15. Mai 2026

So haben wir aber nicht gewettet

Im Schlossgarten ist der Grillplatz mit angrenzender Picknickfläche zu beiden Seiten des gemeinsamen Rad- und Fußwegs fertiggestellt. Eine schöne Aufenthaltsfläche. 

Allerdings haben wir uns das nicht nicht so vorgestellt, dass nun sofort Leute mit ihrem Auto hinfahren, völlig regelwidrig und verbotenerweise über einen Rad- und Gehweg, und am Grillplatz parken. Diese beiden Autos habe ich am Dienstag, dem 12. Mai um 19 Uhr dort stehen sehen. 

Wir sind es ja gewohnt, dass etliche Fahrer solcher großer, dicker und aggressiv gestalteter Autos keinen Respekt von Radwegen und Gehwegen haben und die gesamte Stadtfläche als Fahrwege und Parkplatz missverstehen, aber dass die jetzt auch so schnell den Weg mitten in den Schlossgarten gefunden haben, finde ich schon erschreckend. Sie sind dabei einige hundert Meter über einen gemeinsamen Geh- und Radweg gefahren, und das obgleich Autos niemals weder auf einem Radweg noch auf einem Gehweg gefahren oder geparkt werden dürfen. 

Ich hoffe, das reißt nicht ein, und wenn doch, dass die Polizei hier abends und am Wochenende rigoros kontrolliert und Bußen verhängt. Es reicht schon, dass immer wieder Autos von Landtagsabgeordneten illegal auf dem Rad- und Gehweg an der Oper stehen, ohne dass dem wirklich Einhalt geboten wird (obgleich es einen Parkplatz und eine Tiefgarage gibt). Der Schlossgarten muss nicht auch noch voller Autos stehen. Das zeigt eindrucksvoll auch dieses Video von Blogleserin Annette, das sie am Tag der Wahl des neuen Ministerpräsidenten aufgenommen hat. Es ist im Bereich des Rad- und Fußwegs alles in ungeheuerlichem Ausmaß zugeparkt. Und das geht halt auch nicht. 

13. Mai 2026

Wenn sich Rad- und Fußweg kreuzen

In Wangen im Allgäu kreuzen sich in der Grünanlage ein ausgeschildeter Radweg und ein ausgeschildeter Gehweg. Ich frage mich, wer Vorrang hat, wenn Radfahrer und Fußgängerin gleichzeitig an der Kreuzung ankommen. 

Muss die Fußgängerin warten oder der Radler? Beachten wir als Radfahrende Paragraf 1 der StVO, der Rücksichtnahme und Vorsicht verlangt, dann dürfte es nicht zu Zusammenstößen zwischen Menschen zu Fuß und Menschen auf Fahrrädern kommen. Denn alle würden aufeinander achten, ins besondere wir Radfahrende auf den Fußverkehr. Anderseits: Blöde Dinge passieren. Ein Fußgänger guckt nicht, eine Radlerin sieht ihn bei Regen nicht rechtzeitig, ein Kind rennt einer Gruppe von Spazierengehenden voraus und plötzlich über den Radweg. Eigentlich passiert immer alles, was passieren kann. Und dann stellt sich die Frage: Wer hätte hier jetzt eigentlich Vorfahrt oder Vorrang gehabt? Wer haftet? 

11. Mai 2026

Umfrage der Stadt Stuttgart zum Radverkehr

Die Stadt Stuttgart hat vor einiger Zeit ihre Bürger:innen befragt, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Wobei es nicht ums Autofahren, sondern ums Radfahren und zu Fuß gehen ging. 

Der Blick auf die  Umfrageergebnisse ist interessant. Demnach gehen 71 Prozent hauptsächlich, also fast täglich zu Fuß, 85 Prozent derer, die teilgenommen haben, fahren Fahrrad (einschließlich Pedelec), 46 Prozent nutzen den ÖPNV und 17 Prozent hauptsächlich das Auto, 12 Prozent kombinieren die Verkehrsarten. 

Da das keine repräsentative Umfrage ist, spiegelt das nicht die Mobilitätsrealität in Stuttgart wider. Den Fragen, die folgen (und die man sich auf der Seite anschauen kann), merkt man allerdings an, dass jemand den Fragebogen gemacht hat, der oder die schon sehr genau die Knackpunkte kennt: zu lange Wartezeiten an Ampeln, Unsicherheit auf Radwegen, lückenhafte Radinfrastruktur. Den Ergebnissen zufolge nutzen 81 Prozent das Fahrrad in der Freizeit und 78 Prozent fahren damit zum Einkaufen. 61 Prozent fahren zur Arbeit mit dem Fahrrad. 

9. Mai 2026

Fahrräder kreuzweise parken?

Das Europaviertel wird in Bahnhofs- und Banknähe vom motorisierten Verkehr beherrscht. Autos schieben sich durch die Straße Am Hauptbahnhof und blockieren sich gegenseitig und damit auch den Radverkehr. Motorräder parken die Fußgängerfläche voll. 

