31. August 2015

Geisterradler

Fachleute sagen: Ein Radweg wird immer auch illegal in Gegenrichtung befahren. Radspuren übrigens auch. Fahrbahnen ohne Radspuren dagegen eher nicht.  

Es gibt eine Radspur, auf der mir regelmäßig Radler entgegen kommen, obwohl das ausgesprochen schrägt ist und auch ziemlich gefährlich. Das ist die an der Neckarstraße zum Neckartor hin beim ADAC. Ich habe mich gefragt, warum das so ist. Denn für alles, was Menschen tun, gibt es einen guten Grund.

Bei dieser Radlerin kann man den Grund gut sehen. Sie kommt aus dem Schlossgarten und ist am Neckartor über die Radlerampel gefahren. Und sie will ganz offensichtlich gleich nach links in die Hauffstraße (Zugang zum Amtsgericht).

Würde sie auf ordentlichen Wegen und absolut korrekt in die Hauffstraße radeln, müsste sie einen Umweg von 400 Metern bis zum legalen U-Turn an der Stöckachappotheke fahren. (Sie könnte auch, halblegal über die Fußgängerampel Heilmannstraße auf die Gegenfahrbahn wenden.) Siehe Karte unten.

Ich finde es zwar diese Geisterradlerei absolut unmöglich und gerade hier extrem gefährlich, wenn man so einem Radler auf der Spur begegnet, aber so ein Umweg ist halt auch sehr lang.

Nähme man Radfahrer wirklich ernst und wollte man ihnen folglich solche Umwege ersparen, die sie (anders als Autofahrer) aus eigener Körperkraft zurücklegen müssen, dann würde man auf Höhe der Hauffstraße eine Abbiegebresche durch den Fabrhahnteiler legen, damit Radler hier links abbiegen können. Immerhin liegt dort das Amtsgereicht und es ist, wie man sieht, aus der Innenstadt nicht wirklich bequem mit dem Rad zu erreichen.

Für Autofahrer ist die Zufahrt zum Amtsgericht übrigens einfacher. Sie fahren nämlich von der Straße "Am Neckartor" aus rein. Die aber dürfen Radfahrer nicht befahren. Ein alter Hut, wie ich finde, aus den Zeiten, als dort 80 km/h gefahren werden durfte. Die einfachste Lösung wäre also, das Neckartor zur Cannstatter Straße für Radler freizugeben und eine Radspur bis vor zur Hauffstraße zu legen.

Wobei der Umstand, dass immer wieder mal ein Radweg auch ausdrücklich in beide Richtungen freigegeben ist, den Eindruck erzeugt, Radwege könnten immer dann, wenn es passt, in beide Richtungen befahren werden. Und die Ratlosigkeit darüber, wie die legale Radführung eigentlich verläuft, tut ein Übriges.

Wenn ich mit Autofahrern, Fußgängern und Radlern rede, fällt mir immer wieder auf, dass es nur eine ganz ungefähre Kenntnis der Regeln und der Bedeutung der Schilder gibt, und dass vor allem die Abwesenheit von Schildern gern falsch interpretiert wird.

Und je länger ich über die Situation in Stuttgart nachdenke, desto deutlicher wird mir, dass wir vor allem eine groß angelegte Aufklärungskampagne für Radler, Fußgänger und Autofahrer über das Radfahren in Stuttgart brauchen, die auf ein konfliktfreies Miteinander zielt. Damit wäre vermutlich mehr gewonnen als mit mit immer neuen Radspuren und komplizierten und verwinkelten Übergängen im Spielzeugformat für Radfahrer.


Kommentare:

  1. Hallo Frau Lehmann,
    besser konnten Sie es im letzten Absatz nicht formulieren. Verkehrsgerecht verhalten kann man sich nur, wenn man tatsächlich die Regeln und Schilder kennt. Die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer (!) kennt die Regeln tatsächlich nur rudimentär. In einer Verkehrsdiskussion mit H. Ramsauer kannte der damals noch nicht einmal das Vorfahrtsstraßenschild (Raute mit gelbem Rand).
    Am besten wäre für alle Verkehrsteilnehmer verbindliche Teilnahmen an Fortbildungen und für Führerscheinbesitzer eine regelmäßige Nachprüfung (die würde auch mich treffen, ich bin trotzdem dafür).
    Ganz wichtig wäre, es sich zudem mal klar zu machen, wie viel, bzw. wie wenig man gewinnt mit rücksichtslosem Fahren. Auf einer kürzeren Strecke macht es überhaupt keinen Sinn zu drängeln oder zu rasen. Jeder rote Ampel macht den "Zeitgewinn" wieder zunichte, aber man hat vollkommen unnötig andere gefährdet. Wenn man sich als motorisierter Fahrer das einmal klar gemacht hat, fährt es sich viel entspannter. Man kann dann auch locker rücksichtsvoll und zuvorkommend sein und es ist dann für alle entspannter.
    Viele Grüße
    Karin

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    1. Nachschulungen würden vermutlich den doch etwas darbenden Fahrschulen gut tun. Und den Verkehrsteilnehmern auch, allerdings wären ja Radler und Fußgänger davon nicht betroffen. :-) Kampagnen mit Werbung und Infoflyern (in alle Haushalte) wären wiederum sehr teuer. Die Medien könnten so was machen, sehen sich aber natürlich nicht als Verkehrserzieher der Nation, man würde sie instrumentalisieren. Ich finde die Idee, dass sich Verkehrsteilnehmer leicht auf dem Laufenden halten können über gültige Regeln gut (ein bisschen arbeite ja auch ich daran), allerdings wer soll es tun und auch bezahlen?

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    2. Da die allermeisten Menschen einen Führerschein besitzen, trifft jede Aktion, die an Autofahrer gerichtet ist, auch Radfahrer und Fußgänger. Und sie verbreitet Wissen über korrekte Regelungen in der Bevölkerung, sodass auch Menschen ohne Führerschein das richtige Verhalten mitbekommen, entweder durch Fragen (man redet ja oft über solche Themen mit Freunden) oder durch Nachahmen anderer.

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  2. Nachprüfung halte ich für nicht durchführbar bzw. zu aufwendig.

    Aufklärungskampagnen, groß angelegt, überall sichtbar, fände ich hingegen viel besser.
    Themen dafür:
    Was ist ein Radweg, wann ist er benutzungspflichtig?
    Radfahrer dürfen grundsätzlich auf der Straße fahren.
    Geisterradeln
    Ein Fußweg ist ein Fußweg ist ein Fußweg

    Letztens habe ich einen Artikel gelesen, wo es u.a. um den Zeitgewinn bei höherem Tempo bei längeren Autofahrten auf der Autobahn ging.
    Fazit: absolut vernachlässigbar.

    Wenn ich mich mit Gelegenheitsradlern unterhalte merke ich ebenfalls sehr deutlich, daß die meisten die Regeln nicht kennen, ihre Rechte aber genausowenig.
    Es wird dann halt so gefahren, wie es am besten paßt.

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    1. Es müsste halt mal jemand machen, und alle Kampagnen kosten Geld. In Konstanz gab es mal Plakate fürs Radfahren, die waren dann aber total sexistisch (Frauenbein mit Highheel auf einem Fahrradpedal). Aber es wäre wirklich gut, man würde mal übers reibungslose und richtige Zusammenleben auf den STraßen reden.

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    2. Wieso sind Nachprüfungen nicht durchführbar bzw. zu aufwendig? Ein Lkw-Führerschein muss doch auch alle fünf Jahre verlängert werden. Die Nachprüfung könnte sich ja auf eine Theorieprüfung beschränken, die man direkt bei der Führerscheinstelle macht. Und soweit ich weiß muss man beispielsweise in den USA, je nach Bundesstatt natürlich, auch seinen Führerschein immer wieder verlängern lassen und dabei einen Test ablegen. Es gibt also durchaus Länder, in denen sowas üblich zu sein scheint.

