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18. Juni 2026

Seltener Respekt vor Geh- und Radweg

An den Gleisen beim Leuze wurde Anfang Juni gearbeitet. Die zuständigen Firmen haben ihre Autos dabei vorbildlich abgestellt. Nicht auf dem Gehweg und nicht auf dem Radweg. 

Weder der Fußverkehr noch der Radverkehr wurde behindert. Gut. So viel Aufmerksamkeit für die Mobilität, die nicht im Auto stattfindet, sehen wir nicht häufig in Stuttgart. Deshalb lobe ich das hier, auch wenn das Auto Abstellen auf Grünstreifen auch nicht ideal ist. Ich verstehe den Stress von Bauarbeitern, aber der Weg zu den Asphaltflächen vor dem Leuze wäre jetzt auch nicht so weit gewesen. 


Weniger Feeling für den Radverkehr hatte im März das Schilder-Team auf der Theodor-Heuss-Straße. Obgleich es zwei Autofahrspuren gibt, stellte es Auto und Anhänger auf dem Radweg ab. Es war nicht zur Hauptverkehrszeit, sondern mittags. Ein Stau auf der Theo wäre nicht entstanden. Mir wurde unwirsch zugerufen, ich könne ja drum herum radeln. Allerdings geht es für mich einen Bordstein runter und danach muss ich den wieder hoch fahren. Nicht gut. Und auch nicht erlaubt. 

13. Mai 2026

Wenn sich Rad- und Fußweg kreuzen

In Wangen im Allgäu kreuzen sich in der Grünanlage ein ausgeschildeter Radweg und ein ausgeschildeter Gehweg. Ich frage mich, wer Vorrang hat, wenn Radfahrer und Fußgängerin gleichzeitig an der Kreuzung ankommen. 

Muss die Fußgängerin warten oder der Radler? Beachten wir als Radfahrende Paragraf 1 der StVO, der Rücksichtnahme und Vorsicht verlangt, dann dürfte es nicht zu Zusammenstößen zwischen Menschen zu Fuß und Menschen auf Fahrrädern kommen. Denn alle würden aufeinander achten, ins besondere wir Radfahrende auf den Fußverkehr. Anderseits: Blöde Dinge passieren. Ein Fußgänger guckt nicht, eine Radlerin sieht ihn bei Regen nicht rechtzeitig, ein Kind rennt einer Gruppe von Spazierengehenden voraus und plötzlich über den Radweg. Eigentlich passiert immer alles, was passieren kann. Und dann stellt sich die Frage: Wer hätte hier jetzt eigentlich Vorfahrt oder Vorrang gehabt? Wer haftet? 

15. März 2026

Radweg ohne Nutzungspflicht mit neuem Schild

Oberhausen hat ein neues Schild eingeführt, um Radfahrenden und vor allem Autofahrenden zu zeigen, dass der Radweg nicht benutzungspflichtig ist, man also auch auf der Straße radeln kann. 

Darüber berichtete der SWR. Grund ist, dass diese alten Radwege auf Gehwegen neben den Fußgängerbereichen und in der Dooringzone der Beifahrenden oft nicht gut sind, zu schmal, zu holprig und eben auch zu gefährlich. Deshalb steht an ihnen auch nicht mehr das blaue Radwegschild. Radfahrende dürfen auch die Fahrbahn benutzen. Das aber scheinen etliche Autofahrende nicht recht eingesehen zu haben, sie gingen davon aus, dass Radfahrende auf diese Gehwegflächen mit anderem Pflaster gehören. Es gab Streitereien. Manche Autofahrende meinen ja auch, Radfahrende würde Radwege nicht benutzen, sie wissen nicht, dass manche nicht benutzt werden müssen, weil sie schlecht und gefährlich sind. Das Verkehrszeichen soll die Verhältnisse erklären. 

Eine gute Idee, finde ich. Ein ähnliches Schild würde auch bei fürs Radfahren nur freigegebenen Gehwegen helfen, Autofahrenden klar zu machen, dass die keine Radwege sind und Radfahrende auf der Fahrbahn radeln dürfen. 

