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2. Juni 2026

Pflasterrondell neu gepflastert

Das Pflasterrondell am Ende der Platanenallee Richtung Stadtmitte im Schlossgarten ist teilweise erneuert und geglättet worden. 

Hier müssen wir Radfahrenden eine neunzig-Grad-Kurve fahren, um auf die Platanenenallee oder von ihr runter zur Brücke zu kommen. Das Pflaster war längst hoppelig geworden und zwischen den Pflastersteinen hatten sich Spalten gebildet, die für wenigstens einen mir bekannten Sturz eines Radfahrers mit schmalen Rennradreifen verantwortlich waren. Jetzt ist das Pflaster neu verlegt und die Kurve lässt sich leichter radeln. Bei Nässe sollte man allerdings langsam fahren, Klinkersteine werden glatt. 

Ideal ist diese Fahrt über das Rondell aber nach wie vor nicht.

15. Mai 2026

So haben wir aber nicht gewettet

Im Schlossgarten ist der Grillplatz mit angrenzender Picknickfläche zu beiden Seiten des gemeinsamen Rad- und Fußwegs fertiggestellt. Eine schöne Aufenthaltsfläche. 

Allerdings haben wir uns das nicht nicht so vorgestellt, dass nun sofort Leute mit ihrem Auto hinfahren, völlig regelwidrig und verbotenerweise über einen Rad- und Gehweg, und am Grillplatz parken. Diese beiden Autos habe ich am Dienstag, dem 12. Mai um 19 Uhr dort stehen sehen. 

Wir sind es ja gewohnt, dass etliche Fahrer solcher großen, dicken und aggressiv gestalteten Autos keinen Respekt von Radwegen und Gehwegen haben und die gesamte Stadtfläche als Fahrwege und Parkplatz missverstehen, aber dass die jetzt auch so schnell den Weg mitten in den Schlossgarten gefunden haben, finde ich schon erschreckend. Sie sind dabei einige hundert Meter über einen gemeinsamen Geh- und Radweg gefahren, und das obgleich Autos niemals weder auf einem Radweg noch auf einem Gehweg gefahren oder geparkt werden dürfen. Der gesamte Schlossgarten ist per Verkehrszeichen als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen. Nur an wenigen Stellen verlaufen Geh- und Radweg mal getrennt. 

Ich hoffe, das reißt nicht ein, und wenn doch, dass die Polizei hier abends und am Wochenende rigoros kontrolliert und Bußen verhängt. Es reicht schon, dass immer wieder Autos von Landtagsabgeordneten illegal auf dem Rad- und Gehweg an der Oper stehen, ohne dass dem wirklich Einhalt geboten wird (obgleich es einen Parkplatz und eine Tiefgarage gibt). Der Schlossgarten muss nicht auch noch voller Autos stehen. Das zeigt eindrucksvoll auch dieses Video von Blogleserin Annette, das sie am Tag der Wahl des neuen Ministerpräsidenten aufgenommen hat. Es ist im Bereich des Rad- und Fußwegs alles in ungeheuerlichem Ausmaß zugeparkt. Und das geht halt auch nicht. 

27. April 2026

Gut beschilderte Baustelle am Pflasterrondell

Pflasterrondell also nennt man offenbar bei der Stadt die runde Fläche am unteren Ende der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Allee, meist Platanenenallee genannt.  Dieses schöne Wort steht jedenfalls auf dem Schild im Rosensteinpark, das uns warnt, die Allee runter zu radeln. 

Ich habe jedenfalls sofort verstanden, was für eine Stelle das Schild meint. Wenn man der Warnung glaubt, kann man hier (auf dem Foto links) runter fahren zum geschwungenen Geh-/Radweg durch den Schlossgarten, der am Grillplatz vorbei führt. Wenn man dem Schild nicht so ganz glaubt und denkt, naja, die Allee ist ja andethalb Kilometer lang und vorher komme ich sicher runter, radelt weiter. Kurz vor Komplettsperrung des Pflastersteinrondells mit den beiden Rossbändier-Skulpturen (von 1848), wird man in der Tat per Umleitung nach links über einen Schotterweg zum geschwungenen Weg abgeleitet. Je weniger Radler:innern diesen unbefestigten Weg fahren, desto besser für den Untergrund. Die Beschilderung finde ich gut und aufmerksam uns Radfahrenden gegenüber. Das ist ja in Stuttgart nicht immer so. 

