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25. August 2026

RAD FILM FEST in Stuttgart

Das 1. RAD FILM FEST in Stuttgart soll am 25. September steigen und bis Sonntag, den 27. September dauern. Es findet auf dem Vorplatz von St. Maria, gegenüber dem Österreichischen Platz statt. 

Nach Angaben der Veranstalter:innen zelebriert es das Fahrrad als Antrieb für Begegnung, Abenteuer und soziale Teilhabe. Die ehrenamtliche Initiative bietet ein für die Besucher:innen kostenloses Festival für Filmkunst und Begegnung an. Es gibt ein kuratietes Filmprogramm, Lesungen, Workshops und Diskussionsunden. 

Das Fahrrad als Traummaschine und globaler Gleichmacher, schreiben die Macher:innen in ihrer Pressemitteilung. Weite heißt es: "Im Zentrum des Festivals stehen Experimental, Spiel- und Dokumentarfilme, die individuelle Geschichten und komplexe Themen künstlerisch anspruchsvoll auf die Leinwand bringen. Dabei spannt das Programm einen Bogen vom unmittelbaren, urbanen Umfeld über fahrradkulturelle Abenteuer in der Ferne bis hin zu globalen Fragestellungen. Zusätzlich greift das Festival die historischen und sozialen Werte des Radfahrens auf: als Traummaschine der Emanzipation und Befreiung, als „ewiger Underdog" der Mobilität, der Grenzen überwindet, Gedanken beflügelt und Autonomie verleiht."

Am Samstag wird der Film Kesselrollen gezeigt, danach, so gegen 17 Uhr, soll es ein Gespräch mit den Macher:innen und mir geben über die Fortschritte oder auch fehlenden Fortschritte beim Stuttgarter Radverkehr. 

Bis 6. September können noch Filme eingereicht werden. Das genaue Festival-Progamm wird danach veröffentlicht (Ich vermute, dass man sich dafür an folgende E-Mail-Adresse wenden kann: info.radfilmfest@gmail.com




13. Juli 2026

Petition für Strafbarkeit von Autogewalt

Bis zum 11. August steht eine Petition an den Deutschen Bundestag zur Unterzeichnung, die fordert, dass das Strafgesetzbuch so geändert wird, dass gefährliches Verhalten von Autofahrenden gegen Radfahrende und zu Fuß Gehende von Staats wegen verfolgt wird.

Bislang werden etwa knappes Überholen durch Autofahrende, selbst bei einer Verletzung des Radfahers  nur aufgrund einer Privatklage verfolgt. Ein öffentliches Interesse (wie bei Mord und Totschlag) sieht unser Gesetz bislang nicht vor. Nur dann muss die Staatsanwaltschaft von sich aus ermitteln und kann eine Privatklage auch nicht ablehnen. 

Da das Thema Verkehrsgewalt offensichtlich wenige interessiert, besteht Gefahr, dass die Petition das Quorum nicht erreicht. Deshalb stelle ich sie hier ausnahmsweise vor. Hier ist der Link zur Petition. 

Die Einreichenden schreiben: 

8. Juni 2026

Am Sonntag ist es soweit, der Velo Queens' Kessel Ride startet

Wir brechen um 15 Uhr auf dem Marienplatz zum ersten Velo Queens' Kessel Ride in Stuttgart auf. Alle sind eingeladen, sich uns anzuschließen und für unsere Interessen zu demonstrieren. 

Schirmherrin ist die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Simone, die mit uns auch ein kleines Video gedreht hat. 