Das Foto stammt vom Service-Port der Stadt Oberhausen und wurde von Tom Thöne gemacht. Auf das Thema aufmerksam gemacht hat mich Blogleser Hans-Jürgen. 



6. November 2025

Radfahrstreifen Hohenstaufenstraße ist fertig

Nach etlichen Jahren Planung ist der Radfahrstreifen vom Marienplatz die Hohenstaufenstraße hoch fertig. 

Der Verkehr (Auto und Rad) fließt wieder in beide Richtungen. Jetzt radelt es sich hier bei angenehmerer Steigung als auf der Silberburgstraße vom Marienplatz direkt hoch Richtung Stuttgart-West auf einem Streifen, der gerade mal breit genug ist, damit wir uns nicht fürchten, wenn ein Bus von hinten kommt. Der Passierabstand des Busses ist zwar nicht unbedingt weiträumig, aber wir haben rechts keine geparkten Autos, was uns Raum gibt. 

Für diesen Radfahrstreifen sind viele Parkplätze bergauf weggefallen. Eine Gefahrenstelle ist hier noch die Ein- und Ausfahrt zur Brauerei, bei der Lkw den Radstreifen queren. Und an der Bushaltestelle ist der Streifen unterbrochen, und wir müssen gegebenenfalls anhalten. Dass Autofahrende auch hier Mühe haben, unseren Radfahrnstreifen zu respektieren, sieht auf dem Foto.  Die Strecke wurde vor der Baustelle viel beradelt, sie wird sicher jetzt wieder gut angenommen werden.  Ich finde die Hochfahrt angenehm, vor allem verglichen mit dem Zustand vorher. Ich habe keine geparkten Autos rechts neben mir und keine Autofahrer hinter mir, die sich nur ungern an mein Tempo anpassen wollen. 

Bergab endet der Radfahrstreifen nach der Möhringer Straße und wir rollen auf der Fahrbahn Richtung runter Marienplatz. Auf ihr sind Radzeichen aufgebracht, die allen zeigen, dass hier Radverkehr herrscht. Der Überholdruck bei den Autofahrenden ist bergab geringer, weil Fahrräder dann schneller fahren, aber es ist nicht auszuschließen, dass Einzelne überholen. 

25. September 2025

Die Kühle Spur - der Klimawandelradweg

Der Fahrradtourismus bringt Gemeinden richtig Geld ein. Deshalb kümmern man sich in Tourismusgegenden auch um attraktive Radwege. 

Sie sind gut ausgeschildert und praktikabel befahrbar. In Brandenburgt hat man sich jetzt bundesweit ins Gespräch gebracht. Man einen Radweg ausgewiesen, der den heißen Sommern angepasst sein soll. Er heißt die "Kühle Spur" und wurde bis Mitte August von etlichen Medien erwähnt. Eine geschickte touristische Werbung. Die kühle Spur ist dreißig Kilometer lang, der ganze Radrundweg 43 Kilometer. 

Entwickelt wurde sie vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Man wollte zeigen, wie Radwege künftig gestaltet sein sollten, um sich der Klimaerhitzung anzupassen. Wald ist dafür nützlich. Wo er nicht ist, müssen Bäume oder hohe Hecken gepflanzt werden, die Schatten spenden. Außerdem gibt es Trinkbrunnen und Bademöglichkeiten. Mit Drohnen und Wärmebildern ermittelten die Forschenden die Temperaturen in Wäldern, an Baumreihen und in Siedlungsflächen. Sie identifizierten Hot Spots und Cold Spots (kann man auf dieser Seite auf einem Bild sehen.) Der Radweg führt überwiegend entlang kühlerer Strecken. Dafür braucht man allerdings keine Drohnen mit Wärmebildkameras, das wissen die meisten Menschen auch so: Stadtstraßen heiß, Wald kühl, Schattenbäume besser als eine freie Fläche unter sengender Sonne. 

Wie der Radweg sich tatsächlich anfühlt, kann ich nicht beurteilen. Aber Bäume helfen immer, selbst, wenn sie einzeln stehen, die umgebende Luft abzukühlen. Man muss sie aber schnell pflanzen, denn es dauert Jahrzehnte, bis sie so groß sind, dass sie Schatten spenden. Was auch für unsere Städte und städtischen Radwege gilt. 

