22. Mai 2018

Frontal 21 guckt auf die Fahrradstadt Stuttgart

Wer nichts besseres vorhat, könnte heute Abend um 21 Uhr im ZDF Frontal 21 gucken. Es geht auch ums Radfahren

Die Redaktion hat sich gefragt, wieso es zum Beispiel in Stuttgart mit dem Radverkehr nicht so recht vorangeht, wo die Stadt doch "grün regiert" wird.  Im Lauf der Recherche wurde dem Reporter klar, dass es der Gemeinderat ist, der in Stuttgart über den Radverkehr entscheidet. Wir standen an der geplanten Hauptradroute 2 Wangen-Hedelfingen, und ich habe ihm erklärt, warum es die immer noch nicht gibt. Weil nämlich im zuständigen Ausschuss (UTA) für die Strecke entlang der Ulmer- und Hedelfinger Straße bisher zwar einmal eine Mehrheit zustande kam, die aber für eine neue Prüfung wieder gekippt wurde. Hier der Link zur Mediathek. Der Film beschäftigt sich unter anderem mit Stuttgart, zum großen 'Teil aber mit Berlin, Kiel und London.

Die Grünen stellen nur 15 von 60 Stadt/rätinnen. Jeder Fahrradmaßnahme muss also immer auch die SPD und SÖSLi Plus zustimmen. Sonst wird das nichts. Es könnten natürlich auch andere Parteien zustimmen, aber da ist die Wahrscheinlichkeit geringer.

Diese HRR2 ist ein schönes Beispiel dafür, wie das in Stuttgart, aber auch anderen Städten meist läuft. Generell wollen alle den Radverkehr fördern, doch wenn es um den Platzkonflikt Radsteifen contra Parkplätze oder eine Autospur geht, dann werden die Projekte von CDU, FDP, Freien Wählern, den Ultrarechten und oft leider auch vom Stadtisten abgelehnt.

Wir werden auf Nebenstrecken verwiesen, hier die Nätherstraße, wo es aber eklatant an sozialer Sicherheit und an Bequemlichkeit fehlt. Da geht es hinter Betrieben durch die Finsternis und später steil durchs Grün. Selbst, wenn man das alles beleuchtet, es bleibt nachts ein Angstraum. Wenn hier jemand eine 14-Jährige auf dem Heimweg von einer Party um 23 Uhr vom Fahrrad holt, dann kann sie schreien, so viel sie will, es hört sie niemand.

Die radfahrenden Männer, mit denen ich bisher darüber diskutiert und die ich auf das Problem dieses Angstraums für Frauen hingewiesen habe, zuckten mit den Achseln. Die 14-Jährige kann ja nachts auf der Straße (Ulmer Straße ohne Radstreifen) fahren, da sind ja keine Autos unterwegs. Auch deshalb meine ich, wird es dringend Zeit, dass es eine Fahrradbürgermeisterin gibt, oder anders  gesagt, dass viel, viel mehr Frauen Radpolitik machen.
Was, liebe Herren, antwortet ihr der Mutter, deren Tochter an so einer Stelle vom Rad gerissen und vergewaltigt wurde und die euch fragt, warum eine Hauptradroute durch eine so abgelegene Gegend verlegt wurde? Sie hätte ja auf der Straße fahren können?

Übrigens, wollte man tatsächlich von Stuttgart Ost die Radler durch diese Hinterhof-Nätherstraße schicken, dann müsste man entlang der Strecke ebenfalls ungefähr 40 bis 50 Parkplätze wegnehmen, sonst wird es gefährlich für Radfahrende in der Konkurrenz zum morgendlichen und abendlichen Parkplatzsuch- und Ein- und Ausparkverkehr. Ab Höhe Otto-Konz-Brücken müssen Radler zudem eine hochprozentige Steigung bewältigen und sind dann wieder nachts in Angsträumen unterwegs.

Hauptradrouten können keine Grünrouten sein, sie müssen zu jeder Tageszeit und Jahreszeit (bei Schnee und Eis) befahrbar sein und auf kürzestem und bequemsten Weg von A nach B führen. 


