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28. August 2024

Radfahrer stirbt im Kreisverkehr in Wangen im Allgäu

Im Mai habe ich kritisch über eine neue Radverkehrsanlage mit Kreisverkehr in Wangen im Allgäu geschrieben. Jetzt hat sich dort ein für den Radfahrer tödlicher Zusammenstoß mit einem Lkw ereignet. 

Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, war am vergangenen Donnerstag um halb acht ein Mann mit seinem Pedelec auf dem Kreisel unterwegs, als ein Lastwagenfahrer nach rechts aus dem Kreisverkehr hinausfahren wollte. Er sah den Radfahrer nicht und überfuhr in. Die Schwäbische Zeitung beschäftigt sich vor allem mit den Gaffern, die sich den Ort anschauten und stellt zum Schluss die Frage, wie gefährlich Kreisverkehre für Radfahrende eigentlich sind. Die Polizei antwortet, sie seien genauso sicher oder eben gefährlich wie alle Kreuzungen, wo Autofahrer abbiegen und man solle "mittig im Kreisverkehr" radeln, damit die Autofahrenden einen immer vor sich haben und niemals rechts neben sich. So könne er nicht überholt werden und sei für alle Verkehrsteilnehmenden besser zu erkennen. Wir sind also wieder mal gehalten, selbst für unsere Sicherheit zu sorgen. 

30. Mai 2024

Slalom, Labyrinth und Schrecken - die deutsche Radinfrastruktur

Oft wird der Radverkehr in eine bestehende Straßenführung hineingebaut. Und da passt sie nicht rein. 

Deshalb werden Radfahrende im Slalom über Radstreifen, Gehwege, Rampen, Kreisverkehre und Linksabbiegeflächen geschickt. Man sieht viel rote Farbe, viele Verkehrszeichen, viele Linien und Pfeile, verschiedene Ampeln, viele Radzeichen auf dem Asphalt und muss höllisch aufpassen, dass man den Weg durchs Labyrinth findet. Wege, Flächen und Ampelsystem ändern sich alle paar Meter. 

Dem Radverkehr dient das nicht, eher dem guten Gewissen einer Stadtplanung (und deren politischen Entscheidungstragenden), dass man an Radfahrende gedacht und was getan hat. Für die Menschen in der Planung war das Ganze mit ähnlichem Grübeln und Tüfteln verbunden, das nachher von uns Radfahrenden verlangt wird. Ein Beispiel für diese verbreitete Art der Radverkehrsplanung habe ich in Wangen im Allgäu gefunden. 

27. März 2024

Wie riskant sind Kreisverkehre für Radfahrende wirklich?

Meine Beschreibung des Kreisverkehrs in Eislingen hat ein rege Diskussion darüber ausgelöst, wie sicher und sinnvoll Kreisverkehre für Radfahrende sind. 

Passieren mehr oder weniger Unfälle, je nachdem ob Radfahrende im Mischverkehr mit Autos durch den Kreisverkehr geführt oder wenn sie wie Fußgänger:innen außen herum geleitet werden? Und sind Kreiverkehre für Radfahrende sicherer oder unsicherer als klassische Kreuzungen mit oder ohne Ampeln? 

Der Gesamtverband der deutsche Versicherungswirtschaft (GDV) hat 2012 eine detaillierte Untersuchung über einen Zeitraum von fünf Jahren veröffentlicht. Das Ergebnis, kurz zusammengefasst, lautet:

4. Februar 2024

Geschützter Kreisverkehr in Eislingen

Die Stadt Eislingen tut was für den Radverkehr. Der Hirschkreisel  ist ganz neu. Er ersetzt eine riesige Ampelkreuzung mit Unterführung für Radfahrende und Fußgänger:innen.

Wegen der Verbesserung für den Rad- und Fußverkehr wurde die Maßnahme in das Förderprogramm "Stadt und Land" von Bund und Land aufgenommen. Der Kreisel hat 2,3 Millionen Euro gekostet, die Förderung betrug 2 Millionen.

Er ist als geschützter Kreisverkehr nach niederländischem Muster gebaut worden. Radfahrende werden auf Gehwegebene auf eigenen Radwegen außen rund herum geführt: Die Autofahrenden sind langsam unterwegs. Sie haben zwar keine engen Kurvenradien beim Rausfahren, sehen aber die Seitenbegrenzung des Kreisels vor sich und dann den roten Radstreifen und den Zebrastreifen. Sie müssen anhalten, wenn Fußgänger:innen oder Radfahrende kommen, denn die haben Vorrang. Das sieht toll aus und wirkt alles sehr friedlich. Alle Autos fahren langsam. Für Radfahrende hat der Kreisverkehr allerdings doch ein paar Haken.

