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20. Juli 2026

Bordsteine und Rüttelstrecken sind ein großes Thema unter Radfahrenden

Unebene Untergründe, Bordsteine, Gullideckel und Wurzelaufwürfe kosten Radfahrende viel Energie und verringern nicht nur ihren Spaß, sondern auch ihre Reichweite. 

Und das Thema beschäftigt doch etliche Radler:innen, wie sich an den Kommentaren auf meinen kleinen Blog-Post über einen neuen Bordstein, der die Situation verschlechtert, zeigte. Bordsteine, Querrillen und vielfach geflickte Asphaltdecken in Nebenstraßen rütteln nicht nur das Fahrrad ordentlich durch, einige haben auch berichtet, dass bei der Fahrt zur Arbeit die Laptops in den Satteltaschen Schaden nehmen können. Auch auf den Energieverlust durch Schläge und Stöße und ständiges Abbremsen und wieder Anfahren verweist ein Kommentar. Es geht also nicht nur um Komfort, sondern auch um Materialschutz und Energieaufwand bei der Verkehrsform, die sich nicht durch einen Motor ziehen lässt, sondern sich durch Muskelkraft voranbringt (was auch für Pedelecs gilt). Jede Unebenheit schlägt übers Fahrrad durch den ganzen Körper und erzwingt Muskelanspannungen, jede Unebenheit bremst das Fahrrad ab, was mit mehr Tretkraft kompensiert werden muss. Auf langen Strecken kostet das Kraft. Je unebener der Untergrund, desto langsamer muss ich fahren, desto anstrengender wird meine Fahrt und desto länger dauert mein Weg. Gute Untergründe verkürzen die Fahrzeit und erweitern den Radius für Radfahrende.

21. Mai 2026

Neuer Bordstein bringt Verschlechterung fürs Fahrrad

Die weit verbreiteten drei-Zentimeter-Bordsteine sind Hindernisse für den Radverkehr, vor allem dann, wenn sie tatsächlich fünf Zentimeter hoch sind. 

Beispielsweise in Heumaden in der Korianderstraße, wo es an der Bildäckerstraße (bei der Kirche) auf den Radweg Richtung Böckelstraße hoch geht (Karte unten). Da wurde unlängst ein alter hoher kantiger Bordstein durch einen niedrigeren abgerundeten Bordstein ersetzt. Der Vorteil der vorigen Lösung war aber: Es gab eine Asphaltanrampung (Bild 2). Die gibt es jetzt nicht mehr. Und deshalb gibt es jetzt  einen Rums. Denn der Bordstein ist nicht nur drei Zentimeter, sondern grob gemessen, fünf Zentimeter hoch. Der Straßenbelag senkt sich zum Bordstein hin ab, und bei Regen sammelt sich da Wasser. Auch der angesammelte Dreck verhindert, dass wir genau sehen können, wie hoch der Bordstein ist. Das kann beim Einbiegen und schräger Anfahrt dann auch mal zu einem Sturz führen, vor allem, wenn es dunkel ist. 

17. März 2026

Umlaufsperren oft nicht mehr zeitgemäß

Zwei Sperrgitter, jeweils eines nach links und eines nach rechts versetzt, sollen in der Regel verhindern, dass Kinder aus seinem Seitenweg heraus auf eine Fahrbahn laufen oder Radfahrende zu schnell auf einem querenden Weg fahren. 

Sie dienen dazu, Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern drastisch runterzubremsen. Das kann an einigen Stellen durchaus nötig und sinnvoll sein. Für Menschen mit Kinderwagen oder in Rollstühlen stellen sie dabei jedoch oft ein Hindernis dar, das nicht einfach zu überwinden ist. Auch mit breiten Fahrrädern, etwa Dreirädern und Lastenrädern oder mit Rädern mit Kinderanhängern kommt man zuweilen kaum oder gar nicht durch. Die Stadt Osnabrück will zahlreiche Wege wieder besser nutzbar machen (auch für den Radverkehr) und darum überprüfen, ob die Umlaufsperren zu eng sind und nicht mehr den heutigen Anforderungen an Berrierefreiheit entsprechen oder ob sie ganz weg können, und ruft die Bevölkerung dazu auf, Probleme zu melden. 270 Ulaufsperren sind der Stadt Osnabrück bekannt, es könnte aber noch mehr geben, von denen die Stadt nichts weiß. 

