Der MDR stellt die Frage, wie viel Luxus der Radverkehr braucht, und ob es wirklich Luxus ist oder nicht eigentlich eine clevere Sparmaßnahme. Der Leipziger Oberbürgermeister will "das Diktum des Autoverkehrs" beenden und mehr für den Rad- und Fußverkehr tun. Das sagte er in einer sehr bemerkenswerten Rede vor seinem Gemeinderat. Gerade die schwächeren Verkehrsteilnehmer, so sagte er, würden rücksichtslos an den Rand gedrängt, Fußwege seien zu schmal, kaputt oder zugeparkt. Die Arbeit des Ordnungsamts sei in dieser Beziehung völlig unzureichend.
In Leipzig radeln 19 Prozent, im Zentrum 30 Prozent, zur Arbeit. Am Völkerschlachtdenkmal wurde eine 18 Meter breite Fahrradbrücke gebaut. Am Bahnhof gibt es inzwischen Radfahrstreifen. Das kostet alles Geld. Und wenn dann von Millionen Euro geredet wird, finden viele, der Radvererkehr komme die Gesellschaft zu teuer. Stimmt aber nicht. Er hilft der Gesellschaft Geld sparen, und zwar richtig viel.
Die Reporterin schaut sich im Video Leipzig an und macht dann eine Rechnung auf, die nur uns Radfahrende nicht erstaunt. Die Ausgaben für den Autoverkehr (relativ zur Menge der Autos und Radfahrenden gerechnet) sind immer noch drei Mal so hoch wie für den Radverkehr. In Leipzig werden 15,5 Millionen Euro für Radwege ausgegeben, aber 106 Millionen Euro für Autoinfrastruktur. In Leizog fahren 37 % Auto und 19 % Fahrrad. Rechnet man die Kosten um auf den tatsächlichen Modal-Split um, dann liegen die Ausgaben pro Radfahrer:in bei 140 Euro, pro Autofahrer:in aber bei 487 Euro. Für genauere Rechnungen verweise ich auf das unterhaltsame Video.
Städte, die den Radverkehr nicht fördern und sogar ausbremsen schaden sich finanziell erheblich selbst. Eigentlich müssten die Rechnungshöfe sie für diese Verschwendung von Steuergeldern jedes Jahr rügen.