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21. Dezember 2019

Des Radlers 7. Sinn - Radinfrastruktur-Schnipsel

Radrouten sind Bastelarbeit. Da was hingepeppt, dort was abgeschnitten, hier was zurechtgebogen. 

Parkplätze, Grünflächen, Bäume, Fahrbahnen sind den Radfahrenden im Weg, Radstreifen enden abrupt, werden in blitzkurze Radstreifchen umgeleitet auf einen Gehweg oder auf eine Fahrbahn. Radfahren ist Pfadfindertum. An jeder Ecke muss man sich orientieren, um herauszufinden, wie es für Menschen auf dem Fahrrad weitergeht. 

Da ist oftmals viel siebter Sinn gefragt. Man muss nämlich auf ganz wenigen Metern erkennen, wie sich die Stadt mein Fortkommen gedacht hat, und entscheiden, wie ich den Weg fahre.

14. Januar 2020

Des Radlers 7. Sinn - Haben Straßenbahnen immer Vorfahrt?

Auf die Frage, die sich mir gar nicht gestellt hat, bin ich gestoßen, als ich einen online-Test für den Fahrradführerschein für Kinder gemacht habe.

Da wird eine Kreuzung gezeigt, ohne jegliche Beschilderung, und die Frage gestellt, ob ein Radler, der geradeaus will, nur die Bahn, die von rechts kommt, passieren lassen muss, oder auch die, die von links kommt. Antwort: Eine Straßenbahn habe aus beiden Richtungen Vorfahrt. Auf den zweiten Blick habe ich gemerkt, dass dies ein österreichischer Fragebogen ist.

10. Januar 2020

Des Radlers 7. Sinn - Wer hat Vorrang?

Eltern von Schulkindern haben sich im Bezirksbeirat Süd darüber beklagt, dass ihre Kinder sozusagen ungeschützt über die Heusteig-/Römerstraße gehen müssen. 

Sie forderten einen Zebrastreifen über die Heusteigstraße, dort wo sie zur Sackgasse vor der Marienschule (früher Heusteigschule) wird. Vor allem über Radfahrende beschwerten sie sich, die durch die Kinder brettern würden. (Dass die vielen Autos hier eine größere Gefahr darstellen, nahmen sie nicht wahr.) Dabei ist die Situation eigentlich ganz eindeutig. Oder? Wer hat denn hier wirklich Vorrang?

30. Oktober 2019

Des Radlers 7. Sinn: Linksabbiegen

Für Radfahrende ist ds Linskabbiegen das größte Abenteuer auf ihren Wegen. Und es geht an jeder Kreuzung anders.

Für Autofahrende ist das Linksabbiegen klar und einfach geregelt. Sie tun es von der Fahrbahn aus, mal auf einer eigenen Linksabbiegerspur, mal von einer gemeinsamen Geradeaus-Linksabbiegespur aus. Sie haben Ampelschaltungen dafür. Und es ist immer die gleiche Sorte Ampeln.

Für Radfahrende ist Linksabbiegen ein Abenteuer. Sie stoßen auf ein Dutzend verschiedener Infrastrukturformen dafür. Sie stoßen auf drei verschiedene Ampelsysteme. An jeder Kreuzung ist es anders geregelt. An manchen Kreuzungen wechseln die Systeme sogar. Oft kann man als Radfahrender auch gar nicht links abbiegen. Und so geht's:

8. Juli 2021

Des Radlers 7. Sinn - aus der Fußgängerfurt auf die Fahrbahn einbiegen

Wer vom Gehweg auf die Fahrbahn runterradelt, guckt, ob was kommt, und fährt dann. Ganz einfach. Aber kompliziert wird es, wenn man auf eine beampelte Fußgängerfurt stößt. 

Das ist echtes Grübelmaterial, denn wir werden mit zwei inkompatiblen Verkehrssystemen konfrontiert, dem Fußgängersystem und dem Autosystem, und haben es demzufolge mit beiden Ampelsystemen zu tun. Wenn für Fußgänger:innen grün ist, dann haben Autofahrende Rot und umgekehrt. Wir aber wollen ja vom Gehweg runter auf die Fahrbahn. Nach welcher Ampel müssen wir uns da jetzt richten? 

22. Juni 2021

Des Radlers 7. Sinn - ständiger Systemwechsel

Radfahrende benutzen drei Verkehrssysteme: Fahrbahnen, Radinfrastruktur und Gehwege.

Oft in kurzer Folge. Alle drei Systeme sind anders organsisisiert und folgen eigenen Regeln. Die meisten Radfahrenden schauen im Pfadfindermodus, wie sie durch- und weiterkommen, ohne die teils sehr spezifischen Regeln zu kennen. Ängstlichere und Genervte radeln auch auf Gehwegen, die für den Radverkehr nicht fregegeben werden, andere radeln auf Fahrbahnen, ohne sich darum zu kümmern, ob es eine Radinfratruktur gibt. Die meisten sagen "Radweg" zu allem, wo ein Radzeichen auftaucht. Aber es gibt Radwege, Radstreifen, Schutzstreifen, freigegebene Gehwegein jeweils mehreren Nuancen und dazu noch die Fahrbahnen, Feldwege und Waldweg, wo unterschiedliche Regeln gelten

27. November 2019

Des Radlers 7. Sinn - kleine Verkehrsschilderkunde

Für Radfahrende gibt es spezielle Verkehrszeichen. Sie verbieten oder erlauben.

Allerdings gibt es keine Warnschilder. Ein paar Vorschläge für Warnschilder hätte ich deshalb hier schon mal.

Einige Zeichen gelten nur für uns und niemanden sonst, andere wiederum haben auch für andere Verkehrsarten eine Bedeutung.

Grundsätzlich gelten alle Verkehrszeichen auf unseren Straßen für Radfahrer/innen. Es sei denn, ein Verkehrszeichen regelt etwas ganz speziell für den Radverkehr anders. Es ist wie üblich kompliziert. Denn nicht jedes Schild, auf dem ein Fahrrad zu sehen ist, ist auch für uns gedacht. Manche stehen da nur für den Autoverkehr. Grundsätzlich ist die Beschilderung von und auf Radstrecken weniger konsistent oder widerspruchsfrei als die für Autofahrer.