Das Land Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr in einem Erlass festgestellt, dass Sperrpfosten und Umlaufgitter auf Radverkehrsflächen eine Gefahr darstellen und entfernt werden sollen.

6. Dezember 2025

Der modale Geschwindigkeitsfilter in Dänemark

Blogleser Andreas hat mir von einer Radreise auf Seeland in Dänemark erzählt. Er fand es bemerkenswert, wie die Dänen es schaffen, den Autoverkehr modal auszubremsen.  

Leider hat er keine eigenen Fotos gemacht, weshalb ich hier ein Bild von Apple-Karten zeige. Es handelt sich um Landstraßen und Ortsverbindungen, wo es keine eigenen Fahrradwege gibt. Alle paar hundert Meter wird die Fahrbahn durch Trennelemente mit je zwei Pollern so verengt, dass Autos im Gegenverkehr nicht aneinander vorbei kommen.Sie helfen, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Radfahrene hingegen können bequem rechts davon in ihrem Tempo durch fahren. Andreas schreibt mir, er sei anfangs skeptisch gewesen, habe dann aber festgestellt, dass es sich auf weiten Strecken angenehm, sicher und konfliktfrei angefühlt habe. Er findet das clever.

20. November 2025

Laub-Geschichten

Derzeit fällt das Laub und liegt dann auf Radwegen und Radstreifen herum. Manchmal nicht lang, zuweilen aber doch. 

Wenn es überfriert, wie dieser Tage, oder der erste Schnee darauf fällt, kann es gefährlich werden für uns, weil wir - allemal frühmorgens, wenn es dunkel ist - den Untergrund nicht richtig erkennen und nicht sehen, ob unter dem Schnee auch noch Laub liegt. 

Auf dem Radweg entlang der Geißeichstraße vom Birkenkopf runter zur Gaußstraße klebt das Laub schon sichtlich länger auf dem Asphalt genau dort, wo es steil wird und man bremsen muss oder möchte. Das Bodenzeichen neben dem Schild "Langsam fahren" ist schon fast ganz zugelaubt. Übrigens kann man wegen des Laubs auch die Wegränder nicht erkennen und sackt plötzlich in eine Rinne. 

29. Oktober 2025

Baden-Württemberg für die Leichtigkeit des Radverkehrs

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat im Oktober 2025 einen Erlass veröffentlicht, der den Radverkehr erleichtern soll. 

Ich finde zwei Aspekte bemerkenswert. Zum einen geht es um Umlaufsperren und Sperrpfosten, zum anderen um die Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht, die nicht zugleich auch Schrittgeschwindigkeit anordnet.  

Sperren sind für den Radverkehr gefährlich, zum einen, weil es auch breitere Räder gibt - Lastenräder, Dreiräder, vierrädrige Tandems etc. -, zum anderen, weil wir mit unseren Rädern heute schneller fahren als früher. Zitat: "Der Erlass stellt deshalb fest, dass auf Pfosten, Poller, Umlaufsperren oder Schranken grundsätzlich, wo möglich, verzichtet werden solle. Mit dem Erlass nicht übereinstimmende Verkehrseinrichtungen und -hindernisse seien zu ändern oder zu entfernen." Bei Umlaufsperren dort, wo Radwege eine Straße überqueren, solle dann zum Beispiel die Geschwindigkeit auf der Straße begrenzt werden. 

