28. Januar 2026

Kurze Verbindung über den Neckar ist offen

Mit dem Fahrrad kann man zwischen Seilerwasen auf der einen Neckarseite und Rosensteinpark auf der anderen jetzt wieder eine kurze Brückenquerung nutzen. Die Strecke ist seit ein paar Tagen offen. 

Bis vor zehn Jahren gab es hier die Holzbrücke und die Elefantenstege, die aber für Radfahrende immer verboten waren, jedoch viel genutzt wurden. Den unter die neue Bahnbrücke gehängten Steg gibt es schon länger. Die Brücke über die Neckartalstraße ist mittlerweile auch gebaut und nun als Fußweg mit Rad frei ausgeschildert. Immerhin eine Verbesserung, auch wenn wir natürlich immer schneller als mit Schrittgeschwindigkeit radeln und damit immer noch gegen die StVO verstoßen. Geschlossen war die Brücke über die Neckartalstraße so lange, weil die höheren Geländer fehlten, die für den Radverkehr nötig sind. Jetzt sind sie da. 

26. Januar 2026

Immer noch keine Schneeketten fürs Fahrrad

Immer wenn Schnee liegt, nehmen die Zugriffszahlen auf meinen Artikel von 2017 zu, der mit Schneeketten fürs Fahrrad überschrieben ist. 

Damals habe ich danach gesucht, wie man Fahrradreifen für ein paar Schneetage ausrüsten kann, wenn man sich keine Spike-Reifen aufziehen lassen will, mit denen man dann die meiste Zeit im Winter auf Asphalt herumnagelt. Seitdem hat sich eigentlich nichts getan. Es gibt keine Schneeketten für Fahrräder im Handel zu kaufen, wenngleich es vielversprechende Erfindungen gegeben hat. Das Angebot von Slipnot bleibt für mich undurchsichtig. Die üblichen Onlinehändler bieten inzwischen Kabelbinder-Varianten für schmalere Reifen an, die teils mit Spikes versehen sind (etwa auch bei eBay). Und der Tipp, Kabelbinder zwischen den Speichen um die Reifen zu ziehen, existiert weiterhin. Der Vorteil, man bekommt vielleicht im Schnee und sogar auf Eis Gripp, allerdings nicht durchgehend, sondern eben nur alle paar Reifenzentimeter. Und man kann sie eben  nur verwenden, wenn man keine Felgenbremse, sondern Bremsscheiben hat. Das anbringen und dann wieder abmachen, dauert zudem einige Zeit. Das macht man nicht in einer Minute vor und nach der Fahrt. 

Eigentlich schade, dass die Industrie nichts entwickelt. Allerdings erkenne auch ich, dass es nicht so einfach ist, für die unendlich vielen Varianten von Fahrradreifen eine Kette zu entwickeln, die man aufziehen kann und die dann auch noch unter die teils knapp bemessenen Schutzbleche passt. Die Winterradler von Oulu am Polarkreis fahren übrigens mit Spike-Reifen. Aber da liegt der Schnee ja auch Wochen  bis Monate lang. Einen Überblick über Spike-Reifen gibt es auf Fahrrad.de 




24. Januar 2026

Morgen Podiumsdiskussion im Merlin über Fahrradstadt Stuttgart

Der Zweirat lädt zu einer Bilanz über den Fortschritt des Ausbaus des Radverkehrs in Stuttgart. Der Zweirat hat einst Unterschriften für einen Radentscheid gesammelt. Daraus ist 2019 der Gemeinderatsbeschluss hervorgegangen, dass Stuttgart zur Fahrradstadt werden soll.

In den beinahe sieben Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich durchaus was getan in Stuttgart, nicht nur an vielen Ecken, sondern auch an langen Strecken wie der Böblinger Straße zwischen Heslach und Vaihingen. Fünf Fahrradstraßen sind angelegt worden. Eine Zählung der Stadt (die ich nicht nachvollziehen kann) ergab, dass der Radverkehr aber nur von 8 auf 9 Prozent angestiegen ist. Zahlen von 2023 lagen bei 14 Prozent. Ziel ist aber 20 bis 25 Prozent Radverkehrsanteil am Modal Split in Stuttgart, und davon sind wir durchaus noch ein ganzes Stück entfernt. Wobei in der Innenstadt sehr viel mehr geradelt wird als in den Außenbezierken, auch und gerade jetzt im Winter. Wir, die wir viel Rad fahren, können uns denken warum nicht so viele Menschen aufs Rad steigen, die es gerne würden, aber sich nicht trauen: Die Radwege und Radstreifen sind nicht durchgängig angelegt, sie hören viel zu oft auf, wo es schwierig wird. Und das macht vor allem unerfahrenen Radler:innen Angst und hält sie davon ab, das Fahrrad selbstverständlich als Alltagsverkehrsmittel zu nutzen. 

Im Merlin soll morgen, am Sonntag, dem 25. Januar um 15:30 Uhr darüber diskutiert werden, warum das alles nicht schneller geht und wie es schneller gehen könnte. Mit dabei ist unter anderen der scheidende Verkehrsminister Hermann, der sich durchaus unermüdlich für mehr Radverkehrsanlagen eingesetzt hat, aber immer wieder auch an dem politischen Unwillen der Städte (auch Stuttgarts) gescheitert ist. Der Eintritt ist frei. 


22. Januar 2026

Höhere Pendlerpauschale auch für Radfahrende

Die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Pendlerpauschale kommt auch Radpendler:innen zugute. Allerdings kann man sie erst bei der Steuererklärung für 2026 geltend machen. 