      Ich sehe eine Nachprüfung aber eher kritisch weil sie vermutlich nichts bringt. Warum? Jeder Fahrschüler muss einen Theorietest ablegen, d.h. sich über die geltenden Verkehrsregeln im Klaren sein. In der Praxis ist das dann jedoch seltenst der Fall. Ich hatte letztens erst das Vergnügen, einer aufklärungsresistenten Autofahrerin beizubringen (in ruhigem Ton versteht sich), warum man als Rechtsabbiegende den geradeausgehendem Fussgänger "Vorfahrt" zu gewähren hat, auch wenn da keine Ampel und kein Zebrastreifen ist. Sie wollte offenbar partout nicht einsehen, dass der Fußgänger zum Straßenverkehr genauso dazugehört.

      Allem anderen kann ich nur zustimmen, gerade die Sache mit dem Zeitgewinn auf der Autobahn. Da gab es auch mal einen Test, Kleinwagen gegen Sportwagen, von München nach Berlin oder so ähnlich. Der Sportwagen war zwar ein bisschen schneller am Ziel (um die 15 bis 30 Minuten), hat dafür aber glaube ich auch doppelt soviel Sprit verbraucht.

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  3. Wenn ich mir die Aussagen der Politik und die großen Medien so anschaue scheint Radverkehr politisch nicht wirklich gewollt zu sein. Man muss ihn anscheinend als gefährlich für sich und andere darstellen.

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  4. Nicht nur bei Politikern. Ich habe auch den Eindruck das die Mehrheit der Bevölkerung den Radverkehr nicht akzeptieren will. Erst vor kurzem war ich auf dem Radweg parallel zur Heilbronner Straße in Richtung Innenstadt unterwegs. Aus der Presselstraße kam ein Auto und stellte sich mitten auf den Übergang des Radweges. Ich beschwerte mich dann aber musste dann doch warten bis der Autofahrer die Durchfahrt wieder freigab. Das Beste an dieser Situation kam aber noch. Ein älteren Mann (vermutlich Rentner) war auf der anderen Seite der Preusselstraße zu Fuß unterwegs und schimpfte mich an das ich kein Recht hätte und das der Autofahrer dort mit vollem Recht gestanden hätte. Ich sagte dieser Person das der parallel verlaufende Radweg die gleichen Rechte gibt wie die Fahrbahn, also das der Autofahrer warten muss bis die Radfahrer gekreuzt haben. Er meinte dann nur noch das ich keine Ahnung von den Regeln hätte und ich fuhr dann auch weiter weil es mir einfach zu blöd war. Solche Situationen finden in Stuttgart regelmässig statt, die Fussgänger mit den Autofahrern gegen die Radfahrer. Ich finde das die Fraktion der Autofahrer zum Großteil keine Ahnung von den Regeln hat. Und Fussgänger erst Recht nicht, bei dem Mann hatte ich den Eindruck er meint das Autos immer Vorfahrt vor nicht-motorisiertem Verkehr hätten.

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    1. Na da hab ich auch eine Geschichte, allerdings aus Böblingen. Hier kreuzt - für Böblingen üblich - ein Radweg per Zebrastreifen die Strasse.
      Vor dem Überweg sehe ich von rechts ein Fahrzeug kommen (lokaler Hersteller). Ich steige vom Rad ab und schiebe mein Rad auf den Gehweg. Der PKW fährt langsam, aber ungebremst weiter. Ich stoppe und rufe dem Fahrer ein entrüstetes "Hey" zu. Dieser hält dann direkt vor mir auf dem Zebrastreifen an, lässt das Fenster runter und belehrt mich: "Wenn ein Auto kommt, müssen Fussgänger halt warten"

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  5. Diese Denke ist bei Menschen, die mit dem Wirtschaftswunder aufgewachsen sind, tief verwurzelt. Das sind auch diejenigen, die am Zebrastreifen brav die Autos vorbeiwinken, denn man möchte schließlich nicht den "Verkehr" aufhalten.

    Timovic

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  6. Kann man in der beschriebenen Situation nicht einfach den Gehweg bis zum ADAC für Radfahrer frei geben? Das scheint für mich die einfachste Lösung zu sein.


    Zum Thema Regeln: Ich halte es für völlig falsch, dass man nach der Führerscheinprüfung bis an sein Lebensende sich selbst überlassen wird!!! Ich erlebe so oft, dass auch grundlegende Regeln nicht bekannt sind, dazu kommen ja die ständigen Neuerungen (ganz unabhängig vom Radverkehr).