Ich denke, dass es uns in der Rad-Community einige Mühe machen wird, die Sperrpfosten, die ja meist gegen unrechtmäßigen Autoverkehr aufgestellt worden sind, wegzubekommen, etwa auf dem Ferdinand-Leitner-Steg, der als Gehweg Rad frei ausgeschildert ist, oder auf den Rad- und Fußbrücken am Pragsattel. Und eine Umlaufsperre, die das Tempo des Radverkehrs bremsen soll und auch muss, wie an der Unterführung unter der Aubrücke von und zum Max-Eyth-See, kann eigentlich nicht entfernt werden, ohne Fußgänger:innen in Gefahr zu bringen. 

Besonders interessant und folgenreich finde ich jedoch Idee für die Kennzeichnung nicht benutzungspflichtiger Radwege.

29. September 2025

Hurra, Volksfest! - Alles zugepollert

Zum Frühling- und Volksfest auf dem Cannstatter Wasen müssen die Leute vor Männern geschützt werden, die das Auto als Waffe benutzen und in Menschenmengen fahren. 

Allerdings werden schon seit etlichen Jahren Sperren an der Abfahrt vom Radweg König-Karls-Brücke zum Wasen und auf der anderen Seite der Hall of Fame auf dem Neckardam auf Höhe der Garagen aufgestellt, wenn Volksfest und Frühlingsfest ist. Früher eher, um Radfahrende auszubremsen, oft verbunden mit dem Verkehrszeichen "Radfahrer absteigen". Zum diesjährigen Frühlingsfest gab es in der Hall of Fame noch eine städtische Campagne, die unterstellte, das Radfahrende nicht auf Fußgänger:innen achten. Die ist zum Volksfest dankenswerterweise ausgefallen. 

Jetzt geht es im Grunde gar nicht mehr um uns. Zum Frühlingsfest wurden schwere Terrorsperren aufgestellt, durch die man durchradeln konnte. Diese Poller hat man nach dem Frühlingsfest auf dem Neckardamm stehen lassen, mit dem Ergebnis, dass bei einer Begegnung von Radfahrenden, einer warten musste, bevor der/die andere durch war. Diese Poller sind jetzt aus irgdendwelchen Gründen zusätzlich mit rotweißen Sperrgittern verkleidet, die die Durchfahrt nur noch an einer Stelle erlauben und dort noch enger machen (siehe Foto ganz unten). Jetzt müssen auch Fußänger:innen warten, wenn ein Radler kommt oder umgekehrt. (Man fragt sich echt, warum?) 

Die Sperre am Abgang von der König-Karls-Bücke zum Wasen ist jedoch erstmals seit vielen Jahren tatsächlich radverkehrsgerecht gestaltet.

19. Juni 2025

Was ist eigentlich eine Verkehrsbehinderung?

Und vor allem: Wer behindert eigentlich welchen Verkehr? 

Die KI der Google-Suche zählt als Verkehrsbehinderung Staus, Unfälle, Bauarbeiten, Wetterbedingungen, Veranstaltungen und Fehlverhalten, darunter zu langsames Fahren, auf, nicht aber Autos. Sie scheint davon auszugehen, dass Verkehr nur der Autoverkehr ist und folglich auch nur er behindert werden kann. Für den Rad- oder Fußverkehr sind aber beispielsweise Autostaus keine Behinderung. Wiederum werden Radfahrerende auf Fahrbahnen gerne als Behinderung verteufelt. In unserem gängigen Verständnis von "Verkehrsbehinderung" scheint nur der Autoverkehr behindert werden zu können, nicht aber der Fußverkehr oder der Radverkehr. Beide werden jedoch vom Autoverkehr oft erheblich behindert. Tatsächlich ist der Autoverkehr die eigentliche Verkehrsbehinderung. Und zwar für alle Verkehrsarten, auch für ihn selbst.  

2. Mai 2025

Auf die Details kommt es an

Es ist nur ein kleines viereckiges Schlagloch, das seit Jahren auf der Hauptradroute 1 liegt, genau vor dem Anstieg zum Ferdinand-Leitner-Steg Richtung Oper. Aber an solchen Details zeigt sich, ob eine Stadt ihre Radfahrenden wertschätzt oder eben nicht. 