Fürs Fahrrad gibt es hier so gut wie keinen Platz 

Besonders originell sind die Radabstellanlagen im Karoline-Kaulla-Weg auf der Ostseite der LBBW. Hier hat man - wer auch immer - mal schnell Felgenkiller-Einheiten hingeworfen, und das sehr platzsparend,  nämlich im rechten Winkel zueinander. Die Leute, die sie platziert haben, haben vermutlich noch niemals ein Fahrrad gesehen und wissen nicht, dass die länger sind als breit. Oder sie haben sich  über uns lustig gemacht. 

7. Mai 2026

Sonntagsfahrer auf der für Autos gesperrten Hofener Straße

Die meisten Sonntagsfahrer:innen sitzen auf dem Fahrrad und genießen es, dass die Hofener Straße am Neckar seit dem 1. Mai wieder an Sonn- und Feiertagen für den Auto- und Motorradverkehr gesperrt ist. 

Die meisten haben auch kapiert, dass an diesen Tagen der Gehweg verboten und alleine den vielen Spaziergänger:innen und Jogger:innen vorbehalten ist. 

Leider aber wollen es viele Autofahrende weder kapieren noch akzeptieren, dass sie an den Sperren und Verbotsschildern nicht vorbei fahren dürfen. Am vergangenen Sonntag kamen sie, als ich da radelte, in verblüffenden Massen von beiden Seiten, überholten  teils knapp, schüchterten Radfahrende mit ihren Kindern ein, versuchten trotz Rad-Gegenverkehrs zu überholen und wollten überhaupt nicht einsehen, dass man hier Sonntags nicht Auto fährt (außer den Winzern und Anwohnenden). 

5. Mai 2026

Stuttgart fragt uns Radler:innen um Rat

Stuttgart hat am vergangenen Donnerstag die Auftaktveranstaltung für eine umfangreiche Bügerbeteiligung an einem erweiterten Radverkehrskonzept abgehalten. 

Das Radverkehrskonzept von 2009 soll fortgeschrieben und den modernen Gegebenheiten und Standards angepasst werden. Der  Findungsprozess wird begleitet von den Büros DialogWerke, PTV Transport Consult  und Mobycon, die auf mich einen kompetenten Eindruck gemacht haben und reichlich Erfahrung mitbtingen, sich allerdings im Stuttgarter Radverkehr nicht auskennen und jetzt erst einmal fleißige radeln müssen. Zudem präsentierten sich bei der Veranstaltung - wie so oft im Verkehrsplanungsbereich - ausschließlich Männer. Es ist aber wichtig, dass die Mobilität von Frauen und deren Bedürfnisse ebenfalls in den Blick genommen wird, vor allem die Erwartungen derer, die gerne im Alltag Rad fahren würden, sich aber nicht trauen, weil sie (von ihren Autos aus) keine Radwege sehen und den Autoverkehr gefährlich und zu stressig finden. Auf die kommt es mit an, wenn wir das Potenzial von 40 bis 60 Prozent derer ausschöpfen wollen, die wegen fehlender bequemer, durchgängiger und sicherer Radwege bislang nicht radeln. Es ist zu befürchten, dass auch das Beteiligungsportal mehr Männer als Frauen erreicht. 

Bis 5. Juni sind wir gefragt, die wir Rad fahren, egal, ob viel oder wenig oder vielleicht auch kaum. Vielleicht haben wir auch eine Wunschstrecke, die wir gern radeln würden. 

3. Mai 2026

Velo Queens' Kessel Ride statt Fancy Women Bike Ride

Den von Istambuler Frauen initiierten internationalen Fancy Women Bike Ride gibt es nicht mehr. Drei Mal haben wir in Stuttgart mitgemacht und Spaß gehabt. 

Aber jetzt gibt es neu in Stuttgart den Velo Queens' Kessel Ride am 14. Juni 2026.

Die Initiative kommt aus der offenen ADFC-Frauenradgruppe "Keine fährt alleine", zu der ich auch gehöre. Wir organisieren die Ausfahrt  für Frauen* und bereiten sie vor. Als Schirmherrin hat die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Simone Fischer zugesagt. 

Start ist am Sonntag, dem l4. Juni um 15 Uhr am Marienplatz bei jedem Wetter. 

Die Rundtour durch den Kessel meidet steile Steigungen und endet auch wieder am Marienplatz. Die Frauenraddemeo ist inklusiv. Alle können mit. Herzlich eingeladen sind alle Frauen, aber auch Kinder, Männer und Diverse, jedoch fahren nicht sie, sondern wir Frauen vorn. Die Ausfahrt ist bunt und politisch. Personen und Räder können aufgebrezelt werden, müssen es aber nicht. Wir zeigen, dass wir da sind.