20. April 2026

Ein nützliches Detail

Wo man aus dem Wald runter auf den Radweg entlang der Böblinger Straße in Kaltental kommt, befindet sich seit kurzem eine blaue Markierung. 

Wir Radfahrenden hätten die nicht gebaucht, aber sie ist nützlich, um Fußgänger:innen davor zu warnen, dass sie einen Radweg betreten und auf ihm gehen würden. Solche Hinweise für Fuoßgänger:innen sind durchaus notwendig, weil sie die Verkehrszeichen nicht sehen und Flächen, auf denen nicht Auto gefahren wird, gerne auch mal für Gehwege halten. 

Dies würden wir uns ganz dringen wünschen für den Auf- und Abgang vom Ferdinand-Leitnersteg aufseiten des Planetariums. Der Abgang ist zweigeteilt, die eine Seite (die für Fußgänger:innen einen Umweg bedeutet) ist nur für Fußgänger:innen, die andere Seite - die direkt Auf- und Abfahrt ist ein reiner Radweg. Er ist so ausgeschildert. Kommt man von unten, muss man eigentlich etliche Hindernisse überwinden und geht an dem rot umrandete Runde Schild vorbei, dass Fußgänger:innen den Weg verbietet. Dies verstehen jedoch viele Fußgänger:innen nicht. Vor allem diejenigen nicht, die hier zum ersten Mal gehen. Sie sehen die Schilder nicht, verstehen das Verbottschild für Fußgänger wegen des Fußgängerzeichen darauf oft auch noch falsch, nämlich als Gehwegzeichen, und laufen hier unter oder rauf. Das Radfahrende hier durchaus schnell bergab rollen, bringen sie sich auch noch in Gefahr. Wenn  Radler.innen, vor allem mit Normalrädern, hier den Schwung mitnehmen, um leichter hochzukommen, sehen sie sich durch Fußgänger:innen jäh ausgebremst, zuweilen bis zum Anhalten. Ein Antritt am Berg ist aber für alle Radfahrenden nicht nur unangenehm, sondern kann auch schwierig werden. 

Hier wäre eine blaue Markierung als Radweg hilfreich. Allerdings gehört der Schlossgarten dem Land, und das müsste sich entschließen, hier etwas zu tun. Die Radfahrenden würden danken. 

2. April 2026

Hoppelpassage entschärft

Vor sechs Wochen habe ich die Stelle noch in einem Post erwähnt: aufgeworfene Platten, welliges Baumbeet auf der Hauptradroute 1 im Akademiegarten. Und - schwupps - ist die Stelle hergerichtet worden. 

Der Schlossgarten gehört dem Land, es ist zuständig dafür, wie dort die Radstrecken aussehen. Das habe ich in meinem Post über die Landtagswahlprogramme angemerkt. Und seit Jahren hoppsen tausende Radler:innen täglich im Akademiegarten über die Plattenkanten oder weichen ihnen über das schrundige Baumbeet aus. 

So sah das bis vor ein paar Wochen aus (Bild rechts). "Ist das schrecklich", stieß ein Radfahrer einmal aus, der knapp vor mir über die Stelle fuhr. Ohnehin keine leicht Stelle, weil hier auch noch viele Menschen zu Fuß unterwegs oder herumstehen und weil es reichlich Ecken gibt, die wir umrunden müssen. Und nun gibt es hier endlich doch mal eine kleine Verbesserung.  

Zwei Wochen vor Ostern wurde erst das Erdreich rund um den Baum erneuert, dann die Platten neu verlegt. Sie sind zwar immer noch nicht völlig plan, aber deutlich glatter aneinander gefügt als sie es vorher waren. Mal sehen, wann die Sperrgitter um den Baum wegkommen. Dann vergrößert sich die Geh- und Fahrfläche wieder. 