Alle, die hier radeln - tausende Radler:innen täglich - haben sich angewöhnt, akkurat an dem Viereck vorbei zu fahren, wenn sie den Schwung der Anfahrt mit in den Anstieg nehmen wollen, obgleich es genau in der Fahrlinie liegt, die man nehmen würde, wäre es dort nicht. Auf jeder Fahrt gilt es darauf zu achten, nicht in dieses kleine Schlagloch zu fahren, jedes Mal, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. In einem Winkel des Gehirns frage ich mich jedes Mal, wenn ich da vorbei ziele, warum das ausgefräste Quadrat niemand zu macht. 

22. Februar 2025

Und wieder ist Zeit der Schlaglöcher

Ich bin ein bisschen neidisch. Ein Autofahrer fährt durch ein Schlagloch, sein Reifen ist kaputt und die Stadt erstattet ihm den Schaden. 

Darüber berichtet die Stuttgarter Zeitung ausführlich. Weil die Stadt das Schlagloch auf der Heilbronner Straße nicht binnen weniger Stunden flickte und dem Auto eines Landtagsabgeordneten ein Reifen platzte, ermittelt die Polizei gegen die Stadt. 

Wie ist das eigentlich bei uns Radfahrenden? Wir haben auf unseren Radstrecken jede Menge Unebenheiten, Wurzelaufwerfungen, Bordsteine, Poller und derzeit auch viele auch Schlaglöcher, die uns zum Bremsen, schnellem Lenken und langsam fahren zwingen, aber ersetzt uns jemand den Schaden, wenn wir stürzen? Oder gibt es nur Achselzucken und die Empfehlung: "Dann guck halt vor dich auf die Straße und fahr langsam!" Wieder so ein rätselhafter Alleinunfall

Ich weiß es nicht. Hat das schon mal jemand probiert? Es ist jedenfalls ein großer Unterschied zwischen uns und den Leuten, die auf vier Rädern vor sich hin fahren: Wir müssen immer auf den Untergrund vor uns schauen, der alles andere als eben ist, wir fahren aufmerksamer. Und gerade jetzt, nach den Frostnächten öffnen sich vielerorts Schlaglöcher, meist genau in unserer Fahrlinie zwischen Bordstein und mitten auf der Fahrbahn. Fahrt vorsichtig! 



26. November 2024

Hohes Verletzungsrisiko durch feste Hindernisse

Ampelmasten, Straßenschilder, Baustellenbeschilderungen oder auch Parkautomaten stehen auf Gehwegen oder Radwegen herum. Sie sind wichtig für den Autoverkehr, bilden aber feste Hindernisse für Menschen zu Fuß oder auf Fahrrädern. 

Das gilt auch für Sperrpfosten, also Poller, die auf Radwegen eine Durchfahrt von Autofahrenden verhindern sollen. Beinahezusammenstöße mit diesen Stangen sind häufiger als wir vermuten, echte Unfälle mit Knieschaden oder Stürzen passieren auch öfter als wir glauben. Die Hindernisse, die gegen den Missbrauch von Autofahrenden von Gehwegen aufgestellt werden - Pollerreihen, Steinwürfel - , sind im Dunkeln für Radfahrende oft schwer erkennbar und führen sie zu Stürzen mit teils erheblichen Verletzungen. Wenigstens ein Fall ist mir bekannt. Die Dekra-Unfallforschung hat jetzt, wie Velototal berichtet, nachgewiesen, wie gefährlich starre Pfosten sind, und plädiert für flexible Pfosten.

8. November 2024

Eine Umlaufsperre, die nur Menschen in Autos nützt - Tübingen

Tübingen ist eine Fahrradstadt, auf die wir von Stuttgart aus zuweilen mit Neid blicken. Da gibt es beheizte Fahrradbrücken und viel Infrastruktur.

