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18. August 2025

Das Pedelec-Auto

Das Pedelec hat drei Räder, ein Lenkrad, ein Dach, Pedale und elektrische Trethilfe bis 25 km/h. Eine Hamburger Firma hat den Hopper entwickelt. Er kostet ungefähr 11.000 Euro. 

Der Spiegel hat ihn getestet und dazu eine langes Video gemacht, das man hier sehen kann. Gemacht ist das Gerät zunächst, um Leute in der Stadt auf das eigentlich viel praktischere Fahrrad zu bringen, die sich vor schlechtem Wetter und der Kibbelei eines Zweirads fürchten, oder die gerne bequem zu zweit radeln oder Lasten transportieren wollen. In den Kofferraum geht mindestens eine Getränkekiste, die Oma oder der Opa oder zwei Kinder können auf dem Rücksitz mit genommen werden. 

Kurios ist allerdings, dass der Hopper übers Hinterrad gesteuert wird, also im Heck. Er kann sich dadurch zwar auf der Stelle drehen und auf minimalem Raum wenden (durchaus ein Vorteil), verhält sich in den Kurven aber wie ein Boot mit Hecksteuerruder, schlägt also hinten aus, und das ist sehr gewöhnungsbedürftig. Dafür hat es ein Lenkrad, unter dem ein zweiter Ring liegt: die Handbremse für die beiden Vorderräder. Sie ist damit in jeder Lenkradstellung mit den Fingern erreichbar. Für das Hinterrad gibt es auch noch eine Fußbremse. Die Frontscheibe hat einen Scheibenwischer, den man allerdings mit der Hand bewegen muss, dafür aber ein Gebläse, dass die Scheibe von innen frei von Beschlag hält. 

12. August 2025

Senioren-Union fordert Wende in der Verkehrspolitik

Der autodominierte Straßenverkehr ist gefährlich für ältere Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern. Deshalb fordert die Senioren-Union der CDU etwas, was in der CDU gar nicht populär ist: Eine Verkehrspolitik, die Radfahrende schützt. 

Alarmiert ist sie von Zahlen des Statistischen Bundesamts, die aussagen, dass unter den im vergangenen Jahr auf den Straßen getöteten 441 Radfahrenden 63,5 Prozent Menschen über 65 Jahre sind. Die kommissarische Bundesvorsitzende der Senioren-Union sagt: "Es darf nicht sein, dass unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich gesund und umweltbewusst mit dem Fahrrad fortbewegen, zur Hochrisikogruppe im Straßenverkehr gehören. Die Zahlen zeigen deutlich: Wer heute alt ist und Fahrrad fährt, lebt gefährlich. Das ist ein unhaltbarer Zustand.Anmerken möchte ich, dass die übergroße Mehrheit der Rad fahrenden Senior:innen im vergangenen Jahr nicht angefahren oder getötet wurde, sondern unbeschadet geradelt ist.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind es übrigens nicht die hauptsächlich Senior:innen selbst, die Zusammenstöße verursachen. An 70 Prozent von Unfällen mit Personenschaden war ein Autofahrer beteiligt, und bei Dreivierteln der Fälle von Zusammenstößen mit Autos trugen die Autofahrenden die Schuld und die Radfahrenden keine. Das sei ein deutliches Zeichen, so die CDU-Organisation, dass das Verhalten motorisierter Verkehrsteilnehmer:innen in den Fokus rücken müsse. Die Verkehrsplanung müsse sich ändern - weg vom Vorrang für das Autos, hin zu einer Verkehrsordnung, die Leben schützt. Alte Menschen haben das Recht, sich im öffentlichen Raum zu bewegen."

Das sagen wir Radfahrenden jeden Alters schon lange.

9. Juni 2025

Spezialfahrräder auf dem Marienplatz - ein Erfolg

Am 5. Juni hielt das Wetter. Die Stadt Stuttgart hatte zu einem Nachmittag der Spezialfahrräder auf dem Marienplatz eingeladen. Und die Leute kamen und fuhren Probe. 

