Am vergangene Dienstag standen an der Platanenallee im Schlossgarten an mehreren Stellen diese Verkehrszeichen in beide Richtungen.
Wahrscheinlich stehen stehen sie immer noch da. Auch einem anderen Radfahrer sind sie gestern übel aufgefallen. Sie stehen rechts neben dem Weg, wo Verkehrszeichen stehen, die gelten, und zwar immer und unbedingt. Die beiden Schilder sagen außerdem Widersprüchliches. Sie sagen uns zunächst, dass wir zehn Meter auf einem Gehweg sind und danach auf einem Radweg. Fußgänger:innen dürfen nicht auf Radwegen gehen. Radfahrende müssen auf Gehwegen schieben. Da weder Radfahrende noch Fußgänger:innen diese Anordnungen befolgen können, gehen und fahren alle ohne Zögern weiter. Die meisten wundern sich nicht einmal. Wenn sie diese Schilder überhaupt wahrnehmen, dann denken sie: Das kann ja nicht stimmen. Und sie missachten damit notgedrungen gültige Verkehrszeichen. So was ist richtig Mist!
Wenn die Schilder von irgendwo entfernt wurden oder für irgendetwas bereitgestellt wurden, warum bloß können Bauarbeiter sie dann nicht so wegdrehen, dass man die Fläche nicht sieht und sich fragen muss, ob sie nun gelten oder nicht? Eine Vierteldrehung weiter, und alles wäre gut.An demselben Tag war übrigens ein Teil der Platanenallee mit rot-weiß-Band abgesperrt, komplett und weiträumig, weil an den Bäumen gearbeitet wurde. Eine Vorwarnung gab es nicht. Alle, die darauf zugingen oder darauf zu fuhren, stapften und fuhren dann über die Wiese weiträumig darum herum oder hinüber zum anderen Weg, der durch den Schlossgarten führt. So was ist auch Mist.
Ich habe mich sogar gefragt, ob die Gärtner oder Baumschneider vielleicht die Fußgänger- und Radfahr-Verbotsschilder (rund, roter Rand, weiße Fläche mit Fußgänger oder Fahrrad) verwechselt haben mit den Verkehrszeichen, die Radfahrenden gebieten, hier zu radeln (und nirgendwo anders) und den Fußgängerschildern. Also Gebot statt Verbot. Das wäre ein noch viel größerer Mist.
Wir Verkehrsteilnehmer:innen sollten nicht grübeln müssen, ob ein Verkehrszeichen nun gerade für uns gilt oder nicht. Juristisch gelten sie übrigens immer, auch dann, wenn sie falsch stehen, und man muss sich daran halten. Werden wir zu oft gezwungen, uns zu sagen, dass kann so nicht sein, dann hören wir auf, Verkehrszeichen ernst zu nehmen. Wir lernen: Sie passen eh nicht zu unsrer Radfahr-Wirklichkeit (was auch für Menschen zu Fuß gilt). Sie regeln irgendeine Parallel-Verkehrswelt, die nicht unsere ist und in die wir nicht reinpassen. Sie sind für uns Unfug.
Echt Mist, so etwas!


Wer solche Beschilderungen anordnet oder aufstellt, hat ja gut sichtbar keinerlei Ahnung von Verkehrsschildern. Die meisten von uns haben doch einen Führerschein, da sollten doch zumindest die Hauptbeschilderungen klar sein. So Feinheiten wie demletzt mit dem Rechtsabbiegerpfeil und dem Geradeaus mit "Zwang" für Busse, Taxis und Radfahrer Beschilderung war zwar kalr was gemeint war, aber schlecht beschildert. Bei der Kombi oben erschließt sich keinerlei Sinn. Aber laut Aussage eines Verkehrsexperten sitzen in den Ämtern mittlerweile auch keine Spezialisten mehr und die Beschilderungen werden deswegen immer schlimmer und undurchsichtiger. Das hat dann leider zur Folge, dass sich dann auch keiner mehr dran hält. Wer die Beschilderung nicht versteht, ignoriert sie irgendwann komplett. Ich habe mittlerweile eine ganze Sammlung vollkommen schwachsinniger Beschilderungen zusammengetragen. Teils wurden sie nach Meldung von der Behörde korrigiert, meistens wurde die Meldung aber ignoriert und selbst Wochen nach der Meldung stand derselbe Schwachsinn immer noch da. Der Beschilderungs-Unsinn betrifft übrgens alle Verkehrsarten und teils fährt die Polizei vorbei und merkt es auch nicht (oder ignoriert es auch).
