12. Februar 2018

Der Radweg Holzstraße funktioniert immer noch nicht

Es ist halt immer noch nicht gut mit dem Radweg auf der Holzstraße. Die Fläche wird von Autos beherrscht, nicht von Fußgängern und Radfahrern. 

An einem Samstag halb zwei stand ich dann mal staunend da. Die Dorotheen-Tiefgarage wird gut angenommen von den Autofahrern. Es gab Stau bei der Einfahrt. Die Autos standen entweder auf der Fußgängerfläche und die Leute mussten über den Radweg um sie herum gehen oder sie standen auf dem Radweg und die Radfahrer mussten durch den Fußgängerbereich um sie herum fahren. Beides ist nach der StVO verboten. Radfahrende dürfen ihren Radweg nicht verlassen. Im Fußgängerbereich dürfen sie nicht fahren. Sie müssten theoretisch absteigen und um das Auto-Hindernis herumschieben. Auch Fußgänger haben auf einem Radweg nichts zu suchen. (Autos natürlich auch nichts.) Das ist alles sehr schlecht.

Dass der Radweg Holzstraße nicht funktioniert und keinen Radverkehr anlockt, ist deshalb besonders ärgerlich, weil wir eine Fahrradstraße dafür haben hergeben müssen, nämlich die Münzstraße. Jetzt soll eigentlich alles hier lang radeln. Tut es aber nicht, weil sich hier die Ärgernisse häufen.

Im Grunde  geht es hier nicht anders. Denn auf der Holzstraße fährt ein Bus. Der wird übrigens an so einem Samstagmittag von den Autos, die in die Tiefgarage einfahren, auch massiv behindert. Entweder stauen sich die Autos über seine Spur hinweg, oder Autofahrer biegen vor der Bussschnauze ein. Ich habe beobachtet (leider nicht fotografiert), wie ein Busfahrer im Start abrupt bremsen musste, weil ein Auto vor ihm von der zweiten Spur in die Einfahrt zu Tiefgarage einbog.

Wenn nicht Samstagmittag ist, herrscht auf der Fläche in reger Anlieferverkehr. Auch wenn die Lieferfahrzeuge in die Breuninger-Anlieferung hineinfahren könnten, tun sie es nicht immer. Dieser Anlieferer machte seine Ladefläche auf dem Radweg runter und rauf ("Wo soll ich denn hin?", war sein Argument) fuhr dann aber anschließend über die Holzstraße in die Warenanahme von Breuninger hinein. Irgendwie rätselhaft. Oder spielte hier die reine Bequemlichkeit eine Rolle?









Natürlich wird auch noch geparkt, was die Platten und Flächen hergeben. Gerne ragen die Kühler oder Hecks der Falschparker in den Radweg hinein. Das war früher schon so und ist heute auch wieder so.

Die Stadtverwaltung hat mir auf meine Anfrage geantwortet, dass es nicht möglich sei, den Radweg auf eine Fahrspur der Holzstraße zu verlegen, weil da der Bus fährt und die Straße von der geplanten P-Linie (die um die City kreist und eine Anbindung an Cannstatt schafft) gebraucht wird. Der Bus brauche eine Spur. Sperren kann man die Holzstraße für den Autoverkehr ja nicht, weil die Tiefgarage nur über sie angefahren werden kann.

Allerdings werde geprüft, ob man Poller gegen Falschparker aufstellen könne. Und es werde geprüft, ob man das Toilettenhäuschen an der Dorotheenstraße versetzen kann. Es verstellt derzeit den Blick zwischen Radfahrendern und Autofahrern, die sich auf dem Radweg begegnen. Ich hoffe, die Prüfung geht zugunsten einer Handlung aus, die dazu führt, dass der Radweg Holzstraße von Autofahrern und Fußgängern wirklich respektiert wird, vor allem von PkW-Fahrern und Lieferanten.

Übrigens könne man den Radweg auch leicht begradigen, ohne einen Baum fällen zu müssen. Man müsste nur das Baumbeet auf Höhe der Breuninger-Lieferanten-Einfahrt verkleinern. Dabei würde auch gleichzeitig illegale Parkpfläche für Autos wegfallen. Und natürlich muss dringend die Auffahrt aus der Marktstraße nach links auf den Radweg so gestaltet werden, dass Radler keine durchgezogene Linie überfahren müssen. 

