30. September 2026

Der Nesenbach in der Möhringer Straße ist tatsächlich sturzgefährlich

Ich finde es auch schön, dass man den Nesenbach im Kessel ausgegraben und an zwei Stellen in neue Rinnen verlegt hat. Wenngleich es sich nicht wirklich nur um den Nesenbach handelt, sondern um drei Bäche. 

Problematisch ist aber die Stelle in der Möhringer Straße am Marienplatz. Wie ich schon am 10. September geschrieben habe: Der Übergang von der Gehwegfläche mit dem Gitter über dem Bach zur neuen Bachrrinne ist gefährlich. Und offenbar sind bereits Leute gestürzt. Die Stuttgarter Zeitung schreibt in einem Artikel von vorgestern, der Bach habe sich bereits als Stolperfalle erwiesen. Vor allem bei Radfahrenden, die ihren gewohnten Fahrweg durch den freigegebenen Fußgängerbereich zum Marienplatz verfolgen, komme es zu brenzlichen Situationen. Eine Anliegerin hat der Zeitung berichtet, dass mindestens einmal der Rettungswagen habe gerufen werden müssen, nachdem ein Radfahrer in die Rinne gefahren und gestützt sei. Die Stelle, wo die Gitterabdeckung endet und die Rinne beginnt, ist ist halt ziemlich überraschend und zudem sehr beengt. Auf der einen Seit steht ein Laternenmast, und der Ausweg am Laternenmast vorbei wird durch dort immer stehende Müllkontainer verengt, und auf der andren Seite der Rinne macht eine Bambeetbegrenzung den Weg schmal. Zu schmal für Kinderwagen. Fürs Fahrrad sehr schmal, man kann mit dem Lenker an dem Mast hängenblieben, für geschobene Fahrräder zu schmal, denn nebeneinander passen Mensch und Fahrrad da nicht durch. 
Die meisten, die die Stelle schon kennen ,gehen und radeln jetzt auf der Fläche auf der Reweseite, der einzigen Fläche, auf der man sich begegnen kann. Rädern und Fußgänger:innen steht damit gegenüber vorher nur noch die Hälfte der Fläche zur Verfügung. Und der Ort ist bevölkert. Die Hauptradoute 1 führt hier übrigens nicht mehr lang. Man biegt vorher in die Tannenstraße ab und radelt die Böblinger Straße. 

Der Zeitung zufolge bestätigte ein Sprecher der Stadt den einen Unfall. Er räumte auch ein, dass "man mehrfach von Bürgern auf die erhöhte Unfallgefahr hingewiesen" worden sei. Ein solcher Hinweisbrief an die Stadt ist auch mir bekannt, auch die doch etwas befremdlich gleichgültige Antwort. Ein Vertreter oder eine Vertreterin der Stadt erklärt darin, dass aus ihrer Sicht die Bachrinne in der Möhringer Straße baulich klar erkennbar und eben ausgebildet sei, sodass keine Stolpergefahr bestehe. Der Bürger wird gebeten zu beachten, dass "der Verkehrsteilnehmende grundsätzlich dazu verpflichtet ist, seine Aufmerksamkeit der Ausgestaltung des öffentlichen Stadtraums bzw. deren Verkehrswege anzupassen." 

Also: Die Leute sollen halt gucken. Verkehrssituationen und Begegnungen auf Gehwegen können aber kompliziert sein, sodass Menschen zu Fuß oder auf Fahrrädern doch mal kurz nicht auf den Boden vor sich blicken. Und dann ist vielleicht eine achtzigjährige Frau in den Bach getappt und hat sich eine Verletzung am Schienbein oder Knöchel zugezogen, von der sie sich nicht so schnell erholt wie ein junger Mensch. Oder eine Radfahrer hat bei Nacht den Bachbeginn zu spät erkannt und hängt mit dem Vorderrad in der Rinne, ist gestürzt und hat sich das Handgelenk beim Abstützen gebrochen. Bei der Organisation des Autoverkehrs werden unfallträchtige Stellen vermieden oder mit Warnschildern versehen, obgleich auch Autofahrende eigentlich stets mit angepasster Geschwindigkeit und aufmerksam fahren müssen. 

Ja, Freiburg hat lauter solcher Bächle. Die Stadt ist berühmt dafür. Touristen kommen auch deshalb. De Freiburger:innen sind daran gewöhnt, auch deshalb, weil sie überall sind, nicht nur an zwei Stellen in der Stadt. Das ist der Unterschied zu Stuttgart. Wir sind gar nicht daran gewöhnt, mit Wasserläufen auf Gehwegniveau zu rechnen. Deshalb wäre es gut, man würde die Gewöhnungsphase etwas entschärfen, vor allen an dieser super engen Stelle, wo ein schnelles Ausweichen unmöglich ist.. 

Mein Vorschlag: Die Müllkontainer beiseite räumen und woanders hinstellen (die gehören ohnehin nicht so dauerhaft, wie die da stehen, auf den Gehweg. 
Und am Beginn des Bachs zunächst eine Bake und dann dauerhaft ein schmales Eisengitter mit Reflektoren als Stopper aufstellen.


1 Kommentar:

  1. Liebe Christine,

    als "Bobbele" mit einer hohen Bächlekompentenz mein Kommentar dazu: es geht um das Vergrämen der Radies. So richtig sagen, dass man sie am liebsten hinter dem Mond hätte, traut man sich nicht, aber es geht ja auch anders wie mit diesen freiliegenden Rinnen oder dass man als Radie bei den 4 Ampeln (Böheimstraße zum Radstreifen Hohenstaufenstr.) in der Regel dreimal rot hat (Autos schaffen es mit 40 Sachen durchzubrausen ...). Ehrlich entsetzt war ich auch über die Ausgestaltung der Hauptradroute 1 weiter Richtung Vaihingen. Es wirkt wie eine Leistungsschau zur Vorbereitung der IBA, was es alles an Schikanen gegen die Radies gibt. Nicht zu vergessen: man kann ja auch Baustellenkomplettsperrungen unnötigerweise über Jahre ausschildern (wie beim Radschnellweg Stuttgart nach Böblingen) und wenn dann die E-Bikefahrerin, die einfach so tot gefahren wurde, die Frage stellen, mit welchem Recht sie auf der Straße statt auf dem komplett gesperrten Radweg gefahren ist.

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