17. Juni 2015

Drucken wir uns ein Schild


Vielleicht sind der Stadt die Blechschilder für Radwege ausgegangen. Kann ja mal passieren, wenn man derartig viel baut. Oder ist es doch ganz anders? 

Ein Scherzbold hat sich gesagt: Ich habe ja einen Farbdrucker, da drucke ich jetzt mal diese blauen Schilder mit dem Fahrrad drauf, stecke sie in Klarsichthüllen und hänge sie an Schildermasten oder Holzpfosten auf. Mal sehen, was passiert.


Der neue Weg durch den Schlossgarten ist schön. Er schafft die Querverbindung zur Platanenallee, den sich viele Radler/innen gewünscht haben.

Man kann ihn zu Fuß gehen, mit Inlineskatern befahren oder mit dem Rad. Er ist nützlich, um am Wochenende die Publikumsmassen an den Grillplätzen zu umrunden. Man fährt dann einen Abschnitt über die Platanenallee. Sehr, sehr schön.

Dieser Weg ist rechtzeitig vor dem Kirchentag fertig geworden. Die Schilder offenbar nicht. Oder man plant gar nicht wirklich, hier einen Radweg auszuweisen. Wenn sie nicht von einem Scherzbold mit Farbdrucker stammen, dann könnten sie als Hinweis an Ortsfremde, also Kirchentagsbesucher, gemeint gewesen sein, mit dem Rad diesen Weg zu nehmen.

Aber gibt es für so etwas nicht andere Schilder? Die kleinen Grünen mit Pfeil und Fahrrad drauf, zum Beispiel. Und muss ein Radler oder Fußgänger auf Papierschilder achten? Was bedeuten sie genau? Ein Hinweis oder ein Gebot? Denn das blaue Radschild bedeutet eigentlich, dass der Radfahrer verpflichtet ist, diesen Weg zu nehmen. Und es bedeutet vor allem auch für Fußgänger, dass sie dort NICHT laufen dürfen, weil es ein Radweg ist.

Es war wohl doch eher ein Aktionskünstler mit Farbdrucker, der sich über uns alle ein wenig lustig macht.


Kommentare:

  1. Die Querverbindung ist klasse: nicht nur den Grillplatz, auch den Kinderspielplatz kann man nunmehr komfortabel und in der Ebene umfahren.

    Die derzeitige "Beschilderung"? Lustig.

    Der tiefere Sinn und das Konzept hinter der derzeitigen "Beschilderung"? Da bin auch ich weiterhin neugierig gespannt. ;-)

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  2. Bei der Umsetzung ging der Verplaner wieder einmal davon aus, als Radfahrer könne man Ecken fahren. Der Weg mündet nämlich senkrecht in die Allee; zudem versperren die Bäume die Sicht und verhindern ungebremstes Einfahren :-(

    Was am Ende der Allee noch immer fehlt ist ein schnell befahrbarer Übergang zur Rampe (Bergauf zum Schwung holen und bergab zum Schwung behalten)! Aus dem Grund bleibt der geschlängelte Weg der Weg meiner Wahl (außer an Wochenenden).

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    1. Genauso ist es. Der Übergang ist nur in einer Richtung praktikabel und wohl auch nur so gedacht. Bremsen finde ich zwar nicht so schlimm, aber mich stören die Pflasterschwellen auf der Platanenallee sehr. Ich ziehe ma Wochenende vor, über die Neckarstraße zu radeln. Da meide ich den Schlossgarten.

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    2. Ich bin dort seit Jahren nicht mehr gefahren. Die Schwelle an der Rampe und die Pflasterabschnitte sind indiskutabel.

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    3. Der Alleenweg ist besser geworden (fester Belag statt lose Steinchen), aber Schwellen oder kurze Pflasterabschnitte gibt es immer noch. Auch ein Grund, weshalb ich da praktisch nie fahre.

