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23. September 2025

Regeln folgen der Macht

So resümiert die taz einen Artikel über Regeln im Straßenverkehr, die dem Autoverkehr dienen, nicht aber dem Radverkehr oder dem Fußverkehr. 

Der Artikel geht der Frage nach, ob Regeln wirklich für alle da sind. Gemeint ist damit: Nützt ein Regelwerk allen gleichermaßen und schränkt es alle gleichermaßen ein?  Beim Straßenverkehr kann ich die Frage mit Nein beantworten. Er ist seit den 40er Jahren so organisiert, dass der Autoverkehr möglichst hindernisfrei rollen kann. Der Autoverkehr wird intern geregelt (durch Ampeln, Vorfahrtsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen), aber so, dass der Autofahrer die so wenig Verzögerungen wie möglich hinnehmen muss. Nur kurz wird der Autoverkehr mal angehalten, damit der Fußverkehr eine viel befahrene Straße queren kann. Er hat Kraftfahrstraßen, Autobahnen und Schnellstraßen zur Verfügung, auf denen sich nichts anderes befinden darf als Autos, die schneller fahren können als 60 km/h. Die Wege für Autos durchschneiden und zerstören Landschaften und hindern Menschen ohne Autos (und übrigens auch Wildtiere) über Kilometer daran, auf die andere Seite zu gelangen. Der Fußverkehr darf nur an den Rändern der Straßen gehen, wenn es einen Gehweg gibt. Er hat zwar manchmal Fußgängerzonen, aber da fahren immer auch Autos rein. Der Radverkehr wird zwischen Fahrbahnen, Gehwegen und Radwegen hin und her geschoben und befindet sich immer in Gefahr, auf der Fahrbahn oder einem Radweg von Autofahrenden missachtet zu werden. 

Anlass für die taz-Überlegung ist ein Zebrastreifen, den Bürger:innen in Dresden an der Stelle auf eine Straße gemalt haben, wo viele Schüler:innen hinüber müssen.

26. August 2025

Keine Gnade für den Fußverkehr

Ich stand mal eine Weile an der Gablenberger Hauptstraße vor dem Bioladen gegenüber dem  Aldi. Und ständig überquerten Leute genau hier die Gablenberger Hauptstraße. Weil hier eine Einfahrt ist und keine Autos parken.

Sie müssen schauen und warten, weil viele Autos fahren. Da fehlt ein Zebrastreifen, sagte ich zu der Radlerin, mit der ich dort unterwegs war. Den habe die Stadt abgelehnt, antwortete sie, weil man zwischen zwei so dicht beieinander stehenden Ampeln mit Fußgängerfurten keine Zebrastreifen lege, dann müssten die Autos ja ständig anhalten. 

Ich habe mir das auf dem Stadtplan Stuttgart angeschaut und ausgemessen. Die beiden beampelten Fußgängerfurten liegen ziemlich genau 200 Meter auseinander, je hundert Meter in die eine oder andere Richtung von dem Punkt aus gesehen, wo die Leute gerne rübergehen wollen.  

3. Juni 2025

Das ist in Stuttgart ein autofreies Viertel

Im Neckarpark in Cannstatt werden emsig Häuser hochgezogen. Vieles ist schon fertig. Die Straßen sind weitestgehend autofrei geplant, Autos sollen hier nicht abgestellt werden. Es gibt Quartiersgaragen.  

Die Realität sieht krass anders aus. Die Wege hinter den Neubauten an der Ecke Daimler-/Mercedesstraße beim neuen Sportbad, sind als Fußgängerzonen angelegt. Doch wenn Stuttgart etwas autofrei plant und anlegt, dann sieht das so aus: alle Gehwegränder sind zugeparkt. Heck an Kühler stehen die Autos doppelseitig auf 260 Metern Länge im Bertha-Thalheimer-Weg am Veielbrunnenpark. Poller sollen die Einfahrt von der Daimlerstraße aus verhindern, allerdings kann man sie rechts über den breiten Gehweg umfahren. Ob das die "Einfahrt" ist, die all die hier genutzt haben, weiß ich allerdings nicht. 

20. März 2025

Dann drehen wir doch mal den Zebrastreifen

Der Vorschlag kommt von einem Institut in Leipzig und dem dortigen Bürgermeister.   

