23. Oktober 2015

Radler sind offenbar immer die letzten in der Vorfahrtsordnung

Es gibt einen Verkehrsentwicklungsplan (VEK) 2030, in dem wir nachlesen können, worauf es bei moderner Mobilität in der Stadt Stuttgart ankommt. 

Er stammt vom Amt für Stadtentwicklung und trägt kein Datum. Darin findet sich auf Seite 39 ein Plan für die Querung der Radhauptroute 1 am Tagblatturm (Torstraße) von der Tübinger in die Eberhardstraße.

Und der alarmiert die Radverbände und Radlerorganisationen. Der ADFC hat mich darauf aufmerksam gemacht. Den Planern geht es hier nicht so sehr um die Radfahrer, als vielmehr um eine Sanierung des Platzes mit Leitbildfunktion. Der Bereich Steinstraße, Eberhardstraße und Torstraße sei einst für die autogerechte Stadt organisiert worden und für heutige Verhältnisse überdimensioniert.


Derzeit: Langes Warten an der Torstraße
Allerdings, wenn man sich anschaut, wie der Verkehr dort statt dessen organisiert werden soll, scheint autogerecht immer noch das Leitprinzip zu sein. Hinzu kommt noch fußgängergerecht. Radlergerecht bleibt da auf der Strecke. Sonst wäre es ja nicht mehr autogerecht.

Wir sehen, dass die Autos auf Vorfahrtsstraßen von und zu den Parkhäusern in die und aus der Steinstraße geleitet werden. Wozu braucht der Parkplatzsuchverkehr eigentlich Vorfahrt? Wieso geht für den nicht Links vor Rechts?

Derzeit: Langes Warten in der Eberhardstraße
Radfahrer, die aus der Radstraße Eberhardstraße und von der Tübinger Straße her auf ihrer Hauptroute 1 (mehr als 2000 Radler pro Tag) fahren, müssen nicht nur an den Zebrastreifen warten, sondern auch an dieser Autobahn zu und von den Parkhäusern. Derzeit halten sie ein Mal an einer Ampel (wenn sie dort auch sehr lange stehen) und können dann durchradeln.

Bei diesem Plan aber werden sie, wenn es dumm läuft, drei Mal halten müssen, einmal am Zebrastreifen (zumal dort die Autos vor ihnen ja panzerbreit halten und Radler damit ausbremsen), dann auf der Verkehrsinsel, dann am nächsten Zebrastreifen. Gaaaaanz schlecht!

Es sieht so aus, als seien Radler hier erneut und wieder einmal den Interessen der Autofahrer und der Fußgänger nachgeordnet. Sie sind auch hier wieder das Dritte im Straßenverkehr Stuttgarts, dem man keine adäquate Streckenführung anbietet. Sehr deutlich zeigt dieser Platzentwurf, dass Radfahrer/innen zerrieben werden zwischen Autoverkehr und Fußgängerströmen. Alle anderen haben Vorrang, der Radfahrer hat gegenüber allen anderen das Nachsehen. Die Hoffnung zerschlägt sich einmal mehr, dass die Hauptradroute 1 eine durchgängig befahrbare Route für Radfahrer wird.

Das ist nicht gut. Lasst uns das ändern.



Kommentare:

  1. Ich komme zur nächsten Aktion die dann vielleicht Verkehrsinselparty oder so ähnlich heißt.

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    1. Die wird so heißen, Dirk. Und sie wird stattfinden, falls dieser Plan Bestand hat. Kann ich mir jetzt aber irgendwie nicht vorstellen. Man kann den Fehler ja nicht wiederholen und die Radler auf ihrer Hauptroute 1 dermaßen ausbremsen.

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    2. "Ich komme zur nächsten Aktion die dann vielleicht Verkehrsinselparty oder so ähnlich heißt." Ich komme defintiv auch. :-)

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    3. Komme definitiv auch, das geht gar nicht.

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  2. Wie muss ich mich verhalten wenn ich aus der Eberhardtstraße komme und links Richtung Wilhelmsplatz abbigen möchte. Ein U-Turn auf der Verkehrsinsel, sehe ich das richtig? :-/

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    1. Ja, was willst du denn dort? Stimmt, auch das ist nicht mehr möglich. Aber ich gehe davon aus, dass dieser lustige Plan nicht wirklich so umgesetzt wird. Andererseits konnte ich mir ja auch nicht vorstellen, dass man in der Tübinger, Ecke Feinstraße wirklich ein Stoppschild für Radfahrer aufstellen würde. Bleiben wir also wachsam.

