12. April 2026

Radfahren hilft bei vielen Erkrankungen

Radfahren ist ein Ausdauersport, wobei es nicht nötig ist, am Kraftlimit zu radeln. Radfahren hat den Vorteil, dass man es tun kann, wenn man zur Arbeit fährt oder nach Hause. Man kann es in vielen Fällen leicht in den Alltag integrieren.

Dabei ist es völlig egal, ob man in flacher Gegend ein Normalrad fährt oder in bergiger Gegend wie in Stuttgart ein Pedelec, das die Anstiege entschärft. Wichtig ist, dass man es regelmäßig tut. Dann ist es gut für Herz, Kreislauf und Gelenke, hilft gegen Diabetes Typ 2 oder auch bei Multipler Sklerose, ist aber auch gut fürs Gehirn und kann stimmungsaufhellend wirken. Außerdem erweitert es den persönlichen Aktionsradius enorm und schenkt eine ungeahnte und froh machende Autonomie der Mobilität. 

Der Pressedienst Fahrrad listet zehn körperliche Beschwerden auf, bei denen Radfahren helfen kann, schickt aber voraus, dass man mit einer Ärztin oder einem Arzt spricht, bevor man sich zu viel zumutet. 

Herzkrankheiten: Bereits kurze Wege von zehn bis 30 Minuten Dauer per Fahrrad können helfen, koronare Herzerkrankungen zu verlangsamen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt eine moderates Ausdauertraining mit dem Fahrrad von mindestens 30 Minuten. Eine konstante Belastung ist dabei besser als sich auf kurzen Strecken auspowern. Das Pedelec ist da nützlich, weil es Anstiege nicht zu großen Anstrengungen werden lässt. Ich füge noch hinzu: eine hohe Trittfrequenz von über 60 pro Minute ist grundsätzlich besser als langsames Treten, weil die anstrengungslose schnelle Bewegung den Kreislauf anregt, dem Gehirn guttut und die Muskeln aktiviert. 

Bluthochdruck: Regelmäßiges Radeln hilft präventiv gegen Bluthochdruck. Hat man ihn bereits, muss man mit die Arzt abklären, wie stark man sich belasten darf. Das Fahrrad (allemal das Pedelec) bietet die Möglichkeit über Gangschaltung, Kraftzugabe und Trittfrequenz zu hohe Belastungen zu vermeiden. Vorwärts kommt man dann noch immer. 

Arthrose: Beim Radfahren werden Kniegelenke oder Hüftgelenke nicht mit dem vollen Körpergewicht belastet, man bewegt sich jedoch, was die Durcblutung von entzündeten Gelenken steigert. Auch wird mehr Gelenkflüssigkeit gebildet. Auch hier gilt, eine schnelle Trittfrequenz entlastet die Gelenke und erhöht Durchblutung geschädigter Gelenke. Ausdrücklich sei hier darauf hingewiesen, dass das Fahrrad richtig auf die eigenen Körper eingestellt ist. Zu hoher Sattel ist genauso verkehrt wie zu niedriger. Der Fachhandel kann da helfen, falls einem beim Radfahren etwas wehtut. Viele sitzen nicht optimal auf dem Fahrrad. 

Rückenprobleme: Da man beim Radfahren immer auch balancieren, also sich und das Fahrrad stabilisieren muss, werden entlang der Wirbelsäule die kleinen Muskeln gebraucht und trainiert. Voraussetzung ist, dass man beim Radeln keinen Rundrücken macht und in einem Winkel zwischen 15 und 20 Grad nach vorne gelehnt fährt (also nicht gänzlich aufrecht). Der Sattel sollte übrigens ein Kippen des Beckens nach vorn erlauben und er sollte Stöße abfangen (was besser ein Stoßdämpfer im Sattelrohr kann). 

Diabetes Typ 2: Bewegungsmangel und Übergewicht sind Risikofaktoren für Diabetes. Eine dänische Studie belegte, dass regelmäßiges Radeln hilft, seltener an Diabetes zu erkranken. Bereits eine Stunde Radeln pro Woche soll schon helfen. Wer bereits Diabetes 2 hat, kann mit einer halben Stunde Radfahren fünf Mal pro Wochen die Insulingaben reduzieren. 

Adipositas: Radfahren heilt Adipositas nicht, hilft aber zum Einstieg den Fettstoffwechsel anzukurbeln. Eine Studie der Uni Kopenhagen zeigt, dass bereits der Arbeitdweg mit dem Rad nach einem halben Jahr mehr Gewichtsverlust bringen kann als ein regelmäßiger Besuch im Fitnessstudio. Wiegt man bereits mehr als 140 kg, muss man sich allerdings ein Spezialfahrrad für Große und Schwergewichtige suchen. 

Multible Sklerose: Auch hier ist Bewegung besser als keine. Für Menschen mit MS gibt es Spezialfahrräder: Dreiräder oder vierrädrige Liege-E-Räder, die nicht umfallen. Mit ihnen kann man auch den Einkauf transportieren. Sie erweitern Autonomie und Aktionsradios von MS-Kranken um ein Vielfaches. 

Parkinson: Selbst Menschen mit fortgeschrittenem Parkinson können oft noch sehr gut Fahrrad fahren. Es soll auch positive Effekte haben, die Stimmung ist positiver und die Symptome können sich reduzieren. Auch in diesem Fall bieten sich kippsichere Dreiräder an. 

Venenleiden: Krampfadern treten auf, wenn die Beine zu wenig bewegt werden und die Venenklappen sich nicht mehr richtig schließen, weshalb das Blut in den Beinvenen zurückfließt. Ein gleichmäßiger leichter Einsatz der Wadenmuskulatur aktiviert die sogenannte Muskelpumpe. Dabei ist es wichtig, nicht zu weit zu radeln und auch nicht zu schnell zu radeln, dafür aber lieber öfter: 20 bis 30 Minuten täglich bei gleichmäßiger (nicht zu schneller) Trittfrequenz. 

Demenz: Auch hier ist Bewegung besser als keine Bewegung. Das Radfahren trainiert auch die Balance. Aber Radfahren kann man auch auf einem Tandem oder auf einem kippsicheren Spezialrad. Nur alleine sollte man nicht auf Touren gehen. 

1 Kommentar:

  1. 1) z.B. Parkinson: Einem Bekannten aus der Nachbarschaft fällt es inzwischen schwer, auch nur einige Meter ohne Hilfen zufuß zurückzulegen. Gestern konnte ich ein Stückweit neben ihm radeln. Erstaunlich: von der schweren Erkrankung war bis auf verlangsamtes Sprechen nichts anzumerken: "Ja, ich fahre täglich meine Runde"
    2) Eigene Erfahrung: war als Kind/Jugendlicher zwar sehr unsportlich (bei Fußball stellten sie mich ins Tor - aber als Pfosten), wurde deshalb von den anderen Jungens auch gemoppt, was das Ganze schlimmer machte ("NoSports"!) - wohl mein Glück: Ich musste die 9 Jahre täglich 5km hin und 5km zurück zur Schule radeln: also für Grundfitness gesorgt (ohne es zu wollen). Habe regelmäßiges Radeln (und moderates Wandern/Schwimmen) lebenslang beibehalten. Vor kurzem 50-jähriges Klassentreffen: von den Supersportlern und Fußballhelden lebten ca 15% nicht mehr, viele hatten andere größere Probleme - vielleicht 20% noch auf meinem Fitnessniveau

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