Der geförderte und forcierte Radtourismus ist allerdings janusköpfig. Denn in den meisten Fällen reisen die Leute nicht mit Rädern zu ihrem Urlaubsort an, sondern im besseren Fall mit dem Zug, meistens aber mit dem Auto. Die Seite "Lausitzer Seenland" empfiehlt direkt die Anreise zum Radweg mit dem  Pkw und bietet kostenlose Parkplätze an. Hm!


31. Juli 2025

An jeder Abbiegung droht Radfahrenden Gefahr

Das hat die Stuttgart Zeitung festgestellt und bezieht sich dabei auf den Abbiegezusammenstoß auf der auf der Kaltentaler Abfahrt. 

In Kaltental fuhr am Freitag, dem 30. Mai, eine Radfahrerin auf dem Radfahrnstreifen bergab in Richtung Engelboldstraße. Ein Autofahrer (oder eine Fahrerin) fuhr ebenfalls bergab. Er oder sie muss vorher an der Radfahrerin vorbei gefahren sein, hat aber - wie üblich - beim Abbiegen bereits völlig vergessen, dass es diesen Menschen auf dem Fahrrad gibt, bog ab und streife dabei die Radfahrerin, die stürzte und sich leicht verletzte. An ihrem Fahrrad entstand außerdem Schaden. Der Fahrer oder die Fahrerin kümmerte das nicht, er oder sie fuhr davon. Womöglich, ohne im rechten seitlichen Rückspiegel den Sturz der Radlerin überhaupt bemerkt zu haben. Manche Autofahrende wollen Radfahrende nicht sehen und sehen sie deshalb auch nicht. 

Mit beachtenswerter Nachdrücklichkeit kümmert sich die Stuttgarter Zeitung gerade um Belange und Themen des Radverkehrs. Und statt sich bei diesem Zusammensstoß mit der Frage zu beschäftigen, ob die Radlerin Warnweste oder Helm trug oder nicht, bemerkt die Autorin ganz richtig:  "Am Steuer eines Autos muss man auf einer einspurigen Straße kaum eine Gefahr befürchten, wenn man geradeaus fährt. Anders sieht es für Verkehrsteilnehmende aus, die keine schützende Karosserie um sich haben: Radfahrerinnen und Radfahrer. Immer wieder passiert es, dass sie beim Abbiegen von Autos (eigentlich Autofahrer:innen) angefahren werden, obwohl diese ihnen Vorrang gewähren müssten." 

24. Mai 2025

Farbe ist keine Infrastruktur? Anscheinend doch.

Rote Farbe auf Radspuren reduziert Konflikte zwischen Radfahrenden, Autofahrenden und Fußgänger:innen.  

Das hat die Uni Bochum festgestellt. In der Studie wurde untersucht, wie sich rote Farbe auf Radfurten an Ampelkreuzungen auf das Verhalten auswirkt. Es  wurden sieben auch von Radfahrenden stark befahrene Kreuzungen in Düsseldorf vor und nach der Rotfärbung der Radspuren betrachtet. An diesen Kreuzungen werden Radfahrende übrigens meistens auf ziemlich schmalen Radstreifen parallel zu den Fußgänger:innen über beampelte Furten geschickt. Luxuriös ist diese Radinfrastruktur nicht. 60 Stunden Videomaterial wurden ausgewertet. Außerdem befragte man vor der Rotfärbung 140 und danach 150 zufällig ausgewählte Radelnde. 

Ergebnis:

24. März 2025

Schöner neuer Radfahrstreifen mit ein paar kleinen Tücken

Der Radfahrstreifen vom Marienplatz die Hohenstaufenstraße rauf ist zur Hälfte fertig. Die Baustelle rückt immer weiter nach unten
. 

Weil Parkplätze erhalten bleiben sollen, wird ein Teil als sogenannter Schutzstreifen angelegt. Bergab gibt es keinen Streifen, sondern Fahrradzeichen auf der Fahrbahn, die allen zeigen sollen, dass hier Menschen auf Rädern unterwegs sind. Die Gehwege sind nämlich veboten. 

