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8. April 2025

Ampelstopps machen uns intelligenter

Wer durch die Stadt mit dem Rad zur Arbeit pendelt oder regelmäßig mindestens eine halbe Stunde mit dem Rad fährt, hat ein ideales Intervalltraining für geistige Gesundheit. 

Das sagt der dänische Hirnforscher Troels W. Kjær, wie unter anderem der Nordschleswiger kurz berichtet. Radfahren macht klüger, weil es das Gehirn stimuliert, über Botenstoffe, die zu neuen Verknüpfungen führen. Viele Verknüpfungen im Gehirn machen geistige Leistungen schneller und leichter.  Dass die Radfahrt zur Arbeit gut für die geistige Leistungsfähigkeit ist, wissen wir allerdings schon lange. 

Neu ist mir, dass die vielen Ampelstopps auf städtischen Wegen besonders gut für uns sind. Laut Kjær muss der Puls in Schwung kommen, aber man muss auch Pausen einlegen, um ein Intervalltraining hinzukriegen. Als Unterbrechungen zum Runterregeln von Puls und Atmung und danach erneutem Hochfahren von Puls und Atmung taugen gut die von uns so gehassten Stopps an Ampeln oder Kreuzungen. Fahren-Halten-Starten ist offenbar noch besser als kilometerlang im Flow durch ampelfreie Grünzonen zu gleiten. Radfahren als Intervalltraining macht noch mehr Nerven im Gehirn und schafft noch größere neuronale Netze. Wir Stadtrad-Pendler:innen können noch besser denken, uns besser erinnern und sind letztlich intelligenter. 

Wenn das so ist: Ach, ich liebe diese Ampeln, die alle alle rot werden, wenn ich angeradelt komme. 


18. März 2025

Wo beginnt eigentlich der Fußweg?

Was ist, wenn eine Radampel mich auf einen Gehweg führt, der augenscheinlich nicht fürs Radfahrenden freigeben ist? 

Die typische Situation: Eine gemischte Fußgänger-Fahrradampel zeigt mir, dass ich über die Fahrbahn zum gegenüber liegenden Gehweg radeln kann. Drüben entdecke ich aber keinerlei Verkehrsschild, das mir sagt, ob der Gehweg ein gemischter Radweg  oder ein fürs Radeln freigegebener Gehweg ist. Gehwege ohne Verkehrszeichen sind aber - so habe ich gelernt -  immer reine Gehwege, auf denen ich nicht radeln darf. Was darf oder muss ich hier also tun?

31. Januar 2025

ADAC hat Rotlichtverstöße gezählt, und o Wunder ...

Es sind nicht die Radfahrenden, die öfter mal bei Rot fahren, sondern E-Scooter-Fahrende. Auch Fußgänger:innen liegen bei Rotlichtverstößen noch vor den Radfahrenden. 

Der ADAC hat vier Stunden lang (von 7 bis 11 Uhr) am Vormittag eines Wochentags im vergangenen Oktober mit KI-unterstützen Kameras alle Fahrzeuge gezählt, die bei Rot über eine Ampel fuhren. Dabei wurden die einfachen Verstöße gezählt, also die Rotlichtfahrt innerhalb der ersten Sekunde, die qualifizierte Verstöße, also Fahrten bei schon länger Rot und die Frühstarts, die ebenfalls zu den qualifizierten Verstößen gehören. Nur bei den Fußgänger:innen zählt bei Rot gehen immer zu den einfachen Verstößen (Bußgeld 5 Euro). Ein Drittel der beobachteten Rotlichtverstöße waren qualifizierte Verstöße. 

Von den erfassten 330 E-Scooter-Nutzenden fuhren 14,5  Prozent bei Rot und dabei zu 13 Prozent, wenn die Ampel schon lange auf Rot stand (qualifizierter Verstoß). Von den 16.900 Fußgänger:innen gingen 8,5 Prozent bei Rot. Bei den 9.500 Fahrrädern waren es 7,9 Prozent, auch hier die allermeisten (7,6 %) mit qualifizierten Verstößen. Die Fahrer:innen von 39.500 Kraftfahrzeugen (Autos, Motorräder und Lkw)  missachteten des Rotlicht zu 1,6 Prozent, 1.2 Prozent von ihnen fuhren innerhalb der ersten Sekunde bei Rot noch durch (einfacher Verstoß). 

