20. August 2018

Richtig mit Scheibenbremsen umgehen

Scheibenbremsen sind bei Pedelecs fast üblich, wenn auch nicht immer vorteilhaft. Vor allem, wer täglich lange Strecken den Berg runterbremst, muss die Bremsen meist mindestens einmal jährlich erneuern.

Scheibenremsen bremsen zwar zackig, das ist aber eigentlich nicht nötig, weil dann das Hinterrad ausbricht. Gute moderne Felgenbremsen würden eigentlich reichen. Sie machen auch in der Wartung und beim Dauerbremsen weniger Probleme.
Jetzt haben wir aber nun mal das Pedelec mit Scheibenbremsen gekauft. Deshalb habe ich hier eine Seite gefunden, die Tipps gibt.
  • 1. Richtig bremsen. Man braucht nicht viel Kraft für eine große Wirkung. Es reichen zwei Finger am Bremshebel und ein kurzes Antippen. Der Vorteil, der Großteil von Hand und Fingern umfassen den Lenkergriff und können bei einer harschen Bremsaktion den Lenker besser halten.

18. August 2018

Ampeln und freigegebene Gehwege

Ich überlege mal ganz generell: Muss man eigentlich auf der anderen Seite einer Radler-/Fußgängerampel ein Rad-frei-Schild auf den Gehweg sehen oder nicht?

Darf man als Radler davon ausgehen, dass Gehwege, auf die man über die Ampelfurt zufährt, grundsätzlich für Radfahrer freigegeben sind? Oder muss man davon ausgehen, dass sie es nicht sind? Ich habe dazu in der StVO nichts gefunden. Aber vielleicht habe ich nur falsch gesucht. In den meisten Fällen steht das Radfreischild irgendwo auf dem Gehweg herum. In manchen aber nicht. Nach meiner Einschätzung muss ein Schild an jeder Bordkante stehen, die ein Radfahrer anfährt, wenn der Gehweg für Radfahrer freigegeben ist. Beispielsweise in Degerloch fehlt es.

16. August 2018

Schrecksekunden

Manchmal landet man mit dem Fahrrad irgendwo an und denkt: Hui! Dieser Abbiegepfeil in der Herzogstraße beim Finanzamt ist so eine Stelle.

Die Stadt bietet Radlern die Möglichkeit, auf den freigegebenen Gehweg beim Finanzamt Richtung Rotebühlzentrum abzubiegen. Das ist löblich und schön. Dann steht man aber hier mitten auf der Straße und kann nicht recht sehen, ob jetzt gleich einer vom Rotebühlplatz her in die Herzogstraße einbiegt. Wenn einer einbiegt kommt er in einer Grünphase und deshalb schnell, weil er das Grün noch erwischen will. Und schleudern dann schleudert er um die flache Kurve auf mich zu.

14. August 2018

Monster der Großstadt

Radfahrende sind das am wenigsten verstandene Element im Straßenverkehr. 

Letzten Sommer habe ich zugeschaut, wie ein Vater sein Kind fotografieren wolle, das auf der anderen Seite eines recht viel von Radlern befahrenen Wegs stand. Ein Radler kam heran, die Augen auf das Kind gerichtet, die Hand an der Bremse. Der Vater pfiff seinem Jungen, um dessen Aufmerksamkeit zu erregen, und der Junge rannte augenblicklich los, genau vor das Rad. Der Radler bremste und hielt. Dem Kind ist nichts geschehen. Ich habe mich gefragt, was sich der Vater eigentlich dabei gedacht hat. Und ich habe mich gefragt, was ein Unbeteiligter dachte, als er die Notbremsung des Radlers und das Kind sah: Ist doch gemeingefährlich, was der Radfahrer da macht.

12. August 2018

Zu weit rechts radeln ist gefährlich

Linksabbiegen ist gefährlich für Radfahrende, wenn sie dabei zu weit am rechten Fahrbahnrand bleiben. 

Über diese Gefahr in Kreisverkehren habe ich oft geschrieben. Dasselbe gilt für nach links abknickende Vorfahrten. Theoretisch muss ein Autofahrer blinken, wenn er der abknickenden Vorfahrt folgt (machen aber die wenigsten). Genauso muss ein Radfahrer den Arm nach links rausstrecken, wenn er der Vorfahrtsstraße folgen will. Dann hat er Vorrang gegenüber einen Autofahrer, der die Vorfahrtsstraße geradeaus verlassen will. Diesen Vorrang würde ich als Radfahrerin aber nicht versuchen durchzusetzen. Denn das Auto ist stärker. Kommt es hier zu einem Unfall, trifft den Autofahrer die ganze Schuld. (OLG Oldenburg v. 03.12.1992OLG Oldenburg v. 14.01.1999)

10. August 2018

Nicht so viel Angst vor Diebstahl haben

Mit dem alten Göppel zum Bahnhof, das teure Fahrrad mal am Wochenende ausführen und dabei nie aus den Augen lassen. Aus Angst vor Diebstahl. Das muss nicht sein. 