28. Oktober 2022

Ja, was ist denn das jetzt wieder?

Nein, dies ist kein innovativer Kreisverkehr, der uns Radler:innen auf einem Radststreifen durch den Mittelkreis schickt. 

Dieser Kreisverkehr ist in Fellbach an der Kreuzung Kappelbergstraße/Gartenstraße neu hergestellt worden. Die rote Markierung bedeutet irgendwas. Wir sehen eine durchgezogene Linie, die man nicht überfahren darf, die Fläche ist aber nicht schraffiert. Vermutlich soll das Ganze signalisieren, dass Autofahrer ihre Autos nicht durch die Mitte schießen lassen, sondern außen herum lenken sollen. Was aber viele auch doch nicht sonderlich kümmert. Ein langer Lkw soll hier offensichtlich aber auch herumkommen, sein Hänger überfährt dann den Innenring. 

Wer hier aber mit dem Rad ankommt, könnte ins Grübeln geraten.

22. September 2022

Die hohe Kunst, durch einen Kreisverkehr zu radeln

Nicht nur Autofahrer:innen wissen oft nicht so genau, wie Kreisverkehr geht, auch Radfahrende können da viele Fehler machen. Und die können richtig gefährlich werden. 

In der Stadt Wangen im Allgäu wurde vor einem Jahr dieser Kreisverkehr eingerichtet. Sogenannte Schutzstreifen führen auf ihn zu, enden aber, wie das bei uns in Deutschland üblich und gesetzlich vorgeschrieben ist, zwanzig Meter vor der Einfahrt in den Kreisverkehr und beginnen auch erst zwanzig Meter dahinter wieder. So ist das auch in Stuttgart bei kleinen Kreisverkehren. 

Nähern sich Auto und Radfahrer dem Kreisverkehr, dann kann gleich der erste Fehler passieren. Der Radler lässt sich vom Auto an den Bordstein drängen, und beide fahren gemeinsam los, wenn frei ist. 

15. August 2021

Vor Kreisverkehren kann man nicht genug warnen

Kreisverkehre sind gefährlich für Radfahrende. In Backnang ist am Montag, den 9. August ein siebenjähriger Junge von einem Auto auf dem Zebrastreifen tödlich verletzt worden. 

Der 19-jährige Autofahrer fuhr auf der Sulzacher Straße Richtung Stadtmitte. Er kam an den Kreisverkehr bei der Talstraße, in die er einbiegen wollte. Er fuhr in den Kreisel und die nächste Ausfahrt raus. Dort führt ein Zebrastreifen über die beiden Fahrbahnen (mit Mittelinsel). Zwei Jungs überquerten ihn auf Fahrrädern. Sie kamen aus Sicht des Autofahrers von links. Er sah aber wohl weder den einen, noch den anderen Jungen. Während der erste noch rüber kam, prallte der Autofahrer gegen den zweiten. Der Junge wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, starb aber. Für die Familie ist das furchtbar, unerträglich und unbegreiflich. Die Eltern und Geschwister werden darüber in ihrem Leben nicht hinwegkommen. 

Ich schaue mir nach solch schrecklichen Unfällen immer die Situation an und versuche zu verstehen, was passiert ist.

23. September 2020

Kreisverkehr, ja - oder doch lieber nichtt?

"Was hältst du den von einem Kreisverkehr an der Stelle?", werde ich immer wieder gefragt. Ich antworte immer: "Kreisverkehre gehören zum Gefährlichsten, was es für Radfahrende gibt."

Auch wir auf Fahrrädern mögen Kreisverkehre. Man muss nämlich nicht an einer Ampel halten, man kann meistens reinrollen, durchrollen und rausrollen. Wenn das Gespräch weitergeht, dann sage ich meistens: "Das liegt daran, dass die meisten den Kreisverkehr am äußersten rechten Rand durchradeln. Und wenn eine Autofahrer innen überholt und die nächste rausfährt, dann ist der Radfahrer tot, falls er eigentlich weiter herumradeln wollte." - "Ja, das stimmt", höre ich dann, "das habe ich bei dir gelesen."