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    2. Wenn ich genau schaue, meine ich dass rechts(!) von der Kraftfahrzeugspur ein kombinierter Gradeaus/linksabbiegerpfeil ist. Viel Spass damit.

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  3. Vier mal muss man im schlimmsten Fall halten, nicht drei mal!
    (1) Vor dem Zebrastreifen
    (2) Gleich hinter dem Zebrastreifen, vor der Straße
    (3) Auf der Insel
    (4) Vor dem zweiten Zebrastreifen

    Und um die Hauptroutenstrecke zu fahren, kann man nicht einfach "geradeaus" über die Kreuzung. Vor allem vom Rotebühlplatz kommend muss man rechts einbiegen und dann sofort links auf den schmalen Fahrraddurchlass.

    Busfreundlich ist der Entwurf übrigens auch nicht!!

    In der Steinstraße (und nur dort) sind vor der Kreuzung Haltebalken für Autos und Radler - kommt da eine Ampel hin? Oder ist das ein Fehler im Plan?

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  4. Grins, ja stimmt, man muss, wenn es blöd läuft, unglaubliche und unvorstellare vier Mal halten. Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Plan, so wie er da vorliegt, bei einer Verfeinerung durch die Verwaltung und die Verkehrsbehörde doch noch eine vernünftige Gestaltung erfährt. Es ist ja nicht denkbar, dass das hier wirklich so kommt.

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    1. So zuversichtlich, nach der Sache mit dem Stoppschild?

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  5. Der Wettbewerb scheint zumindest 2012 gewesen zu sein. Der zweitplatzierte Entwurf zeigt das: http://www.g2-landschaftsarchitekten.de/wettbewerbe/2012/projekt_stuttgart-eberhard-torstrasse

    Das bestätigt aber auch das Hauptaugenmerk des Projektes: das Hegel-Haus soll ein schöneres Umfeld und Inszenierung erhalten.

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    1. So ist es. Das finde ich auch gut. Und klar ist schon auch, dass hier niemand mit Radleraugen geplant hat. Leider zeigt die Visualisierung im Link ja auch nicht, wie die Kreuzung aussehen könnte. Ich bin sehr gespannt, wann ich eine konkrete Planung zu sehen bekomme.

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  6. Leider ist im VEK 2030 kein Platz für eine Visualisierung der neuen Eberhardstraße/Torstraße gewesen – vielleicht auch mit gutem Grund, wie nun folgt: beim BB-Mitte am 12. Oktober ‘15 hatte man jedoch die Möglichkeit diese zu sehen. Bei eben diesem Architektenentwurf (ohne Abb. Ähnlich!) zeigt sich, dass nun wohl auch aus der Eberhardstraße Fahrzeuge herausfahren dürfen. Das ist mir auch erst aufgefallen, nachdem ich mal geschaut habe, was außer den etwa 50 Fußgängern (kreuz und quer, wie jetzt schon in der angeblichen „Fahrradstraße“) hier noch dargestellt wird: drei Radler (zwei gestoppt, eine fahrend), ein Auto Richtung Wilhelmsplatz und eben eines in der jetzigen Fahrradstraße mit der Front Richtung Torstraße (könnte auch Parken), jedenfalls dürfe es nach jetziger Reglung nie so eingefahren sein. Demnach könnte sich die Verkehrsführung hier auch drastisch ändern, aber hey marginal mehr Rad- als Autoverkehr :-)
    Bevor man sich aber hier reinverrennt, es handelt sich dabei um eine Visualisierung von „Behnisch Architekten“ und die müssen ja nicht unbedingt die korrekte Verkehrsplanung darstellen. Zudem der VEK 2030 vermutlich von Q1/Q2 2014 ist und somit spätere/aktuelle Änderungen wie der gescheiterte „Shared Space“ der Tübinger Straße, der Bürgerhaushalt 2015, die zunehmende Abgasbelastung/Problematik, ein gestiegener Radverkehr, der neue Baubürgermeister und so weiter, noch gar nicht in diesen Bericht mit eingeflossen sind, aber sicherlich für das gesetzte Ziel 2030 ihren Beitrag leisten werden.