Je mehr Stuttgart zu einer Fahrradstadt wird, desto mehr dürften auch Diebstähle zunehmen. Aber aus Angst vor Diebstahl nie das teure Fahrrad fahren und es nirgendwo an einem Radbügel stehen lassen, das ist nicht die Lösung. Billige und leichte Kabelschlösser sind auch keine. Bügel-, Falt- oder Kabelschlösser müssen schwer sein, damit sie Dieben halbwegs standhalten. Es gibt inzwischen auch leichtere, aber beispielweise Texlock konnte sein Versprechen nicht halten.

Der beste Tipp, finde ich, ist: Im Zweifelsfall zwei Schlösser benutzen, eines mit Zahlen, das andere mit Schlüssel, eines als Bügelschloss, das andere als Kabel, oder ein Felgenschloss mit Schlüssel und ein gutes Kabelschloss mit Zahlencode. Denn Diebe sind meist auf eine Schlossart spezialisiert. Ein zweites Schloss kostet sie dann zu viel Zeit. Und natürlich: das Fahrrad irgendwo anschließen.

8. August 2018

Wer muss ausweichen, wenn der Platz nicht reicht?

Wir kennen das: Wir dürfen eine Einbahnstraße in Gegenreichtung radeln, aber links und rechts parken Autos und jetzt kommt mir ein überbreiter SUV entgegen. Wer hat Vorrang? 

Klar ist, dass ich es mit meinem Fahrrad nicht auf eine Konfrontation ankommen lasse. Ich ziehe den Kürzeren, wenn mich nur der Außenspiegel des Autos berührt. Also halte ich an und lass das Auto durch. Übrigens auch deshalb, weil ich annehme, dass ein Autofahrer, der auf seiner Einbahnstraße unterwegs ist, davon ausgehen darf, dass ich sozusagen gerade mal noch so zugelassen bin und darum Platz machen sollte. Die StVO kennt keine spezielle Vorschrift für diesen Fall, hat die Zeit recherchiert.

6. August 2018

Der Helm schützt bei den meisten Fahrradunfällen nicht

Ich fahre mit Helm. Allerdings schützt er nur bei Kopfverletzungen, die den geringsten Teil aller Verletzungen bei Unfällen mit dem Fahrrad ausmachen. Hier mal die Statistik eines Rettungsassistenten. 

Die Presse konzentriert sich gern auf die Frage, ob ein Unfallopfer einen Helm trug oder nicht. Das hat auf Twitter MTB-Hardtrailer dazu veranlasst, folgendes zu kommentieren. "Wenn ich lese, dass Personen eine Helmpflicht für Fahrradfahrer fordern mit der Begründung, es gibt zu viele Kopfverletzungen, dann haben sie die Infos sicher nur aus der Tageszeitung. Ich habe jetzt mal zwei Monate überschlagen, welche Verletzungen ich als Rettungsassistent bei Radfahrenden versorgen musste."  Wobei eine Person auch mehrer Verletzungen haben kann. Bei insgesamt 28 Einsätzen ging es um:

4. August 2018

Wien unterbindet Elterntaxis

Wiener Schulen wehren sich gegen Elterntaxis. Im Herbst wird die Straße vor der Volksschule Vereinsgasse in der Leopoldstadt für Autos gesperrt. Nur Fahrräder können dann noch durch.

Im Versuchsstadium soll es diesem Bericht zufolge für einige Monate eine Sperre und Kontrollen in der Zeit geben, wo die Schule anfängt. Niemand kann dann die Kinder mehr bis vors Schultor fahren. Was allerdings dann an der Sperre losgeht, möchte ich mir nicht vorstellen. Schließlich ist es ja egal, wo die Eltern halten, ihre Kinder aus dem Auto lassen, rangieren und wenden. Gefährlich wird das immer für die Kinder, die dort schon auf der Staße sind. Aber vielleicht hat Wien auch dafür ein Konzept. Die Bunte Schule in der Schulgasse will Elterntaxis ganz aussperren und anstelle der Straße einen Rasen vor der Schule, der sie mit einem Park verbindet.

2. August 2018

Der fatale Mythos einer Gleichberechtigung auf den Straßen

Alle Verkehrsteilnehmer müssen einander mit Respekt begegnen und den Raum zugestehen, den sie brauchen. Einfach gesagt, aber zwischen Radfahrenden und Autofahrenden eine Illusion.