Danke. 

30. Januar 2026

Das ist doch echt Mist, so etwas!

Am vergangene Dienstag standen an der Platanenallee im Schlossgarten an mehreren Stellen diese Verkehrszeichen in beide Richtungen.  

Wahrscheinlich stehen stehen sie immer noch da. Auch einem anderen Radfahrer sind sie gestern übel aufgefallen. Sie stehen rechts neben dem Weg, wo Verkehrszeichen stehen, die gelten, und zwar immer und unbedingt. Die beiden Schilder sagen außerdem Widersprüchliches. Sie sagen uns zunächst, dass wir zehn Meter auf einem Gehweg sind und danach auf einem Radweg. Fußgänger:innen dürfen nicht auf Radwegen gehen. Radfahrende müssen auf Gehwegen schieben. Da weder Radfahrende noch Fußgänger:innen diese Anordnungen befolgen können, gehen und fahren alle ohne Zögern weiter. Die meisten wundern sich nicht einmal. Wenn sie diese Schilder überhaupt wahrnehmen, dann denken sie: Das kann ja nicht stimmen. Und sie missachten damit notgedrungen gültige Verkehrszeichen. So was ist richtig Mist! 

1. Juni 2025

Es gibt keine Sondergenehmigung für Falschparken an der Oper

Immer wieder stehen dunkle Limousinen unter dem Dach an der Oper gegenüber dem Parkplatz am Landtag. Ihre Fahrer sitzen drin und warten. 

Manchmal sind es so viele, dass für sie der Platz gar nicht zu reichen scheint. Ich habe bereits darüber geschrieben und mich ein zweites Mal gefragt, ob für Dienstwagen andere Verkehrsregeln gelten. Sie stehen nämlich auf dem Geh-/Radweg, als der dieser Bereich ausgeschildert ist. Weder auf Gehwegen, noch auf Radwegen dürfen Autos stehen. An einem Samstag kam ich mit dem Fahrrad wieder einmal mittags dort vorbei und sah zwei Autos unterm Dach stehen. Ich bin zu einem der Fahrer hingegangen und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass auf einer verbotenen Fläche steht. Er fand, das gelte nicht für ihn, er habe eine Sondergenehmigung. Ich bat ihn, mir diese Sondergenehmigung zu zeigen. Das konnte er nicht und verwies mich an die Landtagsverwaltung. Die könne mir das bestätigen. 

2. Mai 2025

Auf die Details kommt es an

Es ist nur ein kleines viereckiges Schlagloch, das seit Jahren auf der Hauptradroute 1 liegt, genau vor dem Anstieg zum Ferdinand-Leitner-Steg Richtung Oper. Aber an solchen Details zeigt sich, ob eine Stadt ihre Radfahrenden wertschätzt oder eben nicht. 

Alle, die hier radeln - tausende Radler:innen täglich - haben sich angewöhnt, akkurat an dem Viereck vorbei zu fahren, wenn sie den Schwung der Anfahrt mit in den Anstieg nehmen wollen, obgleich es genau in der Fahrlinie liegt, die man nehmen würde, wäre es dort nicht. Auf jeder Fahrt gilt es darauf zu achten, nicht in dieses kleine Schlagloch zu fahren, jedes Mal, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. In einem Winkel des Gehirns frage ich mich jedes Mal, wenn ich da vorbei ziele, warum das ausgefräste Quadrat niemand zu macht. 

14. Dezember 2024

Gelten für Dienstwagen andere Verkehrsregeln?

Gestern Mittag standen sie wieder einmal unter dem Dach bei der Oper. Diesmal waren es drei schwarze Dienstwagen. Und das, obgleich es gleich nebenan einen Parkplatz gibt. 

