2. März 2019

Wer traut sich über den Österreichischen Platz?

Wer aus dem Viertel Weißenburgsrtraße, Heusteig rüber ins Gerberviertel radeln will, muss entweder Umwege fahren oder auf der Fahrbahn über den Österreichischen Platz und die Paulinenstraße radeln.

Die meisten wählen ab dem Weißenburgplatz, der für Radler freigegeben ist, aber den Gehweg hinunter zum Fußgängerüberweg am Österreichischen Platz über die B14. Das ist aber verboten. Der Gehweg ist für Fahrräder nicht freigegeben. Die Fußgängerfurt auch nicht, und dahinter geht es auch nur entweder eine Treppe hinunter oder auf dem Gehweg weiter. Kein guter Weg für Radfahrende, dennoch sehr beliebt. Dabei ist der Bordstein am Weißenburgplatz zur Fahrbahn abgesenkt. Nur trauen sich halt die meisten Radler nicht, sich hier unter die Autos zu mischen.

Die Alternativstrecken bedeuten große Umwege und sind zudem hakelig. Wie die Karte zeigt, gibt es für Radfahrende aus der Weißenburgstrße und dem Heustiegviertel keinen direkten Weg hinüber. Ein zweiter Fußgängerüberweg im Verlauf der Sophienstraße ist auch nur über Gehwegecken erreichbar. Außerdem hat die Sophienstraße ein elend buckliges Kopfsteinpflaster, das man nicht gern radelt. Die nächste Straße ist die Christophstraße. Sie bietet aber keinen Überweg über die B14 an. Radler können die Stadtautobahn tatsächlich erst am Wilhelmsplatz überqueren. Ein Mordsumweg.

Vom Weißenburggplatz nach links über die Immenhofer Staße auf die Schlosserstaße geht es mit dem Fahrrrad auch nicht so einfach, weil die Verkehrsinsel als Querungshilfe für Fußgänger/innen so versetzt ist, dass man auf den Gehweg hochhopsen muss und an einem Baumbeet steht. Man kann vom Weißenburgplatz nicht direkt in die Schlosserstraße einfahren. Es nützt auch nichts, denn die endet an der Fangeslbachstraße, die aber keine Überquerung über die B14 anbietet. Um die zu finden, muss man die Fangelsbachstraße hoch, dann rechts die Heusteigstraße entlang und dann wieder runter über die Cottastraße fahren. Auch das ist ein Mordsumweg.

Nur sehr routinierte Radler reihen sich in der Immenhofer Straße zum Österreichischen Platz runter (die heißt hier Weißenburgstraße) in den Autostau ein und radeln auf der Paulinenbrücke bis zur Marienstraße vor, in die sie dann rechts abbiegen können. Manche Radfahrende sind sich unsicher, ob sie dort überhaupt radeln dürfen, so sehr ist das vielspurige Autostraße. Auch viele Autofahrende glauben, hier hätten Räder nichts zu suchen.

Was tun? Hier braucht es schnell Radfahrestreifen, die aus der Immenhofer Straße über den Österreichischen Platz führen. Autos haben hier zwei Fahrspuren, Fahrräder gar keine. Das führt zur Flucht auf den Gehweg. Und das ärgert Fußgänger/innen zu Recht.

Kommentare:

  1. " Hier braucht es schnell Radfahrestreifen, ... "
    Noch so eine Blutspur/Todesstreifen? Der KFZ-Verkehr in Stuttgart interessiert sich doch gar nicht dafür und überholt nur noch knapper, weil ja jeder 'seinen Bereich' hat! Den Quatsch wie entlang der Theo muss man echt nicht nochmal haben.
    Entweder eine ganze KFZ-Spur für Radler oder einfach mitten auf der Fahrbahn fahren und gelegentlich mal ein Hupen oder Schimpfen ignorieren. Ich interpretiere das Hupen mittlerweile als freundlichen Gruß und winke nett lächelnd zurück ;)

    Christine, ich weiß, Du hättest gern überall so nette Fahrbahnmalereien um mehr Menschen aus Rad zu locken, nur ist nicht jede Gelegenheit auch wirklich eine gute. Hier an dieser Stelle mit Sicherheit nicht! Entweder richtig oder gar nicht, aber bitte keine vermurksten politischen Signale.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kein Radfahrstreifen wird künftig noch so gebaut werden wie die in der Theo, das sind Uraltdinger. Heute müssen die zwei Meter breit sein. Und gerade auf dem Österreichischen Platz sind genug Fahrspuren, um eine mit einem Radfahrstreifen (oder einer fahrbahnbreiten Radspur) zu belegen. Und ohne geht es halt nicht. Wir müssen uns schon langsam daran gewöhnen, dass wir das Potenzial an Radfahrenden nur heben, wenn wir eine durchgängige Radinfrastruktur anbieten, das ist im Zielbeschluss zum Radentscheid auch so beschlossen worden. Das elende Gehwegradeln muss aufhören.

