20. Juli 2026

Bordsteine und Rüttelstrecken sind ein großes Thema unter Radfahrenden

Unebene Untergründe, Bordsteine, Gullideckel und Wurzelaufwürfe kosten Radfahrende viel Energie und verringern nicht nur ihren Spaß, sondern auch ihre Reichweite. 

Und das Thema beschäftigt doch etliche Radler:innen, wie sich an den Kommentaren auf meinen kleinen Blog-Post über einen neuen Bordstein, der die Situation verschlechtert, zeigte. Bordsteine, Querrillen und vielfach geflickte Asphaltdecken in Nebenstraßen rütteln nicht nur das Fahrrad ordentlich durch, einige haben auch berichtet, dass bei der Fahrt zur Arbeit die Laptops in den Satteltaschen Schaden nehmen können. Auch auf den Energieverlust durch Schläge und Stöße und ständiges Abbremsen und wieder Anfahren verweist ein Kommentar. Es geht also nicht nur um Komfort, sondern auch um Materialschutz und Energieaufwand bei der Verkehrsform, die sich nicht durch einen Motor ziehen lässt, sondern sich durch Muskelkraft voranbringt (was auch für Pedelecs gilt). Jede Unebenheit schlägt übers Fahrrad durch den ganzen Körper und erzwingt Muskelanspannungen, jede Unebenheit bremst das Fahrrad ab, was mit mehr Tretkraft kompensiert werden muss. Auf langen Strecken kostet das Kraft. Je unebener der Untergrund, desto langsamer muss ich fahren, desto anstrengender wird meine Fahrt und desto länger dauert mein Weg. Gute Untergründe verkürzen die Fahrzeit und erweitern den Radius für Radfahrende.

18. Juli 2026

Sind wir unfähig, richtig Rad zu fahren?


Neunzig Prozent der Deutschen können nicht richtig Rad fahren,  titelt die FAZ auf Facebook. "Beim Bremsen bereiten Radfahrer ihre Hinrichtung vor" lautet die reißerische Artikelüberschrift. Deshalb gebe es so viele tödliche Radunfälle. 

Radfahrende problematisieren ist ja beliebt, insbesondere das Pedelec-Fahren. Und dabei großzügig übertreiben, auch. Ob die Behauptung mit Zahlen unterlegt ist, weiß ich nicht. Aber der Autoverkehr ist immer noch problematischer auch für uns Radfahrende. 90 Prozent aller Autounfälle gehen auf menschliches Versagen zurück (falsche Sitzposition, Unaufmerksamkeit, falsche Blickführung, Kontrollverlust übers Auto etc). Und vom Autoverkehr geht die Hauptgefahr für Radfahrende und Fußgänger:innen aus. An rund 75 Prozent der Crashs zwischen Fahrrad und Auto sind Autofahrende Schuld, Aber immerhin 35 Prozent der Radunfälle sind Alleinunfälle. Das nur zur Einordnung. Egal, an wie vielen Crashs oder Alleinunfällen ein Fahrfehler aufseiten des Radfahrers mit eine Rolle spielte, fehlerfrei ist niemand, auch Autofahrende nicht. Aber Fehlervermeidung ist natürlich immer gut.  

Den FAZ-Artikel kann ich nicht lesen, er befindet sich hinter der Bezahlschranke. Aber Radweltmeister Mike Kluge, der hier befragt wird, dürfte nicht nur Selbstüberschätzung und Kontrollverlust über schwere Pedelecs genannt haben, sondern auch falsche Fahrtechniken. Wahrscheinlich geht es ums Bremsen, Kurven fahren und um Ausweichmanöver. 

Richtig bremsen 

16. Juli 2026

Nur wenige Gemeinden beim RadMELDER dabei

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bietet ein Tool an, mithilfe dessen man Probleme im Radwegnetz oder auf Radwegen melden kann. 

Es heißt RadMELDER. Man kann Wegpunkte markieren und beschreiben, was dort los ist. Gute Sache, das. Aber leider machen bislang kaum Gemeinden in Baden-Württemberg mit, Stuttgart auch nicht, weshalb ich für mein Radfahrgebiet keine Meldungen absetzen kann. 13 von 35 Landkreisen sind (Stand Juli 2026) bislang dabei. Auf der Karte sind sie hell markiert.  