Schon im Juli habe ich darüber geschrieben. Damals standen Unmengen Autos im Park. Immer wieder schicken mir inzwischen Radfahrende Fotos auch von einzelnen Limousinen, die da stehen. Einmal habe ich einen Fahrer, der im Auto saß und wartete, angesprochen. Er dürfe hier nicht parken, habe ich ihm gesagt. Er antwortete entrüstet: "Dies ist ein Dienstwagen." Mir ist jedoch nicht bekannt, dass für Dienstwagen andere Verkehrsregeln gelten als für Privatautos. 

Im Gegensatz zum Juli ist dieser ganze Bereich rund um die Oper nun nicht mehr nur eine Fußgängerzone, sondern ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Er ist so ausgeschildert. Weder auf Radwegen darf man parken, noch auf Gehwegen oder in Fußgängerzonen. 

Diese Limousinen - übrigens E-Autos - gehören vermutlich Mitgliedern des Landtags oder Minister:innen, die sich zu dieser Zeit im Landtag aufhalten. Verantwortlich für die Duldung dieses Verhaltens ist übrigens nicht die Stadt Stuttgart, sondern das Landtagspräsidium. (Die Polizei könnte natürlich eingreifen, tut sie aber nicht.) Es sollte die Mitglieder des Landtags dringend anweisen, die Limousinen nicht mehr hier abzustellen und Zuwiderhandlungen auch ahnden. 

Wie ihr merkt, ärgere ich mich darüber, mit welcher Frechheit dicke Autos von egoistischen Menschen in Bereichen abgestellt werden, die ausschließlich den Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern vorbehalten sind, keine zwanzig Meter von einem regulären Parkplatz und einer Tiefgarage entfernt. Stehen Politikerinnen und Politiker über dem Gesetz?


1. Oktober 2024

Endlich legales Radeln an der Oper

Der ADFC hat dafür gekämpft, und nun ist es passiert. Die Fläche der Hauptradroute 1 zwischen Landtag und Ferdinand-Leitner-Steg bei der Oper ist gemeinsamer Geh- und Radweg. 

Er ist nicht mehr nur Fußgängerzone mit Radfreigabe, wo man nur Schrittgeschwindigkeit radeln darf. Jetzt kann auf der Hauptradroute hier in normalem Radfahrtempo geradelt werden und beide Verkehrsarten - Menschen zu Fuß und auf Rädern - müssen sich aufeinander einstellen und aufeinander Rücksicht nehmen. Kommt man durch den Schlossgarten von Cannstatt her, sieht man das neue Verkehrszeichen am Abgang vom Ferdinand-Leitner-Steg runter zur Fläche an den Staatstheatern. Kommt man von der anderen Seite, vom Charlottenplatz her, dann ist das nicht ganz so eindeutig. 

15. Juli 2024

Der stille Konflikt an der Oper

Konflikte oder gar Zusammenstöße zwischen Fußgänger:innen und Radfahrenden soll es an der Außengastro der Staatstheater im vergangenen Jahr nicht gegeben haben. Zumindest keine, die polizeibekannt wurden. 

So lautet einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge die Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des grünen Radexperten Hermino Katzenstein. Auch für dieses Jahr erwartet man keine Konflikte oder gar Zusammenstöße auf der Hauptradroute 1, die dort die Hälfte ihres Platzes verloren hat. Dennoch sei das Konfliktpotenzial im Oberen Schlossgarten ein ständiges Thema, und man werde sich im Austausch mit der Stadt weiter dafür einsetzen, dass die Hauptradroute 1 eine Alternative bekommt. Und zwar zügig. Katzenstein forderte, die HRR1 schnell an die B14 zu verlegen. Das wird allerdings nicht so schnell geschehen, schätze ich. 

Die Alternativroute zum 5 km ampelfreien Schlossgarten muss auch, so meine ich, attraktiv sein.

13. Juli 2024

In Stuttgart ist der Park Parkplatz

Parken kommt von Park, eigentlich aus dem Englischen von "the park", eingezäunter Bereich, Pferch, großer Garten. Deshalb stellt man Autos am besten im Park ab. Schließlich heißt es ja parken. 