    Dennoch wurde im Vorfeld des BB-Mitte auch ein Durchführungszeitraum für die Kreuzung kommuniziert: 2016-2017 – aber mal abwarten, die meisten Verkehrs-Planungen werden in Stuttgart ja etwas zögerlich angepackt. (@Dirk: daher gibt’s die erste „Inselparty“ hier frühestens 2017)


    Die Haltelinien am nördlichen Teil der Kreuzung kamen mir auch schon merkwürdig vor, einen Kreuzungsast stoppen, während der Rest der Kreuzung munter weiter hinfahren darf?

    Ob die Kreuzung weiterhin busgerecht bleibt (@Steffen) – den Plan-Markierungen nach, sollen ja weiterhin Busse (mit/ohne Gelenk??!) vom Wilhemsplatz her einbiegen dürfen und der Form der Verkehrsinsel nach, erlaubt diese ein Abbiegen von Fahrzeugen nach links Richtung Rotebühlplatz.

    Das wird eh ein Riesenspaß, wenn sich der geplante, drastisch zunehmende Radverkehr an je vier möglichen Haltepunkten der querenden Haupt-Radroute staut – mit allen Folge-Konsequenzen. Wieder mal gut an den eigenen Zielen und Idealen vorbeigeplant, Stuttgart! (Oder sind das hier noch Altlasten und es gibt schon einen radikalen Neuentwurf?)

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    1. Mit "nicht busfreundlich" meine ich, dass Busse dem Individualverkehr Vorfahrt gewähren müssen.

      Man könnte natürlich auch die Bus-/Radzone am Rotebühlplatz und die Fahrradstraße *räusper* Eberhardstraße miteinander verbinden und eine durchgehende und durchgehend vorfahrtberechtigte Fahrrad- und Bus-Fahrrad-Straße machen. Der querende Parkplatzsuchverkehr, den man laut Hochglanzbroschüren verhindern/verringern möchte, müsste sich dann unterordnen. Kann man so planen, muss man aber nicht :)

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    2. Die Busse werden sicher Vorfahrt bekommen, was aber für uns Radler nur heißt, wir müssen auf der Verkehrsinsel und am Ausgang Eberhardstraße warten, weil wir nicht Vorrang haben.

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    3. Ich hatte nun etwas Zeit mir das Ganze genauer anzuschauen: das Verkehrsentwicklungskonzepts (VEK) 2030 wurde bereits im Dezember 2013 vorgestellt hat aber erst kürzlich, am 13. Oktober 2015 eine überarbeitete, finale Endfassung erhalten, eben das vorliegende PDF vom ADFC/Christine.

      Viel interessanter ist aber der Werdegang des Architekten-Wettbewerb:
      Einige der ersten Ideen (die Erste??!) zur Umgestalltung gab es schon Ende 2006.

      Weitere 5 Jahre später und nach Umsetzung des 1. Bauabschnitts (Rotebühlplatz/Tübinger Str.) wurde Ende 2011 ein Wettbewerb für den 2. Teil angesetzt: u.A. mit der Auflage "... Es wäre wünschenswert, wenn mit dem Wettbewerb eine Lösung gefunden wird, bei der auf die Lichtsignalanlage an der Eberhard-/Tor-/Steinstraße verzichtet werden kann. ...". Die geplante Umsetzung war für etwa zwei Jahre später (2013) angesetzt gewesen. [Behnisch Architekten gingen von 2012-2014 aus]

      Im Auswahlverfahren hat sich (wie ja schon oben angegeben) Behnisch Architekten durchgesetzt, mit einer durchaus ansprechenden, geradlinigen Plaza-Umgestaltung und beim Verkehr einer Kreisverkehrslösung (wie gewünscht per Auflage).
      Den Entwurf von Behnisch Architekten kann man hier nachlesen: Teil 1 mit Verkehrskonzept unter Einbeziehung der Hauptradroute (hier gibt's auch die oben beschriebene Visualisierung der Kreuzung vom BB-Mitte, 12.10.15) und den 2. Teil mit Detail-Plänen der Umgestaltung und des Kreisverkehrs [Niedlich sind hier die Spuren der Radfahrer].

      Warum die nun im VEK 2030 der flache, bustaugliche, den Verkehr gleich-berechtigende Kreisverkehr durch diese Spezial-Insel ersetzt wurde... Tja wird schon so seine Gründe haben.

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  7. Ich lese hier immer und immer wieder nur von Forderungen,
    egal welcher Art; dabei wird eine Art Gleichstellung/Gleich-
    berechtigung KfZ-/ Radfahrverkehr gefordert.