6. August 2024

Warten bis man schwarz wird

Radelt man auf dem gemischten Geh/Radweg vom Pragsattel kommend die Stresemannstraße hoch, stößt man an der Einmündung Maybachstraße auf diese Ampelanlage. 

Der gemischte Geh/Radweg teilt sich davor, links für Radfahrende, rechts für Fußgänger:innen, dazwischen eine durchgezogene Linie. 

Und nun? Eigentlich darf ich mit dem Rad die Linie nicht überfahren und auch nicht in den Fußgängerbereich hineinfahren. Aber der Drücker zum Grün-Anfordern befindet sich ganz weit rechts von mit im Fußgängerbereich. 

14. April 2024

Gefährlich: missverständliche Ampeln

Der Wilhelmsplatz in Stuttgart ist für Radfahrende nicht einfach, obgleich es eine  geschnipselte Radführung gibt. 

Sie ist unbeliebt, denn man wartet ewig an den Ampeln. Kürzlich habe ich eine junge Frau auf einem Regiorad so stehen sehen. Wie dort hingekommen ist, blieb unklar. Theoretisch könnte sie aus dem Seitenstreifen der B14 nach links eingebogen sein. Oder sie ist bei fast Rot geradeaus vom Radweg aus rüber geradelt und hat denn die rote Fahrradampel auf der anderen Seite der Fahrbahn gesehen und angehalten. Sie stand jedenfalls so und wartete. Sie fuhr auch nicht los, als parallel zu ihr die Fußgänger:innen Grün hatten, was ein sicheres Zeichen gewesen wäre, dass auch sie gefahrlos radeln kann. Sie fuhr erst los, als ich startete, weil ich Grün bekam und drüben (also ganz hinten) die Radlerampel auch grün wurde. 

Das heißt, für sie war die drei-flächige Radlerampel, die in klein die Autoampeln kopiert, die einzig gültige. Die steht aber nicht bei ihr auf ihrer Straßenseite, sondern jenseits der Fahrbahn, die sie queren wollte, sie gilt also nicht für diese, sondern erst für die nachfolgende Fahrbahn. Sie hat die Ampel behandelt wie eine Fußgängerampel. 

8. Februar 2024

Rote Ampel über die Gehwegecke umfahren?

Das kann teuer werden. Ob man nur für eine Gehwegfahrt zur Kasse gebeten wird oder für den Rotlichtverstoß, hängt von Details ab.  

Die Situation kennen wir alle: Man will rechts abbiegen, die Ampel für Autos (und damit auch für Radfahrende) ist rot. Also rauf auf den Gehweg, über die Gehwegecke radeln und dahinter wieder runter. Das ist kein harmloses Manöver, es kann richtig teuer werden, weil es als Rotlichtverstoß gewertet wird, wenn man ein Detail nicht beachtet. Radfahrende, die bei Rot über eine Ampel fahren, zahlen 60 Euro, meist aber 100, weil sie gefahren sind, obwohl die Ampel schon lange auf Rot stand. Und es kostet einen Punkt in Flensburg. 

Entscheidend ist, in ob wir im sogenannten geschützten Bereichs auf den Gehweg und wieder runter auf die Fahrbahn gefahren sind oder nicht. 

6. Dezember 2023

Die abendliche Blockade der Hauptradroute 1

Jeden Abend zwischen 17 und 19 Uhr das Gleiche. Gaaanz viele Radfahrende auf der Hauptradroute 1 wollen an der Matthäuskirche die Schreiberstraße überqueren. Autos blockieren den Überweg. 

Die Stadt hat die Ampelphasen für den Rad- und Fußverkehr vor einiger Zeit verändert. Ich habe mal gemessen, dass die Rotphase 1:40 Minuten dauert, dann aber 40 Sekunden lang Grün ist. Die Grünphase ist damit deutlich verlängert worden. 

Doch zur Hauptverkehszeit stauen sich die Autos. Und viele Autofahrende denken gar nicht daran, die Fläche des Fußgänger- und Radüberwegs freizuhalten, wenn sie dahinter die Autos bereits stehen sehen. Sie fahren drauf und bleiben darauf stehen. Die Radfahrenden und Fußgänger:innen bekommen Grün und müssen sich zwischen den querstehenden Autos durchschlängeln. Währenddessen starten die Autofahrenden übrigens auch und fahren weiter. Wie man auf dem zweiten Foto sieht. 