Das illustrieren die an der Oper im Schlossgarten abgestellten Limousinen an einem Plenartag im Landtag sehr eindrücklich. Hier stehen immer mal wieder Limousinen auch länger, aber dieses Mal waren es besonders viele und sie standen lange. Die Autos (genauer, die Fahrer:innen und Insass:innen dieser Autos) nehmen den Fußgänger:innen den Platz weg und nebenbei auch den Radfahrenden auf der Hauptradroute 1, die sich bei ihrer Fahrt um die Oper herum eine immer kleinere Fläche mit immer mehr Fußgänger:innen teilen müssen. Ein schönes Beispiel, wie der Autoverkehr den Fuß- und Radverkehr zusammenpfercht.

Vor allem aber ist es illegal: Sie haben ihre Autos hinter dem Verkehrszeichen "Fußgängerzone - Rad frei" (Foto unten) abgestellt, also in einer Fußgängerzone. Das ist verboten. Es ist ein Verstoß gegen die Verkehrsregeln, der mit 55 Euro Bußgeld bestraft wird. Aus gutem Grund. Fußgängerzonen sind keine Autozonen.

14. Mai 2024

Verkehrszeichen-Blindheit

Wenige Fußgänger:innen schauen auf Verkehrszeichen. Und wenn sie sie sehen, dann verstehen nicht alle sie richtig. 

Immer wieder laufen Leute auf dem Radwegteil des Ferdinand-Leitner-Stegs. Dabei gibt es, wenn man vom Planetarium her kommt, viele ziemlich eindeutige Hinweise, dass dieser linke Aufgang nur für die Radfahrenden ist und der rechte Aufgang (den man auf dem Foto nicht sieht) den Fußgänger:innen vorbehalten ist. Es stehen Barrieren im Weg, und es steht ein Schild mit einem Fußgänger im roten Kreis dort. Ein Mann, den ich auf halber Höhe ansprach, erklärte mir dann aber: Er dürfe hier laufen, da stehe doch ein Schild mit Fußgängerzeichen. Er hatte das Verbotsschild als Fußgängerzonenschild missverstanden.

Das Gehen auf Radwegen ist nicht erlaubt, genauso wenig wie das Spazieren auf Fahrbahnen. Aber Menschen zu Fuß gehen überall, wo keine Autos fahren und sind weitgehend blind für Verkehrszeichen. Allemal in Parks rechnen sie nicht damit. Sie gucken auch nicht hoch, wo die Verkehrzeichen hängen, sondern eher runter auf den Boden. Vielen ist nicht bekannt, dass der Schlossgarten in weitesten Teilen ein gemischter Geh-/Radweg ist. Und sie ärgern sich, wenn sie Umwege laufen müssen. Und über Radfahrende sowieso. Das Gehen auf diesem Radweg des Ferdinand-Leitner-Stegs ist nicht unkritisch für beide Verkehrsarten. Bergab sind die Radfahrenden schnell. Bergauf bedeuten Fußgänge:innen, die ihnen den Weg versperren, dass Radfahrende bremsen, sogar anhalten und dann am Berg wieder anfahren müssen, was vor allem mit Normalrädern ein Akt ist.  

19. März 2024

Radfahrende sind keine verkappten Fußgänger:innen

Der ADFC in Stuttgart hat Widerspruch eingelegt gegen die Anordnung von "Gehweg - Rad frei" im Schlossgarten zwischen Landtag und Ferdinand-Leitner-Steg, also für den Platz vor der Oper. 

Denn das bedeutet Schrittgeschwindigkeit für Radfahrende und faktisch, dass sie nicht schneller als Fußgänger:innen die Strecke überwinden dürfen, und zwar immer, egal, ob dort Fußgänger:innen unterwegs sind oder nicht. Aber kein Radfahrer und keine Radfahrerin kann über mehr als ein paar Meter dauerhaft 5 bis 7 km/h fahren. Schrittgeschwindigkeit fürs Fahrrad ist Unfug, vor allem auf einer Hauptradroute, für die es keine Alternative gibt. Kein einziger Radfahrer hält sich folglich daran, übrigens auch die Radstaffel der Polizei auf Streife nicht, wie ich mehrmals beobachtet habe. Wenn Radfahrende aber schneller fahren, befinden sie sich in der Illegalität, und das hat haftungsrechtliche Folgen bei Zusammenstößen mit Fußgänger:innen: Radfahrende haften alleine. Die Polizei wird auch immer unterstellen, dass der Radfahrer oder die Radlerin schneller gefahren ist als Schrittgeschwindigkeit, egal, wie es tatsächlich war. 

