Posts mit dem Label Cannstatt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Cannstatt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

22. August 2025

Das große Leuzekreuz

Von Autobahnkreuzen inspiriert scheint mir die Organisation der Radwege beim Leuze an der König-Karls-Brücke. 

Es hat durchaus was: viel Asphaltfläche, sich in die Ferne schlängelnde Radfahrspuren mit Pfeilen, durchgezogene Mittellinien, gestrichelte Seitenlinien, Zu- und Abfahrten, eine auf den ersten Blick nicht erfassbare Führung zu und von Abzweigen und eine extra Abfahrt zum Rastplatz (Vierbild rechts unten), also zu Radparkplätzen. Alles großzügig angelegt, wenn auch auch im Kleinformat, ein bisschen wie in einer Verkehrsschule. Was das Ganze von einer Verkehrsschule unterscheidet - in der Fahrräder die Autos symbolisieren - ist das völlige Fehlen von Verkehrszeichen und großem Wegweisern. 

14. April 2025

Endlich freie Radfahrt unter der Bahnbrücke Cannstatt

Der Radweg zur Bahnbrücke und unter der Bahnbrücke hindurch Richtung Wilhelmaplatz in Cannstatt ist fertig. Endlich!  

Es grenzt an ein Wunder. Das Nadelöhr ist beseitigt. Kein Schlängeln durch Fußgänger:innen auf dem sehr schmalen Gehweg unter der Bahnbrücke mehr. Man konnte zwar auf der Fahrbahn unter der Brücke durch radeln (gejagt von unwilligen Autofahrenden), aber auch nur außerhalb der Hauptverkehrszeiten, denn sonst stand man mit den Autos im Stau. 

Jetzt haben die Autofahrenden nur noch eine Spur, die andere ist in einen breiten Radweg umgewandelt, der  vom "Linienvekehr" also Bussen mit benutzt werden darf.  Unzählbare Jahre nach Fertigstellung der Hauptradroute 1 Richtung Fellbach, gab es hier nur ein Gestoppel. Um einen Radstreifen ab Mercedesstraße haben wir kämpfen müssen, immer wieder war er auch zugeparkt. Auf einem Radweg, der auch Busspur ist, parkt es sich sicher nicht mehr so leicht. Und dieser breite Radweg geht sogar nach der Einmündung Kleemannstraße einfach so weiter unter der Brücke hindurch. Man glaubt es kaum, aber es ist wahr. 

12. April 2025

Eigentlich schon mal ganz schön, aber ...

Wer über den Rosensteinsteg vom Neckardamm auf die Neckarseite bei der Wilhelma rüber radelt, trifft auf einen sehr breiten neuen Radweg. Er hat aber eine Tücke. 

Ich bin da jetzt ständig geradelt, um die unmögliche Baustelle an der Wilhelmsbrücke zu umfahren. Der Steg unter der neuen Eisenbahnbrücke ist übrigens als Gehweg mit Radfreigabe ausgeschildert, was hoffentlich nicht so bleibt. Nach dem Steg geht es nach rechts auf breitem und glattem Asphalt runter Richtung Neckartalstraße und Kreuzung an der Wilhelma. Der Weg ist als gemischter Geh- und Radweg ausgewiesen. 

Weiter unten stößt man auf weiße Querstreifen, die uns bedeuten, langsam zu fahren. Es geht möglicherweise um eine Warnung vor der Baustellenausfahrt. Aber es ist durchaus sehr sinnvoll, hier wirklich runterzubremsen. 

16. März 2025

Rums - Strecke an der Wilhelmsbrücke zu

Am Dienstag wurde die Baustelle an der Wilhelmsbrücke in Cannstatt eingerichtet. Als ich gestern dort radelte, war sie immer noch da. Und da wird sie wohl noch eine Weile bleiben. 

Sie unterbricht komplett allen Fußgänger:innen und Radfahrenden den Weg auf dem Neckardamm. Kommt man von der König-Karls-Brücke her, gibt es keinerlei Vorwarnung. Wir stehen an Sperren, müssen uns in Pfadfinder:innen verwandeln und Behelfswege suchen, über die Fahrbahnen oder durch den Matsch und einen sehr hohen Bordstein runter. Für Fußgänger:innen etwas leichter, aber ebenfalls eine blanke Unverschämtheit. Rollstuhlfahrende sind aufgeschmissen. 

14. März 2025

Linksabbiegen? - Nö! Müssen Radfahrende nie.