Ich habe das mal für die Eberhardstraße (durch die eigentlich keine Autos fahren dürfen) ins Bild gesetzt. Der Zebrastreifen ist um neunzig Grad gedreht, bildet für Fußgänger:innen sozusagen die Leitlinien ihres Wegs und für Autofahrende und Radfahrende eine optische Barriere. Er wirkt von weiter weg wie eine dicke Haltelinie und, nähert man sich, wie viele Haltelinien. Das ist der Hintergedanken der Idee. 

Es gibt keinerlei Untersuchungen, ob dieses Design Lenker:innen von Fahrzeugen eher dazu bringt, anzuhalten, wenn Fußgänger:innen queren wollen. Das muss in Leipzig erst ausprobiert werden, sofern es eine Genehmigung für einen Test gibt. Spontan leuchtet ein, dass es so sein könnte. Spontan fällt mir dazu aber auch ein: In ganz Deutschland (womöglich ganz Europa) viele Tausende von Zebrastreifen ändern, erscheint unnötig aufwändig und kostenintensiv. Alle müssten sich umgewöhnen. Und wir gewöhnen uns ja in Europa nicht gern um. 

8. März 2025

Gelten im Park die gleichen Radfahr-Regeln wie auf Gehwegen?

Mit einem Kind unter acht Jahren, das auf dem Gehweg radeln muss, darf ein Elternteil ebenfalls auf dem Gehweg radeln. 

Was aber ist, wenn wir mit unserem radelnden Kleinkind an einen Park kommen, in dem Radfahren verboten ist, weil dort entsprechende Schilder stehen.  Die Regel bei Gehwegen: Kinder unter acht Jahren müssen auf dem Gehweg radeln bis zehn dürfen sie es (StVO § 2 (5). Nur Kinder unter 8 Jahren dürfen von einer Person dort begleitet werden. Sie werden Fußgänger:innen gleichgesetzt und müssen beim Überqueren einer Straßeneinmündung absteigen.* Gilt das aber auch für diesen Park oder für eine Fußgängerzonen? Die Frage stellte sich mir, als mir ein Blogleser schrieb, dass seine Frau, die mit zwei Kleinkindern zu einem Spielplatz im Killesbergpark radelte, von der Polizei mit einem Bußgeld belegt wurde. Das Alter der Kinder ist mir übrigens nicht bekannt. An dem Park stehen an den Zufahrten überall die Gehwegschilder, es handelt sich aber hier nicht um straßenbegleitende Gehwege. 

Wie üblich ist das gar nicht so einfach herauszufinden, denn mit dem Radverkehr beschäftigen sich einschlägige Seiten zur StVO immer nur am Rande und oft unvollständig und fehlerhaft. 

12. Februar 2025

Siebzig Zentimeter oder: Das Grauen auf unseren Gehwegen

Wie breit ist ein Gehweg? Egal wie breit er tatsächlich ist, Falschparkende, Aufsteller, Baustellenbeschilderungen, Baumstandorte oder Radfahrende lassen den Fußgänger:innen nur rund siebzig Zentimeter. 

Das hat Martin auf seinem Blog beobachtet. Ein zwei Meter breiter Gehweg bietet sich einzelnen Autofahrenden als Abstellfläche an. Auf Gehwege wird, wenn die Straße schmal ist, soweit hochgeparkt, dass Fußgänger:innen gerade noch vorbei kommen (manchmal auch nicht mehr). Entlang vieler gewachsener Wohnviertel sind die Gehwege kaum breiter als ein Meter und überall parken Autos am Bordstein. 

Auch wenn das jetzt nicht im eigentlichen Sinn ein Fahrradthema, sondern ein Fußgängerthema ist, fällt auch mir auf, wie sehr Gehwege Verfügungsfläche für alles sind - Aufsteller, Mülltonnen, Tische und Stühle, Autos, Motorräder, E-Scooter, Radbügel, Pollerreihen, Ampel- und Schildermasten, Fahrräder -, was in den öffentlichen Raum muss oder soll. Deshalb habe ich angefangen, mit Zeichnungen sichtbar zu machen, was wir bewusst schon lange nicht mehr sehen. 

5. Juli 2024

Fußgängerzone voller Autos

Die Seelbergstraße in Cannstatt ist auf dem letzten Abschnitt zum Wilhelmsplatz hin Fußgängerzone geworden, die für für Fahrräder und E-Scooter freigegeben ist.  

