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16. Oktober 2026

Pedelec-Akkubrände sind extrem selten

Ja, Akkus können sich überhitzen und brennen. Aber Pedelec-Akkubrände sind extrem selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Akku brennt, liegt im Promille- oder Subpromillebereich. 

Die Presse dramatisiert die Gefahr von Fahrrad-Akku-Bränden gern. (Jedoch nicht die vonStaubsaugerakkus). Doch das Risiko, dass ein Marken-Akku brennt, liegt bei 1 zu einer Million, wahrscheinlich aber noch weit darunter. Gefährlicher können günstige Importe und online-Umrüstsätze ohne integriertes Batteriemanagementsystem sein. Riskant ist auch, man mit nicht kompatiblen Netzteilen lädt. Kritisch wird es allerdings, wenn der Akku einen üblen Sturz hinter sich hat. Das merkt man aber sofort, wenn der Akku beim Laden oder während der Fahrt so heiß wird, dass man ihn kaum noch anfassen kann. (Weitere Kennzeichen: es riecht süßlich und verbrannt, es knistert oder knallt im Akku, der Akku bläht sich auf und was es noch so an unüblichem Akkuverhalten gibt.) Und wohin dann damit? Man bringt den defekten Akku in den Fahrradfachhandel, der gesetzlich verpflichtet ist, Altakkus kostenlos zurückzunehmen, und zwar egal, ob man das Fahrrad dort gekauft hat oder nicht. Bringt man ihn in einen Wertstoffhof, sollte man dem Personal Bescheid sagen, damit es den Akku in einer Sicherheitsbox lagern kann. 

Hersteller wie Bosch schützen ihre Akkus durch diverse Maßnahmen vor dem Durchrennen.

10. Oktober 2026

Pedelecs haben meist eine Schiebehilfe

E-Räder sind deutlich schwerer als Normalräder, vor allem, wenn sie noch mit Packtaschen ausgestattet sind. Treppen hoch tragen geht gar nicht. Aber auch ein Pedelec mal eben nur drei Stufen hoch schieben, ist durchaus ein Kraftakt. 

Auch wenn man mit modernen Pedelecs eigentlich jeden Anstieg hochkommt, mag sich die eine oder der andere entschließen, das Rad den steilsten Abschnitt doch hoch zu schieben. Oder der steile Pfad ist so schmal, dass man lieber schiebt. Und das wird anstrengend. 

Deshalb haben Pedelecs eine Schiebehilfe, die bis zu einer Geschwindigkeit von 4 bis 6 km/h das Rad antreibt (man kann sich vom Rad damit zu Fuß regelrecht den Hang hoch ziehen lassen). Sie Funktion ist aber meistens irgendwo versteckt, und wenn man sie selten nutzt, dann fällt einem meist nicht ein, welche Taste das jetzt war, wenn man es braucht. Hat man ein Smartphone dabei, kann kann man immerhin noch mal kurz recherchieren. 

28. September 2026

Es ist fast immer der falsche Sattel

Pedelecs werden gerne fürs Radeln in aufrechter Sitzposition verkauft. Aber dann lastet das gesamte Körpergewicht auf dem Sattel und damit auf einer Fläche so groß wie die eine Handfläche. Und leider werden Pedelecs meist mit einem Billigsattel verkauft.

Der Rahmen, Motor und Elektronik beim Pedelec sind Hightech, der Sattel aber meistens nicht. Und das merken wir nicht beim Probefahren, sondern erst bei der ersten längeren Tour. Der Hintern oder Rücken tun weh, Nerven und Blutgefäße werden abgeklemmt, die Genitalien werden taub. Abgesehen davon, dass die Hersteller am Sattel sparen, kommt noch hinzu, dass Radbauer selten was von Sätteln verstehen. Das zumindest behauptet ein anonymer Fahrraddesigner der Seite Kaufvergleich.

Auf einem Rennrad verteilt sich das Gewicht auf Lenker, Pedale und Sattel. Je aufrechter die Sitzposition auf dem Rad, desto bedeutender wird die Beschaffenheit und Form des Sattels. Wenn auf einem Sattel - also auf unseren Sitzknochen - ein Gewicht von 70 bis 90 Kilo lasten, dann muss der passen. Die im Laden mitgekauften Sättel passen so gut wie nie.

13. August 2026

Das ewige Kabelschloss

Um den Mast der Fußgängerampel des Überwegs beim SWR über die Kuhnstraße schlingt sich seit über zehn Jahren ein Kabelschloss für Fahrräder. 

Es liegt inzwischen am Fuß ges Masts und wirkt wie eingewachsen. Und es ruht dort schon sehr lange. Zum ersten Mal habe ich es 2015 fotografiert (Foto unten). Damals schlang sich das Kabel weiter oben um den Mast. Im Lauf der über zehn Jahre ist es nach unten gerutscht. Niemand hat es offensichtlich jemals wieder benutzt. Niemand angefasst. Und interessanterweise hat es auch in all den vielen Jahren niemand von der Straßenreinigung oder Müllabfuhr entfernt. Hat man es nie gesehen, nie wahrgenommen oder ist der Respekt vor privaten Besitz im öffentlichen Raum so groß? Oder hat man einfach nie einen Bolzenschneider dabei? 

6. Juni 2026

Zieh dich cool an, wenn du Rad fährst

Auf schwarzen Rädern, über den Lenker gebeugt, mit Helm, Schutzweste und Rucksack, so kommen viele Radfahrende daher. Meist Männer zwischen 35 und 65. Sie zeigen uns: Zum Radfahren muss man sich einkleiden und panzern.

In den Augen von Fußgänger:nnen und vielen Autofahrenden verkörpern diese Gestalten den Kampfradler, den gesichtslosen Radler, der sich an keine Regeln hält und überall fährt.

In den Niederlanden oder in Dänemark fahren alle Fahrrad, vom Kind bis zur alten Dame, fast alle in ihren Alltagsklamotten, im Kleid, im Rock, im Nadelstreifenanzug, im Wintermantel, mit Highheels. Und ohne Helm

4. Juni 2026

Zwischen Schuh und Auto - die Feinmobilität

Unsere Pkws werden immer größer, belegen immer mehr Platz und verstopfen die Städte. Eigentlich ginge es viel einfacher mit kleineren Fahrzeugen. 

Da gibt es viele Möglichkeiten zwischen zu Fuß gehen und Auto Fahren. Sophie Elise Kahnt hat dazu auf der SPEZI in Freiburg einen Vortrag gehalten, auf den mich Blogleser Andreas aufmerksam gemacht hat. Sie und andere haben ein Buch über Feinmbolität geschrieben, also über eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Mobilität mit kleineren und leichteren Fahrzeugen in einer riesigen Bandbreite zwischen E-Rollator, Rollstuhl, elektrifizierrem Rollstuhl. E-Scooter, Fahrrad, Lastenrad, Minicar oder kleinen Elektrotransportern. Das Buch kann man sich als pdf kostenlos unter diesem Link runterladen. Die Analysen der Fahrzeuge, ihres Raum- und Energiebedarfs, ihrer verkehrsrechtlichen Klassifizierung, ihres Flächenverbrauchs beim Fahren und Stehen, ihres Nutzens und ihrer Faszination sind sehr detailliert. Das Auto hingegen wird immer größer und verlangt immer mehr Platz. 

25. Mai 2026

Mit App die Radsicherheit messen

Die TU Berlin hat vor einigen Jahren eine Handy-App für Radfahrende entwickelt, die eine Fahrt und damit auch gefährliche Situationen misst und dokumentiert. 

Die App heißt SimRa (Sicherheit im Radverkehr) und findet sich im Apple Shop und im Google Play Store. Sie ist zwar für Berlin entwickelt, und die Daten kann man (wenn man will) an die TU Berlin schicken, aber sie lässt sich genauso gut in Stuttgart oder in jeder anderen Stadt nutzen, weil sie per GPS feststellt, wo man ist. Man muss natürlich Lust haben, sie vor jeder Radfahrt zu starten. 

Sie zeichnet auf, an welchen Stellen wir halten, warten, plötzlich bremsen, beschleunigen oder einen Ausweichschlenker machen müssen. Schließt man die Fahrt ab, fragt sie manchmal, warum man an einer Stelle gebremst hat oder ausgewichen ist. Solche Daten sind nach Einschätzung der Uni aussagekräftiger als Unfallstatistiken. Sie können helfen, die Radinfrastruktur zu verbessern, wenn eine Stadt das will und sie nutzt. 

2022 hat SimRa den 1. Deutschen Fahrradpreis in der Kategorie Service und Kommunikation gewonnen. Für Stuttgart zeichnet auf der Seite Jan Lutz als Ansprechpartner. 

 

 

 

6. Mai 2026

Zieh dich cool an, wenn du Rad fährst

Auf schwarzen Rädern, über den Lenker gebeugt, mit Helm, Schutzweste und Rucksack, so kommen viele Radfahrer daher. Meist Männer zwischen 35 und 65. Sie zeigen uns: Zum Radfahren muss man sich einkleiden und panzern.

In den Augen von Fußgänger/innen und vielen Autofahrenden verkörpern diese Gestalten den Kampfradler, den gesichtslosen Radler, der sich an keine Regeln hält und überall fährt.

In den Niederlanden oder in Dänemark fahren alle Fahrrad, vom Kind bis zur alten Dame, alle in ihren Alltagsklamotten, im Kleid, im Rock, im Nadelstreifenanzug, im Wintermantel, mit Highheels. Und vor allem ohne Helm!

18. April 2026

Bambus-Fahrrad selber bauen

Alle Jahre wieder: Blogleser Stefan bittet mich, darauf hinzuweisen, dass auch dieses Jahr wieder im Werkstatthaus Stuttgart ein Kurs zum Bau von Bambusfahrradrahmen stattfindet. Vorbesprechung ist am 9. Mai, um Anmeldung wird gebeten. 

Hier sein Text: 

In diesem Kurs baust du unter professioneller Anleitung deinen eigenen Bambus-Fahrradrahmen für dein Traum-Gravelbike bzw. Trekkingrad. Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff mit hervorragenden Eigenschaften für den Rahmenbau. Das Material ist sehr stabil und besitzt dennoch eine gewisse Eigenfederung. Rahmengöße und Symmetrie werden individuell angepasst. Durch den natürlichen Wuchs des Bambus, sowie die jeweilige Bearbeitung und Gestaltung der Verbindungen entsteht ein hochwertiges Unikat. Wir werden für den Rahmenbau erforderliche, handwerkliche Techniken anwenden wie sägen, Teile in eine Rahmenlehre einpassen, verkleben, Gewebe einlaminieren, schleifen und lackieren. Wir unterstützen im Anschluss an den Kurs gerne beim Aufbau deines vollständigen Fahrrads (also Schaltung, Bremsen, Laufräder und so weiter) mit Rat und Tat. Wie das vor sich geht, kann man auf dieser Webseite sehen. 


AmSamstag den 9.5.2026 findet um 15:00 Uhr eine Vorbesprechung für den Workshop im Werkstatthaus Stuttgart statt, bei der wir neben einer Einführung und der Terminabsprache auch die Rahmengrößen festlegen. Eine Anmeldung zum Kurs sollte daher bis spätestens zu diesem Termin erfolgen.

Kosten: Verdiener:innen: 600 Euro und Nichtverdiener:innen: 500 Euro
KURSBEGINN: 12.06.2026
Termine: 5 Blöcke (Freitag/Samstag) nach gemeinsamer Absprache am 9.05.26

Kursleitung: Miki Günter, Michl Schmidt
Anmeldung: https://werkstatthaus.net/werkstaetten/bildhauerei/
Fragen bitte an Michl Schmidt: bildhauerei@werkstatthaus.net


21. März 2026

Pedelecs während des Einkaufs aufladen

Die Outdoorausrüster Vaude hat seinen Fabrikverkauf in Obereisenbach bei Tettnang im Schwäbischen Allgäu. Der Parkplatz ist riesig. Aber es gibt auch Radabstellanlagen. 

Und seit neuestem gibt es zudem neben der Reparaturstation auch drei einfache Ladestationen für Pedelecs. Laden kann man während der Öffnungszeiten mit hauseigenem Solarstrom, muss aber das eigene Ladekabel dabei haben. Das Element entspricht dem, das hier angeboten wird. Die blauen Boxen sind übrigens für Akkus zu eng, sie dienen der regengeschützten Aufbewahrung des Ladegeräts, das man darin fixieren kann, damit es niemand klaut.  

Man stöpselt hinten in der Steckdose ein, legt das Ladegerät in die Box und zieht vorne durch ein verschließbares Loch das Kabel zum Fahrradakku. 

Ein einfaches System, dass immerhin noch einen knappen Tausender gekostet haben dürfte. 





19. Februar 2026

Mit dem Fahrrad gut durch enge Kurven kommen

Wie fahrt ihr eigentlich eine Haarnadelkurve oder  durch eine Umlaufsperre? Als ich das Vielradlerinnen fragte, schauten sie mich ratlos an. Sie machen es halt. Aber wie, das überlegt man sich nicht, wenn man es kann. 

Ich sehe immer wieder Radfahrende den Innenkurvenfuß auf den Boden setzen, wenn die Kurve sehr eng ist. Das ist auch nicht verkehrt. Enge Kurven radeln muss man üben. Üblicherweise übt man das in der Kindheit (siehe Foto). Kindern muss man nichts erklären, ihr Körper lernt beim Probieren, wie er sich auf dem Rad verhalten muss, damit man gut durch die Kurve kommt. Wenn man aber dreißig Jahre nach der eigenen Kindheit wieder mit dem Radfahren anfängt, hat man zwar das Radfahren nicht verlernt, denn das verlernt man nicht, aber dem Körper fehlt die Routine, beim engen Kurven Fahren.  

1. Februar 2026

Wieder neues E-Rad im Autolook

Ein Startup in Norwegen baut ein Pedelec, das wie ein Miniauto aussieht. Es braucht keine Zulassung, denn es wird mit Pedalen und einem E-Motor angetrieben wie ein Fahrrad. 

Es heißt TwoZero (warum auch immer), hat zwei Sitze, vier Räder und ein Dach und Stauraum. Es soll 6900 Euro kosten (etwa soviel wie ein Lastenfahrrad), hinzu kommt noch der Akku für 870 Euro, der extra versandt wird. Und weil Norwegen nicht in der EU ist, werden sicher auch Zölle fällig. Derzeit läuft eine Kickstarter-Camapagne für die Serienproduktion. Dabei besteht immer das Risiko, dass man für das gezahlte Geld auch gar nichts bekommt oder aber das Konto nicht belastet wird, wenn das Projekt nicht in Fertigung geht. so wie hier. In diesem Fall lasse ndie Unterstützenden noch auf sich warten. 

Es ist nicht der erste Versuch über das Pedelec die Form eines Autos zu stülpen und das Radfahren wetterfest zu machen und für Transporte von Passagieren oder Gepäck zu ertüchtigen. Auch wenn man solche Räder derzeit noch nicht auf unseren Straßen sieht, glaube ich, dass sie ein Aspekt des Radfahrens in der Zukunft darstellen: Geschlossen, wetterfest, stabil, ohne Zulassung und Führerschein zu fahren, also auch etwas für ältere Menschen, die unabhängig vom Auto mobil bleiben wollen. 

Bei Regen und Schnee auch für alle praktisch, die Wetter nicht mögen, weil man nicht nass wird und auch nicht auf glatter Fahrbahn stürzt. Praktisch auch, weil das Teil Blinker hat. 


26. Januar 2026

Immer noch keine Schneeketten fürs Fahrrad

Immer wenn Schnee liegt, nehmen die Zugriffszahlen auf meinen Artikel von 2017 zu, der mit Schneeketten fürs Fahrrad überschrieben ist. 

Damals habe ich danach gesucht, wie man Fahrradreifen für ein paar Schneetage ausrüsten kann, wenn man sich keine Spike-Reifen aufziehen lassen will, mit denen man dann die meiste Zeit im Winter auf Asphalt herumnagelt. Seitdem hat sich eigentlich nichts getan. Es gibt keine Schneeketten für Fahrräder im Handel zu kaufen, wenngleich es vielversprechende Erfindungen gegeben hat. Das Angebot von Slipnot bleibt für mich undurchsichtig. Die üblichen Onlinehändler bieten inzwischen Kabelbinder-Varianten für schmalere Reifen an, die teils mit Spikes versehen sind (etwa auch bei eBay). Und der Tipp, Kabelbinder zwischen den Speichen um die Reifen zu ziehen, existiert weiterhin. Der Vorteil, man bekommt vielleicht im Schnee und sogar auf Eis Gripp, allerdings nicht durchgehend, sondern eben nur alle paar Reifenzentimeter. Und man kann sie eben  nur verwenden, wenn man keine Felgenbremse, sondern Bremsscheiben hat. Das anbringen und dann wieder abmachen, dauert zudem einige Zeit. Das macht man nicht in einer Minute vor und nach der Fahrt. 