      Löschen
  2. Ich fahre die Strecke seit Jahren. Anfänglich gings mit ordentlich Adrenalin im Blut über die Paulinenbrücke. Das hat sich gelegt, umsichtiges Fahren ist weiterhin angesagt. Aber ich bin ganz zufrieden, es funktioniert sehr gut.

    Meine Erfahrung ist, dass es sehr sehr wichtig ist, eine Spur komplett in Beschlag zu nehmen und dort in der Mitte zu fahren. Auf diese Weise fühlt sich kein Autofahrer verleitet, doch noch irgendwie eng am Rad vorbeizuziehen. Das heißt, sich auch an der Ampel bereits mittig aufzustellen. Das respektieren die Autofahrer und verhalten sich in 999 von 1000 Fällen korrekt. Ich muss hinzufügen, dass ich per Pedelec unterwegs bin und somit bei rund 23 bis 26 km/h dort fahre.

    Es gibt noch vor dem Beginn der Paulinenbrücke übrigens einen geschickten Abzweig durch den Gerberbau in Richtung Tübinger. Nach dem ersten Teilstück auf dem Österreichischen Platz einfach rechts auf die Fußgängerinsel wechseln, die von rechts kommenden Autos haben dann ja gerade rot. Vielleicht nicht die 100% korrekteste Art hinsichtlich der Verkehrsregeln, aber mit klarem Fingerzeig für die Autofahrer ein sehr harmloses Manöver. Man muss sich ja irgendwie helfen in der "Stadt des Fahrrads" ;)) Und man ist schnell unten an der Paulinenstraße.

    Zumindest mit einem Pedelec kann man dort also gut fahren, in beide Richtungen übrigens, wenn man in der Lage ist, den Verkehr um sich herum etwas im Blick zu behalten.
    Wie das aussieht, wenn man mit niedrigerer Geschwindigkeit die Geduld der Autofahrer stärker strapaziert, kann ich nicht beurteilen.
    Insgesamt ist die Verkehrssituation für Radler dort natürlich ein Witz. Eine einfache Lösung wäre evtl., alle zu- und abfahrenden Straßen auf 30 km/h zu beschränken.

    AntwortenLöschen
  3. "Autos haben hier zwei Fahrspuren, Fahrräder gar keine." Kannst du bitte solche Aussagen in Zukunft weglassen oder anders formulieren? Sonst stärkt man denen, die Radfahrer nicht respektieren, auch noch den Rücken. Hier gibt es zwei Spuren für alle Fahrzeuge! Wir brauchen mehr Respekt auf den Straßen, denn es wird immer Straßen ohne Radwege geben.

    Philipp Krstic

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Philipp, dieses Blog wird nicht von Autofahrenden gelesen. Die fangen, auch wenn sie das hier lesen, nicht an, zu denken, dass Fahrräder gar keine Rechte auf Fahrbahnen haben. Und wir selst wissen, dass für Autos zwei Fahrspuren angelegt wurden, die wir Radelnden ebenfalls benutzen können (was aber eher selten geschieht), dass aber kein breiter Radstreifen hier liegt, der den nicht ganz so Unerschrockenen zeigen würde, dass sie auf der Fahrbahn radeln müssen. Ich gebe dir aber Recht, dass unsere Autofahrenden (und Radfahrenden) lernen müssen, Räder vor sich zu dulden ohne zu drängeln, übrigens auch in Tempo-30-Zonen, wo auch ziemich wüst überholt und gedrängelt wird, von manchen, nicht von allen. Den Respektlosen Respekt beibringen ist allerdings eine große Aufgabe. Vielleicht hast du eine Idee, wie das geht.

      Löschen
  4. situation ist seit jahrzehnten bekannt und unverändert

    https://mobile.twitter.com/AOC/status/1099854840145031168

    AntwortenLöschen