22. Juli 2019

München plant Rad-Schnellweg durch die Stadt

typischer Münchner Radweg
Bislang sind es Pläne, und die allfällige Diskussion über Parkplätze ist noch nicht ausgestanden. 

Das Ganze ist das ein ambitioniertes Projekt, das Radlern auf  rund neun Kilometern quer oder längs durch München drei Meter breite Radwege zugesteht. Dafür müssen rund 800 Parkplätze wegfallen, in der Innenstadt allein 560. Diese neun Kilometer sollen die Radfahrer/innen inklusive Warterei an Ampeln ain 32 Minuten bewältigen können, wenn sie 20 km/h schnell (oder langsam) sind. Übermorgen, am 24. Juli, stimmt der Münchner Gemeinderat darüber ab. Die Kosten in Höhe von rund 24 Millionen Euro, sollen mit Bundesfördermitteln gestemmt werden.

20. Juli 2019

Kraftfahrzeuge runter vom Gehweg!

Der Gehweg dient zunehmend als Parkfläche für kleine motorisierte Fahrzeuge.

Reden wir heute nicht von den großen Pkw und Lkw, die von ihren Fahrern auf Gehwegen abgestellt werden. Der Gehweg wird von Motorradfahrernden, Mopedfahrern und von Fahrer/innen kleiner E-Fahrzeuge geradezu selbstverständlich als Fläche angesehen, auf der sie fahren und parken können.

Dieser Herr hat sein Quad in Degerloch so auf den Gehweg der Epplestraße gestellt. Ein Trupp Kinder wandert um ihn herum, um sich an der Ampel aufzustellen. (Ein Radler drängelt sich auch noch durch.) Der dachte offensichtlich gar nicht daran, sich in der Straße einen regulären Parkplatz zu suchen, er fand, dass er jedes Recht hat, sein Fahrzeug so abzustellen, um schnell beim Bäcker reinzugehen.

18. Juli 2019

Verarschen kann ich mich selber

Da stehe ich nun auf der Verkehrsinsel mitten auf dem Wilhelmsplatz. Meine Radampel zeigt Rot. Parallel dazu haben die Fußgänger Grün.

Sie laufen hinüber und zurück und hinüber. Die Autos auf der Hauptstätterstraße stehen wie festgenagelt. Ich auch. Der Weg ist frei, aber ich habe Rot. Die Autos aus der Torstraße haben dagegen schon wieder Grün gekriegt und rasen links an mir vorbei geradeaus in die Wilhelmstraße, dorthin, wo ich auch hin will. Aber ich stehe. Und stehe.

Schließlich steige ich ab, schiebe das Rad auf den Fußgängerüberweg, wo die Fußgänger immer noch Grün haben, und gehe hinüber. Drüben steige ich wieder auf und radle weiter.

Die (Radler-)Ampeln am Wilhelsmplatz sind eine Strafe für alle, die Rad fahren.

17. Juli 2019

Wieder Rekord an der Zählstelle

Gestern wurden an der Zählstelle beim Leuze 6 393 Fahrräder gezählt.

Darauf hat mich Blogleser Helmut hingewiesen.

Die Sechstausend sind im Juli immer mal wieder geknackt worden. Der Tagesdurchschnitt auf der König-Karls-Brücke hat sich auf rund  2 700 erhöht. Es haben bereits deutlich über eine halbe Million Radfahrfahrende die Zählstelle passiert und sind dabei gezählt worden.

Weiter so! Das wird unser Sommer.

16. Juli 2019

Aufs Auto hauen - darf man das?


Ist es eigentlich verboten, ein fremdes Auto zu berühren, draufzuklopfen oder ihm aufs Dach zu schlagen? 

Wenn wieder mal ein Auto widerrechtlich dort parkt, wo ich mich als Radlerin an einer Ampel aufstellen und meinen Fuß auf den Bordstein stellen möchte, dann stütze ich mich beim Warten gern mal am Autodach ab. Ich spüre dabei fast körperlich die Erregung des Autobesitzers (obgleich er nicht anwesend ist), der dies als Angriff auf sich selbst empfindet. Juristisch dingfest zu machen ist das allerdings nicht. Auch wenn in Internetforen heftig darüber diskutiert wird, ob andere das eigene Moped berühren oder beispielsweise in ein offen dastehendes Cabrio einsteigen dürfen und einhellig die Meinung herrscht, es dürfe niemand das Blech berühren, wenn ich das nicht erlaube.

Besser bekannt ist der Konflikt unter der Überschrift, "Radler schlägt auf Autodach".

14. Juli 2019

Die mediale Verdammung des Radfahrens

Manchmal träume ich davon, die Presse würde das Radfahren informierend begleiten, ohne es zu skandalisieren oder pauschaul für lebensgefährlich zu erklären.