Und zwar genau die, für die die Dreiräder oder Vierräder mit E-Antrieb ein Möglichkeit sind, weiterhin unabhängig mobil zu bleiben.  Wer nicht mehr laufen kann, kann oft noch Rad fahren. Radfahren belastet die Gelenke weniger. Und zweispurige Rädern muss man nicht ausbalancieren. Für Leute mit leichtem Schwindel sind sie die Lösung, um allein in der Stadt herumzukommen und sich dabei auch noch zu bewegen. Es gibt Räder, auf die man einen Rollstuhl stellen kann, Tandems, auf denen man nebeneinander sitzt, statt hintereinander, ein Dreirad, das sich in die Kurve legt fürs gewohnte Fahrgefühl, Rikschas, Liegeräder und Tripeds in vielen Formen und Ausführungen. Der Mobilitiät mit Muskelkraft und E-Unterstützung sind wirklich keine Grenzen gesetzt. Fast alles ist möglich. Es war schön, so viele glückliche Gesichter zu sehen. 

10. Mai 2025

Österreichisches Gericht urteilt übers Helmtragen

Dem Urteil des Obersten Gerichtshofs zufolge bekommt ein unschuldiger Radfahrer eine Mitschuld an seiner Verletzung durch einen Autofahrer, weil er keinen Helm trug. 

Der Standard bezeichnet das Urteil als wegweisend und schildert den Hergang so: Im Februar 2023 benutzte ein Autofahrer eine Tankstelleneinfahrt illegal aus Ausfahrt. Wegen einer Hecke sah er nichts, und als er anfuhr, stieß er mit einem Radfahrer zusammen, der per Pedelec mit 20 bis 25 km/h unterwegs war. Der Radler wurde schwer im Gesicht und am Kopf verletzt. Er hatte keinen Helm getragen. Schon das Landgericht Feldkirch hatte zwar die alleinige Schuld des Autofahrers festgestellt, dem Pedelec-Fahrer aber das Schmerzensgeld um 20 Prozent gekürzt, weil eine gerichtliche Analyse ergaben habe, dass ein Helm ihm 20 Prozent der Schmerzen erspart hätte. (Das ist schon ziemlich absurd, denn auch kleine, nicht schwere Verletzungen können tierisch weh tun, eine Prellung zum Beispiel, während ein Knochenbruch nahezu schmerzlos bleibt.) Das Landgericht befand, es sei doch mittlerweile üblich, einen Helm zu tragen.

26. April 2025

Bambus-Fahrrad selber bauen - jetzt anmelden!

Im Werkstatthaus findet erneut ein Kurs zum Bau eines Bambusfahrradrahmens statt. Blogleser Stefan hat mich gebeten, folgenden Text zu veröffentlichen: 

In diesem Kurs bauen wir mit dir den Rahmen für dein voll funktionstüchtiges Gravelbike (oder Trekkingrad) mit Scheibenbremse und Schaltung. 

Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff mit hervorragenden Eigenschaften für den Rahmenbau. Das Material ist sehr stabil und besitzt dennoch eine gewisse Eigenfederung. Rahmengöße und Symmetrie werden individuell angepasst. Durch den natürlichen Wuchs des Bambus, sowie die jeweilige Bearbeitung und Gestaltung der Verbindungen entsteht ein hochwertiges Unikat. Wir werden für den Rahmenbau erforderliche, handwerkliche Techniken anwenden wie sägen, Teile in eine Rahmenlehre einpassen, verkleben, Gewebe einlaminieren, schleifen und lackieren. Optional unterstützen wir gerne beim Aufbau deines vollständigen Fahrrads mit Rat und Tat. 

Am Samstag den 17. Mai 2025 findet um 15:00 Uhr eine Vorbesprechung für den Workshop statt.

20. April 2025

Notbremssysteme in Autos sind blind für Warnwesten

Offenbar erkennen Notbremssysteme in Autos Menschen in Warnwesten nicht immer zuverlässig und reagieren nicht. 

Das geht aus einer Studie des Sicherheitsinstituts der US-Versicherer ( IIHS) hervor, über verschiedene Medien, darunter die Motorzeitung berichten. Offenbar machen reflektierende Streifen Radfahrende oder Fußgänger:innen für die Sensoren, die ein Hindernis erkennen und eigenständig bremsen, unsichtbar. Die Reflexionen irritieren die Kameras. Eine komplett schwarz gekleidete Person bei Dunkelheit wurde von den Systemen besser erkannt. 