    O.K., machen was das, nur fassen wir die Dinge nicht zu kurz:
    wo Rechte da auch Pflichten!

    Ich persönlich wäre sehr wohl für eine Gleichstellung von KfZ-
    und Radfahrverkehr, dann allerdings u.a. mit den Auswirkungen:
    - absolutes Radfahrverbot in öffentlichen Parkanlagen
    - absolutes Radfahrverbot in Wäldern
    Schliesslich dürfen dort KfZ ebenfalls nicht fahren!
    (= Gleichstellung/Gleichberechtigung)

    Aber mir ist schon klar was nun folgt: (Zukunftszitat):
    "So war das nicht gemeint, Rechte fordern wir sehr wohl für uns
    Radfahrer! Pflichten jedoch ..., was sind Pflichten?"

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    1. Wie wär's einfach mal damit, dass sich Autofahrer an die Regeln halten, deren Einhaltung sie von anderen fordern? Mal an die eigene Nase packen, statt neue Gesetze und/oder Schilder fordern.

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    2. Nun, meine Erfahrung zeigt, dass es überwiegend die KfZ-Fahrer sind, welche
      die Regeln einhalten. Gehen sie doch einfach mal des Nachts an eine einsame,
      Lichtzeichen geregelte Kreuzung. Sie werden keinen KfZ-Fahrer beobachten,
      welcher einen Rotlichtverstoss begeht.
      Und nun warten sie mal an der selben Kreuzung auf den ersten Fahrradfahrer!
      Dies nur als eines von Hunderten von Beispielen übrigens.

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    3. Da habe ich aber andere Erfahrungen. Wenn ich aus dem Haus gehe sehe ich überall Falschparker. Rotfahrer? Eher bei Kfzlern. Und zwar tags. Fußgängerzone? Egal. Geschwindigkeitsbeschränkung? Drauf geschissen. Usw. Usf. Das spiegelt sich auch in den Verkehrsunfallstatistiken wieder. Radfahrer tauchen dort eher als Opfer denn als Täter auf. Trotzdem wird immer wieder versucht Radfahrer als Verkehrsrowdys darzustellen. Sie legen da noch einen drauf mit ihren Forderungen.

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    4. Da haben sie tatsächlich vollkommen andere Erfahrung gesammelt als ich bisher.
      Ich zähle jeden Wochentag als Beifahrer auf dem Weg zur Arbeit mindestens 10-15
      Verkehrsverstösse aller Art von Radfahrern auf gerade einmal 8 km Strecke, fast
      nie welche von KfZ-Fahrern. Ob das nur "Stadtteil bedingt" ist?

      Ich selbst fordere übrigens überhaupt nichts, lesen sie einfach noch einmal
      gründlich nach. Ich sage lediglich: wo Rechte da auch Pflichten.
      Und dies ist der springende Punkt. Oder vertreten sie etwa den Standpunkt, dass
      es eine Gruppe Verkehrsteilnehmer geben sollte (Radfahrer), welche ausschliesslich
      Rechte hat und von Pflichten befreit ist?

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    5. 8km? Ohne Falschparker am Rand, ohne Geschwindigkeitsüberschreitungen, ohne dichtes Überholen von Radfahrern, ohne Rumhupen ohne Gefahr, usw? Das glaube ich Ihnen nicht.

      Meine Strecke beträgt 7km, von Wangen über Ost bis Mitte. Alleine Falschparker sind locker im dreistelligen Bereich, und dazu kommt noch der ganze Rest.

      Und sie fordern sehr wohl. Oder steht nur bei mir Forderungen nach absoluten Radfahrverboten in Ihrem Beitrag? Wobei Kfz dort sehr wohl fahren. Augen auf!

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    6. Start Siegelberg Feuerbach (7:15 Uhr) - Leobener Strasse - durch den
      B295-Tunnel - Pforzheimer Strasse - Glemsgaustrasse bis zur Motorstrasse.

      Radfahrer bereits in der Siegelberg-/Leobener Strasse mit mindestens 2-3
      Rotlichtverstössen und unerlaubtem Wechsel von der Fahrbahn auf den Gehweg
      und zurück (verschiedene Radfahrer).

      Danach Kreuzung Steiermärker-/Leobener Strasse mindestens 3-mal fahren auf
      der Gegenfahrbahn (um abzukürzen), unerlaubtes überfahren von Zebrastreifen
      (z.T. samt Rotlichtverstoss), Wechsel von der Strasse auf den Gehweg und
      zurück, um "rote Ampeln" zu umgehen.

