10. Februar 2014

Zwillingsräder - das etwas andere Tandem

RiS-Blog- und Facebookfan, Jorge, lebt in Nicaragua und hat mir Fotos von Zwillingsrädern geschickt. 

Nach seinen Angaben hat die Stadt Masaya  in den neunziger Jahren für Touristen aus Spanien mit ähnlichen Doppel-Rädern empfangen, wie man sie hier sieht. Zwölf Stück fahren heute immer noch, schreibt mir Jorge. Man benutzt sie, um Touristen herumzukutschieren.
(Foto unten)


Das Konzept stammt von dem Deutschen, Hans-Peter Metz, mit dem Jorge lange zusammengearbeitet hat. Es in Kooperation mit dem Deutschen Entwicklungsdienst in einer Werkstatt an der Universität gebaut worden, wo Metz Studenten in Mechanik unterrichte. Man hat dabei vor allem an Blinde und andere Gehändicapte gedacht, die, wenn sie einen Partner haben, Rad fahren können, statt sich im Auto kutschieren zu lassen. 

Die klassischen Tandems sind dafür zwar auch geeignet, man sitzt aber immer hintereinander, und sie sind - wie Zweiräder das eben so sind - instabiler. 

Hier sind die Räder nebeneinander geschraubt, wobei ich mir die ganze Zeit den Ringkampf eines mehr oder weniger harmonischen Ehepaars um die Hoheit über den Lenker vorstelle. Ein Blinder allerdings würde die Lenkerbewegung spüren und wäre auf Richtungswechsel besser vorbereitet als hinten auf einem Tandem. (Denke ich mir zumindest.)  

Diese Zwillingsräder eignen sich, meint Jorge, auch bestens zum Transport sperriger Gegenstände,  oder man bringt Kindern damit das Radfahren bei, oder man fährt los, und guckt, ob man jemanden aufgabeln kann. Und mit dem (oder ihr) geht man dann zwei Bier trinken.  

Ein Spanier hat in Huelva diese Idee aufgegriffen und Räder für Behinderte und - wie man hier sieht - die Kernfamilie mit zwei Vorschulkindern vorgestellt. 

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