Für das menschliche Auge sind im Dunkeln Menschen mit reflektierender Kleidung allerdings besser erkennbar als Leute in dunkler Kleidung, und wer Auto fährt, sollte ja vor allem selber gucken und sich nicht auf Notfallbremssysteme verlassen (die übrigens tagsüber gut funktionieren). 

In den USA haben Untersuchungen des IIHS allerdings auch gezeigt, dass sich Zusammenstöße von Autofahrenden mit Fußgänger:innen durch die Notbremssysteme in Autos um fast 30 Prozent senken ließen, allerdings nicht bei Nacht, da helfen diese Systeme kaum. Leider ereignen sich die meisten folgenschweren Fußgängerunfälle bei Nacht.

2. April 2025

Sind Pedelecs nur was für faule Leute?

Man muss sich nicht anstrengen, ist weniger fit, so die gängigen Vorurteile. E-Räder sind nur was für Alte und Unsportliche. Das stimmt aber so nicht ganz. 

Junge Menschen, die - womöglich in nicht so bergigen Städten wie Stuttgart - viel mit Rädern ohne elektrische Untersützung unterwegs sind, schauen mit mehr oder minder gelinder Verachtung auf die Pedelec-Radler:innen herab. Die sind doch keine richtigen Radfahrer:innen. Außerdem, so höre ich immer wieder, beherrschten sie die Räder nicht und seien viel zu schnell unterwegs. Ich fahre seit 2006 Pedelec, denn ich muss immer lange den Berg hoch, wenn ich heim radle. Mit einem Standardrad wäre ich heute nicht auf fast allen Alltagswegen in Stuttgart unterwegs. Stuttgart entwickelt sich auch deshalb gerade zu einer Fahrradstadt, weil es E-Räder gibt, die die teils steilen Anstiege nivellieren. Pedelecs sind nicht die Räder für Leute, die sich nicht anstrengen wollen, sondern Fahrzeuge für Leute, die lange den Berg hoch radeln müssen und sonst Auto fahren würden. Auch mit dem Pedelec muss man sich bergauf anstrengen und kann es auch bewusst tun. 

Discerning Cyclists hat deshalb zusammengetragen, was für E-Räder im Alltagseinsatz spricht. 

30. März 2025

Neues Ventil für Radreifen

Schwalbe hat ein neues Ventil für Fahrradreifen entwickelt, das es leichter macht, sie aufzupumpen, und damit den Eurobike Award 2024 gewonnen. 

Das Ding heißt Clik Valve und soll bei Schwalbe Standard werden. Das Entscheidende ist: Der Pubmpkopf wird aufs Ventil einfach nur aufgelegt und fixiert sich mit einem Klick. Dafür reicht eine Hand. Es sitzt lufticht. Mit einem Klick auf den Pumpkopf entfernt man ihn, alles schön anzuschauen hier. Man muss auch gar nicht warten, bis die Schwalbeschläuche damit ausgerüstet werden, man kann ein Set kaufen und  das Ventil am eigenen Fahrrad austauschen, indem man ein Teil am vorhandenen Ventil rausschraubt und das Clik Valve einschraubt (man muss nicht an den Schlauch), auch das ist im Video zu sehen. Man braucht allerdings einen speziellen Pumpenkopf. Entweder man tauscht den Punmpkopf (was einfach sein soll, wie dieses Video zeigt) oder man nimmt den dafür vorgesehenen Adapter. Den sollte man dabeihaben, wenn man ohne eigene Luftpumpe radelt und auf die Radstationen setzt, die Luft haben. 