Die Strecke und Fläche muss also als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen werden, solange die Hauptradorute 1 hier verläuft - bislang alternativlos als Radpendelstecke im Tallängsverlauf.  Radfahrende müssen die Chance haben, regelkonform unterwegs zu sein.

12. Februar 2024

Warum wird die Neckarstraße keine Fahrradstraße?

Eigentlich wäre ja die Neckarstraße eine gute Alternativstrecke für Radfahrende zum Schlossgarten zwischen Neckartor und Leuze. Wenn es nicht stadtauswärts jeden Abend dort Autostau gäbe, in dem dann auch wir Radler:innen stehen. 

Kommt man vom Kernerplatz runter, dann landet man am Stöckach auf der Neckarstraße. Die hat in dem Abschnitt zwar drei Ampeln, aber die werden gleichzeitig grün oder rot. Und solange sich hier nicht die Autos stauen, kommt man auch gut durch, etwas am Wochenende oder tagsüber. Nach der Kreuzung mit der Hackstraße radelt es sich auf der Tempo-30-Straße ganz angenehm. Die Ampeln sind meistens nicht rot, zumindest steht man an ihnen nicht so lange, weil es ja Ampeln für den Autoverkehr sind. Nach dem SWR kommt man noch besser entweder die Kuhnstraße geradeaus zum Schlossgarten am Leuze. Auch nach links abbiegen und den Schlossgarten entern ist möglich. 

Aber zwei Knackpunkte gibt es, bevor man ernsthaft überlegen kann, die Neckarstraße als Alternativroute zum Schlossgarten anzubieten: Der Übergang vom Innenministerium stadtauswärts über die Kreuzung am Neckartor und der Autostau bis zur Hackstraße. 

17. Januar 2024

Ist das schrecklich!

Das stieß ein mir fremder Radfahrer neben mir hervor, als wir diese Hoppelstrecke beim Brunnen am Landtag Richtung Planie radelten. 

"Ist das schrecklich!", murmelte er, als wir uns durch Fußgänger:innen bremsten und schlängelten und über schiefe Platten hopsten. Er war wohl nicht von hier, er wunderte sich noch, dass sich auf der Hauptradroute 1, der meistberadelten Strecke Stuttgarts, solche Engstellen mit seit Jahren kaputtem Pflaster befinden. Echt? So was mutet man ernsthaft in Stuttgart Radfahrenden zu? 

Für den Akademiegarten am Landtag ist das Land (Finanzministerium) zuständig. Dem ist es offensichtlich ziemlich egal, wie die Haupradroute 1 auf seinem Terrain aussieht. Wenn die Stadt so blöd ist, die Hauptradroute durch den Schlossgarten zu führen, dann ist das halt so. Dann müssen Radfahrende eben mit Unbillen des Untergrunds und Hindernissen klar kommen. Sie müssen auch mit der Tatsache klar kommen, dass zwischen hier und dem Ferdinand-Leitner-Steg hinter der Oper Fußgängerzone herrscht, die für den Radverkehr nur freigegeben ist, also: SCHRITTGESCHWINDIGKEIT!

18. Dezember 2023

Wenn das Pflaster blöder ist als die Gravelspur

Ich radle die Platanenallee im Schlossgarten ja deshalb nicht, weil ich den Weg zu uneben finde. Genauer, weil man in Abschnitten über  Schmuckpflaster rattern muss. 

Das finden offenbar auch noch viele andere Radfahrende unangenehm. Deshalb hat sich an einer Stelle nebendran eine Umfahrungsspur über die Grünfläche gebildet, die ich im Sommer mal fotografiert habe. 