Und wenn doch, dann wird es kompliziert und langwierig. So auch an der Pragstraße bergab. 

Die Pragstraße hat abwärts breite Radfahrstreifen hundert Meter nach der Löwentorkreuzung. Bekommen soll sie dort breite Radwege im Zuge der Verkehrsberuhigung für Autos. Nicht vorgesehen ist, dass man zum Mahle in die Haldenstraße abbiegt. 

Es ist typisch für unsere Radinfrastruktur, dass sie im Grunde davon ausgeht, dass Radfahrende immer lange Strecken geradeaus fahren. Bestenfalls biegen sie nach rechts ab. Nach links abbiegen ist oft nicht vorgesehen, vor allem nicht auf mehrspurigen Straßen. Radelt man auf einem Radfahrstreifen, kann und darf man ihn verlassen und sich auf der Linksabbiegespur einordnen und dann mit den Autos zusammen abbiegen. Von Radwegen aus, die baulich von der Fahrbahn getrennt sind, ist das schon schwieriger. 

In solchen Fällen richtet man dann eine indirekte Linksabbiegespur ein oder leitet Radfahrende über den Aufstellplatz für Fußgänger und eine Fußgängerüberquerung rüber auf die andere Seite. Auf der Pragstraße abwärts geschieht das an der Schock-Ampel

2. Februar 2025

Mit dem Mut des Verzweifelten

Die Schmidener Straße in Cannstatt ist für Radfahrende keine angenehme Straße. Darauf hat eine nächtliche Aktion aufmerksam gemacht

Die Schmidener Straße hat meist nur je eine schmale Richtungsfahrbahn, die uns zum Mischverkehr mit Autos zwingt. Stadtauswärts gibt es an der Oberen Ziegelei einen blitzkurzen Radfahrstreifen. Und der macht alles noch gefährlicher. Denn er endet dann im Heck geparkter Autos und man muss auf die Fahrbahn schwenken, genau dort, wo es auch noch bergauf geht. 
Um auf die miserable Situation für Radfahrende aufmerksam zu machen, hat ein Blogleser in der vergangenen Mittwochnacht eine Aktion gestartet und mich und die Presse davon unterrichtet. Er hat den Radfahrsteifen mit Sprühkreide verlängert und mit einem Körperumriss auf die Gefahr aufmerksam gemacht, dass Radfahrene von Autofahrenden getötet werden könnten, wenn sie auf die Fahrbahn schwenken. Außerdem hat er Planen unter anderem mit dem Schriftzug "Vision Zero" und "Warum hört der Schutzstreifen hier auf?" über die Heckscheiben von Autos gehängt und Fragen an  die Politik gestellt. (Siehe Fotos unten). Die Aktion, über die auch die Stuttgarter Zeitung berichtet hat, scheint mir fantasievoller und mutiger Ausdruck der Verzweiflung eines Radfahrers, der hier täglich in Bedrängnis gerät. Der Zeitung scheint es wichtig zu sein, sie als illegal einzustufen, wenngleich der Eingriff in den Straßenverkehr hier nicht gefährlich ist. Ähnliche Aktionen hat auch der Zweirat seinerzeit am Schutzstreifen der Kaltentaler Abfahrt gemacht, wo es jetzt einen Radfahrstreifen gibt. Ich bin dem Aktivisten dankbar, dass er mich und die Öffentlichkeit auf die Situation in der Schmidener Straße aufmerksam gemacht hat. Sicher Radfahren geht anders. Blogleser Elmar hat mir dann Fotos vom Tag danach geschickt und weitere Informationen über die Zustände an der Oberen Ziegelei geliefert, ich habe am Samstag fotografiert. 

Die Situation:

2. Januar 2025

Ein Rad-frei wäre doch wohl möglich

Die Liebenzeller Straße zwischen Wilhelmstraße und Daimlerstraße in Cannstatt ist für den Fahrverkehr gesperrt.

Blogleser Peter bemängelt, dass es für die Anwohnenden vorher keine Information gab. Und wäre eine Radfreigabe nicht möglich gewesen? Für Radfahrende ist sie keine ganz unwichtige Verbindung zwischen Cannstatter Altstadt (Einkaufen) und Wiesbadener Straße, die Fahrradstraße ist, Richtung Osten. Der Umweg über die Brunnen- und Daimlerstaße ist sehr, sehr weit und unzumutbar, auch weil es sich auf der Brunnenstraße zwischen eiligen Autofahrenden nicht nett radelt. Weshalb hier auch kaum Radfahrende unterwegs sind. Eine Umleitung ist auch nicht ausgeschildert. 

