3. Februar 2026

Spielstraße ohne Spielerlaubnis

In der Steinhausenstraße im Stuttgarter Westen stößt man, wenn man mit dem Fahrrad (oder Auto) kommt, auf blaue Kreise auf der Fahrbahn und Betonklötze am Straßenrand in der Kurve. 

Quer über die Fahrbahn laufen vier türkisblaue Streifen. Und was ist das jetzt? Was soll mir das sagen? Hätte ich nicht in der Zeitung gelesen, dass es sich um um eine Maßnahme für "Mehr Platz zum Spielen" handelt, hätte ich nicht gewusst, was das ist. Denn es fehlt jegliche Beschilderung. Noch. Ich hoffe, die kommt bald. Und zwar, bevor Kinder draußen spielen wollen.  

Eine Spielstraße ist das jedenfalls jetzt nicht, wie der Titel des Zeitungsberichts nahelegt: "Graue Betonklötze weisen auf Spielstraße hin" und später auch der Text: "In Stuttgart sind Spielstraßen immer noch eine Seltenheit. Die Stadtverwaltung hat
daher bereits seit 2023 das Projekt „Mehr Platz zum Spielen“ ins Leben gerufen. Dabei können sich Anwohner melden und ihre Wünsche zur Einrichtung von Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten für Kinder auf Fahrbahnen anmelden. Nunmehr wurde die vierte Maßnahme in der Steinenhausenstraße im Stuttgarter Westen umgesetzt." 

1. Februar 2026

Wieder neues E-Rad im Autolook

Ein Startup in Norwegen baut ein Pedelec, das wie ein Miniauto aussieht. Es braucht keine Zulassung, denn es wird mit Pedalen und einem E-Motor angetrieben wie ein Fahrrad. 

Es heißt TwoZero (warum auch immer), hat zwei Sitze, vier Räder und ein Dach und Stauraum. Es soll 6900 Euro kosten (etwa soviel wie ein Lastenfahrrad), hinzu kommt noch der Akku für 870 Euro, der extra versandt wird. Und weil Norwegen nicht in der EU ist, werden sicher auch Zölle fällig. Derzeit läuft eine Kickstarter-Camapagne für die Serienproduktion. Dabei besteht immer das Risiko, dass man für das gezahlte Geld auch gar nichts bekommt oder aber das Konto nicht belastet wird, wenn das Projekt nicht in Fertigung geht. so wie hier. In diesem Fall lasse ndie Unterstützenden noch auf sich warten. 

Es ist nicht der erste Versuch über das Pedelec die Form eines Autos zu stülpen und das Radfahren wetterfest zu machen und für Transporte von Passagieren oder Gepäck zu ertüchtigen. Auch wenn man solche Räder derzeit noch nicht auf unseren Straßen sieht, glaube ich, dass sie ein Aspekt des Radfahrens in der Zukunft darstellen: Geschlossen, wetterfest, stabil, ohne Zulassung und Führerschein zu fahren, also auch etwas für ältere Menschen, die unabhängig vom Auto mobil bleiben wollen. 

Bei Regen und Schnee auch für alle praktisch, die Wetter nicht mögen, weil man nicht nass wird und auch nicht auf glatter Fahrbahn stürzt. Praktisch auch, weil das Teil Blinker hat. 


30. Januar 2026

Das ist doch echt Mist, so etwas!

Am vergangene Dienstag standen an der Platanenallee im Schlossgarten an mehreren Stellen diese Verkehrszeichen in beide Richtungen.  

Wahrscheinlich stehen stehen sie immer noch da. Auch einem anderen Radfahrer sind sie gestern übel aufgefallen. Sie stehen rechts neben dem Weg, wo Verkehrszeichen stehen, die gelten, und zwar immer und unbedingt. Die beiden Schilder sagen außerdem Widersprüchliches. Sie sagen uns zunächst, dass wir zehn Meter auf einem Gehweg sind und danach auf einem Radweg. Fußgänger:innen dürfen nicht auf Radwegen gehen. Radfahrende müssen auf Gehwegen schieben. Da weder Radfahrende noch Fußgänger:innen diese Anordnungen befolgen können, gehen und fahren alle ohne Zögern weiter. Die meisten wundern sich nicht einmal. Wenn sie diese Schilder überhaupt wahrnehmen, dann denken sie: Das kann ja nicht stimmen. Und sie missachten damit notgedrungen gültige Verkehrszeichen. So was ist richtig Mist! 

28. Januar 2026

Kurze Verbindung über den Neckar ist offen

Mit dem Fahrrad kann man zwischen Seilerwasen auf der einen Neckarseite und Rosensteinpark auf der anderen jetzt wieder eine kurze Brückenquerung nutzen. Die Strecke ist seit ein paar Tagen offen. 

Bis vor zehn Jahren gab es hier die Holzbrücke und die Elefantenstege, die aber für Radfahrende immer verboten waren, jedoch viel genutzt wurden. Den unter die neue Bahnbrücke gehängten Steg gibt es schon länger. Die Brücke über die Neckartalstraße ist mittlerweile auch gebaut und nun als Fußweg mit Rad frei ausgeschildert. Immerhin eine Verbesserung, auch wenn wir natürlich immer schneller als mit Schrittgeschwindigkeit radeln und damit immer noch gegen die StVO verstoßen. Geschlossen war die Brücke über die Neckartalstraße so lange, weil die höheren Geländer fehlten, die für den Radverkehr nötig sind. Jetzt sind sie da. 