Aber es gibt auch eine gute Nachricht! 
Die Ampelschaltung am Charlottenplatz zum Landtag rüber tatsächlich verändert werden. Derzeit muss man zwei bis drei Mal warten. Die Veränderung geschieht im Zug einer Anpassung an die geplante P-Buslienie. Nach den Informationen, die ich von Insidern bekommen habe, wird aber nur in einer Richtung eine einzügige Querung für Radler möglich sein, in die andere nicht (ich weiß nicht, welche), weil sonst der Autoverkehr Nachteile hat. Mein Vorschlag daher: Schafft die Schwarzampel auf der Seite des Landtags ab, und macht einen Zebrastreifen dorthin! Da stehen Radler lange bei Rot, obgleich gar kein Auto kommt. Abbiegende Autofahrer müssen immer den Vorrang von Fußgängern und Radfahrern beachten. Im Zweifelsfall muss man die Kurve so gestalten, dass Autos da nicht so hineinschießen können.


Kommentare:

  1. "Die Ampelschaltung am Charlottenplatz zum Landtag rüber tatsächlich verändert werden."

    Kann man überhaupt irgendetwas glauben was aus der Stadtverwaltung bezüglich Radverkehr nach aussen dringt, nach dem was schon seit Jahrzehnten alles versprochen und nicht gehalten wird? Auch und gerade am Beispiel Holzstraße ersichtlich?

    Martin

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    1. An welches Versprechen denkst du da. Ich finde es übrigens wichtig, dass wir anderen nicht mit grundsätzlichem Misstrauen begegnen, sondern immer erst einmal davon ausgehen, dass wir ehrlich an unseren Aufgaben arbeiten, nur eben nicht immer die richtige Lösung finden. Für einen guten Radverkehr muss man sich einsetzen. Man muss ihn verlangen, man muss an die Stadträt/innen schreiben, die letztlich die Entscheidungen treffen. Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, wenn wir unermüdlich darüber reden, was wir wollen und was wir brauchen.

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  2. Z.B. die Hauptradrouten.

    Ich bin bei dir, sich erstmal nicht mit Mißtrauen zu begegnen. Aber wenn das Gegenüber sich bisher so verhalten hat wie die Stadtverwaltung in Sachen Radverkehr, dann hat sie sich Mißtrauen redlich verdient.

    Martin

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  3. Das Problem mit der Tiefgarageneinfahrt wäre schnell gelöst, wenn die Schranke schon vorne an der Straße wäre, bevor man den Rad- und Fußweg kreuzt. Dann würde dort niemand mehr Schlange stehen. Aber der arme Autoverkehr könnte ja gestört werden...

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    1. Wieso gibt es hier eigentlich keine Schranken- oder Ampellösung für den Autoverkehr bei der Garagen-Einfahrt? An einer von Radfahrern und Autofahrern derart stark frequentierten und schlecht einsehbaren Querung ist es kein Wunder, wenn sich immer wieder Beinahe-Unfälle ergeben (ich hatte auf dem Rad schon mehrere dort). Autofahrer könnten bei Ein- oder Ausfahrtswunsch aus der Tiefgarage per Kontaktschleife oder Knopfdruck Radfahrer-Rot anfordern. Ich weiß, dass das auch Einschränkungen für uns Radler bedeuten würde, aber die aktuelle Situation ist doch kein Zustand. Eigentlich ist die Lage von Radweg und Garageneinfahrt eine glatte Fehlplanung. Aber ich sorge mich auf dem Weg jedes Mal um meine Sicherheit.

      Viele Grüße
      Jakob.

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  4. Wer da noch glaubt die Fahrradpolizei würde in solchen Fällen jemals etwas FÜR den Radverkehr machen sollte nun merken dass die das nicht machen.
    Gibt's die überhaupt noch?

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  5. Ist die Fahrradpolizei bei der LPD oder bei der Polizei der LHS ?

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  6. Eigentlich gehört an solche Stellen mit vielen Fußgänern/Rädern und Autos (wie in Japan üblich) einfach jemand der den Verkehr regelt um Chaos zu verhindern. Ohne dass das jemand managed funktioniert das nicht.

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