AntwortenLöschenKarin
Gibt es eigentlich eine Art Führerschein, der dazu befähigt, mit Verkehrsschildern umzugehen (planen+aufstellen)?
AntwortenLöschenOk.......rhetorische Frage.......
So einen Schein gibt es möglicher Weise. Aber wohl nur für Autoverkehrsausschilderung. Rad- und Fußverkehr machen IMMER ungelernte Hilfskräfte.
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AntwortenLöschenSämtliche Beschilderungen werden detailliert von den entsprechenden Experten der Stadt geplant und entsprechend bei den Dienstleistern (Schilderverleihern) beauftragt. Es müssen ja auch deren Abrechnungen an die Stadt "sachlich richtig" gezeichnet werden, und das geht ja nur, wenn von den gleichen oder anderen Experten der Stadt der ordnungsgemäße Vollzug der Schilderaufstellung überprüft wird. D.h. dieser offensichtliche Unsinn ist kein "bug", sondern ein "feature". D.h. jedes Schild was dumm in der Gegend rumsteht, hat eine höhere Mission (die nur wir dummen Radies nicht erkennen können oder wollen).
AntwortenLöschenWas passiert eigentlich bei einem Unfall? Wenn ich mich an die Schilder halte, 10m Schieben und dann Radeln. Später fahre ich in einen illegalen Fussgänger, mit dem ich auf einem Radweg nicht rechnen konnte. Wird das Gericht mich schützen oder mir erklären, die Schilder sind doch Unsinn und ich bin doch Schuld.
AntwortenLöschenWenn Du auf einem mehreren hundert Metern kerzengeraden Weg sehenden Auges in einen "illegalen" zu Fuß Gehenden reinfährst, ist Dir nicht mehr zu helfen...
LöschenDas hat doch mit gesunden Menschenverstand nichts mehr zu tun - aber genau den fordern wir immer wieder von den Autofahrenden.
Ich versuche, mich auch immer in die Situation des anderen hineinzuversetzen und somit versuchen zu verstehen, warum der/diejenige sich nun so verhält.
Und ich denke somit hab ich mir schon paar Mal selbst das Leben auf meinem Fahrrad gerettet.
Gruß Björn
Nette Antwort an der Frage vorbei. Es soll übrigens auch Zeiten, genannt Nacht, geben in denen Menschen ganz in Schwarz die Wege unsichen machen. Kann man sich tagsüber kaum vorstellen.
LöschenIn der Frage stand nichts von einer Nachtfahrt...
LöschenUnd da würde ich auch nur so schnell fahren, wie ich auch "voraus" schauen kann.
Aber tatsächlich fahre ich die Strecke nachts nicht, da diese komplett unbeleuchtet ist. Dann lieber die kurvenreichere Strecke direkt durch den Schlossgarten.
Gruß Björn
@Henry Mao: der Schloßgarten ist Gelände des Landes - ohne Einfluss der Stadt. Verwaltet wird der Park von der Wilhelma. Ändert nichts am Unsinn, aber an den Verantwortlichkeiten...
AntwortenLöschenZu was diese merkwürdige Umleitungs/Beschilderungssituation auch noch führt: Die parallelen "Ausweich-Wege" und die Querungen zum asphaltierten Weg (unbefestigt) sind für diese Auslastung durch täglich Hunderte Fahrräder nicht gemacht. Hast du dir das jetzt nach einer Woche Arbeiten dort angesehen? Überall nur noch Matsch, Furchen und zerstörte Ecken.
AntwortenLöschenHabe ich mir heute angesehen. Die Schilder stehen jetzt so, dass Radfahrende damit auf die Matschwege verwiesen werden. Sie widersprechen einander immer noch, aber immerhin dienen sie als Wegweiser. Und natürlich sind die unbefestigten Wege zwischen Palatenallee und dem anderen Weg am Grillplatz für die Menge an Radelnden nicht ausgelegt. Eine Umleitungbeschilderung weiter oben am Rosensteinsschloss wäre wünschenswert. Aber na ja.
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