18. November 2023

Endlich legal mit dem Rad geradaus

Im Zuge der der Erneuerung der Ampelanlage an der Kreuzung Böblinger Straße/Schickhardt-Straße ist nun auch das Fahrrad-frei Schild aufgehängt worden. 

Mit dem Fahrrad darf man nämlich geradeaus die Böblinger Straße weiterfahren, Autofahrende müssen links oder rechts abbiegen. 2019 habe ich beschrieben, dass Radfahrende das zwar dürfen, aber nicht, wenn sie an der Ampel stehen. Denn unter den Abbiegegeboten hing kein Schild, das die Geradeausfahrt für Radfahrende freigab. 

Jetzt ist es da. Wir können also legal geradeaus radeln. 

Dass man in die Böblinger Straße fahren darf, sah man bisher nur, wenn man drüben war oder über die Kreuzung hinweg guckte. 

2. November 2023

Wien installiert hunderte Grünpfeile für Radfahrende

Quelle: Fahrrad Wien
Die Stadt Wien ist schön länger gut unterwegs in Sachen Radverkehrsförderung. Auch wenn die Autofahrenden nicht unbedingt fahrradfreundlicher sind als bei uns, scheint es der Stadt wichtig zu sein, dass Radfahrende bequem vorankommen. 

Mindestens 330 Ampeln sind in Wien bereits mit Schildern ausgestattet, die es Radfahrenden erlauben, bei Rot nach rechts abzubiegen oder geradeaus zu fahren, nachdem sie kurz angehalten haben. Dass sie anhalten müssen, steht auf den Schildern drauf, anders als bei uns in Deutschland. Auch in Stuttgart gibt es ein paar wenige sogenannte Grünpfeile. Die Verkehrsregeln hinter ihnen müssen Radfahrende aber kennen: Anhalten, gucken, dann darf man auch bei Rot abbiegen. Einen Grünpfeil für Geradeausfahrten kenne ich in Stuttgart nicht. Aber immer, wenn ich auf der Neckarstraße stadteinwärts an der Ampel Hackstraße stehe und auf den Schutzstreifen gucke, der vor mir weiter geht, denke ich mir, hier könnte man einen Grüpfeil für Radfahrende anbringen.

25. Oktober 2023

Verwirrende Ampel am Rotebühlplatz

Noch mal zurück zur Neugestaltung der Kreuzung Rotebühlplatz mit der Theo. Über die neuen Radstreifenmarkierung Richung Fritz-Elsas-Straße habe ich schon berichtet

Dabei kam die Frage auf, wie klar oder unklar die Situation für Radfahrende ist, die aus dem Western von der Rotbühlstraße her kommen und nach der Kreuzung geradeaus auf dem neuen breiten Radweg fahren wollen. Sie sehen sich nämlich einer Radlerampel gegeüber, die rechts von ihnen neben einer Aufstellläche für indirektes Linksabbiegen in die Fritz-Elsas-Straße steht. Die Streuscheiben der kleinen Ampel haben keine Richtungspfeile. Die Ampel selbst sagt uns also nicht, dass sei nur für Linkssabbieger gilt. Und da sie rechts der Geradeausfahrenden steht, scheint sie zu gelten. Das aber kann nicht sein, weil man ja gerade mit den Autos Grün bekommen hat, die ungebremst in die Theo fahren. 

Dass die Ampel für Geradeausradler:innen nicht gilt, können wir nur aus den Bodenmarkierungen vor der Ampel entnehmen. Es gibt nämlich keinen Haltestreifen.

7. Oktober 2023

Radfahrende sind keine Verlegenheitsfußgänger:innen

Eine Radlerin fährt an eine rote Ampel heran und wartet. Die Ampel wird aber nicht grün. Sie wartet nach eigener Aussage minutenlang. Dann fährt sie vorsichtig los, obwohl noch rot ist. Die Polizei erwischt sie und kassiert ein Bußgeld von 100 Euro. 

