9. März 2017

Der Grüne Pfeil für Radler rückt näher

Es könnte doch tatsächlich etwas werden mit der Regelung, die Radfahrenden erlaubt, an roten Autoampeln rechts abzubiegen oder an T-Kreuzungen geradeaus weiterzufahren. 

Die Süddeutsche Zeitung meldet, dass das Verkehrsministerium prüft, ob neue Schilder eingeführt werden können, die das erlauben. Also der Grüne Pfeil für Radfahrer. Die Bundesanstalt für Straßenwesen klärt gerade die Frage, ob das für die Verkehrssicherheit sinnvoll ist und die Verwaltungsvorschrift für die Staraßenverkehrs-Ordnung entsprechend geändert wird. So heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemnberg, Matthias Gastel. Auch die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat haben auf ihre Anfrage von der Stadtverwaltung die Antwort bekommen, dass den Grünen Pfeile wolle und das Ergebnis abwarte.



Neckarstraße/ Hackstraße stadteinwärts
Sogar eine Kreuzung hat man sich für den ersten Pfeil ausgeguckt: Nämlich die Rechtsabbiegespur aus der Steinstraße in die Torstraße gegenüber vom Tagblattturm. Ich schlage außerdem die Neckarstraße stadteinwärts an der Hackstraße vor, wo die Radspur geradeaus am Bordstein entlang führt und niemand behindert oder gefährdet wird, wenn Radler bei Auto-Rot einfach weiterradeln.

Wer hat hier weitere Vorschläge für Rechtsabbieges-Pfeile und Geradeauspfeile? Aber gut überlegen, ob Radler beim Rechtsabbiegen auch wirklich keinen von woanders kommenden Autos in die Quere fahren!

Ein paar grüne Pfeile reichen natürlich eigentlich auch nicht. Denn beispielsweise an Fußgängerampeln, wie wir sie aus der Neckarstraße kennen (zwei bis drei hintereinander), könnten Radler weiterfahren, wenn keine Fußgänger queren (oft sind gar keine da, die queren). Denn Radfahrer sind langsamer unterwegs als Autos und sehr viel schmaler. Aber ich sehe die Stadt (auch Städte wie München, die schon Kreuzungen ausgeguckt hat) nicht Hunderten von Ampeln im Stadtgebiet Grüne Pfeile aufhängen. Allein die Prüfung, ob geeignet oder gefährlich, würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Übrigens entlastet es Autofahrer vom Schnellstart und Kampf ums Überholen auf der Kreuzung, wenn der Radler schon weg ist, bevor Autos Grün bekommen. Ich erlebe es oft, dass Autofahrer viel zu schnell und laut Starten, nur um an mir vorbeizukommen, selbst dann, wenn es genug Platz für uns beide auf der Fahrbahn gibt. Meistens starten Räder schneller als Autos, denn die warten angespannt aufs Lostreten, während Autofahrer doch ziemlich kontemplativ hinter ihrem Steuer sitzen. Der Grüne Pfeil erspart beiden eine Konkurrenzsituation, entstresst und entzerrt an einer Kreuzung.

Kommentare:

  1. Grüne Pfeile für Radler - das wirkt auf mich wie Symbol-Politik. Eine weitere Sonderregelung, die auch nur an wenigen Stellen eingesetzt werden wird. Und deren Bekanntheitsgrad ähnlich gering sein wird wie

    - es ist zunächst einmal grundsätzlich erlaubt, dass zwei Radler nebeneinander fahren.

    - es ist Radlern erlaubt, an wartenden KFZ rechts vorbeizufahren.

    Die grundsätzlichen Probleme werden lieber nicht angegangen. Wäre doch schön: Schutzstreifen, die ihren Namen verdienen. Ein Radwegenetz, keinen Flickenteppich. Radwege, die sicher sind und den geltenden Vorschriften entsprechen. Dann würden sie auch genutzt, und zwar freiwillig. Ganz ohne Benutzungspflicht.

    Aber vielleicht sehe ich auch einfach nur zu schwarz.

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    1. Für Autos gibt es auch Grüne Pfeile, insofern wäre es für Radler keine Sonderregelung. Und Räder sind so schmal, dass sie an mehr Kreuzungen rechts abbiegen können als Autos, ohne den Verkehrsfluss zu stören. Dass die grundsätzlichen Probleme für Radfahrer nicht schneller und umfassender angegangen, das liegt daran, dass Radpolitik im Gemeinderat keine sichere Mehrheit hat.

