8. Juni 2026

Am Sonntag ist es soweit, der Velo Queens' Kessel Ride startet

Wir brechen um 15 Uhr auf dem Marienplatz zum ersten Velo Queens' Kessel Ride in Stuttgart auf. Alle sind eingeladen, sich uns anzuschließen und für unsere Interessen zu demonstrieren. 

Schirmherrin ist die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Simone, die mit uns auch ein kleines Video gedreht hat. 

Die Frauenfahrrad-Demo steht in der Tradition des Fancy Women Bike Rides, der von Frauen in Istanbul 2013 initiiert wurde und über viele Jahre international einmal im Jahr im September stattfand mit dem Ziel Frauen auf Fahrrädern im Stadtverkehr sichtbar zu machen. Wozu braucht es das? Es radeln doch schon viele Frauen bei uns in den Städten. Ja, aber sie radeln gegen viele Widerstände und Hindernisse an. Die Radinfrastruktur passt nicht, sie fehlt auf typischen Wegen, die viele Frauen radeln, zum Einkaufen, zur Kita zu Altenheimen innerhalb der Stadtviertel. Da suchen wir die durchgängige Radinfrastruktur meist vergebens, es fehlt an Abstellanlagen bei Läden oder Ärzt:innen, aber vor allem in Wohngebieten. Denn jegliche Mobilität beginnt vor der Haustür. Dort aber stehen die Autos. Und wenn man das schwere Pedelec nicht in den Keller tragen kann, sonst aber keinen Abstellplatz findet, dann entscheidet man sich gegen das Radfahren. 

6. Juni 2026

Zieh dich cool an, wenn du Rad fährst

Auf schwarzen Rädern, über den Lenker gebeugt, mit Helm, Schutzweste und Rucksack, so kommen viele Radfahrende daher. Meist Männer zwischen 35 und 65. Sie zeigen uns: Zum Radfahren muss man sich einkleiden und panzern.

In den Augen von Fußgänger:nnen und vielen Autofahrenden verkörpern diese Gestalten den Kampfradler, den gesichtslosen Radler, der sich an keine Regeln hält und überall fährt.

In den Niederlanden oder in Dänemark fahren alle Fahrrad, vom Kind bis zur alten Dame, fast alle in ihren Alltagsklamotten, im Kleid, im Rock, im Nadelstreifenanzug, im Wintermantel, mit Highheels. Und ohne Helm

4. Juni 2026

Zwischen Schuh und Auto - die Feinmobilität

Unsere Pkws werden immer größer, belegen immer mehr Platz und verstopfen die Städte. Eigentlich ginge es viel einfacher mit kleineren Fahrzeugen. 

Da gibt es viele Möglichkeiten zwischen zu Fuß gehen und Auto Fahren. Sophie Elise Kahnt hat dazu auf der SPEZI in Freiburg einen Vortrag gehalten, auf den mich Blogleser Andreas aufmerksam gemacht hat. Sie und andere haben ein Buch über Feinmbolität geschrieben, also über eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Mobilität mit kleineren und leichteren Fahrzeugen in einer riesigen Bandbreite zwischen E-Rollator, Rollstuhl, elektrifizierrem Rollstuhl. E-Scooter, Fahrrad, Lastenrad, Minicar oder kleinen Elektrotransportern. Das Buch kann man sich als pdf kostenlos unter diesem Link runterladen. Die Analysen der Fahrzeuge, ihres Raum- und Energiebedarfs, ihrer verkehrsrechtlichen Klassifizierung, ihres Flächenverbrauchs beim Fahren und Stehen, ihres Nutzens und ihrer Faszination sind sehr detailliert. Das Auto hingegen wird immer größer und verlangt immer mehr Platz. 

2. Juni 2026

Pflasterrondell neu gepflastert

Das Pflasterrondell am Ende der Platanenallee Richtung Stadtmitte im Schlossgarten ist teilweise erneuert und geglättet worden. 

Hier müssen wir Radfahrenden eine neunzig-Grad-Kurve fahren, um auf die Platanenenallee oder von ihr runter zur Brücke zu kommen. Das Pflaster war längst hoppelig geworden und zwischen den Pflastersteinen hatten sich Spalten gebildet, die für wenigstens einen mir bekannten Sturz eines Radfahrers mit schmalen Rennradreifen verantwortlich waren. Jetzt ist das Pflaster neu verlegt und die Kurve lässt sich leichter radeln. Bei Nässe sollte man allerdings langsam fahren, Klinkersteine werden glatt. 

