15. März 2016

Im Grünumlauf an Ampeln die letzten - Radfahrer

Viele Ampelschaltungen behandeln Radler als Radlerstandbilder. Sie warten an ihren Ampeln am längsten und sie haben die kürzesten Grünphasen. 

Blogleser Michael hat sich mit der Ampelanlage in Vaihingen am Schillerplatz und der am Waldeck beschäftigt.

Der Schillerplatz hat keinen Raum für Radler. Die werden auf Gehwege geleitet. Dort stehen sie dann. Wenn sie links abbiegen wollen, dann haben sie mehrere Standzeiten vor sich.


Vor zwei Wochen bin ich so fortgefahren: "Wer vom Schillerplatz runter zur Kaltentaler Abfahrt will, wo die Hauptradroute 1 mit einer Radspur beginnt, steht zuerst an der Herrenberger Straße. Die Fußgänger haben Grün. Es fährt kein Auto da rein oder raus. Aber der Radler wartet.
Dann fährt er vor zur nächsten Radlerampel an der Möhringer Landstraße. Auch hier kann er gemütlich zuschauen, wie die Fußgänger die Straße vor den haltenden Autos überqueren. Es fährt hier nichts rein oder raus, aber der Radler darf nicht fahren. Ein Rätsel."

Vor ein paar Tagen stand ich dann eine Viertelstunde na dieser Kreuzung und habe festgestellt, dass die Anpelanlage anders geschaltet ist, als dich das erlebt habe. Die Radler bekommen zusammen mit den Autofahrer Grün und beim Linksabbiegen zur Kaltentaler Abfahrt auch zusammen mit den Fußgänger grün. Zumindest in den meisten Umläufen.



Ein hartnäckiger Rot-Knoten sind die Radlerampeln am Waldeck. Das ist dort, wo man als Radler bergauf vom linksseitigen Radweg hinüber auf die rechte Seite der Kaltentaler Abfahrt rüber muss. Das geht nur mit Ampeln. Und da häckselt man sich über die Verkehrsinsel so rüber. Und man wartet vor allem an der ersten Ampel.

Michael schreibt:
"Hier kann man eine 4-Klassen-Gesellschaft beobachten, von wegen, dass Radfahrer gleichberechtigt sind. Die 1. Klasse geht an die SSB, die bevorzugt Grün bekommt, wenn sich eine Stadtbahn nähert. Die zweite Klasse sind die Autofahrer. Fußgänger bekommen Grün sobald die KFZ-Spur gestoppt wird. Für Radfahrer konnte ich in den letzten Wochen, als ich die Ampelschaltung genau betrachtet habe, einen tollen Kniff entdecken: Als Radfahrer wartet man immer mindestens 42 Sekunden, egal wann man die Kontaktschleife auslöst. Von PKW-Kontaktschleifen kenne ich, dass man innerhalb von Sekunden Grün bekommen kann, wenn man sie zur richtigen Zeit im Ampelumlauf auslöst.
Löst man die Kontaktschleife aus, wenn die Autos bergab noch Grün haben, kann man beobachten, dass diese Rot erhalten, dann die Fahrzeuge aus dem Elsental Grün, dann erneut die Autos Richtung Innenstadt Grün und erst danach die Radfahrer Grün um die Kreuzung zu überqueren. Ich habe in den letzten Wochen 64x die Kontaktschleife ausgelöst."


Er hat bergauf die per Tracker Stehzeiten gemessen. Demnach stand er meist 1:20 bis 1:40 min. Es gab aber auch Wartezeiten von 2:20 bis 2:30 min. 

Da nehmen dann Radfahrer schon mal die Fußgängerampel, um die Böblinger Straße zu überqueren. (Foto oben).

Vielen Dank, Michael. 

Es ist übrigens keine willentliche Entscheidung, ob man hier rüber fährt oder nicht. Die Radwegführung der Hauptradroute geht so. Man kann nicht anders fahren. 

Hat noch jemand so eine Radlerampel-Erfahrung? Ein Foto und ein kurzer Bericht genügt. 


Kommentare:

  1. @Michael (Christine): Danke für den Bericht, nun hat man auch mal die Zahlen zum ewigen Warten. Aber gerade oben in Vaihingen habe ich einmal diesen Firlefanz mit dreimal ums Eck mitgemacht und fahre seitdem nur noch mit dem normalen Verkehr auf dem Abbieger zum Kaltental (die Radroutenführung in der Bushaltestelle ist auch nur schwer zu erkennen).

    Zu den weiteren Radlerampel:
    Hat jemand schon mal die Radampel von der Möhringer Landstraße (nicht Fanny-Leicht-Straße) in die Filderhofstraße in einem anderen Zustand als Rot beobachtet?
    Habe mal test weise den Drücker betätigt, nach 2 Minuten war es mir dann doch zu blöd und ich bin weiter geradeaus meiner eigentlichen Route nachgegangen.

    Die Drücker-Radampeln an der Kreuzung Löwetor- / Pragstraße sind immer noch Deko oder bewirken die irgendwas? Rein subjektiv passiert da nix, objektiv noch keine Zeit gehabt das zu evaluieren.

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  2. Wie derletzt noch mal als keiner Geheimtipp: Also ich fahre durchs Kaltental bis zum Waldeck immer auf der Straße, die rechte Spur ist dort ohnehin faktisch ungenutzt da nur als Abbieger zu den Einfahrten über die U-Bahn-Gleise zu gebrauchen (was selten in Anspruch genommen wird), damit stört man auch keine Autofahrer (ich wurde zumindest noch nie angehupt oder bedrängt, und ich fahre dort relativ häufig). Es geht letztlich auch gar nicht wirklich anders wenn man (wie ich) vom Südheimer Platz/Böblinger Straße (am Aldi vorbei) kommt. Und da die Straße in der Mitte baulich getrennt ist gibt es keine legale Möglichkeit (zum Glück), auf den Radweg zu wechseln. Aber selbst wenn es nicht so wäre, würde ich mir den Stress mit der Ampel dort nicht antun.

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    1. Das sind doch aber letztlich mehr (Auto)Ampeln als Ampeln auf dem Radweg. Oder dind die so geschickt geschaltet, dass man durchrollt?

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  3. Waldeck Wartezeiten kann ein normaler Mensch nicht ertragen.
    Rechte Autospur Stadtauswärts ist auch meine Alternative.

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