Fontal 21 hat mich interviewt, aber auch den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Gemeinderat, Alexander Kotz. Er betonte, dass die Parkplätze entlang der Hedelfinger Straße benötigt und eine Alternative geprüft werden müsse. Außerdem wurde zusammen mit Florian auch an verschiedenen Orten in Stuttgart gedreht. Ich bin gespannt, was für ein Beitrag daraus entstanden ist. Um Radlerbashing geht es jedenfalls diesmal nicht.

Was diese Parkplätze entlang der Hedelfinger Straße betrifft, so werden sie nicht so dringend benötigt, wie es die Gegner der HRR2 immer wieder erklären. Sie sind alles andere als voll belegt, es gibt viele Lücken (obere Bilder in der Collage), und es stehen Fahrzeuge einer privaten Autovermietung auf öffentlichem und kostenlosem Parkraum. Außerdem  gibt es entlang der Hedelfinger Straße und in den Nebenstraßen Richtung Hafen viele Parkplätze und Firmenparkplätze (untere Bilder), die teils leer stehen. Es ist mit Nichten so, dass Gefahr besteht, dass die Wohnstraßen Richtung Hang zugeparkt werden. Außerdem fährt hier auch noch die Stadtbahn. Und für die, die ohne ihr Auto gar nicht her gelangen können, wird es immer noch genügend Stellplätze geben.

Kommentare:

  1. Ich bin auch auf den Beitrag gespannt. Christine, lass uns bitte wissen wann er ausgestrahlt wird wenn du davon erfährst.

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    1. Heute. Habe ich das nicht gesagt? ZDF, 21 Uhr.

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    2. Öhm, hätte ich lesen können. Danke

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  2. Die Hinterhof-Nätherstraße-Route muss man auch erst mal finden. Ein weiterer Nachteil.

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    1. Das stimmt. Die kann man nämlich nur über das bescheuerte Gewinkel an der Stadtgbahnhaltestelle Landhausstraße zur Wangener Straße anfahren. Und wenn man vom Neckar kommt, dann fährt eh nicht noch bis zur Näther Straße rauf. Hauptstraßen heißen Hauptstraßen, weil sie die Hauptverbindung von Stadtteilen darstellen. Und die gehören nicht nur Autofahrern, die müssen auch für Radfahrende sein.

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  3. Was, liebe Herren, antwortet ihr der Mutter, deren Tochter an so einer Stelle vom Rad gerissen und vergewaltigt wurde und die euch fragt, warum eine Hauptradroute durch eine so abgelegene Gegend verlegt wurde? Sie hätte ja auf der Straße fahren können?

    Geht es vielleicht etwas weniger sexistisch...!? Und daran sind dann etwa die "lieben Herren" etwa Schuld...? Ist für dich unvorstellbar, dass es auch ("starke") Frauen gibt, die nicht derart verängstigt (worden) sind, dass sie grundsätzlich auch kein Problem damit haben, selbstbewusst auf der "sichereren" Straße zu fahren? Wenn einer dieser Jungs oder Männer in dieser "dunklen Gasse" ausgeraubt, niedergestochen oder getötet wird? Wäre das dann weniger schlimm, weil er ein Mann ist...!?

    Allgemein jedenfalls wieder sehr interessant; einerseits will man nicht auf den Straßen fahren; Nebenstrecken sind einem dann aber auch wieder nicht recht, weil man da so alleine ist. Wenn man wirklich so sehr Angst vorm Dunkeln hat, wägt man eben ab, was "sicherer" ist. Wenn dann immer noch die Angst vorm Befahren einer beleuchteten und in den Abendstunden deutlich weniger stark befahrenen Straße überwiegt, zeigt dies eher, wie absurd diese Fahrbahnparanoia Vieler ist. Zumal man ja auch dort einfach ins Auto gezerrt werden könnte - und ich halte das sogar für nicht weniger wahrscheinlich...!