Eigentlich ist die Strecke ja ganz schön und wäre eine ideale Radstrecke, gäbe es nicht diese Hindernisse. Und würde sie bei Dunkelheit beleuchtet. Denn die Menschen, die hier zu Fuß unterwegs sind, vornehmlich in schwarzer Kleidung, sehe ich mit meiner Radbeleuchtung, die ordnungsgemäß eingestellt ist, halt leider nur extrem schlecht, also erst im letzten Moment. Außerdem hat sie am Ende ja die 90-Grad-Kurve auf Schmuckpflaster, in deren Rillen Rennradler:innen mit dünnen Reifen auch schon mal hängenbleiben und stürzen. 

Für mich ist diese Strecke immer ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen darf, wenn man möchte, dass Radfahrende eine bestimmte Strecke lieber nutzen als die andere, die in diesem Fall durch viele Spaziergänger:innen führt: enge Kurven, schlechtes Pflaster, keine Beleuchtung. 

13. Juni 2023

Echt jetzt? Außengstro statt Hauptradroute?

Montage: Container, Leute, Biertische, Oper
Es sieht nicht gut aus mit der Hauptradroute 1 und der geplanten Außengastronomie an der Oper. 

Nachdem der Vorschlag, die Radfahrenden entlang der B14 um den Trubel herum zu leiten, vom Ordnungsamt abgelehnt wurde, war eigentlich klar, dass es keine Außengastro auf der Hauptradroute 1 geben kann. Und das gilt immer noch. Aber OB, Land und Theater haben sich außerhalb der politischen Gremien darauf geeinigt, es nun doch zu machen. Ohne Umleitung. Damit sind wir wieder zurückgefallen auf den Anfang, als Mitte April die Idee einer Außengastro beim Staatstheater aufkam: Die Tische und Bänke werden teils auf der Hauptradroute 1 stehen. Deshalb machten die Grünen im Gemeinderat sofort den Vorschlag einer Umleitung über eine Spur der B14. 

Die wäre ohnehin dringend nötig. Schon jetzt empfinden etliche Fußgänger:innen jeden Radfahrer als zu schnell, der morgens und abends seinen Arbeitsweg an den Theatern entlang fährt. Viele sehen sich in Gefahr. Noch ist die Fläche so groß, dass Radfahrende Abstand zu Fußgänger:innen halten und Ansammlungen umfahren können. Wir sind es ja auch gewohnt, auf Fußgänger:innen zu achten, schließlich geht die HRR1 kilometerlang (als gemischter Geh- und Radweg) durch den Schlossgarten, versehen mit etlichen Engstellen. 

Fußgänger:innen sehen das allerdings überhaupt nicht locker. Sie fühlen sich immer gestresst, wenn die Stadt sie mit Radfahrenden auf einem gemeinsamen Geh-/Radweg zusammensperrt. Und je mehr der Radverkehr zunimmt, und das tut er, desto enger wird es auf der Hauptradroute 1 durch den Schlossgarten. Da Fußgänger:innen oftmals nicht auf den Radverkehr achten, erschrecken sie fürchterlich, wenn ein Radfahrer an ihnen vorbei fährt, und haben stets den Eindruck, er sei in einem irre Tempo unterwegs. 

Leider haben wir keine andere Tallängsroute. Alternativstrecken liegen weit entfernt von dieser Hauptradroute und führen zu anderen Zielen. Und nun Tische und Bänke und Container und Publikum, das sich auf der Fläche aufhält, ohne zu ahnen oder verstehen zu wollen, dass das die einzige und und eine viel befahrene Hauptradroute ist, die unglücklicherweise durch den Park geht. 

31. Mai 2023

Kurze Mitteilung zum Stand der HRR1 und Außengastro Oper

Die Stuttgarter Zeitung meldet, das Ganze sei gelöst. Die Außengastro könne stattfinden, die Radroute bleibe ungeschmälert im Schlossgarten. 