Im Baustellenkalender ist diese Sperrung nicht verzeichnet. Warum sie besteht, weiß ich nicht. 


16. November 2024

Eine Festung gegen den Radverkehr

Die Ausfahrt von der Wilhelmsbrücke in Cannstatt Richtung Altstadt ist seit einer Weile gesperrt. Zunächst waren hier nur Bodenmalereien zu sehen, inzwischen steht eine Sperre dort. Und die Rad- und Fußgängerampel ist außer Betrieb. 

Ich habe darüber schon einmal geschrieben und mich darüber mokiert, dass Radfahrende damit gezwungen werden, nach links oder rechts abzubiegen und zwar auf die Gehwege des Neckardamms, die fürs Radfahren nur freigegeben sind. Wo also Schrittgeschwindigkeit gilt, was niemand auf Dauer radeln kann, weshalb man immer in der Illegalität radelt. Radfahrende müssen da nicht radeln, sie können auch die Fahrbahn nehmen. Dieser Zugang zu Fahrbahn ist aber hier verwehrt. Das ist offenbar auch der Verkehrsbehörde bewusst geworden. 

27. September 2024

Wer denkt sich sowas aus?

Wer von Norden Richtung Fußgängerzone über die Wilhelmsbrücke in Cannstatt geradelt ist, darf jetzt nur noch auf Fußwege abbiegen (die fürs Fahrrad freigegeben sind). Auf die Fahrbahnen der Bad- und Überkingerstraße darf man nicht mehr. 

Das verbietet eine enorme Sperrfleche, die die Stadt markiert hat. Für die, die über die Überkingerstraße (auf dem Foto von links) kommen, ist eine Fahrradspur offen gehalten, ebenso für diejenigen, die von der Badstraße (auf dem Foto von rechts kommend) auf die Wilhelmsbrücke abbiegen wollen. Es ist offensichtlich niemand darauf gekommen, dass einige Radler:innen nicht auf den Neckardammgehwegen radeln wollen, sondern auf der Fahrbahn, auch weil ihr Ziel nicht dort liegt, wo der Neckardammweg sie hinführt. 

Und: Gehwege aber sind keine Radwege. Radfahrende dürfen nicht gezwungen werden, freigegebene Fußwege zu benutzen. 

29. Juni 2024

Cleaner Bahnhofsvorplatz mit Fahrradstraße in Cannstatt

Der neue Vorplatz des Cannstatter Bahnhofs ist rechtzeitig vor der EM fertig geworden.  

Es gibt eine freie Fläche mit vielen Bänken und Bäumen und einem Kiosk. Die Zugänge zum Bahnhof und die Bushaltestelle sind außerdem barrierefrei gestaltet. Und es gibt einen Trinkbrunnen. 

Bislang war der Bahnhofsvorplatz von Cannstatt Herrschaftsgebiet des Autoverkehrs, jetzt soll der Platz nach Aussagen der Stadt vorrangig den Fußgänger:innen und Radfahrenden zur Verfügung stehen. Zwischen Frösnerstraße und Parkhaus Wilhelmsplatz (König-Karl-Straße 69) soll die Durchfahrt für den Autoverkehr unterbrochen werden, heißt es in der Gemeinderatsdrucksache 1264/2021. Auf der Eisenbahn- und Bahnhofstraße soll eine Fahrradstraße eingerichtet werden. Bus und Taxis werden aber weiterhin dort fahren. 

2. Mai 2024

Und plötzlich wird es besser zwischen Leuze und Wilhelmsplatz in Cannstatt

 

Der direkte Radweg zwischen Haltestelle Mineralbäder und König-Karls-Brücke ist seit dem 30. April offen. Und für die Fahrt zum Wilhelmsplatz in Cannstatt unter der Bahnbrücke durch gibt es einen guten Plan.

Zehn Jahre hat es mit dem Radweg am Leuze gedauert. Seit 2014 habe ich die ständig veränderten Wegführungen hier begleitet. Bis jetzt kurvten wir um die Sprudler herum, wo im Sommer gerne Leute herumstanden. Davor gab es einen langen Umweg, der im Frühjahr 2022 hätte verschwinden sollen, aber erst im Oktober verschwand. 2019 wurde diese lange Umleitung eingerichtet. Ende 2019 konnte man dann  wieder über den Rosensteinsteg radeln. Der schnurgerade Radweg entlang der Straße verschwand lange vorher. Die erste Umleitung wurde 2014 eingerichtet, weil der neue Rosensteintunnel für die Autos von oben gegraben wurde und es dann einen Rechtsstreit mit der Baufirma gab. 