      Ich glaube mittlerweile, die Stadtverplaner haben sich das so gedacht, dass die Radler aus der Stadt den Alleenweg nehmen und wenn sie Richtung Mineralbäder möchten, den neuen Weg befahren, die Rampe Richtung Berg hinauf und dann zum neuen Biergarten (da waren heute die Sitze zivilisiert, aber in der schmalen Passage war ein Fahrrad geparkt - ganz toll).

      Mal sehen wie sich das in der Praxis dann bewährt...

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  3. Ich finde es schon mal gut, dass überhaupt eine weitere Querung errichtet wurde, dennoch glaub ich nicht, dass sich diese ohne Benutzungspflicht durchsetzen wird:

    Zum einen wird man hinten/oben als Radler ausgebremst (wie Steffen ja schon erwähnt hat) und auf der vorderen/unteren Ende hat man eine Kreuzung mit dem Rampen-Weg zum/vom Berger-Festplatz und dem bestehenden Hauptweg (Foto: Kreuzung) geschaffen, die u.U. zu bösen Vorfahrtsmissachtungen führen könnte.

    Zum anderen ist der Weg für Ortsunkundige ohne gescheite Beschilderung (Radrouten!) nicht unbedingt als Weg in die Innenstadt zu erkennen. Außerdem ist der Weg (als auch später die FMB-Allee) nachts nicht beleuchtet!
    Daher denke ich, wird sich dieser neue Weg bisher nur für die Rad-Pendler rentieren.

    Übrigens - das geniale dieser künstlerischen/stätischen "Do-It-Yourself Radweg Schilder" ist, dass sie recht mobil sind: bei Eröffnung am 3. Juni standen am unteren Weg-Eingang (Foto) noch 2 Radweg-Schilder - von denen ist zum 9. Juni eines zu den 7. Schranken gewandert (Foto).
    Wenn man diese Flatter-Schilder dann mal als offiziell akzeptieren würde, wäre damit fast der gesamte untere Schlossgarten ein Gefiedel für Radler und für Fußgänger tabu.

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    1. Also doch Scherzbolde, die derzeit ausschwärmen und Radwegschilder aufhängen.

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  4. Also ich finde die Idee gut, und auch mal abbremsen stört mich nicht. So wie man das lesen kann vermitteln hier einige genau das "kampfradeln" was wir gar nicht wollen.

    Gestern hat auf dem vorderen Weg einer mit dem Rennrad fast Leute am Spielplatz überfahren wegen mangelnder Rücksicht und wohl bremsenschonender Fahrweise. Schlimm.

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    1. Mit Kampfradeln hat das rein gar nichts zu tun, sondern mit energiesparendem Fahren (genauso, wie man - oder zumindest ich - auf rote Ampeln langsam zurollt).

      Wenn ich über besagte Brücke fahre ist da oft sehr wenig los, sodass man gut einfach runter rollen kann. Der Schwung reicht bis etwa zum Aktivspielplatz - und ab da wird der Weg dann langsam auch wieder voller.

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  5. Ich sehe hier ehr das Problem, dass dadurch wie dieser "vermeintliche Radweg" angelegt und angeknüpft ist die Kampfradler-Kultur gefördert wird: zum einen wird hinten ausgebremst (geht wegen der Bäume auch kaum anders und ist für mich okay) dafür wird aber vorne eine Kreuzung geschaffen die der (Kampf-)Radler gut übersehen kann und dementsprechend (un-)angepasst befahren kann.

    Das ist für mich in Sinne der Planung von Radrouten nur halb durchdacht. Wie stellt man sich das vor, wenn über diesen neuen Weg mal wirklich viele (alle) Radler und die FMB-Allee fahren (müssen), dann kommen diejenigen Richtung Mineralbäder wieder hier nach vorne zu eben dieser Kreuzung und den Fußgängern. Das wäre dann wohl ähnlich Chaotisch wie gelegentlich um die kleine Brücke (bei der Wassertreppe, unterhalb der Haltestelle Mineralbäder) keine 500m entfernt.

