1. April 2025

Kein Aprilscherz

Kann das stimmen? Heute bin ich misstrauisch. Freibug hat deutschlandweit den meisten Radverkehr. Das lese ich heute auf Facebook.

Es ist das Ergebnis der Bundesweiten Studie "Mobilität in Deutschland". Der Anteil des Radverkehrs ist demnach in Freiburg 2023 auf 33 Prozent gestiegen, zehn Prozentpunkte höher als 2017. Das ist der höchste Wert aller Städte und Gemeinden, die bei dieser Erhebung mitgemacht haben. Eine große Rolle spielen bei dieser Steigerung auch E-Bikes, lese ich, die bei rund fünf Prozent aller Wege zum Einsatz kommen. Ihren Arbeitsweg legen die Freiburger:innen zu 49 Prozent mit dem Fahrrad zurück. Damit wäre die Fahrradstadt Münster (sehr knapp) geschlagen, die den Radverkehr auf 47 Prozent beziffert, allerdings bezogen auf eine Befragung im Jahr 2022, aber auch für "werktägliche Wege". 

Der Anteil des Fußverkehrs stieg in Freiburg demnach von 27 auf 29 Prozent. Strecken unter einem Kilometer gehen die meisten Menschen weiterhin zu Fuß, bei Strecken bis fünf Kilometer wird bevorzug Rad gefahren, ein Viertel fährt auch Strecken von fünf bis zehn Kilometer. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist gleichzeitig seit 2017 um neun Prozentpunkte auf 24 Prozent gesunken. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde mit 14 Prozent 2023 weniger genutzt als noch 2017 (17 Prozent). 

Diese Mitteilung erschien wortgleich bereits vor vier Tagen auf der Seite Freiburg, weshalb es keinen Grund gibt, sie für einen Aprilscherz zu halten. Der Grund, warum ich mich wunderte, ist, dass der Anteil der Pedelecs bei nur 5 Prozent liegen soll. Genau lesen hilft allerdings: Es sind 5 Prozent aller Wege (einschließlich derer mit Autos, zu Fuß oder mit Bahnen), ein schönes Beispiel dafür, dass Zahlen in die Irre führen, wenn man plötzlich den Bezugspunkt ändert. Interessanter ist ja, wieviele Radfahrten mit Pedelecs gemacht werden. Die Studie basiert auf Mobilitätstagebüchern, die zufällig ausgewählte Haushalte geführt haben. Im Freiburger Stadtgebiet nahmen 1350 Haushalte teil, was für ein repräsentatives Ergebnis reicht.

1 Kommentar:

  1. Ein bisschen off-topic, aber das Thema Ernährung spielt ja beim ökologisch sehr wertvollen Radpendeln eine zunehmend große Rolle, und es kann nicht selten beobachtet werden, wie vollkommen erschöpfte Radpendel-Anfänger:innen (selbst erfahrene 'Pendelprofis' bleiben nicht unverschont) mit low-carb Lähmung leer starrend neben der Fahrbahn hingestreckt herumliegen.
    Dank einiger findiger Tüftler scheint es nun endlich eine adäquate praktische Lösung für dieses Syndrom zu geben:
    https://bikepacking.com/news/cedaero-jug-hug/

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