Hinter der derzeitigen Baustelle beginnt bergauf der neue Radfahrstreifen, der den Radverkehr vom Autoverkehr separiert. Radelt sich durchaus angenehm, auch deshalb, weil der Untergrund endlich glatt ist. Der Streifen dürfte 1,50 m breit sein und mit Sicherheits- und blauem Streifen 1,75 m. Pkw kommen gut an Radfahrenden vorbei, auch wenn die 1,50 m Sicherheitsabstand nicht in jedem Fall ganz eingehalten werden dürften, wenn der Mensch auf dem Rad in der Mitte des Radfahrstreifen fährt. 

19. Januar 2025

Wichtig: Umfrage zum Radfahrstreifen Kaltental

Der Radfahrstreifen in Kaltental wurde als Pop-up-Radweg schnell eingerichtet. Dafür fielen hundert Parkplätze weg. Bedingung war eine Evaluation nach zwei Jahren. 

Die Stadtverwaltung steht hinter den Radstreifen, die Lokalpolitik nicht einstimmig, die Anwohnenden, die Autos, Betriebe oder Werkstätten haben, sind vermutlich zu einem gewissen Teil dagegen. (Alle sind es nicht.) Wobei sich gezeigt hat, dass die Parkplätze am Straßenrand in dem Ausmaß, wie sie vorher bestanden, nicht nötig sind, weil es viele Stellplätze auf den privaten Grundstücken gibt. 

Die Stadt Stuttgart hat jetzt eine Umfrage gestartet, an der wir Radfahrenden teilnehmen sollten. Sie dauert bis zum 6. Februar: Also gleich machen! Die Umfrage ist anonym. 

16. November 2024

Eine Festung gegen den Radverkehr

Die Ausfahrt von der Wilhelmsbrücke in Cannstatt Richtung Altstadt ist seit einer Weile gesperrt. Zunächst waren hier nur Bodenmalereien zu sehen, inzwischen steht eine Sperre dort. Und die Rad- und Fußgängerampel ist außer Betrieb. 

Ich habe darüber schon einmal geschrieben und mich darüber mokiert, dass Radfahrende damit gezwungen werden, nach links oder rechts abzubiegen und zwar auf die Gehwege des Neckardamms, die fürs Radfahren nur freigegeben sind. Wo also Schrittgeschwindigkeit gilt, was niemand auf Dauer radeln kann, weshalb man immer in der Illegalität radelt. Radfahrende müssen da nicht radeln, sie können auch die Fahrbahn nehmen. Dieser Zugang zu Fahrbahn ist aber hier verwehrt. Das ist offenbar auch der Verkehrsbehörde bewusst geworden. 

10. November 2024

Nicht einhaltbare Baustellenbeschilderung

Das mit den Verkehrszeichen an Baustellen klappt oft dann nicht, wenn Radfahrende betroffen sind. 

Auf dem Foto sieht man die Baustelle am abgerissenen Fußgängersteg in Vaihingen. Hier kommt ein neuer Rad- und Fußgängersteg hin. Der Radstreifen endet. Das Verkehrzeichen sagt: Radweg Ende. Doch an der Schranke steht auch das Verkehrszeichen: Durchfahrtsverbot (weißes rundes Schild mit rotem Rand). Hier dürften also nicht nur wir mit den Rädern, sondern auch Autofahrende nicht mehr weiterfahren. Es steht rechts von der Fahrbahn, gilt also. Da das absoluter Unsinn ist, fahren alle weiter, Autofahrende sowieso, aber Radfahrenden bleibt ja auch nichts anderes übrig. Ich habe in diesem Fall mit dem Bauleiter gesprochen und ihn darauf aufmerksam gemacht. Ihm war nicht klar, dass das Schild da steht und was es bedeutet. 

Es ist nicht gut, wenn wir Radfahrenden uns fragen müssen, ob ein Verkehrszeichen nun gilt oder nicht. Oftmals sehen sie so aus, als seien sie vergessen oder falsch herum gedreht worden. Aber uns obliegt halt die Entscheidung nicht, ob ein Verkehrszeichen gilt oder nicht. Sie gelten immer. 