Die Frauenfahrrad-Demo steht in der Tradition des Fancy Women Bike Rides, der von Frauen in Istanbul 2013 initiiert wurde und über viele Jahre international einmal im Jahr im September stattfand mit dem Ziel Frauen auf Fahrrädern im Stadtverkehr sichtbar zu machen. Wozu braucht es das? Es radeln doch schon viele Frauen bei uns in den Städten. Ja, aber sie radeln gegen viele Widerstände und Hindernisse an. Die Radinfrastruktur passt nicht, sie fehlt auf typischen Wegen, die viele Frauen radeln, zum Einkaufen, zur Kita zu Altenheimen innerhalb der Stadtviertel. Da suchen wir die durchgängige Radinfrastruktur meist vergebens, es fehlt an Abstellanlagen bei Läden oder Ärzt:innen, aber vor allem in Wohngebieten. Denn jegliche Mobilität beginnt vor der Haustür. Dort aber stehen die Autos. Und wenn man das schwere Pedelec nicht in den Keller tragen kann, sonst aber keinen Abstellplatz findet, dann entscheidet man sich gegen das Radfahren. 

3. Mai 2026

Velo Queens' Kessel Ride statt Fancy Women Bike Ride

Den von Istambuler Frauen initiierten internationalen Fancy Women Bike Ride gibt es nicht mehr. Drei Mal haben wir in Stuttgart mitgemacht und Spaß gehabt. 

Aber jetzt gibt es neu in Stuttgart den Velo Queens' Kessel Ride am 14. Juni 2026.

Die Initiative kommt aus der offenen ADFC-Frauenradgruppe "Keine fährt alleine", zu der ich auch gehöre. Wir organisieren die Ausfahrt  für Frauen* und bereiten sie vor. Als Schirmherrin hat die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Simone Fischer zugesagt. 

Start ist am Sonntag, dem l4. Juni um 15 Uhr am Marienplatz bei jedem Wetter. 

Die Rundtour durch den Kessel meidet steile Steigungen und endet auch wieder am Marienplatz. Die Frauenraddemeo ist inklusiv. Alle können mit. Herzlich eingeladen sind alle Frauen, aber auch Kinder, Männer und Diverse, jedoch fahren nicht sie, sondern wir Frauen vorn. Die Ausfahrt ist bunt und politisch. Personen und Räder können aufgebrezelt werden, müssen es aber nicht. Wir zeigen, dass wir da sind. 

18. April 2026

Bambus-Fahrrad selber bauen

Alle Jahre wieder: Blogleser Stefan bittet mich, darauf hinzuweisen, dass auch dieses Jahr wieder im Werkstatthaus Stuttgart ein Kurs zum Bau von Bambusfahrradrahmen stattfindet. Vorbesprechung ist am 9. Mai, um Anmeldung wird gebeten. 

Hier sein Text: 

In diesem Kurs baust du unter professioneller Anleitung deinen eigenen Bambus-Fahrradrahmen für dein Traum-Gravelbike bzw. Trekkingrad. Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff mit hervorragenden Eigenschaften für den Rahmenbau. Das Material ist sehr stabil und besitzt dennoch eine gewisse Eigenfederung. Rahmengöße und Symmetrie werden individuell angepasst. Durch den natürlichen Wuchs des Bambus, sowie die jeweilige Bearbeitung und Gestaltung der Verbindungen entsteht ein hochwertiges Unikat. Wir werden für den Rahmenbau erforderliche, handwerkliche Techniken anwenden wie sägen, Teile in eine Rahmenlehre einpassen, verkleben, Gewebe einlaminieren, schleifen und lackieren. Wir unterstützen im Anschluss an den Kurs gerne beim Aufbau deines vollständigen Fahrrads (also Schaltung, Bremsen, Laufräder und so weiter) mit Rat und Tat. Wie das vor sich geht, kann man auf dieser Webseite sehen. 


AmSamstag den 9.5.2026 findet um 15:00 Uhr eine Vorbesprechung für den Workshop im Werkstatthaus Stuttgart statt, bei der wir neben einer Einführung und der Terminabsprache auch die Rahmengrößen festlegen. Eine Anmeldung zum Kurs sollte daher bis spätestens zu diesem Termin erfolgen.