Für die, die das Aufpumpen ihrer Fahrradreifen total easy finden, ist das Clik Valve nicht interessant, aber ich finde es interessant. Wir (zumindest etliche von uns) können uns ruhig eingestehen, dass diese Aufpumperei nicht immer einfach ist, vor allem, wenn man einen Pumpenkopf hat, der die verschiedenen Varianten von Ventilen abdeckt und dabei ziemlich groß ist. Man setzt erstmal mit dem falschen Loch auf, man kriegt den Pumpkopf nicht richtig drauf, es zischt nebendraus und man muss ihn danach abzerren. Für die Operation braucht man zwei Hände. Das neue Schwalbe-Ventil hat einen kleinen Pumpkopf (man kommt auch in kleine Laufrädern von Kinderrädern) und lässt sich mit einer Hand bedienen. 

Gute Sache, finde ich. 



4. Februar 2025

Sensoren an Autos sollen Fahrräder erkennen

An der Uni Oldenburg wird ein Assistenzsystem für Pkws und Lkws entwickelt, das Menschen auf Fahrrädern erkennen und die Autofahrenden warnen kann. 

Das ist jetzt mal der richtige Ansatz. Statt Radfahrende mit immer mehr Blinklichtern oder Warntools auszustatten, in der Hoffnung, sie könnten verhindern, dass Autofahrende mit ihnen zusammenstoßen, sollen die gefährlicheren Fahrzeuge dafür sorgen, dass Radfahrende nicht umgefahren werden. Es geht im Grundsatz darum, dass Autofahrende immer einen sicheren Abstand zu Menschen auf Fahrrädern halten und letztlich die Zahl der Zusammenstöße und Verletzungen von Radfahrenden deutlich verringert wird.

Das Forschungsprojekt heißt BikeDetect. Die Universität teilt auf ihrer eigenen Seite mit: "Ziel von BikeDetect ist die Entwicklung eines Sensorsystems in Form eines Labormusters zur Nachrüstung des motorisierten Verkehrs, um Abstände zu Radfahrenden im Straßenverkehr zur Erhöhung der Radfahrsicherheit detektieren zu können. Das optimale Sensorsystem wird auf Basis mehrerer Pre- und Feldtests konzipiert. Die Datenauswertung kombiniert Abstandsmessungen mit der automatisierten Erkennung von Radfahrenden im Straßenverkehr mittels KI Methoden. Praktische Sicherheitsanforderungen der kommunalen Planung (z.B. Mindestabstände, Ausführgeschwindigkeit der KI Modelle) fließen in die Umsetzung ein."  

24. November 2024

Brauchen Frauen andere Räder als Männer?

Es wird Winter. Kein schlechter Moment, sich nach einem neuen Fahrrad umzuschauen. Diesjährige Modelle werden oft billiger verkauft, und die Lieferengpässe des Frühjahrs dürften noch keine Rolle spielen.  

Brauchen Frauen andere Räder als Männer und umgekehrt? Die klare Antwort: nein. Das Fahrrad muss halt passen. Zwar sind Männer im Durchschnitt größer als Frauen, haben längere Beine, ein schmaleres Becken, breitere Schultern und größere Hände, aber eben nur im Durchschnitt, nicht im Einzelfall. Was auch umgekehrt gilt. Rahmen für Männer sind in der Regel größer, die Kurbellängen auch, die Sättel schmaler, die Lenkergriffe dicker, die Bremshebel zuweilen zu weit weg für kleinere Frauenhände. Aber Unterschiede innerhalb der Geschlechter können größer sein als die zwischen den Geschlechtern. 

19. Oktober 2024

Stockfinster - Stuttgart dreht dem Radverkehr das Licht ab

Es ist zappenduster auf Stuttgarts Verbindungsstrecken zwischen den Ortsteilen. Die Stadt Stuttgart hat außerorts die Beleuchtung abgeschaltet. 

Der Grund sei Insektenschutz, heißt es auf der Seite der Stadt. Es dient aber auch dem Stromsparen (2 Prozent des derzeitigen Verbrauchs durch Straßenlaternen). Es betrifft rund 30 Außerortsstecken, darunter die Hofener Straße in Cannstatt zwischen Hofen und Cannstatt, die Rotenwald- und Geißeichstraße im Westen beim Birkenkopf, das Elsental, zwischen Dachswald  und Abzweig Jugendfarm, die Jahnstraße zwischen Degerloch und Geroksruhe, die Frauenkopfstraße zwischen Stelle und Ortseingang Frauenkopf und die Kirchheimer Straße zwischen Ruhbank und Sillenbuch. Nicht auf der Seite der Stadt genannt, aber auch stockfinster ist das Königsträßle zwischen U-Bahnhaltestelle Weinsteige und Degerloch-Waldau. 

Für Autofahrende kein Problem, Autos haben Abblendlichter (mit 50 bis 60 Meter Reichweite) und Fernlichter (100 bis 200 Meter), für Fußgänger:innen und Radfahrende aber ist das ein Problem. Das Königsträßle (eine frequentierte Verbindung durch den Wald) geistern die Leute zu Fuß mit Handyleuchten auf und ab (ob die das ein zweites Mal machen?). Und Kinder, die von der Waldau im Winter am Spätnachmittag zur U-Bahn wollen, stolpern im Finstern hinunter und lassen sich das nächste mal von den Eltern mit dem Auto abholen. 

Fahrräder haben zwar inzwischen gute Leuchten, aber der Lichtkegel reicht - wenn das Licht richtig eingestellt ist - zehn Meter weit. Der Anhalteweg bei Tempo 20 beträgt mindestens 14 Meter. Bodenwellen sind auf Entfernung nicht sichtbar. Die tiefe Wasserablaufrinne unten auf dem Königsträßle muss man kennen, sehen kann man sie nicht. 

Ich habe mir mit Kolleginnen (im Finstern radelt frau lieber nicht alleine) einige der ins Dunkel gelegten Strecken angeschaut. Wobei ich an meinem Lenker einen zugelassenen Zusatzscheinwerfer nutze, der weiter leuchtet, wenn ich ihn zuschalte. 

5. Oktober 2024

Wer schützt wen?

Ein US-Startup hat eine App und ein Kamerasystem entwickelt, das Radfahrende und Motorradfahrende vor Gefahren warnen soll. Brauchen wir das? 

Das System kann bis zu 6 Sekunden und 30 Meter vorausschauen und mit Hilfe von KI vor einbiegenden oder überholenden Autos warnen. Ich glaube nicht, dass es nötig ist, dass wir uns mit diesem System eingehender beschäftigen, denn es delegiert die Verantwortung für die eigene Sicherheit wiederum allein an die Zweiradfahrenden und entlastet die Autofahrenden von ihrer Verantwortung für andere. Außerdem sind die Technikaffinen, die so etwas installieren würden, vermutlich sowieso schon die aufmerksameren und gefahrenbewussten Radfahrer:innen. Diejenigen, die einfach nur Rad fahren, um einzukaufen oder zur Arbeit zu kommen, dürften eher nicht nach dem neuesten Stand der Technik suchen. Und letztlich wären die Warnungen im Getümmel des Stadtverkehrs zu zahlreich (falls sie nicht überhaupt versagen). Viel leichter ließen sich solche Systeme in Autos verbauen. 

20. Mai 2024

Rückspiegel fürs Fahrrad

Ich finde Rückspiegel am Fahrrad nützlich. Ich sehe, was von hinten kommt, ohne mich umdrehen zu müssen. 

Wenn ich die Alte Weinsteige hochradle, sehe ich das Auto von unten kommen und ich kann abschätzen, ob es von einem freundlichen Menschen gefahren wird, der Abstand hält. Dann kann ich, wenn ich links eine Parklücke sehe, dem Fahrer oder der Fahrerin Handzeichen geben, dass ich da reinfahre und er oder sie an mir vorbeifahren kann, ohne mich auch nur einmal umdrehen zu müssen. Das finde ich superpraktisch. 

18. Mai 2024

Das Tier im Radfahrer

Fotomontage
Wenn Hirsche Warnwesten tragen, dann steckt die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung dahinter. 