25. September 2024

Warum nutzen die nicht den Radweg?

Das lese ich immer wieder in den Kommentaren. Ich habe dem bisher keine Beachtung geschenkt, weil ich ja weiß, dass es nur einige wenige sind, die auf der Fahrbahn radeln und dabei Autofahrende ärgern. 

Ein Blogleser hat mich auf ein kanadisches Youtube-Video aufmerksam gemacht, das der Frage nachgeht, warum ein vorhandener Radweg nicht genutzt wird. "Radler sind *-Löcher, sie sehen den Radweg und fahren auf der Fahrbahn, weil sie es können. Das ist eines der rätselhaftesten Argumente, die wir hören", so beginnt sinngemäß der lange Beitrag, in dem genau beobachtet wird, warum Radfahrende nicht den Radweg benutzen. Es sind, wie es im Video heißt nicht mehr als 10 Prozent aller Radfahrenden, die man mal außerhalb einer Radinfratruktur sieht, aber wie immer fällt den Leuten nur der Radler oder die Radlerin auf, die eine Regel verletzt, nicht die vielen Tausend, die richtig fahren. Und nicht alles, was Autofahrenden als Radweg erscheint, ist auch einer. Die meisten Gehwege sind nur fürs Radfahren freigegeben, nicht aber als verpflichtende Radwege ausgewiesen. Auf solchen ohne Freigabe darf man gar nicht radeln. Die Details der Verkehrszeichen und Verkehrsregeln für den Radverkehr kennen aber die meisten Autofahrer:innen gar nicht (übrigens auch viele Radfahrende nicht). 

Anhand von Beispielen werden acht Gründe aufgeführt, aus denen ein Radweg nicht genutzt wird. 

22. August 2024

Radstreifen schützen auch Fußgänger:innen vor dem Autoverkehr

Rheinstraße, Darmstadt, Apple Karten
Radwege und Radstreifen retten Leben, nicht nur die von Radfahrenden, sondern auch die von Menschen zu Fuß oder in Autos. 

Das zeigt eine Studie der Rudgers University, über die Studyfinds berichtet. Demnach kann das Anlegen von geschützten Radwegen an verkehrsreichen Straßen dazu beitragen, dass nicht so oft zu schnell Auto gefahren wird. An stark befahrenen Kreuzungen der Stadt Jersey Shore zeigte sich, dass Autofahrende langsamer fuhren, wenn sie sich einem Radstreifen auf der Straße näherten. Die Ausgangslage war, dass Autofahrende an dieser Kreuzung bei Grün ohne zu bremsen abbogen und und dabei oft Fußgänger:innen anfuhren. Dann richtete man entlang der Straße einen Radweg ein, der mit Pylonen gesichert wurde. Ein KI-Algorithmus analysierte die Geschwindigkeit von über 9.000 Fahrzeugen vor und nach der Installation des Radwegs. Er verringerte die Höchstgeschwindigkeit der Autofahrenden um 28 Prozent. Die Abbiegegeschwindigkeit fiel um 21 Prozent. Auch die Autofahrer, die gar nicht abbiegen wollten, verringerten ihre Geschwindigkeit um 8 Prozent.

7. Juli 2024

Vorfahrt oder nicht - was gilt auf Radwegen?

Wir radeln auf dem prominent geführten Radweg, von rechts kommt ein Radfahrer von irgendeiner Zufahrt. Wer hat Vorfahrt? 

Beispielsweise hier auf der König-Karlsbrücke: Die Rampe vom Wasen kommen immer wieder Radfahrende herauf, die meist nach links auf den Radweg der HRR1 auf der König-Karlsbrücke einbiegen wollen. Eigentlich gilt immer rechts vor links, wenn es nicht anders ausgeschildert ist. Auch dann, wenn der Radfahrer aus einem kleinen, unauffälligem Weg kommt. So hat zumindest das Landgericht Wuppertal 2015 geurteilt (LG Wuppertal, 6.11.2015, 9S218/15). In diesem Fall fuhr einer auf einem schönen Panoramaradweg und von rechts kam einer von rechts aus einem weniger gut ausgebauten Radweg, der auch noch Poller an der Einmündung hatte. Gilt das aber auch, wenn die Zufahrt mit einem Bordstein und zwei weißen Begrenzungs-Linien abgesetzt ist, wie auf der König-Karls-Brücke?