Ich stelle mir vor, es würde in der Öffentlichkeit, unterstützt von den Medien ein fahrradfreundliches Klima entstehen, verbunden mit der durch Untersuchungen und Berichte untermauerten Erkenntnis, dass Fahrradfahrende für eine Stadt und für unsere Gesellschaft besser sind als Autos. (Gegen den Klimawandel sowieso.) Ich würde nichts mehr über "rasende Radler" oder "Radrüpel" lesen, und auch nichts über die Todesgefahren des Radfahrens. Verunglückte Radfahrer wären nicht irgendwie selber schuld, dass ein Auto mit ihnen zusammengestoßen ist, und wir würden alle miteinander an Autofahrende appellieren, Menschen ohne Blech um sich herum freundlich und vorsichtig zu behandeln, und darum vorsichtig und langsam zu fahren.

Nichts da! "Leider ist es lebensgefährlich", titelte das ZEIT MAGAZIN (NR. 26, 19.6.2019, online inzwischen geändert.)

12. Juli 2019

Ein Bakenkäfig für Radler

Wieder sehen wir Radfahrenden uns bunten Hindernissen gegenüber, die man nur deshalb aufstellt, damit Autofahrende nicht mehr notorisch die Regeln verletzen.

Das wird jetzt echt langsam sehr skurril.  Am Tagblattturm darf man als Autofahrer nicht die linke Spur benutzen, um nach links in die Steinstraße abzubiegen. Viele tun das trotzdem. Also hat man jetzt die Abbiegespur mit Klemmfixbaken verengt. War zuzeiten der langsamsten Ampel auch so. Nun müssen die Fahrer/innen breiterer Räder oder mit Kinderanhängern wieder genau zielen. In der Tübinger Straße hat es kürzlich an genau so einer Klemmfixsperre einen schweren Radlerunfall mit einem Kinderanhänger gegeben. Sicherer sind wir hier also nicht unterwegs, sondern erneut wieder unsicherer. Nicht gut!

10. Juli 2019

Ein halbes Leben auf dem Tandem

Renate und Cornelius Gruner fahren seit dreißig Jahren aus Leidenschaft und Überzeugung Tandem, mittlerweile das siebte. 

Sie fahren es im Alltag, auf den Wegen in die Stadt, bei der Critical Mass, zum Spaß auf Ausflügen und auf Reisen längs und quer durch Deutschland oder Dänemark. Ihr erstes Tandem hatte einen Kinderanhänger und eine Babyschale. 17 Jahre lang fuhren sie dann ein Santana-Tandem, das sich inzwischen in Dauerausleihe woanders befindet. Mit dem Tandem und Kinderanhänger kamen sie sogar durch Z-Schranken, früher. Jetzt sind sie nicht mehr so jung. So haben sie sich vor vor einigen Jahren bei Detlef Eschert (Rad und Tour) erst ein für sie maßgeschneidertes E-Touring-Tandem gekauft und beim selben Hersteller im Thüringer Wald dann auch ein E-Fat-Bike-Tandem für Schneetouren, Waldwege und leichte Trails.

Tandem fahren ist aber nicht so einfach. Der Tandem-Kauf auch nicht.

8. Juli 2019

Am Dienstag fangen wir an

Morgen, am 9. Juli ist Radforum im Rathaus, 18 Uhr, Zimmer 408. Es tagt die PG 1, Infrastruktur. Diese Sitzung ist die Initialsitzung für unsere Radzukunft in Stuttgart nach unseren Zielbeschluss.

Jede und jeder kann kommen und mitreden. Die Verwaltung wird mit uns über die nun anstehende Angebotsplanung für Radfahrende sprechen. Es geht darum, Standards für unsere Radinfrastruktur festzulegen, die mit den realen Möglichkeiten vereinbar sind.




6. Juli 2019

Abbiegeunfall in Degerloch

Am letzten Juni-Freitag hat ein rechtsabbiegender Autofahrer hier in Degerloch eine geradeaus fahrende Radfahrerin umgefahren und schwer verletzt. 

Nach Darstellung der Polizei war die Frau am Morgen auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Jahnstraße Richtung Fernsehturm unterwegs. Der Autofahrer bog über den Radler-Überweg nach rechts in die Karl-Pfaff-Straße ab. Schwer verletzt wurde durch diesen Fehler des Autofahrers nicht der Autofahrer, sondern die Radfahrerin.

4. Juli 2019

Geht doch! - Radfreigabe ist da

Ich habe mich hier vor einem Jahr über diverse Schwierigkeiten beim Radfahren in Degerloch beschwert, unter anderem darüber, dass die Einfahrt in diese unechte Einbahnstraße nicht erlaubt ist.

Die Grünen im Bezirksbeirat Degerloch haben ein Fahrrad-frei Schild beantragt. Und siehe, jetzt hängt es. Das erleichtert es vor allem nicht ortskundigen Radlern, die Obere Weinsteige im geschützen Modus auf dem linksseitigen Gehweg runter zu fahren und den Weg zur Alten Weinsteige zu finden.

3. Juli 2019

Neuer Rekord an der Zählstelle Leuze

Gestern (2. Juli 2019) sind dort 6 256 Radfahrende gezählt worden.

Darauf hat mich Blogleserin Katharina aufmerksam gemacht. Der bisherige Rekord liegt, unserer Information nach, bei 6 191 (4. Juli 2015).