Es handelt sich um einen Verkehrsversuch, dem das übliche Geschrei vorausging, das die Läden ihre Kund:innen nicht mehr empfangen können und alte Menschen keinen Parkplatz mehr direkt vor dem Arzt finden (als ob sie den je dort gefunden hätten) und vielleicht ein paar Schritte laufen müssen. Viele Autofahrende juckt die Öffnung der Straße für Fußgänger:innen auch nicht im Geringsten, sie ignorieren die Fußgängerzone, suchen einen Parkplatz oder fahren einfach nur durch.  

17. September 2023

Fußgänger prügelt auf Radfahrer ein

Blogleser B. ist gestern Nachmittag Zeuge eines erschreckenden Vorfalls geworden, der den unbändigen Hass auf Radfahrende zeigt.
 

Er war mit einer großen Gruppe auf dem Gehweg entlang der Jahnstraße in Degerloch zwischen Reutlingerstraße und Hans-Neuffer-Weg unterwegs. Die Fußgänger:innen nahmen die ganze Breite des Gehwegs ein. Entgegenkommende Radfahrende kamen nicht durch und mussten anhalten. Ein Radfahrer kam von hinten und ein Mann, Mitglied der Gruppe, rief "Vorsicht Radfahrer" nach vorn. Der Radfahrer klingelte wohl auch. Man machte freundlich Platz. Der Radler fuhr sehr langsam an allen vorbei, bis er auf Höhe eines älteren Herrn mit Stock war. 

Der sah es nicht ein, einen Schritt beiseite zu treten. Statt dessen rammte er seinen Stock in die Speichen des Fahrrads. Der Radfahrer kippte, war aber natürlich so langsam, dass er nicht stürzte, sondern nur abstieg. Das an sich ist schon erschreckend. Noch erschreckender war aber, dass der Mann dann mit der Faust auf den Radler einschlug. Der Radler (auf dem Foto oben in weißer Tenniskleidung) versuchte die Schläge zu stoppen und fiel dem Schläger in den Arm. Der Mann, der anfangs die Gruppe auf den Radfahrer aufmerksam gemacht hatte, griff beherzt und deeskalierend ein, und nach einer Weile konnte der ältere Herr beruhigt werden. Auf dem Foto sieht man den Stock, das Fahrrad weiter hinten und den Mann in dunkler Kleidung und den Radfahrer in heller Kleidung.

24. August 2023

Die Katze auf dem Radweg

Als ich an einem Samstagvormittag Richtung König-Karls-Brücke radelte, sah ich diese Katze auf dem Radweg rekeln. Sie genoss es. 

Ich fuhr sehr langsam, weil ich Angst hatte, dass sie im letzten Moment erschrocken aufspringt. Das tat sie aber nicht. Der nächste Radler kam und fuhr vorbei. Eine Fußgängerin bestaunte die Szene. 

Die Katze hatte offensichtlich keine Angst vor den Radler:innen, sie war sich sicher, dass sie gesehen wird und man an ihr vorbei fährt. Ähnlich verhalten sich auch die Graugänse und Nilgänse im Schlossgarten. Sie stehen auf dem Geh-/Radweg herum und alle Radfahrenden fahren links und rechts an ihnen vorbei, ohne dass sie flattern oder flüchten. Sie wissen, dass Radfahrende sich nach ihnen richten. Die Reaktionen von Fußgänger:innen auf Radfahrende sind oftmals nicht so gelassen. Eine nicht geringe Zahl glaubt nicht, dass sie von uns Radfahrenden gesehen und nicht über den Haufen gefahren wird. Ich will nicht ausschließen, dass Fußgänger:innen oder Radfahrende die Gänse im Schlossgarten auch mal zum Flattern bringen, und es gibt durchaus Zusammenstöße zwischen Fußgänger:innen und Radfahrenden, allerdings extrem viel weniger als die von Autos mit Fußgänger:innen. 

14. August 2023

Fußgänger:innen und Fahrradstraßen

Sobald sich eine Fahrbahn optisch ändert und weniger Autos darauf fahren, wird sie von Fußgänger:innen erobert. 

Das ist eigentlich ein schöner Beweis dafür, wie störend Autos für das soziale Leben in der Stadt sind. Endlich müssen sich die Fußgänger:innen nicht mehr an den Hausrändern entlang drücken, endlich ist Platz. Blöd ist es nur für Radfahrende. 