Kosten: Verdiener:innen: 600 Euro und Nichtverdiener:innen: 500 Euro
KURSBEGINN: 12.06.2026
Termine: 5 Blöcke (Freitag/Samstag) nach gemeinsamer Absprache am 9.05.26

Kursleitung: Miki Günter, Michl Schmidt
Anmeldung: https://werkstatthaus.net/werkstaetten/bildhauerei/
Fragen bitte an Michl Schmidt: bildhauerei@werkstatthaus.net


16. März 2026

Richtige Haltung auf dem Fahrrad testen

Wer sich zeigen lassen will, welche Haltung auf dem Fahrrad die richtige ist, kann sich morgen, Dienstag, ab 17 Uhr in der Villastraße 14 einfinden. 

In der Fahrradwerkstatt Alf Cycling Bar lädt Eurorad zu einem kostenlosen Event ein. Experten von Canyon wollen Einblicke geben und ein Gewinnspiel machen. Verpflegung gibt es auch. Es richtet sich an alle Fahrradinteressierten. Hier kann man sich anmelden. (Datum der Veranstaltung: 17.03.2026)

Vielleicht sehen wir uns ja. 




24. Januar 2026

Morgen Podiumsdiskussion im Merlin über Fahrradstadt Stuttgart

Der Zweirat lädt zu einer Bilanz über den Fortschritt des Ausbaus des Radverkehrs in Stuttgart. Der Zweirat hat einst Unterschriften für einen Radentscheid gesammelt. Daraus ist 2019 der Gemeinderatsbeschluss hervorgegangen, dass Stuttgart zur Fahrradstadt werden soll.

In den beinahe sieben Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich durchaus was getan in Stuttgart, nicht nur an vielen Ecken, sondern auch an langen Strecken wie der Böblinger Straße zwischen Heslach und Vaihingen. Fünf Fahrradstraßen sind angelegt worden. Eine Zählung der Stadt (die ich nicht nachvollziehen kann) ergab, dass der Radverkehr aber nur von 8 auf 9 Prozent angestiegen ist. Zahlen von 2023 lagen bei 14 Prozent. Ziel ist aber 20 bis 25 Prozent Radverkehrsanteil am Modal Split in Stuttgart, und davon sind wir durchaus noch ein ganzes Stück entfernt. Wobei in der Innenstadt sehr viel mehr geradelt wird als in den Außenbezierken, auch und gerade jetzt im Winter. Wir, die wir viel Rad fahren, können uns denken warum nicht so viele Menschen aufs Rad steigen, die es gerne würden, aber sich nicht trauen: Die Radwege und Radstreifen sind nicht durchgängig angelegt, sie hören viel zu oft auf, wo es schwierig wird. Und das macht vor allem unerfahrenen Radler:innen Angst und hält sie davon ab, das Fahrrad selbstverständlich als Alltagsverkehrsmittel zu nutzen. 

Im Merlin soll morgen, am Sonntag, dem 25. Januar um 15:30 Uhr darüber diskutiert werden, warum das alles nicht schneller geht und wie es schneller gehen könnte. Mit dabei ist unter anderen der scheidende Verkehrsminister Hermann, der sich durchaus unermüdlich für mehr Radverkehrsanlagen eingesetzt hat, aber immer wieder auch an dem politischen Unwillen der Städte (auch Stuttgarts) gescheitert ist. Der Eintritt ist frei. 


19. September 2025

Wir haben mal miteinander geredet

Am vergangenen Mittwoch hat meine erste Radfahren-in-Stuttgart-Sprechstunde stattgefunden. Treffpunkt war in der Eberhardstraße. 