Der Zeitungsmeldung zufolge hat sich Oberbürgermeister Nopper mit dem Ministerium für Wirtschaft und Kunst, dem Theater und dem Ordnungsamt darauf geeinigt, dass die Tische und Stühle nach hinten neben die Treppe der Oper gerückt werden, dorthin wo das Schillerstandbild steht, das vermutlich die meisten von uns noch nicht bemerkt haben. Es sollen nicht mehr 144, sondern nur noch 120 Menschen sich da hinsetzen können. Diverse Container für die Bewirtung müssen auch noch untergebracht werden. 

Die Führung der Hauptradroute 1 auf der anderen Seite entlang der B14 oder gar auf einer Spur der B14 sei nicht möglich. Dem Autoverkehr darf von seinen acht Spuren keine einzige weggenommen werden. Deshalb war die Außengastro nach den ursprünglichen Plänen der Staatstheater nicht möglich. Nun muss sie kleiner werden, damit der Autoverkehr dem Radverkehr keine Spur abtreten muss. Ob es mit der abgespeckten Variante und dem Rad- und Fußverkehr klappt, wird sich zeigen. 

Ich kenne die genauen Pläne noch nicht und weiß nicht, wie weit die Außengastro in die bisherigen Fahrlinien der Radler:innen hineinragt. Es gibt zwei Gemeinderatsanträge, darunter einen der Grünen, die beide die Außengastro für unvereinbar mit der Hauptradroute halten und eine Verlegung der HRR1 auf die andere Seite auf die B14 und eine Behandlung im zuständigen Ausschuss für Städtebau (STA) fordern. 

Der Schlossgarten allerdings gehört dem Land. Und das kann die Dinge dort so ordnen, wie es das für richtig hält. Der Einfluss des Gemeinderats ist offensichtlich sehr begrenzt. Wir Radfahrenden haben dann ab 30. Juni Gelegenheit zu testen, ob wir uns auf engerer Fläche durch deutlich mehr Fußverkehr schlängeln müssen oder ob das nicht so ist. 

23. Mai 2023

Außengastro totgefahren

Weil der Autoverkehr keine Fahrspur hergeben soll, kann eine Radroute nicht verlegt werden, weshalb die Staatstheater keine Außengastronomie im Schlossgarten machen können. Das ist Stuttgart.

Der Autoverekehr muss rollen, dahinter muss alles andere zurückstehen. Menschen dürfen sich nicht im Park an Tische setzen und essen und feiern. Denn dort geht die Hauptradroute 1 lang, und die müsste dann verlegt werden. Ein schneller Vorschlag der Grünen war, dass man auf der B14 eine der beiden seitlichen Spuren wegnimmt und auf ihr einen Zweirichtungsradweg anlegt, der vom Parkplatz Landtag in die Straße zwischen Theater und Katharinen-Stift verläuft. Nein, sagt die Verkehrsbehörde der Stadt Stuttgart. Weil die B14 in der Unterführung wegen Baumaßnahmen demnächst nur noch eine Richtungsspur gen Heslacher Tunnel zur Verfügung habe, brauche man oben vor dem Theater zwei Fahrspuren für die Autos. Sonst breche der Autoverkehr zu sammen, und Busse stünden im Stau. Der Kompromissvorschlag, die Route über Parkplätze (die weggkommen) und die Anlieferstraße am Kulissengebäude zu führen, wurde vom Ordnungsamt, Polizei und dem ADFC verworfen. Der Anlieferverkehr sei zu gefährlich für Radfahrende. Tausende Radler:innen täglich eng an Tischen vorbeizuschicken, kann man aber weder Fußgänger:innen noch Radfahrenden zumuten. 

Keine Lösung, Keine Idee. Aus die Maus.

Das muss man sich nun bewusst machen: Der dem Autoverkehr zugebilligte Anspruch auf drei bis vier Fahrspuren in eine Richtung verhindert, dass Menschen im Park sitzen und essen und trinken und dass Radfahrende zugleich eine Routenführung außerhalb des Parks zwischen Eckensee und Oper bekommen. Das ist Herrschaft des Autos über alle anderen Interessen von Menschen in einer Stadt. Das ist Stuttgart. 

Nachbemerkung für alle, die sich in Stuttgart nicht auskennen: