Die Ampel war gerade rot geworden. Ich stand dort zuerst mit einem E-Scooter-Fahrer, der nach mir kam, und dann mit zwei Radfahrerinnen. Und ich stand lange. Das Rotlicht auf der Ampel mit nur zwei Streuscheiben wollte und wollte nicht ausgehen, obgleich der Feuerwehrwagen schon lange weg war. Der E-Scooter-Fahrer stieg von seinem Gerät ab, schob es rechts an der Ampel vorbei und stieg wieder auf und fuhr.
Die beiden Radfahrerinnen warteten mit mir noch eine Weile weiter. Die eine hatte, als sie ankam gesagt: "Ach, hier ist auch Rot." Das heißt, sie hatte schon an der Fahrradschleuse an der Feinstraße (Bild weiter unten) rot gesehen. Entweder war sie weitergeradelt oder die Ampel war auf Rot gesprungen, als sie gerade durchfuhr oder das Rotlicht war schon wieder verloschen. Die andere Radlerin entschloss sich dann, loszufahren, obgleich unsere Ampel noch rot war, die zweite folgte ihr. Ich wartete dann noch ein Weilchen bis die Schwarzampel endlich schwarz wurde und ich fahren konnte.
Mag ja sein, dass die Rotphase darauf ausgelegt ist, einen ganzen Feuerwehrzug mit mehreren Fahrzeugen rauszulassen. Das mag dann auch länger dauern. Ich frage mich allerdings, ob man die Ampel nicht doch intelligenter schalten kann. Sie kann zwar nicht wissen, wieviele Feuerwehrautos noch raus fahren werden, aber fahren sie wirklich mit dem solchen zeitlichen Verzug raus? Radfahrende sitzen ja bei Rot nicht gemütlich in Sesseln, so wie Autofahrende, sondern sie stehen, sie stützen sich auf einem Bein ab oder sie steigen ganz ab. An Ampeln lange warten, ist anstrengend, Eine so lange Rotphase ohne weitere Ereignisse erzeugt dann regelwidriges Verhalten. Passieren dürfte dabei übrigens nichts, denn Radfahrende hören und sehen ja die Feuerwehrfahrzeuge, unter der Autobrücke des Österreichischen Platzes rausfahren.
Wenn man vom Marienplatz her kommt, stößt man auch an der Schleuse Feinstraße auf eine Schwarzampel. Sie wird für den Fall Rot, dass die Feuerwehr über die Feinstraße raus fährt. Unsere Haltelinie ist am Beginn des roten Radstreifens. Zum Glück verdeckt das blaue Verkehrszeichen "Radweg" nicht die Ampel (auch das hätte so sein können), dafür verdeckt es das Erklärschild "Achtung Feuerwehrausfahrt". Ob die Ampel in dem Betonblock dort nur provisorisch steht oder jetzt für viele Jahre, kann ich nicht erkennen. Wenn sie dort für lange steht, sollte man das Arrangement der Verkehrszeichen ändern. Sie sollten sich nicht verdecken. Und ob die Ampel, die ja wieder mal sehr hoch hängt und recht weit rechts steht, also nicht so ganz in Blickrichtung der Radfahrenden, immer richtig erkannt wird, daran zweifle ich auch ein bisschen, zumal man das Erklärschild nicht sieht. Der Abschnitt wurde übrigens jetzt als Fahrradstraße hübsch gestaltet. Mit blauen Linien an den Rädern, ein paar Parkplätzen auf der Seite Richtung Innenstadt (die man sich auch hätte sparen können) und mit einem Park- und Halteverbot aufseiten der Kirche, das an Wochenenden noch ab und zu missachtet wird. Der Fahrer dieses Transporters (Bild) hat es übrigens besonders schlau angestellt. Er hat eine Lücke für sich gefunden. Das Auto steht am Beginn des Radstreifens durch die Fahrradschleuse auf der blauen Markierung, aber hinter dem Halteverbotsschild mit dem Pfeil nach rechts (also für den Bereich davor).


Wäre ein langer Feuerwehrzug nicht ohnehin ein geschlossener Verbund? Man müßte als Querverkehr da doch eh alle Fahrzeuge durchlassen, bevor man fahren darf.
AntwortenLöschenAuch das. Guter Hinweis, danke.
LöschenUnd ich dachte das Thema Verbund sei weitestgehend durch. Ich würde der Feuerwehr (im Einsatz) eher mit Sonderrecht und Wegerecht platz machen als mit einer Beflaggung der Fahrzeuge, bei denen dann das erste und letzte besonders gekennzeichnet ist und die Reihenfolge eingehalten werden muss.
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