15. September 2020

Achtung Fußgänger! Achtung Fahrräder!

Die neue Haltestelle Staatsgalerie ist eröffnet. Besucher:innen des Planetarium können jetzt direkt rüber gehen. Über die Hauptradroute 1 hinweg, die hier als Radweg parallel zum Gehweg verlegt ist

Fußgänger:innen müssen aufpassen, wenn sie über den Radweg gehen. Er ist für sie optisch rot gekennzeichnet. Das sagt klar: Radler:innen haben Vorrang. Allerdings sind Radfahrend hier zügig untewegs und Fußgänger:innen auch manchmal ziemlich verpeilt. Deshalb warnen die weißen Streifen uns Radfahrende vor dieser Gefahrenstelle.

Ich weiß noch nicht, was ich darüber denken soll. Glücklich gelöst ist das nicht. Allerdings sehe ich ein, dass wir Radfahrende genauso wie Autofahrende ohne zu Murren zulassen müssen, dass Fußgänger:innen unsere Wege queren und dies auf kürzestem Weg tun wollen. Und wir befinden uns hier ja immer noch in einer Baustellenumleitung und auf einer temporeären Radwwegführung. Also aufpassen! 

Kommentare:

  1. Jörg
    Das ist jetzt eine Lösung (bis auf die viele Farbe), die man im Land des Käses und der Grachten häufig sieht. Wir werden sehen wie die Schwaben damit klar kommen.
    Schwierig wird es wenn einer bremst um Fußgänger queren zu lassen und der nächste fährt von hinten vorbei.
    Gut ist, das an dieser Steller genügend Radverkehr vorhanden ist. Sonst gibt es keinen Respekt vor Radwegen. So wie man es z.B. vor dem Bahnhof von Amsterdam beobachten kann. Dort drängen sich die Leute auf dem Fußweg und halten nicht nur die Fahrbahn sondern auch die Radfahrbahn frei.

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  2. Find ich gut, aber nur mal so: Kennt jemand einen ähnlichen aufgepinselten Schutzaufwand auf der KfZ-Fahrbahn vor z.B. einem Kindergarten? Ich nicht.

    S. Schwager, Fürstenfeldbruck

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    1. Vor dem Kindergarten gibt es aber meistens einen durchgehenden Gehweg, Leute die dort rauskommen werden nicht auf direktem Weg über die Fahrbahn gezwungen. Und die Nutzer der Fahrbahn sind es dort auch nicht langer Zeit gewöhnt, dass da niemand rauskommen kann.

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  3. S21 und seine Auswirkungen. Der Übergang ist natürlich jetzt sehr gefährlich. Da sind Unfälle vorprogrammiert. Denke, OB Kuhn's Ämter haben dort keinen Spielraum- es ist schlichtweg kein Platz da.

    Die Haltestelle selber: Hab mir das 'architektonische Meisterwerk' gestern genauer angeschaut- grauenhaft. Beton, wo man hinschaut. Kalt, grau und menschenabweisend. Die STZ feiert es ab als sehr schön ab...hab ich da was verpasst? Lutz Fischer

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  4. Danke Christine, ich habe mich schon gefragt wozu dies dienen soll. Gut gelöst sind die weißen Streifen vorher und nachher, die rütteln genug wach um Aufmerksamkeit zu erregen ohne beim fahren über Gebühr zu stören. Die sollten öfters an Gefahrenstellen auf Radwegen eingesetzt werden.

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  5. Warum wurde keine Ampel aufgestellt? Oder kein Zebrastreifen? Das wäre m.E. angemessen gewesen als klare Regelung, die den Fußgängern immer (Zebrastreifen) oder abwechselnd Vorrang und geschützten Querungsverkehr ermöglicht.

    Das, was da gemacht wurde, stellt sich für mich als die bekannte, unfaire Regelung dar - unfair den Radfahrern gegenüber: einerseits haben die Radfahrer klar Vorfahrt, die Fußgänger müssen aufpassen und dürfen den Radverkehr nicht behindern. Die Bemalung suggeriert aber "irgendwie", aufpassen zu müssen. Kommt es zum Unfall, dann ist es von der Tagesform der Richterin abhängig, wie das Urteil ausfällt. Gefällt mir gar nicht...

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    1. Was soll da eine Ampel? Die würde viel zu lang für Fußgänger:innen auf Grün und für Radfahrende auf Rot stehen, Fußgänger:innen sind aber innerhalb von Sekunden drüber gelaufen. Rot signalisiert ihnen, das sie nicht einfach drüber dürfen. Und so dicht ist der Radverkehr ja nicht, dass sie keine Chance hätten, es sind ja nur vier Schritte. Ich glaube nicht, dass wir die Stelle dramatisieren müssen.

