26. September 2026

Sackgasse fürs Fahrrad


Zwischen Ferdinand-Leitner-Steg und Oper führt an der Baustelle für ein neues Haus an der Königstraße ein Bypass zur Königstraße. Wichtig für Fußgänger:innen, die früher durch die Theaterpassage gehen konnten. 

Sie ist auch für den Radverkehr freigegeben. Wenn man vom Steg Richtung Oper runter kommt, biegt man gleich nach rechts ab. Dann sieht man die Passage, die als Gehweg mit Rad frei ausgeschildert ist. Da Fußgänger:innen sie gern nehmen und sie viele uneinsehbare Ecken hat, empfiehlt es sich, die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit auch tatsächlich einzuhalten. Man kommt an der Königstraße raus und sieht dann das blaue Gehwegschild, aber ohne Radfreigabe. Auf dem Fahrrad geht es also nicht weiter.

Nicht einmal zum Rad- und Fußgägnerüberweg über den Arnulf-Klett-Platz Richtung Hautpbahnhof darf man radeln. Man muss das Fahrrad schieben. 

Vielleicht hat man die Radfreigabe hier nur wieder einmal vergessen, vielleicht ist es aber auch so gemeint. Und dann ist es zwar fußgängerfreundlich, aber nicht freundlich gegenüber Radfahrenden. Schiebestrecken sind kein Teil einer ernstzunehmenden Radinfrastruktur. Und ein fürs Fahrrad erlaubter Weg, der an einer Fußgängerzone endet, lässt Radfahrende sich verarscht fühlen. Und die, die das links hängende Verkehrszeichen nicht sehen radeln vermutlich weiter. (Bis die Polizei sie hier rausfischt und bebußt.) 

Unklar bleibt für mich übrigens, ob der Bereich dahinter, der breite Gehweg mit den vielen Radabstellanlagen und den großen Radboxen Richtung Lautenschlagerstraße eigentlich mit dem Fahrrad befahren werden darf oder nicht. 

Mit dem Fahrrad entlang der Schreiberstraße und des Arnulf-Klett-Platzes am Hauptbahnhof vorbei zu kommen, ist ohnehin eine hohe Kunst des Hindernisfahrens. Auf der Bahnhofseite gibt es kaum Platz, keinen Radweg, nur Freigaben und sehr viele Fußgänger:innen. Und auf der Seite der Königstraße gibt es über die Königstraße hinweg nur das Verbot, mit dem Rad zu fahren. Für Jugendliche, die so verwegen sind vom Nordwesten (jenseits der Heilbronner Straße) her zum König-Katharina-Stift radeln zu wollen, gibt es keine halbwegs direkte Verbindung. Sie müssen ausgeklügelte Umwege radeln. 

5 Kommentare:

  1. > Mit dem Fahrrad entlang der Schreiberstraße und des Arnulf-Klett-Platzes am Hauptbahnhof vorbei zu kommen, ist ohnehin eine hohe Kunst des Hindernisfahrens.

    Ich hab bis heute nicht verstanden wo man da fahren darf und wo nicht, das wirkt auf mich alles komplett zufällig zusammengewürfelt und eigentlich komplett unbenutzbar wenn man sich an die Regeln halten möchte.

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  2. Müssen Schilder nicht rechts stehen?
    christo.

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  3. Die Frage, wie und wo ein Radweg mit den Fussgänger zusammenfällt oder nicht, geht meiner Meinung an dem Gesamtproblem der Verkehrsinfrastruktur in Stuttgart vorbei und verliert sich im Kleinklein.
    Und nur dem Autoverkehr den schwarzen Peter zu zuschieben, geht an der Sache vorbei
    zumal der öffentliche Nahverkehr als marode bezeichnet werden kann.
    Beispiel: Man hat so den Eindruck, das wenn sonst nix mehr klappt in Stuttgart, die Genehmigungen für finanziell potente Bauherrren recht flott von statten gehen.
    Anders ist es nicht zu erklären, das Stuttgart 21 in diesem relevanten Bereich noch nicht beendet ist, da wird auch schon der Bereich Schlossgartenhotel,- übrigens mit großzügiger Flächenfreigabe für den Baustellenbereich,- freigegeben.
    Das nächste naheliegende Beispiel ist die Eberhardstraße bis Tübingerstraße. Und ist die eine Sache mal beendet steht sofort die nächtste Baustelle an. Und das sind nur zwei Beispiele einer unendlich langen Liste.
    Hinzu kommt eine marode Straßen Infrastruktur.Allein in Cannstatt gibt es zwei stillgelegte Brücken, deren Neubau auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wurde.
    Das führt selbstverständlich zu einer Verlagerung des Autoverkehrs mit noch mehr Druck auf die Fussgänger und zwangsläufig auch uns als Radfahrer.
    Hinzu kommt, das in den letzen Jahren verstärkt auch der öffentliche Raum,-man verzeihe mir meine Ausdrucksweise,- zugeschissen wird, mit kommerziellen Veranstaltungen jeglicher Art.
    Da ist eine Diskussion, wo welches Schild steht, oder ob man absteigt und schieben muss doch zweitrangig

    Andreas

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    1. Wenn allerdings die Polizei sich da hinstellt und Radfahrende bebußt, ist es zumindest für die Radfahrenden nicht mehr egal. Ich gebe dir aber recht, die Radinfrastruktur ist Verfügungsmasse für Baustellen. Übrigens auch die Gehwege, also die Fußgängerinfrastruktur. Anderseits, eine Stadt, in der nicht mehr gebaut wird, ist tot. Eine Stadt kann ja nie fertig sein.

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