Link zur Zählstelle
Link zur Eco-Public

2. Juli 2019

Lückenschluss auf der Hauptradroute 3 per Überweg

Von der Bopser-Anlage rauf in die Bopserwald-Straße soll es einen neuen Überweg über die Hohenheimer Straße geben. 

Dieser Überweg ist Teil der Hauptradroute 3, die die Etzelstraße hochkommt und dann irgendwie weitergeführt werden muss zur Bopserwaldstraße, die man zum Wald Richtung Degerloch hochradeln kann. Eine Strecke mit Steigung, aber für Normalräder leichter zu befahren als die Alte Weinsteige.

Hier die Einezlheiten.

30. Juni 2019

Warum Radler gegen Regeln verstoßen

Die Kreuzung Böblinger-, Schreiber- und Schickhardtstraße ist ein gutes Beispiel dafür, dass viele Radfahrende Regeln verletzen, weil eine Radinfrastruktur fehlt. 

Ich vermute, dass es die Kreuzung in Stuttgart ist, wo am häufigsten mit dem Fahrrad falsch gefahren wird. Kein Wunder, denn sie ist nur für Autofahrer organsisiert. Ich stand zufällig so gegen 18:15 Uhr eine knappe Viertelstunde auf der Terrasse des Generationenhauses und habe die Kreuzung beobachtet, über die ich auch nicht zum ersten Mal schreibe.

Ich war erstaunt, wie viele Radfahrer/innen die Böblinger Straße Richtung Schwabtunnel queren. Bei jeder Ampelphase fuhren ein bis zwei, fast alle tapfer auf der Fahrbahn. Dabei ergeht es ihnen nicht immer gut.

27. Juni 2019

Baken auf der Tübinger Straße führen zu Fahrradunfall

Am Montagnachmittag gab es einen Unfall auf der Tübinger Straße bei der Cottastraße an der Baken-Schleuse für Radler.

Als ich dort eine Stunde später vorbei kam, war die Polizei noch bei der Unfallaufnahme. Ein Smart stand quer zur neuen Schleuse an der Cottastraße Richtung Silberburgstaße, ein Fahrrad stand rechts daneben auf der Sperrfläche (sie Fotomontage unten). Die Polizei fotografierte Blechschäden über dem rechten Hinterrad des Smarts. Für mich sah es so aus, als sei der Radler mit Kinderanhänger gegen den Smart geprallt, der  entweder gerade links einbog oder schon vor der Einfahrt einer Garage stand. Doch die Fahrzeuge könnten auch nach dem Unfall so hingestellt worden sein, um die Fahrbahn frei zu machen. Aber so war es wohl nicht.

Die Berichte in unseren Zeitungen werfen  mehr Fragen auf, als sie beantworten.Und eine wichtige Frage stellen sie nicht.

26. Juni 2019

So wird die Eberharstraße (fast) autofrei

Am Montagabend hat die Stadtverwaltung die Pläne für die autofreie Eberhardstaße im Bezirksbeirat Mitte vorgestellt. 

Das ist bereits beschlossen, eine Diskussion darüber, ob man das überhaupt will oder nicht, gab es nicht. Allerdings gab es dann doch eine längere Diskussion über das genaue Wie und Wann. Und einen Änderungsantrag.

Losgehen soll es nach Angaben der Stadt nicht wie geplant in den Sommerferien, sondern im September.

24. Juni 2019

Autofreie Innenstadt mit Autos?

Autofreie Innenstädte sind möglich. Und ein Drittel der Deutschen scheint sie sich zu wünschen. Ein Drittel ist dagegen und ein Drittel hat keine Meinung dazu.

Das ist ein Ergebnis einer Umfrage von Norstat vom Februar. Wobei die Jüngeren und die Städter/innen der Autofreiheit von Städten deutlich politiver gegenüber stehen. Die Gegner fürchten nicht nur um ihre Freiheit, jederzeit mit dem Auto in die Innenstadt fahren zu können, sondern machen sich auch Sorgen um den Lieferverkehr. Auch die Befürworter finden die freie Fahrt für den motorisierten Lieferverkehr sehr wichtig.

Bei der Frage, wie man nun die Autos in den Innenstädten reduziert, wird es allerdings wieder typisch deutsch irrational. 

22. Juni 2019

Radabstellanlagen fehlen überall

In der Innenstadt gibt viele Radständer, die auch rege genutzt werden.

Am Marienplatz (Foto) und anderswo reichen sie schon gar nicht mehr. Aber sie  fehlen, je weiter man sich vom Stuttgarter Zentrum entfernt. Eingekauft wird offenabr vozugsweise mit dem Auto, für das es Parkplätze gibt. Radständer sind auch an Supermarkteingängen eher selten, und wenn ein paar dastehen, werden sie nicht sonderlich gut genutzt. Vielleicht liegt es daran, dass es selten eine Radinfrastrutkur gibt, die in zu Supermärkten und in Ortskerne führt. Mit den Fahrrad kämpft man sich durchs Autogeschiebe, die Ein- und Ausparker und über Gehwege dorthin. Mehr Radbügel könnten das Verhalten ändern. In Zürich hat man festgestellt, dass Radbügel die entscheidende Voraussetzung für einen regen Radverkehr sind.