So geschehen in Hamburg. Wie der Spiegel berichtet, sah die Polizei einen vorsätzlichen Rotlichtverstoß. Die Radfahrerin sah das nicht so und fragte sich, was sie tun soll, wenn eine Ampel nicht grün wird. Sie wehrte sich gegen das Bußgeld, die Behörde bestand auf der Zahlung und sie ging vor Gericht. Das Amtsgericht gab den Behörden Recht. Die Radlerin hätte schließlich auch ihr Rad über den parallelen Fußgängerüberweg schieben können. Dagegen legte sie Beschwerde beim Oberlandesgericht ein. Und das sah die Angelegenheit sehr viel differenzierter und verwies die Sache ans Amtsgericht zurück. Die Geldbuße muss zumindest reduziert werden. 

Zwei Argumente sind für uns Radfahrende sehr interessant, vor allem das zweite: 

21. September 2023

Neuerungen an der Rotebühlkreuzung

Am Rotebühlplatz gibt es  - Hurra! - jetzt endlich den Radfahrstreifen. Frisch und blau markiert. 

Radfahrende können jetzt, von der Tübingerstraße kommend, Richtung Finanzamt und Fritz-Elsas-Straße vom fürs Fahrrad freigegebenen Busstreifen direkt auf den Radfahrstreifen fahren und rechts neben den Autos an der Autoampel auf Grün warten, um dann geradeaus oder rechts weiterzuradeln. Es gilt die Autoampel.

Wie man auf dem Foto sieht, sind Autofahrende noch nicht bereit, hier mit Radfahrenden oder E-Scooter-Fahrenden zu rechnen und biegen ohne nach rechts hinten oder in den rechten Seitenspiegel zu gucken ab. Die E-Scooterfahrerin musste ziemlich bremsen, damit sie nicht umgenietet wurde. Ich frage mich ja immer so für mich, ob es eigentlich keine technischen Lösungen gibt, damit Autofahrende nicht einfach nach rechts ziehen, oder ob man nicht wenigstens Warnschilder aufstellen könnte, die auf eine veränderte Verkehrsführung und Radfahrende aufmerksam machen.  

30. August 2023

Fahrradfreundliche KI-Ampel in Hamm

Foto Apple Maps
In Hamm steht seit Juli die erste Ampel Deutschlands, die sich auf den Radverkehr einstellt.  Eine sogenannte künstliche Intelligenz steuert den Verkehr und soll vor allem für Radfahrende die Wartezeiten verkürzen. 

Einem Bericht der wa.de/NRW zufolge wurden rund um die Kreuzung an den Masten Kameras installiert, die die Umrisse aller Verkehrsteilnehmenden erfassen und errechnen, wie lange die brauchen, bis sie da sind, um dann gegebenenfalls eine Grünphase zu verlängern, damit der Radler noch drüber kommt. Das scheint tatsächlich zu funktionieren, wie dieser Selbstversuchbericht zeigt. Radfahrende, aber auch Fußgänger:innen äußern sich zufrieden. Außerdem soll das System lernen, wie an dieser Kreuzung der Verkehr funktioniert und die Ampelschaltung selbst optimieren. Nach Angaben der Stadt liegt der Fokus darauf, dass die Radfahrenden nicht so lange warten müssen. Solche Ampeln soll es sonst nur noch in Wien und Salzburg geben. 

Die Ampeln stehen an der Kreuzung Marker Allee und Heßlerstraße in Hamm. Die, die auf der Marker Allee unterwegs sind, haben dabei wohl eindeutige Vorteile gegenüber denen, die auf der querenden Heßlerdtraße fahren und gehen.

28. August 2023

Platz freihalten für Radler:innen? Och nö!

In der Kolbstraße bergauf Richtung Lehen gab es mal einen Radfahrsreifen mit schönem vorgezogenem Aufstellplatz. Der Streifen wurde bald vom Gerüst am Eckhaus überbaut. Nun ist es dort nicht mehr schön. 

Autofahrende haben außerdem so ihre Probleme mit der roten Fläche für den Radverkehr und machen damit Radfahrenden Probleme. Häufig fahren sie mit ihrem Auto über ihre Haltelinie hinweg auf den roten Aufstellplatz. So ganz klar ist mir nicht, warum es ihnen so schwer fällt, diese Fläche einfach freizuhalten und an ihrer eigenen Haltelinie zu halten. Die Ampel sehen sie ja trotzdem. Und schneller geht es auch nicht. 