Ich saß ab 18 Uhr auf einer Bank, und musste keine Minute warten, da kam auch schon der erste. Zwei Menschen kamen insgesamt (später noch ein dritter), beide ausgesprochene Vielradler, die mit Biobikes unterwegs sind und sehr lange Strecken radeln. Es ehrt mich, dass routinierte und ziemlich furchtlose Fahrbahnradler und Bio-Bike-Vielradler meinen Blog lesen. Wir haben uns nicht nur über meinen Blog unterhalten, der beiden gefällt, auch wenn sie nicht immer meiner Meinung sind. (Ich finde andere Meinungen und Perspektiven immer interessant, wenn sie uns alle voranbringen.) Sie fanden beide, dass ich ruhig jeden zweiten Tag posten soll, nicht seltener. 

Und wir haben über die Strecken gesprochen, die wir so fahren. Der eine fährt regelmäßig von Böblingen in den Stuttgarter Stdttkessel runter, 25 km, eine Stunde. Zurück nimmt er die S-Bahn. Der andere war zum ersten Mal in der Eberhardstraße, denn seine Alltagswege macht er oben in der Gegend von Kemnat, außerdem radelt er mit dem Liegerad Langstreckentouren. Ich freue mich sehr, zwei meiner Blogleser persönlich kennengelernt zu haben. Eine Idee für einen Blogbeitrag habe ich auch bekommen. Vielen Dank, dass ihr da wart. Mir hat es Spaß gemacht. 

Wenn ihr Interesse habt, werde ich entweder im Oktober oder im November wieder so ein einstündiges Treffen vorschlagen. Ich nehme in den Kommentaren gerne Vorschläge für den Ort (Stadtteil) und einen Wochentag entgegen, auch Bekundungen, dass ihr das für grundsätzlich ein gute Idee haltet. Wenn ich nichts von euch hlese, dann mache ich dennoch wieder einen Vorschlag und schaue, was passiert. 

11. September 2025

Reden wir mal miteinander

Manchmal werde ich auf der Straße beim Abschließen des Fahrrads angesprochen: "Sind Sie nicht die Fahrradbloggerin?" Ich freue mich dann, meine Leser:innen kennenzulernen.

Deshalb kam mir die Idee, so etwas wie eine Radfahren-in-Stuttgart-Sprechstunde anzubieten. Ich bin dann eine Stunde vor Ort und, wer Zeit und Lust hat, kommt vorbei und wir reden. Über eure Radstrecken, über Probleme auf euren Strecken, worüber ich mal schreiben soll oder über irgendwas anderes. Das könnten wir so einmal pro Monat oder alle zwei Monate machen, jedes mal an einem anderen Treffpunkt und Wochentag, damit alle, die wollen, die Gelegenheit haben zu kommen. 

Als ersten Termin für eine RiS-Sprechstunde schlage ich Mittwoch, den 17. September 18 bis 19 Uhr in der Eberhardstaße vor. Ich werde mich bei den Sitzelementen vor den Häusern 31 und 33 aufhalten. 

Falls es regnet, könnten wir uns unter die Vordächer der Gebäude zurückziehen. 


26. Juni 2025

Demo für ein fahrradfreundliches Vaihingen am Samstag

Die Raddemo findet am 28. Juni statt und beginnt um 14 Uhr auf dem Rathausplatz in Vaihingen. 

Von dort geht es dann zur Waldburgstraße. Das Ende ist für 15:30 Uhr geplant. 

Die Demo ist auch wichtig, weil der Bezirksbeirat Vaihingen die Hauptradroute auf der Waldburgstraße ablehnt, weil öffentliche Autoabstellflächen wegfallen sollen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, ist die Mehrheit der Meinung, dass mit Tempo 30 auf der Waldburgstraße alles okay sein wird, was ja heißt, dass man davon ausgeht, dass bergauf keine zu engen Überholvorgänge mehr stattfinden werden. Das aber wird so nicht sein, weil bergauf die Räder alle langsamer sind als 30 km/h. Außerdem schlägt das Gremium alternative Wegeführungen vor (auch durch den Wald auf der Panzerstraße), ohne sich klar zu machen, dass die Sicherheit von Radfahrenden solange nicht nennenswert zunimmt, wie die Straßen vom Autoverkehr beherrscht sind.  



