
Darauf hat die Wirtschaftswoche in diesem Artikel wieder einmal hingewiesen. Ich habe auch immer wieder darüber geschrieben, warum Radfahrer/er der Gesellschaft nützen.
Eine Studie der Lund-Universität Kopenhagen hat jetzt erstmals genau gerechnet und festgestellt, dass eine Autofahrt die Gesellschaft sechs mal mehr kostet als eine Radfahrt. Während Autos Geld kosten, bringen Radfahrer/innen sogar Geld ein.
Zählt man die Kosten für die Allgemeinheit und den Autofahrer zusammen, dann zahlen wir 50 Cent pro gefahrenen Kilometer. Beim Fahrrad sind es nur 8 Cent. Betrachtet man nur, was Autofahren und Radeln die Allgemeinheit kosten (nicht den Auto- oder Radfahrer selbst), dann muss die Gesellschaft für jeden mit dem Auto gefahrenen Kilometer 15 Cent bezahlen, während sie an jedem geradelten Kilometer sogar 16 Cent verdient. In der Studie von Stefan Gössling werden etwa die Kosten für Straßenbau, Lärmschutz- und Umweltschutzmaßnahmen und Gesundheitskosten gegeneinander gestellt. Radfahrer sind körperlich und psychisch gesünder als Autofahrer, sie verursachen weniger Lärm, keinen Feinstaub und ihre CO2-Bilanz ist besser. Und sie shoppen gern.
Es lohnt sich also für jede Stadt, die Fahrradinfrakstruktur entschlossen auszubauen. Investitionen in den Radverkehr sind billiger, ökologisch sinnvoll und ökonomisch nachhaltig: Und sie bringen hohe Erträge.
Zu diesen Erträgen gehört beispielsweise, dass der lokale Handel dort mehr verkauft, wo mehr Radfahrer unterwegs sind. Eigentlich logisch, denn Radler/innen sind langsamer unterwegs, sie sehen, was für Läden es gibt und was sie anbieten und können jederzeit halten, denn sie müssen nie Parkplatz suchen. Und genau das tun sie auch. In Portland, so eine Untersuchung in den USA, kaufen Radler/innen 24 Prozent mehr ein als Leute, die im Auto unterwegs sind. Ähnlich ist es in Manhattan (New York), seitdem an der neunten Avenue ein neuer Radweg verläuft. Die Händler verzeichnen in der direkten Umgebung einen Verkaufsanstieg von 49 Prozent.
Radler sind außerdem auf innerstädtischen Strecken von 5 bis 8 km schneller als Autos. Und zwar oftmals nicht nur auf der reinen Strecke - sie fahren ja am Stau vorbei - sondern natürlich sowieso auf dem Weg von Tür zu Tür, weil bei ihnen die Parkplatzsuche und er Fußweg zum Ziel wegfällt.
Wer seine Stadt liebt und Handel und Bewohner glücklich machen will, der fördert den Radverkehr.
Neulich vor 3 Wochen - Sonntagabend ca. 18:00 Uhr von S-Wangen (Hafen) zum Max-Eyth-See: Auto gegen Fahrrad - wer war schneller für diese 11 km Strecke?
AntwortenLöschenDer Radfahrer - wobei es muss eingestanden werden; Rennrad + gut durchtrainiert. ;-))
Gruß vom Stuttgarter-Alltagsradler
(dieses mal mit Auto)
Zu dem Vergleich der Schnelligkeit beim Arbeitsweg hätte ich doch was zu sagen. Mein Arbeitsweg ist mit dem Auto ca. 16 Km, diese schaffe ich in ca. 30 Minuten ± 5 je nach Ferienlage usw. Mit der VVS dauert es mit Fussweg ca. 60 Minuten. Mit dem Bike ( gut trainiert ) auf dem direkten Weg, mit viel Autos quer durch die Stadt ca. 60 Minuten. Die schöne Strecke, teilweise durch Grüne mit dann ca. 20 Km dauern ca. 80 Minuten. Die von Ihnen aufgeführten Zeiten muss man differenziert betrachten und nicht über einen Kamm scheren! Und die Kosten für das fahren mit dem Bike mögen auf den ersten Blick günstiger sein! Aber man darf die Kosten für ein stehendes Auto nicht vergessen. Dann sieht die Rechnung wieder ganz anders aus! LG Bernd
AntwortenLöschenEs ist halt sehr unterschiedlich und hängt auch von der allgemeinen Autoverkehrsage ab. So ab 6 km ist man im Stadtverkehr mit dem Fahrrad (ab 11 km mit dem Pedelec) - wenn Autos nicht im Stau stehen - langsamer als mit dem Auto. Für die meisten Radfahrenden spielt das aber keine Rolle, weil sie die anderthalb bis zwei Stunden (hin- und Rückfahrt) Bewegung an der frischen Luft und bei Wind und Wetter gut finden und auch wollen. Und auch wenn da noch ein Auto herumsteht, so ist es immer noch billiger, die meisten Strecken mit dem Fahrrad zu fahren, als da Auto für alle Strecken zu benutzen. Immerhin sind die Radfahrenden derzeit diejenigen, die entschlossen ausprobieren, wie man gut ohne Auto auskommt, auch wenn es ihnen nicht für alle Lebenslagen gelingt, und das muss ja auch gar nicht sein, solange es nicht Carsharing-Angebote für alle in allen Ortsteilen einer Stadt gibt. Hauptsache mal anfangen.
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