Eigentlich schade, dass die Industrie nichts entwickelt. Allerdings erkenne auch ich, dass es nicht so einfach ist, für die unendlich vielen Varianten von Fahrradreifen eine Kette zu entwickeln, die man aufziehen kann und die dann auch noch unter die teils knapp bemessenen Schutzbleche passt. Die Winterradler von Oulu am Polarkreis fahren übrigens mit Spike-Reifen. Aber da liegt der Schnee ja auch Wochen  bis Monate lang. Einen Überblick über Spike-Reifen gibt es auf Fahrrad.de 




16. Januar 2026

Karten und Navis fürs Radfahren

Wenn ich mit dem Rad in eine mit unbekannte Gegend von Stuttgart radeln möchte, wie finde ich die Wege mit Radinfrastruktur und kann mir eine erste Orientierung verschaffen? 

Gleich vorneweg: Ich habe die ideale Navi-App fürs Fahrrad noch nicht gefunden. Komoot wurde Anfang letzten Jahres an ein italienisches Tech-Konglomerat verkauft. Sie  funktioniert jetzt nur noch über ein teures Wochenabo und ein etwas weniger teures Jahresabo. In den App-Stores werden Dutzende Tourenplanungs- und Navi-Apps angeboten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Eine kostenlose oder billige Routenplanung und zuverlässige Navigation fürs Fahrrad auf dem Handy scheint es nicht zu geben. Wenn ich eine Strecke zur einem Ziel plane, wo ich noch nie war, oder mich verfahren habe und schnell Hinweise brauche, wie es weiter geht, dann benutze ich, wenn es dumm läuft, verschieden Apps. "Radfahren.de" mal aufgeschrieben, was Navis für bestimmte Zwecke können sollten, nennt aber keine Favoriten.

5. Januar 2026

Lust am Lärm

Mir scheint, wir Menschen machen gerne Krach. Laubbläser, Motorsägen, Rasenmäher, Autos, Motorräder, Züge, Flugzeuge. Alles dröhnt.

Junge Männer lassen die Motoren ihrer Autos extra aufheulen. Motorräder bullern laut durch die Nacht. Mopeds knattern. Und immer hängt das Rauschen des Verkehrs über dem Kessel oder das leise Tosen einer Autobahn über einer Landschaft. Dauerkrach macht krank, er belastet Herz und Kreislauf, weil er den Organismus in Gefahrenstress versetzt. In Südtirol üben die Massen an Motorradtouristen und Sportwagenfahrenden regelrecht Lärmterror aus, und auch bei uns im Schwarzwald ist das der Fall. Krach kann aber auch eine heilsame Wirkung haben. Vor allem dann, wenn wir ihn selber und gemeinsam mit anderen machen, etwa Silvesterfeurwerk, bei Fußballspielen, in der Fastnacht, auf Konzerten oder beim Auto-Posen. Entscheidend ist das Gemeinschaftsgefühl, dann ist Krachmachen ein Lustfaktor, der die gute Laune schafft. Viele von uns scheinen jedenfalls laute Geräusche (insbesondere überlaute Musik) zu mögen. Was wir weniger mögen, ist, wenn andere Krach machen. Wenn es uns nicht als bedrohlich erscheint, so steigert es den Ärger und verhindert, dass wir nachts schlafen können. Und manche mögen übrigens ausgerechnet den Lärm nicht, den Kinder beim Spielen draußen machen. Warum aber machen wir so gern Krach?

18. Dezember 2025

Die leidige Helmdiskussion

Der Helm verhindert keine Unfälle und ist bei Zusammenstößen mit Autos meist nicht entscheidend. Aber er kann eben auch schützen.  

In den Niederlanden wird derzeit wohl heftig diskutiert, ob es für Fahrer:innen von E-Fat-Bikes eine Helmpflicht geben soll, wenn sie unter 18 Jahre alt sind. Oder für alle Pedelecfahrende. Oder eben auch nicht. Wobei der stets benutzte Begriff "E-Bike", der eigentlich ein mit Gashebel versehenes Elektrorad meint, die Frage aufwirft, um welche Räder es genau geht. Es scheint sich in den Niederlanden, wo kaum jemand Helm trägt, die Zahl der Jugendlichen mit Kopfverletzungen verfünfacht zu haben. Leider gibt es kaum Daten darüber, in wieviel Prozent der Fälle von Stürzen und Crashs von Radfahrenden es zu einer Kopfverletzung kommt und inwiefern ein Helm dabei eine Rolle spielt. Es gibt aber reichlich Schätzungen.