    Gibt es überhaupt kriminalstatistische Belege für die Behauptung, in Deutschland würden auf "dunklen, abgelegenen" Radwegen haufenweise Frauen vom Rad gezerrt und vergewaltigt...? Ich seh hier nur eine weitere Kapitulation vor falschen Ängsten bzw. wie solche erst durch phantasiereiche Geschichten geschaffen werden.

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    1. Eine Freundin von mir, eine sehr starke junge Frau, ist in den achtziger Jahren von einem Sexualstraftäger ermordet worden, der zuvor schon eine Frau vom Fahrrad gerissen und erstochen hatte, weil sie ihm zu selbstbewusst da lang radelte. Klar ist das selten. Aber ich finde, ihr Männer sollten ein bisschen stiller sein, wenn Frauen sagen, was sie wollen. Es muss doch möglich sein, dass alle Frauen, 12-Järhige, selbstbewusste Mitfünfziger, älter Frauen, ängstliche 30-Jährige und angstfrei 20-Jähre (oder in anderer Kombination) in Stuttgart zu jeder Tages- und Nachtzeit sorglos zu Fuß oder auf dem Fahrrad (nämlich nicht im Autopanzer) unterwegs sein können, wenn sie das wollen. Und ja, es stimmt, dass der Fremde im dunklen Park nicht der Hauptgefährder von Frauen ist, aber Gefühle bestimmen eben auch die Orte, die wir aufsuchen oder eben nicht. Und es passiert halt auch ab und zu mal. Übrigens werden auch Männer überfallen, aber statistisch gesehen haben sie tatsächlich eine größere Chance, den Angriff abzuwehren und ihm zu entgehen als Frauen.

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    2. Das war ja schon mehrmals Thema hier. Interessanterweise ist das aber bei Hauptradroute 1 im Schloßgarten gar kein Thema. Obwohl es dort öfter vorkommt, dass Männer(!) überfallen werden.

      Die Strecke zwischen der Haltestelle Wangener-/Landhausstraße und der Haltestelle Inselstraße ist auch noch geprägt von Schwerlastverkehr. Wenn da ein Radstreifen gebaut wird haben wir die gleiche Situation wie in Berlin: geradeaus fahrende Radfahrer rechts von Rechtsabbiegern. Mit den bekannten Folgen.

      Und noch ein interessanter Punkt: wer gegen die Führung auf der Ulmer Straße zwischen den beiden Haltestellen ist, ist offensichtlich ein Gegner der HRR2. Was überhaupt nicht der Fall ist. Aber mit Polemik lässt sich wohl gut Politik machen.

      Martin

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    3. Ich fahre den Schlossgarten nicht nachts. Ich fahre dann Neckarstraße, was man sehr gut machen kann. Da gibt es nämlich die von mir immer bevorzugte Strecke in der Nähe von Wohnhäusern und anderem Straßenverkehr.

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    4. Lieber Martin, noch ein Nachtrag, gerade in dem Abschnitt geht halt die Nätherstaße nicht, weil sie durch isoliertes Gebiet führt. Später kann man sie ein Stück sehr gut befahren. Ab der Höhe Otto-Konz-Brücken dann nicht mehr. Und komisch, dass der Wegfall von Parkplätzen in der Nätherstraße kein Thema ist, der Wegfall von Parkplätzen entlang der Wangener und Ulmer Straße aber sehr wohl. So ganz verstehe ich die Gegenwehr gegen Radstreifen entlang von Hauptstraßen eigentlich nicht.

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    5. > Gibt es überhaupt kriminalstatistische Belege für die Behauptung, in Deutschland würden auf "dunklen, abgelegenen" Radwegen haufenweise Frauen vom Rad gezerrt und vergewaltigt...?

      Nun, Vergewaltigungen passieren meist nicht durch Fremde und wieviele dunkle, abgelegene Radwege gibt es in Deutschland und wieviele Leute sind da unterwegs nachts und wieviele davon sind Frauen? Selbst wenn man wollte, wird man da schwer solide Risikoabschätzungen machen können.