      KfZ-Falschparker, Geschwindigkeitsüberschreitungen etc. bisher Fehlanzeige.

      Weiter durch den B295-Tunnel bis zur Pforzheimer Strasse. Ab hier wieder
      die typischen Dinge: Rotlichtverstösse, unerlaubtes Wechsels von der Fahr-
      bahn auf den Gehweg (und auf die Radwege) und zurück.
      Bis zum Löwen-Markt mindestens 5-10 Fälle. Das selbe Bild in der Glemsgau-
      strasse 3-5 Fälle, siehe oben. Ab und zu steht allerdings in der Pforzheimer
      Strasse ein LKW verbotener Weise in 2. Reihe zum Be-/Entladen, da habe sie
      nun Recht!

      KfZ-Falschparker, Geschwindigkeitsüberschreitungen etc. nach wie vor Fehlanzeige.
      Auf der kompletten Strecke kann man i.d.R. maximal 30-35 km/h fahren, hier
      laufen auch oftmals Fussgänger ohne Sinn und Verstand über die Strassen, man
      muss immer äusserst wachsam sein.

      Im Industriegebiet Stuttgart-Weilimdorf verläuft sich das Ganze dann, hier
      trifft man nur noch selten auf Fahrradfahrer.
      Wie also geschrieben, ca. 10-15 Verkehrsverstösse auf gerade einmal 8 km.

      Im Industriegebiet kann es dann zeitweise vorkommen, dass (hauptsächlich) LKWs
      verbotener Weise in 2. Reihe halten um den Weg zur Warenannahme zu erfragen.
      Das ist ebenfalls nicht zulässig.


      Zitat:
      Und sie fordern sehr wohl. Oder steht nur bei mir Forderungen nach absoluten
      Radfahrverboten in Ihrem Beitrag? Wobei Kfz dort sehr wohl fahren. Augen auf!


      Hhmm, ich habe bis auf Städtische Fahrzeuge noch niemals KfZ unerlaubter Weise
      im Rosensteinpark, im Killesbergpark oder in unseren Wäldern gesehen, sie etwa?
      Wo und wann zuletzt?

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    7. Keine Falschparker? Keine unerlaubte Handynutzung? Keine Geschwindigkeitsübertretungen? Tut mir leid, das ist so unglaubwürdig. Solche Statements fallen nur auf sie zurück. Damit ist die Diskussion für mich beendet, ich kann Sie nicht mehr ernst nehmen.

      Nur noch ein Punkt: ja, in den Parks (außer Killesberg) fahren sehr wohl auch nicht-städtische Kfz. In Wäldern auch. Und Rad fahren ist als Freizeitbeschäftigung genauso wie Wandern in Wäldern explizit erlaubt.

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    8. Es ist ein Phänomen, dass das Anliegen der Radler gut und angstfrei von A nach B zu kommen und dafür eine Infrastruktur zu erwarten, sozusagen fast immer zwangsläufig darauf hinausläuft, dass man Radler/innen ihre Regelverstöße vorwirft. Daraus entwickelt sich ebenso zwangsläufig ein gegeneinander Aufrechnen, welche Verkehrsart wohl mehr Regelverstöße begeht. (Meistens lassen wir die Fußgänger außen vor, weil sie sich ja nur selber gefährden und wir uns von ihnen nicht bedroht fühlen, weil sie so langsam unterwegs sind.) Große Frage: Was bringt uns dieses Gegeneinander-Aufrechnen? Außer das "gute" Gefühl, dass die andern schlimmer sind und deshalb auch gar nicht verdient haben, dass man ihre Bedürfnisse beachtet. Es hat nichts mit dem Grundgedanken zu tun, dass sowohl Fußgänger als auch Radfahrer sich in unserer Stadt sicher fühlen und bequem unterwegs dürfen sein sollten. Denn Fußgänger und Radfahrer leisten den größten Beitrag für eine lebenswerte, ruhigere und von weniger Stau und Parkplatzsuche geprägte Innenstadt. Weder Radler noch Fußgänger sind Engel und verhalten sich immer brav (der Autofreund hätte das halt arg gern, dass alle anderen brav sind und sich an ihre Regeln halten), trotzdem gehört der öffentliche Raum auch ihnen. Ein öffentlicher Raum, der bislang auf irrational-gewaltige Art und Weise vom Auto und seinen Bedürfnissen dominiert wird.