Es gibt den West-Ost-Radschnellweg Das blaue Band, ein Radparkhaus am Bahnhof mit Radstation und Radwege sind für S-Pedelecs freigegeben. Läuft. 

Wenn ich in Tübingen unterwegs war, war ich allerdings zuweilen auch etwas erstaunt, dass so mancher Infrastruktur der Glanz fehlt. Ich bin zum Beispiel 2019 auf eine Fahrradstraße gestoßen, die für Kraftfahrzeuge als Durchfahrtsstraße freigegeben ist und damit den Namen eigentlich nicht verdient. Jetzt hat mir Blogleser Stefan geschrieben. Er wundert sich, dass es auf einmal eine Umlaufsperre auf einem Verbindungsweg zwischen zwei Sackgassen gibt. Sie verengt den Weg nun für alle, die nicht Auto fahren. 

31. Januar 2024

Zeit der Schlaglöcher

Für uns hat wieder die gefährliche Zeit begonnen.  Der Winter hat neue Schlaglöcher auf unseren Fahrwegen hinterlassen. Erfahrungsgemäß dauert es ein halbes Jahr, bis sie wieder zugemacht worden sind. 

Rattert man mit dem Auto über Löcher im Asphalt, schüttelt man den Kopf über die Stadt und fährt weiter. Gerät ein Mensch auf dem Fahrrad in ein Schlagloch, das bei Dunkelheit schlecht sichtbar war oder unversehens in oder hinter einer Kurve auf der Fahrlinie auftauchte, und stürzt, dann heißt es wieder mal: Alleinunfall, rätselhaft, Ursache unbekannt. 

Diese Schlaglöcher werden durch Autoreifen hervorgerufen und vergrößert und befinden sich klassischerweise genau dort, wo unsere Fahrlinie ist, auf den 80 cm vom Bordstein entfernt. Da Autofahrende nicht auf die Fahrbahn achten müssen, verstehen sie gar nicht, wieso wir auf dem Fahrrad auf einmal einen Schlenker nach links zur Fahrbahnmitte machen. Sie sehen nicht, wovor wir ausweichen, und schimpfen auf den Radler. Aber genau wegen  solcher Schlaglöcher und unserer schnellen Ausweichmanöver sollten Autofahrende uns eben niemals eng überholen.  

Für Autofahrende werden alle Hindernisse und Schründe auf einer Fahrbahn beseitigt, die ein Auto ins Schleudern bringen oder zu Unfällen mit Blechschaden führen könnten. Und bis zur Reparatur  werden Warnschilder aufgestellt. Radfahrende müssen selber gucken und sich immer selber sichern. Also passt auf. 


17. Januar 2024

Ist das schrecklich!

Das stieß ein mir fremder Radfahrer neben mir hervor, als wir diese Hoppelstrecke beim Brunnen am Landtag Richtung Planie radelten. 

"Ist das schrecklich!", murmelte er, als wir uns durch Fußgänger:innen bremsten und schlängelten und über schiefe Platten hopsten. Er war wohl nicht von hier, er wunderte sich noch, dass sich auf der Hauptradroute 1, der meistberadelten Strecke Stuttgarts, solche Engstellen mit seit Jahren kaputtem Pflaster befinden. Echt? So was mutet man ernsthaft in Stuttgart Radfahrenden zu? 

Für den Akademiegarten am Landtag ist das Land (Finanzministerium) zuständig. Dem ist es offensichtlich ziemlich egal, wie die Haupradroute 1 auf seinem Terrain aussieht. Wenn die Stadt so blöd ist, die Hauptradroute durch den Schlossgarten zu führen, dann ist das halt so. Dann müssen Radfahrende eben mit Unbillen des Untergrunds und Hindernissen klar kommen. Sie müssen auch mit der Tatsache klar kommen, dass zwischen hier und dem Ferdinand-Leitner-Steg hinter der Oper Fußgängerzone herrscht, die für den Radverkehr nur freigegeben ist, also: SCHRITTGESCHWINDIGKEIT!

