14. April 2026

Auf die Kleinigkeiten kommt es an

Seit einem Jahr ist die Fahrradstraßenstrecke vom Marienplatz bis zum Südheimer Platz gertig.  Die Burgstallstraße wurde letztes Jahre umgestaltet. 

Schön ist vor allem der glatte Asphalt. Weniger schön ist, dass die Burgstallstaße wegen beidseitig geparkter Autos für den Begegnungsverkehr von Fahrrädern zwar ausreicht, aber nicht für den Begegnungsverkehr Fahrrad Auto. Und obgleich es eine reine Anwohnerstraße ist und nur Anlieger mit ihren Autos reinfahren dürfen, ist der Autoverkehr durchaus sehr präsent. Autofahrende müssen ausweichen, das tun sie manchmal rabiat über den Gehweg, manchmal müssen sie anhalten, manchmal halten sie nicht und die Radlerin weicht aus. Aber das ist heute nicht mein Thema. Sondern das eingebaute Schlagloch auf der Strecke. 

Von Anfang an gibt es diesen Hopser, der nicht sein müsste. Und zwar an der Stelle, wo die weißen Blindensteine abgeschrägt in den Asphalt übergehen sollen. Die Schräge aber geht zu tief, weshalb auch der Asphalt leicht nach unten abgeschrägt wurde. Bündig angefügt wurde er auch nicht, sodass zwischen weißem Stein und Asphalt eine Rille bleibt. Mit dem Effekt, dass alle Radfahrenden hier reinschlagen. Der Schlag ist durchaus deutlich spürbar. Und er ist hörbar, übrigens auch für die Anwohner:innen. Anängerkupplungen, Satteltaschen, Körbe samt Inhalt klappern und rappeln.  Unebenheiten im Untergrund wirken beim Radverkehr übrigens stärker als beim Autoverkehr. Räder sind weniger stoßgedämpft und sie haben mehr lockere Teile. 

Das ist nicht gut gemacht. Dieser Übergang, der plan und smooth geplant war, ist nicht von Bauleuten hergestellt worden, die Rad fahren oder an Radfahrende mit freundlichen Gefühlen denken. Sie haben sich keine Mühe gegeben, den geplanten sanften Übergang herzustellen. 

Wäre die Stelle von Anfang an glatt gewesen, hätten wir es nicht bemerkt und nicht eines Dankes für würdig gehalten. Aber würde diese Stelle nachträglich überarbeitet und geglättet, würden Tausende von Radfahrenden dankbar an die Stadt denken: "Alle Achtung, die kümmern sich wirklich um uns. Denen liegt was an uns!" 


4 Kommentare:

  1. Ich vermute, die Stelle war eben von Anfang an genau so geplant und nicht "plan und smooth". Sonst hätte die Stadt doch garantiert eine Nachbesserung verlangt.

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    1. Das interessiert doch da keinen. Das Kästchen "Fahrradstraße", wohl eh nur widerwillig geschaffen, ist abgehakt, das war's.

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    2. So negativ würde ich das gar nicht sehen, Marmotte. Es fehlt nur das tiefe Verständnis fürs Radfahren, dieser Spirit, es ihnen wirklich angenehm zu machen und Unebenheiten, enge Kurvenradien oder wüste Baustellen zu ersparen. Diese Aufmerksamkeit für die Kleinigkeiten.

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  2. Ich sehe da eher wenig Interesse seitens der Verkehrsplaner. Ebenerdig abgesenkte Übergänge von Straßen zu Radwegen gibt es in Stuttgart kaum, ich kenne den am Charlottenplatz an der Planie. Ansonsten: Hoppelei! Zum Beispiel an der relativ neuen Kreuzung am Milaneo über die Wolframstraße. Verpflichtender Radweg, aber man hat die Bordsteine nur auf einer Seite (die wohl für den Radverkehr gedacht ist) minimal angeschrägt. Effektiv hoppelt man da vom Milaneo Richtung Pragfriedhof 6x rauf und runter. Ich verstehe durchaus, dass es taktile Elemente für seheingeschränkte Menschen braucht, aber das liesse sich besser lösen wenn man es wollte.

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