30. Mai 2025

Spezialräder testen am 5. Juni auf dem Marienplatz

Radfahren ist keine Frage des Alters oder einer körperlichen Einschränkung, sondern eine Frage des passenden Fahrrads.  

In unseren Fahrradläden stehen all die Liegeräder, Dreiräder oder Tandems nicht herum, die älteren oder Bewegungseingeschränkten helfen würden, ihre Mobilität zu erhalten oder wieder zu entdecken.  

Mit einem E-Fahrrad - egal ob auf zwei, drei oder vier Rädern - kann man sich in der ganzen Stadt bewegen, kommt fast überall hin und ist völlig unabhängig von Taxiunternehmen, U-Bahnhaltestellen mit nicht funktionierenden Aufzügen oder dem eigenen Auto samt nerviger Parkplatzsuche. Eine Voraussetzung: Man muss wissen, wo man daheim das Fahrrad unterstellen kann. 

Bei der Suche nach dem richtigen Rad hilft am Donnerstag, dem 5. Juni von 13 bis 18 Uhr auf dem Marienplatz in Stuttgart-Süd die Stadt Stuttgart zusammen mit Cargobike. Es werden verschiedene E-Fahrräder unterschiedlicher Hersteller zu sehen sein. Man darf sie ausprobieren und bekommt Beratung. Es ist eine reine Info-Veranstaltung, ohne Kaufzwang und herstellerunabhängig. Die Stadt Stuttgart fördert übrigens die Anschaffung von E-Trikes (noch bis mindestens Ende dieses Jahres) und anderer Spezialräder bei nachgewiesener körperlicher Beeinträchtigung mit einem Zuschuss. Sie hat damit schon einige Menschen richtig glücklich gemacht. 

Wer sich auf dem E-Bike nicht mehr sicher fühlt, aber weiter Rad fahren will, oder wer früher geradelt ist und es wieder anfangen möchte, ist herzlich Willkommen. Und hoffentlich ist das Wetter schön. 


7. Mai 2025

Freitag Gedenkmarsch zum Olgaeck

Sieben Organisationen laden ein zu einem Gedenkmarsch für die Opfer des Verkehrsunfalls am Olgaeck von vergangenem Freitag.

Wir treffen uns am Freitag, dem 9. Mai um 17:30 Uhr auf dem Karlsplatz, wo eine kurze Kundgebung stattfindet. Kurz vor 18 Uhr gehen wir zum Olgaeck. Dort wollen wir still unser Mitgefühl für die Opfer und unsere Anteilnahme am Leid der Angehörigen der Toten und der sieben Verletzten bekunden. 

Danach geht es zum Stadtpalais, wo der Gedenkmarsch endet.

Kommt. Es geht um was. Es geht um mehr Sicherheit für unsere Schulkinder, für alle, die wir ohne Autos unterwegs sind. Es geht darum, dass die Stadtpolitik endlich handelt. 

Jetzt können und müssen wir der Politik und der Stadtgesellschaft zeigen, dass es uns nicht egal ist, wenn immer wieder Menschen im Autoverkehr sterben oder schwerst verletzt werden, dass wir uns elend fühlen, wenn wir hören, dass so viele Kinder auf einer Fußgängerinsel überfahren werden, dass es uns erschüttert, dass dabei eine Frau in der Mitte ihres Lebens zu Tode kommt. 

Wir wollen, dass jetzt etwas getan wird gegen das Sterben auf unseren Straßen. 





6. Mai 2025

Der Autoterror auf Stuttgarts Straßen muss aufhören

Am Freitag, dem 2. Mai ist in Stuttgart gegen 18 Uhr am Olgaeck der Fahrer eines schweren Mercedesgeländewagens in eine Gruppe von Fußgänger:innen gefahren, die auf der Verkehrsinsel an der Stadtbahnhaltestelle warteten. 

