Nach Angaben der Polizei wollte eine Radfahrerin die Ampelanlage vom Landtag Richtung Landesbibliothek überqueren. Die Ampel der Fahrspur auf ihrer Seite zeigte rot. Sie fuhr trotzdem und wurde von einem Auto erfasst und auf die Fahrbahn geschleudert, der Fahrer eines weiteren Autos konnte gerade noch bremsen. Die Stuttgarter Zeitung (Bezahlschranke) stellt die Frage, wie sicher diese Ampelschaltungen eigentlich sind: Drei Verkehrsinseln mit unterschiedlichen Grünphasen über vier Fahrtrichtungsspuren. Während die Mittleren grün zeigen, haben die an den Rändern rot. Womöglich habe die Radfahrerin zu weit geschaut und nur das Fußgängergrün auf der Mittelfahrbahn gesehen. Das halte ich für eine plausible und tragische Erklärung. Und das passiert gar nicht so selten.
31. Mai 2022
Gefährliche Ampelschaltung am Landtag
29. Mai 2022
Das Klimaschutzprojekt Wilhelmsplatz
Jedes Mal, wenn ich auf dem uralten Radweg Richtung Heusteigviertel an der Ampel am Wilhelmsplatz in Stuttgart stehe und auf Grün warte, muss ich schmunzeln.
Und zwar, wenn mein Blick auf dieses Schild, das am Mast oberhalb der Radlerampel und des Wegweisers hängt. Darauf steht: "Das Klimaschutzprojekt. Radverkehrsmaßnahme Wilhelmsplatz der Landeshauptstadt Stuttgart wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert."
Das Klimaschutzprogramm ist ja an sich eine sehr gute Sache. Auch Radwege und Radfahrstreifen sind eine gute Sache.
27. Mai 2022
Sind Radfahrer:innen wirklich gesünder?
Ja, sind sie. Wer regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit pendelt, hat eine höhere Lebenserwartung und hat ein kleineres Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Das hat eine britische Studie festgestellt.
Untersucht wurden die Zensus-Daten von 300.000 Menschen aus Wales und England, die zwischen 1991 und 2016 aufgezeichnet wurden. Solche Daten vermerken nicht nur die Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, sondern auch schwere Erkrankungen und frühen Tod. Demnach ist Autofahren die ungesündere Art des Pendelns. 20 Prozent der Autofahrenden sterben früher als Radpendler:innen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendelt hat immerhin gegenüber Radfahrenden noch ein 10-prozentig geringeres Risiko frühzeitig zu sterben. Ähnlich verhält es sich bei ernsten Erkrankungen, wie das Fachmagazin The Lancet Planetary veröffentlicht hat. Radfahrende haben im Vergleich zu Autopendler:innen ein um 24 Prozent geringeres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben (Bahnfahrer 20 Prozent). Das Risiko an Krebs zu sterben, verringert sich um 11 Prozent.
Der Grund ist einfach: Menschen, die nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren, bewegen sich mehr und öfter.
25. Mai 2022
Zweirad-Unfälle genau betrachtet
Die Allianz hat eine umfangreiche und differenzierte Studie zu Unfällen und Unfallrisiken von Zweiradfahrenden (Rad, Pedelec, Mofa, Motorrad, E-Scooter) vorgestellt. Demnach dominieren Alleinunfälle. Und Helme verringern das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen.
Die Sache mit den Helmen wurde sofort von den berichtenden Medien aufgegriffen, genauso wie die Häufigkeit von nächtlichen Trunkenheitsfahrten auf E-Scootern, deren Fahrer:innen von Helmen sehr profitieren würden, und dass die Unfallzahlen bei Pedelec-Radler:innen stark steigen. Die Studie von Allianz Zentrum für Technik positioniert sich zwar, belegt die Erkenntnisse aber durch statistische Analysen. Frappierend ist vor allem, dass sich bereits in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 die Zahl der mit E-Scooter Verunglückten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 153 Prozent von 1.584 auf 4.001 erhöht hat.
Grundsätzlich bergen überall hohe Geschwindigkeiten die größten Risiken.23. Mai 2022
Ups! Was ist denn das?
Der Radweg zwischen Karl-Benz-Platz und Arlbergstraße unter der Eisenbahnbrücke in Untertürkheim war ewig wegen Bauarbeiten nicht befahrbar und wurde dann als Bausfahrzeugabstellplatz genutzt. Jetzt hat er eine eigenartige Auffahrt bekommen. Blogleser Alex wundert sich und hat mir die Fotos geschickt. Biegt man vom Benz-Platz her kommend neben der U-Bahn-H
altestelle auf der Fahrbahn nach rechts ab Richtung Bahnunterführung (gelber Preil auf Karte ganz unten), stößt man gleich hinter den Schienen auf diese Auffahrt, die zwischen zwei Sperrgitter geklemmt ist. Da heißt es hurtig abbremsen (hoffentlich fährt kein Auto hinter mir), und den Lenker rumreißen. Der Radius der Rechtskurve ist auch recht groß, und diese komisch Auffahrt bemerkt man vermutlich - zumindest beim ersten Mal - gar nicht rechtzeitig, auch weil man ja schon Tempo drauf hat, schließlich ist das eine Autofahrbahn mit drängeligen Fahrzeugen hinter einem.