      Und auch ich meide bestimmte Wege bei Nacht, obwohl ich nicht gerade der ängstlichste Radfahrer bin.

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    6. Lieber Norbert, es gibt bei der Polizei ja die zynische Formulierung, "sie war halt einfach zu falschen Zeit am falschen Ort." Es ist mir klar, dass das Risiko, von einem Fremden vergewaltigt und ermordet zu werden, extrem gering ist. Keine Frage. Es sind Einzelfälle. Dennoch erwartet die Gesellschaft auch immer noch sehr oft von Frauen, dass sie Orte meiden, wo sie ein höheres Risiko haben, Opfer zu werden (kriminalistischer Begriff: hohes Opferrisiko), und solche abgelegenen Strecken gehören halt dazu. Außerdem gibt es eine tief verankerte "Angst vorm Wald in der Nacht", die auch Männer kennen dürften. Und Angst haben sollen, wenn man mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, sollte man niemandem, auch gerade Frauen nicht zumuten. Tatsächlich haben auch Männer an solchen Orten ein höheres Risiko, überfallen zu werden, aber die Polizeistatistik sagt halt auch, dass Männer eine extrem viel höhere Chance haben, einen solchen Angriff abzuwehren und zu entkommen als Frauen. Ich habe ja oben schon erzählt, dass ich eine Freundin hatte, die in den achtziger Jahren ermordet wurde von einem, der zuvor (sein zweiter Frauenmord) eine Radlerin an dunkler Straße vom Rad gerissen und vergewaltigt und dann erstochen hat. Es sind diese Einzelfälle, die das mehr oder minder bewusste Verhalten von Frauen eben prägen. Und sie geschehen ja. Wenn auch extrem selten. Also nicht "haufenweise", das habe ich auch nie gesagt. Übertreibungen helfen bei so einem delikaten Thema nicht weiter. Doch würde in der Nätherstaße eine junge Frau (oder ein Mann) überfallen, was sagen wir dann?: Tja, wir haben die Radler halt nicht an der Hauptstraße haben wollen. Und zwar wegen der Parkplätze. Ich finde immer, das sind so Momente, wo wir sensibel auf Frauen hören sollten, statt mit Statistik zu kommen oder empfehlungen abzugeben (Fahr dann halt auf der Fahrbahn Wangener Straße, auch wenn es dort keine Radinfrastruktur gibt, dafür aber nächtliche Raser). Angriffe auf Frauen gibt es leider eben doch immer wieder. Und dann sagt die Polizei: "Sie war halt zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort."

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    7. Glaub du hast nicht ganz verstanden, worauf ich hinaus wollte. Ich wollte nur sagen, dass die Forderung nach Statistik hier wenig zielführend ist, weil man das Risiko nicht vernünftig ermitteln kann. Gilt genauso für Männer die nachts in einsamen Wäldern Rad fahren.

      Radfahrer*innen bei Dunkelheit auf Routen zu schicken, die ach so schön sind aber abseits vom Schuss, ist keine Lösung. Keine Ahnung ob diese Ecken wirklich gefährlicher sind als die Straßen in den Altbauwohnvierteln, aber sie fühlen sich für ein Großteil der Menschen unsicher an und man kann auch ohne das einwirken eines Anderen Hilfe brauchen.

      Mit "Und auch ich meide bestimmte Wege bei Nacht" habe ich doch zu ". Außerdem gibt es eine tief verankerte "Angst vorm Wald in der Nacht", die auch Männer kennen dürften." eigentlich schon alles gesagt. Ich finde auch hochgewachsene Maisfelder etc. ziemlich unattraktiv, wenn man im Dunkeln unterwegs ist.

      Und es geht ja nicht nur um Vergewaltigungen. Ja nicht mal nur um Straftaten. Allein das Wissen, dass man gerade ziemlich alleine ist, wenn man jemanden begegnet und der nicht den Eindruck macht, einfach nur müde nach Hause zu wollen oder auf dem Weg zur Arbeit zu sein, oder einen Alleinunfall hat.

