8. April 2026

Ein unendlich trauriger Anblick

Einige Besucher:innen des Katharinenhospitals haben für sich einen bequemen und kostenlosen, aber illegalen Parkplatz entdeckt.  

Man darf zu der Fläche gar nicht hinfahren, denn es handelt sich um eine Gehwegfläche mit Freigabe nur für Fahrräder. So ist sie ausgeschildert. Die Falschparker:innen fahren alle an diesem Schild vorbei da rein auf einen Gehweg. Ein Gehweg ist kein Parkplatz. Definitiv nicht. Und man kann sich auch nicht damit rausreden, man überfahre den Gehweg nur (was man ja darf, wenn man zu einem Parkplatz kommen möchte), denn die ganze Fläche ist Gehweg. 

Den Behörden und dem Krankenhaus scheint das egal zu sein, denn das geht schon seit Monaten so. Auch Motorräder werden in beachtlicher Zahl hier rein gefahren und an der Hauswand in der Ecke abgestellt. Auch sie dürfen da nicht stehen. Denn auf Gehwegen darf weder ein Auto noch ein Motorrad geparkt werden. 

Gehwege sind für Menschen zu Fuß. Die - teils krank und gehbehindert - schleichen sich nun vielfach zwischen Blindenleitlinie und Hauswand entlang oder belieben auf dem Pflaster, weil ihnen die Fläche vorkommt wie eine, auf der Autos fahren und rangieren dürfen. Und gerade, wer sich mit dem Gehen schwer tut, möchte nicht einem einfahrenden Auto ausweichen müssen oder sich in Gefahr befinden, von einem rückwärts ausparkenden Autofahrer angefahren zu werden. 

Das ist ist für mich ein wahrhaft trauriger Anblick. Ich verstehe nicht, dass die Stadt ihren Einwohner:innen, die nicht in Autos sitzen, so eine Marginalisierung (eine Verdrängung an den Rand) zumutet. Und ich werde nie verstehen, warum die Stadt und ihre Behörden es dulden, dass Autofahrende und Motorradfahrende ihre Fahrzeuge einfach so und schamlos auf Fußwegflächen abstellen und sich dabei noch diebisch freuen, weil sie nichts bezahlen müssen. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich dafür verantwortlich wäre. 

Der Radverkehr darf hier übrigens lang fahren. Der Radfahrstreifen endet an dieser Einmündung mit Blindenpflaster und ermöglicht eine Auffahrt auf den Gehweg, der für den Radverkehr freigegeben ist. Der Radverkehr würde den Fußverkehr dabei noch sehr viel weniger stören, wenn die Hälfte der Fläche nicht zugeparkt wäre. Man kann natürlich auch auf der Fahrbahn zur Ampel vorfahren, auch wenn einige Autofahrende meinen, der Radweg sei ja dort, wo die Autos parken, und dann unfreundlich werden. 


8 Kommentare:

  1. Der Radverkehr wird auf der Fahrbahn geführt. Von Gehweg + Fahrrad frei Verkehrsanlagen würde ich mich fernzuhalten. Haftungsrisiko

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    1. Mag sein, ist aber an dieser Stelle nicht praktikabel, weil hochgefährlich.

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  2. Schamlosigkeit zeichnet die totalitäre Gesellschaft, die der neoliberale Kapitalismus geschaffen hat und weiter schafft doch geradezu aus...

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  3. Wenn man nicht möchte, dass eine Fläche von motorisiertem Verkehr befahren wird, muss man sie abpollern. Anders geht es mittlerweile in unserer ICH!-Gesellschaft nicht mehr.
    Karin

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  4. Man könnte auch mal bei der Feuerwehr nachfragen ob die Autos nicht auf Platz stehen, der bei einem Brand von der Feuerwehr gebraucht wird

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  5. Die Situation dort hat sich kürzlich noch weiter verschlechtert. Die links neu markierten und mittlerweile mit Pollern versehenen Taxistände versperren den Weg, den man als RadfahrerIn vormals nehmen konnte, um die Fläche möglichst konfliktarm zurückzulegen.
    Natürlich wurden aber nicht ausreichend Poller aufgestellt, um als Modalfilter das Befahren des Gehwegs durch Pkw zu verhindern.

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  6. Da stirbt vielleicht gerade ein naher Angehöriger - wie wenig Emphatie kann man haben?

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