5. Juni 2024

Der dümmste Radweg Stuttgarts

Man glaubt es nicht, wenn man es nicht gesehen hat. Stuttgart führt einen Radstreifen auf einen Gehweg und hängt das Schild auf "Radfahrer absteigen." Denn auf dem Gehweg, wo der Streifen hinführt, darf man nicht radeln. 

Und dann ist da jetzt auch noch eine Baustelle entstanden und das Verkehrszeichen Parkverbot steht auf dem Gehweg. Wer denkt sich nur so was aus? Wie kann eine so irre Konstruktion wirklich in Stuttgart auf die Straße gelegt werden, samt Asphaltanwurf am Bordstein. Ist das ein Witz? Will man sich über uns Radfahrende lustig machen? Oder möchte man unbedingt in die internationale Liste der übelsten Radwege aufgenommen werden?

14. Mai 2024

Verkehrszeichen-Blindheit

Wenige Fußgänger:innen schauen auf Verkehrszeichen. Und wenn sie sie sehen, dann verstehen nicht alle sie richtig. 

Immer wieder laufen Leute auf dem Radwegteil des Ferdinand-Leitner-Stegs. Dabei gibt es, wenn man vom Planetarium her kommt, viele ziemlich eindeutige Hinweise, dass dieser linke Aufgang nur für die Radfahrenden ist und der rechte Aufgang (den man auf dem Foto nicht sieht) den Fußgänger:innen vorbehalten ist. Es stehen Barrieren im Weg, und es steht ein Schild mit einem Fußgänger im roten Kreis dort. Ein Mann, den ich auf halber Höhe ansprach, erklärte mir dann aber: Er dürfe hier laufen, da stehe doch ein Schild mit Fußgängerzeichen. Er hatte das Verbotsschild als Fußgängerzonenschild missverstanden.

Das Gehen auf Radwegen ist nicht erlaubt, genauso wenig wie das Spazieren auf Fahrbahnen. Aber Menschen zu Fuß gehen überall, wo keine Autos fahren und sind weitgehend blind für Verkehrszeichen. Allemal in Parks rechnen sie nicht damit. Sie gucken auch nicht hoch, wo die Verkehrzeichen hängen, sondern eher runter auf den Boden. Vielen ist nicht bekannt, dass der Schlossgarten in weitesten Teilen ein gemischter Geh-/Radweg ist. Und sie ärgern sich, wenn sie Umwege laufen müssen. Und über Radfahrende sowieso. Das Gehen auf diesem Radweg des Ferdinand-Leitner-Stegs ist nicht unkritisch für beide Verkehrsarten. Bergab sind die Radfahrenden schnell. Bergauf bedeuten Fußgänge:innen, die ihnen den Weg versperren, dass Radfahrende bremsen, sogar anhalten und dann am Berg wieder anfahren müssen, was vor allem mit Normalrädern ein Akt ist.  

17. März 2024

Wenn eine Stadt ihre Radfahrenden überhaupt nicht mag

Dann macht sie es genau so, wie die Stadt Waiblingen es in der Devizesstraße macht. Sie legt zwei sogenannte Schutzstreifen an den Fahrbahnrand, die vor der Bushaltestelle aufhören. 