14. Oktober 2019

Wenn es schwierig wird, endet der Radstreifen

Deutsche Taktlosigkeit, schreibt Burkhard auf Twitter und zeigt dabei dieses Foto von Lindau. Warum eigentlich enden unsere Radfahrstreifen immer vor Kreisverkehren? 

Das sei eine Kapitulation vor jeder ambitionieren Knotenpunktgestaltung und erzeuge Unsicherheit. Kein Wunder, dass manche Radler/innen auf den Gehweg ausweichen. Ja, das habe ich auch schon bemängelt und vom Amt zur Antwort bekommen, man dürfe in Deutschland Radfahrstreifen nicht in einen Kreisverkehr hinein und (möglichst mittig) durch in hindurch führen, wie man das in den Niederlanden macht.

1. August 2019

Gut gemacht!

Zum ersten Mal sehe ich in Stuttgart eine gelb markierte Umleitungsführung, wo der Radverkehr seinen Platz behält. 

Im Möhringer Zentrum wird gebaut, deshalb müssen Autofahrer anders fahren. Hier, in der Rembrandstraße Richtung Sonnenberg, wurden die Parkplätze allesamt weggenommen, der Schutzstreifen nun geradeaus geführt und für die Autofahrenden eine Linksabbiegespur eingerichtet. Tatsächlich parkt hier auch keiner. Irgendwie gut. Da fühle ich mich wertgeschätzt.

Und wenn wir schon beim Loben sind:

28. Februar 2019

Radler und das Reißverschlusssystem

Auf solche Markierungen stoßen wir oft. Der Streifen fürs Fahrrad endet vor einer Kreuzung oder vor einem Kreisverkehr, hier dem in Möhringen auf der Rembrandstraße beim Riedsee.

Wer hat hier Vorrang, Fahrrad oder Auto? Beide Verkehrsmittel verfolgen auf ihren Spuren ihren Weg, der sich aber nun verengt. In Deutschland gilt laut StVO seit 2001 das Reißverschlussprinzip. In Österreich wurde es erst jetzt neu eingeführt. Bislang musssten Radfahrende an solchen Stellen warten, bis die Autos durch sind. Aber wenn hier nur ein Auto und ein Fahrrad aufeinandertreffen, wer dann Vorrang?

30. März 2018

Kreisverkehre bleiben gefährlich

Innerorts gelten einstreifige Kreisverkehre als sichere Knotenpunkte. Allerdings profitieren Radfahrende davon am wenigsten. Ganz im Gegenteil. Das hat eine Studie der UdV (Unfallforschung der Versicherer) festgestellt. 

In der Regel sehen sie so aus, dass Radfahrende auf Gehwegen und parallel zu den Zebrastreifen gelegten Radstreifen um ihn herum geführt werden, oft ohne Benutzungspflicht. Die meisten Radler glauben, sie müssten den Streifen folgen und geraten in Gefahr, wenn Autofahrer aus dem Kreisverkehr ausfahren. Sie sehen die Radler nicht. Sie sehen sie auch deshalb nicht, weil auf dem Gehweg fahrende Radler meistens alle beide Richtungen benutzen und für die Reaktionsfähigkeit von Autofahrenden, die vom Kreisverkehr ohnehin gestresst sind, viel zu schnell kommen.

20. Mai 2017

Autofahrer bringt Radlerin zu Fall und begeht Fahrerflucht

Am Montagmorgen fuhr nach Angaben der Polizei eine 14-Jährige auf der Rohrackerstraße Richtung Hedelfingen, wurde geschnitten und stürzte.

Kurz vor der Einmündung in den Kreisverkehr mit der Heumadener Straße, so die Polizei, überholte sie ein Auto so knapp, dass sie auf den Gehweg lenkte und am Bordstein über den Lenker stürzte. Sie musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Nach meiner Rekonstruktion muss das hier gewesen sein.* (Siehe Foto, hell markiert.)

Der Autofahrer fuhr weiter. Es soll sich um eine schwarze Limousine handeln. Mehr hat die Radfahrerin nicht gesehen.

12. April 2017

Kreisverkehr oder Kreuzung?

Viele Degerlocher, die sich mit Verkehrsfragen beschäftigen, wünschen sich hier einen Kreisverkehr. Der aber ist für Radfahrende gefährlicher. 

