26. November 2022

Wieso? Ich halte doch bei Rot und fahre mit Licht!

Ups! Diesen Bus habe ich kürzlich in Stuttgart gesehen. Auf dem Heck stehen zwei Befehle an Radfahrende: "Bei Rot gilt Stopp!" und "Licht an!" 

"Ja, genau", sagen die Autofahrenden, die hinter dem Bus warten müssen: "Radler fahren ja immer bei Rot und nachts ohne Licht." Stimmt, einige radeln weiter, wenn eine Ampel Rot zeigt (so wie manche Fußgänger bei Rot über den Fußgängerfurt gehen, und viele Autofahrende weiterfahren, wenn ihre Ampel bereits auf Rot gesprungen ist). Und bei Dunkelheit sehe ich auf meinen Radfahrten mindestens zweie, die ohne Licht am Rad unterwegs sind. Allerdings sind Regelverstöße im Straßenverkehr bei allen Verkehrsarten weit verbreitet. Die von Autofahrenden sind teils lebensgefährlich für andere, die von Fußgänger:innen und Radfahrenden nicht. 

Zugegeben, die Darstellungen erzeugen ein Schmunzeln.

24. November 2022

Warum nicht gleich ordentlich gemacht?

Eine Radler- und Fußgänger-Abkürzung ist nett. Aber wenn man sie so anlegt, wird sie immer breiter. Warum hat man sie nicht gleich mit einem wasserdurchlässigen Asphalt oder mit Pflaster gebaut?  

Der Schlossgarten gehört dem Land. Das hat vor Jahren angeboten, an dieser Stelle, wo wir das Flora&Fauna sehen, wenn wir durch den Schlossgarten geradelt sind, eine direkte Verbindung anzulegen. Die Stadt fand das toll. Allerdings wurde sie dann nur als Kiesweg gegründet. Glücklich war die Stadt damit nicht. Noch heute glauben viele, es sei eine von Fußgänger:innen und Radler:innen wild angelegte Strecke, auf der sie nicht radeln, um die Situation nicht zu verschlimmern. 

Aber so war es gedacht. Und man sieht jetzt: Es war nicht durchdacht.

22. November 2022

Schulwege sichern - die vordringlichste Aufgabe im Verkehr

Grundschulwege sind nicht sicher. Das stellt die Kidical Mass Stuttgart fest, die einen ausführlichen Schulwege-Check gemacht und auf Twitter veröffentlicht hat.  
Hauptsächlicher Grund für die Gefahren auf den Schulwegen, die Stuttgart für ihre Grundschüler:innen empfiehlt, sind falsch geparkte Autos in Kreuzungen und schlecht gesicherte Baustellen auf den Gehwegen. Eine zehnköpfige Gruppe der Kidical Mass hat zehn Grundschulen und die Wege zu ihnen betrachtet und nach eigenen Angaben kurz vor Schulbeginn 74 schwerwiegende Parkverstöße und Gefahrenstellen identifiziert. 

Mit freundlicher Genehmigung des KM-Teams zeige ich hier einige Bild-Beispiele. Das erste Foto zeigt die Kreuzung Dobelstraße und Sonnenbergstraße auf dem Schulweg zur Jakobschule.

20. November 2022

In der Stadt ist mit mit dem Rad am schnellsten, mit Bus und Bahn am langsamsten

Das Berliner Mobility Institute hat untersucht, ob sich in deutschen Städten die Reisezeiten mit dem Auto und dem Öffentlichen Personennahverkehr unterscheiden. 

Das tun sie, wobei Stuttgart mit München zusammen am besten abschneidet.  Im Durchschnitt braucht man mit Bus und Bahn doppelt so lang wie mit dem Auto. Wenn der Index 1 (die Strecke mit dem Auto) beträgt, brauchen wir in Stuttgart und München 1,94 mal so lang. Berlin liegt knapp dahinter, schlecht wird es in Frankfurt (2,01) oder Leipzig (2,08) und ganz grauslig ist es in Hamburg mit 2,24. Der ÖPNV ist überall dort recht schnell, wo es U-Bahnen und Bahntrassen gibt, die von den Autofahrbahnen getrennt sind. Am meisten Zeit verbringen die Leute aber mit Warten, vor allem dann, wenn sie auch noch umsteigen müssen. Außerdem müssen manche ganz schön weit laufen, um zur Haltestelle zu kommen. Die Fahrten selbst brauchen dann nicht mehr so viel Zeit. Am schnellsten aber ist man mit dem Fahrrad. 

18. November 2022

Die Geister, die unsere Radinfrastruktur rief

Falschradler auf der Böblinger Str
Radwege bergen Gefahren, vor allem Zweirichtungsradwege. Diejenigen, die in ihrer Fahrtrichtung auf der linken Seite radeln, werden doppelt so oft von Autofahrenden an Nebenstraßeneinmündungen angefahren. 

Die Gefahr verdoppelt sich noch mal für Radfahrende, die einen Einrichtungsradweg in falscher Richtung linksseitig befahren. Und das tun doch immerhinnoch  halb so viele, wie legal linksseitig auf einem Zweirichtungsradweg radeln. Laut dieser Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen von 2015 sind doch sehr viele Radfahrende (20 Prozent) auf der falschen Straßenseite unterwegs. Die BASt-Studie behauptet, das Linksradeln gehöre auch zu den Hauptursachen der Zusammenstöße, die durch den Radverkehr selbst verursacht wurden, 10 Prozent der Zusammenstöße zwischen Fahrrädern gingen darauf zurück. Auch laut ADFC sind Falsch-Radler:innen relativ häufig an Zusammenstößen zwischen Radfahrenden beteiligt. Polizeiradstaffeln verwenden in allen Städten, wo es sie gibt, deshalb auch recht viel Zeit darauf, Radfahrende zu stellen, die auf der falschen Seite auf einem Radweg unterwegs sind. Dass das so viele sind, liegt vor allem an der unpassenden Radinfrastruktur.

16. November 2022

Ästhetik des Radparkens

Radabstellanlagen haben durchaus architektonisches und stadtgestalterisches Potenzial. 

Langfristig brauchen wir überall Fahrradparkhäuser wie es beispielsweise in Leipzig eines an der Uni gibt. Aber viele von uns würden sich schon über nette Radabstellanlagen an den Bahnhöfen und in vor allem in Wohngebieten freuen.  

In Böblingen gibt es am Bahnhof diesen eleganten Radabstellplatz. Platzsparend in eine Stützmauer integriert und mit Dach.  Das Foto machte Blogleser Matthias. Selbst an einem Sonntagabend, schreibt er, war die Anlage gut belegt.