Da Radfahrer rechts nicht mehr durchkommen, fahren sie oft links an den wartenden Autos vorbei und quetschen sich dann vor den Kühler. Dass dieser Aufstellplatz durchaus gebraucht wird, sieht man auf dem Foto oben deutlich, auch wenn einer unter den Radfahrern ein Mopedfahrer ist, der da auch nicht hingehört. 

13. Juli 2023

Die große und die kleine Ampel

2023, Pragstraße
Wir fahren die Pragstraße runter Richtung Wilhelma. Das geht auf einem fahrspurbreiten provisorischen Radstreifen mit viel Platz. 

Für diejenigen, die diese Strecke kennen, alles easy, abgesehen von den gelegentlich heftigen Unebenheiten auf dem Radstreifen. Aber wehe, man kennt sie nicht! Dann legt man an der Ampel beim Mahle eine Vollbremsung hin, obgleich sie für Autos grün zeigt. Denn eine Radampel rechts zeigt Rot. Darauf hat mich Blogleser Christian hingewiesen mit der Bitte, doch mal etwas über die kleinen und die großen Ampeln zu schreiben. 

Die Situation hier ist höchst missverständlich. Wer die Ampeln so aufgestellt hat, meint Christian, fährt wohl selber nicht Fahrrad. 

14. Mai 2023

Die fahren doch alle bei Rot!

Sowohl Autofahrende als auch Radfahrende und Fußgänger:innen begehen Rotlichtverstöße, und zwar in ungefähr ähnlicher Menge. 

Aber anders als Autofahrende und Fußgänger:innen werden Radfahrende mit drei verschiedenen Ampelsystemen konfrontiert: der Autoampel (hoch oben und groß), der Radlerampel (klein und weiter unten, dafür oft nicht in Blickrichtung) und der Fußgängerampel mit Radzeichen (auf der anderen Straßenseite stehend und ohne Gelbphase). Sie müssen an jeder Kreuzung herausfinden, welche Ampel für sie gilt. 

Auch Autofahrende halten ungern an roten Ampeln. Sie heizen frappierend häufig bei schon Rot noch durch, sogar dann noch, wenn die Ampel schon mehr als 1 Sekunde auf Rot steht. In Berlin passiert das an 19 Ampeln mit Blitzer ca. 5 Mal am Tag. Rechnet man das auf die 2000 Ampelanlagen hoch, dann sind es schon 10.000 Mal.  Statistiken zu Unfällen nach Rotlichtverstößen von Autofahrenden habe ich nicht gefunden. Für den Radverkehr hat der ADFC Berlin gerechnet: In Berlin waren im Jahr 2015 Radfahrende für 229 Unfälle verantwortlich, weil sie eine rote Ampel missachteten. Dies sei ein Anteil von 3 Prozent, also sehr wenig. Auch eine solche Rechnung gibt es für den Autoverkehr nicht. Autofahrenden werden Rotlichtfahrten ja auch nicht so laut und vehement vorgeworfen wie Radfahrenden, obgleich sie häufig geschehen und lebensgefährlich für Radfahrende und Fußgänger:innen sind. Wenn Menschen hinterm Steuer ein Rotlicht nicht sehen oder nicht darauf achten, dann sterben Menschen, so wie hier oder hier.

Auch Fußgängerinnen gehen gern bei Rot. Der Rotlichtverstoß eines Fußgängers ist aber nicht zu vergleichen mit dem Rotlichtverstoß eines Autofahrers. 

8. April 2023

Radfahrende müssen viel zu lang und oft an Ampeln warten

Dieses Schild hat die UG Raumpflege am Charlottenplatz auf eine Verkehrsinsel neben den Radstreifen gepflanzt. 

Gefühlt zehn Minuten braucht man, bis man über die vielen Verkehrsinseln drüber gelaufen oder geradelt ist. Na ja, nicht ganz. 

Das Schild war aber Anlass, mir die Ampelschaltungen für Radfahrende (und Fußgänger:innen) genauer anzuschauen. Ich habe ziemlich freihändig mit der Stoppuhr gemessen, wie lange ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad brauche, bis ich drüben bin. Während die abbiegewilligen Autofahrenden längstens 53 Sekunden warten, bis es wieder Grün wird, war die kürzeste von mir gemessene Übergangszeit 1:50 Min. und die längste 2:48 Min. Wir müssen zwei bis drei Mal so viel Zeit investieren wie Autofahrende, um über die Kreuzung zu kommen, und dabei zwischen ein und drei Mal anhalten und neu anfahren.  

8. März 2023

Die Ampel, die für Radler:innen nicht grün wird

Radelt man die Geißeichstraße Richtung Killesberg, dann wird man vor der Ampel an der Gaußstraße auf eine Nebenfahrbahn hinausgeleitet und landet an einer Ampel, die nicht grün wird. 

Ich sehe zwar jede Menge Induktionsschleifen  im Asphalt, aber auf mein Bambus-Rad mit Pedelecmotor haben sie nicht reagiert. Eine Weile stehen ist man ja gewöhnt. Aber wenn die Autos parallel auf der Geißeichstraße vier mal Grün kriegen und Starten und bei mir die Fußgängerampel immer noch auf Grün steht und meine Ampel auf Rot, kommen einem doch Zweifel, ob es die Stadt so übel mit uns meinen kann. In meinem Fall kam kein Auto, das mir hätte Grün verschaffen können. Es half auch nicht, dass ich mein Rad mehrmals über die Schleifen bewegte. Schließlich habe ich das Fahrrad über den Gehweg geschoben und in der Gaußstraße hinter der Ecke wieder auf die Fahrbahn gesetzt. 

16. Januar 2023

Das Zwei-Ampel-Problem von Karlsruhe

Ist die Radlerin bei Rot gefahren oder bei Grün? Darüber stritten sich in Karlsruhe Polizei und eine Radfahrerin. Schließlich vor Gericht. 

Karslruher Radler:innen waren sehr gespannt auf das Urteil, denn die Situation ist ziemlich komplex, so komplex, dass man aus dem ersten Bericht der  Badischen Neuesten Nachrichten nicht erschließen konnte, was passiert war, und der Radfahrerin Recht geben musste. Die Richterin hat aber der Polizei Recht gegeben, und das hing nur mit der Route zusammen, die sie genommen hatte. Das geht aus dem nachfolgenden Artikel über das Urteil hervor. 

Die Situation an dieser Kreuzung ist so kurios, dass ich das hier mal auseinanderklamüsern will. Auch weil wir wieder einmal sehen, wie verzwickt die Verkehrssituationen und die sich daraus ergebenden Regeln für Radfahrende sind und dass sie beim Wechsel aus einem Fußgänger-/Radwegbereich auf die Fahrbahn eigentlich nur Fehler machen können. 

2. Juli 2022

Muss das da stehen oder kann das weg?

Muss dieses Schild mit dem Fahrradzeichen und einer durchgestrichenen Ergänzung eigentlich mitten auf dem Weg stehen, den Radfahrende  fahren sollen? 

Und was soll es uns überhaupt sagen, das Zusatzschild ohne das Verkehrszeichen, für das es ein Zusatz wäre. Seit Jahren radeln Radfahrende über diesen Überweg. Das sinnfreie Schild versperrt jetzt die Sicht auf die Ampel. Wobei auch diese Ampel vollständig sinnlos geworden ist, seitdem die Wilhelmsbrücke für den Autoverkehr gesperrt ist. Man steht an der roten Ampel: Von rechts von der Brücke kommt nichts - oder der Radfahrer steht auch, weil er seinerseits ebenfalls Rot hat - und wartet auf irgendwas. Was, ist unklar, denn Autos können hier nicht mehr einbiegen oder rauskommen. Bestenfalls Radfahrende, die jetzt auf der Badstraße die Rechtsabbiegespur für sich haben. Mit Ampel natürlich. An der sie warten. Worauf auch immer. 

Aber auch wenn sich hier Radfahrende und Fußgänger:innen begegnen und sich ihre Wege kreuzen (was sie vor allem schon lange auf den Gehwegen tun, so brauchen Fußgänger:innen und Radfahrende hier keine Ampeln, die brauchen nur Autofahrer:innen. Es dürfte leicht möglich sein, den Radverkehr und den Fußverkehr hier ohne sinnlose Ampelhalts abzuwickeln, und zwar so, dass es zu keinerlei Unfällen kommt. 

Also weg mit dieser Ampelanlage (man kann sie verhängen so wie vorn an der gesperrten Rosensteinbrücke) und weg mit diesem Schild!