22. November 2025

Nur wenige sitzen optimal auf dem Fahrrad

Eigentlich sitzt fast niemand optimal auf dem Fahrrad. Das sagt Bikefitter Kim Alexander Tofaute in einem langen Interview mit der Süddeutschen Zeitung. 

Bei kurzen Fahrten von einer Viertelstunde ist alles super. Aber bei längeren Radfahrten entstehen Schmerzen oder Taubheitsgefühle. Meist liegt das am Sattel, oft aber auch an der falschen Rahmengröße. Auch Tofoute warnt davor, sich zu große Fahrräder verkaufen zu lassen, was wohl besonders oft im Pedelec-Bereich passiert. Sitzt man zu weit nach vorn gebeugt, werden die Hände taub und im Genitalbereich gibt es Probleme. Ist der Sattel zu tief oder zu hoch eingestellt, dann wird das Radeln bei langen Strecken anstrengend oder schmerzhaft. Ein paar Zentimeter können da viel ausmachen. 

18. November 2025

Selbsthilfe-Radwerkstätten in Stuttgart

Es gibt auch in Stuttgart Selbsthilfewerkstätten für Fahrräder. Da bringt man das Fahrrad hin und bekommt Hilfe und Unterstützung bei Reparaturen. 

Mit einem Platten, einer nicht richtig funktionierenden Bremse, einem kaputten Licht oder einer  schleifenden oder ratternden Kette möchte man nicht immer gleich in die teure Fahrradwerkstatt gehen. Vielleicht fehlt ja auch nur das geeignete Werkzeug, um schnell selber Hand anzulegen. Da helfen offene Werkstätten mit Ehrenamtlichen weiter. Und es kostet nur einen kleinen Spendenbeitrag. Ein guter Tag, das eigene Fahrrad zu reparieren, ist übrigens der Mittwochabend, da haben die meisten offen. Für Dienstag und Donnerstag oder Samstag gibt es aber auch Angebote.

31. Oktober 2025

Reden wir über Regen und Rad fahren

Der Regen ist die größte Angst derer, die vom Auto aufs Fahrrad umsteigen wollen. Radeln sie dann ein paar Monate, merken sie: So schlimm ist er gar nicht. Es regnet gar nicht so oft. Und es gibt Regenkleidung. 

Regen ist sogar etwas Besonderes in Stuttgart. Die Luft riecht gut und ist sauerstoffgesättigt, das Radeln fällt uns leicht, und die Sinne erleben mehr: Tropfen, Rauschen, spiegelnde Fahrflächen, das Gefühl, selbst ein Held oder eine Heldin zu sein. In Stuttgart wurden rund 170 Regentage fürs vergangene Jahr verzeichnet. Wobei schon ab einem Niederschlag von 0,1 mm (irgendwann am Tag) ein Regentag definiert wird. Und es bedeutet nicht, dass es überhaupt, geschweige denn durchgeregnet hat, Es könnte auch in der Nacht gegossen haben, oder am Nachmittag eine Stunde. In Stuttgart regnet es zwar inzwischen auch öfter als vor zehn Jahren, aber immer noch recht wenig. In der überwiegenden Mehrheit der Tage, die wir Rad fahren bleibt es trocken. Kein Grund also, das Wetter vorzuschieben, wenn man nicht Rad fahren will. 

Wenn wir Radfahren, lernen wir endlich wieder das Wetter kennen.

25. Oktober 2025

Fahrradtaschen - nützlich, aber uncool

Die meisten, die mit dem Rad ihre Alltagsfahrten erledigen, wollen damit auch einkaufen gehen.  

Dafür braucht man kein Lastenfahrrad. Auf Gepäckträgern kann man heute ohne Zusatzausrüstung wie Spanngurte allerdings meist nichts mehr transportieren. Hat man die, eignet sich der Gepäckträger gut auch für sperrige Gegenstände wie große Pakete. Für Einkaufsbeutel allerdings braucht man eine Erweiterung durch einen Korb oder durch Satteltaschen. Die Vielfalt ist immens, auch wenn in unseren Fahrradläden meistens nur sehr wenige Varianten zu finden sind. Alles hat Vor- und Nachteile, wenn es sich in der Alltagspraxis bewähren muss. Außerdem ist es oft auch Geschmackssache oder eine Frage der Ästhetik. Für mich habe ich die ideale Lösung noch nicht gefunden.