    Den Radverkehr betreffend: Als die meisten der heutigen Autofahrer den Führerschein gemacht habe, gab es noch überhaupt keine Radspuren&Co. Woher sollen Autofahrer dann wissen, wie sie sich verhalten sollen? Es wird vielleicht untereinander gesprochen und dadurch auch viel Unwissen verbreitet. Ein regelmäßiges "Update" fehlt aber.

    Ob man das jetzt über "Führerschein auf Zeit", regelmäßige Nachschulungen, Kampagnen, Infoblätter oder sonstwie löst- ich kann nicht sagen was besser ist. Schlimm finde ich aber, dass so viel Unwissenheit auf den Straßen fährt und von Seite des Staates nichts dagegen getan wird.

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  7. Erst letztens ist mir die Unkenntnis von bestimmten Verkehrszeichen drastisch aufgefallen: Im Schlossgarten habe ich mich mit Passanten äußerst konstruktiv unterhalten, warum sie denn gerade auf dem Radweg laufen: Natürlich habe die meisten die diversen Piktogramme/Schilder gar nicht wahrgenommen, sie sehen sich im Park ja nicht als Verkehrsteilnehmer und somit auch nicht als Teil der StVO und ihren Schildern, aber auch diejenigen, die die Schilder gesichtet haben dachten, dass gelte nur für den rollenden Verkehr aka Radfahrer um diese auf bestimmte vorgegebene Wege zu lenken oder von anderen abzuhalten („Rad“-Wege eben) und Fußgänger könnten sich im Park sowieso frei bewegen.

    Bezogen auf den Geister-Radfahrer finde ich die Gelegenheit-/Sonntags-Radler am Schlimmsten, denn selbst eine eindeutige Darstellung mit auf dem Kopf stehenden Rad-Piktogrammen/Pfeilen hält diese nicht davon ab, dennoch auf diesen Weg einzufahren und auch keinen Zentimeter Platz zu machen, wenn man diesen entgegenkommt - egal ob im Auto oder als Radler.
    Das beobachte ich leider vermehrt bei dem neu angelegten Radfahrstreifen auf der Reinhold-Maier Brücke/Bad Cannstatt. Gut hier mag das auch wieder einmal an einer komplizierten offiziellen Radwegeführung liegen: entweder einmal illegal aufm Fußweg bzw. als Geisterfahrer den Radfahrstreifen rauf oder über bis zu vier Rote-Überwegs-Ampeln und einen unangenehm zu befahrenden Radschutzstreifen um das gleiche Ziel zu erreichen.

    Dieses Verhalten der Geisterfahrer kann auch daher kommen, dass man manche der wenigen vollwertigen Radwege in Stuttgart in beiden Richtungen befahren werden dürfen und sich damit ein Bewusstsein bei machen Radlern einstellt, dass gelte auch für Wege in der Nähe, weil meistens das Ende dieser Doppel-Wegeführung äußerst kompliziert mit einem Schilderwald geregelt ist.
    So zu Sehen eben am Übergang Neckartor und weiteren kleineren Stuttgarter Speziallösungen wie der äußerste enge Radweg für beide Richtungen Wilhelmsplatz/Seelbergstraße oder auch das Wegegewirr vor dem Rosenstein-Hochbunker.

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    1. Stimmt genau, Sebastian. Auch Radler sehen sich oft eigentlich als Fußgänger und verhalten sich auch so. Sie sehen keine Schilder und suchen sich den bequemsten Weg. Im Grunde müssen Geh- und Radwege so organisiert sein, dass sie berücksichtigen, dass wir in einem anderen Mondus (und mit Muskelkraft) unterwegs sind als Autofahrer.

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    2. Ein weiterer Punkt, warum man eine Hauptradroute nicht durch einen Park legen sollte: In einem Park sollte man ja eigentlich zur Ruhe kommen können und nicht auch dort noch mit schnellem Radverkehr rechnen und ständig auf Verkehrsregeln achten müssen, daher ist die Sichtweise der Fußgänger ("sehen sich im Park ja nicht als Verkehrsteilnehmer") durchaus nachvollziehbar.