20. Februar 2024

Zusammenstoß von Radfahrer und Lkw-Fahrer am Bahntunnel Cannstatt

An der Kleemannstraße in Cannstatt sind ein Radfahrer und ein Lkw-Fahrer zusammengestoßen. Der 69-jährige Radfahrer wurde schwer verletzt. 

Wir wünschen ihm eine baldige und vollständige Genesung. 

Dem Polizeibericht zufolge hatte er die Eisenbahnbrücke auf dem aus seiner Sicht linksseitigen Gehweg unterquert, was verboten ist. Es steht auch ein Schild dort, das das Radfahren Richtung Stuttgart verbietet. Er kam dann aus dem Tunnel heraus, bremste offenbar nicht, was offenbar auch der Lkw-Fahrer nicht tat (der vermutlich angestrengt nach links schaute, um eine Lücke im Verkehr zu finden). Dem Lkw-Fahrer wird hier allerdings eine Mitverantwortung gegeben werde müssen, denn Radfahrende, die parallel zur Vorrangstraße fahren, haben (wie der Autoverkehr auch) Vorfahrt vor dem Verkehr, der aus einer Seitenstraße heranfährt. Das gilt auch bei Zweirichtungsradwegen in beide Richtungen (was sie auch so gefährlich macht), und das gilt selbst dann, wenn der Gehweg oder Radweg gar nicht in diese Richtung für Radfahrende freigeben wurde. Der Lkw-Fahrer hätte also warten und den Radfahrer vorbei lassen müssen. Zumal von seinem Fahrzeug die größere Gefahr ausgeht. 

15. Januar 2024

Rosensteinbrücke ab heute auch für Radfahrende gesperrt

Die siebzig Jahre alte erste Spannbetonbrücke Stuttgarts, die Rosensteinbrücke, ist leider durchgerostet und nicht mehr reparierbar. Sie muss abgerissen werden. Die Vorarbeiten beginnen heute. Damit sind auch die Rad- und Fußwege gesperrt. 

Für den Autoverkehr ist sie schon eine Weile gesperrt. Die Stadtbahnschienen wurden abgebaut, um die Brücke zu entlasten. Jetzt müssen alle weiteren Fahrbahnauflagen von der Brücke entfernt werden, damit man sie zerlegen kann. Vermutlich im Sommer, wenn der Neckar regulär für drei Wochen für die Schifffahrt gesperrt wird, wird die Brücke abgerissen. Für den Übergang über den Neckar bleibt uns Radfahrenden in der Gegend dann nur die Wilhelmsbrücke und der Steg unter der neuen Eisenbahnbrücke oder der Mühlsteg. 

Danach wird es eine Behelfsbrücke geben.

19. Oktober 2023

Baustellenmurks an der Wilhelmsbrücke

Wenn man in der Cannstatter Vorstadt die Brückenstraße runter zur Kreuzung an der Neckartalstaße radelt und sie zur Wilhelmsbrücke überqueren will, stößt man auf dieses Schild. 

Das Foto hat mir Blogleser Peter geschickt. Auf den gelben Markierungen für den Radstreifen geradeaus steht seit ein paar Wochen ein Schild, auf dem steht, dass Radfahrende zu Fuß den Gehweg benutzen sollen. An den Bahngleisen steht außerdem ein Schild, dass Radfahren geradeaus zur Brücke verbietet.  Und wie geht das jetzt? Ich bin auf dem Radstreifen angekommen, und soll jetzt quer über den Rechtsabbiegestreifen zum Gehweg radeln, dabei absteigen und das Rad den Bordstein hoch schieben? Dies zu tun, wenn die Autos (und ich) Grün haben, wäre nicht angeraten. Also auf das Grün der querenden  Fußgängerfurt warten. Bin ich in weiser Voraussicht schon auf der rechten Abbiegespur unterwegs, dann kann ich auch nur bei Grün radeln, soll dann aber bremsen, absteigen und das Rad auf den Gehweg hochschieben, während die Autos abbiegen wollen. Echt jetzt? 

Und was machen eigentlich die, die mit großen Lastenrädern, E-Dreirädern, Liegerädern und Handbikes unterwegs sind, die man nicht schieben kann oder die sie nicht schieben können? 

