24. März 2025

Schöner neuer Radfahrstreifen mit ein paar kleinen Tücken

Der Radfahrstreifen vom Marienplatz die Hohenstaufenstraße rauf ist zur Hälfte fertig. Die Baustelle rückt immer weiter nach unten

Weil Parkplätze erhalten bleiben sollen, wird ein Teil als sogenannter Schutzstreifen angelegt. Bergab gibt es keinen Streifen, sondern Fahrradzeichen auf der Fahrbahn, die allen zeigen sollen, dass hier Menschen auf Rädern unterwegs sind. Die Gehwege sind nämlich veboten. 

Hinter der derzeitigen Baustelle beginnt bergauf der neue Radfahrstreifen, der den Radverkehr vom Autoverkehr separiert. Radelt sich durchaus angenehm, auch deshalb, weil der Untergrund endlich glatt ist. Der Streifen dürfte 1,50 m breit sein und mit Sicherheits- und blauem Streifen 1,75 m. Pkw kommen gut an Radfahrenden vorbei, auch wenn die 1,50 m Sicherheitsabstand nicht in jedem Fall ganz eingehalten werden dürften, wenn der Mensch auf dem Rad in der Mitte des Radfahrstreifen fährt. 

Lastwagenfahrende oder Busfahrende können diesen Abstand nicht einhalten, es sei denn, sie würden auf die Gegenfahrbahn ausscheren. Das werden viele erfahrungsgemäß nicht tun, insbesondere wenn Gegenverkehr kommt. 

Wir radeln außerdem über die Bushaltestelle. Die ist aus Beton gebaut und ziemlich rau, uneben, eigentlich hoppelig (aber immer noch besser als vorher der Asphalt).  Die Betonplatten sollen verhindern, dass der schwere Bus auf Dauer den Asphalt verschiebt. Das erspart auch uns Radfahrenden, irgendwann mit diesen fürchterlichen Längsrillen und Längswellen im Asphalt an Bushaltestellen fertig werden zu müssen. 

Nicht jeder Busfahrer fährt allerdings so, dass Radfahrende keine Angst bekommen. Dieser hier auf dem Foto fährt mit relativ hohem Tempo an den Radler heran und schwenkt dabei auf den Radstreifen ein, um die Bushaltestelle anzusteuern. Es bleibt abzuwarten, wie das für Radfahrende läuft, wenn der Busfahrer auch noch rasant überholt und dann plötzlich auf den Radfahrstreifen schwenkt. Aber es ist nicht die einzige Stelle in Stuttgart, wo Radfahrstreifen oder sogenannte Schutzstreifen durch Bushaltestellen führen. Und es gibt auch sehr nette Busfahrer:innen, die den Radverkehr rücksichtsvoll behandeln. 

Dieser Lkw-Fahrer hat den Radfahrstreifen an der Einfahrt zu Dinkelacker auch bereits als Halteplatz entdeckt, um abzuwarten, bis er rein kann oder auf sonstwas zu warten. Zwei Linienbusse müssen innerhalb der Viertelstunde mühsam über die Gegenfahrbahn um ihn herum fahre. Die Autofahrenden an der Baustellenampel müssen dafür Platz freihalten, beim zweiten Mal muss eine Radfahrerin warten. Ich schätze, allein wegen dieses Problems, das auf dem Radfahrstreifen falsch parkende Autos und Lkw für den Busverkehr verursachen, wird hier die Verkehrspolizei was tun. 

Die Ein- und Ausfahrt von Dinkelacker ist auch nicht ganz ungefährlich für uns, da herrscht reges Anfahren und Abfahren. Sowohl von rausfahrenden als auch einbiegenden Lkw über den (wenn rot markierten) Radfahrstreifen geht immer Gefahr für Radfahrende aus. Nach hinten umgucken, bevor man ihn passiert, empfiehlt sich, ebenfalls sich vergewissern, dass der ausfahrende Lkw-Fahrer einen gesehen hat. (Meine Cousine ist von einem Lkw-Fahrer, der aus einer Seitenstraße über den Radfahrstreifen auf die Hauptstraße rausfuhr, getötet worden.) 

Aber das alles ist immer noch besser als vorher. Die Hohenstaufenstraße ist eine viel beradelte Straße, weil sie die nächstgelegene Alternative zur Fahrt durch den Schwabtunnel darstellt. 

6 Kommentare:

  1. Keine Angst vor Bussen!
    Die halten meistens mehr Abstand als die Pkws, weil sie sich spontane Bremsungen wegen ihrer Passagiere gar nicht leisten können. Und weil der Motor hinten ist, hört man das Motorengeräusch nicht so, der Mobbingfaktor ist also auch begrenzt.

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    1. Danke, Matthias, zufällig habe ich aber schon selber die äußerst knappe Vorbeifahrt eines Busses an meinem Ellbogen erlebt. Ist sehr selten, aber gibt es auch. Ich habe auch eine hohe Meinung von Taxifahrer.innen, die kennen wenigstens die Verkehrsregeln, aber auch mit Taxifahrern habe ich schon Schockmomente erlebt. Es gibt halt unter allen welche, die Radfahrende nicht mögen.

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    2. Taxifahrer kennen Verkehrsregeln? Vielleicht in Stuttgart, aber nicht in Mannheim.
      Karin

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  2. Gesegnetes Stuttgart, wenn bei euch die Taxler die StVO kennen; in Tübingen gibt es (gefühlt) keinen.

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  3. Eine Diskussion über Taxifahrer:innen wollte ich nicht auslösen. 😊 Ver,mutlich unterscheiden sie sich vom Gros der Autofahrenden nicht.

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  4. Die Radspur bergauf ist tatsächlich sehr gut, denn die Straße war so eng, dass die Busse sich gar nicht begnen konnten und bei bergauf ist ein Bus, der auf meiner Spur entgegen kommt, doch etwas bedrohlich -- das gibt es jetzt nicht mehr.
    Was ich nicht verstehe sind die Radmalereien bergab -- ist die ganze Spur ein Radstreifen oder sind die Räder nur Kunst am Bau. Shared space am Schickardt war ja nicht so der Hit, warum hier einen neuen Versuch oder Bestätigung, dass es nicht funktioniert.

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