Im vergangenen Winter lief eine Kampagne, die sich an Radfahrende richtete und originell sein wollte. Sie zeigt das Bild eines Hirschs, der in Warnweste in der Dämmerung auf einer Landstraße steht (den wir übriges auch ohne die Weste gut erkennen, anders als auf der Fotomontage von mir rechts). Auch Frösche oder Katzen scheinen sich nach Warnwesten zu sehnen. In der in den Medien ventilierten Pressemitteilung der BFU heißt es dazu: "Tausende Tiere lassen jedes Jahr ihr Leben auf der Strasse. Ihre Felle und ihre Haut gewähren ihnen in ihrer natürlichen Umgebung die gewünschte Tarnung und damit Schutz vor Feinden. Im Strassenverkehr kann ihr Aussehen zur tödlichen Falle werden. Im Gegensatz zu Tieren können wir Menschen uns mit einer Leuchtweste ganz einfach sichtbar machen." Fragt sich nur, wie viele Hirsche es in die Innenstädte zieht.

In einer anderen Kampagne der BFU wurde ein fast durchsichtiger Fahrradfahrer mit Helm abgebildet. Der Text dazu lautete: "Keiner bremst für Unsichtbare." Fragt sich allerdings, ob Autofahrende eine durch die Straßen geisternde Schutzweste ohne Körper besser wahrnehmen? Wahrscheinlich stoppen sie vor Entsetzen. Ja, und?, fragen sich jetzt vielleicht manche. Ist doch ganz witzig. Aber so witzig ist es eigentlich nicht. 

12. Mai 2024

Wo sind die E-Rad-Ladestationen?

Fotomontage
Seit ich Pedelec radle (seit 2006) habe ich mich an das Akku-Management gewöhnt. Immer rechtzeitig aufladen! Für Stadtgebiete, also Alltagsfahrten bis 30 km hin und zurück samt Anstiegen reicht eine Ladung in der Regel. 

Aber es gibt auch Radfahrende, die weitere Wege zur Arbeit pendeln, und die würden dann gerne ihre Akkus zielnah aufladen. Ich vermute, in vielen Fällen haben sie Wege gefunden, dürfen das vielleicht am Arbeitsplatz. In Stuttgart gibt es in der Stadtmitte keine Möglichkeit, den Akku aufzuladen, etwa am Marktplatz oder Karlsplatz. Am Flora&Fauna (der Engstelle bei den Mineralbädern, wo man die Gleise kreuzen muss) gibt es eine Ladestation, und beim Fahrrad.de-Store in der Rotenwaldstraße, an der Kulturinsel in Cannstatt und in Münster soll es ebenfalls Möglichkeiten geben. Es gibt Apps, die E-Lade-Stellen für E-Bikes in der Nähe anzeigen. 

6. April 2024

Wenn Kinder ihre Verkehrswelt selber richten sollen ...

Dann kommt so etwas heraus wie der EduPin, den die Uni München entwickelt hat. Es handelt sich um ein Ansteckgerät, das Hilfestellung im Verkehr bieten soll und die Bewegungsdaten der Kinder aufzeichnet. 

Dieses Teil hat den ersten Preis der Digital Future Challenge gewonnen, wie das Bundesverkehrsministerium stolz auf der eigenen Seite und auf X (mit Bild) meldet:  "Mehr  Sicherheit für Kinder durch KI: Der EduPin ist ein ansteckbarer digitaler Button, der Kinder in Echtzeit vor Gefahrenstellen warnt und ihnen spielerisch die Verkehrsregeln beibringt." Die Jury fand besonders überzeugend, dass mit den Daten eine kindgerechte Verkehrsplanung in den Kommunen möglich werde, was ja schön wäre. Aber er soll auch die Kinder ermahnen. Die Studierenden haben einen digitalen Ansteckpin entwickelt, der - so der Text - Verkehrsschilder erfassen kann und Kinder spielerisch dabei unterstützt, sich sicher und korrekt im Verkehr zu bewegen. Er warnt auf mehreren Sprachen vor Gefahren. Vor welchen, habe ich nicht herausfinden können. Die Informationen sind dürftig. 

9. Januar 2024

Schaffen Blinker am Fahrrad mehr Sicherheit?

Blinker am normalen Fahrrad sind verboten. Und wenn man welche hinten am Helm hat (nicht verboten) muss man trotzdem die Hand rausstrecken. Das soll sich ändern. 