Eine 46-jährige Frau starb wenig später im Krankenhaus,  sieben Menschen wurden teils sehr schwer verletzt, darunter fünf Kinder. Der 42-jährige Fahrer war mit seinem kleinen Sohn vom Charlottenplatz kommend geradeaus bergauf Richtung Degerloch unterwegs. Warum er nach dem Überqueren der Kreuzung Olgastraße von der Fahrbahn abkam, ist der Presseöffentlichkeit noch unbekannt.  Den Presseberichten zufolge fuhr er in das Z-Schranken-Gitter der Verkehrsinsel an der Haltestelle, nietete das Gitter um, überfuhr Menschen und kam erst am Geländer der Treppe zum Bahnsteig zum Stehen. Dieses Geländer ist ebenfalls verbogen. Die Bildzeitung vermutet, dass der Fahrer wieder zurückgesetzt hat und dabei die schon Verletzten erneut überfuhr. Der Wagen jedenfalls stand nach dem Unfall wieder auf der Fahrbahn vor der Verkehrsinsel. 

Ich bin seit Tagen entsetzt und aufgewühlt. Ich stelle mir das Grauen vor, das die Kinder und viele Umstehende erlebt haben. Ich traure mit den Hinterbliebenen der Toten und bange mit den Kindern und deren Eltern. 

2. Februar 2025

Mit dem Mut des Verzweifelten

Die Schmidener Straße in Cannstatt ist für Radfahrende keine angenehme Straße. Darauf hat eine nächtliche Aktion aufmerksam gemacht

Die Schmidener Straße hat meist nur je eine schmale Richtungsfahrbahn, die uns zum Mischverkehr mit Autos zwingt. Stadtauswärts gibt es an der Oberen Ziegelei einen blitzkurzen Radfahrstreifen. Und der macht alles noch gefährlicher. Denn er endet dann im Heck geparkter Autos und man muss auf die Fahrbahn schwenken, genau dort, wo es auch noch bergauf geht. 
Um auf die miserable Situation für Radfahrende aufmerksam zu machen, hat ein Blogleser in der vergangenen Mittwochnacht eine Aktion gestartet und mich und die Presse davon unterrichtet. Er hat den Radfahrsteifen mit Sprühkreide verlängert und mit einem Körperumriss auf die Gefahr aufmerksam gemacht, dass Radfahrene von Autofahrenden getötet werden könnten, wenn sie auf die Fahrbahn schwenken. Außerdem hat er Planen unter anderem mit dem Schriftzug "Vision Zero" und "Warum hört der Schutzstreifen hier auf?" über die Heckscheiben von Autos gehängt und Fragen an  die Politik gestellt. (Siehe Fotos unten). Die Aktion, über die auch die Stuttgarter Zeitung berichtet hat, scheint mir fantasievoller und mutiger Ausdruck der Verzweiflung eines Radfahrers, der hier täglich in Bedrängnis gerät. Der Zeitung scheint es wichtig zu sein, sie als illegal einzustufen, wenngleich der Eingriff in den Straßenverkehr hier nicht gefährlich ist. Ähnliche Aktionen hat auch der Zweirat seinerzeit am Schutzstreifen der Kaltentaler Abfahrt gemacht, wo es jetzt einen Radfahrstreifen gibt. Ich bin dem Aktivisten dankbar, dass er mich und die Öffentlichkeit auf die Situation in der Schmidener Straße aufmerksam gemacht hat. Sicher Radfahren geht anders. Blogleser Elmar hat mir dann Fotos vom Tag danach geschickt und weitere Informationen über die Zustände an der Oberen Ziegelei geliefert, ich habe am Samstag fotografiert. 

Die Situation:

9. Oktober 2024

Wir Frauen fit fürs Radeln in der Stadt

Am kommenden Sonntag, dem 13. Oktober, laden Ulrike Stoll vom ADFC und ich Frauen zu einer Veranstaltung ein, bei der es um Tipps und Tricks beim Radeln in der Stadt geht. 