Wie gleichberechtigt sind eigentlich Radfahrende und Autofahrende unterwegs, fragt The Converssation in einem Artikel über Australien. Gleichberechtigung auf der Straße ist ein fataler Mythos. Das Auto dominiert. "Die meisten Radfahrer müssen nicht daran erinnert werden, ein zwei Tonnen schweres Fahrzeug, das mit Tempo 80 nur wenige Zentimeter vom Ellbogen entfernt vorbeifährt, mit großem Respekt zu behandeln." Radfahrer haben nicht die Macht, den Platz, den ein Autofahrer beansprucht, nicht zu respektieren. Autofahrer umgekehrt aber sehr wohl. Wir Radler haben keinen Blechpanzer um uns herum, wir bewegen keine zwei Tonnen Überbreite, sondern vielleicht hundert Kilo ohne jeglichen Schutz für Haut und Knochen. Wir sind ohnmächtig. Wir haben de facto nicht die gleichen Rechte wie Autofahrer, denn wir können sie nicht durchsetzen. Es herrscht ein deutliches Machtgefälle.

Unsere Sicherheit liegt nicht  in unseren Händen, sondern weitgehend in den Händen der Autofahrer.

31. Juli 2018

Hunde auf Rad-/Gehwegen

Wie ist das eigentlich? Müssen Hundehalter ihren Hund auf gemeinsamen Geh- und Radwegen angeleint führen? Die Frage tauchte unlängst im Radforum auf.

Ja, würde man spontan sagen. Aber in Stuttgart gilt zunächst erst mal kein genereller Leinenzwang für Hunde. Es  dürfen aber nur Hunde ohne Leine laufen gelassen werden, wenn sie aufs Wort gehorchen (und wenn jemand dabei ist, dem sie gehorchen). Andererseits müssen Hunde auch wieder fast überall an der Leine geführt werden. In der Polizeiverordnung der Stadt Stuttgart heißt es:
An der kurzen Leine (1,5 Meter) laufen müssen Hunde in öffentlichen Anlagen, in Fußgängerzonen, in Fußgängerunterführungen und auf allen unterirdischen Verkehrsflächen, an Haltestellen, an Zu- und Abgängen zu Stationen des öffentlichen Verkehrs und auf dem Neckardamm. Und in Menschenansammlungen. Auch in Naturschutzgebieten müssen Hunde an der Leine bleiben.

29. Juli 2018

Handynutzung beim Radfahren - Umfrage

Und noch eine Umfrage: Das Institut für empirische Soziologie in Nürnberg möchte wissen, wie wir beim Radfahren mit unseren Handys umgehen.

Hier der Link zur Umfrage.

Das Institut erklärt, es gehe darum "Rückschlüsse auf eine weitere Verbesserung der Sicherheit von Radfahrenden" zu ziehen. Ich kann mir aber nicht denken, welche? Sollte  nämlich herauskommen, dass einige während des Radelns telefonieren (und seien es nur ein bis zwei Prozent), dann wird das erneut zur Skandalisierung von Radfahrenden verwendet werden. Ich sehe durchaus hin und wieder Radler mit dem Telefon am Ohr. Das sind gefühlt ein oder zwei von  200. Kein Vergleich mit den Autofahrenden, die ich mit Handy am Ohr sehe, oder gar mit Fußgängern, von denen wirklich sehr viele das Telefon am Ohr oder vor der Nase haben, auch während sie über die Straße gehen.

28. Juli 2018

Hurra - die Tübinger ist reine Fahrradstraße! - Och nö: Fake


Gestern war fahrradpolitische Besichtigung des Abschnitts der Tübinger Straße, die für den Umleitungsverkehr während der Baustelle am Österreichischen Platz entwidmet wurde. 

Mit dabei Radfahrende des ADFC, der Naturfreunde, aus der Bürgerschaft und ich.

Wir konnten es nicht verheben, dass wir uns über das Schild amüsierten, das den Abschnitt zur reinen Fahrradstraße macht, auf dem keinerlei Autos fahren dürfen. Die Fahrradstraße ab Fangesbachstraße zur Feinstraße ist für Autos nicht freigegeben. Sie fahren trotzdem, sie sollen ja auch. Das ist die Autoumleitung.

26. Juli 2018

Baustellenumleitung Tübinger Straße ist eingerichtet

Aus der städtischen Information über den Umbau von 200 Metern Tübinger Straße, die Fahrradstraße ist, in eine Autostraße wird dargestellt, dass die Sperre an der Feinstraße wegkommt, dort aber nur nach rechts abgebogen werden darf. 

