9. Februar 2026

Pferde und Fahrräder

Unlängst kam eine Reiterin im Kreis Esslingen aus dem Wald auf eine schmale asphaltierte Straße. Eine Radlerin fuhr vorbei, das Pferd scheute, stürzte und musste eingeschläfert werden. 

Der Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) macht im Titel natürlich gleich daraus: "Wie rücksichtslose Radfahrerin den Tod eines Pferds bei Auenwald mitverursachte" (Bezahlschranke). Der Zeitungsartikel, auf den mich Blogleser Ralf aufmerksam gemacht hat, stellt den Vorfall aus Sicht der Reiterin dar. Demnach kam sie mit einer Freundin (also zwei Pferde) auf eine kleine Straße, auf der wenig los ist, aber Autos und Fahrräder unterwegs ein können. Sie habe "aufgepasst, als sie mit ihrem Pferd vom Feldweg aus den Asphalt betrat." Doch plötzlich sei eine Radfahrerin von hinten kommen, eigentlich "herangerauscht". Ihr Pferd, das eigentlich nicht schreckhaft sei, habe sich erschrocken "durch das lautlose Daherzischen". Erschrecken heißt bei Pferden, ein ruckartiges Zusammenzucken und die Einleitung einer Flucht. Es rutschte mit den Hufeisen auf nassem Aphalt aus, stürzte, brach sich ein Bein und musste eingeschläfert werden. 

So ganz passt das für mich nicht zusammen, aber das mag der Verkürzung durch die Presse geschuldet sein. Entweder die Reiterin kam gerade auf den Asphalt, dann aber hätte die Radlerin nicht von hinten kommen können und sie hätte sie kommen sehen müssen, da sie ja aufpasste, oder sie war schon auf der Straße und hatte das Pferd in eine Richtung gedreht. Dann aber spielt es keine Rolle, ob sie vorher aufgepasst hatte. Vermutlich liegt beides zeitlich nah beieinander. Wie dem auch sei. Ein "Zischen" ist auch nicht lautlos. Aber das sind typische Aussagen zu Radfahrenden: Man hat sie nicht kommen sehen, sie sind so leise, dass man sie erst beim Vorbeifahren hört, und man hält sie für sehr viel schneller, als sie tatsächlich fahren. Die Reiterin macht der Radlerin im Zeitungsartikel übrigens keine Vorwürfe, appelliert aber an uns Radfahrenden, Rücksicht zu nehmen. 

Es gibt keine besonderen Regeln, wie sich Radfahrende bei der Begegnung mit Pferden zu verhalten haben, abgesehen von der im Straßenverkehr immer geltenden Pflicht zur Rücksichtnahme und Voraussicht. 

7. Februar 2026

Nein, E-Scooter dürfen nicht auf Gehwegen fahren

Das ist auch in der Neuregelung der Eletrokleinstfahrzeuge-Verordnung, in der die E-Scooter den Fahrrädern gleichgestellt werden, verboten.

Auch wenn es die Stuttgarter Zeitung in diesem Artikel (Bezahlschranke) es zunächst anders und damit falsch dargestellt hat. Das wurde binnen weniger Stunden in eine Nicht-Aussage dazu korrigiert. Denn auch mit dem Fahrrad darf man grundsätzlich nicht auf Gehwegen oder in Fußgängerzonen fahren. Man darf es nur, wenn ein Zusatzschild den Gehweg oder die Fußgängerzone für den Radverkehr freigibt. Und neuerdings dürfen jetzt auch E-Scooter dort gefahren werden. Das habe ich hier bereits dargelegt. Und sie dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, so wie Fahrräder auch, was schlichtweg unmöglich ist. und was sicher kein einziger E-Scooter-Fahrer länger als ein paar Meter durchhalten wird. 

Die beiden E-Scooter auf dem Foto dürfen also auch künftig nicht durch die Fußgängerzone in der Stiftstraße (rund um die Königstraße) fahren, denn auch mit dem Fahrrad darf man das nicht.

5. Februar 2026

Wenn Autofahrer Radfahrerinnen Gewalt androhen

Geht es auch anderen Frauen so? Das fragt sich Blogleserin Wiebke. Im Straßenverkehr gibt es Aggressionen. Davon sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen. Ich vermute aber, auf unterschiedliche Weise. 

Aus jeder Begegnung von Fahrrad und Auto auf begrenztem Platz kann unvermutet eine schnell eskalierende Konfrontation entstehen. Übrigens hauptsächlich dann, wenn die Radfahrerin oder der Radler im Recht sind, weil sie genauso radeln  dürfen wie sie radeln. Und klar, die Aggressiven sind nicht nur Männer, sondern auch Frauen, wenn auch - nach meiner Erfahrung als Frau - deutlich seltener.  Und solche Konfrontationen ereignen sich selten, wenngleich nicht so selten, dass nicht die meisten Radfahrerinnen und vermutlich auch Radfahrer von ein oder zwei bedrohlichen Szenen in den letzten Jahren erzählen können. Also solchen, wo Gewaltandrohung oder tatsächliche Gewalt im Spiel ist. 

3. Februar 2026

Spielstraße ohne Spielerlaubnis

In der Steinhausenstraße im Stuttgarter Westen stößt man, wenn man mit dem Fahrrad (oder Auto) kommt, auf blaue Kreise auf der Fahrbahn und Betonklötze am Straßenrand in der Kurve. 