Keine fährt alleine, ist das Motto der ADFC-Frauengruppe, die es schon eine Weile gibt, die aber auch noch im Aufbau begriffen ist. Wir wollen einen Raum schaffen, wo wir Fahrradfrauen uns austauschen, vernetzen und voneinander lernen können. Frauen radeln tendenziell etwas anders als Männer, weniger risikofreudig und eher nicht an Machtkämpfen um den knappen Raum im Straßenverkehr interessiert. Unsere Städte sind aber für die Mobilität von Männern gebaut, nicht für die der Frauen. Das muss sich ändern. Bis es soweit ist, müssen wir aber damit zurechtkommen. 

Wie kann man sich freundlich Respekt verschaffen, welche Tricks gibt es, gut durch Kreisverkehre oder durch zugeparkte Straßen zu kommen, wie schütze ich mich vor engem Überholen durch Autofahrende, welche Ampeln gelten für mich, wie sind die Regeln und wie schütze ich mich? Um diese und andere Fragen soll es am Sonntag bei "Fit fürs Radeln in der Stadt" gehen . 

Wir treffen uns am 13. Oktober in Stuttgart um 14 Uhr auf den Stufen des Stadtpalais, reden über Probleme und Lösungen und machen dann eine kleine Fahrradtour in der Umgebung. Sitzkissen müsst ihr nicht mitbringen, aber ein Fahrrad und gute Laune. 

Eine Anmeldung ist erforderlich, der Platz ist auf 8 Personen begrenzt. Anmelden bitte bei: ulrike.stoll@adfc-bw.de. Der Anmeldelink findet sich auch hier



3. September 2024

Der Fahrradklimatest des ADFC hat begonnen

Bis zum 30. November können Radfahrende in ganz Deutschland per Umfrage ihrer Kommune sagen, wie sie den Radverkehr einschätzen. 

Nach Angaben des ADFC ist der Fahrradklimatest die weltweit größte Befragung zur Zufriedenheit oder Unzufriedenheit von Menschen, die Rad fahren. Auch für die Kommunen ist wichtig, wie sie abschneiden. Die Ergebnisse werden immer wieder als Argumente verwendet, politisch Verbesserungen anzustoßen. 2022 haben knapp 250.000 Radfahrende an der Befragung teilgenommen. 63 Prozent derer, die teilgenommen haben, nutzten das Fahrrad täglich oder fast jeden Tag, 91 Prozent mindestens einmal die Woche. Wobei die allermeisten auch Auto fahren und beide Perspektiven kennen. Unbekannt ist mir das Verhältnis von Frauen und Männern und die hauptsächliche Altersgruppe unter den Teilnehmenden. Laut ADFC zeigte sich, dass die Innenstädte mit dem Rad meist ganz gut erreichbar sind, auch sind viele Einbahnstraßen freigegeben, allerdings mangelt es an der Breite von Radwegen, Falschparker werden kaum kontrolliert und die Baustellenführungen sind mangelhaft. 

Hier geht es auf die ADFC-Seite und zur diesjährigen Befragung

25. Juni 2024

EM-Stadt Stuttgart suspendiert den Radverkehr

Klar, große Veranstaltungen bringen Behinderungen mit sich. Ausnahmesituationen sind Ausnahmesituationen. Wenn wir mal nicht wie gewohnt mit dem Rad oder Auto irgendwo durchkommen, können wir das mit Fassung tragen. 

Aber das Fahrrad und die vielen tausend Radfahrenden dermaßen zu ignorieren, wie das in Stuttgart geschieht, ist schon bestürzend. Der Stadtkern ist für Radfahrende gesperrt, die Hauptradroute 1 unterbrochen, und es stehen eindeutig falsche Verkehrszeichen herum, die das Radfahren auch dort verbieten, wo es stattfinden muss. An den Radverkehr hat man nicht ernsthaft gedacht. 