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    2. Diese Aussage ist doch Quatsch: "Für Autos gibt es auch Grüne Pfeile, insofern wäre es für Radler keine Sonderregelung."
      Diese grünen Pfeile sind für alle Verkehrsteilnehmer (inklusive Radfahrer) da, nicht für für Autos.

      Daher wäre ein Grüner Pfeil für Radler aber ganz sicher eine Sonderregelung, da diese nur für eine Auswahl der Verkehrsteilnehmer gelten soll.

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    3. Am einfachsten wäre es, wenn die geltenden Normen von den Verwaltungen umgesetzt werden. Dann bräuchte es auch keine endlosen Detail-Diskussionen in den Parlamenten.

      Und das ist halt das Kernproblem in der Förderung der Radverkehrs. Anstatt geltendes Recht konsequent umzusetzen bzw. auf dessen Umsetzung zu bestehen verzetteln sich die Befürworter in Einzelfällen. Das Resultat ist Blockade bzw. die notwendigen Veränderungen werden ausgebremst.

      Das ist allerdings kein Stuttgarter Problem, sondern ist vermutlich in jeder Kommune genau so vorzufinden.

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    4. Also ich seh's genauso. Eine Sonderregelung, die niemand braucht. Das zeigt sich auch an den vorgeschlagenen Stellen. Also erstmal: wo kann man von der Steinstraße in die Torstraße rechts abbiegen? Das ist doch Linksabbieger, also eh nichts für einen Grünen Pfeil? Ist vielleicht nach rechts in die Eberhardstraße am Kaufhof gemeint? Ich bezweifle, dass das Radverkehrsaufkommen in der Steinstraße groß genug ist dass die Regelung irgendeinen Effekt hätte.

      Und die Stelle Nackar-/Hackstraße ist genauso unsinnig bzw. auch noch gefährlich. Unsinnig, weil es gerade aus geht, also auch hier nichts mit Rechts abbiegen. Und gefährlich nämlich für die Fußgänger. Dort ist auch noch das Zeppelin-Gymnasium, entsprechend hoch das Fußgängeraufkommen. Und da soll erlaubt werden das Radfahrer durch fahren? Sollte das wirklich durchzusetzen sein (ich hoffe nicht!) wäre das eine weitere Stelle wo Radfahrer auf Fußgänger gehetzt werden.

      Mit Verlaub, Christine, was willst du mit so einem Vorschlag bezwecken?

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    5. Seit Jahren kämpfen viele Radler für den Grünen Pfeil, also das Legalisieren des Weiterradeln bei roter Ampel. Mag ja sein, dass du das nicht brauchst, aber ich finde es gut, wenn wir nicht mehr an allen Ampeln so lange stehen und warten müssen. Und mit mir werden sich ganz arg viele freuen.

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    6. Und auf die Gegenargumente, speziell den kritisierten Punkten hast du nichts zu sagen? Na dann.

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    7. Ich habe nichts gegen Grüne Pfeile für Radler. Sicherlich praktisch. Ich sehe nur das Konfliktpotential mit meinen automobilen Freunden. Die sind mit den vielen Regelungen für Radler jetzt schon überfordert.

      An wieviel Prozent aller Kreuzungen in Stuttgart gibt es einen Grünen Pfeil? Und seit wann gibt es den Grünen Pfeil denn schon? Mehr als 20 Jahre?

      Und an wieviel Prozent aller Kreuzungen in Stuttgart wird es einen Grünen Pfeil für Radler geben?

      Ich sehe das pessimistisch. Zuviel Aufwand, zuwenig Ertrag. Echte Symbol-Politik eben.

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    8. Und nebenbei: Sehr viele Radler würden sich über normal breite Radwege und sichere Furten über Querstraßen freuen. Und über Schutzstreifen außerhalb der Dooring-Zone. Und über vieles mehr auch.

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  2. In Plieningen an der Kreuzung Goez-/Turnierstraße (Hauptradroute 3?) könnte man einen Grünen Pfeil aufstellen.

    Von Süden aus der Bernhauser oder Neuhauser Straße kommend durch Schoellstraße in die Gozstraße steht man an der Ampel an der Kreuzung Goez-/Turnierstraße. Wer mit dem Rad unterwegs ist will hier meist nach rechts, der Goezstraße weiter folgen (HRR3, z.B. zum PGH, zur Uni, zur Garbe, nach Birkach, ...). Wer hier mit dem Auto fährt will meist gerade aus in die Turnierstraße.