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    2. Mein Favorit ist Zebrastreifen. Der "regelt sich selbst" und erzeugt keine unnötigen Wartezeiten. Also wie auf der Fahrradstraße Eberhardstraße. Die Argumente gegen Ampel sind schlüssig. Eine Ampel aufzustellen wäre einfach nur konsequent und schlüssig in der Argumentation der Stadtverwaltung, wo sie sonst auch Ampeln aufstellt bei ungefähr gleich viel Radverkehr, z.B. auf der König-Karls-Brücke oder bei ungefähr gleich schnellem Kfz-Verkehr.

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  6. Jörg
    Ampeln sind wegen Autos erfunden worden. Ampeln werden selten auf Straßen mit gerademal 600 Fhzg (im Winter 200 ) in der Spitzenstunde aufgestellt.
    Eine Anforderungsampel wäre doch eine Lachnummer schlechthin. Würden wir nicht vom Schiltbürgerstreich reden?
    Leute: Gebt dieser Regelung eine Chance

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  7. Egal welche andere Lösung, aber Ampel geht gar nicht. Sie bremst alle aus und weder Fußgänger noch Radler würden sich dran halten - zu Recht.

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  8. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  9. Für Stuttgarter Verhältnisse eine überraschend gute Lösung. Insgesamt aber: Hier sind sehr viele und in Corona-Zeiten deutlich mehr Radler und Fussgänger unterwegs. Jetzt kommen Fahrgäste noch dazu, die den Radweg queren. An dieser unsäglichen und schlecht geplanten S21-Baustelle ist so schon zu eng, Abstand einhalten? Geht kaum. Und das zu Pandemie-Zeiten! Dem Bürger wird seit Monaten die AHA-Regeln eingebläut, ich finde Abstand halten ist die mit Abstand einfachste Maßnahme, daher finde ich solche Lösungen gerade in diesen Zeiten sehr bemerkenswert und schlicht schizophren!

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  10. Ich habe gestern einen Härtetest der fraglichen Stelle gehabt. Situation: kurz nach Sonnenuntergang in der Dämmerung, ich kam mit guter Beleuchtung und hohem Tempo aus Richtung Cannstatt. Gleichzeitig kam aus der Haltestelle ein Schwall Menschen weil kurz vorher eine Bahn einfuhr. Es haben tatsächlich alle Fußgänger bis auf einer (Blick auf Smartphone, Kopfhörer) angehalten und mich passieren lassen. In der Praxis scheint es also gut zu funktionieren.

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  11. Ich verstehe das Problem nicht. Ein paar Meter weiter ist auch Fussgaengerquerverkehr, und zwar von der Bruecke zum Kernerplatz. Dort muss man immer vorsichtig fahren, klappt doch auch.
    Bei der unorthodoxen Kreuzungsloesung wird es sich auch einspielen. Die Fussgaenger werden lernen, dass dort schnelle Radler unterwegs sind, und die Radler werden merken, wenn eine Bahn eingefahren ist und die Fussgaenger im Pulk kommen.
    Ich plaediere fuer Gelassenheit, da hat die HRR1 weitaus schlechtere Stellen.
    Gruss - Matthias

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    1. Mein Anspruch ist: Radverkehr soll den MIV ersetzen. Also muss er gleichwertig zum MIV behandelt werden hinsichtlich Einhaltung der Verwaltungsvorschriften, sodass Radfahrer keine außerordentliche Umsicht, Voraussicht und Rücksicht halten müssen. Natürlich ein Blick auf reinlaufende Kinder und mal einen ignoranten Erwachsenen, aber nicht ständig in Alarm-Modus. Ja, die HRR1 ist insgesamt noch nicht eingerichtet und es gibt wesentlich schlechtere Stellen und Streckenabschnitte - gleich nebenan beispielsweise, wo (illegal) eine unübersichtlich eingerichtete Kreuzung als "Gehweg-Radfahrer frei" beschildert ist. Nur: sollten wir diese miesen Stellen als Maßstab nehmen oder einen vorschriftsmäßigen Ausbau des Radverkehrsnetzes?

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  12. Ich finde die Grundidee dieser Querung gut. Diese Bremsschwellen habe ich an den ehemaligen Bahntrassen im Ruhrgebiet kennengelernt wie z.B. an der Springboriumtrasse in Bochum. Dieses Design sollte meiner Ansicht nach flächendeckend umgesetzt werden, damit Fahrradfahrende sich an diese gewöhnen können. Und natürlich- wie immer - kommt es im Verkehr immer auf gegenseitige Rücksicht an.

    Lieben Gruß aus Mannheim
    Markus Schlegel

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