Das stimmt allerdings nicht. Autos dürfen auch geradeaus fahren. Das bedeutet, dass hier auch der Zulieferverkehr mit Lastwagen zum Gerber durchfährt. Diese jetzt markierte Führung mit Geradeausfahrten für alle ist so im UTA gegen die Stimme von Grünen, SÖS,Linke und Stadtist beschlossen worden.
Morgen, Freitagnachmittag, um 15:30 Uhr trrefen wir (ADFC, Interessierte und ich) uns an der Ecke Silberburgstraße sein und die Lage anschauen und besprechen. Jeder kann dazu kommen. 

25. Juli 2018

Das ist unsere Hauptradroute 1 - eine Analyse

Die Hauptradroute ist die erste, die in Stuttgart fertig wurde. Sie hieß ganz am Anfang Tallängsweg, weil sie von Vaihingen-Rohr längs durch den Stuttgarter Kessel nach Cannstatt und dann bis Fellbach führt. 

Sie ist allerdings kein durchgehender Radweg, sondern eine ziemlich gemischte Strecke. Die Route ist knapp 18 km lang. Alle, die sie ganz oder in Teilabschnitten radeln, wissen, dass sie etliche Stellen hat, die einer Hauptradroute nicht würdig sind. Es gibt nicht nur Engstellen und seltsame Führungen durch Fußgängerbereiche oder über Spielstraßen, wo man eigentlich Schrittgeschwindigkeit fahren müsste, wir werden auch über zu schmale so genannte Sicherheitsstreifen oder über Gehwege und durch reichlich Autoverkehr geführt.

23. Juli 2018

Fahrradpolitische Tour durch Wangen nach Hedelfingen

Der ADFC hat eingeladen zur Besichtigung der Hauptradroute 2, die wegen politischer Differenzen im Gemeinderat auf Eis liegt. 

Es kamen nicht nur Bürgermeister Pätzold, sondern außer mir auch die Stadträt/innen Bulle-Schmid, Körner und Schertlen.
Übrigens fuhren nur drei Frauen unter einem guten Dutzend Männern mit. Die meisten saßen auf Pedelecs, Normalräder waren es vielleicht vier. Für die Normalradfahrenden waren die Steigungen auf der Alterntivstrecke deutlich spürbar. SPD und CDU wollen abwarten, was die Verwaltung im Herbst vorstellt. Der Stadtist ist strikt gegen Radstreifen auf der Hauptstraße,  die Vertreterin der FDP ist für die Route entlang der Ulmer- und Hedelfinger Str., weil sie viel radelt und die flache, schnelle Strecke richtig gut findet. Aber es ist nicht sicher, ob sie ihre Fraktion überzeugen wird. Ich bin immer noch für Radstreifen auf Hauptstraßen (dann hängen auch die Autos nicht hinter mir, wenn ich da fahre) und finde, dass die Alternativstrecke über die Nätherstraße als Ausflugsstrecke taugt, aber nicht als Hauptradroute. Ich meine auch, dass die Anwohner/innen in dem sehr schmalen Gässchen zwischen Buchauer und Zinkbrunnestraße sich nicht freuen werden, wenn hier Radler in Massen fahren. Radpendler werden oft als "rasende Radler" empfunden.

22. Juli 2018

Die Ampel ist weg

Sehr schön. Jetzt ist der Radstreifen auf der Tübinger Straße Richtung Marienplatz hindernisfrei. 

Die Ampel seht seit Freitagabend hinter dem Geländer der Dinkelackergastronomie. Sie ist derzeit so gedreht, dass Radfahrende kein Rotsignal sehen würden, wenn sie in Betrieb genommen wird. Womöglich ist auch das noch nicht der endgültige Platz. Aber das böse Hindernis mitten auf dem neuen Radstreifen ist weg. Vielen Dank an die Ämter, die unseren vielfachen Protest gehört haben. Vielen Dank an alle, die geschrieben haben.

21. Juli 2018

Der Radweg Holzstraße wird vor Autos geschützt

Es tut sich was auf dem Radweg Holzstraße. Autos sollen nicht mehr auf dem Rad- und Fußgängerbereich fahren können. 

Kurz nach der fahrradpolitischen Tour am Freitag, dem 13., hat die Stadt die Fahrradständer nach vorn gestellt, an den Radweg heran. Wenige Tage später kam eine zweite Reihe auf der Fahrbahnseite. So soll unterbunden werden, dass Autofahrer über den Radweg diese Plätze anfahren, die längst keine Parkplätze mehr sind, aber vor allem an Samstagen gern genutzt werden. Und das bedeutet immer, dass Autos über den Radweg fahren.  Poller sollen das künftig verhindern.