26. Januar 2026

Immer noch keine Schneeketten fürs Fahrrad

Immer wenn Schnee liegt, nehmen die Zugriffszahlen auf meinen Artikel von 2017 zu, der mit Schneeketten fürs Fahrrad überschrieben ist. 

Damals habe ich danach gesucht, wie man Fahrradreifen für ein paar Schneetage ausrüsten kann, wenn man sich keine Spike-Reifen aufziehen lassen will, mit denen man dann die meiste Zeit im Winter auf Asphalt herumnagelt. Seitdem hat sich eigentlich nichts getan. Es gibt keine Schneeketten für Fahrräder im Handel zu kaufen, wenngleich es vielversprechende Erfindungen gegeben hat. Das Angebot von Slipnot bleibt für mich undurchsichtig. Die üblichen Onlinehändler bieten inzwischen Kabelbinder-Varianten für schmalere Reifen an, die teils mit Spikes versehen sind (etwa auch bei eBay). Und der Tipp, Kabelbinder zwischen den Speichen um die Reifen zu ziehen, existiert weiterhin. Der Vorteil, man bekommt vielleicht im Schnee und sogar auf Eis Gripp, allerdings nicht durchgehend, sondern eben nur alle paar Reifenzentimeter. Und man kann sie eben  nur verwenden, wenn man keine Felgenbremse, sondern Bremsscheiben hat. Das anbringen und dann wieder abmachen, dauert zudem einige Zeit. Das macht man nicht in einer Minute vor und nach der Fahrt. 

Eigentlich schade, dass die Industrie nichts entwickelt. Allerdings erkenne auch ich, dass es nicht so einfach ist, für die unendlich vielen Varianten von Fahrradreifen eine Kette zu entwickeln, die man aufziehen kann und die dann auch noch unter die teils knapp bemessenen Schutzbleche passt. Die Winterradler von Oulu am Polarkreis fahren übrigens mit Spike-Reifen. Aber da liegt der Schnee ja auch Wochen  bis Monate lang. Einen Überblick über Spike-Reifen gibt es auf Fahrrad.de 




24. Januar 2026

Morgen Podiumsdiskussion im Merlin über Fahrradstadt Stuttgart

Der Zweirat lädt zu einer Bilanz über den Fortschritt des Ausbaus des Radverkehrs in Stuttgart. Der Zweirat hat einst Unterschriften für einen Radentscheid gesammelt. Daraus ist 2019 der Gemeinderatsbeschluss hervorgegangen, dass Stuttgart zur Fahrradstadt werden soll.

In den beinahe sieben Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich durchaus was getan in Stuttgart, nicht nur an vielen Ecken, sondern auch an langen Strecken wie der Böblinger Straße zwischen Heslach und Vaihingen. Fünf Fahrradstraßen sind angelegt worden. Eine Zählung der Stadt (die ich nicht nachvollziehen kann) ergab, dass der Radverkehr aber nur von 8 auf 9 Prozent angestiegen ist. Zahlen von 2023 lagen bei 14 Prozent. Ziel ist aber 20 bis 25 Prozent Radverkehrsanteil am Modal Split in Stuttgart, und davon sind wir durchaus noch ein ganzes Stück entfernt. Wobei in der Innenstadt sehr viel mehr geradelt wird als in den Außenbezierken, auch und gerade jetzt im Winter. Wir, die wir viel Rad fahren, können uns denken warum nicht so viele Menschen aufs Rad steigen, die es gerne würden, aber sich nicht trauen: Die Radwege und Radstreifen sind nicht durchgängig angelegt, sie hören viel zu oft auf, wo es schwierig wird. Und das macht vor allem unerfahrenen Radler:innen Angst und hält sie davon ab, das Fahrrad selbstverständlich als Alltagsverkehrsmittel zu nutzen. 

Im Merlin soll morgen, am Sonntag, dem 25. Januar um 15:30 Uhr darüber diskutiert werden, warum das alles nicht schneller geht und wie es schneller gehen könnte. Mit dabei ist unter anderen der scheidende Verkehrsminister Hermann, der sich durchaus unermüdlich für mehr Radverkehrsanlagen eingesetzt hat, aber immer wieder auch an dem politischen Unwillen der Städte (auch Stuttgarts) gescheitert ist. Der Eintritt ist frei. 


22. Januar 2026

Höhere Pendlerpauschale auch für Radfahrende

Die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Pendlerpauschale kommt auch Radpendler:innen zugute. Allerdings kann man sie erst bei der Steuererklärung für 2026 geltend machen. 

Es ist letztlich völlig egal, ob man mit dem Fahrrad, mit Öffentlichen oder mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Haus fährt, man bekommt 38 Cent ab dem ersten Kilometer steuerlich gut geschrieben. Bisher gab es für die ersten 20 Kilometer weniger. Arbeitnehmer:innen müssen dafür allerdings schon rund 3.300 km im Jahr fahren (egal womit), um über die Werbungskostenpauschale von 1230 Euro für 2026 zu kommen, die vom Finanzamt sowieso auf die Steuern angerechnet wird. Das entspräche, grob gerechnet, bei einer fünf-Tage-Woche mit 220 Arbeitstagen vor Ort (kein Home-Office) im Jahr einer Arbeitsweg-Strecke von 15 km hin und zurück. Kann man weitere Ausgaben als Werbungskosten angeben (Computer, Arbeitszimmer, Fortbildungen, Fachbücher etc.), dann fällt die Pendlerpauschale durchaus ins Gewicht, auch wenn die tägliche Radelstrecke gar nicht so lang ist.