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    9. Bevor sie ihrem Gesprächspartner Unglaubwürdigkeit vorwerfen,
      sollten sie zuerst einmal ihre "Behauptungen" auf den Prüf-
      stand stellen. Ich nehme mal eine heraus:
      "... Hunderte von Falschparkern auf einer Strecke von 7km..."
      Hunderte steht für mindestens 200 Falschparker.
      Gehen wir von einem Verhältnis Längs-/Querparker von 70% zu
      30% aus und von durchschnittlichen Automassen 4 x 2mtr.
      Dann würden wir, einen Abstand von 30cm zwischen den Fahrzeugen
      vorausgesetzt, auf eine Gesamtstrecke von ca. 750 Metern kommen!
      Noch nicht eingerechnet sind dabei: Kreuzungen, Einmündungen,
      Bundesstrassen etc. etc., auf welchen (Falsch)Parken nicht oder
      kaum möglich ist.
      Ich nehme an, dass sie ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer sind
      und somit höchstens eine Strassenseite beobachten können, ohne
      den Verkehr aus den Augen zu verlieren, richtig?

      Was denken sie, wie "glaubwürdig" kommt das rüber?

      Ich habe gestern und heute Morgen noch aufmerksamer als sonst
      versucht festzustellen, ob es auf der von mir erwähnten Strecke
      Falschparker gibt. Fehlanzeige, nicht einen konnte ich sehen.

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    10. Es geht nicht um Aufeinander aufrechnen, sondern dieser unsäglichen Kampfradler-Propaganda Gegenwind zu geben. Es kann nicht sein, daß jedesmal, wenn für den Radverkehr Erleichterungen gefordert werden, nicht mal Geleichberechtigung, sofort die Mär vom Radfahrer als notorischem Regelbrecher gebracht wird. Bei Autofahrern, die um einige Größenordnungen mehr Regelverstöße begehen und deren Verstöße auch gefährlicher sind, passiert dies nicht.

      Wenn dann noch mehr Forderungen in Richtungen Radverkehr dazu kommen, wie in diesem Fall, muss Widerstand geleistet werden. Auch und gerade dann wenn das noch so faktenlos versucht wird zu untermauern.

      So kann es einfach nicht weiter gehen. Natürlich sind Radfahrer keine Engel. Zeigt ja schon dein Beispiel in einem anderen Beitrag, Fußgänger auf Zebrastreifen einfach zu umkurven. Aber das ist eben nicht die Regel.

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    11. Die Berechnung der Falschparker kommt hin. Und es wird durchaus in Kurven, also Kreuzungen, und Einmündungen geparkt. Witzig, daß Sie ausgerechnet auch Bundesstrassen aufführen. Wieso soll an einer Strasse Parken verboten sein, nur weil es eine Bundesstrasse ist?

      Kleines Beispiel: alleine an dem Teil der Nähterstrasse, die in https://www.google.de/maps/@48.7809524,9.2234641,18z zu sehen ist, sind eine Schlange Falschparker. Und zwar durchgehen. Warum? Es ist eine Straße, die nur für Anliegerverkehr ist, dazu gehören nicht die Mitarbeiter des VW-Autohauses in der Wangener Straße. Und geparkt wird im Grünen, Auch nicht erlaubt. Alleine auf dem Stück kommen schon über 20 Falschparker. Weitere Aufzählungen was ich morgens alles sehe erspare ich hier allen.

      Und damit langt es mir auch mit einer Diskussion mit Ihnen.

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    12. Zitat:
      "Witzig, daß Sie ausgerechnet auch Bundesstrassen aufführen. Wieso soll an einer Strasse Parken verboten sein, nur weil es eine Bundesstrasse ist?


      Stimmt, ich hatte dies nur im Zusammenhang mit meiner
      tägliche Rute im Kopf. Auf diesem Teilstück der B295
      darf man tatsächlich auf der komplette Strecke welche
      ich befahre nicht parken, da man sich dabei auf der
      Fahrbahn befinden würde. Mein Fehler.

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    13. @Christine Lehmann

      Wenn sie sich meinen Startbeitrag durchlesen werden
      sie feststellen, dass ich nichts Aufgerechnet habe.
      Ich habe lediglich dargestellt, was bei einer (auch
      von mir gewollten) Gleichstellung von KfZ- und Fahr-
      radverkehr an Pflichten auf die Radfahrer zukommen
      wird/würde und dass ich vermute, dass dies den Rad-
      fahrern dann auch wieder nicht genehm wäre.
      Kann man das tatsächlich falsch interpretieren?

