16. Oktober 2026

Pedelec-Akkubrände sind extrem selten

Ja, Akkus können sich überhitzen und brennen. Aber Pedelec-Akkubrände sind extrem selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Akku brennt, liegt im Promille- oder Subpromillebereich. 

Die Presse dramatisiert die Gefahr von Fahrrad-Akku-Bränden gern. (Jedoch nicht die vonStaubsaugerakkus). Doch das Risiko, dass ein Marken-Akku brennt, liegt bei 1 zu einer Million, wahrscheinlich aber noch weit darunter. Gefährlicher können günstige Importe und online-Umrüstsätze ohne integriertes Batteriemanagementsystem sein. Riskant ist auch, man mit nicht kompatiblen Netzteilen lädt. Kritisch wird es allerdings, wenn der Akku einen üblen Sturz hinter sich hat. Das merkt man aber sofort, wenn der Akku beim Laden oder während der Fahrt so heiß wird, dass man ihn kaum noch anfassen kann. (Weitere Kennzeichen: es riecht süßlich und verbrannt, es knistert oder knallt im Akku, der Akku bläht sich auf und was es noch so an unüblichem Akkuverhalten gibt.) Und wohin dann damit? Man bringt den defekten Akku in den Fahrradfachhandel, der gesetzlich verpflichtet ist, Altakkus kostenlos zurückzunehmen, und zwar egal, ob man das Fahrrad dort gekauft hat oder nicht. Bringt man ihn in einen Wertstoffhof, sollte man dem Personal Bescheid sagen, damit es den Akku in einer Sicherheitsbox lagern kann. 

Hersteller wie Bosch schützen ihre Akkus durch diverse Maßnahmen vor dem Durchrennen.

Der Zustand des Akkus wird durch ein Batterie-Management-System (BMS) überwacht, das vor Überlastung und Tiefenentladung schützt und dafür sorgt, dass die Akkuzellen gleichmäßig geladen und entladen werden. Barrieren verhindern außerdem eine Kettenreaktion. Die Akkuzellen sind geschützt, sie stecken in Stahlbechern und sind in flammenhemmenden Kunsstoff eingebettet. Wenn eine Zelle defekt ist, wird sie vom restlichen Stromkreis getrennt.  

In Deutschland gibt es - wie üblich - keine Daten zu dem Thema, aber in Großbritannien sammelt die Feuerwehr Daten. Demnach gab es 2025 bei Pedelec-Akkus 432 Brände und bei E-Scooter-Akkus 147. Der Pedelec-Bastand in UK wird auf knapp 2 Millionen geschätzt. Damit lag die Wahrcheinlichkeit eines Akkubrandes bei 0,0288 Prozent. Die Feuerwehr stellte aber fest, dass es sich bei diesen Akkubränden fast nie um original belassene Pedelecs handelte, sondern um illegale Umbauten oder nicht zertifizierte Akkus. Insbesondere gerieten die extrem genutzten Akkus der Essenslieferanten vor allem deshalb öfter in Brand, weil sie minderwertige Akkus und nicht kompatible Schnellladegeräte nutzten. Dreiviertel der Akkubrände entstehen beim Laden.  Das Brandschutzportal zählt einige Akku-Brände (nicht nur Pedelec-Akkus) auf, die meisten sind illegal entsorgte Akkus, die in Müllautos oder bei den Entsorgern brennen. Das Brandrisiko für Marken-Akkus wird auf 0,0001 Prozent geschätzt. Derzeit gibt es in Deutschland 17,2 Millionen Pedelecs. 

Die Gefahr eines Akkubrandes ist bei einem im Fahrrad-Handel gekauften Marken-Pedelec also äußerst gering. 

Allerdings sollte man schon was tun, um den Akku nicht unnötig zu belasten: Wenn er geladen wird, sollte er nicht im Sonnenlicht liegen, aber auch nicht in der Kälte. Auf keinen Fall sollte er bei Frost geladen werden, Lithium-Jonen-Akkus mögen keine Kälte, sie zerstören sich dann selber. Also im Winter den Akku erst einmal ins warme Zimmer tragen und dann eine Stunde warten (und warm werden lassen), bis man ihn ans Ladegerät anschließt. Nutzt man das Pedelec im Winter nicht, dann sollte man den Akku bei einem Ladestand zwischen 30 und 60 Prozent getrennt vom Fahrrad lagern, aber nicht unbedingt im kalten Keller. Er entlädt sich über Monate praktisch gar nicht, muss also nicht zwischendurch mal nachgeladen werden. Nach Stürzen des Akkus sollte man aufmerksam sein, ob der Akku beim Laden oder Fahren auffällig warm oder sogar heiß wird.  

Im Winter verringert sich übrigens die Reichweite des Akkus um - je nach Kälte - zwischen 20 und 30 Prozent, weil das Elektrolyt zähflüssiger wird. Um im Winter das Optimum herauszuholen, sollte man warm starten. Also den Akku bei Raumtemperatur lagern und erst kurz vorm Start einsetzen. Lässt man das Rad dann stundenlang draußen stehen (am Arbeitsplatz), sollte man den Akku in die Wärme mitnehmen, falls das geht. Die Sorge eines Arbeitgebers, dass der Akku in Brand gerät, ist unbegründet. Ich habe zwar eine Neopren-Schutzhülle für meinen Akku, damit er nicht so schnell auskühlt, aber ich selber bemerke eigentlich keinen nennenswerten Effekt. Wenn man im Winter mit einer Trittfrequenz von 70 Umdrehungen pro Minute konstant radelt (eine ziemlich schnelle Trittfrequenz), dann bleibt der Akku  auch warm. Hat man den Akku im Winter pfleglich behandelt (vor allem nicht kalt aufgeladen), zeigt er im Sommer wieder die normale Reichweite. Allerdings verliert er durch Alterung sowieso pro Jahr 3 bis 5 Prozent seiner Kapazität. 



3 Kommentare:

  1. ich denke die "Panikmache" hat ihren fachlichen Ursprung in den Erfahrungen die mit Modellbauakkus gemacht wurden. Das ist natürlich eine typische Fehlinterpretation, denn auch wenn die Accus prinzipiell das Potential haben zu brennen, kann Akku der für den Einsatz am Rad entwickelt wurde nicht mit einem Teil verglichen werden, das quasi nur aus der eigentlichen Zelle und ein bisschen Folie besteht. Bei Modellbauakkus steht maximale Leistung und minimales Gewicht im Fokus, gern auch mal durch gezielte Überlastung. Allerdings werden die Teile von Menschen genutzt die sich damit beschäftigen.
    Eine Fahrzeugbatterie ist etwas anderen, zumal von einem Unternehmen dass die Standards der Automobilbranche kennt. Da ist es ganz klar, dass jedes erkannte Risiko mit einer Maßnahme belegt wird und was dann an Kunden geht sehr sicher ist.
    Die Panikmache ist sicher auch damit Begründet Nachteile am neuen System zu finden um es madig zu machen.

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    1. Leichte Akku-Fahrräder haben oft fetst eingebaute Akkus, da ist oft nichts mit in der Wârmpe laden...

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