Wie der Zeitungsverlag Waiblingen berichtet (Bezahlschranke), darf auf der Straße 50 km/h gefahren werden. Für Radfahrende gibt es sogenannte Schutzstreifen. Vor zwei einander gegenüberliegenden Bushaltestellen verengt sich die Fahrbahn aber. Hatten bis dahin Fahrräder und Autos auf eine Richtungsfahrbahn gepasst und waren Überholmanöver möglich, geht das jetzt nicht mehr. Der Platz reicht nicht. Dass der Schutzsteifen an der Bushaltestelle aufhört, ist weniger das Problem, weil der Radfahrende ja ohnehin auf dieser Linie radelt. Eine doppelt durchgezogene Mittellinie sagt Autofahrenden deutlich, dass sie Fahrräder nicht überholen dürfen. Allerdings ertragen es viele Autofahrende nicht, hinter den Radfahrenden zu bleiben. Sie überholen und sie überholen dabei auch sehr eng. Das ist also für etliche Radfahrende eine Angststrecke. Man muss sie sehr selbstbewusst radeln und sollte dabei nicht zu weit rechts fahren, sonst können viele Autofahrende nicht anders als zu glauben, sie kämen ja vorbei. 

26. Februar 2024

Krasser Egoismus hinterm Lenkrad

Das kennen wir schon lange. Die Autotransporter stehen auf dem Radweg an der Heilbronner Straße. Alles ist dicht. 

Diese Frechheit gegenüber den Menschen zu Fuß und auf den Fahrrädern scheint von den Ordnungskräften toleriert zu werden. Andernfalls hätte es längst eine polizeiliche Ansprache in den zuständigen Autohäusern gegeben. Danach sieht es für uns aber nicht aus. Denn die stehen da immer noch regelmäßig.

Blogleser Martin, der mir die aktuellen Bilder geschickt hat, schreibt mir: "Inzwischen wird am Pragsattel von den Porsche- und Toyota-Häusern der Radweg als Dispositionsfläche missbraucht.

25. Januar 2024

Auf Solar-Radwegen in die Zukunft

In Freiburg gibt es seit April vergangenen Jahres den ersten Radweg mit einem Solardach. Er schützt Radfahrende vor Regen und erzeugt Strom. Die Strecke ist über 300 Meter lang. 

In den Niederlanden werden schon länger Radwege mit Solarplatten ausprobiert. Inzwischen ist die neue Generation am Start. Sie PV-Module sind wenige Millimeter dick und leicht angeraut, damit man mit den Radreifen nicht rutscht. Und sie sind effizienter als die ersten. Im vergangenen Jahr wurden zwei neue Solar-Radwege eingeweiht, die von dem Unternehmen Wattway gebaut wurden, das nach eigenen Angaben weltweit 40 Solarradwege betreibt. 

Auf baumlosen und nicht von Häusern beschatteten Strecken ist das durchaus eine Option auch für Deutschland. Eine Fläche für den Radverkehr, die ohnehin versiegelt ist oder werden muss, produziert dann auch noch Strom. Auch wenn die Solarplatten robust sind, sollten sie aber vermutlich nicht mit Autos befahren werden, und das muss sichergestellt sein. In Deutschland scheiterte ein erster Solarradweg 2019

20. November 2023

Gute Nachricht: Die Radspur entlang der B37 wird verstetigt

Zum ersten Mal hat das Bundesverkehrsministerium eine Fahrradspur entlang einer Bundesstraße genehmigt. Der bisher provisorische Radweg entlang der Schlierbacher Straße von Heidelberg-Schlierbach nach Neckargemünd kann bleiben. 

Am 21. Juli habe ich schon mal über den Radweg berichtet. Und zwar so: 

Radweg an B37 bei Heidelberg in Gefahr

Bislang ist er nur ein provisorischer Radweg entlang der Schlierbacher Straße von Heidelberg-Schlierbach nach Neckargmünd. Aber er wird begeistert angenommen.
 
Laut SWR hat sich auf der 3,6 km langen Radstrecke in wenigen Monaten seit Eröffnung von 76 auf 300 pro Tag erhöht. Der Zweirichtungsradweg wurde im Mai 2021 eingerichtet, für ihn fiel eine von zwei Richtungsfahrspuren für den Autoverkehr weg. Dieser Radweg stellt, wie aus den Facebookkomentaren zu ersehen, eine echt Alternative zum Autofahren dar. Der Radweg war sogleich so erfolgreich, dass laut einemBericht der Grünen vom 31. März 2022, eigentlich verbreitert werden müsste, damit die vielen Radler:innen aneinander vorbei kommen. Heidelberg und das Land Baden-Württemberg wollen diesen Radweg nun dauerhaft einrichten.