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    14. Zitat: "Auf diesem Teilstück der B295
      darf man tatsächlich auf der komplette Strecke welche
      ich befahre nicht parken"
      Richtig.

      Zitat: " da man sich dabei auf der
      Fahrbahn befinden würde"
      Aber nicht deswegen. Grund ist Z283, sonst würde §12 (4) greifen.

      Z283 ist z.B. hier zu sehen: https://www.google.de/maps/@48.8142845,9.1605369,3a,49y,257.57h,89.51t/data=!3m6!1e1!3m4!1sy2yZ4fQ1P2Ugi_eZTlAL0g!2e0!7i13312!8i6656!6m1!1e1 nebst weiteren Auffälligkeiten.

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  8. Lieber GSThe@rtist, einverstanden. Wenn du meinen Blog kennst, weißt du, dass ich immer weider wieder die Ansicht vertrete, dass wir Radler runter von den Gehwegen sollten und dass wir eine Alternativstrecke zum Schlossgarten brauchen und dann raus aus dem Park kämen. Ich selber ziehe STrecken auf der Fahrbahn den Parks vor, weil ich nicht gern durch Fußgänger fahren. Aber Stuttgart ist momentan noch sehr arm an Alternativrouten für Radler. Wir werden je regelrecht genötigt, durch Grünanlagen zu radeln, etwa am Berliner Platz oder dem Park Villa Berg, oder gar durch den Wald nach Degerloch hinauf, einfach, weil man uns auf der Fahrbahn keine Radstreifen legen will. Derzeit ist die Situation so, dass der Autoverkehr den Radverkehr in die Fußgängerbrereiche abdrängt, wo er die Fußgänger stresst. Meine Überzeugung ist: Erst mal brauchen wir durchgängige Radrouten in der Stadt, und dann erziehen wir die Radfahrer zu regelhaftem Verhalten. Weil: Umgkehrt geht es nicht, denn viel zu oft sind die Regeln für Radler nicht gemacht oder nicht einmal klar. Und es fehlten durchgängige Radspuren. Solange Radrouten an Fußgängerampelanlagen enden oder mit Gehwegfreigabe in eine Grünanlage führen, bleiben Radler Pfadfinder, die sich ihre Regeln ad hoc machen.

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    1. [...snip...]
      "Wenn du meinen Blog kennst ..."
      [...snip...]

      Klar kenne ich den, ich habe hier auch schon ein paar Mal geschrieben/kommentiert!

      Ich für mein persönliches Empfinden bin "lediglich" nach wie vor erschrocken über diese unsägliche
      "ich-will-alles-haben-ohne-eine-gegenleistung-zu-erbringen-oder-regeln-einzuhalten-Mentalität",
      welche die deutliche Mehrheit der Kommentatoren ihrer Beiträge hier an den Tag legt.
      Und sie als Betreiber dieses Blogs tun resp. befeueren dies übrigens auch des Öftern, klar, dies
      liegt wohl in der Natur der Sache - deshalb wohl auch dieser Blog.

      Aber es stimmt was sie schreiben bezügl. "runter von den Gehwegen", da bin ich bei ihnen.

      Nur bin ich ebenso für "mein":
      raus aus den öffentlichen Parks resp. aus dem Wald - da bleibe ich bei ...