Bei seinem Besuch auf der Landesgartenschau in Ellwangen sagte der zuständige Staatssekretär, man böte Verkehrsplanung zum Mitmachen. Man mache es den Menschen einfach, Hinweise aus ihrem Alltag zu melden, schnell, digital und ohne Umwege. Die Informationen kämen direkt dort an, wo sie gebraucht würden und könnten effizient bearbeitet werden. Gedacht ist das wohl so, dass von großen bis kleinen Problemen, von fehlender Radinfrastruktur bis Schlaglöcher oder Gebüsch, das in den Radweg wächst, alles gemeldet werden kann. Loben darf man auch. Das entspricht in etwa unserer Gelben Karte in Stuttgart. Mag sein, dass deshalb Stuttgart nicht dabei ist, es mag aber auch andere Gründe haben. 

Wenn sich da nicht zügig mehr Gemeinden anschließen, bleibt das Tool ziemlich exklusiv.  



14. Juli 2026

Radfahren in Paris

Es gibt Städte, die bringen uns zum Träumen. Paris gehört dazu. Blogleser Hansjörg war im Juni mit dem Fahrrad dort. Er hat mir Bilder und einen Kurzbericht geschickt. 

Er schreibt, toll zu sehen sei, dass sehr wenige Autos am Straßenrand geparkt werden können. Viele größerer Straßen, also die meisten Boulevards haben eine eigene baulich abgeteilte Radspur, manchmal als Zweirichtungsradweg, wenn auch sehr schmal, manchmal nur bergauf. Es gibt sehr viele Zebrastreifen in recht kurzen Abständen, viele mit Ampeln. 

An denen steht man maximal 30 Sekunden, oft kürzer. Gefühlt gilt überall Tempo 30. Autofahrende und sehr viele Radfahrende halten auch wirklich an den Ampeln. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer:innen drängeln nicht, hupen nicht, sind nicht aggressiv. Niemand beschleunigt stark oder ist röhrend unterwegs. Der Lärmpegel der Autos ist auffällig gering. Zudem sind auch wenige Kfz unterwegs, sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden. Es gibt viele Einbahnstraßen, die alle für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben sind. Einige Straßen sind für den Autoverkehr ganz geschlossen. Viele Gehwege sind in jüngster Zeit begrünt worden. Paris, so sein Fazit, zeige sich ihm als Fremden nicht mehr als hektische Stadt. Insgesamt habe die Stadt außerhalb der touristischen Hotspots einen sehr lebenswerten Eindruck gemacht, abgesehen von den Preisen für Wohnungen und in der Gastronomie. 

13. Juli 2026

Petition für Strafbarkeit von Autogewalt

Bis zum 11. August steht eine Petition an den Deutschen Bundestag zur Unterzeichnung, die fordert, dass das Strafgesetzbuch so geändert wird, dass gefährliches Verhalten von Autofahrenden gegen Radfahrende und zu Fuß Gehende von Staats wegen verfolgt wird.

Bislang werden etwa knappes Überholen durch Autofahrende, selbst bei einer Verletzung des Radfahers  nur aufgrund einer Privatklage verfolgt. Ein öffentliches Interesse (wie bei Mord und Totschlag) sieht unser Gesetz bislang nicht vor. Nur dann muss die Staatsanwaltschaft von sich aus ermitteln und kann eine Privatklage auch nicht ablehnen. 

Da das Thema Verkehrsgewalt offensichtlich wenige interessiert, besteht Gefahr, dass die Petition das Quorum nicht erreicht. Deshalb stelle ich sie hier ausnahmsweise vor. Hier ist der Link zur Petition. 

Die Einreichenden schreiben: 

12. Juli 2026

Neuordnung des Radverkerhs am Max-Eyth-See - Status der Verwirrung

Die Bodenmalerei ist schon halbwegs fertig, aber die Verkehrszeichen fehlen noch. Das schafft Verwirrung. 