    Da es sich hier um eine T-Kreuzung im Zuge der Einbahnstraße Goez-/Turnierstraße handelt, gibt es keinen Gegenverkehr der beachtet werden muss. Nur die Fußgänger unmittelbar hinter der Haltelinie der Ampel müssen beachtet werden. Das Rechtsabbiegen bei Rot wäre also ziemlich konfliktarm möglich.

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  3. Es wurde geschrieben "Ich schlage außerdem die Neckarstraße stadteinwärts an der Hackstraße vor, wo die Radspur geradeaus am Bordstein entlang führt und niemand behindert oder gefährdet wird, wenn Radler bei Auto-Rot einfach weiterradeln."

    Zum I. wo ist da das Rechts-Abbiegen?

    Zum II. gemeint ist wahrscheinlich die 1. Ampel, per Foto wird allerdings die 2. Ampel gezeigt.
    Beidemal ist insbesondere an der 2. mit Fußgängern zur U-Bahn zu rechen, nahes Schulzentrum. Also mitnichten eine Gefährdung zu erwarntet...

    Zum III. ist dort im Kreuzungsbereich, also zwischen den 2 Ampeln, nicht nur ein Radschutzstreifen, also kein Radfahrweg?
    Demnach könnten und dürften größere oder ungeübterer Verkehrsteilnehmer von links aus der Hackstraße kommend, in ihrer Grünphase durchaus hier entlang fahren. Ganz zu schweigen von den Radfahrer die mit ihren Radstreifen von dort hier hergeleitet werden.
    Na ich weiß nicht ob das so gut wäre, ist ja bisher noch keiner auf die Idee gekommen.

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    1. Das ist eine T-Kreuzung und ein schönes Beispiel, dass der Grüne Pfeil nicht nur das Rechtsabbiegen erlaubt, sondern auch das Geradeausfahren am Bordstein entlang. Es gibt keinen Grund, warum Radler an der Autoampel an der Hackstraße so lange warten müssen wie Autofahrer. Radler, die bei Rot und grünem Pfeil fahren, haben natürlich keinen Feifahrschein, sondern müssen sehr genau auf den Verkehr achten. Das machen RAdler eigentlich meistens, vor allem abe rdann, wenn sie illegal bei Rot weiterfahren. Ein Problem sehe ich da gar nicht auf uns Radler oder die Autofahrenden zukommen.

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    2. Nein, Christine, einfach nein. Ein grüner Pfeil erlaubt nur das Rechts abbiegen. Nichts anderes. Kein Geradeaus fahren.

      Und der Grünpfeil darf laut VwV-StVO darf nicht verwendet werden, wenn "die Lichtzeichenanlage überwiegend der Schulwegsicherung dient." Das ist auch sinnvoll!

      Wieso willst du ausgerechnet hier mit fadenscheinigen Argumenten Radfahrer gegen Fußgänger ausspielen? Genau das machst du damit. Ich hoffe, nur hier und nicht im Gemeinderat. Ja, ich bin entsetzt über diese Gedankenwelt, die du hier zeigst.

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    3. Doch, ein Grünpfeil (in Frankreich der Gelbe Pfeil) erlaubt auch das Geradeausfahren, wenn man ihn so gestaltet. Man muss es halt so machen.

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  4. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon unseren Bauausschuss, der sich mit der Regelung auseinandersetzen darf und dessen innere Ablehnung und Skepsis, was die Praxistauglichkeit angeht.

    Wahrscheinlich will man dann zunächst einen Praxistest durchführen, bei dem die Verwaltung geeignete Stellen für die Anbringung prüfen soll. An etlichen Stellen wird es dann Einwände wegen x-beliebiger Bedenken geben, so dass am Ende nach ca. 1-2 Jahren vielleicht fünf bis sechs Kreuzungen auf Nebenstraßen damit ausgerüstet sein werden, bei denen Radfahrer ohnehin schon seit Jahren bei Rot rechts abbiegen.

    Bitte nicht falsch verstehen. Ich kritisiere nicht die Idee des grünen Pfeils und finde auch die Berichterstattung darüber gut. Ich gebe nur zu Bedenken wie dessen Umsetzung bei mir vor Ort erfolgen wird.

    Christoph

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    1. Ungefähr so. Aber Politik ist demokratisch, darum langsam. Wir müssen für unsere Belange unermüdlich argumentieren. Mach ich jedenfalls.

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