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  6. So lange der Weg in diesem, für Radfahrer schlechten, Zustand ist, wird eh nicht der Großteil der Radfahrer dort fahren. Der Weg braucht eine Asphaltierung wie auf dem anderen Weg durch den Park. Mit diesen Pflasterabschnitten alle paar Meter wird das nichts. Aber wahrscheinlich steht das ja unter Denkmalschutz und in Stuttgart darf nur die Bahn oder Grossinvestoren denkmalgeschützte Bauwerke abreissen.

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  7. Offizielle Infos zum neuen Weg im Schlossgarten:
    • Verbindungsweg ist als Radler Alternative und Entlastung für den hoch frequentierten Hauptweg gedacht
    • Schilder sind ein temporäres Provisorium und wurden von Mitarbeitern der Wilhelma zum Kirchentag aufgestellt. Deren "Futterwiesen-Schildern" wandern gelegentlich ja auch unfreiwillig zu neuen Standorten
    • es gibt interne Überlegungen den Weg zeitnah als reinen Radweg fest zu deklarieren, evtl. auch mit Piktogramme auf den Boden
    • am Weg wird es die grünen Rad-Routen-Schilder geben

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    1. Siehe Kommentar unten bei Michael. Das wäre keine gute Lösung.

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    2. Naja, ich will ja nicht meckern, aber Stuttgart ist ja auch nicht gerade bekannt für seine "guten" Lösungen, oder?

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  8. Das heisst man wird irgendwann den besseren Weg für Radfahrer sperren. Da ich leider das kenne was die Stadt Stuttgart für Radfahrer macht, werde ich dann nie wieder durch den Park fahren, der Weg ist einfach zu schlecht

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    1. Ich hoffe nicht, dass das passiert. Ich bin strikt dagegen im Schlossgarten Radwege auszuweisen. Denn die werden von Fußgängern nicht erkannt, und es gibt nur Ärger. Außerdem muss kein Mensch einen Radweg fahren, der nicht erkennbar dorthin führt wo er hinwill. In der Tat würde sich die Situation für alle verschlechtern, wenn man hier versuchen würde, die Fußgänger von den Radlern zu trennen, weil es nicht funktioniert. Und dann sind wieder alle (Fußgänger und Radler) regelwidrig unterwegs.

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    2. @Michael: Bisher wird nur versucht die Verkehrsströme durch neue Alternativen etwas zu entzerren, denn "... Der Hauptweg und die Platanenallee dürfen weiterhin von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. ..."
      Gut das heißt nicht, dass wenn sich keine Veränderung einstellt, man nicht doch den Hauptweg für Radler sperrt. Aber bisher war davon nicht im geringsten die Rede.
      Auch bezüglich meiner Frage der fehlenden Beleuchtung an der Allee, sowie dem neuen Weg, wurde nach wie vor auf den vorderen, beleuchteten Hauptweg verwiesen.

      @Christine: Ich habe die zuständigen Stellen auch schon auf diese Problematik (Stichwort: Landtags-Radweg) hingewiesen.


      Zudem ist das ja alles noch in der Diskussion und wird wohl erst angepackt werden können, wenn Herr Köhnlein am 25. Juni '15 vom Urlaub zurück sein wird.

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    3. Naja Stoppschilder an Radwegen aufstellen kann man ja auch ohne Herrn Köhnlein, von daher bin ich mir da nicht so sicher.

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  9. Die DIY-Radweg-Schilder der Wilhelma am neuen Verbindungsweg sind nun (24. Juni '15) verschwunden, ob offiziell oder auf anderem Wege ist unklar. Bitte noch verifizieren, ob das auch für den Ausdruck an der "Grünen Brücke" gilt.

    Hier noch ein Vergleichsbild vom 3. zum 24. Juni 2015: hhttp://imgur.com/elJasGq

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