Das ist die Kreuzung Albstraße mit der Löwenstraße. Übrigens erfreulicherweise auch mal eine ohne Ampel. Wer mit dem Rad vom Sonnenberger Friedhof kommt und zur Epplestraße oder noch weiter zur Waldau will, fährt hier drüber und kann die ganze Löwenstraße entlang bis zur Waldau radeln. Wer die Löffenstraße (die B27) am Fußgängerüberweg überquert hat, landet auch hier und muss über die linke Spur auf die Löwenstraße einbiegen, wenn er nach Degerloch hinein will. Degerloch hat rund um den Einkaufskern gar keine praktikable Radinfrastruktur, deshalb gibt es lauter Umwege zur Epplestraße. Jedenfalls sind hier auch Radfahrende unterwegs. Vielleicht nicht übertrieben viele, aber doch so viele, dass man als Radler kaum je alleine unterwegs ist.

11. August 2016

Wie gefährlich ist der Vaihinger Kreisverkehr?

Blogleser Jan hat sich Gedanken gemacht über den Kreisverkehr in Vahingen an der Robert-Leicht-Str./Zusestraße.

Ich habe ja  hier immer wieder über Kreisverkehre geschrieben, weil sie für Radfahrende eine Gefahr darstellen. Autofahrer/innen sind damit leicht überfordert, sie geraten in Hektik, wenn sie reinfahren wollen, sie vergessen beim Rausfahren das Blinken, und sie übersehen Radfahrende, die am Rand herum radeln und nehmen ihnen die Vorfahrt. Bei diesem Kreisel werden Radler in beiden Richtungen (mit und gegen den Uhrzeigersinn) um den Kreisverkehr geleitet.
Die erste Frage ist darum: Haben auf den Zebrastreifen Radfahrende von links und von rechts Vorfahrt, egal, von wo der Autofahrer kommt?

27. Juni 2016

Tödlicher Fahrradunfall in Weilimdorf

Kreisverkehr Möhringen mit Radlerin
Der Unfall hat sich Mitte Juni auf einem Kreisverkehr ereignet. Der Achtzigjährige Radfahrer erlag eine Woche später im Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen, die er trotz Helm erlitten hatte. 

Die Karte zeigt den Kreisverkehr. Eine Mercedes-Fahrerin (36) fuhr aus der Landauer Straße in den Kreisverkehr ein und hat dem Pedelecfahrer die Vorfahrt genommen. Es goss in Strömen. Der 80-Jähre befand sich schon im Kreisverkehr. Die Autofahrerin erwischte ihn und brachte ihn zu Fall.

3. Juli 2013

Gut gemeint oder gut? Der neue Radweg Löwentorstraße

Da wird gebaut, da kommt die Stadtbahnlinie hin, da werden Bäume gepflanzt. Die Löwentorstraße soll die Stadtbahn auf den Hallschlag bringen. Es sind neue Kreisverkehre entstanden. Es gibt einen Radweg und die so genannte indirekte Linksabbiegespur für Radfahrer. 


Das ist ein ganz netter neuer Radweg mit kleinen Mängeln, z.B. Ein Haltebalken vor der Ampel von dem aus man die Ampel nicht sieht. Linksabbiegen ist mal wieder problematisch (letzte Kreuzung vor der B10), außerdem ist die Absenkung vom Bürgersteig auf den Radweg noch teilweise Abgesperrt, da muss man vom Bordstein "springen".

schreibt mir Viola in mein FacebookUnd, "Hast du schon die Löwentorstraße gesehen?", fragt mich ein Autofahrer. Nein, warum? "Die Kreisverkehre, die musst du dir anschauen." Habe ich gemacht. Der Radweg oder auch Radschutzstreifen ist schön breit.  Nur leider endet er am ersten Kreisverkehr. 

21. Juni 2013

Unrund - Kreisverkehre

Eigentlich sind Kreisverkehre für Radfahrer ganz einfach. Man fährt rein, herum, streckt dann den Arm raus und verlässt ihn wieder. 

Und dabei ist es wie überall: Autofahrer unterschätzen die Geschwindigkeit von Radlern. Oder sie übersehen sie beim Abbiegen nach draußen. Lebensrettend also: den Kreisverkehr immer mittig auf der Fahrbahn um fahren! (Siehe Foto)

Mir scheint, bei der kuriosen Lösung, die man derzeit an vielen Kreisverkehren installiert, geht es nicht um die Radler, sondern darum, sie von der Autofahrbahn fernzuhalten.