"Die Ganze Stadt ein Stadion", heißt es stolz auf der Seite der Stadt Stuttgart. Dann werden die Einschränkungen für den Autoverkehr erklärt. Auch die Stuttgarter Zeitung interessiert sich (hinter der Bezahlschranke) beim Stichwort "Verkehrskonzept" nur für Leute, die in Autos fahren und ihr Auto abstellen wollen. Das der Radverkehr zum Verkehr gehört, weiß sie nicht. Das wissen anscheinend auch die Behörden nicht, die die Sperren einrichten und Verkehrszeichen aufhängen lassen. 

So ist beispielsweise flugs die Fahrradstraße Eberhardstraße zwischen 10:30 Uhr und und 1:30 Uhr nicht nur für den motorisieren Verkehr gesperrt (was sie immer ist), sondern - wie die Schilderkombination zeigt - auf einmal auch für den Radverkehr. Nur E-Scooter haben hier noch eine Ausnahmegenehmigung. Das weiße Schild mit rotem Kreis bedeutet nämlich Durchfahrtverbot für alle, auch Radfahrende. Das kann ja aber nicht sein, sagt sich die Radfahrerin in Stuttgart, und fährt. Wie sollte es auch anders gehen, das ist die Hauptradroute 1. Eine Alternative gibt es hier nicht. 

24. Dezember 2023

Auch die Weihnachtsfrau fährt Fahrrad

Ich wünsche euch geruhsame Feiertage mit netten Leuten, gutem Essen und schönen Ausflügen in die Natur mit dem Fahrrad oder zu Fuß. 

Und heute wünsche ich euch auch schon ein gutes neues Jahr, euch persönlich den Erfolg, den ihr euch wünscht, in jedem Fall aber Glück. 

Christine 



9. Juni 2023

Radfahren in Stuttgart wird zehn Jahre alt

Das hätte ich nicht gedacht, als ich am 10. Juni 2013 mit dem Blog anfing, weil mir auffiel, wie kompliziert die Verkehrswelt für Radfahrende ist. 

Hätten wir zusammen feiern können, aber morgen Nachmittag bin ich mit einer Fahrradgruppe in Stuttgart unterwegs. Es ist eine Stadtführung an Orte der NS-Militärgerichtsbarkeit in Stuttgart und bereits die zweite Kulturveranstaltung, bei der ich geholfen habe, sie als Radtour zu gestalten. Ende Mai war ich im Rahmen des Literaturfestivals mit dem Autor und Radler aus Tübingen, Joachim Zelter unterwegs. (Er kam mit dem Rennrad, fährt aber auch S-Pedelec.) Wir radelten und er las am Karlsplatz, am Karlsgymnasium, auf dem Santiago-de-Chile-Platz und am Garnisonsschützenhaus aus seinen Büchern. 18 Zuhörer:innen auf Fahrrädern waren dabei.  

Meine größte Sorge bei der Planung war, wie ich den Tross (es hätten ja auch 30 sein können) von der Seite der Tübinger Straße Richtung Neue Weinsteige über dem B14 kriege.

12. Mai 2023

Die Literatur-Radtour mit Joachim Zelter und Christine Lehmann

Sie beginnt am Sonntag, dem 21. Mai, um 14 Uhr auf dem Karlsplatz in Stuttgart. 

Wir radeln und der leidenschaftliche Radfahrer und Literat Joachim Zelter liest an vier Stationen aus seinen Büchern. 

Die Tour endet nach einer Fahrt die Neue Weinsteige hinauf am Garnissonsschützenhaus beim Dornhaldenfriedhof. Anmeldungen nur hier: info@stuttgarter-schriftstellerhaus.de

Die Strecke ist ungefähr 8 km lang und es geht bergauf, die Lesungen werden sich vermutlich auf eine Stunde summieren. 

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 40 Personen begrenzt.