Ideal ist diese Fahrt über das Rondell aber nach wie vor nicht.

31. Mai 2026

Die konfliktreichste Radstrecke Stuttgarts - Alte Weinsteige

Die vielen Radfahrenden, die die Alte Weinsteige hoch fahren, haben reichlich Gegenverkehr, der von oben runter kommt, und zwar nicht nur Radverkehr, sondern Autoverkehr. 

Der darf von Haigst runter nur bis zu den Parkplätzen an der Wielandshöhe fahren. Weiter darf er nicht, denn da steht ein Einfahrtsverbot, das rote runde Schild mit dem weißen Querstreich, das auch am Ausgang von Einbahnstraßen steht. Dem Radverkehr und den Taxifahrenden ist die Einfahrt erlaubt. Es gibt sogar eine Halbschranke, die nur selten geschlossen ist und dann das Verbot verdeutlicht. Halbschranken sind für den Bergabradverkehr stets gefährlich. Zudem kümmert die Schranke recht viele Autofahrende nicht, die wissen, dass das eine unechte Einbahnstraße ist. Sie nutzen sie als Abkürzung von der Neuen Weinsteige ins Lehenviertel vor allem zu Hauptverkehrszeiten abends. Dann fahren zusätzlich noch viele Autofahrende hoch, obgleich das zwischen 15 und 19 Uhr ebenfalls verboten ist (hier ein paar Zahlen). Die Alte Weinsteige ist schon längst zu einem rechtsfreien Raum geworden. 

Der verbotene Autoverkehr zwingt uns häufig in Konflikte.

29. Mai 2026

Murks hat lange Bestand

Es ist beachtlich, wie lange sich schlechte provisorische Lösungen für den Radverkehr halten. Auf den Hintergrund-Luftbildkarten von StuttgartMaps ist diese Komplikation in der Schlosstraße am Berliner Platz ab 2009 zu sehen. 

Jedes Mal, wenn ich die Schlossstraße entlang radle und an der großen Kreuzung mit der Fritz-Elsas-Straße am Berliner Platz auf die beiden Erklärschilder und diese originelle Spurenführung stoße, frage ich mich, wie man das eigentlich kapieren soll, wenn man zum ersten Mal hier ist. Und auch ich bin kürzlich falsch gefahren, nämlich zuerst hoch auf den Gehweg und dann wieder runter auf die Rechtsabbiege- und Geradeauspur fürs Fahrrad, weil ich in die Fritz-Elsas-Straße einbiegen wollte. Wer hier nach links Richtung Liederhalle möchte, muss wiederum hoch auf den Gehweg und sich dann an der reinen Fußgängerampel aufstellen und sich durch einen Z-Übergang über die Gleise wursteln. 

27. Mai 2026

Der systematische Betrug - Gehwege als Radwege

Symbolbild
Nach meinem Artikel über den strukturellen Regelverstoß, zu dem uns die Städte und ihr Mangel an geeigneter Radinfrastruktur zwingen, hat mir Blogleser Leonard aus Garching geschrieben. 

Durch die Stadt Garching bei München werden Radfahrende hauptsächlich auf freigegebenen Gehwegen (stellenweise auch auf der Fahrbahn) geführt, weil man bei der Sanierung der Straße 2012 den Radverkehr komplett vergessen hatte. Dabei radelt man auch durch den Wartebereich von Bushaltestellen. Nachdem Leonard eine Weile auf der Fahrbahn geradelt ist, nimmt er jetzt den Gehweg, weil er zwei Mal fast überfahren und mehrmals extrem knapp überholt wurde (strafendes Überholen). Und natürlich fährt er auf dem Gehweg nicht Schrittgeschwindigkeit. Schließlich ist die Ortsdurchfahrt ein paar Kilometer lang und er hat sich ja fürs Radfahren entschieden, nicht fürs zu Fuß Gehen. Zwischen den Gehwegecken einer Straßeneinmündung wurden die gestrichelten Linien gezogen und inzwischen wohl auch Fahrrapiktogramme angebracht - so wie wir das in Stuttgart bei freigegebenen Gehwegen auch kennen. Sie kommen damit für Radfahrende und für Autofahrende wie Radwege daher. Und Fußgänger:innen hassen es.