18. Dezember 2023

Wenn das Pflaster blöder ist als die Gravelspur

Ich radle die Platanenallee im Schlossgarten ja deshalb nicht, weil ich den Weg zu uneben finde. Genauer, weil man in Abschnitten über  Schmuckpflaster rattern muss. 

Das finden offenbar auch noch viele andere Radfahrende unangenehm. Deshalb hat sich an einer Stelle nebendran eine Umfahrungsspur über die Grünfläche gebildet, die ich im Sommer mal fotografiert habe. 

Eigentlich ist die Strecke ja ganz schön und wäre eine ideale Radstrecke, gäbe es nicht diese Hindernisse. Und würde sie bei Dunkelheit beleuchtet. Denn die Menschen, die hier zu Fuß unterwegs sind, vornehmlich in schwarzer Kleidung, sehe ich mit meiner Radbeleuchtung, die ordnungsgemäß eingestellt ist, halt leider nur extrem schlecht, also erst im letzten Moment. Außerdem hat sie am Ende ja die 90-Grad-Kurve auf Schmuckpflaster, in deren Rillen Rennradler:innen mit dünnen Reifen auch schon mal hängenbleiben und stürzen. 

Für mich ist diese Strecke immer ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen darf, wenn man möchte, dass Radfahrende eine bestimmte Strecke lieber nutzen als die andere, die in diesem Fall durch viele Spaziergänger:innen führt: enge Kurven, schlechtes Pflaster, keine Beleuchtung. 

23. Juli 2023

Gerade noch mal gutgegangen

Ein Auto kommt mir auf meiner Fahrspur entgegen. Der Fahrer hat sich bei der Kurve verschätzt, ich bremse und weiche aus. Gerade noch mal gutgegangen. 

Eine Autotür geht auf, links von mir die Straßenbahngleise, ich muss auweichen, jetzt bloß nicht in ins Straßenbahngleis geraten, und hoffentlich kommt nicht gerade hinter mir einer. Ein Autofahrer wechselt ohne Blinker von der linken Spur auf die Rechtsabbiegespur. Zum Glück war ich noch nicht auf die Fahrradweiche gefahren, die zwischen den beiden Spuren liegt. Als ich vom Radweg aus über die Einmündung einer Seitenstraße fahre, höre ich links hinter mir ein Auto eine Vollbremsung machen. Das ist wirklich gerade noch mal gut gegangen, ich wäre tot gewesen, wenn er mich beim Abbiegen nicht gesehen hätte, denn ich habe ihn nicht gesehen, weil vor mir ein Fußgänger gerade in meine Fahrlinie torkelte. Ein Fahrradfahrer, der vor mir fährt, biegt urplötzlich nach links ab, ohne Handzeichen. Gut, dass ich ihn doch nicht gerade dann überholte habe.

Kürzlich lenkte ich mein Fahrrad vom Radweg weg auf eine Freundin zu, ein anderer Radler kam mir in die Quere (er war im Recht, fuhr geradeaus), und ich musste heftig  bremsen. Meine Freundin war entsetzt! Für sie hatte es den Unfall schon gegeben, den es gerade eben so nicht gab. Ich verstand ihr Entsetzen nicht: Sowas passiert doch ständig.

15. Juli 2023

Wichtige Alltagsradrouten wegen Radrennen am Sonntag gesperrt

Achtung, morgen, am 16. Juli, findet das Brezel-Race. Es gibt lange und kurze Touren. Sie führen auch über gewohnte Alltagsradstrecken in und um Stuttgart.
 

So ist die Hofener Straße, die sonntags für den Autoverkehr gesperrt und für den Radverkehr geöffnet wird, bis Mittag vom Radrennen belegt. Vermutlich kann man auf dem Gehweg radeln, man kann aber auch die Strecke auf der anderen Seite des Neckars entlang der Neckartalstraße wählen. 