Viele, die die Eberhardstraße entlang radeln, die eigentlich autofrei ist sein soll, machen die Erfahrung, dass etliche Fußgänger:innen ziemlich unbefangen auf der Fahrbahn gehen, auch zu mehreren nebeneinander. Sie gehen auch ohne zu gucken diagonal rüber. Dabei ist das ja immer noch eine Fahrbahn. Es sind halt nur Radfahrende darauf unterwegs und nur noch vereinzelt Autos. 

17. Juni 2023

Frauen und Männer im Straßenverkehr

Männer werden im Straßenverkehr häufiger getötet als Frauen. Sie sind auch für die meisten Unfälle im Straßenverkehr verantwortlich, bei denen andere zu Schaden kommen. 

Frauen stellen im öffentlichen Raum eine geringere Gefahr für andere dar. Das geht aus den Statistiken hervor. Zwei Drittel aller Frauen wurden im Pkw verletzt oder getötet, meist als Beifahrerin. Offenbar fahren immer noch mehr Männer das Auto als Frauen. Frauen werden übrigens, einer britischen Untersuchung zufolge fast doppelt so oft im Auto eingeklemmt wie Männer, vermutlich, weil das Auto und seine Sicherheitstechnik für Männer konstruiert sind und nicht für Frauen. 

25. Februar 2023

Radfahren ist die energieeffizienteste Fortbewegung

Radfahren braucht noch weniger Energie als das zu Fuß Gehen, es ist sogar effizienter als die Fortbewegung von Tieren. 

Das Radfahren ist energetisch etwa fünfmal so günstig wie das Gehen und erlaubt dabei die doppelte Geschwindigkeit. Das geht aus Berechnungen der Uni Münster hervor. Die Energie, die wir dafür brauchen, beziehen wir aus der Nahrung und damit aus nachwachsenden Rohstoffen. Lässt sich eine Person in einem Auto transportieren, dann schafft sie mit der gleichen Energiezufuhr 85 Meter, mit der ein Radfahrer fast 5 km weit kommt. Der Energiebedarf ist um den Faktor 36 höher. Und das Auto braucht dafür meistens fossile Brennstoffe. 

10. Oktober 2022

So lachen Autofahrer die Stadt Stuttgart aus

Kaum ist im Europaviertel die Fläche der Fußgängerzone zwischen Hotel, Stadtbibliothek und Milaneo frei von Baustelle, parken dort Autos. 

Anfangs standen sie hier am Sonntag, weil Autofahrende sonntags davon ausgehen, dass nicht kontrolliert wird. Offenbar wird hier aber nie kontrolliert, denn inzwischen (innerhalb weniger Wochen) parken hier Autos (meistens teure und große), egal zu welcher Zeit man durchläuft oder durchradelt. Es ist eindeutig verboten, aber etliche Autofahrende betrachten jede freie und ebene Fläche als ihre Fläche, wo sie meistens ungestraft und dann auch immer kostenlos parken können. Sie missachten Bordstein und Verkehrszeichen. und lachen sich ins Fäustchen. Sie lachen auch die Stadt aus, die so schöne Flächen bereitstellt, ohne sich drum zu kümmern, was dort passiert, und ihr Lachen klingt in meinen Ohren ziemlich hämisch. 
Ich bin allerdings not amused. So was darf doch nicht passieren. 

6. September 2022

Gefährlicher Eingriff in den Fußgänger- und Radverkehr

Wie selbstverständlich werden Autos, Schilder und Gerümpel auf dem Gehweg abgestellt oder auf dem Radweg. 

Autos, Motorräder, E-Scooter, Fahrräder, Schilder, Tische und Stühle, alles steht einfach so im Weg herum, hauptsächlich auf Gehwegen. Parkplatzsuchen ist out. Man stellt das Auto einfach mal schnell ab. "Da geht ja niemand", heißt es dann. Kein Wunder, auf Gehwegen gehen ist nicht leicht, mit dem Rollstuhl und mit Kinderwagen oftmals unmöglich. Deshalb gehen auch so wenige Menschen zu Fuß. Ihre Wege sind nicht frei. 

13. August 2021

Können Schilder lügen?

Die Gemeinden Herrsching und Schondorf am Ammersee haben ein neues Schild erfunden.  Es heißt Miteinanderweg und zeigt von links nach rechts einen Hund, einen alten Mann mit Rollator, eine Mutter mit Kind und ein Fahrrad. 

Darunter steht: Bitte Rücksicht nehmen! Da der Hund auf mich als Radlerin keine Rückicht nehmen kann, das Kind auch nicht und der Alte mit dem Rollator genug anderes zu tun hat, bin vermutlich auf dem Schild nur ich und mit mir andere Radfahrende gemeint. Ich vermute, es hat viele Beschwerden über so genannte rasende Radler gegeben. Und da hat sich einer diesen Appell ausgedacht. Doch: So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt (Goethe). Denn die einzige Zielgruppe, an die die Bitte sich richtet, sind die Radfahrenden. Das Schild meint nicht, was es zu sagen behauptet, es lügt. 

2. Juli 2021

Fußgänger:innen mit Kinderwagen sind uns ja sowas von egal

Damit das klar ist, hier darf nicht durchgeradelt werden. Allerdings dürfen Fahrzeuge  in diesen kleinen sehr steilen Verbindungsweg zwischen Filderstraße und Alter Weinsteige bis bis zum Straßenbahndepot hineinfahren. 

Deshalb radle ich da auch hoch, wenn ich ins Theater Rampe will und hinten im Hof mein Fahrrad abstelle. (Vorne gibt es ja keine Radbügel). 

Derzeit ist da schon länger Baustelle. Wie man sieht, schafft sie für Autos rede Menge Platz. Wer keinen Platz mehr hat, sind die Fußgänger:innen. Die Schleuse ist so eng und die Ständer der Beschrankung sind vielfach so gedreht, dass jemand mit einem Kinderwagen nur schwer durchkommt.

10. Juni 2021

Fußgänger und Radschnellweg passen nicht zusammen.

Städte sind nicht gut beraten, wenn sie Radschnellverbindungen genau dorthin legen, wo bisher vor allem Fußgänger:innen unterwegs sind. Rund um Berlin führt das gerade zu Verwerfungen. 

Das Bedürfnis, Radfahrende über kreuzungfreie Strecken zu schicken, erzeugt Routenideen, die eben nicht entlang von Autostraßen führen. Auch Radfahrende fahren gern durch schöne Gegenden. Aber genau dort gehen auch Fußgänger:innen gerne spazieren und an schöneren Tagen in rauen Mengen. Denen darf man ihren Erholungsraum - er ist knapp genug - nicht wegnehmen. 

Unsere Hauptradroute 1 geht durch den Schlossgarten. Und da wird es wirklich immer enger. 

17. Februar 2021

Fußgängerzone statt Anliegerstraße

Wenn Autofahrende die Verkehrszeichen nicht sehen, dann sehen sie diese Fahrbahnmalerei. 

Sie befindet sich in der Steinkopfstraße (am Bopser) dort, wo man aus der Wernhaldenstraße einbiegt. Die Verkehrszeichen sagen, dass diese Staße eine Fußgängerzone ist. Nur die Anwohner:innen dürfen zu ihren privaten Stellplätzen fahren, der Lieferverkehr darf hinein und Radfahrende dürfen hier durch. 

18. Januar 2021

Gehwege mit Umleitungsschildern vollgestellt

In Untertürkheim müssen die Abwasser- und Wasserleitungen vom Bahnhofsgelände weg unter die Straßen verlegt werden.

Das führt nicht nur für den Autoverkehr zu Umleitungen, sondern auch für den Radverkehr. Baustellen müssen sein, und sie bedeuten für alle Unbequemlichkeiten. Der Radverkehr wurde hier nicht vergessen. Das ist gut. Aber einfach wird es nicht. Blogleser Alex hat sich die Situationen sehr genau angeschaut und viele Fotos gemacht. Vielen Dank. 

Bedenklich übrigens, dass fast alle Verkehrzeichen auf den Gehwegen stehen, die teils viel zu schmal dafür sind. Hier die Beschreibungen
von Alex:

11. Oktober 2020

Der Schaltkastenstreich

In der Böblinger Straße in Heslach ist das neue Jugendhaus mit der Stadtteilbibliothek fertig. Alles sehr schön, nur nicht für Fußgänger:innen und Radfahrende. 

Denn mitten auf dem Gehweg steht ein Schaltkasten. Er macht den schönen neuen und breiten Gehweg schmal. Mit dem Kinderwagen kommt man nier nicht durch, mit dem Rollstuhl schon gleich gar nicht. Außerdem sieht es grottenhässlich aus. Da beauftragt man einen Architekten, da beschäftigt sich die Politik mit der Gestalt des Gebäudes, und dann steht davor so ein Trum, das Graffiti anzieht, weil es eben hässlich ist. Das hat schon was von Schildbürgerstreich, oder Schaltkastenstreich.