5. Oktober 2023

Ohne Versenkpoller für die Hofener Straße geht es nicht

Die Hofener Straße in Cannstatt entlang des Neckars war am 3. Oktober für dieses Jahr zum letzten Mal für Autos gesperrt und für Radfahrende reserviert. Die Sperrung beginnt am 1. Mai und gilt nur für den Sonntag. 

Grund ist, dass man Spaziergehenden den Gehweg von Radfahrenden freihalten will. Gerade an sonnigen Sonntagen sind hier viele Menschen zu Fuß, aber auch sehr viele Menschen auf Fahrrädern unterwegs. Das klappt, aber es klappt nicht besonders gut. Viele Radfahrende checken nicht, dass sie an diesen Tagen auf die Fahrbahn müssen, weil der Gehweg (per Verkehrszeichen!) dann für sie verboten ist. Autofahrende checken durchaus, dass die Durchfahrt verboten ist: Es stehen Schranken mit eindeutigen Verkehrszeichen an beiden Enden der Straße. Viele wenden dann, viele aber wollen das nicht akzeptieren. Sie umrunden sie Sperren und fahren weiter. Reinfahren dürfen die Weinbaunern. Und die dürften sich freuen, dass sonntags die Hofener Straße für den Autoverkehr gesperrt ist. So können sie ihre Fahrzeuge bei der Lese massenhaft am Straßenrand abstellen. Was ja auch nur den Radverkehr behindert. 

Die Durchfahrt mit Autos aber ist verboten. Das interessiert notorische Verkehrsregel-Missachtende allerdings nicht. Und statt sich dem Tempo der vielen Radfahrenden anzupassen, versuchen dann auch noch etliche Autofahrer bei erster Gelegenheit zu überholen. 

29. Juni 2023

So geht aktive Behinderung des Radverkehrs

Entlang der Augsburger Straße in Cannstatt müssen Radfahrende zwischen Ebitzweg und Posener Straße auf einem schmalen Gehweg in zwei Richtungen fahren. Der Gehweg ist als gemischter Geh- und Radweg ausgewiesen. 

Wie üblich, wenn die Verkehrsbehörde den Autofahrenden etwas mitzuteilen hat, werden die Schilder mit breiten Ständern auf dem Geh- und Radweg abgestellt. So auch hier. Und das, obgleich es Straßenranstellplätze und damit genug Platz im Bereich des nicht rollenden Verkehrs gibt. Auf diesem Gehweg drängen sich, wenn die Schule und die Kitas beginnen und enden, viele Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern. Ein Parkautomat war dort auch vorgesehen (er stand auch, wurde aber wieder abgebaut) und davon ist immer noch die Betonbodenplatte als Stolperfalle übrig, die dem Geh- und Radweg eine Restbreite von 1,80 Metern lässt. Der Ständer des Verkehrsschilds lässt nur noch 1,70 frei und ist an der Unterkante 1,90 Meter hoch und das wird nicht nur für große Menschen knapp, sondern auch für Menschen auf Fahrrädern. 

27. Juni 2023

Typisch Stuttgart: Kesselfestival ohne Radabstellanlagen

Ich umrunde den Wasen und frage: "Wo kann ich denn mein Fahrrad abstellen?" Der Mensch am Tor macht eine große Armbewegung und sagt: "Sie dürfen es gern an Zäunen und Geländern anschließen."

Ach so? Die Erlaubnis hätte ich nicht gebraucht. Aber danach habe ich ja auch nicht gesucht, sondern nach dem Radparkplatz. 

Da macht Stuttgart ein kleines Festival, wo es nicht nur am Abend Musik gibt, sondern Samstag und Sonntag tagsüber auch Stände zu Themen wie Mobilität und Sport mit Spielflächen für Kinder, Klamotten und Infoständen, und hat noch nicht gemerkt, dass die Leute - allemal bei schönem Wetter - mit dem Fahrrad anreisen. Das ist jetzt auch in Stuttgart so. Familien kommen mit mehreren Rädern oder mit Lastenrädern. Aber die Stadt bietet ihnen rundheraus gar nichts an, um die Räder diebstahlsicher irgendwo anzuschließen, keinen einzigen Fahrradbügel. Sollen die blöden Radfahrer:innen doch zusehen, wo sie was finden: übrig gebliebene Absperrungen, Zäune, Begrenzungsstangen, Masten. Wer mit mehreren Rädern kommt, kann sie immerhin aneinander anschließen. Die stehen dann wie Inseln herum. 

