Posts mit dem Label Wald werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wald werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

30. Juni 2026

Asphaltierte Radwege sind kein Problem für die Natur

Auch in Stuttgart diskutieren wir Radfahrenden immer wieder mit Stadt, Forstwirtschaft und Naturschutzverbänden darüber, ob ein viel beradelter Weg im Wald asphaltiert werden darf. 

Der Naturschutz scheint dem Ausbau des Radwegnetzes entgegenzustehen. Tatsächlich zeigt ein umfangreiches Gutachten zu Radwegen in Naturschutzgebieten in Mecklenburg-Vorpommern, über das Klimaaktiv berichtet, dass es keine negativen Auswirkungen auf Bodenversiegelung und Wasserhaushalt gibt, wenn man Radrouten mit einem gebundenen Belag baut, also beispielsweise asphaltiert. Die Untersuchungen wurden an mindestens fünf Jahre alten Radwegen bei verschiedenen Untergründen durchgeführt, darunter Sand, Mergel, Moore, Kreide. Man hat auch unterschiedliche Bauweisen untersucht wie Pflaster, Asphalt, gebundene (also verklebte) Wege und Beton und das im Sommer und im Winter. 

Das Ergebnis lautet: Der Radweg mit gebundener Decke ist ein Bodensigel ohne versiegelnde Wirkung.

5. Januar 2024

Neues Waldgesetz betrifft auch uns Radler:innen

Derzeit wird im Bundeslandwirtschafts-Ministerium ein neues Waldgesetz erarbeitetet. Es liegt ein sogeannter Referentenentwurf vor, der Mitte November in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. 

Ein Referentenentwurf ist kein Gesetzentwurf, sondern eine Diskussionsgrundlage auch für Verbände, und es kommt nie genau so, wie es da drin steht. Im Wesentlichen geht es in dem Gesetzesvorhaben um den Wald, um Forstwirtschaft und beispielsweise Wildabschuss. Zwei Paragrafen sind für uns Radfahrende, aber auch für Fußgänger:innen, jedoch von Bedeutung. 

Der Paragraf 29 regelt, wer sich im Wals wie aufhalten darf. Das Betreten des Waldes auf eine natur- und gemeinverträgliche Weise ist grundsätzlich erlaubt, wenn man zu Fuß geht oder mit einem Rollstuhl unterwegs ist. Dies geschieht übrigens auf eigene Gefahr. Die Waldwege müssen nicht stolperfrei hergestellt werden.

Für Radfahrende dürfen Länder eigene Bestimmungen erlassen.

21. Februar 2022

Bei jedem Wetter

Es stimmt schon lange nicht mehr, dass Radfahren eine Schönwetter-Mobilität ist. In Stuttgart wird bei Regen und Schnee auch geradelt. Nicht ganz so viel wie im Sommer, aber sichtbar viel. 

Dabei nehmen Berufsradpendler:innen eine ganze Menge Unwirtlichkeit in Kauf, wie man an den Radspuren eines Morgens im Februar an den Waldstrecken sieht, die am Birkenkopf vorbei führen. Die Radfahrenden kommen die Geißeichstraße hoch und fahren Richtung Südheim, Heslach, Dachswald oder Vaihingen weiter oder umgekehrt. 


22. November 2020

Wochenende zwischen Wald und Reben

In diesen Zeiten sind alle draußen, wenn das Wetter schön und Wochenende ist: Menschen zu Fuß, Menschen auf Fahrrädern. 

Mehr denn je müssen wir Radfahrenden freundliche Gefühle für Fußgänger:innen entwickeln, im Schlossgarten, auf breiten Wegen durch die Weinberge, im Wald. Wir können Familien, die zusammen unterwegs sind, nicht immer zwingen, im Gänsemarsch hintereinander zu gehen, nur weil wir schnell mit dem Rad bergab sausen wollen.

29. August 2020

Miteinander statt gegeneinander

Verkehrsfragen werden offenbar am liebsten als Konkurrenz diskutiert, als Kampf um Raum und ungestörtes Vorankommen.

