29. August 2026

Radverkehr simulieren, dann planen und umsetzen

Die TH Dresden hat ein online-Tool entwickelt, mit dem Kommunen simulieren können, wie sich Radverkehrsanlagen auf den Radverkehr auswirken

Oft hören wir bei der Diskussion eines geplanten Radwegs oder Radfahrstreifens von der konservativen Politik: "Da radelt doch keiner." Logisch, so wie es auf der Straße derzeit aussieht. Und logisch, wenn man zum Radweg kaum stressfrei hinkommt (wie hier auf den neuen Radweg Pischekstraße Richtung Degerloch, Foto) und er ohne Fortführung endet. Aber es würden viele radeln, wenn es eine anständige Radverkehrsanlage gäbe, die sicher ist und sich auch so anfühlt. Aber stimmt das auch? Lohnt es sich, an einer bestimmten Straße einen Radfahrstreifen zu planen oder nicht? Um das zu simulieren und zu testen hat die TU Dresden ein Online-Tool für Kommunen entwickelt. 

Das Tool RadSim entstand im Rahmen des Forschungsprojekts "Radverkehrssimulation zur Verbesserung der kommunalen Infrastrukturplanung" mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums. Es soll die kommunale Radverkehrsplanung unterstützen, wenn sie wissen will, wie eigentlich genau die Radverkehrsströme in der eigenen Kommune aussehen und wie sie sich bei bestimmten Maßnahmen ändern würden. Mit dem Web-Werkzeug lässt sich einfach und intuitiv testen, wo die Radfahrenden fahren würden, wenn sich die Radinfrastruktur ändert. Grundlage der Simulation sind unter anderem Forschungsdaten aus dem Stadtradeln. Die TU hat daraus wissenschaftlich fundierte Modelle des Routenwahlverhaltens von Radfahrenden entwickelt. Ab sofort steht dieses Tool allen Kommunen kostenfrei zur Verfügung. 

Zu den Modell-Kommunen gehörten Freiburg und Bietigheim-Bissingen, Stuttgart nicht. Das Werkzeug könnte aber gerade Stuttgart helfen, vorherzusagen, wie und wo der Radverkehr zunimmt, wenn man ihm die Wege durch Stuttgart . beispielswese von S-Ost nach S-West mit Hilfe einer angemessen Radinfrastruktur erleichtert. 

Das Bundesamt für Logistik und Mobilität beschreibt das Projekt und seine Möglichkeiten sehr genau. Es hat außerdem eine Broschüre veröffentlicht, die zeigen soll, mit welchen Schnellmaßnahmen die Radinfrastruktur schnell und vergelichsweise kostengünstig verbessert werden kann. Damit kann eine Stadt zeigen, es passiert was, und das Vertrauen in die Politik stärken, so die These. 


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