7. Juni 2023

Strukturell lebensgefährlich - Abbiegen über Radstreifen

Foto: Blogleser Florian
Am Montagabend berichtete mir Blogleser Friedemann von einem schweren sogenannten Abbiegeunfall in Cannstatt an der Ecke Waiblinger/Daimlerstraße. 

Demnach überfuhr der Fahrer eines Betonmischers, der auf der Waiblinger Straße vom Wilhelmsplatz her kam, beim Einbiegen in die Daimlerstraße einen Radfahrer. Weiter heißt es: "Den genauen Unfallhergang kann ich nicht beschreiben. Das Fahrrad lag komplett unter der vorderen Doppelachse des Lkws, der Radfahrer lag vor dem Lkw, die Einsatzkräfte eines Polizeiwagens waren bereits vor Ort und kümmerten sich um den Verletzten, der wohl ansprechbar und bei Bewusstsein war. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ausser dass im Laufe der nächsten fünf Minuten mehrere Rettungswagen eintrafen. Als ich ca. eine Stunde später zurückkam, stand der Lkw immer noch an derselben Stelle, das Fahrrad immer noch darunter."

Etwas später meldete auch die Stuttgarter Zeitung den Zusammenstoß. Demnach bog der Fahrer eines Betonmischers gegen 17:30 Uhr  aus der Waiblinger Straße nach rechts in die Daimlerstraße ein. Er erfasste einen 36-jährigen Radfahrer, der auf dem markierten Radstreifen geradeaus Richtung Fellbach fuhr, und verletzte ihn schwer. Er musste ins Krankenhaus. Der Zeitung ist es auch der Erwähnung wert, dass ein Kriseninterventionsteam den Lastwagenfahrer betreute, der einen Schock erlitt. Und welches Kriseninterventionsteam betreute die Angehörigen des verletzten Radfahrers, frage ich mich, die sicher auch unter Schock stehen? Es ist durchaus möglich, dass beim Überbringen der Nachricht durch die Polizei auch ein Kriseninterventionsteam dabei war, aber es wird nicht erwähnt. 

30. Mai 2023

Es gibt noch einen Weg

Man kann vom Cannstatter Wilhelmsplatz stuttgartwärts ampelfrei zum Radweg auf der König-Karls-Brücke kommen. Das ist aber nur wenigen bekannt. 

Wenn man die Hauptradroute 1 von Fellbach nach Stuttgart radelt, wird man kurz vor dem Wilhelmsplatz über eine indirekte Linksabbiegestelle über die Daimlerstraße und diverse Kreisverkehre zum Neckar und zum Radweg auf der König-Karls-Brücke geleitet. Der Weg ist häkelig und derzeit von Bussen verstopft. 

Wer das nicht will oder diesen Abzweig verpasst hat, radelt mit den Autos zweispurig über den Wilhelmsplatz auf die Ampelanlage an der Schönestraße zu. Dahinter darf man mit dem Rad nicht mehr fahren, es gibt ein Verbotsschild. Wir müssen also irgendwie nach links rüber zum Radweg auf der Brücke. Wir können das Rad auf den Gehweg heben, uns an dem Fußgängerüberweg aufstellen, lange warten und dann rüber radeln. Aber das geht auch anders. 

20. Mai 2023

Fellbach rollt den roten Teppich aus

Seit Montag ist die Bahnstrecke Stuttgart Waiblingen gesperrt, es rollen Ersatzbusse und es rollt der Radbus des ADFC. 

Damit die Pendler:innen mit dem Fahrrad es wirklich bequem haben, hat die Stadt Fellbach sofort, also noch am Samstag vor Beginn der Bahnsteckensperrung, rote Teppiche für den Radverkehr ausgerollt. Die Fotos wurden mir von Blogleser Martin zugeschickt und zeigen in Fellbach die Kreuzung Stuttgarter Straße/Bahnhofstraße. Und sie zeigen, dass am Samstag gearbeitet wurde. Die Bauarbeiter haben der Veröffentlichung der Fotos ausdrücklich zugestimmt. Sie sind stolz auf ihre Arbeit. 

Der ADFC bietet seit Montag geführte Radfahrten an für alle, die zwischen Waiblingen und Stuttgart pendeln und nicht aufs Auto umsteigen und nicht in den Bussen fahren wollen. Eine wirklich gute Sache. So gelingt die Verkehrswende.