Wir werden uns  - bis die Verkehrsschilder stehen - fragen, wo wie nun wirklich radeln sollen und dürfen. Der Neckardamm soll nur noch für den Fußverkehr da sein, wie das Fußgängerpiktogramm auf dem Boden sagt. Wir Radfahrenden sollen nach der Aubrücke gleich rechts abbiegen und auf dem breiten Klinkerweg aufseiten der Stadtbahnline auf der anderen Seite um den See herum radeln. Was sogar eine Abkürzung ist. So wurde es 2022 vom Gemeinderat beschlossen (Karte ganz unten, gepunktelte Linie). Die Brücke, die im Entwurf gepunktelt eingezeichnet ist, wird eher nicht kommen, wir radeln also weiterhin durch die Marina, die vorn und hinten Schranken hat, zum Wehr Hofen. 

10. Juli 2026

In den Garagen stehen die Fahrräder

Viele alte Garagen sind mittlerweile zu klein für die heutige Autobreite und -länge. Also stehen die Fahrräder in der Garage und das Auto steht draußen am Straßenrand. 

Gut oder schlecht? Eigentlich dürfen Garagen nicht zweckentfremdet werden, die Baugenehmigung galt einst nur für einen Autoabstellplatz. Und zwar, um den ruhenden Verkehr von der Straße wegzubringen. Darin anstelle eines Autos eine Werkstatt oder Fahrräder unterzubringen, ist verboten. Man darf nur zusätzlich zum Auto noch Fahrräder (oder Werkzeugkisten) reinstellen. Andererseits, was tun mit einer Garage, in die das Auto nicht reinpasst und wenn es sonst keine sicheren Fahrradabstellplätze gibt? Dann sind Fahrräder in so einer Garage ja eigentlich ganz gut untergebracht: wettergeschützt und diebstahlsicher. In eine Garage passen bequem  fünf bis sechs Fahrräder hinein, und wenn man es geschickt anstellt und nicht an jedes Fahrrad täglich rankommen muss, an die zehn. Oder ein bis zwei Lastenräder und vier bis fünf weitere Räder, aber eben nur ein einziges Auto.

8. Juli 2026

VVS bietet Fahrrad- und Wanderbusse an.

Quelle: VVS
Solche Busse schaffen Radfahrende an den Wochenenden ein Stück des Wegs einer Fahrradtour, den wir ansonsten zu weit fänden. Die Freizeitbusse fahren zwischen Mai und Oktober mit Fahrradanhänger. Die Fahrradmitnahme ist kostenlos.

Einzelheiten findet man auf der Internetseite oder in dieser Broschüre des VVS. Allerdings gibt es, soweit ich das erkennen kann, keine Buslinie, die von Stuttgart aus ins Umland zu den Sehenswürdigkeiten fährt, etwa nach Kirchheim am Neckar, Kirchheim unter Teck, Sulzbach an der Murr, Welzheim, Wiesensteig oder Neuffen. Hinradeln und Heimradeln müssen wir also selber, es sei denn, wir nutzen dann die S-Bahn. Mir ist das Konzept etwas rätselhaft, aber offenbar funktioniert es, allemal im Umkreis der Buslinien, denn sonst würde der VVS es nicht anbieten. Und vermutlich ist das für Familien mit sehr unterschiedlicher Radfahrfitness bestens geeignet, ohne Auto raus zu kommen und sich dabei auch noch mit Fahrrädern zu bewegen. 

Wenn jemand damit Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich über einen entsprechenden Kommentar. 


6. Juli 2026

Frech und schamlos - Park zugeparkt.

Jedes Jahr wieder an einem Wochenende um den 6. Juli herum wird wild in den Grünanlagen am Neckardamm geparkt. Dann ist irgendein Fußballevent der SpVgg Cannstatst, bei dem Leute mit ihren Autos von auswärts anreisen. 

Und die erobern  über den Gehweg an der Sportanlage die Seitenränder des Neckardammwegs und parken jedes Jahr weiter in die Grünflächen hinein. Das erste Mal habe ich das 2024 dokumentiert. Ich war fassungslos über diese ungeheure Schamlosigkeit, mit der Autofahrende über Gehwege auf Gehweg- und Grünflächen fahren und ihre Autos abstellen. Auch im vergangenen Jahr war das der Fall. Und in diesem Jahr waren es am Samstag und Sonntag besonders viele, die hier reinfuhren und standen.