Einfach mal Durchfart-verboten-Schilder aufstellen, weil die Straße zu schmal ist für den Autoverkehr, und sie damit zugleich für den Radverkehr zu sperren, das geht nicht. Das darf heutzutage nicht mehr vorkommen.
Immer mal wieder, so auch gestern, wird auf der Tübinger Straße beim Gerber die Durchfahrt verboten. Dann stehen da plötzlich die weißen runden Schilder mit rotem Rand ohne ein Rad frei darunter herum. Das bedeutet, auch für den Radverkehr verboten. Warum aber diese drastische Maßnahme, ist nicht erkennbar.
Dies ist die Hauptradroute 1, hier radeln täglich Tausende durch. Die Haupt-Autoroute, die B27 oder B14, sperrt man ja auch nicht mal so zwischendurch komplett. Da überlegt man sich, wo der Verkehr lang fließen soll. Das, bitte schön, muss man sich auch überlegen, bevor man Durchfahrtsverbote auf der Hauptradroute 1 aufstellt. Es ist immer wieder dasselbe Problem: Nur an Autos gedacht, an Fahrräder nicht, so als gäbe es die gar nicht. Ich bin ziemlich sauer.
Klar, dass sich kein einziger Radfahrer und keine einzige Radfahrerin an die Beschilderung hält. Sie existiert für sie nicht. Man radelt weiter, so hätten diese Verkehrszeichen keinerlei Bedeutung für den Radverkehr. Und ich bin überzeugt, dass viele Radler:innen auch glauben, dass das Durchfahrtverbot für sie nicht gilt. Man kann ja problemlos durch fahren. Räder sind so schmal, sie kommen durch, wo Autos nicht durchkommen. Natürlich halten sich auch viele Autofahrendende nicht dran. Als ich durchradelte, hupten sich zwei Autofahrer an, der eine war gerade durchgefahren, der andere wollte gerade in den Abschnitt reinfahren.


Das ist die Krux mit unverständleicher oder sogar falscher Beschilderung. Es erzieht zur Missachtung. Wenn immer und immer weider derselbe Fehler gemacht wird, wird irgendwann einfach alles ignoriert. So erzieht man Regelmissachtung.
AntwortenLöschenKarin