19. Mai 2022
Auf die Kleinigkeiten kommt es wirklich an
An der Lautenschlagerstraße steht seit vermutlich mindestens einer Woche ein Durchfahrtsverbotsschild Richtung Bolzstraße. Das gilt für alle, auch für Radfahrende.
Was natürlich die Fahrer der Autos, die da parken, nicht gehindert hat, reinzufahren, was auch noch am Donnerstag vor einer Woche auch kaum einen Autofahrer hinderte, weiterzufahren. Eine Woche später (gestern) sah ich viele Autofahrenden tatsächlich umdrehen. Aber wieder parkten Autos in der Straße, und viele fuhren mit ihren Autos dennoch rein, einfach so an einem Verkehrszeichen vorbei, das allen Fahrzeugen die Einfahrt verbietet.
Natürlich fahren auch Radfahrende hier weiter, obgleich auch sie nicht dürften, denn es gibt keine Radfreigabe (die habe ich inzwischen angemahnt). Da das Verkehrszeichen vor einer Woche anders stand als diese Woche, vermute ich, dass es kein Versehen ist, also kein irgendwie stehengelassenes und falsch gedrehtes Schild. Offenbar vermuten das aber viele, die anhalten und sich überlegen, ob sie weiterfahren sollen: Ist das so gemeint oder eine Versehen? Und woran erkenne ich das?
Allein, dass man sich in Stuttgart diese Frage stellt, ist verheerend für die Verkkehrsmoral.
Fakt: Radfahrende nehmen Rücksicht
Noch mal das Thema, wer verstößt öfter gegen Regeln und wer fährt rücksichtlos? Vor zwei Jahren fragte sich das auch ADFC Sachsen und wertet dabei eine Studie aus, die in den USA gemacht wurde.
Aus der geht hervor, dass fast 100 Prozent aller Verkehrsteilnehmer:innen - Autofahrende, Fußgänger:innen und Radfahrende - gegen Verkehrsregeln verstoßen. Die Studie Scofflaw bicycling: illegal but rational gewinnt ihre Erkenntnisse aus online-Befragungen, die sich nach dem Schneeballsystem verbreiteten. Die rund 18.000 Menschen, die mitmachten, bekamen Bilder (Bild 2) von Verkehrssituationen zu sehen und wurden gefragt, wie sie sich verhalten. Ihre Antworten wurden bewertet von gesetzenskonform, über leichten bis schweren Verstoß gegen die Verkehrsregeln bis hin zu gefährlich rücksichtslos.
Von den Befragten wählten 99,97 Prozent der Autofahrer:innen wenigstens einmal eine Antwort aus, die einen Gesetzesverstoß darstellt. Bei den Radfahrenden waren es 97,9 Prozent und bei den Fußgänger:innen 95, 9 Prozent. Das zeigt ziemlich deutlich, dass nicht nur die Radfahrenden diejenigen sind, die ständig gegen Regeln verstoßen. Wobei die überwiegende Mehrheit der Radfahrenden nach Darstellung des ADFC Sachsen nur leichte Verstöße beging, bei denen niemand gefährdet wurde. Und dafür gab es meist einen sehr vernünftigen Grund: die eigene Sicherheit.
17. Mai 2022
Autofahrerin fährt Radler in Degerloch an
Die Fahrerin des Skoda kam aus der Dahnstraße, wo sie ein Stoppschild hat. Wie mir die Polizei auf Anfrage bestätigt hat, missachtete sie das Stoppschild, wollte die Epplestraße Richtung Waldau überqueren und rammte dabei den Radfahrer. Der Radfahrer wurde dabei glücklicherweise nur leicht verletzt, er erlitt Schürfwunden. Er kam vom Marktplatz her. Die Epplestraße ist Einbahnstraße Richtung Löffelstraße und Neue Weinsteige. Rechts befindet sich eine Busspur, die für den Radverkehr freigegeben ist und kurz vor der Dahnstraße auch von Autos befahren werden darf, links die Fahrspur für Autos.
David schreibt mir:
15. Mai 2022
Loben wir mal Lindau
Bislang wurden alle Zufahrten zur Insel von einer Bahnlinie unterbrochen, und man stand minutenlang, und das oft. Jetzt hat die Stadt Unterquerungen geschaffen. Eine für Autos und Fahrräder (mit Fahrradbrücke), eine nur für Fahrräder.
Vor der Insel liegt ein Kreisverkehr mit neuen Parkplätzen. Von der Insel weg fahren Radfahrende jetzt die nächste Ausfahrt raus auf eine Fahrradstraße, während Autofahrende noch ein Stück weiter rum müssen. Nur Anlieger dürfen die alte Straße noch fahren. Sie kommen auf ihr nicht mehr über die Bahnschienen, der Übergang ist unterbrochen. Radfahrende aber haben einen neuen Fahrradtunnel unter der Bahnlinie hindurch erhalten.