      Unabhängig vom Risiko sind bestimmte Wege im dunkeln ziemlich unattraktiv. Genauso wie gerade am FR und SA Abend manche Innenstadtstraßen zu meiden sind, wenn Raser ihre Rennen fahren und auch ansonsten mal gerne geheizt wird und/oder Drogen im Spiel sind.

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  4. Ich erspare es mir hier die ganze Diskussion zum wiederholten Male zu führen. Nur eins: ich verstehe nicht, dass du die Argumente gegen die Radstreifen immer einfach so abtust, obwohl genau solche Stellen in anderen Städten wie Berlin, Hamburg, etc. zu den Toten unter den LKW-Reifen führen.

    Martin

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    1. Wir wissen doch, dass Radstreifen besser sind als Radwege. Und ja, mir wäre hier ein geschützter Hochbordradweg auch lieber, aber soweit sind wir noch nicht in dieser Stadt. Wir schaffen es nicht, liebevoll an unsere Radfahrenden (auch die Frauen und Kinder und Jugendlichen) zu denken und denen die besten Wege zu bereiten. In Hamburg, Berlin und andern Städten werden Radfahrende übrigens auf Radwegen (die auf Gehwegen liegen) überfahren, sehr viel seltener auf Radstreifen. Und in der Burgstallstraße (HRR1) gibt es immer wieder schwere Radunfälle, wegen Rechts vor Links an den Kreuzungen. Und Konflikte mit dem Parkplatzsuchverkehr. Nebenstraßen sind nur als Fahrradstraßen gute und vor allem ungefährlichere Radstrecken. Einfach ist es nirgendwo, aber wir müssen mal anfangen, unsere tapferen Radler auf den Straßen auch sichtbar zu machen.

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    2. "Wir wissen doch, dass Radstreifen besser sind als Radwege.": Liebe Christine, das meinst Du nicht ernst, oder? Baulich getrennte Radwege sind die beste Führungsform.

      Natürlich nur dann, wenn sie vorschriftsgemäß gestaltet werden. ERA 2010 ist in Baden-Württemberg verbindliches technisches Regelwerk. Dementsprechend müssen sie gebaut werden mit einer Mindestbreite, die von der Anzahl der geplanten Verkehrsteilnehmer pro Stunde abhängt, kreuzungsfrei oder wenigstens mit geeignet konstruierten Kreuzungen.

      Das wird im Film klar dargestellt mit vielen Beispielen, es entspricht dem Vorbild unserer Nachbarländer Niederlande und Dänemark, und es entspricht dem Wunsch der meisten Bürger. Das solltest Du m.E. nicht ignorieren.

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  5. Fahrradstadt Stuttgart ... Ich wurde heute Nachmittag auf der Böblinger Straße von einer Stadtbahn "weggeklingelt". Wahrscheinlich bin ich zu langsam gefahren. Am besten, die Radfahrer lösen sich in Luft auf. Stören doch eh' nur.
    Kalle

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    1. Die klingeln gern mal. Es gibt aber auch andere. 😊

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  6. Dienstag Abend, 21 Uhr: Die Aussagen des LKW-Fahrers in Berlin sinngemäß:

    - "Das ist hier viel zu eng, viel zu wenig Platz für die Radler. Und wenn die keinen Platz bekommen, dann nehmen sie sich ihn."

    Warum erkennen dies eigentlich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung nicht? Und warum handeln sie nicht, um diese Situation zu ändern?

    - (zwei Radler auf einem Schutzstreifen, die Radlerin setzt zum Überholen des Radlers vor ihr an und verlässt hierzu den Schutzstreifen) "die schert gleich aus, ohne nach hinten zu schauen und ist dann bei mir auf der Spur, vor meinem LKW."