      Wie wäre es mal mit einer Montagsdemo/Critical Mass der Radfahrer über die B14 von Neckartor bis zum Rathaus? :)

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    3. Park? Wo ist da noch ein ruhiger Park zwischen Cannstatter Straße und Schillerstraße? Da ist eine Riesenbaustelle die einen Höllenlärm verursacht, manchmal ist es auf der B14 ruhiger als in diesem "Park"

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  8. Vielen Dank an euch Kommentator/innen. Ich habe das alles wieder mit viel Vergnügen gelesen. Ich freue mich, dass ihr euch am Nachdenken beteiligt, ohne groß zu schimpfen und andere zu verunglimpfen, sondern auf der Suche nach Verstehen und Verständnis. Und machen wir uns klar, wir sind es ja schon mal, die öffentlich über Regeln informieren und das Thema Radfahren pushen.

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  9. Als Wiedereinsteiger-Radfahrer, der sich das erste Mal mit dem Rad in den Berufsverkehr von Stuttgart traut, musste ich die Schilder und Regeln, die für Radfahrer gelten, erst (wieder) lernen. Geholfen hat mir, dass ich Freunde habe, die sich über das private Fahren hinaus mit Beschilderung von Wanderwegen, Radwegen und Strassen beschäftigen. Von alleine wäre ich nicht auf die Idee gekommen nachzuschauen, wie ein Weg ausgeschildert sein muss, dass ein Radler fahren darf und vor allem wie. Mein Irrtum lag lange darin zu glauben, dass das Schild "Fahrrad frei" bedeutet, dass man auch auf freigegebenen Fußwegen fahren darf wie es möglich ist - vor allem in Bezug auf die Geschwindigkeit. Dabei bin ich eigentlich jemand, der sich möglichst an alle Regeln hält. Hier lag ich aber falsch. Ich könnte mir durchaus einen Beitrag unserer Medien (insbesondere der lokalen) zum Verkehrswissen vorstellen. Es muss ja keine "Belehrungskolumne" sein. In einer lockeren Reihe von Reportagen über das Radfahren in der Region Stuttgart könnte schon das eine oder andere Wissenswerte untergebracht werden.
    Ich stimme dir zu Christine, dass auch baulich etwas gemacht werden muss.
    Eine rechtlich verbindliche Beschilderung heißt noch lange nicht, dass der Verkehrsteilnehmer sie ausreichend zur Kenntnis nehmen kann. Mein Beispiel dazu: das Schild "getrennter Fußweg/Radweg" am Beginn der Baustellenbrücke, das RECHTLICH die Nutzung des Überwegs regelt, ist weder von Radfahrern noch von Fußgängern richtig zu sehen, weil beide rechtwinklig auf den Baustellensteg einbiegen. Die nicht-rechtsverbindlichen Piktogrammme auf dem Asphalt haben es auf jeden Fall besser gemacht, auch wenn die Verkehrssituation dort insgesamt immer noch nicht gut ist.

    Chris

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    1. Hoppla - Detail vergessen:
      Mit Baustellenbrücke meine ich die Brücke über die Stuttgart21-Baugrube im Mittleren Schlossgarten in Stuttgart. Die rechtwinklige Führung ist vom Leitnersteg aus gesehen. Chris

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    2. Bei dem Baustellen muss man so sehr aufpassen, dass man die Kurven richtig nimmt und niemanden über den Haufen fährt - da kann man nicht auch noch im Schilderwald nach den zutreffenden Schildern suchen.

      Bei den Zeitungen würde es sich anbieten, wenn sie (gerade jetzt in den Ferien jede Woche) eine Fahrradtour empfehlen. Da lässt sich dann gut jedes mal eine Verkehrsregel aufgreifen und in einem Kästchen darauf eingehen.

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    3. Das mit der Baustelle im Schlossgarten ist eigentlich so wie es jetzt ist inakzeptabel. Zwischen Baustellensteg und Ferdinand-Leitner-Steg zwei sehr scharfe Kurven und dann noch auf dem Baustellensteg eine scharfe Kurve die auch noch in einen schmaleren Teil des Stegs geht und dann noch die unsägliche Verkehrsführung am Ausgang des Stegs. Wer genehmigt so etwas bitte? Im Gemeinderat sitzen anscheinend nur Schlafende.