13. Mai 2022
Ein bisschen besser, aber nicht gut
Die Verkehrsinsel wurde ja neu gestaltet, der Aufgang für die Radfahrenden blieb aber so eng wie vorher auch. Von Seiten der Radfahrenden wurde sofort angemahnt, dass das nicht so bleiben kann. Das das Ganze grundsätzlich hätte besser überlegt werden können, habe ich im Oktober vergangenen Jahres beschrieben. Gut geht anders.
Sieben Monate später kommt die Nachbesserung. Es gibt nun ein wenig mehr Platz für Radfahrende, die Kante wurde verkürzt. Das war gestern noch Baustelle, und Gestern noch fuhren die Radfahrenden links von der Baustelle auf die Fläche hoch und an dem zu hohen Bordstein wurde Asphalt angeschüttet.
11. Mai 2022
Hilfe, ihr könnt doch die Fahrradparkplätze nicht wegnehmen!
Längs zum Bordstein sind, was man vor lauter Fahrrädern kaum sieht, Bügel angebracht, die üblicherweise als Radbügel verwendet werden. Vermutlich, damit Autofahrer ihre Autos hier nicht auf den Gehweg stellen. Die Anwohnerschaft hat sich aber nun inzwischen Räder und städtisch geförderte Lastenräder angeschafft, die gut längs an die Bügel passen. Viele andere Fahrräder sind da ebenfalls angekettet.
Ein Verkehrszeichen weist diese Stelle hinter den Bügeln as Motorradparkplatz aus. Nun hat die Stadt festgestellt, dass es für Motorradfahrende schwierig ist, zwischen den von Fahrrädern zugeparkten Bügeln auf den Abstellplatz hochzukommen, und für vergangenen Freitag angekündigt, dass die Bügel entfernt werden. Anwohner:innen waren entsetzt. Wohin mit den Rädern und Lastenrädern?
9. Mai 2022
Ein Rad-Highway entlang der Cannstatter Straße
Ein Schweizer Unternehmen hat ein Stecksystem für Fahrradhochbahnen aus Holz entwickelt, deren Boden sogar beheizbar ist.
Die Idee gefällt mir. Wäre das nicht was für Stuttgart?
7. Mai 2022
Von der Türlenstraße ins Europaviertel
Von der Kunstakademie auf dem Killesberg kommt man über die Robert-Mayer-Straße und die Türlenstraße direkt runter zum Europaviertel. An der Heilbronnerstraße wird es für Radfahrende ätzend.
Man radelt bergab auf der Fahrbahn die große Kreuzung mit der Heilbronner Straße zu. Die Autos bergab haben drei Spuren, eine Rechtsabbiegespur und zwei Linksabbiegespuren. Außerdem gibt es bergab eine Busspur. Links an der Fußgängerinsel ist am Mast ein Verbotsschild für Fahrräder angebracht, was vermutlich sagen soll, dass Radfahrende nicht auf den Autospuren nach links in die Heilbronner Straße abbiegen dürfen. Das Fahrbahnradeln ist also ab hier verboten.
Was es auf dieser Straßenseite (unserer rechten) unten nicht gibt, ist ein Fußgänger- und Radüberweg über die Heilbronner Straße. Der ist aus unsere Blickrichtung links von der Türlenstraße. Um dorthin zu kommen gibt es derzeit eine verbotene, eine gefährliche, eine unorthodoxe und eine erlaubte Möglichkeit. Das soll sich aber ändern.
5. Mai 2022
Umweg nach Esslingen
Man sollte sich gut auskennen und ein waches Auge für Umleitungsschilder haben. Von Hedelfingen, aus der Hedelfinger Straße heraus radeln wir geradeaus über den Hedelfinger Platz in die Amstätter Straße. Reinhard macht das auf der Fahrbahn. Geht wirklich viel schneller. Die Amstätter Straße radeln wir immer geradeaus durch den ganzen Ort. Bevor wir aus Hedelfingen rauskommen, wird die Amstätter Straße dann eine Anliegerstraße, die für den Autodurchfahrtsverkehr gesperrt ist.
3. Mai 2022
Lob für eine Baustelleneinrichtung
Schon am Kreisverkehr erfahren wir nicht nur, dass die Straße für Autos gesperrt ist, sondern auch, dass wir selber weiter radeln dürfen, weil es eine Fortführung für Radfahrende gibt.
Fährt man weiter runter - was sehr schön ist, so ohne Autos, deren Fahrer immer überlegen, ob sie doch noch vorbeikommen, obgleich wir schon 30 km/h radeln - stößt man auf den Radfahrstreifen und sieht: Ja hallo, ich komme ja einfach so durch. Links und rechts hat die Baustelle den Schutz- beziehungsweise Radstreifen freigelassen. Wir müssen nicht herumkurven, wir fahren einfach geradeaus. Auch hier sehe ich Verkehrszeichen, die passen.
1. Mai 2022
Langzeitstudie zu Fahrradunfällen
Ziel ist es vor allem, die Dunkelziffer zu erfassen.




