31. März 2014

Bürgerbeteiligung beim Radverkehrsplan

Verkehrsminister Hermann (Grüne) will einen Landesradverkehrsplan für Baden-Württemberg entwickeln. Wir sind nicht das erste Bundesland mit einem solchen Plan, aber das erste, in dem die Radlerinnen und Radler gefragt werden. 

Das Umweltforschungsinstitut ufit hat zunächst einen Fragebogen entwickelt, den man online ausfüllen konnte (habe ich hier auch gepostet), dann die Antworten ausgewertet und jetzt für die vier Regierungspräsidien Workshops mit Radfahrer/innen vorbereitet. Der Stuttgarter Workshop hat am vergangenen Freitag stattgefunden. (RiS war dabei.)

Wir haben erfahren: 1480 Personen haben an der Befragung teilgenommen, 512 Menschen sind außerdem interviewt worden. Einladungen zur Befragung lagen auch in etlichen Fahrradläden aus (die Resonanz darauf war allerdings wohl gering).

Ergebnisse der online Befragung: Die Hälfte der Befragten fährt Tourenrad, 8 Prozent radeln schon mit Pedelecs. Fast die Hälfte fühlt sich gut informiert über die Regeln, die im Radverkehr gelten (das überrascht doch etwas). 43 Prozent finden die Infrastruktur für Radler schlecht, 74 Prozent beklagen regelwidriges Verhalten von Auto-, Bus- und Motorradfahrern. 44 Prozent glauben, dass Radstreifen (Radwege) mehr Sicherheit bringen. 39 Prozent würden noch öfter Rad fahren, wenn die Infrastruktur besser wäre. Viele wünschen sich Regelungen für Kreuzungen und Abstellmöglichkeiten für Räder. Etwa ein Drittel meint, man müsse die Radkultur verbessern, damit mehr Leute aufs Radumsteigen und das Radnetz müsse sinnvoller sein und verständlicher werden.

220 Personen hatten Interesse am Workshop im Regierungspräsidium Stuttgart angemeldet, 140 kamen in die engere Wahl, rund 90 kamen dann, gemischt unter den Gesichtspunkten, Mann, Frau, Vielradler, Wenigradler, jung, alt, Freizeitradler, Berufspendler etc. Es waren allerdings nur etwas ein Dutzend Frauen unter denen, die hier mitdiskutieren wollten. Auch an den Befragungen haben sehr viel mehr Männer teilgenommen.

Ufit hatte Tische mit Themen vorbereitet, auf die die Teilnehmerinnen Antworten suchten und fanden. Über die einige der Themen berichte ich in den folgenden Tagen.



Kommentare:

  1. Na Toll, gerne wäre ich auch dabei gewesen, wonach wurde denn gesiebt? Schwabe? Grüner? Ministerjünger? sehr untransparent! Enttäuschend

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  2. Lieber Anonymus, so undurchsichtig war die Auswahl nicht. Wer den Fragebogen ausgefüllt hat konnte sein Interesse an den Workshops anmelden. (Hast du das getan?) Es waren sehr viele Männer, und davon viele ältere, die naturgemäßg mehr Zeit haben. Sie haben an alle bestimmte Auswahlkriterien angelegt, damit eine Mischung aus Frauen, Männern, älteren Frauen, jüngerne Frauen, darunter Vielradlern, Wenigradlern, Freizeitradlern, Pendlern, Radlern, die mit dem Zug pendeln etc herauskommt. (Und ich vermute, dass sie so gut wie alle Frauen eingeladen haben.) Es wird eine umfrangreiche Veröffentlichung geben, die Ergebnisse aller vier Workshops werden zusamnmengetragen. Was bei unserem zur Sprache kam, werde ich in den nächsten Tagen veröffentlichen.

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