      c/u

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  9. Okay. Aber ich glaube nicht, dass die Radler/innen, die hier kommentieren diese Mentalität haben, "ich will alles haben, aber selber keine Gegenleistung erbringen oder Pflichten übernehmen." Ich selber gehöre zu denen, die gerne legal fahren, aber selbst mir gelingt es nicht immer. Ich finde auch, dass man in Stuttgart besser radeln kann als immer behauptet wird, aber auch ich ärgere mich, wenn es mir als Radlerin mal wieder schwer gemacht wird, mich an die Regeln zu halten. Ich kenne die Regeln besser als viele andere, aber auch ich weiß an mancher Ecke nicht, wie hier die Regel lauten könnte, etwa bei Übergängen auf Fußgängerüberwege oder von ihnen auf die Fahrbahn. Radler werden behandelt wie Fußgänger (fahr halt über den Geheweg!) und da ist es kein Wunder, wenn sie sich vielerorts genau so verhalten, nämlich fahren, wo es gerade geht. Und man kann nicht von einer Verkehrsart, die so stiefmütterlich behandelt wird und für die es vielerorts keine klaren Regeln gibt, verlangen, dass sie sich an die Regeln hält. Erst einmal müssen die Bedingungen stimmen. Der Autoverkehr kann von Cannstatt bis zum Heslacher Tunnel längs durch die Stadt bei Grüner Welle rollen, ohne ein einziges Mal anhalten zu müssen, Radfahrer halten Dutzendfach auf ihrer Strecke längs durchs Tal, sie fahren anders als der Autoverkehr, nicht auf einer Vorfahrtsroute, und dafür wäre eine Regelung am Tagblattturm nach diesem Plan wieder mal ein Beispiel. Derzeit hat die Verkehrspolitik den Fußgänger wieder entdeckt und schafft für ihn Räume und Straßenübergänge. Das ist schön. Es kann aber nicht wirklich darüber hinwegtäuschen, dass der Autoverkehr für Fußgänger und Radler sozusagen gnädigerweise immer mal wieder angehalten wird. Umgekehrt ist das nicht der Fall. Weder der Radverkehr noch der Fußggängerverkehr wird vorübergehend angehalten, damit Autos fahren können. Die Dominanz des Autoverkehrs und seine Geschwindigkeit sind so überwältigend, dass ich finde, dass man mit Forderungen an den Radverkehr sich irgendwie zu beschränken oder zu zähmen ganz vorsichtig sein sollte. Und man muss ja auch bedenken, dass der Radverkehr und der Fußverkehr einer Stadt sehr viel mehr nützen als der Autoverkehr. Einkaufen tut nur, wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Wer mit dem Auto kommt, braucht immer erst einen Parkplatz. Und das sind nur zehn Prozent derer, die in der Innenstadt einkaufen oder in Cafés und Restaurants gehen. Und für die halten wir so ungeheuer viel Verkehrsraum und Vorfahrtsstraßen vorrätig. Da stimmt doch etwas generell nicht mehr. Dieses Blog beschäftigt sich übrigens parteiisch mit den Interessen der Radfahrer/innen. Das haben Interessenvertretungen so an sich. (Die Interessenvertretung der Taxifahrer beschäftigt sich ausschließlich mit den Interessen der Taxifahrer und behauptet, Radwege und Radspuren widersprächen diesen Interessen und müssten entfernt werden.) Es ist erlaubt, Interessen von Gruppen zu vertreten, die keine große Lobby haben, finde ich. Sogar nötig.

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    1. [...snip...]
      Dieses Blog beschäftigt sich übrigens parteiisch mit den Interessen der Radfahrer/innen. Das haben Interessenvertretungen so an sich. (Die Interessenvertretung der Taxifahrer beschäftigt sich ausschließlich mit den Interessen der Taxifahrer und behauptet, Radwege und Radspuren widersprächen diesen Interessen und müssten entfernt werden.) Es ist erlaubt, Interessen von Gruppen zu vertreten, die keine große Lobby haben, finde ich. Sogar nötig.

      Genau deshalb schrieb ich (Selbstzitat):
      "Und sie als Betreiber dieses Blogs tun resp. befeueren dies übrigens auch des Öftern, klar, dies liegt wohl in der Natur der Sache - deshalb wohl auch dieser Blog."

      Nur noch zu einem Punkt (Zitat):
      "Einkaufen tut nur, wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Wer mit dem Auto kommt, braucht immer erst einen Parkplatz."

      Jeder, wirklich jeder(!!) aktuell in meinem Umfeld, verwendet zum Einkaufen ein KfZ.
      Dies mag der Lage hier am Feuerbacher Siegelberg geschuldet sein, man kommt nach Stuttgart Innenstadt (auch nach Feuerbach Innenstadt)
      nur sehr mühsam/zeitaufwendig mit dem Fahrrad oder per pedes. Klar könnte man den ÖPNV in Anspruch nehmen (gilt jetzt nicht für Feuerbach),
      dann jedoch hielte sich die mögliche Menge an Einkäufen doch stark in Grenzen oder man pendelt mehrfach bei grössener Anschaffungen/Einkäufen;
      nur wer hat die Zeit hierfür als Berufstätiger?

      Ich habe übrigens keinen Führerschein, meine Frau fährt. Ich bin 33%/33%/33% - also jeweils AutoBEIfahrer, Fussgänger, Radfahrer.
      Dies hatte ich hier schon einmal erwähnt.

      c/u

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