    Sogenannte Schutzstreifen fördern das Revierdenken "meine Spur - deine Spur". Und der Überholabstand von 1,50m ist auch obsolet, schließlich ist der Radler auf dem Schutzstreifen ja geschützt.

    Ein bisschen neidisch habe ich nach London geschaut.

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  7. Ich anerkenne meinetwegen, dass die Christdemokraten ein Problem mit der Führung des Abschnitts der HRR2 zwischen Wangen und Hedelfingen haben. Aber könnten sie, die Christdemokraten, mir bitteschön mal sagen, wo die HRR2 außerhalb dieses umstrittenen Abschnitts verläuft? Ich kann sie nicht finden, weder Richtung City, noch Richtung sonstwo hin. Es gibt die HRR2 nicht. Andere HRR gibt es auch nicht.

    Und zweitens: Wieso soll ich einen grünen OB wählen, wenn er scheinbar nichts, aber auch gar nichts zu sagen oder gar zu bestimmen hat. Und sich zudem vor jeder öffentlichen Stellungnahme oder gar politischen Kontroverse scheut?

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  8. Die Wirkung der Christdemokraten im Hinblick auf eine konstruktive Radverkehrspolitik ist gleich Null. Die Wirkung des grünen OB ist ebenfalls gleich Null.

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    1. Lieber Stefan, es ist halt Demokratie, dass der Gemeinderat entscheidet und nicht ein OB herrscht. Das ist immer so, egal von welcher Partei er ist. Allerdings hat er zum Beispiel im vergangenen Haushalt schon sehr viel mehr Geld für den Radverkehr bereitgestellt, dass die Grünen noch mal aufstocken konnten. Das ist vielleicht der Unterschied zu einem anderen OB. Der vorige hat sich ja nur für S21 und Straßenbau interessiert. Auch das ist ein Unterschied.

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    2. Ich finde, die unterschiedlichen Sichtweisen und Vorstellungen der politischen Akteure kamen im Beitrag gut heraus. Koalition ist halt dann Kompromiss.

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    3. Die Mehrheitsverhältnisse sind mir schon klar. Die Frage ist, wie geht man mit dieser Situation um. Um es kurz zu machen: Ich glaube, dass wir schon wesentlich weiter wären, wenn der OB sich drei bis vier Mal im Jahr öffentlich so für den Radverkehr einsetzen würde, wie dies Christine täglich tut. Sind wir alle schon so weit entpolitisiert, dass wir einen öffentlichen und kontroversen Diskurs über die Gestaltung unserer städtischen Mobilität gar nicht mehr vermissen?

      Außer für die paar Freaks hier im Blog oder bei der CM ist der Radverkehr in der Stadt lediglich ein nachrangiges und beinahe bedeutungsloses Thema. Nur der OB kann stadtweit Themen setzen und stadtweit die Diskussionen auslösen, die wir alle brauchen. Viele Grüße.

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  9. Liebe Christine, wieso eigentlich Fahrradbürgermeisterin?

    Zeit online schreibt im Februar 2015, dass in London Fahrrad-Highways geplant und gebaut werden.

    Die Wiener Zeitung schreibt 1 Jahr später, dass Teile schon fertiggestellt sind und die Hauptachse im kommenden Winter (2016!!) steht.

    Bürgermeister war zu der Zeit ein gewisser Boris Johnson. Ein Mann, der mir durch seine öffentlichen Auftritte zutiefst unsympathisch war und ist. Aber kommunalpolitisch scheint er Dinge bewegen zu können.

    Und: B. Johnson ist laut Wikipedia überzeugter Radfahrer. Und das ist, was wir in den Rathäusern brauchen. Überzeugung, Leidenschaft und Mut, Dinge zu machen und zu ändern. Und was wir nicht brauchen, ist eine endlose Geschlechterdebatte.

    Wobei ich dir grundsätzlich zustimme, dass uns als Gesellschaft deutlich mehr weibliche Logik, Sachverstand und Empathie gut tun würde. Aber nicht, weil die Frauen eben Frauen sind. Sondern weil sie fähig und qualifiziert sind.

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