Für Autos gibt es viele Straßen und auf sie zugeschnittene Ampelschaltungen, für Zufußgehende gibt es Gehwege und Überwege. Das Charakteristische dieser beiden Infrastrukturen: Es gibt sie schon sehr lange, sie sind - vor allem für Autos - durchgängig und ausgefeilt. Die Infrastruktur für Radfahrende ist dagegen lückenhaft, brüchig und mit permanenten Systemwechseln verbunden. Sie ist jung. Das Fahrrad ist das dritte Verkehrsmittel, dass zwischen Fußgängerwegen und Autostraßen hin und her geschoben wird. Radler stören Autofahrer, und sie stören Fußgänger. Aber sie können nichts dafür. Für sie sind, auch bei uns in Stuttgart, die Wege nicht angelegt.

7. April 2020

Abstand! - Geht's noch, Alte?

Wir erfahrenen Radler:innen wissen genau, wie breit der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist. Halten wir ihn auch zu Fußgänger:innen ein!

Derzeit sind mehr Leute zu Fuß unterwegs als sonst, allemal bei dem schönen Wetter und allemal zu Ostern. Es sind auch mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs, viele von ihnen ungeübt. Sie sind unsicher. Sie kennen sich nicht aus. Sie radeln auf Gehwegen. Sie radeln nebeneinander auf unseren teils nur zwei Meter breiten Waldwegen. Dann haben Fußgänger:innen keinen Platz mehr, den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu halten.

Wir müssen uns klar machen: Wenn wir auf dem Rad Power geben (auch wenn wir joggen), sind wir die Virenschleudern für alle anderen, denn wir holen tiefer Luft und atmen heftiger aus. Unsere Aerosole verbreitet sich als große Wolke um uns herum. Und die kann andere infizieren. 

Deshalb fordere ich uns alle auf, die wir es gewohnt sind, Rad zu fahren und uns gut auskennen:

16. Mai 2019

Wenn man die Magstadter Straße überqueren muss

Vor allem im Sommer radeln unglaublich viele Pendler durch Stuttgarts Wälder. 

Sie sind zwischen Botnang und Vaihingen unterwegs oder sie radeln von und nach Weilimdorf. Stuttgart fehlt es an Radtangenten. Entweder man radelt jedes Mal in den Kessel und drüben wieder rauf, oder man erarbeitet sich nach und nach die für einen selbst beste (Sommer-)Strecke durch den Wald. Und dabei träumt man ein bisschen von einem Tangential-Radschnellweg, wenigstens einem! Das aber scheint derzeit völlig unmöglich: Waldwege asphaltieren, also versiegeln, das genehmigt niemand, nicht für Radfahrende.

Sehr viele Radler queren dabei jeden Morgen und jeden Abend die Magstadter Straße an dieser Stelle. Und da könnte man schon was machen, damit es weniger gefährlich ist. 

14. Juli 2017

Der Landwirtschaftsminister und die militanten Mountainbiker


In Baden-Württemberg dürfen Radler im Wald nur dort fahren, wo der Weg mindestens zwei Meter breit ist. Das ist allen ein Ärgernis.

Nicht nur allen Radlern. Auch Politiker kriegen regelmäßig Ärger mit der Regel, wenn sie sich mit unbedachten Äußerungen in die Nesseln setzen.

So wie Landwirtschaftsminister Hauk, der in einem Interview von "ein paar militanten Mountainbikern" gesprochen und damit sein "Wir werden nichts ändern" begründet hat. Aber auch Spaziergänger müssten sich über die Regel ärgern, wenn sie darüber nachdächten.

Denn auf breiten Wegen sind alle unterwegs, auf schmalen Waldwegen dagegen sowohl deutlich weniger Fußgänger als auch weniger Radfahrer. Radfahrer aber zwingt diese Regel auf die breiten Wege. Da stören sie Spaziergänger. Downhiller und Montainbiker, aber auch radelnde Kinder und Jugendliche lieben zudem schmale und gewundene Strecken.