Es ist letztlich völlig egal, ob man mit dem Fahrrad, mit Öffentlichen oder mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Haus fährt, man bekommt 38 Cent ab dem ersten Kilometer steuerlich gut geschrieben. Bisher gab es für die ersten 20 Kilometer weniger. Arbeitnehmer:innen müssen dafür allerdings schon rund 3.300 km im Jahr fahren (egal womit), um über die Werbungskostenpauschale von 1230 Euro für 2026 zu kommen, die vom Finanzamt sowieso auf die Steuern angerechnet wird. Das entspräche, grob gerechnet, bei einer fünf-Tage-Woche mit 220 Arbeitstagen vor Ort (kein Home-Office) im Jahr einer Arbeitsweg-Strecke von 15 km hin und zurück. Kann man weitere Ausgaben als Werbungskosten angeben (Computer, Arbeitszimmer, Fortbildungen, Fachbücher etc.), dann fällt die Pendlerpauschale durchaus ins Gewicht, auch wenn die tägliche Radelstrecke gar nicht so lang ist. 

20. Januar 2026

Jonas Marwein ist Stuttgarts Fahrradbotschafter

Bislang hatte Stuttgart einen Fahrradbeauftragten und dann eine Fahrradbeauftragte. Ich habe, als ich noch Stadträtin war, den Antrag gestellt, den Posten der Fahrradbotschafterin oder des Fahrradbotschafters zu schaffen.

Sie oder er soll nicht nur das Thema Fahrrad gegenüber der Stadtverwaltung vertreten, sondern auch in die Stadtgesellschaft hinein wirken. Also gewissermaßen zwischen allen Stühlen sitzen und dennoch alle fürs Thema Fahrrad begeistern, so der Gedanke. Es hat etwas gedauert, bis der Gemeinderatsbeschluss umgesetzt wurde. 

Seit Oktober ist diese Stelle nun mit Jonas Marwein besetzt.  Er hat sich inzwischen Vertreter:innen des ADFC vorgestellt und schriftlich auch dem Zweirat. Und auf der Plattform LinkedIn  schrieb er vor zwei Monaten: "Ich möchte Menschen in Stuttgart für das Radfahren begeistern und unsere Stadt gemeinsam gestalten. (...) Ich freue mich auf viele spannende Gespräche übers Radfahren, frische Impulse in der Radverkehrsplanung zu setzen und den Wandel zu einem nachhaltigen Stuttgart aktiv zu begleiten."

Die Stadt Stuttgart  hat ihn auf ihrer eigenen Seite noch nicht vorgestellt. Wer auf der Stuttgartseite nach seinem Namen sucht, findet nichts, wer nach "Fahrradbotschafter" sucht, stößt immerhin auf eine Adresse und einen E-Mail-Adresse und erfährt, dass die Stelle beim Amt für Stadtplanung und Wohnen angesiedelt ist. Es gibt allerdings bereits einen Steckbrief (siehe Foto) der Stadt. Jonas Marwein besitzt Erfahrung mit Radverkehrsplanung und radelt selbst im Alltag, aber auch auf Radreisen und sportlichen Touren. Dass Stuttgarts Weg zu einer Fahrradstadt noch etliche Herausforderungen bereithält, ist im nach eigenen Angaben bewusst. 

Ich wünsche ihm ein gutes Gelingen in dem sicher nicht einfachen Job und uns allen, er möge viel Erfolg haben. 



18. Januar 2026

Nie gleich schnell neben Lkw her radeln!

"Warum Lkw-Fahrer vor allem Frauen übersehen", titelt Chip einen Artikel über sogenannte Abbiegeunfälle. 

Wobei Chip in der Überschrift natürlich den "Fahrer" weggelassen und den Lkw zur handelnden Person gemacht hat. Anlass war das Urteil gegen einen Lkw-Fahrer, der beim Rechtsabbiegen eine Radfahrerin überrollt und getötet hatte und eine Strafzahlung 6.300 Euro wegen fahrlässiger Tötung leisten soll. Laut Kontrollsystem war er beim Abbiegen 10 km/h schnell gefahren, also schon recht langsam. Laut Gericht war auch diese Geschwindigkeit zu hoch. Die StVO verlangt Schrittgeschwindigkeit

Der Unfallforscher Prof. Michael Weyde hat Zusammenstöße in Berlin mit Todesfolge untersucht und sich gefragt, warum mehr Frauen als Männer von abbiegenen Lkw-Fahrern (meist Männern) überrollt und getötet werden. Der Grund war auch mir nicht bewusst.

16. Januar 2026

Karten und Navis fürs Radfahren

Wenn ich mit dem Rad in eine mit unbekannte Gegend von Stuttgart radeln möchte, wie finde ich die Wege mit Radinfrastruktur und kann mir eine erste Orientierung verschaffen? 

Gleich vorneweg: Ich habe die ideale Navi-App fürs Fahrrad noch nicht gefunden. Komoot wurde Anfang letzten Jahres an ein italienisches Tech-Konglomerat verkauft. Sie  funktioniert jetzt nur noch über ein teures Wochenabo und ein etwas weniger teures Jahresabo. In den App-Stores werden Dutzende Tourenplanungs- und Navi-Apps angeboten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Eine kostenlose oder billige Routenplanung und zuverlässige Navigation fürs Fahrrad auf dem Handy scheint es nicht zu geben. Wenn ich eine Strecke zur einem Ziel plane, wo ich noch nie war, oder mich verfahren habe und schnell Hinweise brauche, wie es weiter geht, dann benutze ich, wenn es dumm läuft, verschieden Apps. "Radfahren.de" mal aufgeschrieben, was Navis für bestimmte Zwecke können sollten, nennt aber keine Favoriten.