugleich muss der Fußverkehr über zwei Fußgängerübergänge und einen Zebrastreifen abgewickelt werden. Es ist eine der Chaosstellen, wo sich Auto-, Rad-, und Fußverkehr kreuzen und mischen und außerdem Busse fahren. Der Autoverkehr wird durch Fußgängerampeln angehalten, auch der Fußverkehr wird durch diese Ampeln angehalten. Der Radverkehr hat keine Ampeln, muss aber den Zebrastreifen und die Vorfahrt des Autoverkehrs aus und zur Steinstraße beachten, wo es nur zu Parkhäusern und Parkplätzen geht. Auch der Busverkehr hat hier in beide Richtungen Vorfahrt achten, was eigentlich unüblich ist. 

8. Juni 2026

Am Sonntag ist es soweit, der Velo Queens' Kessel Ride startet

Wir brechen um 15 Uhr auf dem Marienplatz zum ersten Velo Queens' Kessel Ride in Stuttgart auf. Alle sind eingeladen, sich uns anzuschließen und für unsere Interessen zu demonstrieren. 

Schirmherrin ist die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Simone, die mit uns auch ein kleines Video gedreht hat. 

Die Frauenfahrrad-Demo steht in der Tradition des Fancy Women Bike Rides, der von Frauen in Istanbul 2013 initiiert wurde und über viele Jahre international einmal im Jahr im September stattfand mit dem Ziel Frauen auf Fahrrädern im Stadtverkehr sichtbar zu machen. Wozu braucht es das? Es radeln doch schon viele Frauen bei uns in den Städten. Ja, aber sie radeln gegen viele Widerstände und Hindernisse an. Die Radinfrastruktur passt nicht, sie fehlt auf typischen Wegen, die viele Frauen radeln, zum Einkaufen, zur Kita zu Altenheimen innerhalb der Stadtviertel. Da suchen wir die durchgängige Radinfrastruktur meist vergebens, es fehlt an Abstellanlagen bei Läden oder Ärzt:innen, aber vor allem in Wohngebieten. Denn jegliche Mobilität beginnt vor der Haustür. Dort aber stehen die Autos. Und wenn man das schwere Pedelec nicht in den Keller tragen kann, sonst aber keinen Abstellplatz findet, dann entscheidet man sich gegen das Radfahren. 

6. Juni 2026

Zieh dich cool an, wenn du Rad fährst

Auf schwarzen Rädern, über den Lenker gebeugt, mit Helm, Schutzweste und Rucksack, so kommen viele Radfahrende daher. Meist Männer zwischen 35 und 65. Sie zeigen uns: Zum Radfahren muss man sich einkleiden und panzern.

In den Augen von Fußgänger:nnen und vielen Autofahrenden verkörpern diese Gestalten den Kampfradler, den gesichtslosen Radler, der sich an keine Regeln hält und überall fährt.

In den Niederlanden oder in Dänemark fahren alle Fahrrad, vom Kind bis zur alten Dame, fast alle in ihren Alltagsklamotten, im Kleid, im Rock, im Nadelstreifenanzug, im Wintermantel, mit Highheels. Und ohne Helm