In den letzten Tagen gab es Medienmeldungen, wonach geplant ist, Blinker auch für einspurige Fahrräder zu erlauben. Wenn ich mich die Alte Weinsteige runterbremse und dann abbiegen will, nehme ich keine Hand vom Lenker. Wenn ich Blinker hätte, die ich dann betätigen könnte, wäre das nicht schlecht. Allerdings sollten die Knöpfe für den Blinker dann auch mit dem Finger oder Daumen erreichbar sein, ohne dass ich die Hand vom Griff (und der Bremse) nehmen muss. Es nützt nichts, wenn die Knöpfe in der Mitte am Lenkrohr platziert sind (so wie bei diesem Modell). 

Es wird vor allem die Frage sein, wo die Blinker angebracht sein müssen.

10. Dezember 2023

Schön oder praktisch - Geschenke für Radfahrende

Weihnachten naht. Was schenken wir uns selbst und anderen, die Rad fahren? 

Die meisten, die regelmäßig radeln, haben, was sie brauchen. Radbücher, Tassen mit Radfaufdruck und ähnliches sind nicht unbedingt die beste Idee. Will man ernsthaft etwas schenken, sollte man vorher fragen. Regenkleidung suchen Radelnde sich besser selbst aus, aber ein Gutschein dafür ist eine Option. Handschuhe gehen immer, vorausgesetzt, man kennt die Handgröße der Person. Dieses Jahr sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die ich interessant finde, darunter (siehe unten) ein Call-me-Aufkleber fürs Fahrrad, der es erlaubt, sich mit dir in Verbindung zu setzen, ohne dass du deinen Namen und deine Telefonnummer aufs Rad kleben musst. 

Und noch eine Vorausbemerkung: Ich erhalte von niemandem Geld dafür, dass ich Produkte vorstelle. Ich mache keine Werbung. Ich schreibe nur über das, was mich interessiert.  

29. Oktober 2023

Das Schutzblech schützt bei Regen

Allerdings nicht immer. Es hängt davon ab, wie weit sie um die Reifen reichen, ob Füße, Antriebssstrang oder nachfolgende Radfahrende trocken bleiben. 

Die meisten Alltagsräder und Citybikes haben von vorn herein Schutzbleche, die weit genug um die Laufräder herumgehen, um wirkungsvoll Kette und Kurbel oder Füße vor Spritzwasser zu schützen. Wie genau Schutzbleche aussehen müssen, damit sie auch ihren Zweck erfüllen, stellt diese Seite mit Bildern dar. Ist jetzt nicht das wichtigste Thema (wichtiger ist, dass das vordere Radlicht nicht zu hoch eingestellt ist, damit es Entgegenkommende nicht blendet, aber das ist ein anderes Thema), denn nass wird man bei Regen sowieso. Allerdings ist es besser fürs Rad, allemal, wenn es eines mit Elektromotor ist, wenn der Motor, Kurbel und Kette nicht auch noch mit Spritzwasser vom Vorderreifen zugeschaufelt werden. 

21. Oktober 2023

Ein Fahrradlift fürs Autodach

Foto von Pender
Die meisten fahren ihre Fahrräder mit dem Auto auf einem Fahrradträger am Heck in den Urlaub oder zur Fahrradtour.  Denn sie auf einen Dachgepäckträger zu wuchten ist allemal bei Pedelecs heftig. 

Der Nachteil der fahrradträger fürs Heck ist, dass ans neue Auto der alte meist nicht passt und man einen neuen kaufen muss. Die Firma Pender bietet einen E-Bike-Lifter an, einen hydraulsichen Hebearm, mit dem man ohne eigene Körperkrafat ein Fahrrad auf den Dachgepäckträger kriegt. Auslieferung soll jetzt ab September sein. Auf dem Video kann man sich anschauen, wie es geht. Ein Hebearm kostet allerdings knapp 750 Euro. Und für zwei Fahrräder braucht man zwei, denn die Räder werden mit dem Hebearm auf dem Dach auch fixiert. Ob sie auf jeden Dachgepäckträger passen, kann ich nicht beurteilen, sie sollten aber, weshalb man sie beim Autowechsel weiterverwenden kann, nachdem man sich fürs neue Auto ebenfalls einen Dachgepäckträger gekauft hat.