Im Februar hat sich Blogleserin Katharina an mich gewandt, die täglich mehrmals mit Kindern auf dem Rad durch den Schwabtunnel radeln muss und es beängstigend findet. Und nun stehen Radfreigaben für die Gehwege. Katharina schilderte mir das aggressive Fahrverhalten leider ziemlich vieler Autofahrenden. Sie halten sich nicht ans Überholverbot, das generell im Tunnel gilt, auch gegenüber Radfahrenden, was mit einem Extraschild bekräftigt wird, und überholen teils "im Eichhörnchenabstand", wie es das Kind einer anderen Mutter formulierte. Anfang Mai griff die Stuttgarter Zeitung das Thema auf und berichtet, dass die Angst von Katharina auf dem Fahrrad im Schwabtunnel kein Einzelfall ist. Nachdem auch die Polizei immer wieder Kinder über 10 Jahre, die auf den Gehwegen radelten, vom Rad holen musste, aber nicht auf die Fahrbahn schicken mochte, so gefährlich erschien auch ihr das Radeln dort, beschloss die Stadt, die Gehwege fürs Radfahren freizugeben. Die stehen nun an beiden Seiten und erlauben jeweils in Fahrtrichtung rechtsseitig das Radeln auf dem Gehweg. Das aber bringt Fußgänger:innen (und Radfahrende) in Bedrängnis, denn die Gehwege sind eng, und das Gebot, Schrittgeschwindigkeit zu radeln, ist eines, das man realistischerweise nicht einhalten kann.
Diese Gehwegfreigabe ist eine Kapitulation von Polizei und Ordnungsamt vor dem Rowdytum der Autofahrenden. Wie krass es dort zugeht, habe ich an einem Mittwochabend gegen 18:30 Uhr eine knappe Viertelstunde lang beobachtet.