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    4. Es gibt eine Gesprächsrunde bei Köhnlein mit den zuständigen Behörden, die regelmäßig (bisher einmal) über die Situation im Schlossgarten berät. Die Maßnahmen im Detail (Bodenmalerei, Schilder, genaue Streckenführung) entscheidet das Amt für öffentliche Ordnung in den zuständigen Abteilungen. Es ist aber allen völlig klar, dass die Situation im Schlossgarten sehr schwierig ist. Hättest du einen guten Lösungsvorschlag? (Der Gemeinderat ist übrigens in der Sommerpause.)
      Mir ist nämlich noch nichts Gescheites eingefallen, außer natürlich das lnagfristige Projekt, die Radroute aus dem Schlossgarten hinaus parallel zur B14 zu legen.

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    5. Klar habe ich. Warum muss der Steg diesen Knick haben. Es wäre möglich den Steg gerade weiterzuführen und dann zum Fahrradweg zur grünen Brücke weitergehen. Der Knick ist absolut nicht notwendig. Warum muss der Baustellensteg zwischen den beiden Anschlüssen des Ferdinand-Leitner Stegs enden? Ist es nicht möglich den Steg weiter nach rechts (vom Ferdinand-Leitner-Steg aus gesehen) zu verschieben? Die jetzige Lage ist kein bisschen durchdacht. Bei dieser Gesprächsrunde waren anscheinend keine Leute dabei die auch nur ein wenig Ahnung haben wie gefährlich die Situation momentan ist. Aber man sieht, die Lösung ist die einer Radfahrerhasser Stadt

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    6. Besonderes Schmankerl ist ja auch dieser extra angebrachte Sichtschutz in dem 120 Grad-Knick am Fuß des Ferdinand-Leitner-Steg. Damit man garantiert nicht sieht, wo man hin fährt.

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    7. Von Ferdinand-Leitner Steg kommend hätte man ja auch geradeaus weiter einen Steg bauen können um dann hinter dem Planetarium gleich weiter fahren zu können. Aber nein, wir sind ja zu blöd für ordentliche Verkehrsplanung

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    8. Als ungeübte Stadtradlerin (ich befahre sonst vorzugsweise Waldwege) musste ich festetellen, dass man in der Innenstadt ohnehin sehr schnell den Überblick verliert. Sicher ist das teilweise den Baustellen geschuldet - aber man würde doch niemals vergessen, den Autofahrern den richtigen Weg zu weisen.

      Und wenn man - wie es mir erging - plötzlich nicht mehr so ganz genau weiß ob man sich nun noch auf dem für Radfahrer freigegebenen Fußweg befindet oder ob dieser ohne Bezeichnung vielleicht schon abgebogen sein könnte (wie lange gilt denn so ein Schild? Bis es aufgehoben wird? Ich bin da ehrlich gesagt gar nicht sicher), entscheidet man sich letztendlich doch für die Straße - auf der man sich als ungeübte Stadtradlerin ganz und gar nicht wohlfühlt....

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    9. Liebe Andrea, ja für ungeübte erschließt sich Stuttgart nicht so schnell. Ich habe auch mal ziemlich ratlos angefangen und stand dann irgendwo, ohne zu wissen, wie ich weiterkomme.
      Aber die eine Frage kann ich dir sofort beantworten: Jedes Schild gilt immer nur bis zur nächsten Querstraße oder Straßeneinmündung. Steht also an einer Seitenstraße, die du queren willst, auf dem gegenüberliegenden Gehweg kein Rad-frei-Schild mehr, dann ist der Gehweg auch nicht mehr für Radler frei.

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    10. Umleitungen für Radfahrer sind in Stuttgart eh nicht erwünscht, siehe meine Bericht unter http://dasfahrradblog.blogspot.de/2015/08/radfahrer-pech-gehabt.html?showComment=1440572066346#c2064828905421105434

      Es liegt in der Hand von Stadträten und Bezirksbeiräten hier dem Ordnungsamt mal auf die Sprünge zu helfen.

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