Quer über die Fahrbahn laufen vier türkisblaue Streifen. Und was ist das jetzt? Was soll mir das sagen? Hätte ich nicht in der Zeitung gelesen, dass es sich um um eine Maßnahme für "Mehr Platz zum Spielen" handelt, hätte ich nicht gewusst, was das ist. Denn es fehlt jegliche Beschilderung. Noch. Ich hoffe, die kommt bald. Und zwar, bevor Kinder draußen spielen wollen.  

Eine Spielstraße ist das jedenfalls jetzt nicht, wie der Titel des Zeitungsberichts nahelegt: "Graue Betonklötze weisen auf Spielstraße hin" und später auch der Text: "In Stuttgart sind Spielstraßen immer noch eine Seltenheit. Die Stadtverwaltung hat
daher bereits seit 2023 das Projekt „Mehr Platz zum Spielen“ ins Leben gerufen. Dabei können sich Anwohner melden und ihre Wünsche zur Einrichtung von Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten für Kinder auf Fahrbahnen anmelden. Nunmehr wurde die vierte Maßnahme in der Steinenhausenstraße im Stuttgarter Westen umgesetzt." 

1. Februar 2026

Wieder neues E-Rad im Autolook

Ein Startup in Norwegen baut ein Pedelec, das wie ein Miniauto aussieht. Es braucht keine Zulassung, denn es wird mit Pedalen und einem E-Motor angetrieben wie ein Fahrrad. 

Es heißt TwoZero (warum auch immer), hat zwei Sitze, vier Räder und ein Dach und Stauraum. Es soll 6900 Euro kosten (etwa soviel wie ein Lastenfahrrad), hinzu kommt noch der Akku für 870 Euro, der extra versandt wird. Und weil Norwegen nicht in der EU ist, werden sicher auch Zölle fällig. Derzeit läuft eine Kickstarter-Camapagne für die Serienproduktion. Dabei besteht immer das Risiko, dass man für das gezahlte Geld auch gar nichts bekommt oder aber das Konto nicht belastet wird, wenn das Projekt nicht in Fertigung geht. so wie hier. In diesem Fall lasse ndie Unterstützenden noch auf sich warten. 

Es ist nicht der erste Versuch über das Pedelec die Form eines Autos zu stülpen und das Radfahren wetterfest zu machen und für Transporte von Passagieren oder Gepäck zu ertüchtigen. Auch wenn man solche Räder derzeit noch nicht auf unseren Straßen sieht, glaube ich, dass sie ein Aspekt des Radfahrens in der Zukunft darstellen: Geschlossen, wetterfest, stabil, ohne Zulassung und Führerschein zu fahren, also auch etwas für ältere Menschen, die unabhängig vom Auto mobil bleiben wollen. 

Bei Regen und Schnee auch für alle praktisch, die Wetter nicht mögen, weil man nicht nass wird und auch nicht auf glatter Fahrbahn stürzt. Praktisch auch, weil das Teil Blinker hat. 


30. Januar 2026

Das ist doch echt Mist, so etwas!

Am vergangene Dienstag standen an der Platanenallee im Schlossgarten an mehreren Stellen diese Verkehrszeichen in beide Richtungen.  

Wahrscheinlich stehen stehen sie immer noch da. Auch einem anderen Radfahrer sind sie gestern übel aufgefallen. Sie stehen rechts neben dem Weg, wo Verkehrszeichen stehen, die gelten, und zwar immer und unbedingt. Die beiden Schilder sagen außerdem Widersprüchliches. Sie sagen uns zunächst, dass wir zehn Meter auf einem Gehweg sind und danach auf einem Radweg. Fußgänger:innen dürfen nicht auf Radwegen gehen. Radfahrende müssen auf Gehwegen schieben. Da weder Radfahrende noch Fußgänger:innen diese Anordnungen befolgen können, gehen und fahren alle ohne Zögern weiter. Die meisten wundern sich nicht einmal. Wenn sie diese Schilder überhaupt wahrnehmen, dann denken sie: Das kann ja nicht stimmen. Und sie missachten damit notgedrungen gültige Verkehrszeichen. So was ist richtig Mist! 

28. Januar 2026

Kurze Verbindung über den Neckar ist offen

Mit dem Fahrrad kann man zwischen Seilerwasen auf der einen Neckarseite und Rosensteinpark auf der anderen jetzt wieder eine kurze Brückenquerung nutzen. Die Strecke ist seit ein paar Tagen offen. 

Bis vor zehn Jahren gab es hier die Holzbrücke und die Elefantenstege, die aber für Radfahrende immer verboten waren, jedoch viel genutzt wurden. Den unter die neue Bahnbrücke gehängten Steg gibt es schon länger. Die Brücke über die Neckartalstraße ist mittlerweile auch gebaut und nun als Fußweg mit Rad frei ausgeschildert. Immerhin eine Verbesserung, auch wenn wir natürlich immer schneller als mit Schrittgeschwindigkeit radeln und damit immer noch gegen die StVO verstoßen. Geschlossen war die Brücke über die Neckartalstraße so lange, weil die höheren Geländer fehlten, die für den Radverkehr nötig sind. Jetzt sind sie da.