Schwieriger wird es in der Tübinger Straße zwischen Silberburgstraße und Marienplatz, weil die Zielrunde mehrmals über die Fahrradstraße verläuft. Sie ist deshalb zwischen 8:45 Uhr und 16 Uhr gesperrt. Eine Umleitung über die Hauptstätterstraße gibt es nicht. Wer Richtung Marienplatz radeln möchte, muss am Ende der autofreien Eberhardstraße nach links über den Wilhelmsplatz Richtung Süden radeln. Wie die Umleitung der HRR 1 ab Marienplatz ist, habe ich im Vorfeld noch nicht gesehen. 

29. Juni 2023

So geht aktive Behinderung des Radverkehrs

Entlang der Augsburger Straße in Cannstatt müssen Radfahrende zwischen Ebitzweg und Posener Straße auf einem schmalen Gehweg in zwei Richtungen fahren. Der Gehweg ist als gemischter Geh- und Radweg ausgewiesen. 

Wie üblich, wenn die Verkehrsbehörde den Autofahrenden etwas mitzuteilen hat, werden die Schilder mit breiten Ständern auf dem Geh- und Radweg abgestellt. So auch hier. Und das, obgleich es Straßenranstellplätze und damit genug Platz im Bereich des nicht rollenden Verkehrs gibt. Auf diesem Gehweg drängen sich, wenn die Schule und die Kitas beginnen und enden, viele Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern. Ein Parkautomat war dort auch vorgesehen (er stand auch, wurde aber wieder abgebaut) und davon ist immer noch die Betonbodenplatte als Stolperfalle übrig, die dem Geh- und Radweg eine Restbreite von 1,80 Metern lässt. Der Ständer des Verkehrsschilds lässt nur noch 1,70 frei und ist an der Unterkante 1,90 Meter hoch und das wird nicht nur für große Menschen knapp, sondern auch für Menschen auf Fahrrädern. 

21. Juni 2023

Plötzlich ...

Als Kind mochte ich beim Bücherlesen das Wort "plötzlich" besonders gern, weil ich wusste, jetzt passiert was Neues. Vielleicht mag ich Radfahren, weil sich da auch oft ganz plötzlich die Situation ändert. 

  • Plötzlich steht ein Auto auf dem Radweg. Nur mal schnell jemanden aussteigen lassen. 
  • Plötzlich hört der Radweg auf. Wird er hinter der Kreuzung weitergehen? Soll ich da jetzt wirklich auf die Angstweiche zwischen zwei Autofahrspuren fahren? 
  • Plötzlich geht es einen Bordstein rauf oder runter. Kabeltunnel legen sich quer und ich muss schleunigst deutlich abbremsen. 
  • Plötzlich ist da ein Loch im Untergrund oder ein Ampelmast oder eine Pollerreihe, durch die ich fädeln muss. Oder es steht eine Verkehrszeichen auf dem Radweg, das den Autoverkehr betrifft. 

3. Juni 2023

Die Autoverkehrswelt triumphiert immer

Wenn man die Welt nur aus Sicht der Autofahrenden sieht, dann stellt man die Bake, die den Autoverkehr leiten soll, mitten auf den Radweg. 

So gesehen, am Samstag, dem 27. Mai, zu einer Zeit, wo nicht gerade wenige Radfahrende die Rad- und Fußgängerfurt an der Planie befahren. Sie kurvten nun alle um diese Bake herum. (Am Sonntag war die Bake beseitigt.) Wir Radfahrende fragen uns, wenn wir so was sehen, immer, was denken sich die, die  Verkehrszeichen aufstellen, eigentlich? An uns denken sie jedenfalls nicht. 

Leute, die Radfahrende nicht mögen, sagen dann gerne: "Die können doch drum rum fahren." In der Autowelt gilt dieses Argument nicht. Dem Autoverkehr darf nichts im Wege stehen. Und wenn doch greifen manche zur zur Selbstjustiz.