21. Februar 2019

Es ist passiert: Aus einer Autostadt wird eine Fahrradstadt

Heute ist ein historischer Tag für Stuttgart. Der Gemeinderat hat mit 29 zu 25 Stimmen beschlossen, der Aufforderung des Radentscheids zu folgen und sehr viel mehr für den Radverkehr zu tun.

35.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zugunsten des Radverkehrs, sind ein starker Auftraggeber für die Stadtpolitik. Die Verwaltung hat reagiert und in ihrer Vorlage angekündigt, dass der Radverkehr schneller als bisher und nicht zum Nachteil von Fuß- und öffentlichem Nahverkehr, sondern zulasten des Autoverkehrs ausgebaut wird. Damit die Ämterabsprache schneller geht, wird es einen Kooordinator geben. Mit den von den Grünen beantragten Fahrradgaragen in Wohngebieten, für die es bereits viele Interessenten gibt, soll es jetzt losgehen. Mehr Fahrradstraßen gibt es auch.

Die Grünen haben zusammen mit der SPD und SÖS-Linke-PluS und dem Stadtisten noch eins drauf gesetzt und in einem Ergänzungsantrag die Summen genannt, die künftig für den Radverkehr ausgegeben werden sollen, zunächst 20 Euro pro Einwohner/in und Jahr, später das Doppelte.

20. Februar 2019

Warum tun wir uns so schwer?


Heute im Verwaltungsrat und morgen im Gemeinderat wird es sehr spannend fürs Radfahren in Stuttgart. 

Es entscheidet sich, welche Zukunft die Ziele des Radentscheids haben werden, und ob sich für eine zukunftsträchtige Rad- und Stadtpolitik eine Mehrheit findet.

Mit seinen 35.000 Unterschriften hat der Radentscheid dem Gemeinderat einen Auftrag gegeben, mehr als bisher für den Radverkehr zu tun. Ich könnt euch vorstellen, dass ich dafür ringe, dass wir diesen Auftrag in Form eines eigenen umfassenden Antrags zum Radverkehr annehmen. Die Grünen, SPD, SÖSLinke-Plus, Teile der FDP und die Stadtisten haben selbst Unterschriften für den Radentscheid gesammelt und sich teils auch über ihre Jugendorganisationen und auf Mitgliederversammlungen hinter die Ziele des Radentscheids gestellt, die bedeuten, dass Stuttgart eine Fahrradstadt wird. Hoffen wir, dass wir nun gemeinsam eine Mehrheit dafür herstellen können.

Der Oberbürgermeister hat eine Beschlussvorlage vorgelegt, in der sich die Verwaltung dazu bekennt, dass der Radverkehr nicht aufkosten von Fußgängern oder dem öffentlichen Nahverkehr, sondern aufkosten des Platzes für Autos massiv und schnell ausgebaut wird. Was die Verwaltung vorschlägt, ist kurz formuliert, geht aber sehr weit. Es bedeutet mehr Geld, mehr Stellen, schnelleren Ausbau, Fahrradgaragen in Wohngebieten und viele neue Fahrradstraßen. Der Widerstand wird darum vermutlich heftig werden.

Doch alle Fachleute sind sich einig, dass mehr Radverkehr und weniger Autoverkehr für Großstädte sehr nützlich ist.

18. Februar 2019

Eigentlich ist die Theo längst Fahrradstraße

Nur dass man die Radler vom Auto aus nicht sieht, weil sie auf Gehwegen radeln. Das muss sich ändern.

Diese Fußgängerzonen sind für Radfahrende freigegeben. Nicht überall, aber fast überall.Vor allem dort, wo die Radstreifen aufhören oder noch nicht begonnen haben.

Auf den viel zu schmalen alten Radfahrstreifen zwischen Rotebühplatz und ungefähr Kienestraße radelt es sich nicht gut zwischen Dorinzone und 50-km/h-Autofahrern, die in ihrer Spur bleiben und darum engstens überholen. Das ist Stress. Vom Rotebühlplatz Richtung Bahnhof nehmen die meisten Radfahrenden deshalb den Weg durch die freigegebene Fußgängerzone der Kronprinzestraße, fahren bei Wittwer hoch zur Theo, kreuzen die Tiefgaragen Ein- und Ausfahrt, wo so mancher Autofahrer forsch ankommt, und schlängeln sich zwischen den Fußgängern und den Autos auf dem Geheweg Richtung Lautenschlagerstraße. Und das sind nicht wenige. Es sind viele. Das ist eine der Hauptradrouten zwischen Westen/Süden und dem Gebiet um den Hauptbahnhof.

16. Februar 2019

Stiefkinder des Radroutennetzes


Überall gibt es Radler, die einen Weg täglich radeln und mit den Widrigkeiten einer Strecke kämpfen. So auch zwischen Birkach und Möhringen. 

Blogleserin Anette hat sich an die Gemeinderät/innen mit der Bitte gewandt, diese Route zu sanieren. Es geht um den Geh-/Radweg entlang der Plieninger Straße an den Kelly-Barracks entlang. Da laufen Leute, da fahren Berufspendler mit dem Fahrrad. Unter dem zunehmenden Radverkehr offenbart diese Strecke ihren Behelfscharakter, der dem Bedarf nicht mehr genügt, und den Ansprüchen an eine bequeme Radfahrstrecke schon gar nicht.

Die Feldwege sind schmal, der Radweg wird im Winter nicht gereinigt (er gehört nicht zu den ausgewählten Strecken für dieses Jahr), aber auch das Laub wird nicht entfernt, das eine schöne alte Eiche im Herbst abwirft. Teilweise ist der Gehweg viel zu schmal, Ecken sind unübersichtlich und im Sommer von Grünzeug überwuchert. Und an der Ampel beim Haupteingang zur Kaserne steht man als Radler lang, ohne dass irgendein Auto kreuzt.

14. Februar 2019

Schöner leben in Quartieren ohne Autos

Autofreie Stadtteile sind selten in Deutschland. Mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr funktionieren sie auch gut. 

Andererseits wünschen sich viele genau das: mehr Ruhe im Wohngebiet, Kinder können draußen spielen, sie wachsen nicht zwischen geparkten Autos und Wohngebietsrasern auf. Eigentlich müssten alle Wohngebiete autofrei sein. Das würde auch jenen gut gefallen, die eigentlich ohne ihr Auto vor der Tür nicht leben zu können meinen: Es ist nämlich entspannter (keine Parkplatzsuchverkehr, kein Rangieren, keine lauten Motorräder im Sommer), man hört die Vögel, man trifft sich draußen, man kann einfach eine Bierbank vor die Tür stellen und mit Nachbarn feiern, man kennt sich, man hilft sich, die Nachbarschaft bildet eine Gemeinschaft.

12. Februar 2019

Hauptradroute 2 Wangen-Hedelfingen kann kommen

Die Hauptradroute 2 musste noch eine Runde von mehr als zwei Jahren durch die Gremien und die Verwaltung drehen, weil sich gegen den ersten Entwurf Widerstände geregt hatten. Nun ist sie fertig.

Grund war damals vor allem der Wegfall von Parkplätzen entlang der Ulmer- und Hedelfinger Straße, auch wenn es sich da nur um Parkplätze in einem Gewerbegebiet handelte. Aber auch einoigen Radfahrer hatte der Entwurf nicht gefallen. Immer wieder wurde die Nätherstraße als Alternativstrecke vorgeschlagen. Die allerdings liegt fernab von Zielen wie Schulen, dem Hafen und Arbeitsplätzen und hat einen Abschnitt mit großer Steigung. (Hier eine Linksammlung zur Vorgeschichte). Sie führt aber eben durch Wohn- und Grüngebiete mit weniger Autoverkehr.

Die Verwaltung hat genauestens untersucht, was überhaupt geht, und nun dafür im Bezirksbeirat Wangen eine unerwartet große Zustimmung bekommen. Demnach wird die HRR2 wie urprünglich geplant auf der Ulmer- und Hedelfinger Straße verlaufen.

10. Februar 2019

Dreierlei Geschichten von der Straße

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, hat viele persönliche Begegnungen mit anderen Menschen, die zu Fuß unterweg sind oder im Auto sitzen. 

Alle Radfahrenden können ähnliche Geschichte erzählen, nette und weniger nette.

Geschichte 1 - eine kluge Erkenntnis.
Ich radle am Samstag morgen Richtung Ruderclub und komme den Radweg von der Stadtbahnhaltestelle Richtung Leuze am Sprudler an. Erwachsene stehen auf der Gehwegseite herum, alle mit dem Rücken zum Radweg. Ein kleiner Junger, vielleicht fünf Jahre alt, springt vergnügt herum. Finde ich okay, er ist ein Kind. Er rennt über den Radweg und rennt wieder zurück. Ich bremse. Er dreht sich an der Linie um und springt mit frechem Lächeln noch einmal auf den Radweg vor und gleich wieder zurück. Ich habe längst zum Stillstand abgebremst.
Als klar ist, dass der Junge jetzt stehen bleibt, fahre ich weiter. Dabei höre ich eine Frau unter den Erwachsenen erschrocken sagen: "Wenn das jetzt ein Auto gewesen wäre ..."
Dann rufen sie den Jungen zurück.
Stimmt, als Radlerin sehe ich auch kleine Kinder unmittelbar vor mir und stehe sofort.

8. Februar 2019

Das Kreuz mit den Bordsteinen

Bordsteine versüßen das Radlerleben: hops hoch, rums runter. Es sind nicht nur die 3-cm-Bordsteine, die uns die Ritzel durchschütteln. Wir haben auch richtige Bordsteinhindernisse auf unserer  Radinfrstruktur. 

Dieses Foto hat mir Blogleser Peter geschickt. Es stammt von kürzlich. Meines (Foto darunter) stammt aus dem Jahr 2014, als die Radinfrastruktur auf der Löwentorstraße und hier auf dem Löwentorplatz frisch angerichtet wurde. Seit geschlagenen fünf Jahren also hopsen Radler diesen Bordstein runter. Man sieht, dass sie nicht einfach vorfahren können zum abgesenkten Bordstein, denn da steht der Ampelmast im Weg.

6. Februar 2019

Die Fahrradstraße bleibt Fahrradstraße

Der zweite Bausabschnitt der Sanierung des Österreichischen Platzes steht an. Aber diesemal wird auf der Tübinger Straße die Fahrradstraße zwischen Feinstraße und Cottastraße nicht aufgehoben. Auch die Ampelanlage an der Cottastraße wird es nicht mehr geben.

Gestern (Dienstag) wurden die Pläne im Bezirksbeirat Süd vorgestellt. Die Verwaltung hat aus dem vergangenen Sommer die Konsequenzen gezogen. Sie und wir alle haben germerkt, dass der Autoverkehr weit geringer war als gedacht und Radfahrende an roten Ampel standen (oder auch weiterfuhren), obgleich gar keine Autos da waren. Unsere aller Engagement für eine bessere Lösung hat gefruchtet. Vielen Dank dafür. Und danke an die Verwaltung.

Hier die Einzelheiten:

4. Februar 2019

Gönnen Sie sich den Luxus ...

... mit dem Fahrrad zu fahren. Das empfiehlt der Marathonläufer Arne Gabius. Ich habe ihn mal in Stammheim an mir vorbeilaufen sehen. Er trabte auf der schnurgeraden Solitude-Allee Richtung Ludwigsburg davon.

In der Stuttgarter Zeitung hat er uns am 30. Dezember mit zehn Tipps erfreut, wie man sich in diesem Jahr sportlich etwas auf Trab bringt.

Sein Tipp 1: Fahren Sie Fahrrad. "Fast jeder in der Region Stuttgart", schreibt er, "kann sich ein Auto leisten und nur die Wenigsten fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Zu steil, zu umständlich, zu gefährlich." Alles Ausreden, so der Tenor des Textes. Pedelecs nivellieren die Steilstrecken, und selbst wer Pedelec fährt, verschafft sich immer noch mehr frische Luft, Bewegung, Fitness und gute Laune als jemand, der im Auto sitzt. Mit ein wenig Geschick finde man einen ungefährlichen Weg, Stuttgart und ihre Region hätten erstaunlich schöne Wege zu bieten, und je mehr Menschen das Fahrrad nutzten, desto mehr werde auch in die Radinfrastruktur für Radfahrer investiert. "Wer es sich einrichten kann, sollte sich also den Luxus gönnen, den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurückzulegen."

3. Februar 2019

Die absolut abschreckende Radinfrastruktur

Die Hauptradroute 1 hat ein paar große Schwachstellen. Sie erscheinen solange unlösbar, wie man meint, dem Auto keinen Zentimeter Platz wegnehmen zu dürfen.

In Cannstatt müssen sich Radler zwischen Autos und Bussen behaupten, wenn sie von der König-Karls-Brücke unter der Eisenbahnbrücke hindurch zum Wilhelmsplatz radeln. Ein paar Meter Radstreifen zur Brückenunterführung, ein paar Meter roter Radsteifen danach. Immer wieder Totalsperrung durch Baumaßnahmen oder geparkte Fahrzeuge, und jedes Mal die Frage, wo soll ich jetzt eigentlich lang radeln? Auf der Fahrbahn, auf dem Gehweg oder auf der Busspur, die für mich freigegeben ist? Und ist der Gehweg hier wirklich frei?

Der Wilhelmsplatz in Cannstatt gehört vollständig dem Auto-, Bus- und Stadtbahnverkehr und den Zubringerfurten für Fußgänger/innen.

2. Februar 2019

Der Bürgerhaushalt hat begonnen

Bis zum 18. Februar können alle Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für die Haushaltsberatungen des Gemeinderats Ende dieses Jahres machen.

Man kann Projekte oder Baumaßnahmen vorschlagen, die Geld kosten, aber auch Vorschläge machen, wie die Stadt Geld einnehmen könnte (ist eher selten der Fall). Die Vorschläge werden dann von der Stadt sortiert und zusammengefasst.

Auch Radfahrende können hier Vorschläge zu ihren Themen machen. Der Radentscheid hat bereits einen Vorschlag angelegt, der erneut ordentlich Zustimmung braucht, damit er unter die ersten Plätze kommt und Beachtung findet. Ideal wäre Platz 1 in der Liste des Bürgerhaushalts.

1. Februar 2019

Nur ein Auto auf einem Radweg bringt die ganze Radförderung in Misskredit

Kürzlich habe ich beschrieben, wie sich unsere etwas enge und kümmerliche Radinfrastruktur für mich anfühlt. Eine moderne Radinfrastruktur taugt für alle von 8 bis 80 und macht das Radfahren angenehm. 

So kann sie aussehen. Das Foto stammt von einer Fachtagung des ADFC im vergangenen Jahr zum Thema einer zukunfstweisenden Infrastruktur fürs Fahrrad, wie sie beispielsweise die Stadt Vancouver binnen kurzem auf die Straße gebracht hat. Die Radwege sind breit, verlaufen entlang der Hauptverkehrswege, sind aber durch Poller, Bordsteine oder Grünstreifen vom Autoverkehr getrennt.  Autos können sie nicht mitbenutzen. So fühlen sich Radfahrende sicher. Das scheint entscheidend dafür zu sein, ob sich die zögerlichen 60 Prozent der Bevölkerung trauen, in ihrer Stadt die mehr oder minder kurzen Alltagswege mit dem Fahrrad zu machen.

31. Januar 2019

Am 8. Februar ist Winter-Rad-Pendler/innen-Tag

Immer am zweiten Freitag im Februar gehört denjenigen, die auch im Winter unverdrossen aufs Rad steigen, um zur Arbeit zu fahren. 

Es ist der "Internationale Winter-Fahrradpendlertag" oder auch "Bike to Work Day".

Der ADFC in Göppingen hat dazu die notwenige Aufwärmstation eingerichtet. In Göppingen wollen sich wohl, wie letztes Jahr auch wieder Läden und Cafés beteiligen.

Und das geht so: Hier anmelden und sich registrieren lassen. Diese Anmeldung ausdrucken oder mit dem Handy abfotografieren, aufs Fahrrad steigen und eine der so genannten Aufwärmstationen ansteuern, wo es ein kostenloses Heißgetränk gibt. In Stuttgart sind mir noch keine bekannt. 

30. Januar 2019

Zum Wiederlesen: Was bedeutet Schrittgeschwindigkeit?

Wir wissen, Radler/innen dürfen auf für sie freigegebenen Fußwegen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Würden wir uns an den Fußgängern orientieren, wären wir mit etwa 4 km/h unterwegs. 

Würden wir auf Wanderer schauen, dann mit 5-9 km/h, bei Joggern wären es dann schon  ungefähr 12 km/h.

Dei Schrittgeschwindigkeit ist in der StVO nicht genau definiert. Das Amtsgericht Leipzig hat 2005 Schrittgeschwindigkeit (für ein Auto) mit bis zu 15 km/h festgelegt und mit den Fahrradfahrern argumentiert, die in einer verkehrsberuhigten Straße ja auch so schnell fahren dürften, sogar müssten, weil sie sonst zu schlingern anfingen.

29. Januar 2019

Der Autoverkehr braucht den Platz doch gar nicht

Es könnte um Stuttgart gehen. Auf dem Ring soll eine Fahrspur auf jeder Seite für den Radverkehr umgewidmet werden.

Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 30 km/h reduziert. Grüne, CDU und Linke stimmen dafür. Denn nur im Berufsverkehr fahren da viele Autos, für den Rest des Tages ist die Strecke für den Autoverkehr überdimensioniert. Und die Nachfrage nach mehr Radwegen ist vorhanden.

Leider handelt es sich bei dieser Meldung nicht um unseren Cityring in Stuttgart, sondern um den so genannten Gürtel es Kölner Stadtteils Ehrenfeld. Und durch den Gemeinderat ist das auch noch nicht. Der überstimmt auch gern mal den Bezirk.

27. Januar 2019

Typisch Stuttgart

Grund sich aufzuregen haben in diesem Fall die Fußgänger/innen, die aus dem Bus aussteigen. Drei Radler sausen durch sie hindurch. Auf dem Gehweg parkt ein Auto die Ausweichfläche zu. 

Die drei Radler sind vom Schwabtunnel die Schickardtstraße herabgekommen und am Generationenhaus über die Busspur auf den Gehweg gefahren (Karte unten: schwarze Linie). Sie schlängeln sich durch die Leute und biegen nach rechts in die Böblinger Straße Richtung Kaltental ab. Muss das sein? Warum sind sie nicht auf der Fahrbahn geblieben?

25. Januar 2019

Radinfrastruktur - Pest oder Cholera?

 Karlsruhe Radfahrstreifen 
Die optimal zugeschnittene Infrastruktur gibt es für Autos und für Fußgänger/innen. Für Radfahrende gibt es sie nicht. Autos haben Fahrbahnen, Fußgänger Gehwege. Und was haben Radfahrende? 

Radstreifen, Schutzstreifen, Radwege, freigegebene Gehwege und Fußgängerzonen, gemischte Geh-/Radwege ... Wir diskutieren immer wieder über Infrastrukturen und versuchen Gefahren und Vorteile abzuschätzen. Ich kritisiere schwierige, uneindeutige oder stressige Ecken und Strecken. Eigentlich aber frage ich mich immer wieder, welche Radinfrastruktur wohl die beste wäre, um mehr Menschen in Stuttgart zum Radfahren zu verführen. Ich lese Studien und Fachbücher und höre Fachleuten zu. Man schwärmt von Protected Lanes, Kopenhagen und den Niederlanden. Von diesen Bildern trennen uns in Stuttgart dreißig Jahre. Wir müssen erst noch den Wandel dorthin hinkriegen.

Aber was ist denn nun gut, was schlecht? Radwege, Schutzstreifen, Radstreifen? Worauf setzen wir?
Für mich persönlich hat jede Radinfrastruktur Vor- und Nachteile. Ich bin da jetzt mal ganz logisch und widerspruchsfrei und kann mich nicht entscheiden.